Hey, das war ein Fest - Sensei Michael Jarchau gab am Dienstag sein Trainer-Comeback nach der Hüft-OP! Nur acht Wochen nach dem Eingriff stand er im Gi vor uns, als sei nichts gewesen! Lediglich die Hüftrotationen beim Yoko-Gerri bekam er noch nicht richtig hin - aber das schaff ich auch mit einer unversehrten Hüfte nicht :-/
Da Micha üblicher Weise immer erst gegen 18.30 Uhr reinschneit, oblag es auch diesmal wieder mir, das Aufwärmtraining zu leiten: drei Runden Randori mit etwas leichter Dehngymnastik dazwischen und danach. Und dann ging es auch schon los.
Anlässlich Michaels Revival war die Bude richtig voll! Neben den "üblichen Verdächtigen", die sich auch in mein Training verirren, wenn ich Micha und Thorsten vertrete, kamen knapp 10 weitere Danträger und erwiesen Micha die Ehre.
Im Focus stand im Prinzip nichts anderes als die Wochen zuvor in meinem Training: Kihon und Jiju-Ippon-Kumite für die Dan-Vorbereitung. Zu meiner großen Freude erklärte Micha zahlreiche Technikkombinationen genauso, wie ich es in den Wochen zuvor auch tat: Beim Vorgehen im ZK den vorderen Fuß am Boden "festsaugen" und sich daran nach vorne ziehen (so vermeidet man es, den vorderen Fuß vor der Vorwärtsbewegung zur Seite zu stellen). Oder das Knie nach dem Geri oben lassen, der Tsuki gehört zum Geri und so weiter, und so fort.
Anschließend gab es reichlich Jiju-Ippon-Kumite mit wechselnden Partnern. Zum Höhepunkt der Einheit bildeten wir in zwei Reihen ein Spalier am Außenrand der Halle. Einer von uns musste durch das Spalier gehen und abwechselnd links und rechts die Außenstehenden angreifen mit Kizami-Tsuki - in weiteren Durchgängen mit Oi-Tsuki Jodan bzw. Mae-Geri. Die Karateka an der Außenseite mussten blocken und kontern. In einem Durchgang wurden die Rollen auch getauscht: Innen befand sich jetzt Uke und außen Tori. Diese Übung hat für gute Stimmung gesorgt :-)
Es war unglaublich, wie beweglich Micha nach der kurzen Zeit schon wieder ist! Er hat im Karatetraining auch viel von der Reha erzählt und Parallelen zum Karatetraining gezogen. "Bei der Reha kommt es auf jeden Zentimeter Fortschritt an und beim Yokogeri ist es genauso." Oder:"Wenn bei der Reha die Übung nicht auf anhieb klappt, darf man nicht verzagen - dann übt man eben zu Hause weiter. Man hat ja genug Zeit. Und beim Karate ist es ganauso. Man darf nicht denken, dass man es nie schafft, sondern nur jetzt grade im Moment nicht. Einfach zu Hause üben, bis es klappt."
Ich bin sehr froh, dass Micha ab jetzt einmal im Monat zu uns ins Dojo kommt. Karateübungen anbieten oder vormachen kann (fast) jede(r). Aber den Spirit rüberzubringen, wie Micha es macht, das ist es, was einen sehr guten Trainer von einem guten unterscheidet.
Donnerstag, 7. Juli 2011
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