Donnerstag, 30. August 2007

Sonntag, 26. August 2007

Tag der offenen Tür 25.08.2007

Wir sind ein toller Verein. Wir haben ein erstklassiges Dojo. Wir wissen das. Jetzt sollten es auch alle anderen erfahren. Darum veranstalteten wir am 25.08.2007 einen Tag der offenen Tür, an dem von 10 bis 17 Uhr unser gesamtes Vereinsprogramm vorgestellt werden sollte. Durch Plakate, Zeitungsinserate und natürlich Mundpropaganda wurde dieser Tag bekannt gemacht und alle Vereinsmitglieder wurde dermaßen motiviert, dass nicht nur die regelmäßig Trainierenden, sondern auch derzeit Pausierende und auch "Alte Hasen" sich aus ihren Löchern trauten und uns Gesellschaft leisteten. Wir boten Kinderkarate, Tai Chi, Frauen-Selbstverteidigung, Kick'n Shape, Karate-Leistungstraining und Karatetraining für Ü30 und interessierte Anfänger. Lediglich die Trainer für das zur Zeit sehr beliebte Yoga und auch das Iaido waren an diesem Tag verhindert. Abgesehen vom Karate-Leistungstraining, das den Karatekas ab Violettgurt vorbehalten war, waren alle Aktionen auch für Ungeübte zum Mitmachen gedacht. Zahlreiche Vereinsmitglieder hatten im Vorfeld ihre Küchen belagert und ein mannigfaltiges Buffet zusammengestellt. So hatten wir eine Vielfalt an Kuchen und Salaten, die "Grillmaster" Volker dann noch mit zünftigen Würstchen abrundete. Der Getränkevorrat schmolz nicht nur anlässlich des spätsommerlichen Wetters wie nix dahin - auch die Anstrengung der Aktiven sorgte für einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Wenn auch die Besucherzahl hinter unseren Erwartungen zurückblieb, so gab es doch bei jedem Programmpunkt Externe, die am Training teilnahmen.

Bereits zu Beginn der Karate-Kindereinheit spazierte z. B. eine ca. 6 Jahre alte kleine Dame selbstbewusst im Karategi ins Dojo, während sich ein kleiner Junge nur mit Papi in die Halle traute. Beide machten dann aber fleißig in der Kindergruppe mit. Beim Tai Chi ließen sich einige Neulinge in das Geheimnis der sanften Kampfkunst einführen, während bei der Frauen Selbstverteidigung selbst erfahrende Dan-Trägerinnen über die Effektivität einiger Übungen überrascht waren. Beim Kick'n Shape musste vor dem Training auf die Schnelle eine technische Panne bei der Musikanlage behoben werden, dann gab es aber kein Halten mehr und der Schweiß floss in Strömen! Die an diesem Tag verhinderte Trainerin Jessica wurde durch zwei erfahrene Kursteilnehmerinnen ersetzt. Nach einer beeindruckenden Kurz-Choreografie, die von den Kursteilnehmerinnen eingeübt worden war, wurden mit den Gästen weniger anspruchsvolle Kombinationen geübt, so dass man sich allgemein auf das Schwitzen konzentrieren musste und nicht auf komplizierte Schrittfolgen. Nach einer kurzen Pause, in der das Karate-Demo-Team eine kleine Vorstellung darbot, sammelten sich nach und nach die Teilnehmer des Karate-Leistungstrainings im Gi. Obgleich dieser Programmpunkt nur zum Zuschauen war, gestaltete er sich doch wohl zum Höhepunkt unseres Tages: Eine beeindruckende Vielzahl an Trainierenden vom Violett- bis zum Schwarzgurt füllte das Dojo, so dass wir uns in vier Reihen aufstellen mussten. Nach schweißtreibenden Kumiteübungen zum Aufwärmen wurden wir durch komplexe Partnerübungen, die wir erst zu zweit, dann in Gruppen à fünf Karatekas auszuführen hatten, auf Touren gebracht. Die Luft in der Trainingshalle war nicht nur von unseren Ausdünstungen erfüllt, sondern auch vom Rascheln der cirka 40 Karategis, konzentrierten Atemzügen und kräftigen Kiais! Zum Abschluss ließen uns die Trainer Jörgl und Michael einige Male unter verschiedenen Anforderungsschwerpunkten die Heian Godan laufen, dann war die Einheit geschafft!

Zu guter Letzt konnten Trainerkollege Matthes Elzinga und ich noch die interessierten Zuschauer auffordern, an dem nun folgenden Ü30-Training teilzunehmen.

Am Ende des ereignisreichen Tages fanden sich nur noch wenige Grillwürstchen aber viele zufriedene Gäste und Karatekas auf unserer Dojo-Terrasse, um bei einer Apfelschorle oder einem Bierchen den Tag ausklingen zu lassen. Einhellig war die Meinung: Das machen wir mal wieder!

