Erstmals war Landesstützpunkttrainer Andreas Klein auch einmal unter der Woche bei uns zu Gast. Er leitete heute das Training in der Unter- und Oberstufe. Alle Trainer/innen des Vereins waren auch ausdrücklich dazu eingeladen, am Training der Unterstufe teilzunehmen.
Zunächst übten wir reine "Basics" - erst Tsuki, später Age-Uke im Stand. Wie auch Sensei Micha in den vergangenen Wochen, achtete auch Andreas darauf, dass wir beim Zurückziehen des jeweils vorderen Armes immer den Ellenbogen eng am Körper führten. Beim Tsuki war hierfür die Faust schon vor dem Zurückziehen einzudrehen. Auch beim Age-Uke zogen wir direkt den Ellenbogen des Arms nach dem Block zum Körper, so dass der Unterarm quasi senkrecht neben dem Kopf stand, bevor wir den Ellenbogen weiter zur Hüfte führten.
Beim Vorwärtsgehen im ZK legte Andreas Wert auf denselben Schwerpunkt wie auch schon Sensei Micha am Dienstag und wie wir es von Risto kennen: belasten - fließend am Standbein vorbei - hinteres Bein strecken!
Der erste Impuls beim Rückwärtsgehen im ZK war die Gewichtsverlagerung nach hinten durch das Einknicken des hinteren Beins, also auch wieder "belasten - fließend am Standbein vorbei - strecken". Andreas ließ die Unterstufenkaratekas das immer und immer wieder üben. Er wies darauf hin, dass diese Bewegungsmuster schon in der Heian Shodan vorkämen und dass diese Kata dadurch im Grunde eine gute Vorbereitung für das Kumite sei - wer hätte das gedacht!? :-)
Es gab hierzu auch eine kurze Partnerübung mit Okuri Kumite: A geht rechts zurück mit Gedan Barei, Angriff Tsuki Jodan - B blockt mit Age-Uke, greift wieder an mit Tsuki Chudan, A blockt Soto-Uke und greift gleich wieder an mit Mae-Geri, den B mit Nagashi-Uke leicht seitlich raus blockt. Wie gesagt lag hierbei der Fokus nicht auf den korrekt ausgeführten Blocktechniken, sondern ausschließlich auf der korrekten Rückwärtsbewegung.
Anschließend übten wir Heian Sandan - und zwar unter Beachtung der grade vermittelten Basics. Zudem wies Andreas darauf hin, dass wir bei den Drehungen für den folgenden Block keine unnötig großen Ausholbewegungen machen sollten: einfach in die Ausholbewegung hineindrehen! Bei der Drehung aus ZK mit Nukite in Kiba Dachi sollten wir darauf achten, nicht zu weit zu drehen, sondern "in der Richtung" zu bleiben. Apropos drehen: immer schön auf der Ferse!
Zur letzten Technik der Kata hört man oft, dass man mit der oberen Faust möglichst weit über die Schulter schlagen soll (da dahinter ja der imaginäre Gegner steht). Andreas hat hier eine andere Herangehensweise: Wir sollten an den Hikite-Arm denken und durch eine ausgeprägte Rumpfrotation ein besonders starkes Hikite ausführen - der obere Arm geht dann wie automatisch weit über die Schulter!
Zum Abschluss der Einheit gab es noch eine kurze Bunkai-Sequenz: Tori links zurück mit Gedan Barai - Angriff Tsuki Chudan. Uke dreht sich aus Shizen Tai mit links 90 Grad nach hinten raus und blockt mit dem Ellenbogen, danach - im Sinne der "klebenden Hände" am Gegner dranbleiben und Uraken Jodan ausführen. In der Kata gehts jetzt weiter vor in ZK mit Oi Tsuki. Wir gingen jetzt mit dem linken Bein am vorderen Bein des Angreifers vorbei und den linken Arm nutzten wir, um den Angreifer zu Boden zu werfen. Es war hierbei darauf zu achten, dass man mit dem Bein nicht zu weit am vorderen Bein des anderen vorbei gingen - Knie an Knie, das war optimal!
Auch bei der Oberstufeneinheit ging es zunächst an die Basics, allerdings mit anderem Fokus: Wie könnte ich es besser beschreiben als mit der "Risto-Hüfte"? Andreas fragte uns zwar nicht, wo die Hüfte liegt ("Im Oberschenkel"), aber er beschrieb die Bewegungen genauso wie der Finne. Wir übten einige Male Hüftein- und -ausdrehen im ZK. Dann hatte Andreas hierzu ein paar Zusatzaufgaben: Zunächst sollten wir auf die bewusste Belastung der Fersen achten: Beim Hüfte-Eindrehen kam der Druck von der hinteren Ferse, beim Ausdrehen von der vorderen. Anschließend übten wir dies mit angehobenen Fersen - eine Übung, die wohl auch Sensei Okuma so ausführen läßt.
Am Ende der Einheit gab es noch eine kurze Kihon-Sequenz, bei der wir uns wieder in Erinnerung rufen sollten, was wir den Abend über vermittelt bekamen: fünf mal vor mit Tsuki, dann rückwärts mit Soto-Uke, Umsetzen in KB mit Yoko-Empi und Tate Uraken, wieder umsetzen in Gyaku-Tsuki: Beim Soto-Uke sollten wir nicht zu weit hinten ausholen,. Das Umsetzen in KB sollte durch Gewichtsverlagerung erfolgen und beim abschließenden Gyaku-Tsuki sollten wir auf keinen Fall den vorderen Fuß ranziehen, sondern eher weiter nach vorne. Das hatten wir doch alles schonmal gehört? Der Risto läßt grüßen! ;-)
Dazwischen gab es die Nijushiho: Es gab viele Bestätigungen des auch bisher schon von uns Geübten. Die Anfangsbewegung führt Andreas aber etwas schlichter aus als wir sie in unserer sonntäglichen Kata-Einheit machen: Der linke Arm holt grade vorne aus mit geöffneter Handfläche (und nicht im großen Bogen). Den Empi sollten wir höchstens auf Kinnhöhe stoßen und hierbei in einem sehr kurzen ZK stehen - den hinteren Fuß also nicht zu nah an das vordere Bein heranziehen.
