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Sonntag, 13. November 2016

Kein Erfolg ohne Verzicht!

Die Karateschule Fuji San Münster besteht nun seit gut drei Jahren. Der Fokus liegt auf Karatetraining zur Selbstverteidigung sowie Förderung der eigenen Persönlichkeit, zur Kräftigung des Körpers und zum Erlangen mentaler Stärke. Das sich daraus ergebene sichere Auftreten soll unsere Mitglieder stark machen im Umgang mit anderen Menschen und mit Konfliktsituationen.

Erfreulicher Weise haben wir auch eine inzwischen auf knapp 20 Kinder und Jugendliche angewachsene Gruppe von Karateka, die auch durch Leistungssport wachsen wollen. Um diese Gruppe, in die die Kinder nur auf persönliche Einladung gelangen, von den anderen Trainingseinheiten abzugrenzen, hat sie einen speziellen Namen: Königstiger. Die Zugehörigkeit zu den Königstigern haben sich die Kinder und Jugendlichen daher bereits im Vorfeld durch besonderen Trainingsfließ erarbeitet. Talent allein reicht nicht aus. 

Kinder, die ihr Karate weiter entwickeln möchten, sollten nach meiner Einschätzung ohnehin mindestens zweimal die Woche trainieren (das gilt übrigens für Erwachsene ebenso). Das Training in unserer Königstigergruppe soll zusätzlich zu den übrigen Trainings unter der Woche erfolgen. Einmal im Monat kommt zusätzlich Landeskadertrainer Andreas Klein zu uns ins Dojo - ein Luxus, über den wohl nur wenige Dojos verfügen. An dieser Einheit teilzunehmen sollte für jeden unserer Karateka selbstverständlich sein, der sich ernsthaft für unsere Kampfkunst interessiert (Kinder, Jugendliche und Erwachsene). 

Unsere Trainingseinheiten für Kinder dauern (abgesehen von den Trainings für die Kleinsten, die 45 Minuten umfassen) 60 Minuten. Das Training von Andreas ist so aufgebaut, dass auch dort die Kinder nach 60 Minuten das Training verlassen und abgeholt werden können. Eine durchschnittliche Trainingswoche bedeutet nach den Vorstellungen der Trainer unserer Karateschule Fuji San Münster somit 120 Minuten Karatetraining für alle Kinder und 180 Minuten für die Kinder der Königstigergruppe. In den Wochen, in denen Andreas zu uns kommt, sind es ausnahmsweise einmal 240 Minuten. Unsere Trainingszeiten liegen so, dass sie nicht mit dem Schulunterricht kollidieren: nicht vor 18 Uhr unter der Woche, freitags 17 Uhr und samstags 13 Uhr, zusätzliche Möglichkeit, z. B. falls es unter der Woche nicht zweimal geklappt hat: Sonntag Nachmittag um 16 Uhr - hier kann auch mit den Eltern gemeinsam trainiert werden. 

Als zusätzliche Termine haben wir im Schnitt alle vier Monate einen interessanten Lehrgang, den wir den Kindern empfehlen (fast alle in Münster oder sogar in unserem Dojo selbst). Zwei- oder dreimal im Jahr besteht die Möglichkeit, an einem Wettkampf teilzunehmen. Weite Wege werden uns dabei (abgesehen von der NDM in Hannover) meist erspart. 

Ich finde, dies ist ein sehr überschaubarer Rahmen für Leistungssportler. Wie gesagt - das beschriebene Pensum gilt nur für Kinder und Jugendliche, die Karate als Leistungssport ausüben möchten. Wem Karate dazu dient, Freunde zu treffen, Spaß an der Bewegung und an der Begegnung mit anderen Kindern (Erwachsenen) zu haben, keine Prüfung in absehbarer Zeit absolvieren möchte, dem können ein bis zweimal Training in der Woche gerne reichen.  

