Heute ging es von Hiroshima aus über Himeji nach Kyoto! Wir hatten wie üblich keine Zugkarten reserviert und staunten nicht schlecht über die lange Schlange bei den "Non-Reserved"-Cars! So mussten wir eine Stunde lang im Gang stehen (als ein Sitz frei wurde, konnte ich mich glücklicherweise setzen). In Himeji mussten wir eh umsteigen, nutzten diese Zäsur aber auch für eine kurze Besichtigung der Burg Himeji, die schönste der erhaltenen Burganlagen und auch wohl die einzige, die überhaupt noch im Originalzustand ist. Hier war Sakura in voller Blüte! Unglaublich schön!
Am frühen Nachmittag ging es wieder in den Shinkansen Richtung Kyoto. Dort angekommen durften wir erstmal zu Fuß unsere Klamotten zur Unterkunft schleppen. Leider hatte Torsten nicht so ganz raus, wo wir lang gehen mussten, so dass wir einen ziemlichen Umweg machten! Ich war da echt platt und nur mein eiserner Wille hielt mich davon ab, mich zu beklagen oder eine Pause einzufordern bzw. Transport mit einem Taxi o. ä. Endlich angekommen staunten wir nicht schlecht über die diesmal wirklich traditionell japanische Unterkunft, die an Schlichtheit kaum zu überbieten ist!
Ich hatte seit dem sehr sparsamen Frühstück (etwas Salat und Joghurt) nichts mehr gegessen und freute mich auf eine Kaffeepause, aber Torsten war total heiß auf Sightseeing, so dass wir den ersten Tempel besichtigten. Vor lauter Erschöpfung und Hunger konnte ich das leider gar nicht richtig genießen! Anschließend fuhren wir mit dem Zug zum Bahnhof und gingen in der Stadt sehr lecker essen! Danach war ich dann auch wieder ansprechbar und es ging zu Fuß zurück in die Unterkunft und noch in den hauseigenen Onsen.
Morgen mehr Sightseenig in Kyoto! Und Wäsche waschen :-)
Sonntag, 9. April 2017
Samstag, 8. April 2017
Japan Tag 6
Leckeres Frühstück in dem japanischen Hotel in Oita! Draußen leider Regen! Andre San holt uns gleich ab - er hat uns Training draußen versprochen. Wir sind gespannt...
Es ging in ein anderes Dojo als am Tag zuvor. Diesmal hatten wir Matten-Untergrund. Wir starteten mit etwas Kihon: beim Mawate Fuß kurz umsetzen, dann durch Hüftrotation drehen! Beim Wechsel von KB Gedan Barei in ZK Gyaku Tsuki auch über die Hüftrotation drehen, nicht Fuß umsetzen!
Hierbei Fokus auf Wendungen mit vollem Hüfteinsatz
Anschließend wurden wir nach unserem Favoriten unter den Sentei Kata gefragt - erwartungsgemäß wählte ich Jion und Torsten Enpi. Kein Problem von André, der uns beide parallel ausführen ließ .... und gleichwohl korrigierend eingriff:
Jion:
Anfang: ohne Hüfteinsatz, dann: korrekte Armhaltung beim Kakiwake Uke
Age Uke: kräftigeres Hikite bei der Ausholbewegung (die Ausholbewegung bleibt ohne Kime)
Wechsel vom Manji Uke im KK zum Kage Tsuki im KB: keine Ausholbewegung!
Enpi: vor dem ersten Kiai Fokus auf das rechte Hikite - dann bleibt man stabil und wackelt nicht beim Stand auf einem Bein!
Einige Bahnen Gohon Kumite unter dem Fokus der gestern erlernten Fakten
Dann machten wir noch einige Fotos von unseren "korrekten" Ständen, damit wir die Erinnerung daran mit nach Hause nehmen und daran feilen können.
Anschließend fuhren wir so, wie wir waren in Andrés Außendojo: einen Schrein in der Nähe von Oita! Es war inzwischen am Nieseln, aber das hielt uns nicht ab! Wir mussten zunächst sicher 200 Treppenstufen erklimmen, die manchmal recht rutschig waren! Auch hier übten wir viel und knipsten wie wild in dieser zauberhaften Atmosphäre mit dem Schrein, uralten Bäumen, Schlangen... https://goo.gl/photos/hfJXiCGnRA7c4FCbA
Dann hieß es leider schon Abschied nehmen von André San und Oita! Wir wollten eigentlich in die für ihre heißen Quellen berühmte Nachbarstadt Beppu fahren, bekamen dort aber kein Hotel. Also beschlossen wir kurzer Hand, zurück nach Hiroschima zu fahren, um uns dort auch die Gedenkstätten anzusehen. Obgleich die Stadt heute pulsiert und lebt, als sei nichts gewesen, war für mich die Stimmung schon sehr bedrückend. Torsten und ich diskutierten alles mögliche rund um die Katastrophe am 6.8.1945 und um die Bombe auf Nagasaki. Warum ausgerechnet diese Städte? Warum überhaupt? Hatten die Bombenabwürfe tatsächlich den zweiten Weltkrieg beendet? War der Angriff auf Pearl Harbour vorhersehbar gewesen? Fragen über Fragen....angesichts der Ruine des Atomic-Bomb-Dome möchte man hoffen können, dass Kriege für immer der Vergangenheit angehören - aber leider sehen wir ja aktuell, dass die Menschheit nicht klüger wird!
Trotz aller Schwermut mussten wir jetzt noch etwas essen! Es war schon wieder sehr spät am Abend, viele Restaurante hatten bereits geschlossen. Torsten fiel ein Tipp aus dem Reiseführer ein: Okunomiyaki sollten wir probieren! Wir fanden ein ganzes Haus, in dem in jedem Stockwerk Okinomiyaki angeboten wurde! Ganz spannend! Und seeeeehr lecker!
Es ging in ein anderes Dojo als am Tag zuvor. Diesmal hatten wir Matten-Untergrund. Wir starteten mit etwas Kihon: beim Mawate Fuß kurz umsetzen, dann durch Hüftrotation drehen! Beim Wechsel von KB Gedan Barei in ZK Gyaku Tsuki auch über die Hüftrotation drehen, nicht Fuß umsetzen!
Hierbei Fokus auf Wendungen mit vollem Hüfteinsatz
Anschließend wurden wir nach unserem Favoriten unter den Sentei Kata gefragt - erwartungsgemäß wählte ich Jion und Torsten Enpi. Kein Problem von André, der uns beide parallel ausführen ließ .... und gleichwohl korrigierend eingriff:
Jion:
Anfang: ohne Hüfteinsatz, dann: korrekte Armhaltung beim Kakiwake Uke
Age Uke: kräftigeres Hikite bei der Ausholbewegung (die Ausholbewegung bleibt ohne Kime)
Wechsel vom Manji Uke im KK zum Kage Tsuki im KB: keine Ausholbewegung!
Enpi: vor dem ersten Kiai Fokus auf das rechte Hikite - dann bleibt man stabil und wackelt nicht beim Stand auf einem Bein!
Einige Bahnen Gohon Kumite unter dem Fokus der gestern erlernten Fakten
Dann machten wir noch einige Fotos von unseren "korrekten" Ständen, damit wir die Erinnerung daran mit nach Hause nehmen und daran feilen können.
