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Samstag, 3. Juni 2017

Geburtstagstraining Micha - Technik

Das Kumite, was mir mit meinem Trainingspartner so viel Spaß gemacht hat, wurde systematisch aufgebaut:
- Tori rechts zurück, Uke steht im Shizen Tai
- Angriff Ts Yodan, Uke blockt den mit der Ausholbewegung für Age Uke mit dem rechten Arm (Hand geöffnet)
- dann geht Uke mit starkem Hüfteinsatz rechts zurück und nimmt mit dem linken Arm Kontakt zum Arm des Tori auf (Age Uke).
- jetzt dreht sich Uke unter dem Arm des Tori her, dreht den Arm so, dass der Unterarm nach oben zeigt und geht mit der rechten Schulter unter das Ellenbogengelenk, zieht den Arm etwas runter und "bricht" ihn.
- anschließend mit links noch Yoko Empi und rechts rum wieder aus Tori raus drehen, Zanshin

Nach etwa zehn Wiederholungen dreimal stark mit Kiai, Partnerwechsel

Im zweiten Durchgang wird die Kombination weiter ausgebaut:
Nach dem Yoko Empi, wenn beide wieder voreinander stehen, setzt sich Uke erneut zur Wehr, in dem er mit einem Mae Geri kontert. Tori weicht aus und blockt mit Gedan Barei, Konter Gyaku Tsuki.
(wieder zehn Wiederholungen des vollständigen Ablaufs und dreimal stark, Wechsel)

Nun weicht der Uke auch dem Gyaku Tsuki noch mit Gedan Barei aus und kontert seinerseits wieder mit Gyts (und wieder dasselbe Spiel / Wiederholungen / stark / Wechsel).

Die Kombination kann dann beliebig ausgeweitet werden bzw. es ergeben sich bei vorhandenem Zanshin und mit ein bisschen Fantasie weitere Technik-Folgen.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Geburtstagsüberraschung für meinen Sensei Micha!

Am 30. Mai feierte mein Sensei Michael Jarchau, 6. Dan, seinen 60. Geburtstag. Torsten und ich hatten schon beim Kata Special Course in Wangen mit einigen Karateka aus Sensei Michas Dojo ausgeheckt, dass wir ihn anlässlich seines Ehrentages überraschen wollten. So fuhren wir am Tag nach seinem Geburtstag zusammen mit unserem Karatefreund Thorsten Rabeneck nach Wesel, Michas Heimatstadt. Wir hatten eine gute Flasche Burbon im Gepäck und natürlich unsere Karate-Gi, da die Überraschungsparty – natürlich! – im Rahmen einer Trainingseinheit stattfinden sollte. Vor Ort war bereits alles organisiert: Getränke und Knabberkram standen (noch gut versteckt) bereit und in der Turnhalle hatten Michas Freunde eine gemütliche und „altersgerechte“ Sitzecke vorbereitet, bestehend aus einem handgeknüpften Teppich, einem Couchtisch und einem braunen Lederlehnstuhl.


Das machte sich vor der Vereinsflagge an der Wand sehr gut! Wir waren alle etwas gespannt auf Sensei Michas Reaktion, denn Micha ist eigentlich kein Freund von Überraschungen und ihm widerstreben als bescheidener Mensch auch Feierlichkeiten aller Art, die seinetwegen abgehalten werden. Als Micha dann endlich die Halle erreichte, hatten sich schon knapp 40 Karateka eingefunden, darunter viele alte Karatefreunde und Wegbereiter. Leider war außer Thorsten Rabeneck, der ja mit uns angereist war, niemand aus meinem alten Karateverein erschienen, in dem Micha seit über 20 Jahren auch heute noch regelmäßig Trainingseinheiten leitet.  

Michas Reaktion auf unsere Überraschungen war dann doch sehr positiv und freudig! Er freute sich sichtlich über so viele Karateka, die ihm seit so vielen Jahren die Treue halten und auch die „Deko“ kam sehr gut an!
Natürlich ließ Micha es sich nicht nehmen, uns nach Entgegennahme aller guten Glückwünsche eine zünftige Trainingseinheit zu bieten, bei der wir nicht nur gut warm wurden, sondern auch wie immer sehr viel lernten.



Das Training bei Micha ist für mich persönlich immer etwas ganz Besonderes. Micha verkörpert für mich als Sensei die perfekte Mischung aus Kopf und Herz: Er vermittelt ungeheuer viel Karatewissen und ist mit seinen Lehrmethoden durch regelmäßige Trainings bei Naka Sensei und anderen Top-Instructoren sowie seinem persönlichen Background aus anderen Kampfkünsten (Micha ist unter anderem auch Träger des 1. Dan im Judo und verfügt über jahrelange Erfahrungen im Thai-Boxen)  immer auf dem neusten Stand. 

Zudem strahlt Micha aber auch etwas ganz Besonderes aus und schafft es, in mir das Kämpferherz freizulegen. So kam es auch diesmal, dass ich mit meinem Trainingspartner Martin Driewer alles um mich herum vergaß, voll im Kampfmodus war und kaum zu stoppen! Es hat einen unglaublichen Spaß gemacht und ich weiß gar nicht, wo die knappen eineinhalb Stunden geblieben waren, so schnell verging mir die Zeit! Lieber Micha, ich muss unbedingt wieder mehr bei Dir trainieren, denn grade dieses „Fließen-Lassen“, dieses Ausleben meiner kämpferischen Seite vermisse ich bei aller Liebe zum Detail und zur Vervollkommnung aller Technik im Dojo-Alltag doch sehr! 


Nach dem Training standen wir noch lange in netter Runde beisammen und hatten eine gute Zeit. Viele Anekdoten aus gemeinsamen Trainings und Freizeit ließen wir noch einmal Revue passieren. Es war ein unvergesslicher Abend! Danke an das Dojo Wesel für die Organisation!

Mittwoch, 6. Februar 2013

Sensei Micha goes Naka

Am 05.02.2013 gab Sensei Micha das erste Training nach seinem Thailand-Gasshuku. Trainer waren dort die Senseis Omura und Naka.

Es war daher nicht verwunderlich, dass Michas Einheit von Trainingsinhalten geprägt war, die einige von uns bereits unter anderem im letzten Jahr auf dem Pfingstlehrgang in Berlin kennengelernt hatten.

Wir starteten nach einem ausgiebigen Erwärmen mit Tsukis im Stand. Hierbei war auf den korrekten Hüfteinsatz zu achten und zwar mit dem für Sensei Naka typischen "Doubletwist" - einer kleinen Ausholbewegung der Hüfte in die Gegenrichtung bevor die Technik ausgeführt wird. Dieser kleine Twist vor dem die Technik auslösenden Hüfteinsatz führt zu einer stärkeren Dynamik.

Später führten wir im Kihon-Training einige Bahnen mit Geris aus: li vor im ZK, Kizami-Mawashi-Geri - vorne absetzen; hinteres Bein Mae-Geri - hinten absetzen; vorderes Bein halb ran ziehen und Mawashi-Geri mit dem eben noch hinteren Bein - vorne absetzen.

Anschließend führten wir - ebenfalls im Stand - Age Uke und Gedan Barei mit demselben Arm. Auch hier sollten wir je vor dem Block einen kleinen Hüft-Twist ausführen. Das ist besonders wichtig bei der Umsetzung des Gedan Barei, da dieser sonst ausschließlich aus dem Arm ausgeführt wird.

Micha teilte uns mit, dass die Teilnehmer des Thailand-Gasshuku nach der Einführung der Technik durch den Sensei die Techniken etwa hundertmal eigenständig üben sollten. Und so sollten auch wir eine Weile eigenständig üben.

Die Age-Uke/Gedan Barei-Kombination übten wir dann mit Partner: Der eine Partner schlug Jodan Tsuki, den der andere mit Age Uke blockte, um dann den Gedan Barei als Konter auf den Oberschenkel zu schlagen. Dies mit dem Double-Twist auszuführen, war schon recht schwierig!

Bei einer weiteren Kumite-Übung nutzten wir den Gedan Barei einmal anders, als sonst üblich: Der Angreifer schlug einen Tsuki Jodan, den der Abwehrende bereits mit der Ausholbewegung zum Gedan Barei blockte. Der Gedan Barei war dann ein Gedan Uke, also ein Konter-Schlag in den Gedan-Bereich.

