So, da habe ich mich gestern also mal aufgerafft, die Donnerstagseinheit von Seibel zu besuchen. Schwerpunktmäßig wird dort Kata trainiert - und zwar im Regelfall die der Oberstufe. Gestern fing es allerdings mit luftig-lockeren Mawashi-Geri-Partnerübungen an. Ich hatte Patrick als Partner, der mir in aller Gemütsruhe die Dinger um die Ohren pfiff! Selber machte ich wohl keine besonders elegante Figur bei den verschiedenen Anforderungsprofilen....
Anschließend ließ uns Seibel - eigentlich untypisch für diese Einheit, die ja, wie bereits erwähnt, eher katalastig aufgestellt ist - Gohon-Kumite laufen. Hier lag der Fokus auf der Trefferregion: Wir sollten darauf achten, auch wirklich mit der richtigen Distanz Jodan oder Chudan zu treffen und Uke sollte zusehen, auch gut zu blocken. Hier hatte ich mit Patrick ein echtes "Übungs-Sahnehäppchen", denn er griff mit aller Konsequenz an und ich war gut gefordert! Anschließend gab es dann noch Ippon-Kumite und schließlich einige Runden Kaeshi-Kumite: Tori greift an mit Tsuki, Uke blockt und statt des üblichen Konters im Stand geht auch er wieder vor mit einer Fausttechnik, jetzt blockt Tori und kontert. Das hatte ich schon mal irgendwo gemacht - beim Gasshuku? Bei Shihan Takahashi?
Diese Übung baute Seibel für uns noch mit zahlreichen Varianten aus und wir hatten zudem etliche Partnerwechsel. Ich hatte mich grade schon durch den kompletten Grüngurtbereich "durchgearbeitet", mein nächster Partner wäre jetzt beim nächsten Wechsel mein Reihennachbar Torsten geworden (sicherlich bei dieser Übung eine echte Herausforderung), da beendete Seibel das Kumite und wir sollten uns, nach Graduierungen sortiert, in einer Reihe aufstellen. Nun gab es, was vielleicht etwas unglücklich war, auf die letzten 20 Minuten noch eine Kata-Bunkai-Übung zur Heian Godan, und zwar in Vierergruppen. Es hat ziemlich viel Spaß gemacht - allerdings hatte ich etwas das Gefühl, dass wir durch die Kombinationen durchhetzen mussten und selbst Kata-Spezi Jürgen Vahle hatte seine liebe Mühe mit den Technikfolgen!
Alles in allem war es für mich eine sehr schöne Trainingseinheit - war ja fast ohne Kata ;-) Ein wenig holte ich davon noch nach, als Torsten mit mir nach dem Training noch dreimal die Gangaku lief. Sie ist sehr schön - mit ihren Drehungen und Kranich-Ständen aber auch ein echter "Brocken"....
Heute werde ich mich nochmal alleine in die Halle begeben und morgen gibts die Jitte....
Freitag, 15. Oktober 2010
Montag, 11. Oktober 2010
Kata statt Kindertraining
Wegen der Herbstferien fiel das Kindertraining heute aus. Die eineinhalb Stunden nutzte ich für ein wenig Katatraining: Heian- und Sentei-Katas, Tekki 1 und 2 und die Sochin und dann wars auch schon vorbei. Einfach mal ein bischen durchlaufen, die Katas und ein gutes Gefühl dafür bekommen. Bald bin ich auch bereit für die Kata-Einheit am Sonntag!
Sonntag, 10. Oktober 2010
Halbherzigkeit ist der Tod!
Heute fanden sich nochmal 30 nimmermüde Karateka zum Grande Finale des SV-Kurses ein. Im Vorraum präsentierten wir - halb Mitleid heischend und halb voll Stolz - gegenseitig unsere Spuren des Vortages. Dem einen taten die Knie weh, dem anderen der Rücken, fast alle hatten blaue Handgelenke und Unterarme und zusätzlich noch Muskelkater von intensiven Angriffen, Blocks und Kontertechniken.
Aber Sensei Jochen kannte mit uns kein Pardon - wir wiederholten intensiv noch einmal die Inhalte des Vortages und verfeinerten sie zum Teil auch noch. Mein Trainingspartner und ich grinsten uns gequält an, als es wieder ans Würgen von vorne ging, war der Hals von den zahlreichen Wiederholungen des Vortages doch noch recht empfindlich. Insgesamt muss ich sagen, dass ich bei den vielen Wiederholungen, die jetzt schon etwas routinierter abliefen, recht schnell "auf Touren" kam, so dass es mir ein Leichtes war, mich bei einer anderen Übung mit meinen verschwitzten Handgelenken aus dem Griff meines Partners zu lösen.
Rund dreißig Minuten vor Lehrgangsende unterzog Jochen uns dann wieder der "mentalen Abschlussprüfung": Gut die Hälfte der Teilnehmer bildete ein Spalier und etwa acht von uns einen Kreis. Die übrigen mussten zunächst das Spalier passieren, um sich dann in den Kreis zu begebeben. Die Leute im Spalier ließen einen natürlich nicht ohne weiteres hindurch, sondern machten das Durchkommen durch Schubsen, Treten, Am-Anzug-Ziehen, Beschimpfen und Schlagen so schwer wie möglich. Anschließend ging es direkt in den Kreis. Hier hieß es: "Auf den Boden mit Dir, Karateka!" Nun galt es, möglichst schnell und heil aus der Rückenlage hoch- und dem Kreis zu entkommen. Die Kreis-Leute waren noch eine Spur härter, als die im Spalier: Sie traktierten den am Boden liegenden mit den Füßen. Und so mancher von uns musste durch ein Yame befreit werden, damit niemand verletzt wurde oder die Grenze des Erträglichen erreichte. Es sollten ja alle heile bleiben und nur einmal vage den Eindruck erhalten, wie es ist, wenn man bei einer Schlägerei zu Boden geht. So dramatisch, wie es sich vielleicht jetzt liest, war es allerdings nicht - alle hatten wieder eine Menge Spaß und es war toll, sich auch mal so richtig auspowern zu können!