Anschließend fuhren wir so, wie wir waren in Andrés Außendojo: einen Schrein in der Nähe von Oita! Es war inzwischen am Nieseln, aber das hielt uns nicht ab! Wir mussten zunächst sicher 200 Treppenstufen erklimmen, die manchmal recht rutschig waren! Auch hier übten wir viel und knipsten wie wild in dieser zauberhaften Atmosphäre mit dem Schrein, uralten Bäumen, Schlangen... https://goo.gl/photos/hfJXiCGnRA7c4FCbA
Dann hieß es leider schon Abschied nehmen von André San und Oita! Wir wollten eigentlich in die für ihre heißen Quellen berühmte Nachbarstadt Beppu fahren, bekamen dort aber kein Hotel. Also beschlossen wir kurzer Hand, zurück nach Hiroschima zu fahren, um uns dort auch die Gedenkstätten anzusehen. Obgleich die Stadt heute pulsiert und lebt, als sei nichts gewesen, war für mich die Stimmung schon sehr bedrückend. Torsten und ich diskutierten alles mögliche rund um die Katastrophe am 6.8.1945 und um die Bombe auf Nagasaki. Warum ausgerechnet diese Städte? Warum überhaupt? Hatten die Bombenabwürfe tatsächlich den zweiten Weltkrieg beendet? War der Angriff auf Pearl Harbour vorhersehbar gewesen? Fragen über Fragen....angesichts der Ruine des Atomic-Bomb-Dome möchte man hoffen können, dass Kriege für immer der Vergangenheit angehören - aber leider sehen wir ja aktuell, dass die Menschheit nicht klüger wird!
Trotz aller Schwermut mussten wir jetzt noch etwas essen! Es war schon wieder sehr spät am Abend, viele Restaurante hatten bereits geschlossen. Torsten fiel ein Tipp aus dem Reiseführer ein: Okunomiyaki sollten wir probieren! Wir fanden ein ganzes Haus, in dem in jedem Stockwerk Okinomiyaki angeboten wurde! Ganz spannend! Und seeeeehr lecker!
Japan Tag 5
In aller Herrgottsfrühe aufgebrochen - ohne Kaffee, ohne Frühstück -, um Torsten einen neuen JR-Pass zu besorgen. Hierfür erstmal mit der Bahn nach Osaka, danach weiter nach Shin Osaka, den Shinkansen so grade auf die letzte Minute noch erreichend! Puh, diese Hetze, immer! Und immer noch kein Frühstück, kein Kaffee! Aber ich: ohne zu klagen! So eine Reisegefährtin muss man erstmal finden ;-) Stopp am frühen Mittag in Hiroshima. Leider keine Zeit für die Stadt und die unzähligen Gedenkstätten und Friedensdenkmäler! Wir wollten nach Miyajima, das berühmte Shori Tor und den Itsukushima-Schrein ansehen.Aber bitte ohne das schwere und sperrige Gepäck! Also erstmal ein Schließfach aufsuchen - alle belegt! Uff! Aber ein netter Mann, der wohl zu einem freiwilligen Touristen-Hilfsteam gehörte, versprach uns eine Gelegenheit zur Gepäckaufbewahrung an der anderen Seite des Bahnhofs. Das waren gut 10 Minuten Fußweg - im gestreckten Galopp, denn die Zeit in Hiroshima war leider knapp - am Nachmittag wollten wir ja weiter zu Andre San, von dem wir noch keine Antwort erhalten hatten, ob wir nun kommen sollten, oder besser nicht. Torsten hatte ihm geschrieben, dass wir ja gemeinsam trainieren und wir zwei dann ein Hotel aufsuchen könnten, um niemandem zur Last zu fallen. Auch ohne eine Antwort abzuwarten wollten wir das Risiko, vergebens hinzufahren, in Kauf nehmen und hatten für den Nachmittag daher die Weiterreise nach Kyushu geplant.
Aber noch sind wir mit dem schweren Gepäck im Bahnhof unterwegs .... die Gepäckaufbewahrung kostete umgerechnet 20 Euro, aber das zahlt man gerne, wenn man so viel zu schleppen hat! Danach erstmal (um halb 12!!!) ein kleines Frühstück! Und dann weiter mit der Lokalbahn zur Fähre und rübersetzen zur Insel Miyajima. Draußen eine unglaubliche "Waschküche" - ein wolkenverhangenes Szenario, welches der Insellandschaft eine besondere Atmosphäre gab! Die Insel, die viel mehr hergibt als nur das berühmte Tor und auch abseits des Schreins zahlreiche wunderschöne Flecken entdecken lässt, ist eigentlich an sich schon mindestens einen ganzen Tagesaufenthalt Wert!
Aber noch sind wir mit dem schweren Gepäck im Bahnhof unterwegs .... die Gepäckaufbewahrung kostete umgerechnet 20 Euro, aber das zahlt man gerne, wenn man so viel zu schleppen hat! Danach erstmal (um halb 12!!!) ein kleines Frühstück! Und dann weiter mit der Lokalbahn zur Fähre und rübersetzen zur Insel Miyajima. Draußen eine unglaubliche "Waschküche" - ein wolkenverhangenes Szenario, welches der Insellandschaft eine besondere Atmosphäre gab! Die Insel, die viel mehr hergibt als nur das berühmte Tor und auch abseits des Schreins zahlreiche wunderschöne Flecken entdecken lässt, ist eigentlich an sich schon mindestens einen ganzen Tagesaufenthalt Wert!
Aber irgendwann musste ich Torsten dann mal ermahnen, die Kamera wegzustecken und so löste er sich schweren Herzens von den malerischen Anblicken dieser Traumlandschaft!
Und wieder ging es im gestreckten Galopp weiter zur Fähre, zum Bahnhof, in den Zug. Und inzwischen hatten wir auch Kontakt zu Andre, der uns gerne willkommen hieß und die Idee mit dem Hotel gut fand.
Um 18 Uhr dann Ankunft in Oita und direkt zum Dojo - eine Traum-Halle, so wie man sich halt japanische Dojos vorstellt: glänzender Parkettboden, Japan-Flagge an der Wand, zahlreiche andere Budoka (Kendo, Karate, Judo)! Dort hatten wir eine kleine Wartezeit zu überbrücken, da das Dojo noch nicht frei war und unterhielten uns angeregt mit Andre-San, die ersten Übungen im Flur ausführend.
Gut eine Stunde blieb uns an dem Abend für ein erstes Training. Andre Sensei gab uns Tipps für "Techniken auf den Punkt", besah sich einiges an Kihon und ließ uns dann Kihon Ippon Kumite ausführen. Als ich zunächst - wie gewohnt - mit Tai Sabaki rausging, lächelte Andre Sensei und meinte, damit habe man in Japan schon verloren. Hier würde man nur rückwärts rausgehen. Gesagt, getan und nach Korrektur der Angriffsdistanz erwies sich dies als ziemlich schwierig, wenn es bei allen Angriffen ausgeführt wird. Andre Sensei wies darauf hin, dass man beim Age Uke nicht nur an das nach-hinten-Rausgehen denken soll, sondern vor allem den Schwerpunkt absenken muss. Beim Soto-Uke wies er auf die korrekte Ausführung des Blocks hin, der grade nach vorne gedacht ausgeführt werden soll. Trefferfläche ist nicht die Elle, sondern die Unterseite des Handgelenks (Tekubi Kake Uke). Das werde ich sicher weiter und intensiver üben müssen. Beim Angriff Mae Geri erinnerte ich mich leider nicht sofort wieder daran, was Andre Sensei in Ahrensburg vermittelt hatte: Block mit der Oberseite des Unterarms, quasi vor der Drehung! Dann klappt's auch mit dem Nachbarn :-) Yoko Geri: Block mit Soto Uke. Der Angreifer muss darauf achten, nach dem Block nicht im Kiba Dachi vor dem Abwehrenden zu stehen, sondern im ZK zu bleiben, ansonsten wäre das eine Art Mubobi, da dem Abwehrenden der Rücken zugekehrt sei.