Einen Fokus legte Andreas dann auf die nun folgende Drehung, die wir stark aus der Hüfte ausführen sollten. Nach der Drehung erfolgte ein Akzent durch das Heranziehen der Fäuste an die Hüfte und die Arme wurden dann durch einen erneuten Hüftimpuls nach vorne gestoßen.
Bei dem nun folgenden Age-Uke sollten wir bereits die Ausholbewegung als Block ansehen. Der Age-Uke sollte dann als Angriff gedeutet werden, also als Age-Uchi. Achtung beim folgenden Age-Empi: bitte nicht zu hoch schlagen und die Rumpfdrehung nicht zu sehr übertreiben - sie sollte nicht ausgeprägter ausfallen, als beim Gyaku-Tsuki und wir übten diese Passage tatsächlich auch ein paar mal mit Gyaku-Tsuki vor dem Age-Empi.
Viele von Andeas' Erklärungen waren Wiederholungen von Aspekten, die ich persönlich schon gehört hatte. Eine Besonderheit war noch die Ausführung des Zanshin-Dachi, den Shihan Ochi derzeit so ausführt, dass man fast auf einer Linie steht - mindestens die Ferse des einen Fußes in einer Linie mit den Zehen des anderen.
Zum Abschluss der eine Eindreiviertelstunde dauernden Einheit gab es noch drei Bunkai-Sequenzen:
1. Haisho-Uke mit links im KK, vor mit Empi in die offene Hand im KB, Gedan-Barai mit rechts (linker Arm bleibt), linker Fuß geht am rechten vorbei in KB mit Haisho-Uke: Partner rechts vor im ZK, Angriff mit links Oi Tsuki, Abwehrender weicht nach hinten rechts aus mit Suri Ashi in KK, linker Arm Tate-Shuto-Uke, vorgleiten mit Yoko-Empi an den Rumpf/die Rippen des Partners, Gedan Barai vor die Genitalien, rechten Arm strecken, weiter am Partner vorbei gehen und den Partner so zu Fall
2. Sequenz beim ersten Kiai: Drehung mit (Gedan Shuto-Uke) und nachfolgendem Jodan Heito-Uchi, Hände öffnen und nach unten stoßen ("Mae Geri blocken"), Fäuste zur Hüfte ziehen und nach unten stoßen ("auf das Knie/Schienbein).
2. Sequenz am ersten Kiai: Partner stehen hintereinander, A fasst B mit rechts von hinten an die Schulter. B dreht sich um und schlägt den Arm des A mit dem gestreckten linken Arm weg, gleich darauf Heito-Uchi vor den Hals des A. Die folgenden Techniken nicht wie in der Kata als Block und Konter gegen Mae-Geri nutzen, sondern als Angriff zum Hals / Gesicht des Partners: rechte Hand greift in den Nacken, links ins Gesicht, eventuell mit geöffneten Fingern, so dass man die Augen trifft. Die rechte Hand wird jetzt nach vorne gegen den Kopf geschoben und die linke zieht z. B. an der Jacke dagegen. Ggf. noch einmal nachstoßen.
3. Letzte Techniken: Partner fasst den anderen mit rechts am Revers. Der andere greift mit der rechten Hand die Faust am Revers und schlägt mit dem linken Arm von außen gegen den Ellenbogen des fassenden Arms. (An dieser Stelle war eigentlich für Seibel und mich schon die Übung beendet - wir hätten jetzt entweder einen Tritt gegen das Knie durchgeführt oder den anderen einfach weiter zu Boden gebracht, aber Andreas führte die Übung anders weiter:) Der rechte Arm übernimmt den gefassten Arm und beide Arme gehen zunächst zur Hüfte, bevor der Abwehrende einen Schritt vor geht und den Gegner mit gestreckten Armen nach hinten weg stößt.
Freitag, 21. Dezember 2012
Dienstag, 18. Dezember 2012
"Fließend am Standbein vorbei" - Training mit Michael Jarchau
Wow, da hatte sich ja das Aufraffen gelohnt, heute! Ich hatte einen Anflug von Erkältung und es wäre sicherlich auch vernünftig gewesen, heute mal mit dem Training auszusetzen. Aber heute war Training bei Sensei Micha Jarchau angesagt und das lasse ich mir doch nur im äußersten Notfall entgehen! Das Dojo war auch gut gefüllt mit Karatekas von Grün bis Schwarz!
Micha deutete an, dass wir nach dem wettkampforientierten Training der vergangenen Wochen nun wieder an verschiedenen Bewegungsmustern arbeiten wollten und er gab uns Trainern die Bitte mit auf den Weg, diese auch in den Einheiten mit den Gruppen zu üben, wenn er nicht da ist.
Wir starteten mit Kihon und zwar dem Vorgehen im ZK (zunächst ohne Fausttechnik). Mein Trainingspartner Torsten und ich mussten uns einige Male grinsend Seitenblicke zuwerfen und uns zuzwinkern, als wir doch uns sehr bekannte Bewegungsmuster wiedererkannten: Micha beschrieb es zwar vielleicht ein klein wenig anders, aber im Grunde lief es doch auf das heraus, was wir auch von Risto kennen: vorderes Bein belasten, fließend am Standbein vorbei und hinteres Bein durchstrecken. Anfangs hatte Micha noch mit dem hinteren Bein am Standbein gestoppt - aber hinterher zog er auch wie wir am Standbein vorbei und setzte dann erst eine Zäsur.