Dann sollten wir dasselbe im Gohon-Kumite umsetzen. Wenn man hier einen starken und schnellen Partner hatte, war man häufig schon gut damit beschäftigt, nach hinten weg zu kommen, so dass man häufig doch den Hüfteinsatz leider etwas schlabbern ließ.

Am Ende der Einheit gab es eine weitere Kumite-Kombination: Angriff Kizami-Tsuki, Uke weicht nach hinten mit Suri Ashi nach hinten und Block mit der vorderen Hand; nochmal Kizami-Tsuki, Uke weicht nach rechts aus, und blockt mit dem linken Arm mit einer Art Tate Shuro-Uke; Angriff Gyaku-Tsuki (45 Grad - hinter dem ausgewichenen Uke her), Uke weicht nach links aus, Block mit dem rechten Arm (Gedan Barei) und Konter Gyaku-Tsuki.

Dienstag, 18. Dezember 2012

"Fließend am Standbein vorbei" - Training mit Michael Jarchau

Wow, da hatte sich ja das Aufraffen gelohnt, heute! Ich hatte einen Anflug von Erkältung und es wäre sicherlich auch vernünftig gewesen, heute mal mit dem Training auszusetzen. Aber heute war Training bei Sensei Micha Jarchau angesagt und das lasse ich mir doch nur im äußersten Notfall entgehen! Das Dojo war auch gut gefüllt mit Karatekas von Grün bis Schwarz!

Micha deutete an, dass wir nach dem wettkampforientierten Training der vergangenen Wochen nun wieder an verschiedenen Bewegungsmustern arbeiten wollten und er gab uns Trainern die Bitte mit auf den Weg, diese auch in den Einheiten mit den Gruppen zu üben, wenn er nicht da ist.

Wir starteten mit Kihon und zwar dem Vorgehen im ZK (zunächst ohne Fausttechnik). Mein Trainingspartner Torsten und ich mussten uns einige Male grinsend Seitenblicke zuwerfen und uns zuzwinkern, als wir doch uns sehr bekannte Bewegungsmuster wiedererkannten: Micha beschrieb es zwar vielleicht ein klein wenig anders, aber im Grunde lief es doch auf das heraus, was wir auch von Risto kennen: vorderes Bein belasten, fließend am Standbein vorbei und hinteres Bein durchstrecken. Anfangs hatte Micha noch mit dem hinteren Bein am Standbein gestoppt - aber hinterher zog er auch wie wir am Standbein vorbei und setzte dann erst eine Zäsur.

So übten wir zunächst den Gyaku Tsuki und dann den Oi Tsuki. Wir sollten jeweils darauf achten, die Hüfte möglichst spät einzudrehen - beim Vorgehen mit Oi Tsuki aus dem ZK mit links vor also z. B. die linke Seite zunächst weiter vor schieben und erst beim Strecken des hinteren Beines die andere Körperseite vordrücken. Eine weitere Parallele zur "Frankfurter Schule" war eine Beschreibung für das Vorwärtsgehen im ZK mit Impuls von vorne - also als ersten Gedanken nicht hinten abdrücken, sondern an das vordere Bein ranziehen: Wir sollten in der Ausgangsstellung sehr lang stehen, das vordere Bein weit vorschieben und dabei die Fußspitze des vorderen Beins leicht nach innen drehen. Micha beschrieb es so, dass wir an einen breiten Kiba-Dachi denken sollten, den wir etwa 45 Grad in Laufrichtung stehen sollten, bevor wir uns dann nach vorne ziehen. Torsten und ich bewegten uns beinahe automatisch "risto-like" - Gewicht etwas mehr auf dem hinteren Bein und das vordere weit vorgeschoben, Fuß leicht nach innen gedreht - denn wir wissen ja: wenn man den Fuß auf diese Weise vorschiebt, dann stottert er nicht :-)


Dann ging es an den Gyaku-Tsuki: Auch Micha beschrieb zunächst, dass es viele Arten von Gyaku-Tsuki gibt. Zunächst übten wir den "Klassiker": Gewicht auf das hintere, gebeugte Bein, Hüfte ausdrehen, dann hinteres Bein strecken, vorderes vorschieben und Gyaku-Tsuki ausführen - und sofort wieder Fuß und Tsuki zurückziehen.

Als nächstes wieder aus der "45-Grad-Kiba-Dachi"-Position: jetzt nicht den Impuls von hinten kommen lassen, sondern nach vorne ziehen. Hier hatte man schon fast automatisch den Ansatz für den "überlaufenen Gyaku-Tsuki" - die Faust war durch die Dynamik des schnellen Vorwärtsziehens bald vor dem Bein vorne!

Dann stellte Micha uns in zwei Reihen längs in der Halle auf. Der jeweils erste in einer Reihe drehte sich frontal zu dem zweiten um. Die Karateka in der Reihe sollten nun der Reihe nach auf den Ersten zu laufen und wenn sie sich in Reichweite befanden, sollte der Erste einen Gyaku-tsuki wie folgt ausführen: hinten abdrücken, vorderes Bein nach vorne und sofort wieder zurückziehen. Dann stand auch schon der nächste vor ihm und so hagelte es je drei Runden lang Tsukis, Tsukis, Tsukis! Die Leute aus der Reihe mussten sich nach ihrem einkassierten Treffer jeweils wieder hinten anstellen, nach drei Runden wurde der Ausführende vorne ausgewechselt, bis jeder einmal vorne war.

In der nächsten Runde kam der erste Impuls aus der Reihe - mit Kizami Tsuki. Der "umgedrehte Vordermann" hatte jetzt mit dem hinteren Bein seitlich auszuweichen und mit dem vorderen Arm Tsuki auszuführen, dann sofort Hüftdrehung nach links und wieder Gyaku-Tsuki. Diese Übung kannten wir schon vom Trainingslager - und alle, die das verpasst hatten, waren selber Schuld...sie taten sich nämlich ziemlich schwer mit der Kombination!

Als krönenden Abschluss gab es eine "Stationsübung": Wir wurden fast im Kreis am gesamten Hallenrand aufgestellt - abwechselnd links vor und rechts vor und jeweils mit Blick in entgegengesetzte Richtung (einer in die Hallenmitte, der Nachbar zum Hallenrand). Der Reihe nach sollten wir jetzt von Station zu Station - von Karateka zu Karateka laufen und dort zunächst Gyaku-Tsuki chudan ausführen - immer spiegelverkehrt stehend. Beim Weiterlaufen zum nächsten Partner sollten wir darauf achten, dass wir jeweils am vorderen Bein des grade Geschlagenen vorbei liefen - und nicht zur körperoffenen Seite (da von dort möglicherweise ein Konter kommen könnte).

Um das Vorbeilaufen am richtigen Bein zu üben, sollten wir im  weiteren Verlauf nach dem Gyaku-Tsuki quasi "im Vorbeilaufen" mit dem hinteren Bein Ashi Barai gegen das vordere Bein des Partners treten. Hui, das klappte sogar - zwei meiner Partnerinnen fielen einfach um! :-)

In der nächsten Runde hieß es dann: Ashi Barai mit dem vorderen Bein - und zwar standen wir diesmal spiegelgleich (also z. B. beide links vor); mit dem Zurückziehen des Gyaku Tsuki, für den man recht tief "eintauchen" und das vordere Bein quasi zwischen die Füße des Partners schieben sollte, führten wir dann den Ashi-Barai aus. Auch das hat ganz gut funktioniert - wenn ich mir auch sicher bin, dass einige von uns morgen ein paar blaue Flecke an den Schienbeinen haben werden ;-)

Nächste Runde: die Übung vom Trainingslager aufgreifen - hinteres Bein seitlich raussetzen, Tsuki / Hüftdrehung und nochmal Gyaku-Tsuki. Das war schon deutlich schwerer, da man erst einmal aufhören musste, darüber nachzudenken, welches Bein jetzt zur Seite gesetzt werden musste :-)

Vorletzter Durchgang: hinteres Bein seitlich mit Gyaku-Tsuki, das hintere Bein dann wieder ranziehen und mit diesem Yoko-Geri. Hey, das war ein Spaß! :-)

Zu guter Letzt überraschte mich Micha doch glatt noch, indem er das plyometrische Prinzip einbaute: wir sollte zum finale furioso vor dem Partner hochspringen (hierbei die Knie zur Brust ziehen), bei der Landung kurz tief gehen, um dann mit Kizami-Tsuki und Gyaku-Tsuki anzugreifen. Das erinnerte ein bisschen an den "Risto-Hampelmann": im ZK stehen, Füße im vorderen Drittel des Standes durch einen Sprung schließen und beim Auseinandergleiten vor mit Kizami-Tsuki. Und wir waren wohl alle nach der ganzen Runde ziemlich außer Puste!