Sehr viel Zeit blieb dann leider nicht mehr, da die Halle geschlossen wurde. Wir ließen uns von Andre San dann noch zu einem japanischen Hotel bringen und genossen anschließend noch zu zweit ein leckeres Essen in einem kleinen Snack-Lokal, das vor der Tür vollmundig eine englische Speisekarte angekündigt hatte, deren Bedienung aber nur mit Händen und Füßen Englisch sprach oder verstand und so das Essen zu einem großen Abenteuer werden ließ :-) Nach intensivem Austausch über den vergangenen Tag machten wir dann gegen halb zwei das Licht aus.
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Donnerstag, 6. April 2017
Japan, Tag 4
Heute früh aufgestanden und im Gi auf die Felsen im See vor dem Hotel, um dort ein paar Fotos zu machen - was für ein glücklicher Zufall, dass wir tatsächlich den Fuji San im Hintergrund hatten! Unfassbar, so ein Glück!
Danach ging es - leicht verspätet - zum Frühstück. Wir hatten uns schon gewundert, warum man zu bestimmten Zeiten frühstücken sollte, also nicht "von 7-10 Uhr", sondern eine genaue Uhrzeit wählen sollte. Jetzt verstanden wir es: Auf dem Tisch war schon alles soweit angerichtet: Mehrere Töpfe mit Deckeln, je auf einem Stövchen, welches eine Dame entzündete. In den Töpfen: Misosuppe, Udon-Nudeln, ein rohes, aufgeschlagenes Ei, das zum Spiegelei wurde, und ein Würstchen. Dazu wurden uns noch Reis und ganz erlesene zusätzliche Kleinigkeiten gereicht, zum Abschluss Obst. Also, das war wieder ganz fantastisch!
Dann zusammenpacken und hoffen, dass uns das Hotel-Shuttle noch zum Bahnhof bringt. So geschah es auch und dort erfuhren wir, dass es an diesem Tag nicht mit dem Zug, sondern mit der Bahn weiterging Richtung Mishima und dann mit dem Shinkansen weiter bis Osaka. Osaka war eigentlich nur als Zwischenstation gedacht, aber wir wurden von neuen Eindrücken quasi erschlagen! Torsten hatte uns erst am Bahnhof Osaka ein Hotel rausgesucht "Familienhotel", na, das kann ja heiter werden! Und das wurde es auch:
Danach ging es - leicht verspätet - zum Frühstück. Wir hatten uns schon gewundert, warum man zu bestimmten Zeiten frühstücken sollte, also nicht "von 7-10 Uhr", sondern eine genaue Uhrzeit wählen sollte. Jetzt verstanden wir es: Auf dem Tisch war schon alles soweit angerichtet: Mehrere Töpfe mit Deckeln, je auf einem Stövchen, welches eine Dame entzündete. In den Töpfen: Misosuppe, Udon-Nudeln, ein rohes, aufgeschlagenes Ei, das zum Spiegelei wurde, und ein Würstchen. Dazu wurden uns noch Reis und ganz erlesene zusätzliche Kleinigkeiten gereicht, zum Abschluss Obst. Also, das war wieder ganz fantastisch!
Dann zusammenpacken und hoffen, dass uns das Hotel-Shuttle noch zum Bahnhof bringt. So geschah es auch und dort erfuhren wir, dass es an diesem Tag nicht mit dem Zug, sondern mit der Bahn weiterging Richtung Mishima und dann mit dem Shinkansen weiter bis Osaka. Osaka war eigentlich nur als Zwischenstation gedacht, aber wir wurden von neuen Eindrücken quasi erschlagen! Torsten hatte uns erst am Bahnhof Osaka ein Hotel rausgesucht "Familienhotel", na, das kann ja heiter werden! Und das wurde es auch:
Trotz der späten Stunde unserer Ankunft fuhren wir noch zur Burg von Osaka und hofften, dass sie nachts wenigstens beleuchtet war. Wir hatten schon im Reiseführer gelesen, dass die Burg nur bis 17 Uhr besichtigt werden kann (also, von innen), aber dass der Park rund um die Burg immer frei zugänglich sei. Also, dann los!
Die Metro zur Burg war sogar im japanischen Inter-Rail-Pass enthalten, den Torsten und ich uns zugelegt hatten! Am Ausstieg war dann zunächst von einer Burg nichts zu sehen - dafür aber von vielen Menschen, die Sakura feierten, das Kirschblütenfest. Dann aber sahen wir - erst nur von weitem und zaghaft, dann in voller Pracht:
Die Burg von Osaka! Ein Wahnsinnsbau! Einfach gigantisch! Und wunder-wunderschön!
Wir gingen einmal bis zur Burg hinauf und drumherum und als wir uns noch einmal auf dem Rückweg umdrehten, war die Beleuchtung aus! Da hatten wir wieder einmal riesengroßes Glück gehabt! :-) Nach einem sehr leckeren Essen fuhren wir dann ins Hotel zurück.
Morgen geht es weiter nach Hiroshima und dann nach Oita zu André Bertel. Leider hat uns dieser grade mitgeteilt, dass seine Tochter krank ist. Wir wären trotzdem willkommen, er wollte uns das nur wissen lassen. Habe zu Torsten gesagt, dass das wohl durch die Blume eine Absage ist, aber ich glaube, Torsten wäre sehr traurig, wenn wir nicht hinfahren könnten. Darum sind wir mit André so verblieben, dass wir uns morgen nochmal melden und dann entscheiden, was zu tun ist.
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Japan Tag 3
Was für eine Hetze! Nach dem Frühstück mussten wir in der klösterlichen Enge unseres Zimmers erstmal wieder unsere Klamotten sortieren und einpacken! Warum verändert sich eigentlich der Aggregatzustand von Wäsche und sonstigem Reisegepäck schon nach zwei Tagen so erheblich????
Nach dem Auschecken zur Akusabashi Station und mit der Metro zum Bahnhof Tokio. Dort mussten wir unseren Voucher für das JR-Ticket umtauschen. Im JR-Ticket-Office habe ich sicher eine halbe Stunde angestanden, bis ich erfuhr, dass man dort nicht zuständig sei. Ich müsse raus, links rum und die Treppe hoch. Torsten kam mit und wir merkten bald, dass wir unter der Wegbeschreibung etwas anderes erwartet hatten, als kilometerweit durch den riesigen Bahnhof zu laufen! Dann aber fanden wir die richtige Stelle. Ich hinein und mir von einem Officer helfen lassen. Ich fragte dann noch nach der schnellsten Verbindung nach Kawaguchiko (Mt Fuji) und hörte, dass der Zug bereits in 6 Minuten abfahren sollte! Und wir mit unserem schweren Gepäck und durch den großen Bahnhof! Auf die Minute fanden wir dann aber das Gleis und hopsten durch die sich schon schließenden Türe. Puh! Nach 15 Minuten wieder raus - ausgerechnet am weltgrößten Bahnhof (hinsichtlich der Zahl der Fahrgäste) Shinjuku nur wenige Minuten zum Wechsel auf ein anderes Gleis und wieder Glück gehabt, denn zwei Sekunden später....Jetzt ging es gemütlich durch japanische Landschaften, die irgendwie einen ärmlichen, um nicht zu sagen verwahrlosten Eindruck machten! Am Bahnhof Otsuki stiegen wir um in einen kleinen Bimmelzug mit historischem Flair. Obgleich uns Express-Karten verkauft worden waren, bummelte das kleine Ding gemütlich durch die Gegend. Nicht schlimm, denn so konnten wir kurz vor dem ziel bereits den Fuji mit seiner klassischen Wolkenkrone sehen! In Kawaguchiko gab es dann erstmal eine kleine Panik, da Torsten ein Hotel reserviert hatte, aber keine Reservierungsbestätigung von Booking Com erhalten hatte. Er wusste den Namen des Hotels nicht, nur in etwa, wo es liegen sollte - knapp 2 km vom Bahnhof entfernt - also weiter traben mit unseren schweren Rucksäcken! Aber es gab eigentlich nichts zu klagen, denn bei jedem Blick über die Schulter sah der Fuji San majestätischer aus! Inzwischen waren sogar die Wolken verschwunden, so dass wir ihn in voller Pracht sehen konnten! Wahnsinn!