Jochen gab uns zum Abschluss des Lehrgangs noch ein paar Ratschläge. Der wichtigste war wohl, Techniken im Ernstfall niemals halbherzig auszuführen, sondern mit aller Konsequenz. "Halbherzigkeit ist der Tod", so seine Devise. Beim Training sollte man zwar nicht ganz ans Limit gehen, eine gewisse Härte dürfe aber auch nicht fehlen. Das schult zum einen den konsequenten Angriff, aber auch die Nehmerqualitäten und die eigene Leidensfähigkeit! Er riet uns, diese Aspekte auch regelmäßig ins Training zu integrieren - sei es in SV-Einheiten, im freien SV-Training vor und nach den Einheiten, oder auch im regulären Karatetraining, in dem man die Angriffstechniken auf den Punkt platziert und nicht, weil es ja so bequem ist, irgendwo daneben.
Einen neuen Termin haben wir noch nicht ausgemacht - aber ich hoffe, dass Jochen auch in 2011 wieder mit einigen Konstanzer Freunden unser Gast sein wird. Wir haben nämlich noch gar keinen Bodenkampf gemacht....
Aber Sensei Jochen kannte mit uns kein Pardon - wir wiederholten intensiv noch einmal die Inhalte des Vortages und verfeinerten sie zum Teil auch noch. Mein Trainingspartner und ich grinsten uns gequält an, als es wieder ans Würgen von vorne ging, war der Hals von den zahlreichen Wiederholungen des Vortages doch noch recht empfindlich. Insgesamt muss ich sagen, dass ich bei den vielen Wiederholungen, die jetzt schon etwas routinierter abliefen, recht schnell "auf Touren" kam, so dass es mir ein Leichtes war, mich bei einer anderen Übung mit meinen verschwitzten Handgelenken aus dem Griff meines Partners zu lösen.
Rund dreißig Minuten vor Lehrgangsende unterzog Jochen uns dann wieder der "mentalen Abschlussprüfung": Gut die Hälfte der Teilnehmer bildete ein Spalier und etwa acht von uns einen Kreis. Die übrigen mussten zunächst das Spalier passieren, um sich dann in den Kreis zu begebeben. Die Leute im Spalier ließen einen natürlich nicht ohne weiteres hindurch, sondern machten das Durchkommen durch Schubsen, Treten, Am-Anzug-Ziehen, Beschimpfen und Schlagen so schwer wie möglich. Anschließend ging es direkt in den Kreis. Hier hieß es: "Auf den Boden mit Dir, Karateka!" Nun galt es, möglichst schnell und heil aus der Rückenlage hoch- und dem Kreis zu entkommen. Die Kreis-Leute waren noch eine Spur härter, als die im Spalier: Sie traktierten den am Boden liegenden mit den Füßen. Und so mancher von uns musste durch ein Yame befreit werden, damit niemand verletzt wurde oder die Grenze des Erträglichen erreichte. Es sollten ja alle heile bleiben und nur einmal vage den Eindruck erhalten, wie es ist, wenn man bei einer Schlägerei zu Boden geht. So dramatisch, wie es sich vielleicht jetzt liest, war es allerdings nicht - alle hatten wieder eine Menge Spaß und es war toll, sich auch mal so richtig auspowern zu können!
Jochen gab uns zum Abschluss des Lehrgangs noch ein paar Ratschläge. Der wichtigste war wohl, Techniken im Ernstfall niemals halbherzig auszuführen, sondern mit aller Konsequenz. "Halbherzigkeit ist der Tod", so seine Devise. Beim Training sollte man zwar nicht ganz ans Limit gehen, eine gewisse Härte dürfe aber auch nicht fehlen. Das schult zum einen den konsequenten Angriff, aber auch die Nehmerqualitäten und die eigene Leidensfähigkeit! Er riet uns, diese Aspekte auch regelmäßig ins Training zu integrieren - sei es in SV-Einheiten, im freien SV-Training vor und nach den Einheiten, oder auch im regulären Karatetraining, in dem man die Angriffstechniken auf den Punkt platziert und nicht, weil es ja so bequem ist, irgendwo daneben.
Einen neuen Termin haben wir noch nicht ausgemacht - aber ich hoffe, dass Jochen auch in 2011 wieder mit einigen Konstanzer Freunden unser Gast sein wird. Wir haben nämlich noch gar keinen Bodenkampf gemacht....
Würgen, Knochen brechen, blaue Flecke - Selbstverteidigung mit Jochen Glaß
Es ist wohl für alle Karateka des SKDM immer eine besondere Freude, wenn mein erster Sensei Jochen Glaß (5. Dan) einmal im Jahr aus Konstanz nach Münster kommt, um bei uns einen Karate-Lehrgang zu leiten. Wir haben von ihm schon viel gelernt - aber in den letzten zwei, drei Jahren lag der Fokus eindeutig auf der Selbstverteidigung. Klar, es ist toll, wenn man einige Karate-Grundlagen hat und das grundlegende Beherrschen von Tsukis, Empis, Geris und co. läßt einem hier einigen Spielraum, die vorgeschlagenen Übungen zu gestalten und vielleicht auszuweiten. Die wichtigste Basis für den Lehrgang war diesmal allerdings für mich die Leidensfähigkeit! Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich grade nicht weiß, wo ich beim Schreiben meine Unterarme auflegen soll, damit ich nicht mit der Tischkante an die blauen Flecke komme - aber der gestrige Tag war für mich geprägt durch sehr viel Konsequenz und Realitätsnähe.
