Posts mit dem Label Asai werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Asai werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 20. April 2020

Kakuyoku Nidan

Kakuyoku Nidan

Im Shizen tai Hände vor dem Körper mit den Fingerspizen zueinander und den Handflächen nach oben zeigend zusammen (leicht bis Brustkorb mit dem Einatmen hochziehen, dann rechten Fuß nach vorne in ZK und Arme fast strecken, geöffnete Hände (Handflächen Richtung Boden) etwa auf Kopfhöhe, Finger berühren sich nicht, aber zeigen etwas zueinander.

Vorrutschen und Hände runderziehen und kraftvoll drehen zu doppel Shuto Uchi auf Brusthöhe, nochmal vorrutschen und mit den aufgestellten Handkanten / mit dem Handballen nach vorne stoßen

Wendung nach links mit Neko Ashi dachi links vor, linken Arm vor, Hand aufgestellt, beide Hände geöffnet. Rechte Hand ist aufgestellt an der rechten Schulter. Hände Wechseln (Stoß mit der aufgestellten Hand) und nochmal wechseln, Stoß mit der linken Faust, aber Tate tsuki, als Faust senkrecht – dasselbe zur anderen Seite. 

Im Stand mit dem linken Arm zur linken Seite Shuto Gedan Barei, Unterarm hoch, mit Teisho, Handfläche zur Decke zeigen lassen, Finger angezogen. 

Körper mitdrehen, Füße bleiben stehen, und zweimal Tsuki

Rechts vor ZK mit offenen Handflächen blocken, rechte Hand nach vorne und linke am Kopf
Dann links vor Neko Ashi Dachi und Hände wechseln
Rechte Hand stößt vor, dabei Vorgleiten in Gy ZK, Treffen mit der Handaussenkante, dann nochmal dopplten Tate Tsuki. 

Im Stand nach rechts Shuto Gedan Barei
Hinteren Fuß halb ranziehen (Mischung aus Heiko Dachi und Renoji Dachi) und rechten Arm hoch in Jodan Uchi Uke mit offener Hand. Enpi mit links, dabei Faust in die Hand zur Verstärkung.

Im Stand mit links Shuto Gedan Barei, hinteres Bein ranziehn, Jodan Uchi uke, Empi

Dann rechts rum drehen Füße Heisoku Dachi (ganz zusammen) und Arme seitlich doppelter Gedan Barei (wie in Jion). Vor wie in Jion

Dann zurück mit doppeltem Age Uke und links vor Neko Ashi DAchi.

Vorderen Fuß absetzen, hinteren ransezten, dabei Hände an die Hüfte und mit links Mae Geri, vorne Absetzen mit Doppel Tate tsuki

45 Grad vor in KB mit Shuto Uchi rechts vor, vorderen Fuß ranziehen in Neko Ashi Dachi , Hand Kakuyoku Uchi, vorderes Bein Mai Geri, absetzen links vor Oi Tsuki

Von da mit dem linken Bein und Arm KB Shuto Uchi und dasselbe zur anderen Seite , man steht schließlich rechts vor mit Oi  tsuki im ZK

Vorderes Bein umsetzen in KB mit Shuto Uchi, Arm groß ausholen und Otoshi Shuto Uchi (von oben wie ein Hackebeil). 

Hinten rum drehen in Neko Ashi Dachi mit Shuto Gedan Barei,  Umsetzen in ZK Gedan Nukite, Jodan Gegenbewegung (wie Heian Godan). Vorderen Fuß etwas ranziehen, mit dem linken Arm Shuto Uchi Jodan, oi tsuki

Vordern Fuß ranziehen und umdrehen und in die andere Richtung dasselbe

Das rechte, hintere Bein, stehen lassen und einmal hinten rum drehen, links vor Neko Ashi Daschi Shuto Gedan Barei, Arm Hochklappen (Hand gehöffnet). Kizamitsuki und vor ZK absetzen Gyaku Tsuki
























Kakuyoku Shodan

Kakuyoku Shodan

Im Shizentai beide Arme von außen nach oben führen, Hände geöffnet, rechte Hand ist vorne

Rechtes Knie hochziehen, Fuß flex, rechte Hand gedan Shuto Uke, Blick nach rechts, linke Faust Hikite

Rechten Unterarm hoch mit geöffneter Hand, rechtes Bein absetzen in ZK mit mit Jodan Nukite (oder Heito Uchi?)

Zur anderen Seite genauso

Linkes Bein ransetzen, mit rechts vor Neko Ashi Dachi, offene Hände dabei überkreuzt und Kakiwake Uke mit offenen Händen

Zweimal Suri Ashi vorgleiten in Neko Ashi Dachi mit Block, Handaußenkante (Seiryoto Uchi?), dann noch einmal vorgleiten, Arme groß auf Kopfhöhe ausholen und doppel Heito Uchi Jodan 

Auf dem vorderen Bein um 270 Grad drehen in Neko Ashi Dachi mit Kakuyoku Block (Handrücken oben), Mae Geri, Fuß wieder im Neko Ashi Dachi absetzen, dann mit demselben Fuß nach vorne absetzen in ZK mit Mawashi Empi in die offene Hand

Rechten Fuß versetzen in KB mit Blick zur Ausgangsposition (rechts rum, kleine Viertelwendung), dabei mit rechts Tate Shuto Uke, dann links Mawashi Empi, rechte Hand geht Hikite (nicht in die Hand stoßen). 

Wendung wieder zurück nach links, linken Arm ausstrecken, linken Fuß in Heiko Dachi, Yoko geri Kekomi, dabei linke Hand Hikite, Absetzen ZK mit Gy Ts

Wendung 180 Grad, mit rechtem Arm Kakuyoku Block und das ganze zur anderen Seite 

Füße so stehen lassen, und auf der Stelle Wendung 180 Grad, rechte Hand Heito Uchi, links wie Uchi Uke

Rechts vor mit rechts Gedan Barei, links oi tsuki

Links vor Juji Uke, dann Arm tricherförmig auseinander (wie Anfang Hokkyokuko) und vor doppel Nukite (Heito)

Vorderes Bein stehen lassen, hinten rum drehen in Neko ashi dachi links vor mit rechts kakuyoku block, handfläche nach oben, vor in ZK mit Age Empi Jodan und im Stand Heito, dann einen Schritt vor Oi tsuki mit rechts

Vorderes Bein am hinerteren vorbei – große Wendung, mit rechts vor stehen, kakuyoku Block, Empi, Heito, oi Tsuki
Vorderen Fuß zurück ziehen und neben den anderen stellen in Kiba Dachi mit links Heito Uchi,

Im Stand den linken Arm nach unten vor den Körper und den rechten nach oben (quasi überkreuz)

Beide Füße etwas zusammen ziehen, beide Arme nach oben, Handflächen offen und nach vorne
Zurück gleiten in Neko ashi dachi, rechter Fuß vorne, Arme dabei runterstoßen