Am Hotel angekommen staunte ich nicht schlecht! Da hatte Torsten aber eine feudale Bleibe ausgesucht! Am Eingang mit dem frisch geharkten Kies wurde uns erstmal das Gepäck abgenommen und ein Jasmintee gereicht. Leider stellte sich heraus, dass wir hier gar nicht vorgesehen waren, will sagen, dass Torsten hier gar nichts reserviert hatte! Schnell konnte festgestellt werden, welches Hotel das richtige ist und wir wurden dann sogar mit dem Hotel-Shuttle abgeholt! Das andere Hotel war allerdings nicht minder schön - vielleicht sogar schöner! Jedenfalls, was unser Zimmer anging: Torsten hatte ein Zimmer im japanischen Stil ausgesucht mit Futon-Betten, Tatami-Fußboden, den klassischen Schiebetüren, es passte einfach alles! Zu unserer großen Freude hatte das Hotel sogar ein eigenes Onsen, ein heißes Bad mit Sauna, nach Geschlechtern getrennt und sehr, sehr japanisch! Wir blieben nach dem Abendessen, welches wir "leider" in Heidis Flowergarden (echt!) um die Ecke einnehmen mussten, da wir bei uns nicht vorreserviert haten, dann auch jeder eine Stunde in seinem Onsen-Bereich, bis wir aufgewärmt und total schrumpelig aufs Zimmer gingen. Das Essen bei Heidi war übrigens sehr lecker: Wir hatten Lachs bestellt mit gegrilltem und eingelegtem Gemüse! Herrlich!
Morgen wird es wieder spannend, da wir eigentlich nach Hiroshima wollen - aber feststellten, dass wir wohl erst zurück Richtung oder sogar ganz bis nach Tokio müssen :-( Mal schauen, vielleicht gibt es noch eine Alternative.
Nach dem Auschecken zur Akusabashi Station und mit der Metro zum Bahnhof Tokio. Dort mussten wir unseren Voucher für das JR-Ticket umtauschen. Im JR-Ticket-Office habe ich sicher eine halbe Stunde angestanden, bis ich erfuhr, dass man dort nicht zuständig sei. Ich müsse raus, links rum und die Treppe hoch. Torsten kam mit und wir merkten bald, dass wir unter der Wegbeschreibung etwas anderes erwartet hatten, als kilometerweit durch den riesigen Bahnhof zu laufen! Dann aber fanden wir die richtige Stelle. Ich hinein und mir von einem Officer helfen lassen. Ich fragte dann noch nach der schnellsten Verbindung nach Kawaguchiko (Mt Fuji) und hörte, dass der Zug bereits in 6 Minuten abfahren sollte! Und wir mit unserem schweren Gepäck und durch den großen Bahnhof! Auf die Minute fanden wir dann aber das Gleis und hopsten durch die sich schon schließenden Türe. Puh! Nach 15 Minuten wieder raus - ausgerechnet am weltgrößten Bahnhof (hinsichtlich der Zahl der Fahrgäste) Shinjuku nur wenige Minuten zum Wechsel auf ein anderes Gleis und wieder Glück gehabt, denn zwei Sekunden später....Jetzt ging es gemütlich durch japanische Landschaften, die irgendwie einen ärmlichen, um nicht zu sagen verwahrlosten Eindruck machten! Am Bahnhof Otsuki stiegen wir um in einen kleinen Bimmelzug mit historischem Flair. Obgleich uns Express-Karten verkauft worden waren, bummelte das kleine Ding gemütlich durch die Gegend. Nicht schlimm, denn so konnten wir kurz vor dem ziel bereits den Fuji mit seiner klassischen Wolkenkrone sehen! In Kawaguchiko gab es dann erstmal eine kleine Panik, da Torsten ein Hotel reserviert hatte, aber keine Reservierungsbestätigung von Booking Com erhalten hatte. Er wusste den Namen des Hotels nicht, nur in etwa, wo es liegen sollte - knapp 2 km vom Bahnhof entfernt - also weiter traben mit unseren schweren Rucksäcken! Aber es gab eigentlich nichts zu klagen, denn bei jedem Blick über die Schulter sah der Fuji San majestätischer aus! Inzwischen waren sogar die Wolken verschwunden, so dass wir ihn in voller Pracht sehen konnten! Wahnsinn!
Am Hotel angekommen staunte ich nicht schlecht! Da hatte Torsten aber eine feudale Bleibe ausgesucht! Am Eingang mit dem frisch geharkten Kies wurde uns erstmal das Gepäck abgenommen und ein Jasmintee gereicht. Leider stellte sich heraus, dass wir hier gar nicht vorgesehen waren, will sagen, dass Torsten hier gar nichts reserviert hatte! Schnell konnte festgestellt werden, welches Hotel das richtige ist und wir wurden dann sogar mit dem Hotel-Shuttle abgeholt! Das andere Hotel war allerdings nicht minder schön - vielleicht sogar schöner! Jedenfalls, was unser Zimmer anging: Torsten hatte ein Zimmer im japanischen Stil ausgesucht mit Futon-Betten, Tatami-Fußboden, den klassischen Schiebetüren, es passte einfach alles! Zu unserer großen Freude hatte das Hotel sogar ein eigenes Onsen, ein heißes Bad mit Sauna, nach Geschlechtern getrennt und sehr, sehr japanisch! Wir blieben nach dem Abendessen, welches wir "leider" in Heidis Flowergarden (echt!) um die Ecke einnehmen mussten, da wir bei uns nicht vorreserviert haten, dann auch jeder eine Stunde in seinem Onsen-Bereich, bis wir aufgewärmt und total schrumpelig aufs Zimmer gingen. Das Essen bei Heidi war übrigens sehr lecker: Wir hatten Lachs bestellt mit gegrilltem und eingelegtem Gemüse! Herrlich!
Morgen wird es wieder spannend, da wir eigentlich nach Hiroshima wollen - aber feststellten, dass wir wohl erst zurück Richtung oder sogar ganz bis nach Tokio müssen :-( Mal schauen, vielleicht gibt es noch eine Alternative.
Dienstag, 4. April 2017
Japan 2017 Tag 1 und 2
Hinflug über Frankfurt - 10 h Flug ohne Schlaf!
Metro zum Hotel ohne Probleme, nur nicht gewusst, dass man das Ticket auch beim Auschecken aus der Metro braucht. 1. Mal dort aufgefallen an diesem Tag...
Hotel gut fußläufig erreichbar - erstmal den Mann angerufen und gar nicht dran gedacht, dass da ja erst früher Morgen ist (naja....halb acht, also soll er sich mal nicht so anstllen ;-) )
Noch zu früh zum Einchecken, daher bisschen rumgelaufen, erste Erkundungen, erster Kaffee ....