Jochen war wieder nicht alleine angereist, sondern hatte zu unserer Freude einige Karateka mitgebracht, die unser Training wieder eindrucksvoll bereicherten: Kaderathlet Steffen Maier wurde von Jochen permanent als Dummie benutzt - bis bei ihm am Ende schon fast die Luft raus war! Seine Freundin Amanda Staubach war zum ersten - aber hoffentlich nicht zum letzten Mal mit in Münster und bereicherte die Farbgurttruppe. Sebastian Faller wandelte die vorgeschlagenen Übungen eindrucksvoll auf seine körperlichen Möglichekeiten um (er hat keine Arme) und zeigte uns z. B. anschaulich, wie man einen Würgegriff am Hals allein durch den Kinneinsatz abwehren kann. Besonders beeindruckend finde ich immer wieder, dass unser Freund Adrian Seidel seit Jahren den Weg nach Münster auf sich nimmt, obgleich er nicht zusammen mit den anderen aus Konstanz, sondern extra aus Rosenheim anreist.
In diesem Jahr besonders erfreulich war die trotz des herrlichen Herbstwetters starke Beteiligung am Kurs. Die Unterstufe war ebenso stark besetzt wie die Oberstufe und die Farbgurte zeigten keinerlei Hemmungen bei der Umsetzung der für sie doch meist noch ungewohnten Übungen. Bei den Braun- und Schwarzgurten gab es dann kein Halten mehr und Jochen demonstrierte seine Befreiungs- und Kontertechniken mit sichtlichem Spaß und sehr konsequent an seinen langjährigen Karatefreunden.
Der für einen SV-Kurs klassische Trainingsaufbau begann mit Ausweichübungen. Anschließend übten wir das Lösen des Griffs um ein, später um beide Handgelenke. Hier begannen wir gleich recht hämatomlastig mit Gedan-Barai, dann erst übten wir den "Klassiker", das Herausdrehen der Hand/Hände. Jochen wies uns mehrfach ausdrücklich darauf hin, dass wir die Übungen in unser permanentes Training integrieren sollten, am besten nach jeder Trainingseinheit noch 15 Minuten SV (ach ja, und noch noch zwei drei Katas....vielleicht noch etwas Krafttraining ..... und was man nicht sonst noch alles vertiefen sollte....seufz!).
Nach dem Befreien der Hände machten wir weiter mit einem Würger am Hals, erst von vorne, dann von hinten. Das war jetzt eine echt unangenehme Geschichte, denn mein Partner und ich schonten uns wahrlich nicht - weder beim Angriff, noch bei der Abwehr und der Sicherung am Boden. Insgeheim fragte ich mich schon, ob ich sichtbare Würgemale davontragen würde - aber der Blick in den Spiegel heute morgen machte mir klar, dass so ein Hals doch widerstandsfähiger ist, als man gemeinhin meint. Der Würger von hinten war durch eine schnelle Drehbewegung, verbunden mit dem Einsatz der Arme, zu lösen. Ich frage mich allerdings, ob ich dazu noch in der Lage bin, wenn mich Schock, Schmerz und Luftmangel im nicht angesagten Ernstfall einmal übermannen sollten. Ganz widerlich war die Übung, bei der wir versuchen sollten, uns aus dem Schwitzkasten zu befreien. Hier schlug Jochen zunächst eine Befreiung durch Umfassen der gegnerischen Leibesmitte und Umwerfen des Übeltäters vor. Das hat bei mir überhaupt nicht funktioniert und mir wurde auch echt schlecht vom Wügegriff meines Partners! In so einer heiklen Situation bleibt keine Zeit zum Überlegen und für komplizierte Techniken - sehr eindrucksvoll rief uns Jochen dann ins Gedächtnis, dass wir in so einer Situation unsere Karatebildung getrost auch einmal vergessen könnten: Der Gegner konnte hier durch ganz profanes Kneifen in die Innenseite des Oberschenkels zum Loslassen gebracht werden! Aua!!!
Umklammerung von hinten. Hier verzichtete Jochen auf den klassischen "Fingerbrecher" und zeigte uns stattdessen einige Möglichkeiten, wie man den Partner per Fußversetzen und Gewichtsverlagerung zu Boden wirft. Ich denke, hier hatten besonders Trainingspaare mit extremen Größen- und Gewichtsunterschieden die größten Probleme! Diese Übungen sind sicher effektiv und sinnvoll - zum Training hierfür sollten aber Tatamis vorhanden sein.
Ich werde mir die Tage nochmal mehr Zeit nehmen und versuchen, die einzelnen Trainingsbestandteile zu rekapitulieren. (Noch) Nicht ausgeführt hatten wir Befreiungsmöglichkeiten am Boden - ob das wohl gleich um halb elf noch in der Einheit dran kommt? Oh Mann, ich wollte heute Mittag eigentlich zum Blutspenden - ob die mich da nehmen mit meinen ganzen augenscheinlichen Mißhandlungskennzeichen????
Zum Schluss bleibt mir jetzt ganz spontan nur anzumerken: Ich weiß, dass Jochen viel mehr auf dem Kasten hat, als "nur" Selbstverteidigung....so erinnere ich mich z. B. an einen Lehrgang vor einigen Jahren, bei dem der Schwerpunkt auf der Kata Gangaku lag. Ich meine, bei ihm gestern herausgehört zu haben, dass er im nächsten Jahr vermutlich mal wieder ein anderes Thema wählen möchte. Das wird sicher auch spannend - aber irgendwie tuts mir um die tolle Schulung in der SV jetzt schon leid!