Arme zur Seite wie doppel Gedan Barei mit offenen Händen

Hände vorstoßen und vorrutschen in Neko Ashi dachi (wie Ende Gojushiho Sho

Rakuyo

Rakuyo 

1.     Li vor Sochin Dachi, re Arm Mawashi Empi vor den Kopf, linker Arm holt mit geöffneter Hand vor der Stirn aus und zieht seitlich rechts an den Kopf (wie Tigerkralle oder als wenn man jemanden zieht)
2.     Linken / vorderen Fuß nach hinten führen (große Wendung), Arme wechseln
3.     Re Fuß nach re setzen, mit re Tate Shuto Uke, dann mit links gyaku mawashi empi
4.     Mawate, genauso
5.     Nach vorne, genauso (die drei Bewegungsrichtungen sind ähnlich wie in der Unsu)
6.     Wendung nach hinten, hinteren Fuß ranziehen, so dass man im Heiko Dachi steht, linken Arm gestreckt (Shuto Uchi)
7.     Drehung in dieselbe Richtung aber hinten rum, Landung mit rechts im zk mit age yoko empi (ähnlich wie in Nijushiho, aber schneller)
8.     Blickwendung 180 Grad (nach vorne), Knie hochziehen, rechten Arm mit geöffneter Hand (Ellenbogen zur Decke, Finger zeigen schräg nach unten), linker Arm schräg nach unten, eine Linie mit dem oberen Arm bildend
9.     Absetzen in ZK mit re Shuto Uchi (Handfläche nach oben zeigend), links Ellenbogen nach vorne, Oberarm nach oben geklappt, Faust zeigt zum Kopf 
10.  Links uraken
11.  Rückwärts um das vordere Bein drehen 45 Grad nach vorne mit Uraken absetzen mit rechts Uraken, Kizami tsuki mit demselben Arm, Hüfte weiter ausdrehen
12.  Hinten rum drehen, Richtung beibehalten, zk mit rechts Shuto Uchi
13.  Sprungwechsel, Landung mit li vor oi tsuki in zk
14.  Mae geri hinten absetzen mit gyaku tsuki
15.  Hinten rum drehen und in V Richtung zur anderen Seite dasselbe
16.  Hände öffnen, re seitlich vom Körper führen, rechte Hand nach vorne oben und um das vordere (linke) Bein herum drehen, in der Endposition ist der linke Arm gestreckt, Handfläche aufgestellt, der rechte Arm ist mit aufgestellter Handfläche neben der rechten Brust
17.  Gyaku tsuki mit offener Hand (rechts)
18.  Vorderes Bein versetzen und Wendung, Hände wechseln, nochmal gyaku tsuki im Stand
19.  Um das vordere Bein herum drehen, ZK mit Uraken, gyaku tsuki – Kiai
20.  Wendung um 180 Grad, Hände ähnlich Bassai Sho, Landung in Neko Ashi Dachi, re vor
21.  Re vor zk, gestreckter Arm mit Koko Uchi
22.  Hinten rum drehen 180 Grad, Landung mit Shuto Gedan Barei, dabei das linke Bein beugen, rechtes Knie am Boden
23.  Wendung hinten rum, 360 Grad, Landung in Zk Mit Age Empi
24.  Wendung 360 Grad, Landung in KB mit Empi, 180 Grad umsetzen in ZK Gyaku Tsuki
25.  Drehung (große Wendung) 180 Grad, KB Empi, 180 Grad umsetzen Gy Ts
26.  Wendung auf der Stelle mit re Arm Tate Shuto Uke (Haltung nah am Körper wie Uchi uke), li Faust vor dem Körper
27.  Linken Fuß versetzen und umdrehen in Heiko dachi, so dass der Blick wieder nach vorne geht, linken Arm nach oben nehmen in Jodan Uchi Uke mit geöffneter Hand (Hand oberhalb Kopf)
28.  Drehung Oberkörper weit nach rechts, mit Rechts einen von oben auf den Brustkorb des gedachten Gegners stoßenden Empi
29.  Drehung  zurück und einen Schritt mit re vor zur seite mit Empi, 
30.  Hinten rum drehen mit Heito Uchi, anderer Arm Hikite (ähnlich Nijushiho vor erstem Kiai, nur eben mit Hikite
31.  Dasselbe zur anderen Seite, bis li vor Heito
32.  Vorderen, linken Fuß, nach links umsetzen in KB mit Uraken (Ausrichtung nach vorne)
33.  Wendung 180 Grad, ZK Age Empi
34.  Wendung nach vorne, in Neko Ashi Dachi, li vor, linken Arm uraken 
35.  Vorderes Bein Mae Geri, vorne wieder absetzen (Stellung nicht verändern)

36.  Bein nach vorne stoßen mit Gyaku Tsuki – Kiai 

Mittwoch, 11. Oktober 2017

May The Groundpower Be With You!* - Seminar mit André Bertel Sensei und Takafumi Morooka Sensei

Das diesjährige Seminar mit André Bertel Sensei in Krefeld war einfach wieder fantastisch. Ich weiß gar nicht, welches Faktum ich am meisten hervor heben soll - das wie immer grandiose und herausfordernde Training von Sensei Bertel? Oder seinen sympathischen Begleiter Takafumi Morooka Sensei, der mit jeder selbst angeleiteten Trainingssequenz mehr auftaute und am Ende locker zu scherzen beliebte? Oder die Nähe des Veranstaltungsortes zu unserer Heimat? Oder die Unterkunft im Hotel Garden, bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis super passte? Vielleicht auch die Lehrgangsparty, die erneut im aus der vorvorigen Jahrhundertwende stammenden Stadtwaldhaus stattfand? Oder war doch die ihresgleichen suchende Organisation durch das Krefelder Dojo sowie die umfassende fotografische Dokumentation von Alex Raitz von Frentz das hervorstechende Qualitätsmerkmal. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden! Tatsache ist, dass alles zusammen dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Ereignis machte!

Und dabei war ich - noch geschwächt von einer grade überstandenen Bronchitis - gar nicht so topfit und auch nicht recht in Laune für Schmerzen, Hämatome und harten Körperkontakt, der sicherlich zu erwarten war!

Aber es gab keine wirkliche Entschuldigung und so zog ich am Samstagmorgen mit meinem Katamann Torsten und unserem Karatefreund George los nach Krefeld. Es war bereits mein dritter Karatelehrgang mit André Sensei - zuzüglich eines zweitägigen Karate-Personal-Trainings bei André gemeinsam mit meinem Karatefreund Torsten in Oita.

Kurz vor der Halle war der Lehrgang auch schon vorbildlich ausgeschildert, so dass wir die Location schnell fanden. Weiter ging es mit der exzellenten Organisation direkt beim "Einchecken": Karatefreundin und Kassenwartin des Dojos Nakayama Krefeld Melanie Teeuwen hatte Listen mit allen bereits angemeldeten Karateka und dem entsprechenden Vermerk, ob bereits bezahlt war oder nicht. Wir hatten noch nicht bezahlt - echt? Wenn Melli es sagt, stimmt es! Aber das war schnell nachgeholt. Die Umkleiden waren gut beschildert und fleißige, vom Nakayama organisierte Helfer boten gegen Spenden in das Sparschwein Brötchen, Kuchen, Kaffee und Kaltgetränke bis zum Abwinken! Absolut vorbildlich und schwer zu toppen! Ich habe gleich zu Beginn einen Schein ins Schwein wandern lassen und hoffe, das Dojo ist einigermaßen mit den Spenden ausgekommen.
Um es abzurunden greife ich etwas vor: Auch die Lehrgangsparty im Stadtwaldhaus war bestens organisiert. Für 15 Euro erhielt man Zutritt zum und Zugriff aufs mega vielfältige und ausgesprochen leckere Buffet und Getränke konnte man dann eben dazu buchen, wie man mochte. Die bezaubernde Örtlichkeit ließ dann auch keine Wünsche offen und so konnte auch der Samstagabend zu einem unvergesslichen Ereignis mit vielen alten und noch mehr neuen Bekannten werden.

Aber jetzt zum Training. "May the groundpower be with you" textete Karatefreund Harald Herrman aus Bottrop. Sehr schön - und ganz unbestritten ein Hauptthema des Lehrgangs! Natürlich ist es nicht neu, dass wir auf der Ferse wenden und selbige als Kraft-, Dreh- und Angelpunkt für unsere Techniken benutzen sollen! Und grade hatten wir es erst beim Lehrgang mit Sensei Toribio Osterkamp bei uns im Fuji San vertieft! Aber es immer wieder gut, erneut darauf hingewiesen zu werden (ich selber ertappe mich auch gelegentlich dabei, wie ich z. B. beim Rückwärtsbewegen (vor allem bei mehreren Schrittfolgen und schnellem Tempo) die Ferse anhebe - pfui Teufel, auch! Aber André Sensei verdeutlichte auch, wie Groundpower vorhanden sein kann "ohne Ferse am Boden" (leider nicht in dem von mir soeben beschriebenen Fall, so ein Mist!): Wenn der Schwerpunkt des Körpers Druck gleichzeitig nach unten und zum Ziel erzeugt, kann die Ferse getrost abheben! Schade, schade, dass der Druck meist genau so nicht ausgeführt ist, wenn man - z. B. (aber nicht nur) im Sportkarate die Ferse oben sieht!

