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Montag, 20. Mai 2019

Yori Ashi / Suri Ashi - Warmup-PartnerInnen-Übung

"Leihgabe" vom Tobias Prüfert-Lehrgang bei uns im Dojo

Links vor stehen: 
-       Hinteres Bein ran ziehen
-       Vorderes Bein vor
-       Vorderes Bein zurück
-       Hinteres Bein zurück
-       Zehnmal wiederholen
-       Dann anders rum

Dann zu zweit: 
-       Großer Abstand
-       Hinteres Bein ran, vorderes vor und mit der flachen Hand ineinander 
-       Dann zurück 
-       Zehnmal
-       Dann andersrum

-       Dann der mit dem anderen Arm (wie Gyaku Tsuki)

-       Dann Wie Kizami Tsuki-Gyaku Tsuki


Samstag, 28. Oktober 2017

SV mit Marcus Neumann

Übungen - Faustschützer/leichte Boxhandschuhe bzw. Sandsackhandschuhe sind empfehlenswert, weitere Schützer waren nicht nötig (außer bei der Übung mit den Motorradhelmen)

Schlag zum Kopf (Haken): Abwehrender nimmt Block seitlich an den Kopf ("Haare kämmen" - Ellenbogen eng an den Kopf, Hand hinter dem Hinterkopf verhaken) - entweder zur Sicherheit beide Arme gleichzeitig oder als Reaktionsübung nur den Arm, der nötig ist

Übung mit Helm (Motorradhelm): Der Helmtragende führt den Haken aus, der andere weicht seitlich aus und schlägt mit der Hand an den Ansatz Arm/Schulter (Shuto Uke). Das ist effektiver, als den Arm wegzublocken. Wenn der Angreifer sehr stark ist, könnte man den Arm sonst nicht halten und der Schlag würde trotzdem Treffen. Dabei weicht der Angegriffene seitlich aus und schlägt dem Angreifer mit dem rechten Handballen (Teisho) vor den Helm. Auch mit Helm ist das schmerzhaft!! Weiterer Schlag mit links kann bei Bedarf folgen.

Übung im Kreis: Kreis zu ca. 8 Personen, eine/r in der Mitte; der/die Mittlere wendet sich einem außen stehenden zu (außen stehende: Gesicht zur Mitte) und wird von diesem attackiert, Block/Abwehr/Konter - ca. 5-10 Sekunden, dann weiter zur/m nächsten, zwei Runden, in großen Gruppen zwei Runden machen.

Türsteher-Übung: zwei große Schlagkissen im Abstand von etwa einem Meter auslegen als "Tür", eine/r als Türsteher/in dazwischen (Türsteher haben, laut Marcus, die Arme am Besten vor der Brust verschränkt, da sie so am Besten gleich in die Deckung gehen können. Bei dieser Übung sollten wir aber direkt in die Kampfhaltung (Kamae) gehen. Die anderen Übungsteilnehmenden stellten sich im Abstand von etwa fünf Metern in einer Reihe hintereinander auf und kamen nacheinander auf den/die Türsteher/in zu, einen Angriff (Schlag, Tritt) ausführend und, wenn möglich, pöbelnd. Der/die Türsteher/in musste die Tür verteidigen (Abwehr, Konter). Ich hatte einen großen Respekt vor der Übung, die dann aber gut machbar war!

Abschlussparcours: zu zweit an verschiedenen Stationen
- frei: Faust und Ellenbogen
- Ellenbogen
- frei
- Faust und Ellenbogen
- Mae Geri
- frei
- Mawashi Geri
....
eine Runde


Freitag, 29. September 2017

Lehrgang mit Toribio im Fuji San 9 2017

1. Tag Unterstufe 40 Personen, Oberstufe 10
Technik:
Oberstufe Fokus auf korrekte Rückwärtsbewegung mit Gewichtsverlagerung und Drehung auf der Hacke

Vorübung: li vor Gedan Barei, vor mit Oi Tsuki, Gewicht nach hinten verlagern, dabei den vorderen Fuß mit der Hüfte etwas ranziehen, so dass man kürzer steht, beinahe wie im Neko Ashi Dachi, dann nicht über die offene Seite wenden, also über die Seite, bei der wir grade den Fuß rangezogen haben (das wäre dann die große Wendung wie in der Heian Shodan, z. B.), sondern über die Seite des hinteren Beins, wie in der Gankaku. Beim Absetzen wieder Oi Tsuki.

Dasselbe dann mit der Kombination Age Uke, Kizami Mae Geri, Absetzen mit Gyaku Tsuki, bei der Wendung wird so ausgeholt, dass der Arm, der beim Gyaku Tsuki Hikte macht, den Age Uke ausführt. Nach der Wendung immer wieder einen Schritt vor mit der ganzen Kombination.
Dann nochmal dasselbe mit Soto Uke, Umsetzen in KB mit Yoko Empi und Gyaku Tsuki (ohne Uraken). Toribio fragte Torsten und mich, ob wir absichtlich beim Umsetzen in KB und wieder in den ZK vorrutschen. Wir sollten das besser unterlassen, da wir im Kihon Kontrolle haben sollten.

Im Folgenden gab es eine Partnerübung: Beide stehen hintereinander re vor ZK, dabei ist der hintere Fuß des vorderen auf einer Linie mit dem vorderen Fuß des hinteren. Abstand eine Tsuki-Länge. Der Vordere soll nun wie oben beschrieben zunächst das Gewicht verlagern und dabei den vorderen Fuß ranziehen (eng ranziehen an den hinteren, nicht "breitbeinig"), eng auf der Stelle wenden und wieder vor schießen mit Oi Tsuki, sofort wieder die Faust zurück ziehen. Jeder 20 mal - im nächsten Durchgang jeder 30 mal.

Danach gemütliches Beisammensein im Asia City.

2. Tag
Der zweite und ganze Trainingstag brachte noch einmal erheblich mehr Teilnehmende ins Fuji San. Insgesamt waren wir wohl über 80 Karateka. Sehr gefreut hat mich, dass auch viele Karateka aus anderen Münsteraner Dojos teilnahmen - speziell aus dem Bushido Münster und aus unserem alten Verein Shotokan-Karate-Dojo Münster e. V.
Gerrit Kaleschke aus dem Vorstand des Fuji San Keiko e. V. hatte mit seiner Frau und Familie Zutaten für ein umfangreiches Brötchen-, Rohkost- und Kaffeebuffet organisiert, Brötchen geschmiert, Rohkost geschnibbelt - einen ganz herzlichen Dank an dieser Stelle! Durch zahlreiche Eltern und auch durch die Schwester einer Karateka wurde das Buffet dann am Samstag betreut. Das Buffet kam sehr gut an und war hinterher gut "geplündert".

Toribio Sensei nahm in der Unterstufe am Samstag das Training der Tekki Shodan wieder auf, was für die meisten der Karateka - vor allem für die jüngeren Karatekids - eine große Herausforderung gewesen sein dürfte! In der zweiten Einheit sahen wir die Unterstufe bei vielen Keris und auch bei herausforderndem Krafttraining schwitzen!

Die Oberstufe kam konditionell - zumindest meiner Wahrnehmung nach - erheblich günstiger weg: Wir nahmen in der zweiten Einheit die Bewegungsmuster vom Freitag wieder auf: Wendungen mit Fokus auf Gewichtsverlagerung, "Ferse am Boden" und "enger Drehung" für eine schnelle Richtungsänderung.

Zunächst übten wir dies als Kihon und ohne Partner: Wieder zunächst vor mit Tsuki (Sanbon Tsuki), dann große Wendung über das hintere Bein (wie in Gankaku oder Unsu) mit unmittelbar wieder ausgeführtem Sanbon Tsuki und wieder einen Schritt vor mit Sanbon Tsuki, dann wieder Wendung etc.
Dann Soto Uke, umsetzen in KB mit Yoko Empi und wieder umsetzen in ZK mit Gyaku Tsuki. Der Sensei korrigierte scharf, wenn Karateka "aus Gewohnheit" den Uraken dazu nahmen - wir sollten uns davor hüten, hier zu "automatisieren". Es sei wichtig, hier konzentriert nur das abzurufen, was auch gefordert sei.
Als nächstes das Ganze mit Age Uke, Mae Geri, Gyaku Tsuki - was noch vergleichsweise einfach war - bevor wir dann Mawashi Geri und Gyaku Tsuki mit der Wendung ausführen sollten. Mit dem Mawashi Geri zu wenden war insofern schwer, als man hier schwerlich "eng" die Richtung zu wechseln, da die Vorbereitung für den Mawashi die Achse nach außen drängt.

Anschließend übten wir diese Trainingsprinzipien am Partner: Wir starteten mit Oi Tsuki wie am Vorabend. Als nächstes kam der Mae Geri ins Spiel und schließlich der Mawashi Geri.

Dann baute der Sensei die Übung noch insoweit aus, als auch der Uke jetzt eine weitere Aufgabe bekam und nicht nur als "Ziel" fungieren sollte: Beim Angriff durch den Tsuki sollte Uke mit Tai Sabaki ausweichen und Kontern. Wichtig war, möglichst spät zu reagieren.
Beim Mae Geri bzw. Mawashi Geri (mit Ballen getreten) sollte Uke nach hinten oder auch seitlich raus gehen und seinerseits mit Mawashi Geri (mit Spann getreten) vor die Innenseite des Oberschenkels treten. Hier war es interessant, dass der Schmerz für Tori noch auszuhalten war, wenn Uke rückwärts rausgeglitten war vor dem Gegenangriff. Bei seitlichem Rausgleiten war der Konter erheblich effektiver!

In der letzten Einheit übten wir in der Oberstufe die Kata 1-V, Bassai Dai, Jion und Kanku Dai. Auch hier legte der Sensei Wert auf Gewichtsverlagerung und korrekte Wendungen. Ebenfalls wollte er, dass wir "ordentlich" in die verschiedenen Stände hineingehen, so dass wir z. B. beim KK nicht die Achse verschieben, sondern auf der Stelle den Schwerpunkt absenken.