Jochen war wieder nicht alleine angereist, sondern hatte zu unserer Freude einige Karateka mitgebracht, die unser Training wieder eindrucksvoll bereicherten: Kaderathlet Steffen Maier wurde von Jochen permanent als Dummie benutzt - bis bei ihm am Ende schon fast die Luft raus war! Seine Freundin Amanda Staubach war zum ersten - aber hoffentlich nicht zum letzten Mal mit in Münster und bereicherte die Farbgurttruppe. Sebastian Faller wandelte die vorgeschlagenen Übungen eindrucksvoll auf seine körperlichen Möglichekeiten um (er hat keine Arme) und zeigte uns z. B. anschaulich, wie man einen Würgegriff am Hals allein durch den Kinneinsatz abwehren kann. Besonders beeindruckend finde ich immer wieder, dass unser Freund Adrian Seidel seit Jahren den Weg nach Münster auf sich nimmt, obgleich er nicht zusammen mit den anderen aus Konstanz, sondern extra aus Rosenheim anreist.
In diesem Jahr besonders erfreulich war die trotz des herrlichen Herbstwetters starke Beteiligung am Kurs. Die Unterstufe war ebenso stark besetzt wie die Oberstufe und die Farbgurte zeigten keinerlei Hemmungen bei der Umsetzung der für sie doch meist noch ungewohnten Übungen. Bei den Braun- und Schwarzgurten gab es dann kein Halten mehr und Jochen demonstrierte seine Befreiungs- und Kontertechniken mit sichtlichem Spaß und sehr konsequent an seinen langjährigen Karatefreunden.
Der für einen SV-Kurs klassische Trainingsaufbau begann mit Ausweichübungen. Anschließend übten wir das Lösen des Griffs um ein, später um beide Handgelenke. Hier begannen wir gleich recht hämatomlastig mit Gedan-Barai, dann erst übten wir den "Klassiker", das Herausdrehen der Hand/Hände. Jochen wies uns mehrfach ausdrücklich darauf hin, dass wir die Übungen in unser permanentes Training integrieren sollten, am besten nach jeder Trainingseinheit noch 15 Minuten SV (ach ja, und noch noch zwei drei Katas....vielleicht noch etwas Krafttraining ..... und was man nicht sonst noch alles vertiefen sollte....seufz!).
Nach dem Befreien der Hände machten wir weiter mit einem Würger am Hals, erst von vorne, dann von hinten. Das war jetzt eine echt unangenehme Geschichte, denn mein Partner und ich schonten uns wahrlich nicht - weder beim Angriff, noch bei der Abwehr und der Sicherung am Boden. Insgeheim fragte ich mich schon, ob ich sichtbare Würgemale davontragen würde - aber der Blick in den Spiegel heute morgen machte mir klar, dass so ein Hals doch widerstandsfähiger ist, als man gemeinhin meint. Der Würger von hinten war durch eine schnelle Drehbewegung, verbunden mit dem Einsatz der Arme, zu lösen. Ich frage mich allerdings, ob ich dazu noch in der Lage bin, wenn mich Schock, Schmerz und Luftmangel im nicht angesagten Ernstfall einmal übermannen sollten. Ganz widerlich war die Übung, bei der wir versuchen sollten, uns aus dem Schwitzkasten zu befreien. Hier schlug Jochen zunächst eine Befreiung durch Umfassen der gegnerischen Leibesmitte und Umwerfen des Übeltäters vor. Das hat bei mir überhaupt nicht funktioniert und mir wurde auch echt schlecht vom Wügegriff meines Partners! In so einer heiklen Situation bleibt keine Zeit zum Überlegen und für komplizierte Techniken - sehr eindrucksvoll rief uns Jochen dann ins Gedächtnis, dass wir in so einer Situation unsere Karatebildung getrost auch einmal vergessen könnten: Der Gegner konnte hier durch ganz profanes Kneifen in die Innenseite des Oberschenkels zum Loslassen gebracht werden! Aua!!!
Umklammerung von hinten. Hier verzichtete Jochen auf den klassischen "Fingerbrecher" und zeigte uns stattdessen einige Möglichkeiten, wie man den Partner per Fußversetzen und Gewichtsverlagerung zu Boden wirft. Ich denke, hier hatten besonders Trainingspaare mit extremen Größen- und Gewichtsunterschieden die größten Probleme! Diese Übungen sind sicher effektiv und sinnvoll - zum Training hierfür sollten aber Tatamis vorhanden sein.
Ich werde mir die Tage nochmal mehr Zeit nehmen und versuchen, die einzelnen Trainingsbestandteile zu rekapitulieren. (Noch) Nicht ausgeführt hatten wir Befreiungsmöglichkeiten am Boden - ob das wohl gleich um halb elf noch in der Einheit dran kommt? Oh Mann, ich wollte heute Mittag eigentlich zum Blutspenden - ob die mich da nehmen mit meinen ganzen augenscheinlichen Mißhandlungskennzeichen????
Zum Schluss bleibt mir jetzt ganz spontan nur anzumerken: Ich weiß, dass Jochen viel mehr auf dem Kasten hat, als "nur" Selbstverteidigung....so erinnere ich mich z. B. an einen Lehrgang vor einigen Jahren, bei dem der Schwerpunkt auf der Kata Gangaku lag. Ich meine, bei ihm gestern herausgehört zu haben, dass er im nächsten Jahr vermutlich mal wieder ein anderes Thema wählen möchte. Das wird sicher auch spannend - aber irgendwie tuts mir um die tolle Schulung in der SV jetzt schon leid!
Freitag, 8. Oktober 2010
40 Jahre Karate - Jubiläumslehrgang von Risto Kiiskilä in Frankfurt
Mein Lieblingskaratetrainer mit Migrationshintergrund lud ein, um sein 40-jähriges Karate-Jubiläum mit Freunden und Anhängern zu feiern. Am Samstag, den 02.10. und dem darauffolgenden Sonntag wanderten rund 50 Karateweltmeister, Finnlandfans und Karate-Breitensportler gemeinsam auf dem Rist-do. Wie üblich zog es nicht nur Ortsansässige zum Lehrgang, der diesmal in der Wintersporthalle auf dem Gelände des Bundesligisten Eintracht Frankfurt stattfand, sondern auch Karatebegeisterte aus vielen Teilen der Bundesrepublik und sogar aus Estland! Aus Ristos finnischer Heimat war zwar niemand vertreten - aber ich bin sicher, dass sein Jubiläum dort vor Ort in Kürze gebührend nachgefeiert wrid!