Fest steht: Die meisten der heutigen Übungen gehören für viele von uns noch lange nicht zur Trainingsroutine und sollten noch häufig geübt werden - auf geht's :-)


Donnerstag, 15. November 2012

Trainingslager 2012 - in aller Freundschaft

Das diesjährige Trainingslager unseres Vereins zusammen mit unseren Freunden aus Wesel stand unter dem Motto "In aller Freundschaft". Grund dafür war natürlich einmal die langjährige Freundschaft unserer beiden Vereine - bereits seit vielen Jahren trainieren, starten und feiern wir gemeinsam und inzwischen wächst sogar schon bald die dritte Karategeneration heran. In diesem Jahr wurde das Trainingslager aber auch erstmals von zwei Trainern geleitet, die eine inzwischen schon 30-jährige (Karate-)Freundschaft verbindet: Sensei Michael Jarchau und Sensei Thorsten Rabeneck haben schon unzählige Trainings miteinander "durchlitten" und schließlich grade auch ihre jüngsten Danprüfungen miteinander absolviert.

Insgesamt nahmen knapp 50 Karateka an den je drei Trainingseinheiten für Unter- und Oberstufe teil. Die Unterstufe kam vermutlich erstmals in den Genuss, bei Thorsten trainieren zu dürfen und erlebte schon mal einen Vorgeschmack auf den "Spirit", der sie bald in der Oberstufen-Trainingseinheit erwartet. Die Unterstufe beschäftigte sich - soweit ich das beobachten konnte - mit Kihon, Kata, Kata-Bunkai und Kumite. Es war für jeden etwas dabei und alle kamen erschöpft aber begeistert aus den Einheiten.

Für die Oberstufe gab es schwerpunktmäßig Partnertraining. Mir wurde in den beiden Einheiten, in denen ich mittrainieren konnte, Maren Kolb aus Wesel zugeteilt und wir haben ordentlich miteinander geschwitzt und an den Trainingsaufgaben getüftelt, die uns Micha aufgab. Zentraler Schwerpunkt für uns war, unsere Flexibilität im Zweikampf zu steigern. Hierfür gab es verschiedene, nicht immer einfache Kombinationen und auch interessante Tai-Sabaki-Vorgaben: links vor stehen, das rechte Bein zur Seite raussetzen und quasi nach rechts im Zenkutsu-Dachi stehen, dabei aber nach links schlagen, also dorthin, wo der Partner steht; dann auf der Stelle drehen und Gyaku-Tsuki schlagen. Ebenso übten wir aber auch das Herausgehen nach links mit Schlag nach rechts und anschließendem Tsuki. In der letzten Einheit waren als Konter dann Fußtechniken gefragt: Mae-, Mawashi- oder Yoko-Geri. Hier hatte ich dann zeitweise auch Thomas aus Wesel als Partner und schließlich wechselten wir immer durch, was ja schließlich auch der Flexibilität dienlich war.

Am Ende der letzten Einheit, die Micha dankenswerter Weise maßlos zeitlich überzog, gab es dann ein Finale Furioso - Pratzentraining vom Feinsten mit vielen Stationen und einem nicht enden wollenden Strom an Techniken, Kampfscheien und Anfeuerungsrufen durch die ganze Halle. Da kam richtig Stimmung auf und ich glaube, wir bekamen trotz der Erschöpfung alle  nicht genug!

Die Freundschaften wurden aber nicht nur durch den Austausch von herzhaften Tsukis und Geris gepflegt, sondern auch bei dem ein- oder anderen Getränk am Freitagabend in Verbindung mit einer leckeren Pizza - und natürlich bei den Saunagängen zwischendurch.

Das war ein spitzenmäßiges Karate-Wochenende - Training auf technisch hohem Niveau mit Partnern, die einem nichts schenken und  mit denen man nach dem Training wieder in lockerer Runde quatschen und lachen kann.

Das Trainingslager Münster - Wesel wird immer zu meinen ganz besonderen Trainingshighlights im Jahr gehören!

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Deai mit Sensei Micha

Das Training an diesem Dienstag stand im Fokus der Wettkampfvorbereitung (JKA-Cup, Vereinsturnier). Sensei Micha ließ uns - zunächst alleine, später mit Partner - verschiedene Kombinationen üben:

1. (Deai) links vorsteppen mit Gyaku-Tsuki (Kopf dabei leicht nach links neigen, um dem (vorgestellten) Anriff (Kizami) des Gegners etwas auszuweichen. Danach Fuß wieder zurückziehen.

2. Von dort direkt das rechte Bein nach rechts setzen, ein kleines Stück nach rechts ausweichen und mit  links Gyaku-Tsuki (Deai-Technik bei vorgestelltem Kizami), wieder zurück in die Ausgangsposition

3. Das linke Bein zur Seite (dem Kizami ausweichen) mit gleichzeitigem Gyaku-Tsuki (Schlag mit links), dann das linke Bein nochmal bewegen, wieder in Richtung Ausgangsposition, und wieder mit rechts vor und Gyaku-Tsuki mit rechts (der erste Gyaku-Tsuki war eher eine Art Abstandhalter, musste nicht treffen, der zweite sollte dann treffen). 

4. mit dem linken Arm einen vorgestellten Gyaku-Tsuki blocken bzw. aus dem Weg schlagen (ähnlich dem Mae-Geri-Block aus der Hokkyokuko) und einen Schritt vor mit Kizami rechts. 

Das war schon fast eine kleine "Mini-Kata" und nicht ganz einfach zu Beginn. 

Später übten wir mit Partner. Der Partner blieb zunächst stehen, später griff er an mit Kizami, Kizami, Kizami und Gyaku-Tsuki. 

Am Ende wechselten wir Partner und blockten / konterten auf Kommando von Michael. 

Michael wollte uns durch diese Kombinationen Flexibilität lehren - auf den Angriff warten und Deai abkontern. 

Mittwoch, 19. September 2012

Sensei Michas Power-Training!

Gestern war Sensei Micha wieder bei uns im Dojo. Die Einheiten bei ihm sind immer ein echter Magnet und ziehen viele Karateka an. So war das Dojo auch gestern wieder rappelvoll!

Ich übernahm das Aufwärmen mit partnerweisen Mawashi-Low-Kicks vor die Oberschenkel und anschließend ein bisschen Kihon im Stand (Tsukis diagonal und grade wie auf dem Double-Impact-Lehrgang).

Dann startete Micha auch schon mit seinem Training. Zunächst gab es Kihon: aus ZK mit li vor gingen wir einen Schritt vor mit Oi-Tsuki, dann rechts seitlich raus in KB mit Yoko-Empi, schließlich rechtes Bein 90 Grad zurück, so dass wir wieder rechts vor standen und nach vorne ausgerichtet, mit KK Shuto-Uke / Kizami Mae-Geri. Die Übung wurde dann ausgebaut zu: Oi-Tsuki / Gyaku-Tsuki, KB mit Yoko-Empi / Uraken und KK mit Shuto-Uke / Kizami Mae-Geri / Gyaku-Tsuki. Das Ganze erst langsam auf drei Zeiten, dann schneller und schließlich stark auf eine Zeit, die ganze Kombination zweimal durch. Wie es sich gehört alles dann auch aus ZK re vor :-)

Als nächstes ZK, Chudan Kamae. Verschiedene Arten Suri-Ashi geübt - einmal erster Impuls Druck von hinten und einmal erster Impuls vorne ranziehen. Bei der ersten Version empfiehlt es sich, von vornherein kürzer zu stehen und bei der zweiten Variante empfahl Micha eine lange Ausgangsstellung. Wir jagten dann je einige Male mit den verschiedenen Versionen durch die Halle, je mit Kizami-Tsuki /  Gyaku-Tsuki. Den Kizami sollten wir sehr schnell zurückziehen (das knüpfte sehr gut an meine Tsukis aus der Aufwärmphase an, bei denn das Ziel eine sehr kurze Kime-Phase war), beim Gyaku-Tsuki sollten wir uns sehr weit vor strecken.