Zum Abschluss des Lehrgangs gab es für uns Braun- und Schwarzgurte noch ein ca. 30 Minütiges Mondo, welches auch noch eine effektive Befreiungssequenz aus der Fixierung in Bodenlage beinhaltete. Toribio erklärte in diesem Zusammenhang eine Griff-Variante, die er auf Okinawa erklärt bekam: Statt einfach mit einer Hand fest zuzupacken, sollte man die Finger wie für einen Tsuki vom kleinen Finger an nacheinander schließen und so nach und nach ins "Fleisch" greifen. Die Wirkung war verblüffend!

Nach der letzten Einheit stellten sich insgesamt 18 Prüflinge - davon 15 Fujis - der nächsten Gürtelprüfung. Toribio prüfte streng, aber fair und so waren alle froh, bestanden zu haben. Glücklich und zufrieden nahmen sie ihre neuen Gürtel von einem anderen Karateka oder von uns in Empfang.

Toribio, Torsten und ich ließen den Abend noch in einem japanischen Restaurant ausklingen.

Samstag, 13. Juni 2015

Lehrgang mit den Senseis Thomas Schulze und Kirsten Manske in Coesfeld

Am Samstag, den 13.06.2015, hatte ich die Möglichkeit, bei einer Einheit des Lehrgangs mit den Senseis Thomas Schulze und Kirsten Manske in Coesfeld zu trainieren. Da ich vormittags noch Kindertraining gab, bin ich erst zur zweiten Einheit dort eingetroffen. Ich trainiere immer sehr gerne bei Thomas, hatte bisher aber noch nie das Vergnügen, bei Kirsten zu trainieren - umso größer war die Freude, dass sie nicht nur das Aufwärmtraining übernahm, sondern auch am Nachmittag die Oberstufe anleitete.

Es gab insgesamt nur zwei Trainingseinheiten, da Unter- und Oberstufe jeweils parallel aktiv waren - eine Gruppe je unter der Knute von Thomas und eine unter Kirstens strenger Aufsicht.

Wenn eines verbesserungsfähig wäre, dann die Location: Die Familie Pictorius, nach der das Berufskolleg, zu der die Turnhalle gehört, offenbar benannt ist, war eine westfälische Baumeister-Familie im 17. und 18. Jahrhundert. Die Ahnen der Familie würden sich vermutlich im Grabe herumdrehen, wüssten sie über diese Abscheulichkeit an Optik und Atmosphäre (Licht, Luft, Farben ...) der Turnhalle! Aber man muss ja nehmen, was man angeboten bekommt und kann froh sein, wenn überhaupt Turnhallen vergeben werden, um so einen Lehrgang auszurichten.

Was mich verwunderte war die recht überschaubare Anzahl an Trainierenden - ich zählte etwas über 60 Teilnehmer/innen. Bei einem Lehrgang mit unserem Nationalcoach und seiner erfolgreichen und wettkampferfahrenen Frau müsste doch die Halle brechend voll sein!

Wie es nicht anders zu erwarten war, bereitete uns Sensei Kirsten supergut auf das Training vor. Sie legte schon hierbei - wie auch später im Training immer wieder - einen großen Wert auf Lockerheit im Schulterbereich. Anschließend ging es weiter mit Kihon-Kombinationen, die schon auf die folgenden Partnerübungen hinarbeiteten:

Links vor im ZK mit einer Block Technik im Gyaku-Hanmi mit nachfolgendem Konter durch vollen Hüfteinsatz. Kirsten legte einen sehr starken Fokus auf die exakte Hüftbewegung - einschließlich Innen- bzw. Außenspannung und Vorwärtsdruck des vorderen Knies -, dass ich mich sehr an die Trainingsimpulse von Malcolm Dorfman Sensei erinnert fühlte! Und es war wie verhext: Sobald ich dachte, die Übung sei richtig umgesetzt, merkte ich eine Spannung im Schulterbereich. Oder ich stellte fest, dass ich überwiegend aus dem Oberkörper agierte und den Hüftimpuls vernachlässigte. Irgendwas war immer!

Wir führten drei verschiedene Kombinationen aus - jeweils einige Male langsam auf zwei Zeiten, dann fünf Mal auf eine Zeit und weitere fünf Mal mit Kiai:
- links vor im ZK mit Age Uke im Gyaku Hanmi (also rechter Arm Age Uke), Konter Uraken mit links
- links vor im ZK mit Gyaku Uchi Uke, Konter Kizami Tsuki
- links vor im ZK mit Gyaku Gedan Barei und Konter durch starkes Zurückschnellen der Hüfte mit Kizam Mae Geri
All das natürlich dann auch mit dem rechten Bein vorne.

Dann mit Partner:
Angriff je aus links vor ZK mit Gedan Barei, Angriff
a) Tsuki Jodan, Tori geht aus Shizen Tai mit dem rechten Bein schräg hinten links raus und blockt mit rechts Gyaku Age Uke, Konter Uraken Jodan oder Chudan, je nach Größe des Partners/der Partnerin
b) Tsuki Jodan, Tori geht aus Shizen Tai mit dem linken Bein rechts hinten raus und blockt mit links Gyaku Age Uke, mit rechts Konter Uraken Jo oder Chu
c) Tsuki Chudan, Tori geht wie bei a) raus, Block mit rechts Gyaku Uchi Uke, Konter Kizami Tsuki
d) dasselbe mit der anderen Seite in die andere Richtung
e) Mae Geri, Tori geht wie oben mit rechts schräg links raus, Block Gyaku Gedan Barei, Konter mit dem vorderen Bein Mawashi Geri
f) Mae Geri, wie bei b) und d) zur rechten Seite raus Block und Konter entsprechend

Im nächsten Durchgang dasselbe als Jiyu Ippon Kumite - beide stehen in der Ausgangslage links vor Kamae. Insgesamt fiel mir diese kleine Umstellung schon nicht leicht. vor allem die erste Seitwärtsbewegung nach links hatte es jetzt in sich! Den Mae Geri würde ich so wohl gar nicht blocken - aber es kam bei der Übung m. E. auch nicht unbedingt auf realitätsbezogene Blocktechniken an, sondern auf den intensiven Hüfteinsatz und darauf, auch aus ungünstigen Ausgangslagen noch das Beste machen zu können. So habe ich das jedenfalls für mich empfunden. Mein Partner Egon und ich merkten schnell, wie fix man doch in die alten, gewohnten Bewegungsmuster hineinrutscht und dann im Eifer des Gefechts eben nicht Gyaku blockt, sondern automatisch auf das Altbewährte zurückgreift. Einerseits gut zu wissen, dass die Sachen "sitzen", andererseits doch ein Zeichen, wie sehr man schon eingefahren ist!

In einem dritten Durchgang ließ Kirsten diese Kombinationen aus der freien Bewegung ausführen, was die Sache noch kniffeliger machte! Auch die regelmäßigen Partner/innen-Wechsel sorgen dafür, dass sich keine Routine einstellte und der Geist wach blieb.

Im letzten Teil der Einheit wurden dann speziell die angesprochenen Hüftbewegungen auch auf das Kata-Training übertragen und wir führten die Heian Godan, die Bassai Dai und die Wankan aus. Das war nochmal ein richtig schöner Abschluss, denn hier wurde alles, was uns Kirsten vermittelt hatte, noch einmal intensiviert und quasi auf den Punkt gebracht!

Es war ein super Training und auch nur für diese eine Einheit hatte sich die Fahrt nach Coesfeld voll gelohnt! Neben den technischen Feinheiten hat mir auch die ruhige und gleichzeitig sehr bestimmte Art von Kirsten sehr gefallen! Zudem war das Training didaktisch und methodisch erstklassig aufgebaut und einfach im eine runde Sache! Im nächsten Jahr bin ich sehr gerne wieder dabei!

Sonntag, 2. November 2014

Bunkai Drills mit Iain Abernethy

Am ersten Novemberwochenende 2014 richtete das Dojo Halle / Westfalen einen der in dieser Region äußerst seltenen Lehrgänge mit Sensei Iain Abernethy aus. Ich hätte jetzt fast gesagt, Iain sei Schotte, aber er stammt aus dem District Cumbria, kurz vor der schottischen Grenze. Sein Akzent ist für meine Begriffe allerdings schon arg schottisch geprägt, was das Verständnis seiner umfassenden Vorträge zuweilen etwas schwierig gestaltete. Er selbst meinte schmunzelnd am Ende des Lehrgangs, dass wir viel geleistet hätten - zunächst hätten wir seine Vorträge ins Englische und dann ins Deutsche zu übertragen gehabt ;-) Iain trägt den 6. Dan der World Combat Association und der British Combat Association sowie dem Britischen Karate Verband. Sein Alter habe ich nirgends gefunden - ich schätze ihn auf Anfang, Mitte vierzig.

Obgleich Iain seine Wurzeln im Karate hat, sind seine Seminare für meine Begriffe recht stiloffen. Bei dem Lehrgang, den der Verein aus Halle ausgerichtet hat, trainierten z. B. Karateka aller Graduierungen gemeinsam - es wurden daher keine graduierungsspezifischen Kenntnisse voraus gesetzt. Obgleich das Thema am Samstag schwerpunktmäßig die Kata Naihanchi (Tekki Shodan) war, führten wir die Kata nicht einmal "am Stück" aus, sondern beschäftigten uns ausschließlich mit den Anwendungen. Iain machte jeweils Etappen der Kata vor und zeigte dann seine Interpretation. Diese waren ausschließlich Nahkampf-orientiert. Wer auf diesem Lehrgang klassische Kihon-Techniken erwartet hat (z. B. Bunkai Sequenzen, bei denen der Angreifer aus dem Zenkutsu Dachi heraus mit Oi Tsuki angreift), der wurde enttäuscht - oder wäre zumindest verwirrt gewesen: Es gab überhaupt keine klassischen bzw. klassisch-tiefen Karatestände, und auch auf das traditionelle An- und Abgrüßen im Zeisa wurde verzichtet, was mir sehr entgegen kam, da der Lehrgang so sehr knieschonend war :-)

Auch sonst lag der Lehrgang ganz auf meiner aktuellen Linie des angewandten und Selbstverteidigungs-orientierten Karatetrainings: Wie auch am vergangenen Wochenende in Olpe so gab es jetzt viele Clinches, Drills und ausschließlich Nahkampf-Kombinationen - viele Empis und Schläge mit der offnen Hand, aber auch zahlreiche Hebel (joint locks) und Drills, die nicht ganz so simpel und effektiv waren wir die Übungen beim Street Combative Seminar in Olpe.