So übten wir zunächst den Gyaku Tsuki und dann den Oi Tsuki. Wir sollten jeweils darauf achten, die Hüfte möglichst spät einzudrehen - beim Vorgehen mit Oi Tsuki aus dem ZK mit links vor also z. B. die linke Seite zunächst weiter vor schieben und erst beim Strecken des hinteren Beines die andere Körperseite vordrücken. Eine weitere Parallele zur "Frankfurter Schule" war eine Beschreibung für das Vorwärtsgehen im ZK mit Impuls von vorne - also als ersten Gedanken nicht hinten abdrücken, sondern an das vordere Bein ranziehen: Wir sollten in der Ausgangsstellung sehr lang stehen, das vordere Bein weit vorschieben und dabei die Fußspitze des vorderen Beins leicht nach innen drehen. Micha beschrieb es so, dass wir an einen breiten Kiba-Dachi denken sollten, den wir etwa 45 Grad in Laufrichtung stehen sollten, bevor wir uns dann nach vorne ziehen. Torsten und ich bewegten uns beinahe automatisch "risto-like" - Gewicht etwas mehr auf dem hinteren Bein und das vordere weit vorgeschoben, Fuß leicht nach innen gedreht - denn wir wissen ja: wenn man den Fuß auf diese Weise vorschiebt, dann stottert er nicht :-)
Dann ging es an den Gyaku-Tsuki: Auch Micha beschrieb zunächst, dass es viele Arten von Gyaku-Tsuki gibt. Zunächst übten wir den "Klassiker": Gewicht auf das hintere, gebeugte Bein, Hüfte ausdrehen, dann hinteres Bein strecken, vorderes vorschieben und Gyaku-Tsuki ausführen - und sofort wieder Fuß und Tsuki zurückziehen.
Als nächstes wieder aus der "45-Grad-Kiba-Dachi"-Position: jetzt nicht den Impuls von hinten kommen lassen, sondern nach vorne ziehen. Hier hatte man schon fast automatisch den Ansatz für den "überlaufenen Gyaku-Tsuki" - die Faust war durch die Dynamik des schnellen Vorwärtsziehens bald vor dem Bein vorne!
Dann stellte Micha uns in zwei Reihen längs in der Halle auf. Der jeweils erste in einer Reihe drehte sich frontal zu dem zweiten um. Die Karateka in der Reihe sollten nun der Reihe nach auf den Ersten zu laufen und wenn sie sich in Reichweite befanden, sollte der Erste einen Gyaku-tsuki wie folgt ausführen: hinten abdrücken, vorderes Bein nach vorne und sofort wieder zurückziehen. Dann stand auch schon der nächste vor ihm und so hagelte es je drei Runden lang Tsukis, Tsukis, Tsukis! Die Leute aus der Reihe mussten sich nach ihrem einkassierten Treffer jeweils wieder hinten anstellen, nach drei Runden wurde der Ausführende vorne ausgewechselt, bis jeder einmal vorne war.
In der nächsten Runde kam der erste Impuls aus der Reihe - mit Kizami Tsuki. Der "umgedrehte Vordermann" hatte jetzt mit dem hinteren Bein seitlich auszuweichen und mit dem vorderen Arm Tsuki auszuführen, dann sofort Hüftdrehung nach links und wieder Gyaku-Tsuki. Diese Übung kannten wir schon vom Trainingslager - und alle, die das verpasst hatten, waren selber Schuld...sie taten sich nämlich ziemlich schwer mit der Kombination!
Als krönenden Abschluss gab es eine "Stationsübung": Wir wurden fast im Kreis am gesamten Hallenrand aufgestellt - abwechselnd links vor und rechts vor und jeweils mit Blick in entgegengesetzte Richtung (einer in die Hallenmitte, der Nachbar zum Hallenrand). Der Reihe nach sollten wir jetzt von Station zu Station - von Karateka zu Karateka laufen und dort zunächst Gyaku-Tsuki chudan ausführen - immer spiegelverkehrt stehend. Beim Weiterlaufen zum nächsten Partner sollten wir darauf achten, dass wir jeweils am vorderen Bein des grade Geschlagenen vorbei liefen - und nicht zur körperoffenen Seite (da von dort möglicherweise ein Konter kommen könnte).
Um das Vorbeilaufen am richtigen Bein zu üben, sollten wir im weiteren Verlauf nach dem Gyaku-Tsuki quasi "im Vorbeilaufen" mit dem hinteren Bein Ashi Barai gegen das vordere Bein des Partners treten. Hui, das klappte sogar - zwei meiner Partnerinnen fielen einfach um! :-)
In der nächsten Runde hieß es dann: Ashi Barai mit dem vorderen Bein - und zwar standen wir diesmal spiegelgleich (also z. B. beide links vor); mit dem Zurückziehen des Gyaku Tsuki, für den man recht tief "eintauchen" und das vordere Bein quasi zwischen die Füße des Partners schieben sollte, führten wir dann den Ashi-Barai aus. Auch das hat ganz gut funktioniert - wenn ich mir auch sicher bin, dass einige von uns morgen ein paar blaue Flecke an den Schienbeinen haben werden ;-)
Nächste Runde: die Übung vom Trainingslager aufgreifen - hinteres Bein seitlich raussetzen, Tsuki / Hüftdrehung und nochmal Gyaku-Tsuki. Das war schon deutlich schwerer, da man erst einmal aufhören musste, darüber nachzudenken, welches Bein jetzt zur Seite gesetzt werden musste :-)
Vorletzter Durchgang: hinteres Bein seitlich mit Gyaku-Tsuki, das hintere Bein dann wieder ranziehen und mit diesem Yoko-Geri. Hey, das war ein Spaß! :-)
Zu guter Letzt überraschte mich Micha doch glatt noch, indem er das plyometrische Prinzip einbaute: wir sollte zum finale furioso vor dem Partner hochspringen (hierbei die Knie zur Brust ziehen), bei der Landung kurz tief gehen, um dann mit Kizami-Tsuki und Gyaku-Tsuki anzugreifen. Das erinnerte ein bisschen an den "Risto-Hampelmann": im ZK stehen, Füße im vorderen Drittel des Standes durch einen Sprung schließen und beim Auseinandergleiten vor mit Kizami-Tsuki. Und wir waren wohl alle nach der ganzen Runde ziemlich außer Puste!