Zimmer super klein! Kleiner noch als die Zelle im Kloster! Bad sehr witzig mit Bidet-Toilette, wie wir sie aus dem Reiseführer kannten! Alles erstmal ausprobiert ;-)
Nach ganz kurzer Pause und "Einrichten" in dem kleinen Zimmerchen mit der Metro von Asakusabashi nach Asakusa - wohl falsches Ticket gezogen? Beim Auschecken aus der Metro aufgefallen und 10 Yen nachzahlen müssen ;-) Nur ich - Torsten hatte Glück gehabt! Zweites Mal aufgefallen beim Metrofahren!
Wunderschönes Asakusa! Schöne Tempelanlage (ältester Buddhistischer Tempel Japans!?) Senso-ji. Viele Geschäfte, Restaurants, lecker zu Abend gegessen und zeitig im Hotel.
Früh zu Bett gegangen aber wiederholt durch Handyklingeln geweckt worden, denn in Deutschland ist ja erst früher Abend! Erst ignoriert - Urlaub ist Urlaub und zudem war es mitten in der Nacht - aber dann doch dran gegangen. Nix Wichtiges.....Handy auf stumm geschaltet.
Gute Nacht gehabt. Um 07.00 zum Hotelfrühstück. Keine Ahnung, was ich da bestellt habe! Lecker wars, irgendeine Suppe (Kürbis?), viel Kaffee, Säfte, Toast zum Selbertoasten, Rührei.
Jetzt gleich gehts zu Hirota. Heute Abend Verabredung mit Petra Karlova und Training bei Naka Sensei.
Hirota war ein lustiger kleiner Laden - wenn man nicht wüsste, dass eigentlich in einer großen Fabrik hergestellt wird, könnte man meinen, dort würde noch in Handarbeit gefertigt :-) Das waren dann aber wohl nur Feinarbeiten wie Stickereien oder so. Unsere Gis waren leider noch nicht da, werden angeblich dann zum JKA Gasshuku gebracht.
Weiter gings nach Shibuya - natürlich auf die Riesenkreuzung und mit etwas Faxen-Machen :-) Dann wieder in die Metro und zum Kaiserpalast, den wir sicher zwei Stunden erst westwärts und dann gegen Osten umrundeten, im Osten sogar in den kostenfreien Ost-Garten gingen auf die alte Samurai-Anlage und durch die schönen Grünanlagen! Toll!
Jetzt aber schnell zum Hotel, denn am Abend erwartete uns ja Training bei Naka Sensei!
Wir trafen wie verabredet Petra Karlova am Ausgang einer Metro-Station. Petra hatte angeboten, uns mit zum Training zu Naka Sensei zu nehmen. Was für ein Zufall, dass heute auch Schlatt Sensei mit einer Gruppe - darunter auch mein Karate-Freund Thomas Feig - im Dojo war! Außer uns Deutschen war da noch eine Gruppe Franzosen, einige Portugiesen und einige einzelne Karateka aus weiteren Nationen im Dojo. Kein Wunder, dass es richtig voll war! Vor uns war eine Kindergruppe dran und wir bekamen noch das äußerst respektvolle und formvollendete Abgrüßen mit!
Naka Sensei startete mit interessanten Aufwärmübungen mit einem Gummiband. Erst danach grüßten wir an. Dann gab es einige Kihon-Sequenzen und schließlich die Kata Heian Nidan. Im Folgenden wurde die Gruppe dreigeteilt und die jeweiligen Gruppen übten Heian Yondan, Bassai Dai und Sochin. Der Sensei hatte viele Details für uns im Gepäck, die uns gut forderten. Wieder einmal wurden wir auf die drei Körperachsen hingewiesen und darauf, uns im Prinzip immer grade in die Stoß- bzw. Trittrichtung zu bewegen - nicht zu rotieren. Dass unser Körper nicht nur aus Muskeln, sondern auch aus Knochen besteht, sollten wir nutzen, um schneller zu werden. Die Schwerkraft auszunutzen übten wir unter anderen in der Heian Nidan bei der Vorwärtsbewegung im KK um 45 Grad. Viel für den Kopf, wie immer, aber konditionell war das Training nicht so anstrengend, was der großen Gruppenstärke geschuldet war. Ich freue mich schon sehr auf alle weiteren Trainings - bei Naka Sensei im Rahmen des JKA-Gasshuku nächste Woche - aber vorher auch noch auf die Trainings bei André Bertel Sensei, bei einem Sensei in Osaka, den Torsten ausfindig machte und mal sehen, was uns sonst noch so alles an Karate begegnet. Es wird mit Sichierheit eine trainingsreiche und auch kulturell interessante Zeit!
Metro zum Hotel ohne Probleme, nur nicht gewusst, dass man das Ticket auch beim Auschecken aus der Metro braucht. 1. Mal dort aufgefallen an diesem Tag...
Hotel gut fußläufig erreichbar - erstmal den Mann angerufen und gar nicht dran gedacht, dass da ja erst früher Morgen ist (naja....halb acht, also soll er sich mal nicht so anstllen ;-) )
Noch zu früh zum Einchecken, daher bisschen rumgelaufen, erste Erkundungen, erster Kaffee ....
Zimmer super klein! Kleiner noch als die Zelle im Kloster! Bad sehr witzig mit Bidet-Toilette, wie wir sie aus dem Reiseführer kannten! Alles erstmal ausprobiert ;-)
Nach ganz kurzer Pause und "Einrichten" in dem kleinen Zimmerchen mit der Metro von Asakusabashi nach Asakusa - wohl falsches Ticket gezogen? Beim Auschecken aus der Metro aufgefallen und 10 Yen nachzahlen müssen ;-) Nur ich - Torsten hatte Glück gehabt! Zweites Mal aufgefallen beim Metrofahren!
Wunderschönes Asakusa! Schöne Tempelanlage (ältester Buddhistischer Tempel Japans!?) Senso-ji. Viele Geschäfte, Restaurants, lecker zu Abend gegessen und zeitig im Hotel.
Früh zu Bett gegangen aber wiederholt durch Handyklingeln geweckt worden, denn in Deutschland ist ja erst früher Abend! Erst ignoriert - Urlaub ist Urlaub und zudem war es mitten in der Nacht - aber dann doch dran gegangen. Nix Wichtiges.....Handy auf stumm geschaltet.
Gute Nacht gehabt. Um 07.00 zum Hotelfrühstück. Keine Ahnung, was ich da bestellt habe! Lecker wars, irgendeine Suppe (Kürbis?), viel Kaffee, Säfte, Toast zum Selbertoasten, Rührei.
Jetzt gleich gehts zu Hirota. Heute Abend Verabredung mit Petra Karlova und Training bei Naka Sensei.
Hirota war ein lustiger kleiner Laden - wenn man nicht wüsste, dass eigentlich in einer großen Fabrik hergestellt wird, könnte man meinen, dort würde noch in Handarbeit gefertigt :-) Das waren dann aber wohl nur Feinarbeiten wie Stickereien oder so. Unsere Gis waren leider noch nicht da, werden angeblich dann zum JKA Gasshuku gebracht.
Weiter gings nach Shibuya - natürlich auf die Riesenkreuzung und mit etwas Faxen-Machen :-) Dann wieder in die Metro und zum Kaiserpalast, den wir sicher zwei Stunden erst westwärts und dann gegen Osten umrundeten, im Osten sogar in den kostenfreien Ost-Garten gingen auf die alte Samurai-Anlage und durch die schönen Grünanlagen! Toll!
Jetzt aber schnell zum Hotel, denn am Abend erwartete uns ja Training bei Naka Sensei!