Der Lehrgang schien mir zu Beginn fast enttäuschend wenig schweißtreibend! Mein Partner des ersten Tages (ein netter Frank aus Minden) und ich kamen erst in der zweiten Trainingseinheit am Nachmittag ein Bisschen auf Touren. Und die Betonung liegt auf "ein Bisschen" - den Gi konnte ich tatsächlich am zweiten Trainingstag wieder anziehen. Gleichwohl war es ein sehr anstrengender erster Trainingstag - denn wir trainierten (mit Pausen) von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Irgendwann war einfach meine Festplatte voll und ich merkte, wie in den letzten beiden Einheiten meine Konzentration nachließ und gegen Ende sogar mein Trainingswille. Dass es schon ganz gut zur Sache ging, merkte ich vor allem an der Tatsache, dass Muskelkater und blaue Flecke auch bei diesem Lehrgang inklusive waren.

Die Anwendungen zur Tekki überzeugten mich vollumfänglich. Als der Sensei dann Wunsch-Katas der Teilnehmer aufgriff (Gojoshiho Sho und - für mich - Chinte), war ich allerdings ein bisschen enttäuscht. Als ich die Chinte erwähnte, schien ich den Sensei fast ein bisschen in Verlegenheit zu bringen, als hätte er sich bisher noch nicht so intensiv mit dieser Kata beschäftigt. Er ging dann auch nur auf die drei Sprünge rückwärts am Ende ein (trug hierzu aber eine herrlich brutale Anwendung vor). Nicht viel anfangen konnte ich mit seinen etwas umfassenderen Anwendungsvorschlägen zur Gojoshiho Scho, bei der ich manches Mal intuitiv aus der Situation heraus etwas ganz anderes gemacht hätte.

Am Sonntag wurde nur vier Stunden trainiert. Von den 150 Trainierenden am Vortag waren nur noch 40 übrig geblieben. Dies mag damit zusammen gehangen haben, dass am ersten Tag das Training (wegen des Feiertags Allerheiligen in NRW) nach Niedersachsen und zwar ins beschaulicher Hilter / Wellendorf bei Osnabrück verlegt werden musste. Am zweiten Tag fand es dann tatsächlich in Halle statt. Am zweiten Trainingstag wiederholten wir Sequenzen vom Vortag, ohne noch einmal in die Tiefe gehen zu müssen. Ich hatte jetzt einen DKV-ler aus Willich als Partner, der sehr Bunkai-erfahren war und mit dem ich ebenfalls viel Spaß hatte :-) Nach Tekki Shodan gab es am Sonntag noch Sequenzen aus der Tekki Nidan und einige Wurftechniken sowie einige Drills zum "Aufwärmen".

Schön waren für mich die Karate-Geschichten, die Iain zwischendurch erklärte und auch viele der Grundsätze und Prinzipien, die er vermittelte. Er differenzierte immer gerne zwischen "Martial Arts", "Fights" und "Self Defense" und stellte mehrfach die Unterschiede heraus (Kampfkunst ist detailverliebt und man trainiert es aus Spaß und Freude, Freikampf ist sportlich, taktisch und "jeder ist mal dran" und bei der SV muss alles schnell geschehen, es muss simpel sein, sollte nur einen Aktiven geben (nämlich den Verteidiger) und es gibt nur ein Prinzip:"Down - Him - Now!" Sehr schön waren dann so kleine Details wie die Tatsache, dass man beim SV-Training dem Trainingspartner nach einer Bodensequenz nicht aufhelfen sollte - das könne sich so einschleifen, dass man es im Ernstfall aus Versehen auch macht ;-)

Durch unseren Trainer Andreas Klein haben wir in der Karateschule Fuji San Münster sicherlich schon einen sehr guten Zugang zu dieser Art der Kata-Interpretation, da Andi auch die Brücke vom traditionellen Bunkai zur SV schlägt. Alles in allem hat mir der Lehrgang mit Iain sehr gut gefallen und ich werde mich sicherlich mit der Art, wie Iain an Katas heran geht weiter beschäftigen.

SV-Warmup:
- Versuchen, an den Gürtelenden zu ziehen (Symbol für die Weichteile). Jeder Treffer ein Punkt.
- Gegenseitig "umarmen" - ein Arm auf Höhe der Schulter, ein Arm unter dem Arm des anderen. Versuchen, hinter den anderen zu gelangen und ihn mit beiden Armen von hinten zu umfassen.



Dienstag, 28. Oktober 2014

Street Combatives - We do bad things to bad people

Vor ein paar Wochen erhielt ich von einem Karate- und Facebook-Freund eine Einladung zu einem eintägigen Selbstverteidigungs-Event in Olpe unter dem Namen "Street Combatives - ein Konzept stellt sich vor". Hinter diesem Konzept steckt ein Selbstverteidigungssystem, das an dem Punkt ansetzt, an dem bereits alle deeskalierenden Maßnahmen gescheitert sind - oder bei dem man lernt, intuitiv auf unverhoffte, unmittelbare Angriffe zu reagieren. Dementsprechend ist es absolut direkt, schnörkellos und verzichtet vollständig auf kunstvolle oder komplizierte Griffe, Tricks und Kniffe. Warum? Nun, weil wir im Ernstfall eine absolute Stresssituation haben, in der wir im Regelfall nicht mehr in der Lage sind, feinmotorisch zu arbeiten. Unser Coach veranschaulichte dies sehr schön an dem Beispiel, dass man in dieser Situation oft nicht mal mehr in der Lage ist, auf dem Handy 110 zu wählen, weil man einfach nicht mehr die (richtigen) Tasten trifft! 

Wir starteten in einer Gruppe von ca. 15 Personen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und -erfahrungen, verschiedenen Alters und unterschiedlichster Statur, ein knappes Drittel davon Frauen. Nach einer kurzen Begrüßung ging es für eine lockere Stunde zum Aufwärmen an die Pratzen. (Details zum Pratzentraining habe ich hier zusammengefasst). Was mich überraschte, war, dass wir immer nur die rechte Seite trainiert hatten - ich kann nicht sagen, ob das zum Konzept gehört, nach dem Motto: Lieber eine Seite ganz stark und die andere dann weglassen, oder ob dieser Aspekt der Tatsache geschuldet war, dass es sich ja nur um einen Vorstellungstag gehandelt hatte. 

Wenn man sich die Pratzen-Übungen näher anschaut, wird zumindest jede/r Karateka schnell feststellen, dass es sich bei diesen Techniken allesamt auch um Stöße und Schläge handelt, die wir auch in unserer Kampfkunst regelmäßig üben - wenn vielleicht auch nicht immer in dieser Konsequenz, Härte und Wiederholungsdichte. Obwohl es ja quasi ein "Straßenkampf-Seminar" war, verzichteten wir zumindest an diesem Tag komplett auf Schwinger oder andere eher karate-untypischen Techniken. Es wurde zudem auch auf dieselben Prinzipien und Schwerpunkte geachtet, wie im Karatetraining: Man schlägt oder stößt mit dem ganzen Körper, der Impuls kommt aus der Hüfte, die Bewegung erfolgt in einer Kettenreaktion durch den Körper. Mir persönlich hat es einen Riesenspaß gemacht, hier mal auf Hochtouren die Sau raus lassen zu können. Für Menschen, die selten an Pratzen trainieren oder dies noch gar nicht oder nicht oft gemacht haben, sei gesagt: Der passive Part (also der, bei dem man nicht schlägt, sondern die Pratze hält) kann durchaus härter sein, als der aktive Part! Mein Trainingspartner ließ mir jedenfalls keine ruhige Minute, wenn ich das kleine Schlagkissen an der Hand hatte! So ging es also etwa eine Stunde lang und uns wurde vom Trainer ein fürchterlicher Muskelkater prophezeit, der sich inzwischen auch eingestellt hat ;-) 

Nach einer kurzen Pause wanderten die Pratzen zunächst an die Seite und wir übten direkt am Partner. Es war abzusehen, dass es beim Sparring nicht zimperlich zur Sache gehen würde. Darum hat mich die Intensität und die Härte, mit der zumindest mein Partner und ich miteinander umgingen nicht überrascht - wenn ich ehrlich bin, mag ich es eine Spur härter ja sogar ganz gerne :-) Wir übten zunächst, wie wir reagieren, wenn jemand frontal auf uns zugelaufen kommt und uns an der Körpermitte umfassen will. Um den Aggressor zu stoppen, schlugen wir mit aller Kraft mit unseren Unterarmen auf die Schulterpartie, führten die Hände hinter dem Nacken zusammen (so dass wir auf die Innenseite unserer Unterarme blicken konnten) und drückten unsere Unterarme eng zusammen, so dass der Kopf des Gegners eingeklemmt wurde, er quasi mit der Nase an unserem Brustkorb stand.  Der Kopf war also ziemlich vertikal, während der Rücken abgewinkelt wurde. Durch diese Stellung befand sich unser Gegner in einer so ungünstigen Position, dass quasi seine Wirbelsäule blockiert war und er auch seitlich schlecht weg konnte. Jetzt hatten wir die Möglichkeit, z. B. den Kopf mit der einen Hand zu halten und den anderen Arm mit dem Ellenbogen zum Kinn zu schlagen. Hier war jetzt wirklich wichtig, ganz "kurz" zu schlagen, also tatsächlich die eigene Hand am eigenen Hals vorbei zu führen, sonst passte die Distanz nicht. Aus diesem Gememge konnten wir dann im Laufe der Trainingseinheit dann eine herrliche Rauferei entwickeln und man musste zuweilen schon ziemlich aufpassen, dass es keine bleibenden Blessuren gab. Ungeachtet der Ankündigung des Ausrichters Carsten Zimmermann hatte nämlich dann letztlich doch keiner oder kaum einer von uns irgendwelche Zahn-, Kopf- oder sonstigen Schützer angelegt. 