Fest steht: Die meisten der heutigen Übungen gehören für viele von uns noch lange nicht zur Trainingsroutine und sollten noch häufig geübt werden - auf geht's :-)
Micha deutete an, dass wir nach dem wettkampforientierten Training der vergangenen Wochen nun wieder an verschiedenen Bewegungsmustern arbeiten wollten und er gab uns Trainern die Bitte mit auf den Weg, diese auch in den Einheiten mit den Gruppen zu üben, wenn er nicht da ist.
Wir starteten mit Kihon und zwar dem Vorgehen im ZK (zunächst ohne Fausttechnik). Mein Trainingspartner Torsten und ich mussten uns einige Male grinsend Seitenblicke zuwerfen und uns zuzwinkern, als wir doch uns sehr bekannte Bewegungsmuster wiedererkannten: Micha beschrieb es zwar vielleicht ein klein wenig anders, aber im Grunde lief es doch auf das heraus, was wir auch von Risto kennen: vorderes Bein belasten, fließend am Standbein vorbei und hinteres Bein durchstrecken. Anfangs hatte Micha noch mit dem hinteren Bein am Standbein gestoppt - aber hinterher zog er auch wie wir am Standbein vorbei und setzte dann erst eine Zäsur.
So übten wir zunächst den Gyaku Tsuki und dann den Oi Tsuki. Wir sollten jeweils darauf achten, die Hüfte möglichst spät einzudrehen - beim Vorgehen mit Oi Tsuki aus dem ZK mit links vor also z. B. die linke Seite zunächst weiter vor schieben und erst beim Strecken des hinteren Beines die andere Körperseite vordrücken. Eine weitere Parallele zur "Frankfurter Schule" war eine Beschreibung für das Vorwärtsgehen im ZK mit Impuls von vorne - also als ersten Gedanken nicht hinten abdrücken, sondern an das vordere Bein ranziehen: Wir sollten in der Ausgangsstellung sehr lang stehen, das vordere Bein weit vorschieben und dabei die Fußspitze des vorderen Beins leicht nach innen drehen. Micha beschrieb es so, dass wir an einen breiten Kiba-Dachi denken sollten, den wir etwa 45 Grad in Laufrichtung stehen sollten, bevor wir uns dann nach vorne ziehen. Torsten und ich bewegten uns beinahe automatisch "risto-like" - Gewicht etwas mehr auf dem hinteren Bein und das vordere weit vorgeschoben, Fuß leicht nach innen gedreht - denn wir wissen ja: wenn man den Fuß auf diese Weise vorschiebt, dann stottert er nicht :-)
Dann ging es an den Gyaku-Tsuki: Auch Micha beschrieb zunächst, dass es viele Arten von Gyaku-Tsuki gibt. Zunächst übten wir den "Klassiker": Gewicht auf das hintere, gebeugte Bein, Hüfte ausdrehen, dann hinteres Bein strecken, vorderes vorschieben und Gyaku-Tsuki ausführen - und sofort wieder Fuß und Tsuki zurückziehen.
Als nächstes wieder aus der "45-Grad-Kiba-Dachi"-Position: jetzt nicht den Impuls von hinten kommen lassen, sondern nach vorne ziehen. Hier hatte man schon fast automatisch den Ansatz für den "überlaufenen Gyaku-Tsuki" - die Faust war durch die Dynamik des schnellen Vorwärtsziehens bald vor dem Bein vorne!
Dann stellte Micha uns in zwei Reihen längs in der Halle auf. Der jeweils erste in einer Reihe drehte sich frontal zu dem zweiten um. Die Karateka in der Reihe sollten nun der Reihe nach auf den Ersten zu laufen und wenn sie sich in Reichweite befanden, sollte der Erste einen Gyaku-tsuki wie folgt ausführen: hinten abdrücken, vorderes Bein nach vorne und sofort wieder zurückziehen. Dann stand auch schon der nächste vor ihm und so hagelte es je drei Runden lang Tsukis, Tsukis, Tsukis! Die Leute aus der Reihe mussten sich nach ihrem einkassierten Treffer jeweils wieder hinten anstellen, nach drei Runden wurde der Ausführende vorne ausgewechselt, bis jeder einmal vorne war.
In der nächsten Runde kam der erste Impuls aus der Reihe - mit Kizami Tsuki. Der "umgedrehte Vordermann" hatte jetzt mit dem hinteren Bein seitlich auszuweichen und mit dem vorderen Arm Tsuki auszuführen, dann sofort Hüftdrehung nach links und wieder Gyaku-Tsuki. Diese Übung kannten wir schon vom Trainingslager - und alle, die das verpasst hatten, waren selber Schuld...sie taten sich nämlich ziemlich schwer mit der Kombination!
Als krönenden Abschluss gab es eine "Stationsübung": Wir wurden fast im Kreis am gesamten Hallenrand aufgestellt - abwechselnd links vor und rechts vor und jeweils mit Blick in entgegengesetzte Richtung (einer in die Hallenmitte, der Nachbar zum Hallenrand). Der Reihe nach sollten wir jetzt von Station zu Station - von Karateka zu Karateka laufen und dort zunächst Gyaku-Tsuki chudan ausführen - immer spiegelverkehrt stehend. Beim Weiterlaufen zum nächsten Partner sollten wir darauf achten, dass wir jeweils am vorderen Bein des grade Geschlagenen vorbei liefen - und nicht zur körperoffenen Seite (da von dort möglicherweise ein Konter kommen könnte).