Vor dem Trainingspensum am Samstag hatten die meisten von uns wohl einen gehörigen Respekt: Insgesamt hatten wir an einem Nachmittag drei Trainingseinheiten durchzustehen!
Die erste Einheit startete mit dem Risto-Powerpack! Nach Ristos Ansicht ist es nicht sinnvoll, sich mit Standardgymnastik oder -aufwärmübungen auf das Training vorzubereiten. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich auch mit karatespezifischen Bewegungen aufzuwärmen - die dabei auch noch die Koordination und die Bewegungsabläufe schulen. "Wer zum Aufwärmen den Hampelmann macht, wird selbst zum Hampelmann", so seine Devise. Beweglichkeit im Oberkörper, Drehung der Hüfte mit oder ohne Vorbewegung oder Tsuki - bereits nach einer Viertelstunde klebte mir der Gi am Körper! (Das Powerpack habe ich in einem eigenen Post beschrieben, wer es nachvollziehen möchte, kann dort einzelne Übungen nachlesen: http://andreahaeusler.blogspot.com/2010/09/fit-mit-powerpack.html)
Als nächstes gab es zahlreiche Risto-Basics, bei denen es sich immer wieder lohnt, sich auf neue Aspekte zu stürzen - oder bestimmte Dinge einfach nochmal zu vertiefen. Bei jedem Risto-Training fällt mir doch eine weitere Kleinigkeit auf, die mir bisher wegen der Fülle von Informationen entgangen war! Freute ich mich diesmal besonders darüber, dass mir die geforderten Hüftbewegungen inzwischen etwas besser gelangen, so hatte ich jetzt eine neue Erkenntnis bei einer Mae-Geri-Vorübung: Im Stand hinten anfersen und die Knie aneinander! So, erklärte Risto, sollte man es auch den Anfängern erklären, wenn sie sich im ZK fortbewegen sollten - fügten sie die Knie aneinander, könnten sie nicht "breitbeinig" vorlaufen. Natürlich! Die Mae-Geri-Vorübung wurde aber noch verfeinert: Als nächstes sollten wir den Hüftknochen des Beins, welches gleich den Tritt ausführen soll, nach vorne stoßen - und dann das Bein wieder absetzen. Dies wiederholten wir so oft, dass ich ernsthafte Bedenken hatte, wie ich mit dem Muskelpaket am Hintern nach dem Duschen wieder in meine Jeans kommen sollte! Und in der letzten Konsequenz kam dann, quasi von selbst, noch der Kick an sich - der so fast zur Nebensache geworden war!
Auch "Tsuki-Bunkai" war wieder Bestandteil dieses Trainings: "Tsuki Bunkai ist, wenn man den Tsuki so macht, dass er funktioniert", so der Sensei. Schwerpunkt lag diesmal auf der Bewegung über das Standbein hinweg. Risto konnte ganz einfach erklären, wo bei den meisten von uns der Fehler lag: "In den alten Karatebüchern sieht man die Vorwärtsbewegung im ZK immer auf drei Zeiten, die jeweils mit einem Bild hinterlegt sind. Zeit eins: Stand im ZK mit Tsuki, Zeit zwei: Füße parallel nebeneinander und Zeit drei: ein Schritt vor im ZK und Tsuki mit dem anderen Arm." Was denn als Beschreibung stets unter dem Bild stehen würde, fragte Risto in die Menge. Es kamen ein paar Vorschläge, die Auflösung dann aber von ihm selber: "Bewegung über das Standbein hinaus." Also nicht in der Mitte stoppen. Wir waren bisher also nur zu schwer von Begriff gewesen, die Bilder mit dem Untertitel richtig in Verbindung zu bringen! Natürlich gab es zahlreiche Übungen zu diesem Thema, die ich am Besten noch einmal im eigenen Dojo vertiefen werde....
Die Pause bis zur zweiten Einheit ging mit dem Begrüßen der vielen Karatefreunde und einem kleinen Snack viel zu schnell vorbei!
In der zweiten Einheit hatten wir das Vergnügen, in zwei Gruppen von je einem Weltmeister trainiert zu werden: Risto-Schüler Emanuele Bisceglie brachte uns die Unsu bei und sein Kollege Giovanni Machitella schulte die Braungurte im "Flug der Schwalbe", der Enpi. Emanuele filetierte für uns die Kata in mundgerechte Häppchen, an denen wir zum Teil ganz schön zu kauen hatten! Dann ging es natürlich "aufs Ganze", wobei es uns Emanuele überließ, ob wir den Sprung ganz ausführten, oder nur andeuteten. Danke, dafür ;-)
Puh, das war aber jetzt schon ordentlich trainiert! Und das Mittagstief war wie nix weggeschnupft! Die letzte Einheit begann für uns um 17.00 Uhr, zu einer Zeit, zu der manch anderer Lehrgang bereits zuende ist. Wir verfeinerten jetzt das Kumite á la Risto, der stets den Schwerpunkt auf das Jiju-Ippon-Kumite, also den Halbfreikampf, legt. Dieser Übergang zur freien Bewegung ist laut Risto ungemein wichtig und wird häufig zu wenig und zu unsauber trainiert. Wir übten ganz viel "BElasten und ENTlasten" mit Tai Sabaki und Suri Ashi nach links, nach hinten und nach rechts. Meine Trainingsschwerpunkte werden in den kommenden Wochen das schnelle Zurückziehen des vorderen Fußes sowie "Hüfte hoch beim Block" sein. Gleichzeitig werde ich versuchen, darauf zu achten, dass der Block und das Hikite zusammen mit dem Gleit-Stopp des vorderen Fußes einhergehen.