Für mich sehr wirkungsvoll war folgende Tatsache und Übung: Der Gegner rennt ja nicht zum Spaß auf uns zu und umklammert uns nicht, weil er uns so gern hat, sondern weil er uns letztlich zu Boden bringen will. Kritisch wird es daher für uns als Abwehrende, sobald der Griff an unsere Beine geht. Vielleicht stürzt sich der Gegner auch direkt auf unsere Beine - befindet sich also mit seinem Oberkörper unterhalb unseres Oberkörpers. Jetzt war es unsere Aufgabe (und das hat auch tatsächlich mehrfach supergut funktioniert), diese im Grunde ja überlegene Position auszunutzen, und uns einfach auf den Gegner drauf fallen zu lassen. Am Boden haben wir dann ja weiter "Oberwasser", da der Gegner platt wie eine Flunder unter uns liegt und quasi handlungsunfähig ist. Handlungsunfähigkeit ist ein gutes Stichwort, denn auch was unser Coach hinsichtlich der Konsequenz unseres Handels vermittelte, fand ich absolut überzeugend: Es ginge nicht darum, jemanden schwer oder gar letal zu verletzen - allein das Zufügen von (starken) Schmerzen reiche allerdings auch nicht aus. Vielmehr sei es wichtig, dass wir dem Gegner das Bewusstsein eintrübten oder vollständig nähmen. Wie auch ich es in meinen Kursen vermittele ist es ja so, dass Menschen, die uns angreifen, durch einen erheblich angehobenen Adrenalinspiegel und ggf. noch unter dem Einfluss von Drogen ein stark herabgesetztes Schmerzempfinden haben - selbst nach zum Teil starken Verletzungen lassen sie nicht vom Angriff ab! Die Sicht nehmen, das Bewusstsein - nur so können wir sicher den Ort des Geschehens verlassen. 

Mein Trainingspartner Arthur und ich überlegten schon an dieser Stelle einige Gemeinheiten, wie man den Gegner überwältigen könnte, z. B. wenn man quasi von oben auf dessen Hinterkopf blickt, seitlich über den Kopf ins Gesicht zu greifen, Lippe, Nase und ggf. Auge zu greifen und den Kopf an diesen Fixpunkten umzureißen. Dies wurde dann später auch vom Coach vorgeschlagen. Ebenso schön war hinterher sein Vorschlag, dem Gegner ein Ohr abzureißen, anschließend bei einer Aufwärtsbewegung mit dem Daumen (ohne Ohr ;-) ) ein Auge auszustechen und ihm dann noch mit dem Ellenbogen den Rest zu geben. Leider konnten wir wegen der kleinen Anzahl an Trainingsteilnehmern diese radikale Übung nur andeuten ;-) aber auch so machte es schon einen Heidenspaß! 

Gegen Ende des Nachmittags - ich hatte schon wegen der Zeitumstellung in der Nacht zuvor und auch wegen der Fülle der Trainingseindrücke ein wenig das Zeitgefühl verloren - wurden wir dann zum Partnerwechsel aufgefordert und sollten jetzt locker das Eingeübte im freien Sparring ausprobieren. Ahäm, ich hab dann ja nach so einem Vollgas-Nachmittag immer ein bisschen das Problem, wirklich locker zu werden und zu bleiben. Der Coach spielte jetzt zum Showdown dann auch noch Musik und startete mit Poison (was ich zum Einstimmen auf der Hinfahrt schon im Auto hatte laufen lassen :-) ). Schnell wurde klar, dass es so nichts wird mit dem lockeren Training, denn der Rock ging schnell ins Blut und ich möchte mir nicht ausmalen, wie wir bei noch härteren Beats aufgedreht hätten. Zu unser aller Überraschung gab es dann im nächsten Durchgang Reggae und wir wurden tatsächlich alle ruhiger! Es sei einfach zu gefährlich, eine Trainingseinheit mit harter Musik ausklingen zu lassen - dann habe man keinen positiven Trainingseffekt, sondern viele, viele Verletzungen. Auf diese Weise wechselten wir dann noch einige Male durch, so dass wir eine Vielzahl von Partnerinnen und Partnern kennen lernen konnten. Es war jedes mal ein herzliches und herzhaftes Miteinander und hat super viel Spaß gemacht! 

Zusammenfassend muss ich sagen, dass mich das Konzept vollumfänglich überzeugt hat. Street Combatives ist für mich eine sehr gute Möglichkeit, zu überprüfen, welche Karatetechniken im Ernstfall funktionieren bzw. wie sie bestmöglich ausgeführt werden müssen, damit sie überzeugen.  Es hat mich doch ziemlich beruhigt, dass meine 30 Jahre Karatetraining doch offenbar nicht ganz vergebens waren und ich auch losgelöst vom Shotokan-Training wirkungsvoll zu funktionieren scheine. Ich werde die entsprechenden Veranstaltungstermine auf jeden Fall mal im Auge behalten und sicher noch an dem ein oder anderen vergleichbaren Event teilnehmen. 

Spaß gemacht hat's! Danke, Arthur für die Einladung :-)

Sonntag, 9. Juni 2013

Instructorlehrgang Juni 2013 in Bochum

Dieser Instructorlehrgang fand parallel zur ersten Deutschen Meisterschaft Jugend, Junioren und Senioren im RuhrCongress, Bochum statt. Wegen der zeitlichen Überschneidungen war vermutlich die Teilnehmerzahl etwas geringer als sonst. Im Gegenzug waren aber einige Karateka angereist, die von dem Umstand profitierten, dass dieser Instructor-Lehrgang nur einen Tag dauerte und die Einheit am Sonntagvormittag entfiel - so brauchten sie keine bzw. eine Übernachtung weniger einzuplanen und zu bezahlen. Da Shihan Ochi derzeit wegen seiner Hüft-OP noch nicht einsatzbereit ist, hatte Prüfungsreferent Rolf Hecking die Lehrgangsleitung diesmal komplett übernommen.

Was uns erwartete war ein Mix aus Trainerworkshop, Schulung der Beobachtungsfähigkeit und Augenmerk auf die eigene Achtsamkeit und Konzentration.

Wir starteten mit einem Aufwärmteil zu zweit: Abwechselnd sollten wir uns gegenseitig Übungen vorgeben, die im Verlauf der Aufwärmphase möglichst aufeinander aufbauen sollten.

Als nächstes gab es einen Technikteil, der mich ein bisschen an die Trainingsmethoden von Naka und Akita erinnerte: Im Heiko Dachi stehend sollten wir verschiedene Empi-Variationen ausführen (je rechts und links). Wir starteten mit Age Empi, dann Mawashi Empi (zur Schläfe), gefolgt von Mae Empi (seitlich und Richtung Solar Plexus) und Yoko Empi (Hinweis von Rolf: diesmal nicht unterm Arm ausholen, sondern drüber), schließlich noch Ushiro Empi ("Hikite" - mit beiden Armen gleichzeitig). Zum Schluss sollten wir Otoshi Empi ausführen und dabei zunächst rechts in Sochin Dachi vorgehen, dann mit Kiri Kaeshi wechseln.

Eine weitere Übung bestand aus Sanbon-Tsuki-Varianten: Start im ZK li vor mit Tsuki Jodan, Chudan, Chudan, dann Wendung 45 Grad nach re mit Chudan, Jodan, Jodan und nach links - ebenfalls Chudan, Jodan, Jodan.

Als nächstes sollten wir uns dann gegenseitig bei verschiedenen Kihon-Übungen korrigieren. Ich hatte leider einen Partner, der bei meinen Übungen überhaupt nicht hinsah und selber immer verärgert oder irritiert schien, wenn ich ihn korrigierte. Vielleicht wähnte sich dieser Karateka auf einem gewöhnlichen Karatelehrgang und nicht auf einem Instructor-Kurs?! Keine Ahnung, jedenfalls ist das Üben so m. E. nicht zielführend, da wir doch hier unser Auge schulen sollten.

Kihon Kumite: Block und Konter mit demselben Arm. Age-Uke, Soto-Uke, Gedan-Barei - war ganz schön schwer, erst alleine geübt mit Vorgaben von Rolf hinsichtlich des Konters, dann mit Partner und dann ohne Vorgaben, also Konter frei, schließlich war auch der Angriff nicht mehr von Tori angesagt, man musste also schnell und möglichst richtig reagieren.

Eine weitere Übung: Mae Geri Chudan, der andere musste ohne Block ausweichen (einen Schritt zurück) und dann selber Mae Geri treten - zunächst auf zählen, dann eigene Zeit mit zunehmendem Tempo.

Übungen zum Jiyu Ippon Kumite standen auch auf dem Programm. Hierzu sollten zu zehnt einen Doppelkreis bilden - Karatekas im Innenkreis blicken nach außen und im Außenkreis nach innen, so dass jede(r) eine(n) Partner(in) hat. Angriff mit Ansage / Block und Konter und mit steigendem Tempo, dann Wechsel Innen-/Außenkreis.