Zwischendurch gab es eine Lockerungsübung, da wir die Kizamis zu lange stehen ließen und zu verkrampft wirkten. Wir suchten uns einen Partner und einer der beiden hielt die Hände auf Brusthöhe, Handflächen ausgestreckt und nach unten zeigend. Der andere schlug mit den Fäusten von unten kreisförmig dagegen (ähnlich, wie man gegen eine Boxbirne schlägt). Hierbei sollten die Faustrücken nach unten zeigen. Als nächstes drehte der Partner seine Handflächen nach oben und wir schlugen von oben mit dem Faustrücken drauf (Faustrücken also immer noch nach unten zeigend).

Dann nochmal die Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki-Geschichte, jetzt mit beliebiger Folgetechnik, etwa Mae-Geri, Mawashi-Geri, Uraken.....

Nun mit Partner: Angriff Kizami-Gyaku-Tsuki und Folgetechnik, angesagt wird nur die Folgetechnik. Blocks von außen nach innen - Block, Block (zurückweichen mit Suri-Ashi) und bei der Folgetechnik nach Möglichkeit zunächst auch grade zurück, auf der Linie bleiben.

Dann beim letzten Block (der Folgetechnik) Tai Sabaki. Und schließlich beim Blocken vorderen Fuß ranziehen(fast bis ans Standbein), hinteres Bein 45 Grad rausstrecken und Konter.


Mittwoch, 4. Juli 2012

Immer mal variieren - Training mit Sensei Micha

Dienstagstraining bei Micha - Sommerhitze! Kreislauf streikt!

1. Kihon:
- aus dem Shizentai rechts zurück mit Gedan Barai, durch Hüfteinsatz rechten Fuß zurück in Shizentai ziehen und Tsuki mit rechts; dasselbe mit links
- aus dem Shizentai rechts zurück mit Gedan Barai, einen Schritt vor mit Oi Tsuki, Vorwärtsbewegung durch "Zug" zum vorderen Fuß; vorderes Bein zurück ziehen in Shizentai mit Tsuki (links); dann wieder (mit demselben Arm) Gedan Barai und rechts zurück....; dasselbe mit der anderen Seite
- aus Zenkutsu Dachi mit chudan Kamae Mae Geri hinten absetzen, Mae Geri vorne absetzen, mit vorderem Bein Kizami Mae Geri und wieder hinten absetzen. Andere Seite (war das so? So würde man auf der Stelle bleiben...)
- Im Stand Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki, mit dem Zurückziehen des Gyaku-Tsuki Mawashi Jodan, absetzen Uraken/Gyaku-Tsuki
- dasselbe mit Ashi-Barai statt Mawashi

2. Kumite:
- Ashi Barai geübt. Micha empfahl als Ausgangsstellung vor dem Feger, eine Art Kiba Dachi im Winkel von etwa 45 Grad zum Partner einzunehmen. Wir sollten Körperschwerpunkt vor dem Ashi Barei senken, dann mit der Fußsohle von außen unten gegen den Fuß des Partners treten. Die Hüfte sollte beim Feger möglichst nicht zu weit rumgezogen werden. Körperschwerpunkt sollte möglichst weit hinten bleiben.
Der Partner spielt bei diesen Übungen etwas mit und bewegt sich nach hinten mit Suri Ashi oder ganzem Schritt.
- Ashi Barei mit Folgetechnik Kizami - oder, wenn doch etwas zu weit rumgedreht, Uraken.
- Randori

3. Kata Heian Yondan.

Dienstag, 28. Februar 2012

Training bei Micha - Kime, Jiyu-Ippon-Kumite

1. Kime, Körper schließen; Shizentai, linke Faust vor, auf erste Zählzeit links zurück und mit rechts blocken Nagashi Uke Yodan mit offener Hand (würde eher sagen, dass es ein Soto-Uke war...), Gyaku-Tsuki - erst auf zwei Zählzeiten, dann locker auf eine und dann zehnmal stark, Gy-ts mit Kiai. Auf Hikite achten, beim Block darauf achten, dass der Körper nicht zu weit abgedreht wird, mit der Hüftdrehung arbeiten.

2. Im Kamae stehen, auf erste Zählzeit hinteres Bein ranziehen, dabei mit vorderem Arm Kizami-Tsuki, dann vorderes Bein vor mit Gyaku-Tsuki. Das Ranziehen des Beins kann etwas, bis ans Standbein oder sogar überkreuz übergetreten erfolgen. Vor dem Kizami ist die Hüfte im Kamae relativ grade zu halten. Bei der ersten Technik an den vorderen Fuß ranziehen, "auf zwei" hinten abdrücken.

3. Im Kamae, auf "1" hinten abdrücken und mit vorderem Bein vorsteppen, Kizami-Tsuki, dann vorne ran ziehen und Gyaku-Tsuki, Ganz langen Zenkutsu beim Kizami, fast mit Ferse absetzen, nicht mit dem Ballen. 

4. Shizentai, links raus in KB mit Yoko-Empi, umsetzen in ZK mit Gyaku-Tsuki, 180 Grad dasselbe ("roter Sandsack, schwarzer Sandsack"), dann zur Spiegelseite, zur Türseite und wieder zur Spiegelseite. Langsam auf eigene Zeit, schnell und stark auf eigene Zeit. 

5. Kihon für 2. Dan. 

Besonders: 
- Mawashi-Geri: Oberkörper nicht nach hinten fallen lassen. Arme dagegen rotieren. Als Vorübung im ZK vorgehen mit Moroto-Uke. Daran beim Mawashi-Geri denken. 
- bei kombinierten Techniken jede einzeln ganz bewusst machen. 

Jiyu-Ippon Kumite: Micha meint, Mae-Geri hinten absetzen, weil dies Kontrolle garantiert (Risto verlangt bereits beim Kihon-Kumite, den Mae-Geri vorne abzusetzen). Keine besonderen Vorgaben hinsichtlich Blocks und Konter. Aber Micha war offenbar nicht zufrieden. Kündigte an, dass bei seiner nächsten Trainingseinheit ein Jiyu-Ippon-Kumite-Wettkampf durchgeführt werden kann - das würde unsere Sinne und unsere Aufmerksamkeit schärfen.....

Kata: Sochin! Vor dem letzen Geri Schwerpunkt absenken.

Dienstag, 7. Februar 2012

Training bei Sensei Micha 2012

Sensei Micha hat heute endlich wieder Training bei uns gegeben! Endlich konnte ich mal selber trainieren, nachdem ich die Gruppe aufgewärmt hatte. 16 Karateka nahmen am Training teil.

Schwerpunkt war das Dan-Prüfungsprogamm. Zunächst hielt Micha uns eine wahre Standpauke: Das Dojo sei mehr als ein Trainingsort - Respekt, Bescheidenheit und Demut sollten wir an den Tag legen - uns selber nicht so "wichtig" nehmen, hart an uns arbeiten, Überheblichkeiten ablegen. Leider bekamen wir am Ende der Einheit fast denselben Text noch einmal zu hören - offenbar hatten wir nicht verstanden! :-(

Also - weiter an uns arbeiten, nicht nur charakterlich. Zunächst Kihon. Sanbon Tsuki - die Techniken "stechen", auf den Punkt bringen, die Tsukis lang, ganz ausführen, Hikite.

Als nächstes im Stand Mae-Geri, hinten absetzen mit Kizami-Tsuki und Gyaku-Tsuki. Den Geri "stechen",  Knie oben lassen, schnell und stark absetzen. Eigenständig einige Male wiederholen, dann Beinwechsel. Daraus wurde dann die Kombination vor im ZK mit Uchi-Uke, Mae-Geri (hinten absetzen), Kizami-, Gyaku-Tsuki. Dasselbe auch rückwärts.

Dann gingen wir aus Shizentai seitlich nach links raus in KB mit Yoko Empi, Tate Uraken, umsetzen Gyaku-Tsuki, wieder Shizentai, dann auch nach rechts raus, nach vorne (Blick nach rechts) und nach hinten, wieder nach vorne. Dasselbe dann ohne Shizentai zwischendurch.