Mein Trainingspartner Torsten und ich wissen, dass die Schule die Kinder stark belastet. Ganz unbestritten hat Schule, hat das Lernen und haben die Hausaufgaben Vorrang vor allem anderen! Was mich als Dojoleiterin und Torsten als Cheftrainer der Karateschule betrübt, ist die Tatsache, dass bei den Kindern und Erwachsenen, die Karate als Leistungssport ausüben wollen oder bei denen in der nächsten Zeit eine Prüfung anliegt, häufig das Training ausfällt oder abgesagt wird, weil andere Vorhaben wichtiger sind. Die Anlässe sind verschieden und man kann trefflich diskutieren, welchen Schwerpunkt diese im Leben eines jeden einnehmen. Es können Volks- oder Schützenfeste sein, Geburtstags- oder andere Familienfeiern, Verabredungen, Musikunterricht und Teilnahme an anderen Sportarten, die dem jeweiligen Karateka auch wichtig sind. Neulich sprach mich mit leuchtenden Augen ein talentiertes Mädchen aus unserer Königstigergruppe an und verkündete, dass sie jetzt montags immer eine Viertelstunde eher gehen müsse, da sie nach dem Training noch zu den Pfadfindern gehen wollte. War es zu hart von mir, dass ich entgegnete:"Nein, das geht nicht - geh doch einfach eine Viertelstunde später zu der Pfadfindergruppe."? Ich finde nicht. (Sie war mit dem Vorschlag auch einverstanden.)

Ich unterstelle, dass jemand, der eine Sportart als Leistungssport ausübt, dies mit Leidenschaft macht, dafür brennt und einfach andere Dinge dafür opfert. Wer auf hohem Niveau trainieren und Erfolge erzielen möchte - seien dies Gürtelprüfungen oder Wettkampferfolge -, der muss meiner Meinung nach bereit sein, auf andere Dinge zu verzichten. Ich kann mich z. B. gut erinnern, dass sowohl Torsten als auch ich schon an unserem jeweiligen Geburtstag im Dojo standen und wir trainiert haben. Mein eigener Hochzeitstag fällt regelmäßig in den Zeitraum des Kata Special Course - und ich danke meinem Mann für das Verständnis, mich am Karate-Lehrgang teilnehmen zu lassen. Den Hochzeitstag feiern wir regelmäßig nach und es wird den ein oder anderen wundern, aber die Ehe ist daran nicht zerbrochen und wir werden nächstes Jahr unsere Silberhochzeit feiern. 

Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Und wenn andere Dinge im Leben wichtiger sind, als Karatetraining, dann ist das nicht schlimm - es ist dann in meinen Augen nur nicht möglich, Karate als Leistungssport zu betreiben. Wer das möchte, der muss in der Lage sein zu verzichten. Und besondere Strapazen auf sich zu nehmen, um den Alltag mit dem Training unter einen Hut zu bringen. Das Geheimnis heißt hier: Prioritäten setzen. 

Ein großes Vorbild ist für mich unser Trainer Alex, der jahrelang mit dem Fahrrad über 10 km bei Wind und Wetter durch die ganze Stadt gefahren ist, um zu trainieren und Training zu geben. Er hatte sich den 1. Dan in meinen Augen allein durch diese Mühen und diese strenge Kontinuität - ganz abgesehen von seinem technischen Karate-Können - redlich verdient! Dies erinnert mich an Lebensläufe wie den von Sensei Richard Heselton, der in seiner Jugend mehrere Stunden mit dem Bus zum Training gefahren ist. 

Es wird den ein oder anderen überraschen, diese Worte von mir zu lesen. Von mir, die doch selber drei Kinder hat. Die doch weiß, wie das mit der Schule ist und dass die Kinder so wenig Zeit haben. Ja, ich weiß das. Und ich weiß, dass eben nicht jeder zum Leistungssportler taugt, dass nicht in jedem dieses Feuer brennt. Das ist nicht schlimm. Aber dann kann man eben nicht erwarten, in einer besonderen Trainingsgruppe zu trainieren, an Wettkämpfen teilzunehmen oder eine Gürtelprüfung zu machen. Ohne Verzicht im übrigen Leben wird es im Karate (und ganz nebenbei: auch in anderen Sportarten) keinen sportlichen Erfolg geben. 