Warmup zweite Einheit mit SV: Zu zweit zusammen, einer greift an nach Vorgabe von Rolf (Umklammerung von vorne oder von hinten), der andere versucht, sich mit karatebasierten SV-Techniken zu befreien und zu kontern. Da kamen wir alle schnell auf Touren und es hat mächtig Spaß gemacht! Ich hatte Thomas Feig aus Annaberg als Trainingspartner, dem ich anmerken konnte, dass er schon häufig ähnliches geübt hatte. Zum Abschluss der SV-Warmup-Übung ging es dann noch auf den Boden: Rolf gab die Anweisung, dass sich einer von uns in die "Bank"-Position begeben, also Hände und Knie auf den Boden bringen sollte. Der andere sollte den in der Bankposition nun angreifen - aber nicht durch Tritte oder Schläge, sondern durch Umklammern. Sobald die/der Kniende den Angriff spürt, sollte diese/r sich wehren und kontern. Thomas bemerkte gleich zu Beginn der Übung leicht gequält, dass er zwar mal in Techniken des Krav Maga hinein geschnuppert hätte, nicht aber in das Judotraining. Naja, da habe ich ja leider auch keine Erfahrung. Und wir gingen beide gleichermaßen dilettantisch aber beherzt zur Sache. Als ich in der defensiven Rolle war und auch noch grade in einer recht hoffnungslosen Position, kam Rolf zufällig grade vorbei und gab mir ein paar Tipps. Ich konnte zwar diese grade nicht umsetzen - mobilisierte aber meine letzten Willensreserve und konnte den Spieß - pardon: den Thomas - im wahrsten Sinne des Wortes herumdrehen und die Oberhand gewinnen. Ach, ich liebe solche Raufereien ja! :-)

In beiden Einheiten übten wir das Vorwärtsgleiten mit Suri-Ashi und zwar mit Kizami Tsuki sowie darauf aufbauenden Kombinationen: + Gyaku Tsuki, + Mae Geri + Mawashi Geri + Gyaku Tsuki. Wir sollten versuchen, möglichst weit vorzugleiten und auch jeweils das Standbein bei den Geris zum Vorrutschen zu benutzen, ohne jedoch den Bodenkontakt zu verlieren (also nicht "hopsen"). In Einheit eins übten wir dies alleine, am Nachmittag wurde daraus eine Partnerübung, bei der der/die Partner/in jeweils ebenfalls zurückgleiten bzw. einen Schritt zurück gehen sollte. Auch hier hatte ich am Nachmittag Thomas als Partner und ich hatte meine liebe Mühe, ihm auszuweichen, weil er doch eine erheblich größere Distanz überwinden konnte als ich!

Rolf bemerkte gegen Ende des Lehrgangs, dass niemand Herrn Ochi ersetzen könne, man könne höchstens kurzfristig seinen Platz einnehmen. Und so fehlte durch die Abwesenheit des Chiefinstructors vor allem die Einheit Katatraining, die sonst obligatorischer Bestandteil eines Instructorlehrgangs ist. Auch angesichts der gekürzten Trainingszeit konnte Rolf das Thema Kata nur anschneiden. Wir arbeiteten an den Katas Hangetsu und Wankan. Zu beiden Katas gab es Ablauftraining mit Korrektur durch den Partner. Zur Hangetsu machten wir noch eine Bunkai-Sequenz in einer Gruppe zu viert und zwar die Kombination Uchi Uke, Ren Tsuki: eine(r) stand in der Mitte und drei andere Karateka davor bzw. re und li daneben. Der rechts vom Mittigen stehende stand rechts vor, die anderen je links. Rechts griff zuerst an mit Oi Tsuki, der/die Mittige blockte Uchi Uke und konterte mit Ren Tsuki. Dann griff die linke Position an, der/die in der Mitte drehte sich um 180 Grad mit Block und Konter und schließlich kam der Angriff aus der jetzt wieder rechten Position (von dem Angreifer, der anfangs frontal zur/zum Mittigen stand) - Block/Konter.





Sonntag, 20. Januar 2013

Koordinationstraining für Kampfsportler

Alleine: 

Einbeinhopser auf drei Gliedern: Auf Hände und Füße und mit einem angehobenen Bein fortbewegen.

Affengang auf Fäusten: auf allen Vieren fortbewegen, Hände zu Fäusten schließen, Füße berühren nur kurz den Boden.

Spinne: vor- und rückwärts auf allen Vieren

Sitzen mit Fersen zum Gesäß, Füße Fassen und über den Rücken rumkugeln.

Kerze mit Beinbewegung

Körperspannungshopser: hinsetzen mit aufgerichtetem Oberkörper, Beine gestreckt und ohne Zuhilfenahme der Arme seitlich hopsen

Radschlag und robben: ein Radschlagen, zu Boden gehen und zwei oder drei Züge vorwärtsrobben

Alternativ für Anfänger: vorwärtsrobben (auf den Ellenbogen)

Aus dem Liegestütz die Beine durch die Arme nach vorne

Auf dem Bauch liegen und die Beine einmal um 360 Grad herumkreisen

In den Liegestütz, ein Bein ran und wechseln

Springen: 90, 180, 360 Grad

Scherliegestütz: Liegestütz, Arme überkreuzen und seitlich bewegen, Liegestütz

Fingertipps


Liegestützen auf zwei Medizinbällen

Über Medizinballreihe laufen




Zu zweit:

Schwimmen: A im Vierfüßlerstand, B legt sich quer mit dem Bauch auf A's Rücken und schwimmt - Brustschwimmzüge, Kraul, Delphin

Bankrollen: A und B nebeneinander im Vierfüßlerstand, A bleibt stehen, B dreht sich über A (Rücken an Rücken)

Skispringen (Halteübung): A liegt auf dem Boden, B steht an seinem Fußende, Füße des A an die Leiste des B und anheben, so dass B wie ein Skispringer "fliegt" (gehalten wird)

Sprung mit Richtungsweisung: A steht vor B, A springt mit geschlossenen Beinen auf B zu, in diesem Moment zeigt B nach re oder li und A springt weiter in die angewiesene Richtung, dann wieder zurück in die Ausgangsposition

Hocksprung mit Höhenanzeige des Partners: A steht vor B, B hält die Handflächen etwa auf Hüfthöhe, A springt so hoch, dass seine Knie sich auf Höhe der Hände von B befinden, B lässt seine Hände nach und nach höher oder wieder tiefer wandern.

(Einbein)Schubkarre

zu zweit in einen Gürtel ein- und wieder ausrollen



In der Gruppe:

Trippelschritte im (Halb-)Kreis: A läuft im Halbkreis, die Gruppe sitzt im Halbkreis und hat die Beine gegrätscht, A macht immer zwei Bodenkontakte mit den Füßen in den Zwischenräumen und läuft so durch die Gruppe, dann setzt sich A hinter dem letzten auf den Boden und der nächste ist dran.

Baum im Wald: zu fünft, vier stehen außen herum, einer in der Mitte, lässt sich zu den Seiten fallen und die anderen fangen ihn auf.

Alle im Vierfüßlerstand, Abstand nicht zu groß; einer beginnt und krabbelt vorwärts unter dem ersten her, dann über den zweiten, unter dem nächsten, über den übernächsten usw. am Ende nimmt der erste auch den Vierfüßlerstand ein (etwas höher oder tiefer, je nachdem, ob er eine Drüber- oder Drunterposition ist.

Transport: zwei Gleichgroße nebeneinander, einer in der Mitte dazwischen, der stützt sich auf den Schultern der beiden am Rand ab und diese Laufen durch den Raum. Der in der Mitte "schwebt" und darf nicht den Boden berühren.

Dreier-Bodenrolle: zu dritt nebeineinander auf den Boden legen; einer rollt sich seitlich über den zweiten und weiter, bis er ganz außen liegt;  während er an die letzte Position gerollt ist, schmeißt sich der dritte über ihn und bewegt sich genauso in die andere Richtung.

Zu dritt, A und B stehen außen, beide Blick nach innen, C macht Gyaku-Tsuki zu A, dreht sich um und lässt sich zu Boden fallen, macht zwei Liegestütze, steht auf, Gyaku-Tsuki zu B, und wieder in die andere Richtung.

Zu fünft, A in der Mitte, die anderen außen rum. A springt zweimal in der Mitte auf der Stelle, dann auf einen der Außenstehenden zu, dann wieder in die Mitte. Alternative: In der Mitte Trippelschritte machen.






Samstag, 5. Januar 2013

Übungseiterfortbildung mit Marcus Haack

Der heutige Übungsleiterlehrgang mit Marcus Haack hatte folgende Schwerpunktthemen:

  • Plyometrie und Reaktivkrafttraining
  • Kraft- und Koordinationstraining
  • Zweikampftraining (im Breitensport und als Vorbereitung für das Kumite für Kinder) und spielerisches Taktiktraining sowie
  • Differenzielles Lernen (Lernen mit und durch Fehler(n))

und bot uns natürlich wieder eine Fülle von abwechselungsreichen Aufwärm- und Spielübungen.

Das Thema Plyometrie und Reaktivität war meinem Trainingspartner und mir schon sehr vertraut: verschiedene Sprungkraftübungen mit möglichst kurzem Bodenkontakt. Da das Sprungkrafttraining leider sehr gelenkbelastend ist, konnte ich bei den folgenden Übungen nur zusehen: auf und/oder über kleine und größere Turnhallen-Kästen springen, alternativ über Lidl-Kartons - es gab eine Fülle von Übungen aus dem Bereich, speziell für die Beine/die Wade.
Für den Oberkörper (Arme/Schulter) gab es vergleichsweise wenige Übungen: einen Handstand mit "Handsprung" oder eine Partnerübung mit Medizinball (einer liegt auf dem Rücken auf dem Boden, der andere steht mit den Füßen am Kopf des Liegenden und lässt aus ca. 1 m Höhe einen Medizinball auf den Liegenden fallen. Dieser versucht, den Ball mit den Händen aufzufangen und unmittelbar wieder hoch zu stoßen).
Um den Trainingserfolg des Sprungkrafttrainings zu messen, wurden zwei Methoden vorgeschlagen:
1. Jump-and-Reach-Test: an einer (Hallen)Wand hochspringen und an der höchsten Stelle (z. B. mit etwas Kreide am Finger) eine Markierung setzen
2. 3er (oder 5er) Hopp: ab einer Startlinie drei (fünf) Sprünge auf einem Bein absolvieren
Hier müssen dann die Ursprungswerte mit den Werten nach Ende einer gewissen Trainingsphase verglichen werden.