Wir trafen wie verabredet Petra Karlova am Ausgang einer Metro-Station. Petra hatte angeboten, uns mit zum Training zu Naka Sensei zu nehmen. Was für ein Zufall, dass heute auch Schlatt Sensei mit einer Gruppe - darunter auch mein Karate-Freund Thomas Feig - im Dojo war! Außer uns Deutschen war da noch eine Gruppe Franzosen, einige Portugiesen und einige einzelne Karateka aus weiteren Nationen im Dojo. Kein Wunder, dass es richtig voll war! Vor uns war eine Kindergruppe dran und wir bekamen noch das äußerst respektvolle und formvollendete Abgrüßen mit!
Naka Sensei startete mit interessanten Aufwärmübungen mit einem Gummiband. Erst danach grüßten wir an. Dann gab es einige Kihon-Sequenzen und schließlich die Kata Heian Nidan. Im Folgenden wurde die Gruppe dreigeteilt und die jeweiligen Gruppen übten Heian Yondan, Bassai Dai und Sochin. Der Sensei hatte viele Details für uns im Gepäck, die uns gut forderten. Wieder einmal wurden wir auf die drei Körperachsen hingewiesen und darauf, uns im Prinzip immer grade in die Stoß- bzw. Trittrichtung zu bewegen - nicht zu rotieren. Dass unser Körper nicht nur aus Muskeln, sondern auch aus Knochen besteht, sollten wir nutzen, um schneller zu werden. Die Schwerkraft auszunutzen übten wir unter anderen in der Heian Nidan bei der Vorwärtsbewegung im KK um 45 Grad. Viel für den Kopf, wie immer, aber konditionell war das Training nicht so anstrengend, was der großen Gruppenstärke geschuldet war. Ich freue mich schon sehr auf alle weiteren Trainings - bei Naka Sensei im Rahmen des JKA-Gasshuku nächste Woche - aber vorher auch noch auf die Trainings bei André Bertel Sensei, bei einem Sensei in Osaka, den Torsten ausfindig machte und mal sehen, was uns sonst noch so alles an Karate begegnet. Es wird mit Sichierheit eine trainingsreiche und auch kulturell interessante Zeit!
Montag, 20. März 2017
Street Combatives II - eine Technik für 100 Situationen
Am 18.03.2017 war zum zweiten Mal Carsten Zimmermann mit seinem Konzept Street Combatives bei uns im Fuji San zu Gast. Der Zulauf war in diesem Jahr noch stärker als beim letzten Mal: 40 Anmeldungen ließen ahnen, dass die Luft in der Halle schnell verbraucht sein würde :-)
Wie im Vorjahr gab es auch diesmal wieder eine ausführliche theoretische Einführung per Videopräsentation: Fazit für mich waren die Schlagsätze "Arschlöcher sind niemals allein." und "Arschlöcher sind niemals unbewaffnet." Einige Teilnehmer wünschten sich auch Tipps um Umgang mit Messerangriffen, aber Carsten stellte gleich klar, dass dies nicht in einem eintägigen Workshop zu leisten sei. Vielleicht wird er später einmal einen entsprechenden Workshop bei uns leiten.
Thema des diesjährigen Ausflugs in die stiloffene Selbstverteidigung war der Clinch, also auf gut Deutsch gesagt: "zünftiges Ringen und Raufen" unter Anleitung.
Auch bei der Abwehr im Clinch sollte man sich immer bereits im Vorfeld sicher sein, wo die eigene "Rote Linie" ist - also der Punkt, an dem ich mich wirklich körperlich verteidigen möchte und kann. Was bin ich bereit, in Kauf zu nehmen, wenn ein Ernstfall eintritt? Man sollte sich das unbedingt schon zu Hause überlegen und Situationen im Vorfeld im Kopf oder auch im Training durchspielen. Der erste eigentliche Kampf ist der Kampf gegen sich selbst: "Kann ich einem anderen Verletzungen zufügen?" und schließlich gibt es noch den Kampf gegen den Aggressor: "Kann ich mich unter Stress verteidigen? Hab ich das geübt?"
Auch kampfbasierte Systeme wie Krav Maga oder Street Combatives legen viel Wert auf Deeskalation im Vorfeld. Hier verwies Carsten freundlicher Weise auf mich und auf unseren Coach Ralf Bongartz. Hier ist möglichst noch eine NVP (non-violent position) einzunehmen, man kann versuchen, beschwichtigend mit geöffneten Handflächen "italienisch" zu gestikulieren, ähnlich wie der Melitta-Mann in der Werbung ("Isch 'abe gar kein Auto.").
Ein sicheres Auftreten kann potenzielle Angreifer abschrecken und umgekehrt kann eine unsichere Körperhaltung auch zu einem Angriff "einladen":"Beuteverhalten provoziert Jägeraktivitäten", so Carsten.
Im Vorfeld ist es wichtig, aufmerksam zu sein: Man hört Geschrei und stellt sich auf Ärger ein. Man sieht einen Tummult oder auffälliges Verhalten beim Gegenüber und stellt sich auf Aggressivität ein. Dieses Verhalten kann sich in folgenden Aktionen zeigen: Die Hände des Gegenübers gehen hoch, ggf. an seinen eigenen Kopf; das Gegenüber beginnt, die Jacke oder das Hemd auszuziehen; "taktisches Positionieren"; verdeckte Kommunikation durch Nicken oder Heranwinken eines Komplizen; kurzsilbige Kommunikation; "Brüsten"; sichtbare Schlagadern; erhöhte Atemfrequenz; provokativer "Fingerzeig" (Hand ist oben); Taktile Reize sollten sofort Gegenwehr auslösen! Auch der Geschmack kann eine Rolle spielen: KO-Tropfen lassen Getränke leicht seifig schmecken.
Carsten ging kurz auf den Unterschied zwischen Kampfkünsten und dem System Streeet Combatives (SC) ein: "Bei Kampfkünsten gibt es 100 verschiedene Lösungen für einen Angriff und beim SC 1 Lösung für 100 verschiedene Angriffe." Gleichwohl ließ er auch Kampfkünste und andere Systeme in ihrer Bedeutsamkeit bestehen, stellte SC nicht generell über sie, sondern führte aus, dass alles seine Bewandtnis habe, für ihn allerdings derzeit SC am überzeugendsten sei.
Was ist das Ziel des Systems Street Combatives? "Auf den Beinen und bei Bewusstsein bleiben!" Unter Stress kann man feinmotorische Abläufe häufig nicht mehr abrufen - daher ist es wichtig, möglichst einfache Strategien zu kennen.
Auch das Thema Notwehr wurde beleuchtet, unter dem John-Wayne-Aspekt: "Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen." "Es ist besser, von 12 gerichtet zu werden, als von 6 getragen." (Besser sich vor Gericht verantworten müssen, als nicht mehr zu leben (6 tragen den Sarg).
Zum Warmup gab es den Spartakus-Workout, mit dem man innerhalb kürzester Zeit superschnell warm wird: 1 Min laufen auf der Stelle, 15 Sek Pause, 1 Min Liegestütze, 15 Sek Pause, 1 Min Plank, 15 Sek Pause, 1 Min Situps, Pause, 1 Min Hampelmann, Pause.
Im praktischen Teil starteten wir wie beim letzten Mal mit dem "Helmet" - der Schutzhaltung für den Kopf: linken Ellenbogen eng seitlich an den Kopf pressen und den rechten Arm wie ein Bügel über die Stirn legen, bis die rechte Hand das linke Handgelenk umfassen kann. Das rechte Auge ist möglicherweise jetzt verdeckt, was aber keine Rolle spielt. Bei der Einnahme der Schutzhaltung verkürzen wir die Distanz, indem wir einen Schritt auf den anderen zu mahcne. Wir übten intensiv, diese Schutzhaltung intuitiv einzunehmen.