Kein Erfolg ohne Verzicht!

Die Karateschule Fuji San Münster besteht nun seit gut drei Jahren. Der Fokus liegt auf Karatetraining Selbstverteidigung sowie zur Förderung der eigenen Persönlichkeit, zur Kräftigung des Körpers und zum Erlangen mentaler Stärke. Das sich daraus ergebene sichere Auftreten soll unsere Mitglieder stark machen im Umgang mit anderen Menschen und mit Konfliktsituationen.

Erfreulicher Weise haben wir auch eine inzwischen auf knapp 20 Kinder und Jugendliche angewachsene Gruppe von Karateka, die auch durch Leistungssport wachsen wollen. Um diese Gruppe, in die die Kinder nur auf persönliche Einladung gelangen, von den anderen Trainingseinheiten abzugrenzen, hat sie einen speziellen Namen: Königstiger. Die Zugehörigkeit zu den Königstigern haben sich die Kinder und Jugendlichen daher bereits im Vorfeld durch besonderen Trainingsfließ erarbeitet. Talent allein reicht nicht aus. 

Kinder, die ihr Karate weiter entwickeln möchten, sollten nach meiner Einschätzung ohnehin mindestens zweimal die Woche trainieren (das gilt übrigens für Erwachsene ebenso). Das Training in unserer Königstigergruppe soll zusätzlich zu den übrigen Trainings unter der Woche erfolgen. Einmal im Monat kommt zusätzlich Landeskadertrainer Andreas Klein zu uns ins Dojo - ein Luxus, über den wohl nur wenige Dojos verfügen. An dieser Einheit teilzunehmen sollte für jeden unserer Karateka selbstverständlich sein, der sich ernsthaft für unsere Kampfkunst interessiert (Kinder, Jugendliche und Erwachsene). 

Unsere Trainingseinheiten für Kinder dauern (abgesehen von den Trainings für die Kleinsten, die 45 Minuten umfassen) 60 Minuten. Das Training von Andreas ist so aufgebaut, dass auch dort die Kinder nach 60 Minuten das Training verlassen und abgeholt werden können. Eine durchschnittliche Trainingswoche bedeutet nach den Vorstellungen der Trainer unserer Karateschule Fuji San Münster somit 120 Minuten Karatetraining für alle Kinder und 180 Minuten für die Kinder der Königstigergruppe. In den Wochen, in denen Andreas zu uns kommt, sind es ausnahmsweise einmal 240 Minuten. Unsere Trainingszeiten liegen so, dass sie nicht mit dem Schulunterricht kollidieren: nicht vor 18 Uhr unter der Woche, freitags 17 Uhr und samstags 13 Uhr, zusätzliche Möglichkeit, z. B. falls es unter der Woche nicht zweimal geklappt hat: Sonntag Nachmittag um 16 Uhr - hier kann auch mit den Eltern gemeinsam trainiert werden. 

Als zusätzliche Termine haben wir im Schnitt alle vier Monate einen interessanten Lehrgang, den wir den Kindern empfehlen (fast alle in Münster oder sogar in unserem Dojo selbst). Zwei- oder dreimal im Jahr besteht die Möglichkeit, an einem Wettkampf teilzunehmen. Weite Wege werden uns dabei (abgesehen von der NDM in Hannover) meist erspart. 

Ich finde, dies ist ein sehr überschaubarer Rahmen für Leistungssportler. Wie gesagt - das beschriebene Pensum gilt nur für Kinder und Jugendliche, die Karate als Leistungssport ausüben möchten. Wem Karate dazu dient, Freunde zu treffen, Spaß an der Bewegung und an der Begegnung mit anderen Kindern (Erwachsenen) zu haben, keine Prüfung in absehbarer Zeit absolvieren möchte, dem können ein bis zweimal Training in der Woche gerne reichen.  