Zum Thema Groundpower gab es auch eine sehr schöne Partnerübung, die auf den ersten Blick nach "Standard" aussah: Der Angreifer führt Kizami Tsuki und Gyaku Tsuki aus, der Abwehrende blockt den Kizami zur Seite und mit demselben Arm dann den Gyaku Tsuki mit einer Art Te Osae Uke nach unten weg. Beim zweiten Block sollten wir jetzt nicht nur Arm und Hüfte nutzen, sondern das komplette Körpergewicht nach unten - quasi in Kiba Dachi - fallen lassen. Wow, klasse Effekt (vorausgesetzt, man hat Körpergewicht :-) ). So wurde aus einer Standard-Übung wieder einmal eine Variante mit einem neuen Fokus!

Zum Thema Hüfteinsatz ist André Sensei etwas - ich will mal sagen: entspannter - als einige der aktuell präsenten und Ton angebenden Instructoren: Statt eines mehrfachen, aktiven Hüftimpulses bei einer Technikkombination wollte er lediglich ein "Entspannen" des Körpers sehen. Das hat in etwa denselben Effekt wie das Zurückdrehen der Hüfte in eine neutrale Position, geschieht aber eher passiv, ohne Kraft und mehr oder weniger "natürlich". So will es, wenn ich mich richtig erinnere, auch unser Sensei Risto z. B. beim Sanbon Tsuki sehen.

Wenn ich Risto schreibe, erscheint vor meinem inneren Auge wie in Leuchtschrift intuitiv der Begriff Gyaku Tsuki - kaum jemand hat in meinem kleinen Karateleben auf diesen Begriff so vielseitig Licht geworfen wie Risto Sensei. Wir übten bei ihm den steigenden und den fallenden Gyaku Tsuki, wissen, dass der Gyaku Tsuki auf "2" trifft, kennen den "überlaufenden" schon seit vielen, vielen Jahren und wissen Dank Risto, dass der Gyaku Tsuki so herrlich "Bääääm!" machen kann.

Mit vollem "Bäääm" sollte dann auch der Torsten beim André Sensei mit einem Oi Tsuki einschlagen - aber dafür musste er erstmal treffen und das Trotz Blocks durch den Sensei, der verdammt schnell war! Torsten versuchte es einige Male unter anfeuernden Kommandos des Senseis - aber ohne Erfolg. Dann änderte Torsten den Rhythmus und schlug deutlich vor dem Absetzen des Fußes ein - "Bäääm!" André Sensei war zufrieden - und erklärte dann (sehr ähnlich wie Risto), dass es Sinn machen kann, den Rhythmus zu ändern, den Schlag vor dem, beim oder nach dem Absetzen des Fußes auszuführen. In diesem Zusammenhang wurde auch - genau! - die unterschiedliche Auswirkung der "Groundpower" beleuchtet, die beim Schlag vor dem Absetzen besonders groß ist. Mit Partner klappte das dann alles auch zunächst ganz gut - bis wir dann anschließend alles auch in freier Bewegung umsetzen sollten. Hier ging dann so manches Mal doch die Übersetzung des Groundpower verloren. Man ist doch leider oft geneigt, sich beim Training mit Partner zu sehr auf den Partner zu konzentrieren, statt auf die Übung und bei freier Bewegung wird dies dann offenbar durch ein stärkeres Konkurrenzdenken noch potenziert. Ich notiere hier nur meine eigene Wahrnehmung - das kann natürlich bei anderen Karateka ganz anders sein.

Was mir an André Senseis Budo-Karate-Training so gut gefällt, ist der Gedanke an absolute Konsequenz. Das ist vergleichbar mit dem Training, wie wir es zuletzt bei unserem Karatefreund Andreas Klein praktiziert haben: Auch nach dem Angriff am Gegner dran bleiben, weiter Druck machen, die Distanz so kurz halten, dass für einen Gegenangriff keine Chance ist! Das in freier Bewegung umzusetzen kostet Überwindung - wie ich es auch an meinen Partnern merkte. Wichtig ist hierbei nicht zuletzt, Varianten des Konters auf Lager zu haben - hier stimme ich dann mal nicht mit dem Street-Combatives-Prinzip überein, welches nicht "hundert Techniken für eine Situation sondern eine Technik für hundert Situationen" verspricht. Es ist schon gut, wenn man statt eines üblicherweise trainierten Gyaku Tsuki auch z. B. einen Tate Tsuki auf Lager hat oder einen Handkantenschlag platzieren kann - wenn man weiß, wo es "wehtut", auch auf kurzer Distanz.

Die Basis aller Konsequenz und die körperlichen Voraussetzungen ist das Kihon und auch das Kihon Ippon Kumite - auch das kennen wir ja von Risto Sensei unter dem Motto "Voraussetzungen schaffen". Hier übten wir bei André Sensei wieder viele Feinheiten, so z. B. beim Soto Uke, den er unterschied zwischen dem "Anfänger-Soto-Uke" mit eher kreisförmiger Bewegungsrichtung und dem grade nach vorne gestoßenen Soto-Uke, den er Soto-Uke-Kekomi nannte. Wir erinnern uns: "Am Anfang war die Keule und dann kam Soto-Uke." :-) Auch auf die korrekte Distanz legte der Sensei einen großen Fokus - meist wird ein viel zu großer Abstand gewählt und dann passen Angriff und Konter nicht. Eigentlich beschämend, dass man darauf in einer Gruppe mit überwiegend Braun- und Schwarzgurten hinweisen muss. Den Block mit Gedan Barei hatte der Sensei bei diesem Seminar weggelassen, dafür sollten wir den Mae Geri des Partners mit Soto-Ashi-Uke blocken, also mit einem von außen kommenden Unterschenkel-Block - blaue Flecke garantiert....bei beiden Partnern :-) Überwindung kostete auch, den Partner mit Jodan Mae Geri abzukontern! Wann probiert man das im Training schon einmal aus? Es bedarf hier sicherlich einiges an Vertrauen zum Partner hinsichtlich der Technik-Kontrolle - und auch der Fuß-Hygiene.... ;-)

Wenn man einen Angriff blockt, ist es günstiger, nach dem Block nicht auf der offenen Körperseite des Partners zu stehen. Das klappt nicht immer und daher ist es gut, auch Block und Folgereaktion zur offenen Seite zu üben - aber man sollte üben, ein Auge dafür zu entwickeln, woher der Angriff kommt und entsprechend auszuweichen. Hierzu gab es einige Übungen - zunächst im Stand und dann in der Bewegung - dabei bekam man aber schnell einen Drehwurm, man lief sogar Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Und hier zog André Sensei einen interessanten Schluss, den ich sonst so in der Form nur beim Street Combatives Training gehört habe, der aber eigentlich stilübergreifend Sinn macht, mir vielleicht nur noch nie so klar geworden war: Im Ernstfall ist der Körper unter Hochstress - diesen Stress simulieren wir, indem wir so lange trainieren, bis wir beinahe total erschöpft sind oder bis wir (wie bei der eben genannten Übung) die Orientierung zu verlieren drohen. Was wir dann noch können, können wir vielleicht auch noch in einer Selbstverteidigungssituation. Chapeau! Diese Art zu denken gefällt mir!

All das bisher Geschriebene ist schon reichlich Stoff zur Nachbereitung in endlosen Trainingseinheiten. War mir jedoch am meisten zu schaffen machte, war André Senseis Forderung nach mehr Lockerheit - in den Schultern, im ganzen Körper .... denn nur so kann man die Asai-typsichen Peitschenbewegungen ausführen und den Angreifer - scheinbar locker - mit Heito- und Shuto-Schlägen malträtieren! Das ist noch ein weites Feld für mich - ähnlich wie die aus dem Yahara-Programm entliehenen extremen Dreh-Bewegungen zum Ausweichen und Kontern, die wir ebenfalls anschnitten.