Um das Vorbeilaufen am richtigen Bein zu üben, sollten wir im weiteren Verlauf nach dem Gyaku-Tsuki quasi "im Vorbeilaufen" mit dem hinteren Bein Ashi Barai gegen das vordere Bein des Partners treten. Hui, das klappte sogar - zwei meiner Partnerinnen fielen einfach um! :-)
In der nächsten Runde hieß es dann: Ashi Barai mit dem vorderen Bein - und zwar standen wir diesmal spiegelgleich (also z. B. beide links vor); mit dem Zurückziehen des Gyaku Tsuki, für den man recht tief "eintauchen" und das vordere Bein quasi zwischen die Füße des Partners schieben sollte, führten wir dann den Ashi-Barai aus. Auch das hat ganz gut funktioniert - wenn ich mir auch sicher bin, dass einige von uns morgen ein paar blaue Flecke an den Schienbeinen haben werden ;-)
Nächste Runde: die Übung vom Trainingslager aufgreifen - hinteres Bein seitlich raussetzen, Tsuki / Hüftdrehung und nochmal Gyaku-Tsuki. Das war schon deutlich schwerer, da man erst einmal aufhören musste, darüber nachzudenken, welches Bein jetzt zur Seite gesetzt werden musste :-)
Vorletzter Durchgang: hinteres Bein seitlich mit Gyaku-Tsuki, das hintere Bein dann wieder ranziehen und mit diesem Yoko-Geri. Hey, das war ein Spaß! :-)
Zu guter Letzt überraschte mich Micha doch glatt noch, indem er das plyometrische Prinzip einbaute: wir sollte zum finale furioso vor dem Partner hochspringen (hierbei die Knie zur Brust ziehen), bei der Landung kurz tief gehen, um dann mit Kizami-Tsuki und Gyaku-Tsuki anzugreifen. Das erinnerte ein bisschen an den "Risto-Hampelmann": im ZK stehen, Füße im vorderen Drittel des Standes durch einen Sprung schließen und beim Auseinandergleiten vor mit Kizami-Tsuki. Und wir waren wohl alle nach der ganzen Runde ziemlich außer Puste!
Fest steht: Die meisten der heutigen Übungen gehören für viele von uns noch lange nicht zur Trainingsroutine und sollten noch häufig geübt werden - auf geht's :-)
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Eindrücke vom Vereinsturnier 2012
In diesem Jahr fanden sich
eine ordentliche Anzahl Starter beim Vereinsturnier ein. Besonders erfreulich
war, dass sich so viele Münsteraner getraut haben, sich im Kata und Kumite zu
messen. Wenn alle Kinder am Ball bleiben – oder besser: am Sandsack -, können
wir voraussichtlich im nächsten Jahr auch die Disziplinen der Kinder Oberstufe
besetzen.
Ein bisschen mehr Mut an den Tag legen könnten die jugendlichen und erwachsenen Karatkeas der Unterstufe – hier hatten sich
nur Frances und Sophie angemeldet – und sehr spontan kam noch Sarah Potthoff
dazu. Sie „war eigentlich noch in Australien“ – hatte ihren mehrmonatigen
Aufenthalt in Down Under leider bereits nach ein paar Wochen wieder abbrechen
müssen und war nur zum Zuschauen ins Dojo gekommen. Einmal vor Ort wurde sie aber
sofort von der Kampfatmosphäre gefangen genommen, dass es nur wenig
Überredungskunst bedarf: Ruckzuck waren ein Gi und ein Obi ausgeliehen und los
ging es – quasi ohne Aufzuwärmen und aus dem Stand auf das Podest: Platz 1 im
Kumite und Platz 3 in Kata! Da waren wir Kampfrichter uns schnell einig: Sie
hatte eindeutig den Technikerpreis verdient!
Aber jetzt habe ich vorgegriffen: Vor der
Siegerehrung gab es natürlich noch viele spannende Kämpfe und es zeigte sich
deutlich, dass sich das intensive Wettkampftraining der vergangenen Wochen
gelohnt hatte. Alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich regelmäßig
samstags zum Wettkampfvorbereitung eingefunden hatten, standen auf dem Podest!
Vielleicht macht das ja auch den anderen Karatekas Lust, sich samstags aufzuraffen.
Eine sehr schöne Mannschaftskata zeigten z. B.
Corina, Karin und Konny und holten sich damit die Silbermedaille! Auch
für Alex Schmidt hat sich der große Trainingsfleiß gelohnt: Er zeigte eine
beachtliche Bassai Dai und scheiterte im Kumite erst im Kampf um Platz 1 gegen
Martin Driewer aus Wesel.
Absolut beeindruckend immer
wieder: Madeleine und ihre Bassai Dai, für die es Bestnoten und Applaus gab.
Madeleine ist in diesem Jahr zum voraussichtlich letzten Mal beim
Vereinsturnier gestartet – im kommenden April wird sie wohl ihre Prüfung zum 1.
Dan ablegen und dann als Starterin bei unserem Familienturnier (Starterfeld nur
bis 1. Kyu) nicht mehr in Frage kommen.
Sehr beachtlich waren auch die Leistungen
unserer Freunde aus Wesel. Vanessa Wolf und Janine Müller brillierten in Kata
und Kumite und auch Beate Kolb und Thomas Grüttgen konnten sich auf dem
Siegerpodest ein Plätzchen sichern. Eine sehr gute Leistung zeigte auch Martin
Driewer, der in Kata auf Platz zwei kam und im Kumite Alex besiegte und sich
die Goldmedaille sicherte.