Mein Trainingspartner Torsten und ich wissen, dass die Schule die Kinder stark belastet. Ganz unbestritten hat Schule, hat das Lernen und haben die Hausaufgaben Vorrang vor allem anderen! Was mich als Dojoleiterin und Torsten als Cheftrainer der Karateschule betrübt, ist die Tatsache, dass bei den Kindern und Erwachsenen, die Karate als Leistungssport ausüben wollen oder bei denen in der nächsten Zeit eine Prüfung anliegt, häufig das Training ausfällt oder abgesagt wird, weil andere Vorhaben wichtiger sind. Die Anlässe sind verschieden und man kann trefflich diskutieren, welchen Schwerpunkt diese im Leben eines jeden einnehmen. Es können Volks- oder Schützenfeste sein, Geburtstags- oder andere Familienfeiern, Verabredungen, Musikunterricht und Teilnahme an anderen Sportarten, die dem jeweiligen Karateka auch wichtig sind. Neulich sprach mich mit leuchtenden Augen ein talentiertes Mädchen aus unserer Königstigergruppe an und verkündete, dass sie jetzt montags immer eine Viertelstunde eher gehen müsse, da sie nach dem Training noch zu den Pfadfindern gehen wollte. War es zu hart von mir, dass ich entgegnete:"Nein, das geht nicht - geh doch einfach eine Viertelstunde später zu der Pfadfindergruppe."? Ich finde nicht. (Sie war mit dem Vorschlag auch einverstanden.)

Ich unterstelle, dass jemand, der eine Sportart als Leistungssport ausübt, dies mit Leidenschaft macht, dafür brennt und einfach andere Dinge dafür opfert. Wer auf hohem Niveau trainieren und Erfolge erzielen möchte - seien dies Gürtelprüfungen oder Wettkampferfolge -, der muss meiner Meinung nach bereit sein, auf andere Dinge zu verzichten. Ich kann mich z. B. gut erinnern, dass sowohl Torsten als auch ich schon an unserem jeweiligen Geburtstag im Dojo standen und wir trainiert haben. Mein eigener Hochzeitstag fällt regelmäßig in den Zeitraum des Kata Special Course - und ich danke meinem Mann für das Verständnis, mich am Karate-Lehrgang teilnehmen zu lassen. Den Hochzeitstag feiern wir regelmäßig nach und es wird den ein oder anderen wundern, aber die Ehe ist daran nicht zerbrochen und wir werden nächstes Jahr unsere Silberhochzeit feiern. 

Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Und wenn andere Dinge im Leben wichtiger sind, als Karatetraining, dann ist das nicht schlimm - es ist dann in meinen Augen nur nicht möglich, Karate als Leistungssport zu betreiben. Wer das möchte, der muss in der Lage sein zu verzichten. Und besondere Strapazen auf sich zu nehmen, um den Alltag mit dem Training unter einen Hut zu bringen. Das Geheimnis heißt hier: Prioritäten setzen. 

Ein großes Vorbild ist für mich unser Trainer Alex, der jahrelang mit dem Fahrrad über 10 km bei Wind und Wetter durch die ganze Stadt gefahren ist, um zu trainieren und Training zu geben. Er hatte sich den 1. Dan in meinen Augen allein durch diese Mühen und diese strenge Kontinuität - ganz abgesehen von seinem technischen Karate-Können - redlich verdient! Dies erinnert mich an Lebensläufe wie den von Sensei Richard Heselton, der in seiner Jugend mehrere Stunden mit dem Bus zum Training gefahren ist. 