Das anspruchsvolle Training wurde wie immer eingerahmt von Vorbereitungs-Übungen und Warmup-Sequenzen, die uns "gestandenen" Karateka mit zum Teil einigen Jahrzehnten Training auf dem Buckel mal eben zeigten, wie klein wir sind und was wir alles NICHT können :-) Die von André Sensei gerne vorgeführten Keris aus der tiefen Hocke oder dem Seiza gehörten ebenfalls dazu wie von Morooka Sensei vorgeführte Vorwärtsbewegungen in einer Mischung aus Seiza und Entengang. Lustig muss es auch ausgesehen haben, wie wir uns beim japanischen Schuhplatteln angestellt haben und ein ganz großes Hallo gab es beim Thema "Scherentechniken", als wir uns beim Kani Basami ungelennk auf dem Boden rollten!

Auch wenn die Muskeln am Ende der vierten Einheit ziemlich müde waren und der ein oder andere Körperteil vom Kontakttraining etwas mitgenommen war, so verging die Zeit doch wie im Fluge! Ich weiß, es wird den ein- oder anderen überraschen, wenn ich das jetzt schreibe, aber ich hätte mir vielleicht noch etwas mehr Bezug auf Kata gewünscht - vor zwei Jahren in Krefeld hatten wir die Nijushiho genauer unter die Lupe genommen und im letzten Jahr in Ahrensburg die Seyriu kennen gelernt. Diesmal war der Bereich Kata mit wenigen Durchgängen Bassai Dei selbst für meinen Geschmack etwas zu knapp abgedeckt. Aber vermutlich müssen dafür einfach erst einmal noch weitere Voraussetzungen geschaffen werden, was ich mit meinem Katamann und in unserem Dojo gerne machen werde.

Ich bin sehr froh, an diesem Lehrgang teilgenommen zu haben und würde mich wahnsinnig freuen, wenn André Sensei - gerne auch wieder mit Morooka Sensei - im nächsten Jahr wieder irgendwo in unserer Nähe zu Gast wäre.

*Zitat von Karatefreund Harald Herrman, danke für die freundliche Genehmigung, es nutzen zu dürfen :-)




Dienstag, 26. Juli 2016

Budo Karate - Quality Prooved! - Seminar mit André Bertel Sensei in Ahrensburg

Am 23. und 24.7. richtete das Dojo ASG Yawara e. V. in Ahrensburg einen Lehrgang mit dem aus Neuseeland stammenden und in Japan lebenden Weltklassekarateka André Bertel Sensei (6. Dan) aus. Nachdem mein Trainingspartner Torsten und ich bereits im vergangenen Jahr vom Training bei André Sensei in Krefeld total begeistert waren, stand für uns unweigerlich fest, dass wir auch an dem einzigen Deutschland-Lehrgang in 2016 in Ahrensburg teilnehmen würden. Begleitet wurden wir von unserem Karateschüler Alex Schmidt, der in diesem Jahr erstmals mit uns Lehrgänge außerhalb Münsters besucht.

André Senseis Karate mit wenigen Worten zu beschreiben, fällt schwer. Er trainierte lange Zeit und bis zu dessen Tod als enger Schüler unter Asai Tetsuhiku Shihan (10. Dan) und profitierte daher neben umfassenden Einflüssen der JKA noch von Asai Shihans ganz persönlichem Karate-Weg. Ein ganz entscheidendes Merkmal der beiden Lehrgänge, an denen ich teilnehmen durfte, war allerdings die extreme Anwendungsfähigkeit jeder Technik und jeden Bewegungsmusters. Desweiteren ist André Sans Karate alles andere als Sportkarate - was vielleicht vor allem für die Karate-Freunde aus anderen Verbänden, die eher sportlich ausgerichtet sein mögen, ungewohnt war. Es ist vielmehr Budo-Karate auf höchstem Niveau, bei dem jede Technik unmittelbar auf Effektivität geprüft wird - mit Körperkontakt und Schmerz als Indikator.

Training auf dem beschriebenen Niveau und mit den erwähnten Schwerpunkten lässt sich nicht ohne Blessuren ausüben und vor allem alle Karateka, die sich freiwillig zu Demonstrationszwecken anboten, mussten ordentlich einstecken können. Daher hatte Ausrichter Oliver Schömburg zu Beginn des Lehrgangs ausdrücklich auf die große Körperintensität des Trainings hingewiesen und darum gebeten, nur freiwillig vorzutreten, wenn man sich einen harten Impact zutraute.

Auf diesem Lehrgang trainierten - wie auch im vergangenen Jahr in Krefeld - Karateka zahlreicher Nationen und aller Graduierungen in einer Gruppe gemeinsam so dass die Halle mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut gefüllt war! Wir starteten am Samstagmorgen mit Basics und erhielten einige Erinnerungen an die Trainingsinhalte des letzten Jahres:
- den kleinen Finger der Hikite-Faust eng und "nach oben" drehen
- beim Tsuki in der letzten Phase der Technik nicht die Faust drehen, sondern den Unterarm
- beim Gyaku-Tsuki die Ohren nicht bewegen :-)

Es wurde hinsichtlich des Abdrucks der Körpermasse zwischen drei Arten des Gyaku-Tsuki unterschieden:
- im Sportkarate bleibt die Ferse des hinteren Beins meist oben und es kann schnell aber mit weniger Kraft von hinten abgedrückt werden
- im klassischen Budo-Karate erfolgt der Druck von der Ferse über das Knie, die Hüfte, Rücken und Schulter in den Arm
- André schlug uns vor, die Kraft aus der Mitte des Körpers zu generieren und die Technik sowohl nach hinten in die Ferse, als auch nach vorne in den Arm explodieren zu lassen.

Zum Gyaku-Tsuki gab es dann auch unzählige Partnerübungen, zum Teil mit umfassenderen Technik- und Schrittkombinationen, als Deai-Konter oder auch mal in Verbindung mit einem eher karate-unspezifischen Schubsen, um den Druck nach vorne aufrecht zu erhalten. Das erforderte zuweilen ein hohes Maß an Konzentration und Zanshin!

Zanshin war auch generell ein großes Thema für André Sensei: Wir sollten darauf achten, dass wir nach Abschluss einer Technik oder Kombination nicht mehr herumwackeln, am Gi zupfen, den Schweiß abwischen oder sonstige Bewegungen ausführen, sondern einfach verharren und auf das nächste Kommando warten. Das scheint selbstverständlich zu sein - aber auch mir war in den vergangenen Monaten mehrfach in Trainings aufgefallen, dass etwa nach Ende einer Kihon-Bahn einige Karateka z. B. aus dem Zenkutsu-Dachi hochkommen, die Beine strecken, die Arme ausruhen - obgleich noch gar kein Yame ausgesprochen war! Also, das habe ich definitiv noch anders gelernt - tief stehen bleiben, den Schmerz in den Muskeln ertragen und abwarten, was als nächstes verlangt wird!

Beim Gyaku-Tsuki wies uns André an, möglichst an der "blinden Seite" zu kontern, also beim Angriff Gyaku-Tsuki mit rechts, dem anderen als Konter von außen auf die kurze Rippe einen Gyaku-Tsuki zu platzieren. Hier musste man beim forschen Partnertraining schon ordentlich aufpassen, dass das Rippchen heile blieb!

Auch die zweite Einheit starteten wir mit Kihon-Basics. Im Fokus standen hier die Blocktechniken Age Uke, Soto Uke, Gedan Barei und Nagashi Uke. Wir sollten versuchen, die ankommenden Schläge und Tritte möglichst mit der "breiten Seite" des Arms zu blocken, also mit der Außen- bzw. Innenseite. Erst unmittelbar beim Kontakt mit dem Partner sollten wir das letzte Endchen der Drehung ausführen. Das war dann mal recht wohltuend, da man nicht ständig Knochen auf Knochen schlug.