Auch folgende Techniken übten wir: aus Kamae vor mit Oi-Tsuki, Gyaku-Tsuki, zurück in KK/Shuto-Uke, hinten rum drehen mit Ushiro-Geri, absetzen mit Tate Uraken/Gyaku-Tsuki (Micha hatte nicht beschrieben, ob der Tate-Uraken aus KB oder ZK geschlagen werden sollte und das wurde auch unterschiedlich ausgeführt. Ich hatte mich für KB und umsetzen in ZK mit Gyaku-Tsuki entschieden).

Dann gab es Mawashi-Geris. Als Vorübung sollten wir das Knie seitlich hochziehen, so dass der Unterschenkel parallel zum Boden gehalten wird und den Fuß wieder absetzen - das dann schnell in Folge, wie ich das in den letzen Wochen auch immer im Rahmen des Powerpacks zum Aufwärmen habe machen lassen. (Beim Mae-Geri hatte Micha übrigens betont, wie wichtig es sei, den Oberschenkelansatz zu trainieren, was auch durch eine Power-Pack-Übung geschieht: Knie wie zum Mae-Geri hochziehen und Fuß schnell und hart wieder absetzen). Micha erklärte, dass die Drehung des Mawashi durch die Rotation der Hüfte erfolgt und hierzu - hört, hört ;-) - die seitliche Rumpfmuskulatur wichtig ist, die seit Anfang des Jahres ebenfalls zum Kraft- und Aufwärmprogramm der Dienstagsgruppe gehört. Wir kombinierten dann den Mawashi-Geri mit dem Yoko-Geri ohne zwischendurch abzusetzen. Das Knie müsse hierbei oben bleiben. Um das zu üben, gab es eine Partnerübung: Angriff mit Mawashi, der andere geht einen Schritt zurück, blockt und kontert mit Gyaku-Tsuki, der mit dem Yoko-Geri des Tori gestoppt wird. Ich hatte Matthes als Partner und wie immer mit ihm viel Spaß :-)

Das war schon der perfekte Übergang zum Jiju-Ippon-Kumite! Micha gab uns einige Abwehr- und Konterkombinationen vor, die wir ausprobieren sollten. Zunächst übten wir einige Male mehrmals hintereinander dieselben Techniken und sollten am Schluss der Stunde das gesamte Jiju-Ippon-Kumite-Programm (außer Ushiro-Geri) ausführen. Leider hatten einige Trainingsteilnehmer offenbar im Eifer des Gefechts ganz vergessen, was wir die ganze Zeit geübt hatten und machten einfach irgendwelche Block-Konter-Kombinationen, die sie vermutlich sonst auch immer machen. War es das, was der Sensei am Ende mit seiner erneuten Standpauke ansprechen wollte? Micha war jedenfalls ziemlich enttäuscht darüber!

Wir sollten wir folgt blocken und Kontern (beide standen sich links vor in Kamae in der Ausgangsstellung):
1. Kizami - Uke sollten eine Art Gedan-Kamae-Haltung einnehmen, um den Kizami zu "provozieren"; beim Angriff gleitet Uke rechts seitlich aus der Angriffslinie (vom Prinzip her nach dem Risto-Bewegungsmuster) und reißt damit den linken Arm hoch zum Block, Konter Gyaku-Tsuki. Micha betonte bereits hier, das es wichtig sei, bei Block und Konter nicht in demselben Stand zu stehen (also z. B. Gewicht beim Block nach hinten verlagern und beim Gegenangriff wieder nach vorne) - wie es auch Risto lehrt. Auch das "Belasten und Benutzen" konnte ich beobachten, wenn Micha es auch nicht so speziell erwähnt hat hat, wie es Risto immer tut.
2. Tsuki-Jodan - Uke gleitet nach links raus, Block Soto-Uke Jodan, dann Konter mit Mawashi-Geri chudan, hinten absetzen
3. Mae-Geri - Uke rechts raus (wieder ähnlich Risto), Block mit links Gedan Barai, Konter Mae-Geri chudan
4.  Mawashi jodan oder chudan - Uke geht einen Schritt zurück und blockt, Konter Gyaku-Tsuki (dies ist eine Abweichung vom Risto-Prinzip, der jeweils mit Suri-Ashi und ggf. auch Tai Sabaki ausweicht und das Schritt-zurück-Prinzip vermeidet (und sogar ablehnt). Ich werde es dennoch als weitere Variante in das Training einbauen, um Michas Linie fortzuführen).
5. Yoko-Geri: Micha empfahl uns, nicht nur "spiegelverkehrt" zum Angriff (z. B. mit Nagashi-Uke oder auch Soto-Uke) auszuweichen, sondern auch hier 45 Grad (spiegelseitenverkehrt) einen Schritt nach links raus zurück zu gehen und mit dem rechten Arm zu blocken, dann Konter mit Gyaku-Tsuki.

Michas Motto:"Zeigt in der Prüfung, was ihr könnt!" weicht etwas von der Risto-Philosophie ab, der empfiehlt:"Ihr müsst nicht alles zeigen, was ihr könnt, sondern das, was verlangt wird." Ich denke, wichtig ist, dass man die Techniken, die man ausführt, auch beherrscht und zum Üben ist es sicherlich nicht verkehrt, hier einige Variationen im Programm zu haben. Ansonsten gab es (abgesehen von der "Schritt-zurück-oder-nicht"-Geschichte eigentlich nur Übereinstimmungen. Für mich als Trainerin war das sehr wichtig, denn ich denke, so ist die Dienstagsgruppe langfristig auf dem richtigen Weg! :-)

Am Ende der Einheit gab uns Sensei Micha eine neue Variante der Abgrüß-Zeremonie bekannt: Das Kommando zum Aufstehen lautet Kiritsu, was etwa "Kilitz" ausgesprochen wird. Wir hatten die Diskussion darüber, was das Wort bedeutet kürzlich auf der DJKB-Seite bei facebook. Schlatt klärte uns in diesem Zusammenhang darüber auf, dass es keinen Sinn macht, wenn die Trainingsteilnehmer nach dem Dominosteinprinzip nacheinander aufstehen. Alle sollen sich gemeinsam erheben. Das Kommando Kiritsu wird übrigens vom ranghöchsten Karateka ganz rechts ausgesprochen, nicht vom Sensei (wie heute ausnahmsweise ;-) )  

Donnerstag, 7. Juli 2011

Sensei Micha ist zurück!

Hey, das war ein Fest - Sensei Michael Jarchau gab am Dienstag sein Trainer-Comeback nach der Hüft-OP! Nur acht Wochen nach dem Eingriff stand er im Gi vor uns, als sei nichts gewesen! Lediglich die Hüftrotationen beim Yoko-Gerri bekam er noch nicht richtig hin - aber das schaff ich auch mit einer unversehrten Hüfte nicht :-/

Da Micha üblicher Weise immer erst gegen 18.30 Uhr reinschneit, oblag es auch diesmal wieder mir, das Aufwärmtraining zu leiten: drei Runden Randori mit etwas leichter Dehngymnastik dazwischen und danach. Und dann ging es auch schon los.

Anlässlich Michaels Revival war die Bude richtig voll! Neben den "üblichen Verdächtigen", die sich auch in mein Training verirren, wenn ich Micha und Thorsten vertrete, kamen knapp 10 weitere Danträger und erwiesen Micha die Ehre.

Im Focus stand im Prinzip nichts anderes als die Wochen zuvor in meinem Training: Kihon und Jiju-Ippon-Kumite für die Dan-Vorbereitung. Zu meiner großen Freude erklärte Micha zahlreiche Technikkombinationen genauso, wie ich es in den Wochen zuvor auch tat: Beim Vorgehen im ZK den vorderen Fuß am Boden "festsaugen" und sich daran nach vorne ziehen (so vermeidet man es, den vorderen Fuß vor der Vorwärtsbewegung zur  Seite zu stellen). Oder das Knie nach dem Geri oben lassen, der Tsuki gehört zum  Geri und so weiter, und so fort.