Dann übten wir, verschiedene "Werkzeuge" zu bedienen, denn: "Wir reden nicht vom Nahkampf, wir reden von Werkzeugen."
Start war mit der Hammerfaust: Einer hielt eine Pratze waagerecht, der andere schlug drauf - unter Einsatz des ganzen Körpers. Dies wurde hinterher durch den Einsatz von kurzen Therabändern in verschiedenen Stärken geübt. Die Körperhaltung sollte am Ende so sein, dass die Nase über dem Zeh steht (nose over toe). Beim Ausholen ist der rechte Arm rechts seitlich vom Kopf, die Hand ist geöffnet und der Ellenbogen ist der höchste Punkt. Dann geht der Ellenbogen an der Handvorbei und letztlich schlägt die Faust auf das Kissen.
Die Hammerfaust übten wir auch seitlich (an Tennisrückhand denken) - wie Tetsui im Karate.
Schließlich übten wir die frontale Hammerfaust dann noch zu dritt, wobei einer den anderen von hinten um die Taille fasste und nach hinten zog. Der Schlagende musste dann gegen den Widerstand angehen.
Als nächstes kam der Handballenschlag - man sollte dabei an die Technik des Kugelstoßens denken. Auch hier galt nose over toe und man sollte sich mit dem Oberkörper weit nach vorne legen beim Schlagen.
Beim Handballenschlag gab es dann die Übung "two dogs and one bone" - einer hielt die Pratze senkrecht neben seinem Kopf (wie bei der vorangegangenen Partnerübung auch) und die anderen versuchten beide, Schläge darauf zu platzieren - was nicht einfach war, denn sie sollten sich gegenseitig auch daran hindern.
Nach einer Pause ging es dann endlich in den Clinch:
- Einer schlägt Hakenschläge gegen den Kopf des anderen, dieser versucht, mit dem "Helmet" zunächst, seinen Kopf zu schützen und die Distanz zu verkürzen.
- Wenn eine Lücke da ist, versucht der Abwehrende, mit der rechten Hand in den Nacken des Angreifers zu schlagen und anschließend mit der anderen Hand auf die Hand, die sich schon im Nacken befindet - der Angreifer hat hier schon zwei recht harte Schläge am Kopf abbekommen.
- Jetzt zieht der Abwehrende, den Kopf des Angreifers mit einem Ruck an die eigene Brust.
- Da der Angreifer weiter schlagen wird, sollte der Abwehrende jetzt versuchen, den rechten Arm (die meisten sind Rechtshänder) zu fassen und zu blockieren: Griff mit der linken Hand an die Schulter, am Bizeps entlanggrutschen und bis zum Handgelenk gehen, den eigenen Arm hart strecken, so das die harte Knochenstruktur den Arm des Angreifers blockiert.
- Nun wurde es kniffelig: Ziel war es, dass sich der Abwehrende hinter dem Angreifer befinden soll, damit er den Angreifer voll kontrollieren kann. Hierzu muss der Abwehrende versuchen, sich unter dem gestreckten Arm her nach hinten zu bewgen - Ausfallschritt nach links, Kniebeuge mit gradem Oberkörper und unter dem Arm her, bis dieser gestreckt hinten auf den Schultern des Angreifers liegt.
Jetzt noch selber umdrehen und den Opponenten von hinten fixieren.
- Alternativ kann man auch zur anderen Seite abtauchen.
- Als Variante übten wir, den Schlagarm vor unserem Körper zu fixieren und den Angreifer umzudrehen (ging nur, wenn wir uns selber auch mitbewegten). Als Vorübung nahmen wir eine Übung, die ähnlich der ist, die wir als Startübung für Befreiungstechniken immer mit in unserem Programm haben: Arm des anderen liegt locker auf unserer Schulter - eher belästigend, als angreifend. Wir greifen den Arm des Angreifers, führen ihn diagonal zu unserer "Hosentasche", fassen mit dem andren Arm an den Bizeps des anderen und drehen ihn um.
Zum Abschluss wurden schützende Kopfbedeckungen / Helme ausgeteilt. Wir stellten uns in eine Runde und zu zweit wurde im Kreis ausprobiert und demonstriert, ob die Techniken im Sparring funktionieren. Das war schon ein recht hoher Stressfaktor, hat aber allen tierisch viel Spaß gemacht! Beinahe alle wollten es einmal ausprobieren, wie es ist unter Stess zu reagieren und so waren wir alle am Ende Adrenalin-gesättigt und schachmatt!
Das Feedback auf diesen Workshop war wieder ausschließlich positiv! Viele Elemente werde ich in meine Kurse einfließen lassen, da ja alle Techniken auch im Karate zu finden sind - und durch Übungen wie "two dogs and one bone" kann man jede Trainingsstunde spannender gestalten und auflockern! Ich freue mich schon auf weitere Impulse aus der feien SV-Welt und finde Systeme wie Street Combatives sehr wichtig für die optimale Ergänzung unserer Kampfkunst zu einem effektiven Eigenschutz-Konzept.
Wie im Vorjahr gab es auch diesmal wieder eine ausführliche theoretische Einführung per Videopräsentation: Fazit für mich waren die Schlagsätze "Arschlöcher sind niemals allein." und "Arschlöcher sind niemals unbewaffnet." Einige Teilnehmer wünschten sich auch Tipps um Umgang mit Messerangriffen, aber Carsten stellte gleich klar, dass dies nicht in einem eintägigen Workshop zu leisten sei. Vielleicht wird er später einmal einen entsprechenden Workshop bei uns leiten.
Thema des diesjährigen Ausflugs in die stiloffene Selbstverteidigung war der Clinch, also auf gut Deutsch gesagt: "zünftiges Ringen und Raufen" unter Anleitung.
Auch bei der Abwehr im Clinch sollte man sich immer bereits im Vorfeld sicher sein, wo die eigene "Rote Linie" ist - also der Punkt, an dem ich mich wirklich körperlich verteidigen möchte und kann. Was bin ich bereit, in Kauf zu nehmen, wenn ein Ernstfall eintritt? Man sollte sich das unbedingt schon zu Hause überlegen und Situationen im Vorfeld im Kopf oder auch im Training durchspielen. Der erste eigentliche Kampf ist der Kampf gegen sich selbst: "Kann ich einem anderen Verletzungen zufügen?" und schließlich gibt es noch den Kampf gegen den Aggressor: "Kann ich mich unter Stress verteidigen? Hab ich das geübt?"
Auch kampfbasierte Systeme wie Krav Maga oder Street Combatives legen viel Wert auf Deeskalation im Vorfeld. Hier verwies Carsten freundlicher Weise auf mich und auf unseren Coach Ralf Bongartz. Hier ist möglichst noch eine NVP (non-violent position) einzunehmen, man kann versuchen, beschwichtigend mit geöffneten Handflächen "italienisch" zu gestikulieren, ähnlich wie der Melitta-Mann in der Werbung ("Isch 'abe gar kein Auto.").
Ein sicheres Auftreten kann potenzielle Angreifer abschrecken und umgekehrt kann eine unsichere Körperhaltung auch zu einem Angriff "einladen":"Beuteverhalten provoziert Jägeraktivitäten", so Carsten.