Selbstverständlich blieb es hier nicht bei "Trockenübungen" - wir übten anschließend die Blocks mit passenden Kontern am Partner:
- Tsuki Chudan wichen wir - im Heiko Dachi stehend - durch seitliches Abdrehen des Oberkörpers, begleitet von einem Block mit dem beinahe gestreckten Arm (Nagashi Uke) aus. Als Konter folgte mit dem anderen Arm ein Gyaku Haito Uchi Jodan (statt Halsschlagader lieber die Schulter nehmen - aber auch die wird herrlich blau dadurch ;-) ). Durch den Block mit Körperdrehung hat man den Angreifer schon ein bisschen seitlich gedreht, so dass der Gyaku Haito schön auf den Brustkorb / die Schulter treffen kann. Möglich ist, hierbei den linken Fuß noch ein bisschen vor zu setzen, so dass noch mehr Körperkraft einwirken kann.
- Alternativ drehten wir uns nach links raus und platzierten Deai einen Tsuki Jodan. Auch das war ziemlich "kontaktfreudig".
- Einen Oi-Tsuki mit Mae Geri (hinteres Bein) abzukontern verlangte von mir schon einiges an Willen und Konsequenz, klappte letztlich dann aber ganz gut.
- Etwas übungsintensiver war dann schon die Idee, den Tsuki mit Mawashi Geri Chudan abzukontern, indem wir links am Partner vorbei liefen und mit dem hinteren (rechten) Bein - quasi im Vorbeigehen - kicken sollten.
- Dann wurde es richtig spaßig, als wir nämlich beim Angriff um den Partner herumspringen, diesen am Gi-Kragen packen und rücklings zu Boden werfen sollten!
- Auch möglich: den Tsuki mit geöffneten Händen und leichter Rückwärtsbewegung "auffangen" und runterblocken, danach Haito Uchi links, rechts und ggf. noch Hasami Tsuki. Bei dieser Übung wies uns André Sensei schon deutlich an, flexibler in den Block-Abwehr-Kombinationen zu agieren. Es kam also nicht so drauf an, welcher Arm zuerst den Haito ausführte oder, ob es ggf. bei einem Haito blieb und dann der Hasami Tsuki folgte.

Tag zwei startete mit einem Kihon Warmup. Ich fand es übrigens sehr angenehm, dass vor die eigentlichen Karate-Übungen kein reguläres Warmup mit Hampelmann und co. gesetzt wurde! André setzte wohl voraus, dass wir uns selber vorbereitet hatten, denn vor den Einheiten bestand ja reichlich Zeit und Gelgegenheit dazu, zumal vor uns ja keine andere Trainingsgruppe die Halle blockierte. Wir starteten dann direkt mit Karate! Und ehrlich gesagt finde ich, dass - nach einem individuellen und ganz persönlichen Warmup - nichts besser aufwärmt, als ein paar Bahnen Kihon!

Ein ganz spezielles und etwas raues Warm-Up folgte: zu zweit zusammen und gemeinsam an einen Hallenrand. Der mit dem Rücken in die Halle greift an mit Gyaku-Tsuki Chudan, der andere blockt und kontert gleichzeitig (Deai) Gyaku-Tsuki Jodan. Hier bei wird man ziemlich wild, wenn man nicht aufpasst und mit der Kontrolle ist es nicht so weit her! Es kam, wie es kommen musste - ich traf Torsten am Hals unweit des Kehlkopfes und er bretterte dann auf dem Rückweg sicherheitshalber (um mich nicht ebenfalls am Hals zu treffen) auf mein Schlüsselbein, welches sich anschließend ziemlich gebrochen anfühlte (war es aber nicht).

Einen speziellen Fokus legte André Sensei auf den Shuto Uke. Wir übten zunächst im Renoji Dachi und zwar je nur einarmig, erst den Shuto-Arm, dann den Hikite-Arm. Beim Shuto-Arm war darauf zu achten, dass der Ellenbogen leicht nach innen gezogen wird, so dass der Arm die erforderliche Spannung erhält. Der Hikite-Arm darf beim zurückziehen nicht "knallen", sondern muss "wischen". Hier sollte, ähnlich wie bei der Hikite Faust beim Tsuki, der kleine Finger auch leicht nach oben gedreht werden.

Anschließend gab es Kihon-Kumite auf engem Raum: Wie auch im vergangenen Jahr in Krefeld stellte André Sensei uns so eng nebeneinander auf, dass wir gnadenlos nur vor und zurücklaufen konnten - jede Seitwärtsaktion würde zwangsläufig mit dem Nachbar-Paar kollidieren!
- Angriff Tsuki Jodan, Block mit einem Schritt zurück und Age Uke, Konter Gyaku Tsuki, Arm zurückziehen (dabei den Age-Uke-Arm wieder hoch) und noch mal Gyaku-Tsuki mit demselben Arm, Kiri Kaeshi und vor mit Oi-Tsuki Jodan.

André Sensei unterschied bei diesem Seminar zwischen zwei Arten von Uraken: Bei der einen wird die Hüfte gegengedreht, bei der anderen erfolgt eine Schlag-Verstärkung dadurch, dass man die Hüfte in Schlagrichtung mitdreht. Das geschieht zwangsläufig, wenn man sich auf der Stelle einmal um die eigene Achse dreht, so dass man quasi "hintenrum" den Uraken durchführt. Durch die Drehung zurück und Ausnutzen des dadurch entstandenen Schwungs kann man dann auch noch in die entgegengesetzte Richtung einen weiteren Uraken mit dem anderen Arm "powern".
Auch dies wurde selbstredend mit Partner geübt: Angriff Tsuki Chudan, Block rausgedreht mit Soto Uke, dann direkt auf der Stelle weiter drehen mit "Compression" und Uraken "hintenrum". und wieder zurück mit weiterem Uraken.

Auch die Tritttechniken kamen nicht zu kurz und so übten wir zunächst Ushiro Geri am Partner mit Trefferfläche Chudan.

Zu Beginn der letzten Einheit freuten wir uns wohl alle auf eine Einheit ohne weitere Blessuren und mit viel Input zur Asai Kata Seiryo. Aber zuvor gab es eine interessante Warm-Up-Übung:
- Jeder für sich aus dem Heiko Dachi zunächst mit dem linken Fuß 45 Grad vor, den anderen Fuß zusammen mit einer Körperdrehung um 90 Grad nachsetzen, dann weiter drehen und weiter gehen, so dass man nach vier Schritten zwei Meter weiter vorne stand, um 180 Grad gedreht. Das übten wir so einige Male, bis es sicher saß.
- Anschließend: li Gedan Barei vor, Oi Tsuki, hinteren Fuß nach vorne setzen, dabei um 180 Grad wenden (große Wendnung). Auch ein paarmal geübt, bis alle die Bewegung drauf hatten.
- Dann zu zweit, der eine greift an, der andere dreht sich dem Angriff entgegen und am gestreckten Arm am Angreifer vorbei, bis er fast exakt hinter ihm steht.
- Zunehmende Geschwindigkeit und Intensität und später war es auch nicht mehr so wichtig (und nicht mehr möglich), dass der Abwehrende nach dem Vorbeigehen direkt hinter dem Angreifer steht - meist stand man etwas seitlich dahinter, das musste der Angreifer beim nächsten Angriff dann entsprechend berücksichtigen.

Anschließend wiederholte André Sensei mit uns Asais "Spezialtechnik":  Tori greift an mit Mae Geri Jodan, Uke taucht drunter weg und attakiert dann von hinten. Diesmal (ich glaube, in Krefeld hatten wir den Tipp nicht erhalten) wies uns André Sensei an, beim Drunterhertauchen ggf. einen Arm schützend vor den Kopf zu halten. Toll war das nicht, was wir draus gemacht haben - aber wenigstens gabs diesmal keinen Tritt vor den Schädel ;-)
Etwas einfacher war es dann, unter einen Jodan Tsuki her zu tauchen.

Weiter ging es mit recht schmerzhaften Fußfegern, durch die uns André San für das richtige Timing sensibilisieren wollte: Tori greift an mit Mae Geri und Uke fegt das tretende Bein kurz vor dem bzw. direkt beim Absetzen. Gleiches dann mit Oi Tsuki.