Aufwärm- und Spielübungen: 
Für das tägliche Training verschiedener Alters- und Leistungsgruppen immer hervorragend zu gebrauchen waren die zahlreichen Aufwärm- und Spielübungen. Hier die wichtigsten Beispiele:

  • auf einem Bein in der Waage stehen, Arme zur Seite ausstrecken, Daumen nach oben zeigen lassen; das Bein hinten absetzen und dynamisch das andere wieder in die Waage führen
  • durcheinander laufen und dabei versuchen, anderen auf den Po zu schlagen (Variablen möglich)
  • partnerweise aufeinander zu laufen und re/li die Hände aneinander schlagen, dann re/li die Füße aneinander führen (Variablen möglich)
  • Koordinationsleiter:
    • verschiedene Sprungvarianten üben
    • als Zusatzvariante dazu in die Hände klatschen, z. B. oben, vorne, hinter dem Rücken oder
    • mit angezogenem Knie hochspringen und unter dem Knie die Hände zusammen führen
    • beim Sprung um 90 Grad o. ä. drehen
    • doppelt auf einem Bein springen, dann wechseln
    • auch möglich: die Koordinationsleiter mit verschiedenen Abständen zwischen den "Sprossen" auslegen
    • oder: erst eine Bahn grade nach vorne auslegen und am Ende der Bahn eine Quer-Bahn einfügen
    • man kann auch zwei Bahnen parallel auslegen und die Gruppe in zwei Mannschaften aufteilen die dann im Wettlauf die Bahnen überqueren müssen
    • ggf. auch als Staffelwettkampf möglich
  • Sumo: Beide stehen voreinander im Sochin Dachi, je einen Ellenbogen waagerecht vor den       Ellenbogen des anderen, anderen Arm senkrecht aufstellen mit dem Ellenbogen an der Faust des       waagerechten Arms; auf Kommando den anderen am Gürtel/Gi packen und versuchen, ihn aus       dem Gleichgewicht zu bringen. Wer zuerst einen Fuß vom Boden lösen muss, hat verloren
  • Variante zum Sumo (speziell für Anfänger geeignet, da kein Gi / Obi erforderlich ist): die Partner       fassen sich gegenseitig an einer Hand, Arm gestreckt und versuchen, sich gegenseitig auf den Po       zu schlagen
  • im Kreis stehen und den Ball so zuwerfen, dass jeder den Ball einmal fängt. Im nächsten Durchgang dieselbe Reihenfolge beibehalten; dann rückwärts (das geht auch als Kennlernspiel mit Namen- nennen); oder: einen Ball weiter vorwärts werfen, einen weiteren (anders aussehenden) ins Spiel bringen und den rückwärts werfen; Variante: zusätzlich noch einen dritten Ball rechts oder links rum im Kreis herumgehen lassen.
  • alle laufen durch die Halle, es wird ein Ball zu geworfen - wer ihn fängt, muss eine Aufgabe erfüllen (z. B. Mae-Geri ausführen) und den Ball wieder weitergeben; im Spielverlauf werden weitere (anders aussehende Bälle ausgegeben, die andere Aufgaben "auslösen")


Differenzielles Lernen: 
Definition: Grundlegend für das Differenzielle Lernen ist die Variation der Bewegungen im weiteren Umkreis von Bewegungsidealen. Hierbei kommt es insbesondere zu einer Neubewertung von Bewegungs-Fehlern. Diese Fehler, die nach traditionellen Trainingsmethoden zu vermeiden sind, werden bewusst in den Trainingsprozess integriert. Das folgt Erkenntnissen, nach denen die exakte Wiederholung einer Bewegung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht möglich ist und jeder Sportler über sehr individuelle Bewegungen verfügt. (Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Differenzielles_Lernen)

Marcus forderte uns auf, in der Gruppe die Sinnhaftigkeit und Anwendbarkeit des Differenziellen Lernens auf das Karatetraining zu diskutieren. Insgesamt fanden sich nach einer Weile doch zahlreiche Umsetzungsmöglichkeiten und Übungen, die bereits praktiziert werden. Eine Option ist etwa das Schlagen von Tsukis aus dem Stand im Winkel von 45 Grad nach außen (statt nach vorne), wie wir es etwa beim Double Impact gemacht haben; möglich ist auch, vor einem Tsuki oder Geri einen Sprung um 360 Grad zu fordern oder mal einen Tsuki nach oben oder mit nach außen stehenden Daumen (also mal absichtlich falsch) zu fordern, damit die Trainierenden bewusst das Gefühl bekommen, dass sich die Technik irgendwie falsch anfühlt und man dann bewusst und "gerne" zur richtigen Variante zurückkehrt. Auch wenn es "ketzerisch" erscheint, bewusst falsche Ausführungen von Techniken in Kauf zu nehmen oder gar vorzugeben, fanden die meisten von uns diesen Trainingsansatz sehr interessant.

Wir waren uns alle einig, dass diese Trainingsform nicht für Anfängergruppen geeignet ist, sondern nur für Karateka, die schon eine Ahnung davon haben, wie eine Technik "richtig" sein soll. Es sollte vorher angesagt werden, dass "wir heute mal etwas Besonderes machen", dass die folgenden Techniken nicht dem Standardtraining entsprechen. Der Trainer bekommt in dieser Übungsform noch mehr als sonst einen Vorbildcharakter und m. E. ist es wichtig, dass man am Ende der Trainingseinheit die Gruppe wieder "auf den richtigen Weg" führt. Besonders gut geeignet ist diese Trainingsform für Phasen, in denen ein Verlust der Leistungsfähigkeit bewusst in Kauf genommen wird (z. B. nach besonders intensiven Trainingsphasen vor Prüfungen oder Wettkämpfen).

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Strategie, ab und an mal das Training (oder Teile des Trainings) durch die Trainierenden, insbesondere auch durch Kinder und Jugendliche, leiten zu lassen. Dies kann z. B. auch einmal so aussehen, dass die Teilnehmer mal eine einzelne Technik erklären, eine Aufwärm- oder Dehnübung oder ein Spiel (Kinder machen dies meist sehr gerne!).

Kumite für Kinder ab 12 Jahren: 
Lebhaft diskutiert wurde in der Gruppe, ob es sinnvoll ist, Kinder bereits ab 12 Jahre auf Wettkämpfen im Freikampf starten zu lassen. Es waren sich alle einig, dass die Auswahl potenzieller Starter hier besonders verantwortungsvoll und sorgfältig erfolgen muss. Das Für und Wider dieses Diskussionspunktes ist unmöglich hier komplett wiederzugeben. M. E. gilt es, abzuwarten, wie sich die Wettkampfszene in dieser Altersgruppe entwickelt. Es sollte vermieden werden, die Kinder möglichst schnell zum Braungurt "heranzuzüchten", da besonders der Freikampf auf Wettkämpfen neben der Körper- und Technikbeherrschung auch eine gewisse Reife voraussetzt. Das Basistraining sollte auf keinen Fall zu Gunsten einer Versportlichung vernachlässigt werden.

Im Zusammenhang mit dieser Diskussion wurde festgestellt, dass allgemein das Taktiktraining zu kurz kommt. Es wurden Ideen gesammelt, durch die das Taktiktraining bereits von Anfang an Einzug in das Karatetraining integriert werden könnte, ohne dass die Sauberkeit der Grundtechniken leidet. Auf diese Weise könnte bereits von Anfang an die Beweglichkeit der Trainierenden gefördert werden. Das Training könnte durch gezielte "Taktik-Phasen" bereits von Anfang an den kämpferischen Aspekt des Karate betonen - erst lernen, "was" zu tun ist, dann "wie". Ein weiterer Vorteil wäre, dass insbesondere Kinder und Jugendliche länger und insbesondere auch über die Pubertät hinaus für Karate begeistert werden können.

Teaching Games for Understanding - so der wissenschaftliche Begriff. Es ist leider ad hoc nicht viel auf deutschen Seiten darüber im Netz zu finden. Hier mal ein Beispiel aus dem Bereich Tischtennis: http://www.uni-giessen.de/IfS-SportCasts/wp-content/uploads/tgfu_tischtennis.pdf Die Grundidee ist, dass bei (Wett)Kampfsportarten für die Aktiven ja grundsätzlich auch die Idee, zu kämpfen oder zu wetteifern im Vordergrund steht. Warum soll jemand, der Handball spielen will, darum seine überwiegende Trainingszeit damit "vergeuden", sich Bälle zu zupassen? Zu einer Trainingseinheit im Mannschaftssport sollte daher immer auch ein Spiel gehören. Warum kann das nicht auch beim Karate umgesetzt werden? Anfänger können durch die Zweikampfspiele gefordert und gefördert werden. Der Anspruch kann mit zunehmenden Fertig- und Fähigkeiten gesteigert werden. Am Ende einer Oberstufeneinheit besteht ja häufig heute schon eine Trainingsphase aus dem Element Freikampf/Randori. Wenn dies aber erst bei den Braun- und Schwarzgurten umgesetzt wird, fehlt häufig beim Übergang in die Oberstufe die Beweglichkeit, der Kampfgedanke. Die Aktiven haben Scheu vor dem Zweikampf und springen leider häufig genug als Grün- oder Violettgurte ab oder entwickeln sich nicht im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter.