Anschließend gab es reichlich Jiju-Ippon-Kumite mit wechselnden Partnern. Zum Höhepunkt der Einheit bildeten wir in zwei Reihen ein Spalier am Außenrand der Halle. Einer von uns musste durch das Spalier gehen und abwechselnd links und rechts die Außenstehenden angreifen mit Kizami-Tsuki - in weiteren Durchgängen mit Oi-Tsuki Jodan bzw. Mae-Geri. Die Karateka an der Außenseite mussten blocken und kontern. In einem Durchgang wurden die Rollen auch getauscht: Innen befand sich jetzt Uke und außen Tori. Diese Übung hat für gute Stimmung gesorgt :-)

Es war unglaublich, wie beweglich Micha nach der kurzen Zeit schon wieder ist! Er hat im Karatetraining auch viel von der Reha erzählt und Parallelen zum Karatetraining gezogen. "Bei der Reha kommt es auf jeden Zentimeter Fortschritt an und beim Yokogeri ist es genauso." Oder:"Wenn bei der Reha die Übung nicht auf anhieb klappt, darf man nicht verzagen - dann übt man eben zu Hause weiter. Man hat ja genug Zeit. Und beim Karate ist es ganauso. Man darf nicht denken, dass man es nie schafft, sondern nur jetzt grade im Moment nicht. Einfach zu Hause üben, bis es klappt."

Ich bin sehr froh, dass Micha ab jetzt einmal im Monat zu uns ins Dojo kommt. Karateübungen anbieten oder vormachen kann (fast) jede(r). Aber den Spirit rüberzubringen, wie Micha es macht, das ist es, was einen sehr guten Trainer von einem guten unterscheidet.

Montag, 26. März 2007

Boom-tschi-Boom Trainingslager Michi Jarchau 2004

Boom-tschi-Boom
Bericht vom Trainingslager mit Michael Jarchau
Von Icky

...so schlägt das Herz des Karatekas! Zumindest während des diesjährigen Trainingslagers unter der Leitung von Michael Jarchau wurden unsere Herzen und damit eigentlich auch Körper und Geist in diesen Rhythmus gebracht. Besonders zum Schluß der letzten Trainingseinheit am Samstag Nachmittag war in meinem Kopf kein Platz mehr für andere Gedanken als eben boom-tschi-boom, in etwa gleichzusetzen mit Angriff, Block, Konter. Kaum ein anderer Trainer hat diese Begabung, Techniken und ihre Ausführung so lautmalerisch und plastisch zu demonstrieren wie Michael! Es wird meist nicht lange umschrieben, was zu tun ist, sondern kurz vorgemacht mit entsprechenden Ausdrücken, die auch whooomm, bamm oder ähnlich lauten können. Schön ist es auch, wenn die von Michael ausgeführte Technik dann auch noch zu diesen Lauten passt. Versuche ich anschließend, z. B. einen Yoko-Geri wie vorgemacht auszuführen, höre ich im Geiste zwar diese Laute, sie bilden aber leider keine Einheit mit meiner Technik! Da muß noch viel geübt werden.

Das Trainingslager bot jedenfalls wieder unglaublich viel für alle, am meisten aber wohl für alle Dan-Anwärter/-innen! Das Prüfungsprogramm zum 1. Dan war nämlich ein Schwerpunkt, sei es in der Grundschule als auch beim Kumite. Aufgelockert wurde das Training meist durch originelle und abwechselungsreiche Aufwärmübungen und -spielchen.

Bei der ersten Trainingseinheit am Freitagabend wurde viel Khion trainiert. Es gab anspruchsvolle Kombinationen, und Michael wies jeweils auf besondere Schwierigkeiten bei den Kombinationen hin oder gab uns Tipps, wie die Techniken besser auszuführen sind. Bei der Kombination Kokotsu-Dachi mit Shuto-Uke, Kizami-Mae-Geri, ist es besonders wichtig, dass die Knie im KK eine starke Aussenspannung haben. Wenn das Knie des tretenden Beines dann noch vorher richtig hochgezogen wird, passt die Technik eigentlich immer...Hauptsache, ich denke auch in der Prüfung immer schön dran...

Bei den anschließenden Kumite-Übungen wurde schnell klar, dass es mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad auch zunehmend Distanzprobleme gibt. Harmonierte das Partnertraining beim Gohon-Kumite noch einigermassen, und beim Khion-Ippon-Kumite vielleicht auch noch, fehlten doch beim Jiyu-Ippon-Kumite oft ein paar Zentimeter. Zum Abschluß der Einheit wurden wir in Gruppen zu ca. 4 Personen aufgeteilt. Einer stellte sich frontal den anderen gegenüber, die anderen drei in einer Reihe hintereinander. Die drei in der Reihe griffen dann nacheinander den gegenüberstehenden mit Kizami-Tsuki an und dieser blockte und konterte. Hier kam dann schon massive Kritik: bereits vor dem Angriff standen die meisten von uns schon viel zu nah am Partner, so dass sich der Angreifer selbst schon im Gefahrenbereich befindet und leicht quasi vorab abgekontert werden konnte!

Am nächsten Morgen, gnadenlose 8 Uhr früh, war mein System irgendwie noch nicht hochgefahren und ich hatte echte Koordinations- und Konditionsprobleme. Mit dem netten Klaus aus Wesel machte ich interessante Partnerübungen, bei denen es sich meist um Kata-Bunkai handelte. Tori griff beispielsweise an mit Yodan-Tsuki, Uke blockt mit der Ausholbewegung zum Age-Uke, und der Age-Uke selber war dann ein zum Kinn des Partners gerichteter Angriff. Dergleichen gab es einige Übungen, die oft einfach "mal anders" waren, als das, was man sonst so übt. Zum Abschluß der zweiten Einheit liefen wir einige Katas und es gab die obligatorischen 10 Tsukis im Kiba-Dachi.

Dritte Einheit, so, endlich, nach dem ausgiebigen Frühstück, war ich so richtig wach und hoch motiviert. Diesmal kein großartiges Aufwärmen, zu Beginn gleich Partnerübung Ashi-Barai, Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki! Zu meiner Genugtuung hatte ich zufällig Pom als Partner! Nach einigen "frauenfeindlichen" Frotzeleien im letzten Dojo-Info und beim Frühstück hatte ich ihm unmittelbar vor der Einheit schon einiges Versprochen, sollte er mich im Training als Partnerin bekommen. Tja, und da stand er nun und grinste gequält bei meinem Anblick... dennoch war es ein sehr harmonisches Partnertraining, bei dem wir uns allerdings auch nichts geschenkt haben. Auch in dieser Einheit übten wir viele interessante Block-Konter-Variantionen am Partner. Diesmal konnte ich aber etwas besser folgen. Bei der letzten Kombination sah ich dann aber doch wohl etwas alt aus. Wir sollten Ushiro-Geri blocken, indem wir rückwärts rausgleiten und den Tritt mit offenen Händen herunterblocken, anschließend mit Mae-Tobi-Geri kontern. Naja, perfekt war das wahrlich nicht, was ich da versucht habe, hat aber echt Spaß gemacht. Während und nach dieser Einheit stand ich dermassen unter Strom, ich hätte stundenlang weitertrainieren können! Trotz zum Teil deutlichen Körperkontakts tat nichts weh, ich war hochmotiviert und wollte eigentlich am liebsten alle Übungen nochmal durchgehen. So ging ich unter Kopfschütteln der meisten anderen mit Heide noch ein wenig vor den Sandsack wo wir noch ein paar Fußtritte übten.
Während der Mittagspause wurden die Glückshormone in meinem Körper dann allmählich abgebaut. Es zwickte hier und da und boh, guck mal der blaue Fleck und so weiter. Nach gemäßigter Nahrungszufuhr stellte sich dann auch pünktlich zu Beginn der letzten Einheit dann leider mein obligatorisches Mittagstief ein.... Aber, keine Gnade! Michael-typisch wurde aus einer relativ einfachen Komination, nämlich Kizami/Gyaku-Tsuki, nach und nach ein vielfältiges Kampfgeschehen mit von Durchgang zu Durchgang wechselnden Techniken entwickelt. Hier musste man echt verdammt aufpassen, dass man alles auf den Schirm kriegt und sich nicht buchstäblich "verhaut". Meine super-starke Partnerin Diana (1. Dan, Nachnamen weiß ich leider nicht) holte das letzte aus mir heraus, hier gab es wirklich kein Pardon! Jeder schlechte Block verursachte Schmerzen, jeder Chudan-Treffer war ein echter Erfolg, Schweiß lief in Sturzbächen über mein Gesicht, brannte in den Augen, nahm mir die Sicht. Vor Erschöpfung rauschte es schon in meinen Ohren und die Kopfhaut fing an zu prickeln....aber DURCHHALTEN, noch kam kein YAME. Und weiter, und noch ein Angriff und Konter und boh, wo nimmt die Frau die Kraft her??? Ich habe glaub ich bisher noch nie so lange an einem Stück so hart trainiert wie in dieser Einheit! Als dieser Teil dann vorbei war und die Pratzen für die letzte Gib-nochmal-richtig-Gas-Übung rausgeholt wurden, war ich echt am Ende meiner Kräfte. Freiwillig und gerne bot ich mich an, als lebender Sandsack zu fungieren und dachte, so ein wenig Kraft tanken zu können. Leider hatte ich nicht mit so vielen so starken Techniken gerechnet! Keine Chance, sich zu erholen! Als es dann an mir war, gegen die Pölsterken zu treten und zu schlagen, ging es nur noch darum, nicht zusammenzubrechen. Ich taumelte nur noch von Pratze zu Pratze. Ist das der Sieg des Geistes über den Körper? Dann fiel der Sieg aber recht jämmerlich aus... Naja, bis zu diesem ultimativ letzten Teil hatte ich mich ja recht wacker geschlagen und so kam ich nach dem Duschen zu dem Schluß, dass ich zwar nicht jedes Wochenende so einen Lehrgang vertragen könnte, aber vielleicht einmal im Monat!!?!?!?!!
Zum Schluß möchte ich an ALLE Oberstufen-Teilnehmer appellieren, sich diesen Lehrgang nächstes Jahr NICHT entgehen zu lassen. Wenn sich der eine oder andere vielleicht von meiner "dramatischen" Schilderung abgeschreckt fühlt: Übertreibung ist ja auch ein rhetorisches Mittel....und in wieweit man sich verausgaben möchte und alles geben will, das bleibt ja jedem selbst überlassen. Diesmal haben sich wohl viele Teilnehmer sehr kurzfristig angemeldet, so dass es sehr schwierig war, den Lehrgang -besonders in Bezug auf das Essen- vorzubereiten. Wenn ich bei dem einen oder anderen das Interesse geweckt habe, nächstes Jahr mitzumachen, meldet euch bitte fristgerecht an!