Bei
all den Erfolgen und beachtlichen Leistungen war jedoch wohl das Schönste an
diesem Tag, dass er abseits der Kampffläche äußerst harmonisch und reibungslos
und vor allem frei von Verletzungen ablief. Anschließend hieß es dann: “Von der
Kampffläche auf die Tanzfläche und man sagt, dass es auch hier in puncto
Spaßfaktor und Partylaune so einige Erstplatzierte gegeben haben soll ..... J
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Sonntag, 16. Dezember 2012
Zweikämpfe zum Aufwärmen
1. Kontaktaufnahme, Senken der Hemmschwelle für Körperkontakt (speziell Anfängertraining, Kindertraining, SV-Kurse,):
- Abschlagen (Oberarm, Oberschenkel, beides), viel bewegen, treffen, ausweichen, täuschen bei "Backpfeife" 10 "Strafliegestütze"
- Fangenspielen mit Erlösen: Ein Fänger; wer gefangen wird, muss stocksteif im Raum stehen bleiben; Erlösung durch einen noch "Freien", der den Gefangenen von hinten umklammer und kurz vom Boden hochheben muss
- Volle Kraft voraus: zu zweit zusammen, beide stehen hintereinander, Hintermann fasst Vordermann an die Hüften, Vordermann versucht, eine vorher festgelegte Ziellinie zu erreichen, Hintermann versucht, dies zu verhindern (auch gute Übung spielerisch, Zenkutsu Dachi und Kokotsu Dachi zu üben)
2. Zweikampf als "Krafttraining":
- Rückenschieben: Rücken an Rücken stellen, Beine leicht gebeugt, beide stehen auf einer Linie und versuchen auf Kommando, sich möglichst weit von der Linie wegzudrängen; Varianten: ohne Armeinsatz oder mit eingehakten Armen
- Seitschieben - wie Rückenschieben, nur Schulter an Schulter - optimaler Weise zwei Durchgänge - einmal Schulterwechsel
- Liegestützschieben - Seitschieben, nur im Liegestütz
- Liegestützkampf: Beide im Liegestütz voreinander, versuchen, sich gegenseitig die Arme wegzuziehen (wer innerhalb einer Minute die meisten Treffer hat, gewinnt)
- Umlaufen: A kniet in der "Bankposition", B steht A gegenüber und liegt mit dem kompletten Oberkörper auf A, Hände auf dem eigenen Rücken verschränkt; B versucht nun, unter Beibehalten des Körperkontakts, um den knieenden A herumzulaufen. Die Aufgabe ist erfüllt, wenn B (ggf. innerhalb einer bestimmten Zeit) A einmal halb umlaufen hat. A versucht, das zu verhindern.
- Drehen zum Obermann: Beide Partner sitzen Rücken an Rücken, die Beine sind gestreckt, Arme vor der Brust verschränkt; auf Kommando lösen beide die Arme, drehen sich zum Partner und versuchen, den anderen zu Boden zu bringen, selber also zum Obermann zu werden.
- Variante: beide liegen nebeneinander auf dem Rücken, der Kopf befindet sich jeweils neben den Füßen des anderen; auf Kommando richten sich beide auf und versuchen, hinter den Partner zu kommen.
- Aus dem Kniestand auf den Boden: Beide knien voreinander und fassen sich an die Schultern (Variante: ein Arm auf die Schulter des anderen, ein Arm unter die Schulter) und versuchen, sich durch Drehen, Ziehen und Drücken mit dem Arm oder Kopf auf den Boden zu bringen. Bei Bodenkontakt des anderen gibt es für den "Sieger" einen Punkt. Wer zuerst fünf Punkte erreicht hat, hat gewonnen.
- Aufstehen aus der Bankposition: A kniet in der "Bank", B umfasst ihn von hinten. A versucht, aufzustehen und B muss das verhindern.
- Einfädeln: Partner umfassen sich im Zwiegriff (ein Arm über, ein Arm unter der Schulter des anderen); beide versuchen nun, es zu schaffen, BEIDE Arme unter die Schulter des anderen zu bekommen.
- Auf einem Bein aus dem Gleichgewicht: beide stehen auf einem Bein gegenüber, fassen je das andere Bein des anderen. Ziel ist es, den anderen durch Ziehen oder Beinanheben möglichst oft aus dem Gleichgewicht zu bringen; wer den Gegner innerhalb von zwei Minuten am häufigsten aus dem Gleichgewicht gebracht hat, hat gewonnen; nach jedem Punktgewinn (oder nach Ansage) wird das Standbein gewechselt
- Ausheben: Voreinander im Zwiegriff stehen und versuchen, den Partner mit beiden Beinen vom Boden zu lösen. Wer innerhalb einer Minute die meisten Punkte hat, ist Sieger.
- Storchenkampf: Partner stehen auf einem Bein voreinander, die Arme vor der Brust verschränkt; sie versuchen, sich durch Rempeln oder Ausweichen so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass der andere gezwungen ist, das andere Bein abzusetzen. Wer nach drei Minuten die meisten Punkte hat, ist Sieger;
- Beinhakeln: Partner liegen, die Arme seitlich am Körper, in entgegengesetzter Richtung nebeneinander, Hüften auf gleicher Höhe; das jeweils innere Bein wird gestreckt angehoben und mit dem Bein des anderen verhakt; jeder versucht, das angehobene Bein des Gegners auf Kommando so zu drücken, dass der Gegner eine Rückwärtsrolle machen muss.
- Abschlagen (Oberarm, Oberschenkel, beides), viel bewegen, treffen, ausweichen, täuschen bei "Backpfeife" 10 "Strafliegestütze"
- Fangenspielen mit Erlösen: Ein Fänger; wer gefangen wird, muss stocksteif im Raum stehen bleiben; Erlösung durch einen noch "Freien", der den Gefangenen von hinten umklammer und kurz vom Boden hochheben muss
- Volle Kraft voraus: zu zweit zusammen, beide stehen hintereinander, Hintermann fasst Vordermann an die Hüften, Vordermann versucht, eine vorher festgelegte Ziellinie zu erreichen, Hintermann versucht, dies zu verhindern (auch gute Übung spielerisch, Zenkutsu Dachi und Kokotsu Dachi zu üben)
2. Zweikampf als "Krafttraining":
- Rückenschieben: Rücken an Rücken stellen, Beine leicht gebeugt, beide stehen auf einer Linie und versuchen auf Kommando, sich möglichst weit von der Linie wegzudrängen; Varianten: ohne Armeinsatz oder mit eingehakten Armen
- Seitschieben - wie Rückenschieben, nur Schulter an Schulter - optimaler Weise zwei Durchgänge - einmal Schulterwechsel
- Liegestützschieben - Seitschieben, nur im Liegestütz
- Liegestützkampf: Beide im Liegestütz voreinander, versuchen, sich gegenseitig die Arme wegzuziehen (wer innerhalb einer Minute die meisten Treffer hat, gewinnt)
- Umlaufen: A kniet in der "Bankposition", B steht A gegenüber und liegt mit dem kompletten Oberkörper auf A, Hände auf dem eigenen Rücken verschränkt; B versucht nun, unter Beibehalten des Körperkontakts, um den knieenden A herumzulaufen. Die Aufgabe ist erfüllt, wenn B (ggf. innerhalb einer bestimmten Zeit) A einmal halb umlaufen hat. A versucht, das zu verhindern.