Der Abend stand dann im Zeichen des Jubiläums. Vom DJKB-Präsidium war leider niemand persönlich erschienen, man hatte aber per Brief gratuliert, der offen vorgelesen wurde: Als Jubiläumsgeschenk gab es für Risto eine Einladung zur Karate-WM 2011 nach Thailand, bei der Emanuele und Giovanni vor den Augen ihres Senseis hoffentlich ihre Titel verteidigen werden! Einige treue Helfer aus Ristos Dojo KD-Ippon (allen voran Sandra und Birgit) hatten ein tolles Buffet gezaubert und außerdem gab es Freibier für alle! Leider mussten wir bereits um 22 Uhr aus der Wintersporthalle hinaus. Ein Teil der Gruppe feierte noch im Dojo weiter. Ich selbst zog mit meinem Vereinskameraden Torsten noch in Sachsenhausen um die Häuser - und fiel erst nach der Geisterstunde wie tot ins Bett!
Gut, dass ich am nächsten Morgen sage und schreibe bis 9 Uhr ausschlafen und mich dann am umfangreichen Hotel-Frühstücksbuffet stärken konnte! So hatte ich ab halb 12 wieder einige Energie für die letzte Einheit, die für mich der Höhepunkt des Lehrgangs war: Wir bildeten drei Gruppen und wurden - wieder von Ristos Schülern - in der Kata Hokkyokuko ("Polarlicht", auf finnisch: Revontulet) unterwiesen. Diese anspruchsvolle Halbfreikampfkata hat mit ihren recht freien Bewegungen und ihren vielen Gleit- und Wechselschritten einen ganz besonderen Reiz! Der Trainer meiner Gruppe, Sven Lorant, hatte mit uns (mit mir) seine liebe Mühe! Zum Glück habe ich die Kata auf einer DVD, die ich wie einen Schatz hüte und mir in den nächsten Wochen noch einmal in Ruhe zu Gemüte führen werde.
Der Lehrgang war also wieder rundum gelungen und machte mir wieder unmissverständlich klar, dass ich leider viel zu weit weg wohne von Frankfurt, dem Zentrum meiner ganz persönlichen kleinen Karate-Erleuchtung! Wie schade, dass ich im Januar wieder nicht an der Risto-Intensiv-Woche teilnehmen kann! Wirklich bedauerlich auch, dass mir so nicht regelmäßig jemand den richtigen Weg zeigen kann und ich wie halb blind den Rist-do entlanglaufe. Aber ich habe das Gefühl, dass es um mich herum langsam etwas heller wird und ich alles etwas klarer sehe. Eventuell geht mir ja eines Tages auch mal ein Licht auf - vielleicht sogar ein "Polarlicht"?
Vor dem Trainingspensum am Samstag hatten die meisten von uns wohl einen gehörigen Respekt: Insgesamt hatten wir an einem Nachmittag drei Trainingseinheiten durchzustehen!
Die erste Einheit startete mit dem Risto-Powerpack! Nach Ristos Ansicht ist es nicht sinnvoll, sich mit Standardgymnastik oder -aufwärmübungen auf das Training vorzubereiten. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich auch mit karatespezifischen Bewegungen aufzuwärmen - die dabei auch noch die Koordination und die Bewegungsabläufe schulen. "Wer zum Aufwärmen den Hampelmann macht, wird selbst zum Hampelmann", so seine Devise. Beweglichkeit im Oberkörper, Drehung der Hüfte mit oder ohne Vorbewegung oder Tsuki - bereits nach einer Viertelstunde klebte mir der Gi am Körper! (Das Powerpack habe ich in einem eigenen Post beschrieben, wer es nachvollziehen möchte, kann dort einzelne Übungen nachlesen: http://andreahaeusler.blogspot.com/2010/09/fit-mit-powerpack.html)
Als nächstes gab es zahlreiche Risto-Basics, bei denen es sich immer wieder lohnt, sich auf neue Aspekte zu stürzen - oder bestimmte Dinge einfach nochmal zu vertiefen. Bei jedem Risto-Training fällt mir doch eine weitere Kleinigkeit auf, die mir bisher wegen der Fülle von Informationen entgangen war! Freute ich mich diesmal besonders darüber, dass mir die geforderten Hüftbewegungen inzwischen etwas besser gelangen, so hatte ich jetzt eine neue Erkenntnis bei einer Mae-Geri-Vorübung: Im Stand hinten anfersen und die Knie aneinander! So, erklärte Risto, sollte man es auch den Anfängern erklären, wenn sie sich im ZK fortbewegen sollten - fügten sie die Knie aneinander, könnten sie nicht "breitbeinig" vorlaufen. Natürlich! Die Mae-Geri-Vorübung wurde aber noch verfeinert: Als nächstes sollten wir den Hüftknochen des Beins, welches gleich den Tritt ausführen soll, nach vorne stoßen - und dann das Bein wieder absetzen. Dies wiederholten wir so oft, dass ich ernsthafte Bedenken hatte, wie ich mit dem Muskelpaket am Hintern nach dem Duschen wieder in meine Jeans kommen sollte! Und in der letzten Konsequenz kam dann, quasi von selbst, noch der Kick an sich - der so fast zur Nebensache geworden war!