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Trainingslager Michael Jarchau 2003

Trainingslager 2003
Das war mal wieder ein Karate-Wochenende ganz nach meinen Vorstellungen! Nee, echt, sowas könnte ich zwar rein konditionell nicht jedes Wochenende haben, aber so einmal im Monat würde ich mir das gerne gefallen lassen. Insgesamt waren 35 Karateka aus unserem Dojo und aus Wesel der Meinung, sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen zu dürfen. Gut so, denn so kam wieder mal richtig Stimmung auf!

Die erste Einheit am Freitagabend begann schon mit Kumite und bald wurde klar, dass dieses auch den Schwerpunkt des Lehrgangs bilden sollte. Wir starteten mit Partnerübungen, die zum Einen das Distanzgefühl schulen, uns aber auch flexibel werden lassen sollte. Wir sollten weg von der üblichen Reaktion -immer nur zurückzuweichen und dann zu kontern. So übten wir nach anfänglichen Mawashi-Geri-Kicks gegen den Oberschenkel des Partners, mit derselben Technik den Oberarm des Partners zu treffen. Dieser sollte jetzt kreisförmig um den Angreifer -Tori- herumlaufen, um dem Tritt zu entgehen. Damit hierbei die Distanz nicht zu groß würde, sollte der Ausweichende bzw. Abwehrende -Uke- hierbei mit einer Hand auf die Schulter des Tori schlagen. Wir sollten darauf achten, den Schwung des Angriffs für die Abwehr auszunutzen. Puh, leichter gesagt, als getan.
Es folgten viele weitere Kombinationen mit Fußtechniken. Die Übungen waren sehr vielseitig und bedurften vollster Konzentration. Vielleicht liegt es daran, dass ich es leider selten dienstags in Michaels Training schaffe, aber ich fand, dass sich die Kombinationen von dem üblichen Trainingspensum abhoben und einen ganz schön forderten. Die Höhe der Mawashis wurde ständig gesteigert, bis Jodan. Zwischendurch gab es eine Menge Dehnübungen, während der man mal kurz verschnaufen konnte. Diese dynamischen Fußtechniken brachten einen nämlich ganz schön auf Touren. Als Kontrapunkt wurde anschließend eine Standübung mit Partner durchgeführt. Wir stellten uns gegenüber, der eine machte einen langsamen Tsuki im Zenkutsu-Dachi, der auf den Bauchmuskeln des Partners endete. Dort wurde der Tsuki einen Moment gehalten und mit dem Ausatmen Spannung erzeugt. Jeder sollte seine Mitte wiederfinden. Später wurde eine ähnliche Übund im Kokotsu-Dachi durchgeführt. Hierbei wurde besonderer Wert auf die Spannung in der Rückenmuskulatur gelegt, die hintere Schulter sollte hierbei ganz zurückgezogen werden.

Anschließend Grundschule: man kann ihn einfach nicht oft genug üben - den Oi-Tsuki. Darum begannen wir auch hier damit. Es folgte Sanbon-Tsuki und etliche weitere Kombinationen. Wir sollten die Techniken fließen lassen, uns geschmeidig bewegen und trotzdem stark sein - wie ein Panther? So ein Bild hatte ich vor Augen, wenn ich mir vorstellte, wie das aussehen sollte. Apropos Bilder: Michael erwähnte wiederholt, dass es gerade bei Grundschultechniken und Kata wichtig sei, sich Bilder vor seinem inneren Auge zu schaffen. Nur so kann die Technik/Kata ausdrucksstark ausgeführt werden, obgleich man keinen reellen Gegner vor sich hat. Bei vielen Techniken und Kombinationen war es wichtig, dass sie eng, eng, eng am Körper durchgeführt wurden. Fuß und Faust sollten möglichst gleichzeitig enden.

Kata, das codierte Karate -wie Jochen Glaß es so supertreffend auf dem letzten Lehrgang bezeichnete- bildete den Abschluß der ersten Einheit. Heian Sandan, -Jondan, -Godan, Tekki Shodan , Bassai Dai und zum Schluß für alle nochmal die Heian Nidan. Nein, den wahren Schluß bildeten die obligatorischen 10 Tsukis im Kiba-Dachi. Zu meiner Schande mußte mein Stand erst mal ausgiebig korrigiert werden. Äh...wie lange mache ich jetzt schon Karate??? Peinlich....

Wir saßen dann anschließend total gemütlich zusammen, stärkten uns an Thorstens liebevoll zusammengestellten Buffet -diesmal nicht so fleischlastig wie letztes Jahr- und ließen das ein oder andere Bierchen die Kehle heruntersickern- oder den einen oder anderen Jim Beam. Die Aussicht auf die frühe Morgeneinheit am Samstag ließ mich gegen 1 Uhr aufbrechen, obgleich ich gerne noch versackt wäre...naja, die nächste Dojo-Party kommt bestimmt.

Samstag, 15.3.03, gnadenlos frühe 8.00 Uhr - und ich schon warm von der Rad-Tor-Tour zum Dojo. Alle schon wach und gut drauf-wie machen die das nur??? Aber die Frühschicht ist ja meist harmlos und wir waren alle mehr oder weniger auf viel Gymnastik und Kata eingestellt. Aber so einfach sollten wir nicht davon kommen: zwar wurde die Kata Nijushiho eingeübt, allerdings fast ausschließlich mit Bunkai. Ich weiß nicht, ob es nur an Heiko lag, aber noch nie hat mir Kata-Bunkai so viel Spaß gemacht. Beim anschließenden Laufen der Kata waren die einzelnen Sequenzen schon durch
das intensive Bunkai-Training so gefestigt, dass auch diese anspruchsvolle Kata machbar wurde. Gut gelaunt gingen wir in die Frühstückspause.