Schließlich folgten dann endlich doch die Vorbereitungen auf die Kata Seiryu aus der Asai Schule: Die Kata beinhaltet ungewöhnlich viele Haito- und Shuto-Kombinationen, mit denen man in großen Bewegungen Windmühlen-artig durch die Kata wirbelt - oder vielleicht auch wie die Zweige einer Weide durch die Kata peitscht, denn der Name Seiryu bedeutet "grüne Weide".

Mit dem Bild der grünen Weide schloss der Lehrgang dann ab. Fazit: ein fantastischer und inspirierender Lehrgang, der die Besinnung auf bereits bekannte Inhalte schärfte und neue Ideen und Ansätze bot, konditionell vielleicht weniger herausfordernd, dafür sehr körper- und schmerzintensiv und dadurch mit einem deutlichen Fokus auf äußerst effektives Budo-Karate!

Tausend Dank an dieser Stelle an André San für dieses äußerst beeindruckende Karate-Erlebnis, an meinen zum Glück nicht empfindlichen Trainingspartner Torsten und last but not least an Ausrichter Oliver Schömburg und sein Team für die Organisation der Veranstaltung. Im nächsten Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei! Oss!

Samstag, 1. August 2015

Rotation, Posture, Relaxation - Lehrgang mit Sensei André Bertel in Krefeld

Im Frühjahr 2015 unternahmen Karatefreunde von Torsten und mir eine Trainingsreise nach Japan. Unter anderem besuchten sie dort Sensei André Bertel, der mit ihnen beneidenswert viel Zeit verbrachte. Die facebook-Berichte unserer Freunde nebst ausführlicher Foto-Dokumentation ließen uns vor den Bildschirmen schmachten - wir wären so gerne dabei gewesen!

Zu unserem großen Glück konnte sich der ansonsten viel beschäftigte Sensei im Juli ein paar Tage frei schaufeln und sagte unserem Freund Frank sehr spontan einen Besuch in Krefeld und das Abhalten eines zweitägigen Lehrgangs zu. Als wir von der Ausschreibung hörten, waren Torsten und ich natürlich gleich Feuer und Flamme und gehörten mit Sicherheit zu den ersten verbindlich angemeldeten Teilnehmern! Der Lehrgang war dann innerhalb kurzer Zeit ausgebucht, da die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzt war (bei einer Hallengröße von ca. 400 qm schon eine ganze Menge!). Die Tatsache, dass es schon bald keine Tickets mehr gab, war umso erstaunlicher, als in vielen Bundesländern bereits die Sommerferien begonnen hatten und viele Karateka gar nicht daheim waren!

Ein dickes, dickes Lob an dieser Stelle an die Organisation des Nakayama Krefeld e. V.! Von der Halle über die Verpflegung bis zur Abendveranstaltung war alles super organisiert und alle Gäste fühlten sich willkommen!

Total perplex war ich direkt bei der Begrüßung durch den Sensei an der Eingangstür: "Oss, you are Andrea!" Huups, woher weiß der denn meinen Namen? Facebook schön und gut, aber 1. sieht man real doch meist anders aus und 2. muss man die ganzen Gesichter und Namen erstmal behalten (vor allem, wenn man die Menschen noch nie zuvor persönlich gesehen hatte!). Torstens Begrüßung war noch persönlicher und auch erfreulicher:"Ah, I like your video with Unsu! Very beautiful kata!"Aber das war typisch für André: eine überwältigende Aufmerksamkeit und Freundlichkeit, wie ich sie bisher bei keinem anderen Karatetrainer (und auch sonst sehr selten) wahrgenommen habe! 

Das Training war für mich eine perfekte Mischung aus bekannten Techniken / Bewegungsmustern und einer gehörigen Portion neuer Ansätze, die aber in keinem Widerspruch zu meinem bisherigen Karate-Weg stehen. Da André viele Jahre lang Uchi-Deshi von Shihan Asai war, hat er erwartungsgemäß zahlreiche Bewegungen der Asai-Schule in seinem Trainingskonzept: Bewegungen mit blitzschneller Rotation des Körpers, die eine große Lockerheit voraussetzen. Für viele von uns war es vermutlich ungewohnt, sich von den im Shotokan häufig antrainierten recht starren Kihon-Bewegungsmustern zu verabschieden. Aber Karateka, die regelmäßig z. B. bei Risto Sensei trainieren, wissen ja: Eine Anspannung des ganzen Körpers ist ein Krampf - damit muss man zum Arzt gehen ;-) Also: locker bleiben und durch Lockerheit und ausschließliche Anspannung in dem Moment, auf den es ankommt, explosiv werden!

Das soll aber jetzt nicht heißen, dass wir uns wie schlaffe Marionetten bewegen sollten! Im Gegenteil: Ein weiterer, wichtiger Ansatz war eine gute und aufrechte Körperhaltung ("Posture") mit einer inneren Grundspannung, die aber nicht zu einer "Verkrampfung" führen soll. Für einen "perfekten" Zenkutsu Dachi gab es zahlreiche tolle Übungen - Fallenlassen aus dem Shizen Tai, Hochspringen aus der Hocke oder aus dem Seiza - nicht alle gut für "Kniekranke" geeignet, worauf der Sensei aber auch explizit hinwies! Schön war auch der Mae Geri aus Seiza, der die Oberschenkel zum Brennen brachte!

Ich weiß ehrlich gesagt noch sehr wenig von den Trainingslehren der Asai Schule - allerdings dürfte einer der maßgebenden Bestandteile die Bewegung aus der Rotation heraus sein: enge Verwringungen des Körpers auf der Stelle oder auf kleinem Raum, die durch den Rotationsschwung trotz großer Lockerheit eine große Energie generieren. Ähnliches übten wir bereits beim Takudai in Dresden unter Naka Sensei und auch beim Samurai Spirit in Siegen unter Malcolm Dorfman Sensei. Mir fällt diese ganz enge Drehung noch sehr schwer, aber wenn man sie gut beherrscht und schnell ausführt, wirkt sie mit Sicherheit zerstörerisch wie ein Tornado! 

Drehungen übten wir aus verschiedenen Positionen: Aus dem Zenkutsu Dachi heraus in der Vorwärtsbewegung oder aus dem Shizen Tai heraus auf der Stelle - mit und ohne Partner, es war schon sehr dynamisch und im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregend! 

Neben den für viele von uns neuen "Moves" gab es aber auch ganz klassische Übungsformen wie etwa Gohon Kumite, welches angesichts des knappen Platzes in der Halle kurzer Hand in Sanbon Kumite umgewandelt wurde. Ahäm, eigentlich wäre das dann doch letztlich gar nicht nötig gewesen, denn der Sensei rief uns, als ihm klar wurde, dass die 5-er-Schrittfolge so, wie wir aufgestellt waren, nicht umzusetzen war, dazu auf, uns so hinzustellen, wie in Japan: Schulter an Schulter, quasi auf Tuchfühlung mit dem Nachbarn. Auf diese Weise waren wir gezwungen, uns wirklich nur auf einer Linie vor und zurück zu bewegen. Beim Sanbon Kumite hatte der Sensei für uns folgende Anweisungen parat: Zunächst mal passte ihm die bei den meisten von uns zu groß gewählte Distanz zwischen Angreifer und Abwehrendem nicht. Viele von uns schlugen dann zu Beginn Chudan Barei, statt Gedan Barei - wir sollten wirklich darauf achten, dass die Faust nur eine Faust breit über dem Knie gehalten wird. Dieses "Faust-breit"-Prinzip übertrug er dann auf sämtliche Blocks: Age Uke eine Faust breit vor der Stirn, Soto Uke mit Ellenbogen eine Faust breit vor den Rippen und so weiter  - nichts Neues, eigentlich, aber offenbar noch nicht optimal umgesetzt. Den Soto Uke - und hier musste ich wieder an "meinen" Risto denken - sollten wir nicht zu weit hinten ausholen, sondern seitlich am Körper und dann auf einer graden Linie nach vorne schlagen. So hatte auch die Basisübung Sanbon Kumite für viele von uns so einige "Knäcken" und es bedurfte gar keiner exotischen Einlagen, um uns herauszufordern. 