Taktiktraining - aber wie? Es könnte z. B. einmal im Monat eine reine Einheit mit Zweikampfspielen eingeführt werden. Am Ende der Einheit könnte man in einer Schlussrunde die Karateka bitten, mitzuteilen, worauf jeweils Sieg oder Niederlage bei den Kämpfen zurückzuführen waren. Diese Punkte können dann z. B. durch einen Moderator schriftlich festgehalten werden.

Krafttraining
Beim Thema Krafttraining wurde im Wesentlichen auf die Inhalte des letzten Übungsleiterkurses aufgebaut. Es wurde betont, dass unzählige Wiederholungen der selben Übung (z. B. hunderte von Sit-ups) nur wenig Fortschritt bringen. Es ist eher sinnvoll, bei einer gewissen Gewöhnung an eine Übung den Trainingsreiz dadurch zu erhöhen, dass man zusätzliche Gewichte nimmt. Bei Sit-Ups könnte dies z. B. durch einen Medizinball oder ein anderes Gewicht erfolgen, dass man bei der Übung in den Armen hält.

Insgesamt wurde wieder der Unterschied herausgearbeitet zwischen

  • Maximalkraft: 1 Wdh mit 95 bis 100 % Gewicht bei gut Trainierten oder 2 - 5 Wdh mit 90 - 95 %
  • Schnellkraft: 60 % Gewicht, explosive Ausführung, Wdh so oft, bis sich Bewegung verlangsamt
  • Kraftausdauer: 20 - 30 Wdh, langsame, kontrollierte Ausführung (z. B. im 2-2er Rhythmus), 40 % des Maximalgewichts; eine gute Kraftausdauer führt zu einer schnelleren Regeneration der Muskeln
  • Hypertrohpietraining (=Muskelquerschnittserweiterung): 8 - 15 Wdh, 70 - 80 % des Maximalgewichts, langsame ausführung.


Die aktuell sehr populären Übungen aus dem Bereich Functional-/Core-Training wurden allgemein als sehr sinnvoll angesehen. Es gab hierzu allerdings keine speziellen Beispielübungen.

Das Schnellkrafttraining ist insbesondere bei den Extremitäten sinnvoll. Hierzu passt ja das anfangs erläuterte Prinzip der Plyometrie/Reaktivität ganz ausgezeichnet. Als Schnellkraftübung für die Arme ist auch das Zupassen von Medizinbällen eine schöne Übung. Marcus zeigte uns in diesem Zusammenhang ein Video aus dem Bereich des Box-Trainings: Hier wurde eine Langhantel vom Boden aufgehoben, vor der Brust gehalten und dann ein- oder mehrere Male nach vorne gestoßen, bevor sie wieder unten abgelegt wurde. Es wurde diskutiert, ob die Übung sich zur Vorbereitung auf den Karate-Tsuki eignet. Einige der anwesenden Trainer meinten, die Kraft müsste bei der Übung schon zu früh gebremst werden, damit das Gewicht nicht "in die Gelenke schlägt". Meiner Meinung nach ist der Ansatz, den Stoß schnell nach vorne auszuführen, aber schon sehr passend und auch das Abstoppen der Vorwärtsbewegung ist m. E. sinnvoll, da wir ja auch den Tsuki vor dem Ziel stoppen, um den Stoß zu kontrollieren.

Freitag, 21. Dezember 2012

Lehrreiches Training mit Andreas Klein im Dojo

Erstmals war Landesstützpunkttrainer Andreas Klein auch einmal unter der Woche bei uns zu Gast. Er leitete heute das Training in der Unter- und Oberstufe. Alle Trainer/innen des Vereins waren auch ausdrücklich dazu eingeladen, am Training der Unterstufe teilzunehmen.

Zunächst übten wir reine "Basics" - erst Tsuki, später Age-Uke im Stand. Wie auch Sensei Micha in den vergangenen Wochen, achtete auch Andreas darauf, dass wir beim Zurückziehen des jeweils vorderen Armes immer den Ellenbogen eng am Körper führten. Beim Tsuki war hierfür die Faust schon vor dem Zurückziehen einzudrehen. Auch beim Age-Uke zogen wir direkt den Ellenbogen des Arms nach dem Block zum Körper, so dass der Unterarm quasi senkrecht neben dem Kopf stand, bevor wir den Ellenbogen weiter zur Hüfte führten.

Beim Vorwärtsgehen im ZK legte Andreas Wert auf denselben Schwerpunkt wie auch schon Sensei Micha am Dienstag und wie wir es von Risto kennen: belasten - fließend am Standbein vorbei - hinteres Bein strecken!

Der erste Impuls beim Rückwärtsgehen im ZK war die Gewichtsverlagerung nach hinten durch das Einknicken des hinteren Beins, also auch wieder "belasten - fließend am Standbein vorbei - strecken". Andreas ließ die Unterstufenkaratekas das immer und immer wieder üben. Er wies darauf hin, dass diese Bewegungsmuster schon in der Heian Shodan vorkämen und dass diese Kata dadurch im Grunde eine gute Vorbereitung für das Kumite sei - wer hätte das gedacht!? :-)

Es gab hierzu auch eine kurze Partnerübung mit Okuri Kumite: A geht rechts zurück mit Gedan Barei, Angriff Tsuki Jodan - B blockt mit Age-Uke, greift wieder an mit Tsuki Chudan, A blockt Soto-Uke und greift gleich wieder an mit Mae-Geri, den B mit Nagashi-Uke leicht seitlich raus blockt. Wie gesagt lag hierbei der Fokus nicht auf den korrekt ausgeführten Blocktechniken, sondern ausschließlich auf der korrekten Rückwärtsbewegung.

Anschließend übten wir Heian Sandan - und zwar unter Beachtung der grade vermittelten Basics. Zudem wies Andreas darauf hin, dass wir bei den Drehungen für den folgenden Block keine unnötig großen Ausholbewegungen machen sollten: einfach in die Ausholbewegung hineindrehen! Bei der Drehung aus ZK mit Nukite in Kiba Dachi sollten wir darauf achten, nicht zu weit zu drehen, sondern "in der Richtung" zu bleiben. Apropos drehen: immer schön auf der Ferse!

Zur letzten Technik der Kata hört man oft, dass man mit der oberen Faust möglichst weit über die Schulter schlagen soll (da dahinter ja der imaginäre Gegner steht). Andreas hat hier eine andere Herangehensweise: Wir sollten an den Hikite-Arm denken und durch eine ausgeprägte Rumpfrotation ein besonders starkes Hikite ausführen - der obere Arm geht dann wie automatisch weit über die Schulter!

Zum Abschluss der Einheit gab es noch eine kurze Bunkai-Sequenz: Tori links zurück mit Gedan Barai - Angriff Tsuki Chudan. Uke dreht sich aus Shizen Tai mit links 90 Grad nach hinten raus und blockt mit dem Ellenbogen, danach - im Sinne der "klebenden Hände" am Gegner dranbleiben und Uraken Jodan ausführen. In der Kata gehts jetzt weiter vor in ZK mit Oi Tsuki. Wir gingen jetzt mit dem linken Bein am vorderen Bein des Angreifers vorbei und den linken Arm nutzten wir, um den Angreifer zu Boden zu werfen. Es war hierbei darauf zu achten, dass man mit dem Bein nicht zu weit am vorderen Bein des anderen vorbei gingen - Knie an Knie, das war optimal!

Auch bei der Oberstufeneinheit ging es zunächst an die Basics, allerdings mit anderem Fokus: Wie könnte ich es besser beschreiben als mit der "Risto-Hüfte"? Andreas fragte uns zwar nicht, wo die Hüfte liegt ("Im Oberschenkel"), aber er beschrieb die Bewegungen genauso wie der Finne. Wir übten einige Male Hüftein- und -ausdrehen im ZK. Dann hatte Andreas hierzu ein paar Zusatzaufgaben: Zunächst sollten wir auf die bewusste Belastung der Fersen achten: Beim Hüfte-Eindrehen kam der Druck von der hinteren Ferse, beim Ausdrehen von der vorderen. Anschließend übten wir dies mit angehobenen Fersen - eine Übung, die wohl auch Sensei Okuma so ausführen läßt.

Am Ende der Einheit gab es noch eine kurze Kihon-Sequenz, bei der wir uns wieder in Erinnerung rufen sollten, was wir den Abend über vermittelt bekamen: fünf mal vor mit Tsuki, dann rückwärts mit Soto-Uke, Umsetzen in KB mit Yoko-Empi und Tate Uraken, wieder umsetzen in Gyaku-Tsuki: Beim Soto-Uke sollten wir nicht zu weit hinten ausholen,. Das Umsetzen in KB sollte durch Gewichtsverlagerung erfolgen und beim abschließenden Gyaku-Tsuki sollten wir auf keinen Fall den vorderen Fuß ranziehen, sondern eher weiter nach vorne. Das hatten wir doch alles schonmal gehört? Der Risto läßt grüßen! ;-)

Dazwischen gab es die Nijushiho: Es gab viele Bestätigungen des auch bisher schon von uns Geübten. Die Anfangsbewegung führt Andreas aber etwas schlichter aus als wir sie in unserer sonntäglichen Kata-Einheit machen: Der linke Arm holt grade vorne aus mit geöffneter Handfläche (und nicht im großen Bogen). Den Empi sollten wir höchstens auf Kinnhöhe stoßen und hierbei in einem sehr kurzen ZK stehen - den hinteren Fuß also nicht zu nah an das vordere Bein heranziehen.

Einen Fokus legte Andreas dann auf die nun folgende Drehung, die wir stark aus der Hüfte ausführen sollten. Nach der Drehung erfolgte ein Akzent durch das Heranziehen der Fäuste an die Hüfte und die Arme wurden dann durch einen erneuten Hüftimpuls nach vorne gestoßen.