Die zweite Samstags-Einheit begann mit einer der Kata Nishoshiho entliehenen Aufwärmübung: Arme kreisen und nach ca. dreimal Fäuste an die Hüfte ziehen. Die wurden warm, die Arme! Weiter gings mit Gohon-Kumite. Das ist ja eigentlich nicht so mein Ding. Meistens sind die Partner viel größer bzw. länger als ich und die Distanz stimmt spätestens bei der zweiten Technik schon nicht mehr. Aber hier gings irgendwie. Hatte ich hier schon den Frank Kastner als Partner? Oder nochmal Heiko? Oder....? Ist schon peinlich, wenn man vor lauter Spaß anne Backen nicht mehr weiß, welchen Partner man hatte....ahäm, lassen wir das! Beim Gohon-Kumite sollten wir auf saubere Techniken achten, der Oberkörper sollte schön gerade bleiben. Viermal sollte Uke mit derselben, meist konventionellen Technik zurückgehen, beim 5. Mal wurde dann eine andere Technik oder eine Variante gefordert. Griff Tori z. B. mit Mae-Geri an, sollte Uke 4 Mal rückwärts mit Gedan-Barai gehen, Konter Gyaku-Tsuki. Beim 5. Mal sollte Uke seitlich raus mit Nagashi-Uke und Konter Mawashi-Geri. Wieder mußte man sich ganz schön konzentrieren. Der Abwehrende war hier deutlich mehr gefordert. Mawashi-Geri mußte z. B. geblockt werden mit Harai-Uke, dann Konter Uraken, Gyaku-Tsuki, Kizami-Tsuki. Bis man das mal so drauf hatte!

Aus dem Gohon-Kumite entwickelten wir uns dann über Khion-Ippon-Kumite und Jiju-Ippon-Kumite bis zum Freikampf, den wir hier aber in der moderaten Form, dem Randori übten. Bei Risto Kiskilä hatten wir drei Einheiten Zeit, diese Kampf-Stufen durchzuüben, Michael scheuchte uns innerhalb einer einzigen Einheit durch das Trainingspensum. Daher hatten wir uns anschließend das Mittagessen voll verdient. Einige fläzten sich nach dem Essen in der Sonne oder gingen spazieren. So konnten wir uns etwas für die letzte Einheit regenerieren. Obwohl, wenn ich ehrlich bin, war ich kaum kaputt bis dahin und schon fast etwas enttäuscht, konnte ich mich doch erinnern, dass derselbe Lehrgang letztes Jahr mich an den Rand meiner Kräfte brachte. Aber erstens kommt es ja bekanntlich anders und zweitens als man denkt.

Die dritte Einheit war dann nämlich der Gipfel, der Höhepunkt, das Sahnehäubchen, das Nonplusultra des ganzen Lehrgangs. Wir wurden nochmal so richtig gefordert und, ja am Ende dieser Einheit sollte ich dann dieses heißersehnte Gefühl wiedererleben: physisch so total fertig sein, aber einen Adrenalinspiegel zu haben wie Schumi in der 22. Runde! Und dabei fing alles so harmlos an: Schattenboxen sollten wir - mehrfach mit einem Arm Kizami-Tsuki. Dabei kam ich mir ehrlich gesagt ganz schön blöde vor. Das fühlte sich so gar nicht karatemäßig an und sah vermutlich bei mir auch nicht so aus. Aber auch diese Übung hatte natürlich ihren Sinn: wir sollten locker werden. Warum eigentlich, wenn wir anschließend den Körper dermaßen unter Spannung setzen sollten, dass das Dojo sich kurzzeitig in einen Kreißsaal verwandelte -für alle, die selber noch keine Kinder bekommen haben, sei hier erwähnt: Kreißsaal kommt von kreißen, also kreischen- und das taten wir alle vor Anspannung. Der eine Partner sollte sich z. B. auf die Seite legen und das obere Bein in Yoko-Geri-Stellung leicht anheben. Der andere Partner sollte versuchen, dieses Bein herunterdrücken, was sich der am Boden liegende natürlich nicht gefallen ließ. Vermutlich um dann wieder locker zu werden, sollten wir anschließend eine Partnerübung machen, bei der der eine seine Handflächen als Trefferzone in Yodan-Höhe zur Verfügung stellte. Der andere Partner sollte in diese dann Kizami-Tsuki und Gyaku-Tsuki schlagen und -Überraschung! - dann plötzlich Gyaku-Tsuki Chudan.

In der zweiten Hälfte der Einheit begann dann der Anstieg des Adrenalinspiegels: Tori trat Mawashi-Geri-Low-Kick, sagen wir mit rechts und Uke blockt, indem er seinen linken Unterschenkel halbkreisförmig nach außen führt den Fuß angezogen. Das hatten wir irgendwo schonmal gemacht -letztes Jahr beim selben Lehrgang? Oder bei Jochen Glaß' Lehrgang?- ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich das ganze Schienbein blau und grün hatte in den folgenden Tagen und dass es überhaupt nicht funktionierte und höllisch weh tat. Diesmal nicht so! Lag es an meinem tollen Partner? Keine Ahnung, aber es ging tatsächlich. Ok, manchmal traf man sich nicht so richtig und ein schmerzverzerrtes Grinsen -auf beiden Gesichtern- war die Folge. Aber wir wollen uns mal nicht kleinmädchenhaft anstellen, gelle? Diese Übung wurde dann ausgebaut: wir standen uns schließlich ganz dicht gegenüber, jeweils totale Kopf-Deckung, also Hände und Ellenbogen dicht am Kopf. Tori schlug dann erst mit dem rechten, dann mit dem linken Ellebogen eine Art Empi von oben nach unten zum Kopf des Gegners. Da mußte man schon ganz schön aufpassen, mir brummte jedenfalls schließlich ganz schön der Schädel! Dann wurde einer der Ellebogen von unten zwischen der Deckung des Uke hindurchgeschlagen und wenn man nicht aufpasste, bekam der Partner kräftig eins auf die Nase! Natürlich passten wir meistens auf, aber so im Eifer des Gefechtes....Nun wurden die Ohren des Partners ergriffen und das Knie wie in der Heian Yondan zum Kiza-Geri hochgerissen. Das ist ja sowieso eine meiner Lieblingstechniken, da kann man sich so richtig austoben! Uke wußte ja, was kommt und konnte -meistens- rechtzeitig die Hände runterreißen und den Stoß blocken. Jetzt schnell wieder Hände hochreißen, denn Tori setzte noch einen Mawasi Yodan hinterher. Also bei der Übung, die wir glaub ich mindestens 100 Mal wiederholten, konnte man echt so richtig schön zum Tier werden.

Aber es machte auch super viel Spaß! Kampfschreie wechselten sich zumindest bei Frank und mir mit albernem Gegeier ab. Aber es war auch mega-brutal und als wir uns so richtig schön im Blutrausch befanden, stand plötzlich meine Mutter mit meinen Kids vor der Glasscheibe. Meine Mutter war entsetzt und total besorgt und mußte anschließend erstmal beruhigt werden, dass wir uns eigentlich fast gar nicht wehgetan haben. Die blauen Flecken hab ich ihr lieber nicht gezeigt......

Quasi zum Burn-Out gabs danach dann noch ein wenig Pratzen-Training. Wir, die wir die großen Pratzen hatten, mußten fleißig dagegen treten mit Mae-Geri und Mawashi-Geri, hinterher noch Mae-Tobi-Geri -bei der Übung bin ich zum Glück
nicht drangekommen, Frank bekam einfach nicht genug! Zuletzt noch Mae-Geri, Kiza-Geri und Mawashi-Geri. Danach fühlte ich mich endlich fix und alle!

Als wir uns den Kopf so richtig schön freigewemmst hatten, gabs zum Abschluß noch mal die 24 Schritte der schönen Nishoshiho! Ob ich mir die Kata wohl merken kann? Aber egal, auch wenn ich den Ablauf der Kata vergesse, den Lehrgang werde ich sicher noch lange in bester Erinnerung behalten! Vielen, vielen Dank an Michael für das tolle Training, an Thorsten für die ganze Organisation drumherum, an Mecki fürs Putzen, und an Heide, Heiko und Frank, weil sie so tolle Trainingspartner waren! Toll war es auch, mal wieder mit den Weselern zu trainieren, zu trinken und zu tratschen! Also ich bin nächstes Mal ganz bestimmt wieder dabei! Ihr auch???????