Sehr nach meinem Geschmack war der konsequente Kontakt, mit dem der Sensei agierte und den er auch von uns erwartete. Es war zuweilen sehr amüsant - dieser extrem freundliche und auch recht zierliche Mann, der dann mit einem Lächeln Freiwillige nach vorne bat, um Techniken zu demonstrieren. Anfangs ragten noch zahlreiche Hände nach oben, wenn André "zum Tanz" bat. Im Laufe des Lehrgangs hoben sich dann aber eher ängstlich die Augenbrauen oder Schultern der potenziellen Kandidaten und jeder versuchte, möglichst im Boden zu versinken, um nicht in den Genuss der explosiven und harten Techniken zu gelangen. Es war echt erstaunlich, dass Kerle, die aussahen wie Kleiderschränke und den Sensei mindestens um eine Haupteslänge überragten, vom Boden abhoben, wenn sie von seinen Tsukis oder Keris getroffen wurden! Und dennoch hat jeder von den "Opfern" beteuert, dass sie bei aller Härte sicher waren, die Technik sei noch kontrolliert gewesen - hätte André richtig durchgezogen, wäre es wohl zu ernsthaften Verletzungen gekommen. Torsten hatte das "Vergnügen", zwar nicht als "Freiwilliger vorne" beteiligt zu sein, aber im Zusammenhang mit einer unserer Partnerübungen einige Tsukis des Sensei einzustecken: Er beschrieb es so, dass man gar nicht mal an der Hautoberfläche den großen Knaller spürt, wie wir es vielleicht vom gegenseitigen Impact-Training gewohnt sind - es sei eher so gewesen, dass der Schlag ins Körperinnere eindringt und dort im Inneren wie eine Handgranate explodiert! 

Von Verletzungen heimgesucht schien allerdings letztlich nur der Sensei selber - die Fäuste im wahrsten Sinne angeschlagen vom Makiwara-Training, die Achillesferse verletzt vom letzten Kumitetraining vor dem Abflug nach Deutschland mit seinem Sensei ... er entschuldigte sich fortwährend für seine Einschränkungen durch diese Verletzungen. Mein großer Wunsch wäre es, einmal unverletzt so präzise und hart zu agieren wie der Sensei, wenn er sich nur limitiert bewegen kann! Der Sensei wies im Laufe des Lehrgangs immer wieder darauf hin, dass uns Verletzungen möglichst nicht vom Training abhalten sollten. Man sollte "um die Verletzung herum" trainieren - also nicht einfach weitermachen wie bisher, da das ja dem Körper schaden würde. Sondern das machen, was noch geht oder so, wie es noch geht!

Nun, bei uns war es so: Das Eine ging - das Andere nicht ... die Übungen waren zum Teil sehr anspruchsvoll und bedurften ein hohes Maß an Beweglichkeit und Mut. So übte ich z. B. seit vielen Jahren wieder einmal Kani Basami: Hierbei täuscht man erst Ura Mawashi Jodan an, sinkt dann mit der entgegen gesetzten Körperseite zu Boden und stützt sich dort mit ausgestrecktem Arm ab, um dann mit dem anderen Bein in die Kniekehle des Partners zu fahren und ihn mit dem Bein, welches den Ura-Mawashi getreten hat, zu Boden zu drücken. Ein großer Spaß! - Aber elegant geht sicher anders ;-)

Eine große Überwindung kostete es mich auch, bei einem Angriff Jodan Mae Geri als Abwehrende unter dem Keri hindurch zu tauchen und den Angreifer dann von hinten zu Fall zu bringen. Hierbei kommt es nicht nur auf die eigene Beweglichkeit an, sondern man muss auch hoffen, dass der Angreifer das Knie vor dem Tritt wirklich hoch genug zieht. Wo genau unsere Fehler jetzt im Einzelnen lagen, kann ich nicht sagen - aber Torsten und ich trafen uns jeweils einmal mit dem Kick - und dummerweise ist durch das Abtauchen die Trefferfläche jeweils der Kopf! Nichts für zarte Gemüter, also und nur etwas für Partner, die rücksichtsvoll miteinander umgehen (können). 

Der Lehrgang war für mich schon am ersten Trainingstag Budo-Karate wie von einem anderen Stern! Und am zweiten Tag wurde das ganze dann noch getoppt, als wir in der letzten Einheit Ablauf, Bunkai und Anwendungen der Kata Nijushiho umsetzten. Zunächst übten wir detailliert den Ablauf der Kata, wobei ich mit Torsten und Frank eine Passage vorführen sollte und hierbei einen wertvollen Korrekturvorschlag bekam. Dann kamen einige Bunkai-Sequenzen, als Angriff und Abwehr in formellen Karatetechniken und schließlich dann die Selbstverteidigungs-orientierte Anwendung. Besonders in Erinnerung ist mir hier die Stelle geblieben, bei der man aus dem Kokotsu Dachi in den Kiba Dachi dreht und Yoko Empi in die offene Hand platziert, dann Gedan Barei - hieraus wurde eine Umklammerung am Hals (Würgen) von hinten und "Genickbruch" durch Fallenlassen des Unterarms bzw. Anheben des Ellenbogens. 

Rotation, Posture, Relaxation - präzise und wirkungsvolle Techniken mit einem supernetten und charismatischen Trainer! Das war ein fantastisches Karatewochenende, welches all unsere Erwartungen weit übertroffen haben! André hatte der Trainingsgruppe erzählt, dass er in ein neues, größeres Haus umgezogen ist, damit er mehr Platz hat für Karateka, die ihn in Japan besuchen möchten. Bei manch anderem Trainer hätte man dies wohl für eine sympathieheischende Floskel gehalten - aber bei André glaube ich sofort, dass er das auch wirklich so meint! Ein Japan-Aufenthalt stand für mich als fernes Ziel am Horizont - aber durch die Aussicht, dort bei André trainieren zu können, ist es ein gutes Stück weit realer geworden und die Idee, so eine Reise konkreter zu planen, nimmt allmählich Gestalt an. Bis dahin gilt es, die vielen neu gewonnen Trainingsimpulse zu sortieren und einen Teil davon auch umzusetzen. 


Notizen:
25.7.15: Details
- Sauberer Stand -> im ZK den hinteren Fuß ganz aufsetzen, also auch die Fuß Außenkante; Rotation der Achse
- Stabiler Stand -> Schultern locker
- Starkes Hikite (mit dem Ellenbogen denken, nicht mit der Faust), die Hikite-Faust so drehen, dass der kleine Finger nach oben zeigt, das verstärkt die Spannung des hinteren Ellenbogen
- Gedan Barei auch wirklich gedan schlagen - in unserer Gruppe schlugen die meisten zu hoch, nämlich eigentlich chudan Kamae!

I. Posture / stabiler und aufrechter Stand
1. ZK stehen und Tate Shuto - dabei das hintere Bein beugen, aber nicht so, dass das Knie nach außen geht (kein Fudo Dachi); dann Gyaku Tsuki aus dem hinteren Bein nach vorne schießen. Wie oben beschrieben liegt die Achse an der vorderen Hüfte. Beim Gyaku Tsuki die Hüfte drehen, aber die "Ohren grade halten" :-)
2. ZK stehen und Gyaku Tsuki im Stand (wie oben) und dann den vorderen Fuß zurück ziehen und durch Streckung des hinteren Beins wieder nach vorne schießen (zweiter Gy Ts).
3. Hüfte vor

Den Gy Ts haben wir dann auch mit Partner geübt - André hat den Gy Ts an "Freiwilligen" demonstriert - "any volonteers - it won't be hard" und wenn die Freiwilligen dann vorne standen "not so hard as it may look" oder "only some bruises" oder "not really dangerous" es wurde jedenfalls immer wieder relativiert, sobald jemand vorne stand und der bekam dann ordentlich auf die "Mütze". Torsten durfte einmal Andrés Gyaku Tsuki einstecken - er war sehr beeindruckt, denn anders, als man es sonst kennt, brannte der Tsuki nicht auf der Hautoberfläche, sondern drang direkt unter die Bauchdecke ein und schien dort wie eine Handgranate innerlich zu explodieren!