- Drehen zum Obermann: Beide Partner sitzen Rücken an Rücken, die Beine sind gestreckt, Arme vor der Brust verschränkt; auf Kommando lösen beide die Arme, drehen sich zum Partner und versuchen, den anderen zu Boden zu bringen, selber also zum Obermann zu werden.
- Variante: beide liegen nebeneinander auf dem Rücken, der Kopf befindet sich jeweils neben den Füßen des anderen; auf Kommando richten sich beide auf und versuchen, hinter den Partner zu kommen.
- Aus dem Kniestand auf den Boden: Beide knien voreinander und fassen sich an die Schultern (Variante: ein Arm auf die Schulter des anderen, ein Arm unter die Schulter) und versuchen, sich durch Drehen, Ziehen und Drücken mit dem Arm oder Kopf auf den Boden zu bringen. Bei Bodenkontakt des anderen gibt es für den "Sieger" einen Punkt. Wer zuerst fünf Punkte erreicht hat, hat gewonnen.
- Aufstehen aus der Bankposition: A kniet in der "Bank", B umfasst ihn von hinten. A versucht, aufzustehen und B muss das verhindern.
- Einfädeln: Partner umfassen sich im Zwiegriff (ein Arm über, ein Arm unter der Schulter des anderen); beide versuchen nun, es zu schaffen, BEIDE Arme unter die Schulter des anderen zu bekommen.
- Auf einem Bein aus dem Gleichgewicht: beide stehen auf einem Bein gegenüber, fassen je das andere Bein des anderen. Ziel ist es, den anderen durch Ziehen oder Beinanheben möglichst oft aus dem Gleichgewicht zu bringen; wer den Gegner innerhalb von zwei Minuten am häufigsten aus dem Gleichgewicht gebracht hat, hat gewonnen; nach jedem Punktgewinn (oder nach Ansage) wird das Standbein gewechselt
- Ausheben: Voreinander im Zwiegriff stehen und versuchen, den Partner mit beiden Beinen vom Boden zu lösen. Wer innerhalb einer Minute die meisten Punkte hat, ist Sieger.
- Storchenkampf: Partner stehen auf einem Bein voreinander, die Arme vor der Brust verschränkt; sie versuchen, sich durch Rempeln oder Ausweichen so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass der andere gezwungen ist, das andere Bein abzusetzen. Wer nach drei Minuten die meisten Punkte hat, ist Sieger;
- Beinhakeln: Partner liegen, die Arme seitlich am Körper, in entgegengesetzter Richtung nebeneinander, Hüften auf gleicher Höhe; das jeweils innere Bein wird gestreckt angehoben und mit dem Bein des anderen verhakt; jeder versucht, das angehobene Bein des Gegners auf Kommando so zu drücken, dass der Gegner eine Rückwärtsrolle machen muss.
- Sumo: Beide stehen voreinander im Sochin Dachi, je einen Ellenbogen waagerecht vor den Ellenbogen des anderen, anderen Arm senkrecht aufstellen mit dem Ellenbogen an der Faust des waagerechten Arms; auf Kommando den anderen am Gürtel/Gi packen und versuchen, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wer zuerst einen Fuß vom Boden lösen muss, hat verloren
- Variante zum Sumo (speziell für Anfänger geeignet, da kein Gi / Obi erforderlich ist): die Partner fassen sich gegenseitig an einer Hand, Arm gestreckt und versuchen, sich gegenseitig auf den Po zu schlagen
- im Kreis stehen und den Ball so zuwerfen, dass jeder den Ball einmal fängt. Im nächsten Durchgang dieselbe Reihenfolge beibehalten; dann rückwärts (das geht auch als Kennlernspiel mit Namen- nennen); oder: einen Ball weiter vorwärts werfen, einen weiteren (anders aussehenden) ins Spiel bringen und den rückwärts werfen; Variante: zusätzlich noch einen dritten Ball rechts oder links rum im Kreis herumgehen lassen.
- alle laufen durch die Halle, es wird ein Ball zu geworfen - wer ihn fängt, muss eine Aufgabe erfüllen (z. B. Mae-Geri ausführen) und den Ball wieder weitergeben; im Spielverlauf werden weitere (anders aussehende Bälle ausgegeben, die andere Aufgaben "auslösen")
Karate-AG Schlaun 1. Stunde
Stunde 1:
Vorbereitung: Schnellhefter, Papier, Stifte, Scheren,
Müslischalen, rote Pappe, Kleber Edding, Musik? CD-Player?
-
Anwesenheit, Vorstellung Kinder
-
Vorkenntnisse, Erwartungen?
-
Persönlichkeiten? Karate Kid, Kungfu Panda, Last
Samurai, Ninja, Musik: Eye oft he Tiger, Kungfu Fighting
Ausblick:
-
Hintergründe/Philosophie
-
Geschichte
o
Japan
o
Karate
-
Techniken
-
Selbstverteidigung
Nächsten Male bitte Sportzeug und ggf. Duschzeug mitbringen!
Technik:
Karate besteht aus vielen Faust- und Fußtechniken, aber im
Grunde ganzer Körper Waffe! Die härtesten Körperteile z. B. Ellenbogen, Knie,
Handballen
Faust machen, Tsuki erklären
Tsuki in die Luft, an der Pratze am Sandsack – tut weh!
Erster Schluss daraus: Karate / SV erfordert Abhärtung!
-> Thema der nächsten Stunde
Zweiter Schluss daraus: Faust für ernsthafte SV nicht optimal! Besser
Handkante oder Ellenbogen nutzen
SV: Umklammerung – mit dem Ellenbogen nach hinten stoßen!