Auch "Tsuki-Bunkai" war wieder Bestandteil dieses Trainings: "Tsuki Bunkai ist, wenn man den Tsuki so macht, dass er funktioniert", so der Sensei. Schwerpunkt lag diesmal auf der Bewegung über das Standbein hinweg. Risto konnte ganz einfach erklären, wo bei den meisten von uns der Fehler lag: "In den alten Karatebüchern sieht man die Vorwärtsbewegung im ZK immer auf drei Zeiten, die jeweils mit einem Bild hinterlegt sind. Zeit eins: Stand im ZK mit Tsuki, Zeit zwei: Füße parallel nebeneinander und Zeit drei: ein Schritt vor im ZK und Tsuki mit dem anderen Arm." Was denn als Beschreibung stets unter dem Bild stehen würde, fragte Risto in die Menge. Es kamen ein paar Vorschläge, die Auflösung dann aber von ihm selber: "Bewegung über das Standbein hinaus." Also nicht in der Mitte stoppen. Wir waren bisher also nur zu schwer von Begriff gewesen, die Bilder mit dem Untertitel richtig in Verbindung zu bringen! Natürlich gab es zahlreiche Übungen zu diesem Thema, die ich am Besten noch einmal im eigenen Dojo vertiefen werde....
Die Pause bis zur zweiten Einheit ging mit dem Begrüßen der vielen Karatefreunde und einem kleinen Snack viel zu schnell vorbei!
In der zweiten Einheit hatten wir das Vergnügen, in zwei Gruppen von je einem Weltmeister trainiert zu werden: Risto-Schüler Emanuele Bisceglie brachte uns die Unsu bei und sein Kollege Giovanni Machitella schulte die Braungurte im "Flug der Schwalbe", der Enpi. Emanuele filetierte für uns die Kata in mundgerechte Häppchen, an denen wir zum Teil ganz schön zu kauen hatten! Dann ging es natürlich "aufs Ganze", wobei es uns Emanuele überließ, ob wir den Sprung ganz ausführten, oder nur andeuteten. Danke, dafür ;-)
Puh, das war aber jetzt schon ordentlich trainiert! Und das Mittagstief war wie nix weggeschnupft! Die letzte Einheit begann für uns um 17.00 Uhr, zu einer Zeit, zu der manch anderer Lehrgang bereits zuende ist. Wir verfeinerten jetzt das Kumite á la Risto, der stets den Schwerpunkt auf das Jiju-Ippon-Kumite, also den Halbfreikampf, legt. Dieser Übergang zur freien Bewegung ist laut Risto ungemein wichtig und wird häufig zu wenig und zu unsauber trainiert. Wir übten ganz viel "BElasten und ENTlasten" mit Tai Sabaki und Suri Ashi nach links, nach hinten und nach rechts. Meine Trainingsschwerpunkte werden in den kommenden Wochen das schnelle Zurückziehen des vorderen Fußes sowie "Hüfte hoch beim Block" sein. Gleichzeitig werde ich versuchen, darauf zu achten, dass der Block und das Hikite zusammen mit dem Gleit-Stopp des vorderen Fußes einhergehen.
Der Abend stand dann im Zeichen des Jubiläums. Vom DJKB-Präsidium war leider niemand persönlich erschienen, man hatte aber per Brief gratuliert, der offen vorgelesen wurde: Als Jubiläumsgeschenk gab es für Risto eine Einladung zur Karate-WM 2011 nach Thailand, bei der Emanuele und Giovanni vor den Augen ihres Senseis hoffentlich ihre Titel verteidigen werden! Einige treue Helfer aus Ristos Dojo KD-Ippon (allen voran Sandra und Birgit) hatten ein tolles Buffet gezaubert und außerdem gab es Freibier für alle! Leider mussten wir bereits um 22 Uhr aus der Wintersporthalle hinaus. Ein Teil der Gruppe feierte noch im Dojo weiter. Ich selbst zog mit meinem Vereinskameraden Torsten noch in Sachsenhausen um die Häuser - und fiel erst nach der Geisterstunde wie tot ins Bett!
Gut, dass ich am nächsten Morgen sage und schreibe bis 9 Uhr ausschlafen und mich dann am umfangreichen Hotel-Frühstücksbuffet stärken konnte! So hatte ich ab halb 12 wieder einige Energie für die letzte Einheit, die für mich der Höhepunkt des Lehrgangs war: Wir bildeten drei Gruppen und wurden - wieder von Ristos Schülern - in der Kata Hokkyokuko ("Polarlicht", auf finnisch: Revontulet) unterwiesen. Diese anspruchsvolle Halbfreikampfkata hat mit ihren recht freien Bewegungen und ihren vielen Gleit- und Wechselschritten einen ganz besonderen Reiz! Der Trainer meiner Gruppe, Sven Lorant, hatte mit uns (mit mir) seine liebe Mühe! Zum Glück habe ich die Kata auf einer DVD, die ich wie einen Schatz hüte und mir in den nächsten Wochen noch einmal in Ruhe zu Gemüte führen werde.
Der Lehrgang war also wieder rundum gelungen und machte mir wieder unmissverständlich klar, dass ich leider viel zu weit weg wohne von Frankfurt, dem Zentrum meiner ganz persönlichen kleinen Karate-Erleuchtung! Wie schade, dass ich im Januar wieder nicht an der Risto-Intensiv-Woche teilnehmen kann! Wirklich bedauerlich auch, dass mir so nicht regelmäßig jemand den richtigen Weg zeigen kann und ich wie halb blind den Rist-do entlanglaufe. Aber ich habe das Gefühl, dass es um mich herum langsam etwas heller wird und ich alles etwas klarer sehe. Eventuell geht mir ja eines Tages auch mal ein Licht auf - vielleicht sogar ein "Polarlicht"?
Sonntag, 26. September 2010
Fit mit Powerpack!
"Wer sich mit Hampelmann aufwärmt, wird selbst zum Hampelmann!" So provokativ sagt es Risto Kiiskilä immer wieder. Und er hat Recht! Erstens ist alles, was mit Springen zu tun hat für eine dreifache Mutter wie mich nur suboptimal und außerdem gibt es auch karatespezifische Aufwärmübungen. Ristos "Power-Pack", zum Beispiel! Rund 10 verschiedene Übungen mit drei Sätzen á 20 bis 50 Wiederholungen lassen den Schweiß fließen und die Zeit vergehen.