Gohon Kumite - bzw. tatsächlich dann Sanbon Kumite wegen der Enge in der Halle!
- wirklich "Gedan Barei" zu beginn - siehe oben!
- Distanz überprüfen (die meisten standen zu weit weg)
Beim Vorwärtsgehen nicht zuerst die hintere Ferse heben, sondern den ganzen Fuuß
- den Block nicht zu weit vom Körper entfernt ausführen, sonst kommt direkt ein treffender zweiter Angriff! Age Uke eine Faust breit vor der Stirn, Gedan Barei eine Faust breit über dem Knie, Soto Uke: Ellenbogen grade nach vorne schlagen und auch eine Faust breit vor dem Körper

Übungen für einen stabilen Stand:
- aus Shizen Tai in ZK nach unten (also ohne hochzukommen) vorne springen und zurück (oder "dynamisch fallen")
- aus der Hocke ...
- aus Seiza

Aus Seiza Mae Geri treten (Übung für eine gute Körperhaltung)

Weitere Übungen für einen stabilen Stand:
- Im Shizen Tai Tsukis schlagen - Schultern locker, Hikite hart! Der Körper ist wie ein Nunchaku: Arme und Beine sind locker - Fäuste und Füße hart!
- dann Tsuki 45 Grad
- dann 90 Grad
- dann 180 Grad mit Sprung
- dann anders rum
- dann 360 Grad


II. Rotation
1. Drehung üben - ähnlich Samurai Spirit - Körper auf der Stelle verwringen, extremen Hüfteinsatz
2. Das für die SV nutzen



Beginn der zweiten Einheit: Warmup von Torsten!
Anschließend im Shizen Tai stehen, die Arme wie zu Beginn der Tekki Nidan als Kamae/Ausgangsposition
- auf der Stelle weit rechts rum "verwringen" und mit dem rechten Arm Uraken schlagen, Arm aber nicht schnappen, sondern stehen lassen, Arm nicht strecken; bei der Drehung darauf achten, dass der Fuß auf der Seite des Armes, der schlägt, auf der Hacke dreht, der andere dreht auf dem Ballen; bei diesem Uraken, der stehen bleibt, wird die Hüfte nicht gegengedreht, sondern mit gedeht
- dann anders rum drehen

Spezielles Arm-Warmup von André:
- im Shizen Tai stehen, Arme seitlich auf Schulterhöhe, Handflächen nach oben
- vor dem Körper die Arme überkreuzen und dabei je auf die gegenüberliegende Schulter bzw. Schulterblatt schlagen (ein Arm oben her und ein Arm unter dem anderen Arm her)
- und wieder auseinander - zusammen, auseinander etc.
- dasselbe mit Handflächen nach unten
- Handflächen nach vorne
- und natürlich auch nach hinten
- Dann aus derselben Startposition Uraken zur Seite - Uraken geschnappt: d. h. Hüfte gegen drehen (beim gestoßenen Uraken - siehe oben - geht die Hüfte mit)

Aus der Uraken Übung mit Drehung wurde dann eine Partnerübung kreiert:
- Tori Angriff Oi Tsuki
- Uke dreht sich auf der Stelle knapp seitlich raus und schlägt Uraken, zurück drehen und zur anderen Seite auch nochmal Uraken (noch ein drittes Mal?, zur ersten Seite?)

Weitere Partnerübung:
- Tsuki Jodan - Block Age Uk/Gyaku Tsuki, drehen zur geschlossenen ("blinden") Seite des Tori, also so, dass dieser nicht ohne weiteres weiter angreifen kann, und Uraken

- Block gegen Mae Geri - hier Gedan Barei nach Meinung Andrés nicht optimal. Wenn man ihn da anwendet, dann am besten als Uraken gedacht und wirklich erst im letzten Moment die Faust drehen. Im Realfall habe man bei einem Angriff mit einem Fußtritt allerdings auch gar keine Zeit für einen Schritt zurück mit Armblock. Daher sein Vorschlag: Block mit dem vorderen Bein bzw. Knie, als Soto Ashi Uke (Knie kommt von außen und blockt Mae Geri nach innen) oder als Uchi Ashi Uke (Knie kommt von innen und blockt Keri nach außen). Der Sensei konnte es fantastisch vormachen - allerdings gab es wohl bei den meisten von uns hier eher blaue Flecke. So richtig konsequent wollte hier auch wohl keiner treten bzw. blocken, da die Verletzungsgefahr einfach zu groß ist. Aber im Ernstfall ist diese Übung mit Sicherheit eine Option.

Dann Ushiro Geri üben: ähnlicher Ansatz wie Risto Sensei, nur dass man vor dem Tritt nicht in "Neko Ashi Dashi" dreht und dann tritt, tritt, sondern in Hangetsu Dachi

Dann Ushiro Geri aus größerer Entfernung mit einer "entgegen gesetzten" Drehung um das vordere Bein herum - also z. B. li vor im Kamae stehen, dann nicht rechte Schulter zurück und drehen, sondern in die Richtung drehen, bei der die rechte Schulter vor geht. (????)

Als nächstes Ushiro Geri um das hintere Bein herum drehen. Sehr schwierig...  (????)

ZK mit Tate Shuto Uke, dann Gyaku Tsuki, dann vorderes Bein zurück und mit Drehung und Uraken kontern (????)

2. Tag
Zunächst ging es darum, zu üben, sich auf einer Linie zu bewegen, damit keine Kraft zur Seite verloren geht. Das übten wir wie folgt:

Gyaku Tsuki, Drehung vorne rum - auf der Linie bleiben

Lockerungsübung für die Schultern mit Empi:
rechter Arm Age Empi, Empi nach hinten (wie Hikite), Mawashi Empi, Yoko Empi, zig mal, immer schneller werdend, dann anderer Arm

Dem Partner "eine langen":
Ganz irre Übung mit offenen Händen! Der Beweis, dass man aus großer Lockerheit viel Energie schöpfen kann!
Aus Shizen Tai rechts vor gehen in Fudo Dachi mit Fumi Komi. dabei mit der rechten Hand eine Art Gedan Uke ausführen, aber Hand geöffnet. Die Hand peitscht am Gi des Partners entlang (in Echt: am Körper!). Bewegungsrichtung von oben rechts nach links unten, dann mit derselben Hand quer über den Körper des Partners nach rechts zur Seite und am Schluss hoch zum Hals (bei der Übung hinter den Hals, also quasi in den Nacken) mit Heito Uchi. Dadurch, dass bei der Starbewegung das ganze Körpergewicht fällt, wird die Starttechnik schon unglaublich kraftvoll! Die Übung hatte es echt in sich und man musste sehr vorsichtig agieren - und das, obwohl man fast gar keine Kraft aufwendete!

Variation: Mit beiden Händen gleichzeitig - erst Handkantenschlag Shuto an den Hals, dann auf die Rippen und zum Schluss in die Genitalien (bei der Übung: Innenseite Oberschenkel)

Anschließend: Kombination aus beiden Varianten - Bewegungen frei fließen lassen, große Bewegungen!

Zweite Einheit: Nijushiho Bunkai und Application; Bunkai ist Kata-Analyse - von den Bewegungen her eher an der Kata dran; Application bedeutet freie SV aus der Kata! Einige richtig geile Sachen, von denen ich mir leider nicht viel merken konnte....

Kiba Dachi mit Arm zur Seite, dann Drehung mit Empi in den gestreckten Arm und mit rechts Gedan Barei - das wurde so umgesetzt, dass man den anderen von hinten mit dem linken Arm in den Schwitzkasten nimmt und den rechten Ellenbogen auf den Hinterkopf drückt, dann den rechten Unterarm runter drücken bzw. den Ellenbogen hoch - Vorsich1! Genickbruch möglich!