PAUSE
Karate – Schriftzeichen, Bedeutung chinesische Hand (hierzu
später bei Geschichte mehr), leere Hand; leer, weil ohne Waffen
Karate als Sport und als Lebensweise , -weg: Karate-Do
Aufgabe: Schriftzeichen abzeichnen
Herkunft: Japan bzw. Okinawa
Ursprung: China
Asienkarte ausdrucken und mitbringen, Kinder müssen China
und Japan und Okinawa einzeichnen
Japan – Flagge, Kinder sollen basteln aus roter Pappe mit
Müslischale Kreis aufmalen und ausschneiden, auf weißes Papier kleben
Historie aus Nino Buch erzählen
Handwerkszeuge als Waffen: Kobudo, keine Waffen: Karate
Tödliche SV zum Überleben der Bauern! Geheime Techniken, vom
Schüler an den Meister weitergegeben.
Modernes Karate: Funakoshi – Bild
Karate für alle, für Körper und Geist – Verbreitung über
Schulen, erstmals Kihon, Kata, Kumite (Begriffe aufschreiben)
Kihon – Grunddechniken, ohne Partner
Kumite – Partnerübungen (im Shotokan ohne verletzenden
Kontakt, Kontrolle)
Kata – Kampfkunst-Choreografie, 27, verschiedene
Schwierigkeitsgrade ->
Selbstverteidigung
Karate-AG Schlaun 2. Stunde
Wiederholung vom letzten Mal:
Faust machen – Tsuki erklären, Sandsack, Pratze
Möglichkeiten der Abhärtung erarbeiten und ggf. ausprobieren (fett)
-
Sandsacktraining
-
Makiwaratraining
-
Krafttraining
– Situps, Backups, Liegestütz/Armstütz (1 Minute)
- Liegestütze
auf den Fäusten
-
Barfuß im Schnee
Kata laufen
-
Lange und hart trainieren
-
Hunger und Durst überwinden können
-
Müdigkeit überwinden können
-
Mit den Händen in Erbsen, Kies oder Sand
schlagen
-
Schläge und Tritte aushalten lernen – Training
mit Kontakt
-
Eine Verringerung der Schmerzempfindung erreichen zum Beispiel
die Gewöhnung
der Haut (gerade beim
Schlagen)
- Eine gewisse
Gewöhnung an Schmerzen durch Treffer
- Erhöhung der
persönlichen Stressresistenz
- Konditionierung
der Muskulatur, um auch unter Treffern und bei Kontakt noch möglichst wirkungsvolle Techniken einsetzen
zu können. (Schließt ein, dass die Gelenke daran gewöhnt werden, vor dem
optimalen Endpunkt der Technik das Ziel zu treffen)
- Und nicht zuletzt: Kondition: Seilchenspringen
Abhärtung auch für die Selbstverteidigung wichtig – Schmerzen ertragen können und nicht gleich aufgeben, wenn es weh tut!
Selbstverteidigung – zu zweit:
-
Handkante gegen Schlagkissen
-
Ellenbogen gegen Schlagkissen
-
Handballen
-
Knie vor Schlagkissen
-
Mit dem Spann von unten gegen das Schlagkissen
-
Soto-Uke: voreinander stellen, Hände
chudan-kamae, dann abwechselnd blocken, vielleicht sogar richtig Soto-Uke,
gegeneinander schlagen oder mit Tsuki
Samstag, 15. Dezember 2012
Karate-AG Schlaun, 3. Stunde
Eine schöne Karate-AG-Stunde war das heute wieder mit den Kids vom Schlaun-Gymnasium Münster!
Zum Aufwärmen gab es Kick'n Shape (ähnlich Tai Bo, also Schläge und Kicks zu Rock-Musik).
Dann haben wir uns mit der Wiederholung und Festigung einiger Techniken beschäftigt: Tsuki, Mae-Geri, Heito- und Shuto-Uchi - jeweils mit und ohne Handpratze bzw. Schlagkissen.
Anschließend gabs nach einer kleinen Pause einen Theorieteil, den die Kids mit überraschender Begeisterung gelöst haben. Jedes Kind durfte sich eine Aufgabe aussuchen, die es dann mittels von mir zur Verfügung gestellter Literaturquellen innerhalb von 20 Minuten zu lösen gab.
Die Fragen lauteten wie folgt:
- Zenkutsu-Dachi: Beschreibe ihn und zeige ihn, welche Fehler sind zu vermeiden? (Quelle: Shotokan
Karate von Joachim Grupp)
- Was beduten die Namen folgender Katas und warum heißen die Katas so?
Jitte, Gankaku, Chinte, Nijushiho, Sochin, Meikyo, Gojoshihodai, Unsu (Quelle: Bunkai der
Shotokan-Kata ab Schwarzgurt von Fiore Tartaglia) Bei der Auflösung hat
das Mädchen, das die Aufgabe gelöst hatte (eine ambitionierte Judoka) erklärt, was eine Kata ist und
meine Tochter Johanna hat die Heian Shodan vorgeführt - zu den einzelnen Katas habe ich dann
charakteristische Stellen gezeigt.
- Was bedeutet Tapferkeit für einen Samurai? (Quelle: Hagakure von Tsunetomo Yamamoto)
- Das Geheimnis des Schwertweges - was bedeutet es? (Quelle: Buch Za-Zen von Taisen Deshimaru-
Roshi)
- Selbstverteidigung - Notwehrrecht:
Wie heißen die besten drei Verteidigungstechniken?
Was bedeutet Verhältnismäßigkeit in der Selbstverteidigung?
Gegen wen darfst Du Dich nicht verteidigen?
Ist Pfefferspray zur Verteidigung erlaubt?
(Quelle: Buch Selbstverteidigung von Christian Braun) Die Fragen wurden von dem entsprechenden
Mädchen sehr gut und zum Teil abweichend beantwortet - die Vorgaben im Buch bezogen sich
nämlich auf erwachsene Personen, die sich verteidigen müssen, nicht auf Kinder!
- Beschreibe ein Makiwara hinsichtlich Aufbau und Einsatz (Quelle: Kumite in Perfektion von
Masatoshi Tanaka und Über den Kampf von Michael Ehrenreich und Kumite ).
Es hat mich wirklich überrascht und gefreut, mit welcher Ernsthaftigkeit die Kids sich mit den gestellten Aufgaben beschäftigt haben.
In der nächsten Stunde werden wir uns mit verschiedenen Selbstverteidigungstechniken beschäftigen.
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