Es fängt an mit dem Drehen des Oberkörpers nach links und rechts im Stand, die Arme schwingen mit.
Anschließend im ZK stehen (drei Sätze rechts vor und drei Sätze links vor), die Oberarme waagerecht zum Boden, Ellenbogen im rechten Winkel aufgestellt. Jetzt wieder Oberkörper drehen, 20 bis 50 mal pro Satz.
Als nächstes im ZK stehen, etwas kürzer als in der Grundschule und hinteres Knie nicht durchgestreckt. Der Oberschenkel des hinteren Beins soll in der Ausgangsposition nicht nach vorne, sondern nach außen zur Seite zeigen. Durch das Drehen des Oberschenkels nach vorne wird die Hüfte eingedreht (Risto:"Wo liegt die Hüfte? Im Oberschenkel!"). Übung pro Seite 30 bis 50 mal wiederholen, das ganze dreimal.
Nun die Übung ausbauen: Zur Ausgangsposition im ZK mit nicht durchgedrücktem hinteren Bein das Gewicht nach hinten schieben ("Auf das hintere Bein setzten."). Als erstes Gewicht nach vorne schieben, dann die Hüfte (den hinteren Oberschenkel) drehen und Hüfte "schließen", also einen Endpukt finden. Mehr als 20 Wiederholungen mit drei Sätzen pro Seite arten in Arbeit aus. Zu Beginn empfiehlt es sich, die Übung auf drei Zeiten auszüführen (Zeit 1: Gewicht nach vorne, 2: Hüfte schließen, 3: Gewicht wieder zurück), hinterher kann man die Bewegung fließender ausüben.
Letztes "Hüft-Warm-up": Übung um Armeinsatz ergänzen. Ausgangsposition Arme: Kamae, wobei der hintere Arm mit dem Ellenbogen an den Rippen anliegen sollte. Jetzt erst wieder Gewicht nach vorne und die Hüfte schiebt dann den Arm los. 20 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
So, Beine:
Starten wir mit einer Mae-Geri-Vorübung: Im ZK hinteres Knie hoch, und schnell und stark wieder absetzen, Ferse in den Boden stemmen. 30 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
Als nächstes Knie wieder hoch und nur den Unterschenkel schnappen lassen, ohne Knie abzusetzen, 30 Mal pro Seite, drei Sätze.
Mawashi: ZK, Bein seitlich in Mawashi-Aushol-Bewegung hochziehen (Ober- und Unterschenkel seitlich parallel zum Boden) und schnell und stark wieder absetzen, 30 Mal je Seite, 3 Sätze.
Dann noch aus der seitlichen Haltung 30 mal in den Mawashi schnappen, ohne abzusetzen.
Übung kann auch im Kiba-Dachi mit Yoko-Geri ausgeführt werden, der Fuß muss dabei beim Zurückschnappen bis an das Knie des anderen Beins zurück.
Jemand noch nicht warm? ;-)
Es fängt an mit dem Drehen des Oberkörpers nach links und rechts im Stand, die Arme schwingen mit.
Anschließend im ZK stehen (drei Sätze rechts vor und drei Sätze links vor), die Oberarme waagerecht zum Boden, Ellenbogen im rechten Winkel aufgestellt. Jetzt wieder Oberkörper drehen, 20 bis 50 mal pro Satz.
Als nächstes im ZK stehen, etwas kürzer als in der Grundschule und hinteres Knie nicht durchgestreckt. Der Oberschenkel des hinteren Beins soll in der Ausgangsposition nicht nach vorne, sondern nach außen zur Seite zeigen. Durch das Drehen des Oberschenkels nach vorne wird die Hüfte eingedreht (Risto:"Wo liegt die Hüfte? Im Oberschenkel!"). Übung pro Seite 30 bis 50 mal wiederholen, das ganze dreimal.
Nun die Übung ausbauen: Zur Ausgangsposition im ZK mit nicht durchgedrücktem hinteren Bein das Gewicht nach hinten schieben ("Auf das hintere Bein setzten."). Als erstes Gewicht nach vorne schieben, dann die Hüfte (den hinteren Oberschenkel) drehen und Hüfte "schließen", also einen Endpukt finden. Mehr als 20 Wiederholungen mit drei Sätzen pro Seite arten in Arbeit aus. Zu Beginn empfiehlt es sich, die Übung auf drei Zeiten auszüführen (Zeit 1: Gewicht nach vorne, 2: Hüfte schließen, 3: Gewicht wieder zurück), hinterher kann man die Bewegung fließender ausüben.
Letztes "Hüft-Warm-up": Übung um Armeinsatz ergänzen. Ausgangsposition Arme: Kamae, wobei der hintere Arm mit dem Ellenbogen an den Rippen anliegen sollte. Jetzt erst wieder Gewicht nach vorne und die Hüfte schiebt dann den Arm los. 20 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
So, Beine:
Starten wir mit einer Mae-Geri-Vorübung: Im ZK hinteres Knie hoch, und schnell und stark wieder absetzen, Ferse in den Boden stemmen. 30 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
Als nächstes Knie wieder hoch und nur den Unterschenkel schnappen lassen, ohne Knie abzusetzen, 30 Mal pro Seite, drei Sätze.
Mawashi: ZK, Bein seitlich in Mawashi-Aushol-Bewegung hochziehen (Ober- und Unterschenkel seitlich parallel zum Boden) und schnell und stark wieder absetzen, 30 Mal je Seite, 3 Sätze.
Dann noch aus der seitlichen Haltung 30 mal in den Mawashi schnappen, ohne abzusetzen.
Übung kann auch im Kiba-Dachi mit Yoko-Geri ausgeführt werden, der Fuß muss dabei beim Zurückschnappen bis an das Knie des anderen Beins zurück.
Jemand noch nicht warm? ;-)
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