Bei dem nun folgenden Age-Uke sollten wir bereits die Ausholbewegung als Block ansehen. Der Age-Uke sollte dann als Angriff gedeutet werden, also als Age-Uchi. Achtung beim folgenden Age-Empi: bitte nicht zu hoch schlagen und die Rumpfdrehung nicht zu sehr übertreiben - sie sollte nicht ausgeprägter ausfallen, als beim Gyaku-Tsuki und wir übten diese Passage tatsächlich auch ein paar mal mit Gyaku-Tsuki vor dem Age-Empi.

Viele von Andeas' Erklärungen waren Wiederholungen von Aspekten, die ich persönlich schon gehört hatte. Eine Besonderheit war noch die Ausführung des Zanshin-Dachi, den Shihan Ochi derzeit so ausführt, dass man fast auf einer Linie steht - mindestens die Ferse des einen Fußes in einer Linie mit den Zehen des anderen.

Zum Abschluss der eine Eindreiviertelstunde dauernden Einheit gab es noch drei Bunkai-Sequenzen:

1. Haisho-Uke mit links im KK, vor mit Empi in die offene Hand im KB, Gedan-Barai mit rechts (linker Arm bleibt), linker Fuß geht am rechten vorbei in KB mit Haisho-Uke: Partner rechts vor im ZK, Angriff mit links Oi Tsuki, Abwehrender weicht nach hinten rechts aus mit Suri Ashi in KK, linker Arm Tate-Shuto-Uke, vorgleiten mit Yoko-Empi an den Rumpf/die Rippen des Partners, Gedan Barai vor die Genitalien, rechten Arm strecken, weiter am Partner vorbei gehen und den Partner so zu Fall
2. Sequenz beim ersten Kiai: Drehung mit (Gedan Shuto-Uke) und nachfolgendem Jodan Heito-Uchi, Hände öffnen und nach unten stoßen ("Mae Geri blocken"), Fäuste zur Hüfte ziehen und nach unten stoßen ("auf das Knie/Schienbein).

2. Sequenz am ersten Kiai: Partner stehen hintereinander, A fasst B mit rechts von hinten an die Schulter. B dreht sich um und schlägt den Arm des A mit dem gestreckten linken Arm weg, gleich darauf Heito-Uchi vor den Hals des A. Die folgenden Techniken nicht wie in der Kata als Block und Konter gegen Mae-Geri nutzen, sondern als Angriff zum Hals / Gesicht des Partners: rechte Hand greift in den Nacken, links ins Gesicht, eventuell mit geöffneten Fingern, so dass man die Augen trifft. Die rechte Hand wird jetzt nach vorne gegen den Kopf geschoben und die linke zieht z. B. an der Jacke dagegen. Ggf. noch einmal nachstoßen.

3. Letzte Techniken: Partner fasst den anderen mit rechts am Revers. Der andere greift mit der rechten Hand die Faust am Revers und schlägt mit dem linken Arm von außen gegen den Ellenbogen des fassenden Arms. (An dieser Stelle war eigentlich für Seibel und mich schon die Übung beendet - wir hätten jetzt entweder einen Tritt gegen das Knie durchgeführt oder den anderen einfach weiter zu Boden gebracht, aber Andreas führte die Übung anders weiter:) Der rechte Arm übernimmt den gefassten Arm und beide Arme gehen zunächst zur Hüfte, bevor der Abwehrende einen Schritt vor geht und den Gegner mit gestreckten Armen nach hinten weg stößt.





Sonntag, 16. Dezember 2012

Zweikämpfe zum Aufwärmen

1. Kontaktaufnahme, Senken der Hemmschwelle für Körperkontakt (speziell Anfängertraining, Kindertraining, SV-Kurse,):
- Abschlagen (Oberarm, Oberschenkel, beides), viel bewegen, treffen, ausweichen, täuschen bei "Backpfeife" 10 "Strafliegestütze"
- Fangenspielen mit Erlösen: Ein Fänger; wer gefangen wird, muss stocksteif im Raum stehen bleiben; Erlösung durch einen noch "Freien", der den Gefangenen von hinten umklammer und kurz vom Boden hochheben muss
- Volle Kraft voraus: zu zweit zusammen, beide stehen hintereinander, Hintermann fasst Vordermann an die Hüften, Vordermann versucht, eine vorher festgelegte Ziellinie zu erreichen, Hintermann versucht, dies zu verhindern (auch gute Übung spielerisch, Zenkutsu Dachi und Kokotsu Dachi zu üben)
2. Zweikampf als "Krafttraining":
- Rückenschieben: Rücken an Rücken stellen, Beine leicht gebeugt, beide stehen auf einer Linie und versuchen auf Kommando, sich möglichst weit von der Linie wegzudrängen; Varianten: ohne Armeinsatz oder mit eingehakten Armen
- Seitschieben - wie Rückenschieben, nur Schulter an Schulter - optimaler Weise zwei Durchgänge - einmal Schulterwechsel
- Liegestützschieben - Seitschieben, nur im Liegestütz
- Liegestützkampf: Beide im Liegestütz voreinander, versuchen, sich gegenseitig die Arme wegzuziehen (wer innerhalb einer Minute die meisten Treffer hat, gewinnt)
- Umlaufen: A kniet in der "Bankposition", B steht A gegenüber und liegt mit dem kompletten Oberkörper auf A, Hände auf dem eigenen Rücken verschränkt; B versucht nun, unter Beibehalten des Körperkontakts, um den knieenden A herumzulaufen. Die Aufgabe ist erfüllt, wenn B (ggf. innerhalb einer bestimmten Zeit) A einmal halb umlaufen hat. A versucht, das zu verhindern.
- Drehen zum Obermann: Beide Partner sitzen Rücken an Rücken, die Beine sind gestreckt, Arme vor der Brust verschränkt; auf Kommando lösen beide die Arme, drehen sich zum Partner und versuchen, den anderen zu Boden zu bringen, selber also zum Obermann zu werden.
- Variante: beide liegen nebeneinander auf dem Rücken, der Kopf befindet sich jeweils neben den Füßen des anderen; auf Kommando richten sich beide auf und versuchen, hinter den Partner zu kommen.
- Aus dem Kniestand auf den Boden: Beide knien voreinander und fassen sich an die Schultern (Variante: ein Arm auf die Schulter des anderen, ein Arm unter die Schulter) und versuchen, sich durch Drehen, Ziehen und Drücken mit dem Arm oder Kopf auf den Boden zu bringen. Bei Bodenkontakt des anderen gibt es für den "Sieger" einen Punkt. Wer zuerst fünf Punkte erreicht hat, hat gewonnen.
- Aufstehen aus der Bankposition: A kniet in der "Bank", B umfasst ihn von hinten. A versucht, aufzustehen und B muss das verhindern.
- Einfädeln: Partner umfassen sich im Zwiegriff (ein Arm über, ein Arm unter der Schulter des anderen); beide versuchen nun, es zu schaffen, BEIDE Arme unter die Schulter des anderen zu bekommen.
- Auf einem Bein aus dem Gleichgewicht: beide stehen auf einem Bein gegenüber, fassen je das andere Bein des anderen. Ziel ist es, den anderen durch Ziehen oder Beinanheben möglichst oft aus dem Gleichgewicht zu bringen; wer den Gegner innerhalb von zwei Minuten am häufigsten aus dem Gleichgewicht gebracht hat, hat gewonnen; nach jedem Punktgewinn (oder nach Ansage) wird das Standbein gewechselt
- Ausheben: Voreinander im Zwiegriff stehen und versuchen, den Partner mit beiden Beinen vom Boden zu lösen. Wer innerhalb einer Minute die meisten Punkte hat, ist Sieger.
- Storchenkampf: Partner stehen auf einem Bein voreinander, die Arme vor der Brust verschränkt; sie versuchen, sich durch Rempeln oder Ausweichen so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass der andere gezwungen ist, das andere Bein abzusetzen. Wer nach drei Minuten die meisten Punkte hat, ist Sieger;
- Beinhakeln: Partner liegen, die Arme seitlich am Körper, in entgegengesetzter Richtung nebeneinander, Hüften auf gleicher Höhe; das jeweils innere Bein wird gestreckt angehoben und mit dem Bein des anderen verhakt; jeder versucht, das angehobene Bein des Gegners auf Kommando so zu drücken, dass der Gegner eine Rückwärtsrolle machen muss.


  • Sumo: Beide stehen voreinander im Sochin Dachi, je einen Ellenbogen waagerecht vor den       Ellenbogen des anderen, anderen Arm senkrecht aufstellen mit dem Ellenbogen an der Faust des       waagerechten Arms; auf Kommando den anderen am Gürtel/Gi packen und versuchen, ihn aus       dem Gleichgewicht zu bringen. Wer zuerst einen Fuß vom Boden lösen muss, hat verloren
  • Variante zum Sumo (speziell für Anfänger geeignet, da kein Gi / Obi erforderlich ist): die Partner       fassen sich gegenseitig an einer Hand, Arm gestreckt und versuchen, sich gegenseitig auf den Po       zu schlagen
  • im Kreis stehen und den Ball so zuwerfen, dass jeder den Ball einmal fängt. Im nächsten Durchgang dieselbe Reihenfolge beibehalten; dann rückwärts (das geht auch als Kennlernspiel mit Namen- nennen); oder: einen Ball weiter vorwärts werfen, einen weiteren (anders aussehenden) ins Spiel bringen und den rückwärts werfen; Variante: zusätzlich noch einen dritten Ball rechts oder links rum im Kreis herumgehen lassen.
  • alle laufen durch die Halle, es wird ein Ball zu geworfen - wer ihn fängt, muss eine Aufgabe erfüllen (z. B. Mae-Geri ausführen) und den Ball wieder weitergeben; im Spielverlauf werden weitere (anders aussehende Bälle ausgegeben, die andere Aufgaben "auslösen")