Sonntag, 19. August 2007

Risto Kiiskilä in Münster 18./19.08.2007

Nach meinem ausgiebigen Finnlandlehrgang kam nun mein Sensei in meine Heimatstadt! Ich hatte gar keine Zeit, mich vorher drauf zu freuen und auch die berühmten leichten Schmetterlinge im Bauch vor lauter Aufregung blieben aus! So zog ich gestern Mittag in aller Eile per Fahrrad zur Turnhalle der Paul-Gerhard-Schule. Es war leider schon im vergangenen Jahr so, dass der Lehrgang nicht so gut besucht war, wie sich Ausrichter Klaus Maretzke vom Bushido Münster es erhofft hatte. Und diesmal waren noch weniger Karatekas eingetroffen, um sich von Risto die Besonderheiten seines Karate-Weges zeigen zu lassen. Neben den Münsteraner Karatekas vom Bushido und aus unserem Dojo war noch eine kleine Fraktion aus Gladbeck angereist und noch einige Leute aus Norddeutschland (Hamburg und Syke). Die Norddeutschen hatte ich persönlich noch nie auf einem Risto-Lehrgang gesehen und sie schienen mit seiner Art, Karate zu machen, noch nicht so vertraut.

Der Schwerpunkt lag eindeutig auf allgemeinen Risto-Grundlagen wie Schwerpunktverlagerung, Kraftübertragung und Distanzüberwindung. Gleich zu Beginn wurde uns wieder einmal vermittelt, dass die Hüften in den Oberschenkeln liegen. Wieder eindrucksvoll wurde erläutert, warum im Kihon der Oberstufe die Faust nicht gleichzeitig mit dem Fuß aufsetzt. Es ist bei kurzer Distanz so, dass die Faust zuerst auftrifft, sind längere Distanzen zu überwinden, setzt erst der Fuß auf, dann kommt die Hüfte mit dem Ellenbogen und dann trifft die Faust ins Ziel. Schon nicht einfach zu vermitteln, schätze ich. Aber noch schwerer, dies zu verstehen, wenn man es nicht schon -wie ich- zig mal gehört hat! Ich bin ganz bestimmt ein langsamer Lerntyp - aber allmählich setzen sich für mich die Teile des Risto-Puzzles zusammen und ich beginne, das System, das dahinter steckt, zu verstehen. Ein Braungurt, der "ohne System" Karate zu machen schien (so Risto), ist dann auch durch die Prüfung gerasselt! Es war diesmal kein "running gag", als die Urkunde vor aller Augen zerrissen wurde! Der Arme!

Was habe ich noch in Erinnerung behalten? Gestern hatte ich Björn aus Syke als Partner. Er wurde auch einige Male zum Vormachen oder als Sparringspartner nach vorne geholt. War ganz gut drauf und wir haben schön miteinander trainiert.

Heute hatte ich eine kleine Dan-Trägerin aus Hamburg vor mir. Sie war die Bewegungsabläufe noch nicht so gewohnt und außerdem durfte ich sie nicht richtig in den Bauch boxen. Nun, da bin ich dann auch nicht so auf meine Kosten gekommen. Dafür hatte ich mich zuvor mit Lara und Jutta vom Bushido unterhalten. Besonders Lara ist wohl ganz heiß auf Kumite und vielleicht will sie mich zum Intensiv-Lehrgang im Januar begleiten! Das wird sicher nett!

Heute ist mir erstmals bei den Schrittkombinationen aus der Hokkyokuko ein Licht aufgegangen. Risto ließ uns einige Schrittfolgen erarbeiten, ohne dass wir jedoch die ganze Kata gelaufen sind. Reichte auch so! Es klappte jetzt ganz gut. Werde mir demnächst mal die CD von Reijo genauer zur Brust nehmen! Heute haben sich mir einige Dinge erschlossen, die mir sonst verschleiert blieben und an denen ich fast verzweifelt wäre! Mal schauen, ob mir demnächst die ganze Kata leichter fällt!

Ich werde in Kürze mal abchecken, ob der nächste Intensivkurs bei Risto Ende September tatsächlich in Kamenz stattfindet, wie mir erzählt wurde, oder vielleicht in Frankfurt. Nach Frankfurt könnte ich mich direkt aufmachen. Vielleicht die Kids bei meiner Schwester Christine lassen....

Zusammengefasst war es also im Vergleich mit meinen bisherigen Risto- und sonstigen Karateerlebnissen dieses Jahr kein spektakulärer Lehrgang, aber einer, der durch stete Wiederholung auch mir die "Ristoratio" erschließt und mich vielleicht auf diese Weise etwas weitergebracht hat!

So freue ich mich schon darauf, dass ich beim nächsten Lehrgang dieser Art wieder ein wenig besser mithalten kann.