Im Vorfeld ist es wichtig, aufmerksam zu sein: Man hört Geschrei und stellt sich auf Ärger ein. Man sieht einen Tummult oder auffälliges Verhalten beim Gegenüber und stellt sich auf Aggressivität ein. Dieses Verhalten kann sich in folgenden Aktionen zeigen: Die Hände des Gegenübers gehen hoch, ggf. an seinen eigenen Kopf; das Gegenüber beginnt, die Jacke oder das Hemd auszuziehen; "taktisches Positionieren"; verdeckte Kommunikation durch Nicken oder Heranwinken eines Komplizen; kurzsilbige Kommunikation; "Brüsten"; sichtbare Schlagadern; erhöhte Atemfrequenz; provokativer "Fingerzeig" (Hand ist oben); Taktile Reize sollten sofort Gegenwehr auslösen! Auch der Geschmack kann eine Rolle spielen: KO-Tropfen lassen Getränke leicht seifig schmecken.
Carsten ging kurz auf den Unterschied zwischen Kampfkünsten und dem System Streeet Combatives (SC) ein: "Bei Kampfkünsten gibt es 100 verschiedene Lösungen für einen Angriff und beim SC 1 Lösung für 100 verschiedene Angriffe." Gleichwohl ließ er auch Kampfkünste und andere Systeme in ihrer Bedeutsamkeit bestehen, stellte SC nicht generell über sie, sondern führte aus, dass alles seine Bewandtnis habe, für ihn allerdings derzeit SC am überzeugendsten sei.
Was ist das Ziel des Systems Street Combatives? "Auf den Beinen und bei Bewusstsein bleiben!" Unter Stress kann man feinmotorische Abläufe häufig nicht mehr abrufen - daher ist es wichtig, möglichst einfache Strategien zu kennen.
Auch das Thema Notwehr wurde beleuchtet, unter dem John-Wayne-Aspekt: "Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen." "Es ist besser, von 12 gerichtet zu werden, als von 6 getragen." (Besser sich vor Gericht verantworten müssen, als nicht mehr zu leben (6 tragen den Sarg).
Zum Warmup gab es den Spartakus-Workout, mit dem man innerhalb kürzester Zeit superschnell warm wird: 1 Min laufen auf der Stelle, 15 Sek Pause, 1 Min Liegestütze, 15 Sek Pause, 1 Min Plank, 15 Sek Pause, 1 Min Situps, Pause, 1 Min Hampelmann, Pause.
Im praktischen Teil starteten wir wie beim letzten Mal mit dem "Helmet" - der Schutzhaltung für den Kopf: linken Ellenbogen eng seitlich an den Kopf pressen und den rechten Arm wie ein Bügel über die Stirn legen, bis die rechte Hand das linke Handgelenk umfassen kann. Das rechte Auge ist möglicherweise jetzt verdeckt, was aber keine Rolle spielt. Bei der Einnahme der Schutzhaltung verkürzen wir die Distanz, indem wir einen Schritt auf den anderen zu mahcne. Wir übten intensiv, diese Schutzhaltung intuitiv einzunehmen.
Dann übten wir, verschiedene "Werkzeuge" zu bedienen, denn: "Wir reden nicht vom Nahkampf, wir reden von Werkzeugen."
Start war mit der Hammerfaust: Einer hielt eine Pratze waagerecht, der andere schlug drauf - unter Einsatz des ganzen Körpers. Dies wurde hinterher durch den Einsatz von kurzen Therabändern in verschiedenen Stärken geübt. Die Körperhaltung sollte am Ende so sein, dass die Nase über dem Zeh steht (nose over toe). Beim Ausholen ist der rechte Arm rechts seitlich vom Kopf, die Hand ist geöffnet und der Ellenbogen ist der höchste Punkt. Dann geht der Ellenbogen an der Handvorbei und letztlich schlägt die Faust auf das Kissen.
Die Hammerfaust übten wir auch seitlich (an Tennisrückhand denken) - wie Tetsui im Karate.
Schließlich übten wir die frontale Hammerfaust dann noch zu dritt, wobei einer den anderen von hinten um die Taille fasste und nach hinten zog. Der Schlagende musste dann gegen den Widerstand angehen.
Als nächstes kam der Handballenschlag - man sollte dabei an die Technik des Kugelstoßens denken. Auch hier galt nose over toe und man sollte sich mit dem Oberkörper weit nach vorne legen beim Schlagen.
Beim Handballenschlag gab es dann die Übung "two dogs and one bone" - einer hielt die Pratze senkrecht neben seinem Kopf (wie bei der vorangegangenen Partnerübung auch) und die anderen versuchten beide, Schläge darauf zu platzieren - was nicht einfach war, denn sie sollten sich gegenseitig auch daran hindern.
Nach einer Pause ging es dann endlich in den Clinch:
- Einer schlägt Hakenschläge gegen den Kopf des anderen, dieser versucht, mit dem "Helmet" zunächst, seinen Kopf zu schützen und die Distanz zu verkürzen.
- Wenn eine Lücke da ist, versucht der Abwehrende, mit der rechten Hand in den Nacken des Angreifers zu schlagen und anschließend mit der anderen Hand auf die Hand, die sich schon im Nacken befindet - der Angreifer hat hier schon zwei recht harte Schläge am Kopf abbekommen.
- Jetzt zieht der Abwehrende, den Kopf des Angreifers mit einem Ruck an die eigene Brust.
- Da der Angreifer weiter schlagen wird, sollte der Abwehrende jetzt versuchen, den rechten Arm (die meisten sind Rechtshänder) zu fassen und zu blockieren: Griff mit der linken Hand an die Schulter, am Bizeps entlanggrutschen und bis zum Handgelenk gehen, den eigenen Arm hart strecken, so das die harte Knochenstruktur den Arm des Angreifers blockiert.
- Nun wurde es kniffelig: Ziel war es, dass sich der Abwehrende hinter dem Angreifer befinden soll, damit er den Angreifer voll kontrollieren kann. Hierzu muss der Abwehrende versuchen, sich unter dem gestreckten Arm her nach hinten zu bewgen - Ausfallschritt nach links, Kniebeuge mit gradem Oberkörper und unter dem Arm her, bis dieser gestreckt hinten auf den Schultern des Angreifers liegt.
Jetzt noch selber umdrehen und den Opponenten von hinten fixieren.
- Alternativ kann man auch zur anderen Seite abtauchen.
- Als Variante übten wir, den Schlagarm vor unserem Körper zu fixieren und den Angreifer umzudrehen (ging nur, wenn wir uns selber auch mitbewegten). Als Vorübung nahmen wir eine Übung, die ähnlich der ist, die wir als Startübung für Befreiungstechniken immer mit in unserem Programm haben: Arm des anderen liegt locker auf unserer Schulter - eher belästigend, als angreifend. Wir greifen den Arm des Angreifers, führen ihn diagonal zu unserer "Hosentasche", fassen mit dem andren Arm an den Bizeps des anderen und drehen ihn um.
Zum Abschluss wurden schützende Kopfbedeckungen / Helme ausgeteilt. Wir stellten uns in eine Runde und zu zweit wurde im Kreis ausprobiert und demonstriert, ob die Techniken im Sparring funktionieren. Das war schon ein recht hoher Stressfaktor, hat aber allen tierisch viel Spaß gemacht! Beinahe alle wollten es einmal ausprobieren, wie es ist unter Stess zu reagieren und so waren wir alle am Ende Adrenalin-gesättigt und schachmatt!
Das Feedback auf diesen Workshop war wieder ausschließlich positiv! Viele Elemente werde ich in meine Kurse einfließen lassen, da ja alle Techniken auch im Karate zu finden sind - und durch Übungen wie "two dogs and one bone" kann man jede Trainingsstunde spannender gestalten und auflockern! Ich freue mich schon auf weitere Impulse aus der feien SV-Welt und finde Systeme wie Street Combatives sehr wichtig für die optimale Ergänzung unserer Kampfkunst zu einem effektiven Eigenschutz-Konzept.
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