Es wird den ein oder anderen überraschen, diese Worte von mir zu lesen. Von mir, die doch selber drei Kinder hat. Die doch weiß, wie das mit der Schule ist und dass die Kinder so wenig Zeit haben. Ja, ich weiß das. Und ich weiß, dass eben nicht jeder zum Leistungssportler taugt, dass nicht in jedem dieses Feuer brennt. Das ist nicht schlimm. Aber dann kann man eben nicht erwarten, in einer besonderen Trainingsgruppe zu trainieren, an Wettkämpfen teilzunehmen oder eine Gürtelprüfung zu machen. Ohne Verzicht im übrigen Leben wird es im Karate (und ganz nebenbei: auch in anderen Sportarten) keinen sportlichen Erfolg geben. 

Samstag, 6. September 2014

Leid und Freud im Kindertraining

Jede/r, der regelmäßig eine feste Trainingsgruppe betreut, kennt die Tiefen und Höhen des Trainer/innen-Alltags: Es gibt Tage, da hat man sich super vorbereitet, strotzt nur so vor toller Ideen und hat sich schon gut überlegt, wie man sie an den Mann oder die Frau bringen kann - und dann steht statt der erwarteten Gruppe ausgerechnet an diesem Tag eine ganz andere Zusammensetzung im Dojo! Oder man hat überlegt, bestimmte Leute auf eine Prüfung oder einen Wettkampf vorzubereiten - und dann kommen ausgerechnet diese Leute einfach - ohne sich abzumelden - nicht zum Training! Im Kindertraining empfinde ich das noch extremer: Ein talentiertes Kind verkündet plötzlich und unerwartet, dass es keine Lust mehr auf Karate hat oder es flattert für dieses Kind schlichtweg die Abmeldung ins Haus. Oder Kinder eines Wettkampfteams (speziell: Kata Team) kommen nicht zur Vorbereitung. Oder die Kinder sind einfach nach einem langen Schultag oder kurz vor den Ferien so aufgekratzt, dass man das ursprünglich geplante Programm spontan umwerfen muss, um überhaupt noch etwas trainingsähnliches auf die Reihe zu kriegen.

Aber dann gibt es Tage wie heute, an denen alles stimmt! Die kleinen Pandas sind sehr diszipliniert und machen gut mit. Bei den Füchsen sticht ein erst sechs Jahre altes Mädchen mit ihren akkuraten Techniken und ihrem eisernen Willen hervor und in der Tigergruppe haben mit viel Freude neue Kinder angefangen.

Das besondere Highlight war dann aber heute unsere kleine Gruppe in der Wettkampf- und Prüfungsvorbereitung: Leider hatte uns zwar unser kleiner "interner A-Kader" hängen lassen - wie schon weiter oben beschrieben hat ein Junge aus der recht erfolgreichen Wettkampfgruppe uns grade aus Unlust verlassen, ein weiterer verkündete schon letzte Woche, dass er am Turniertag verhindert ist und schließlich kam ein Mädchen, das in einer Woche ihr Wettkampfdebut haben möchte, heute gar nicht zum Training und sagte auch nicht ab. Aber ich hatte ja ein Highlight versprochen und im Grunde waren es für mich persönlich sogar drei Highlights - alle drei Karate-Kids, die ich trainieren durfte waren in den letzten Wochen und Monaten so überdurchschnittlich über sich hinaus gewachsen, dass es mir als Trainerin richtig warm ums Herz wurde!

Wenn man Bewegungstalente unterrichten darf, dann ist das ein ein Geschenk und man fragt sich insgeheim vielleicht, wie man das verdient hat. Aber wenn Kinder, bei denen man anfangs nicht sicher war, ob sie die ersten sechs Monate durchhalten und sie dann plötzlich aus eigenem Antrieb mit eisernem Willen an sich arbeiten und die Gesichter im Training nicht nur vor Anstrengung, sondern auch vor Freude glühen, dann verbuche ich das auf meiner Haben-Seite nicht nur als Geschenk, sondern als einen Verdienst, auf den ich ein kleines bisschen stolz bin.

Drei Karatekinder, die sich aus eigenem Antrieb aus ihrem Anfänger-Kokon geschält haben - das waren heute meine besonderen Sterne am Karatehimmel und dergleichen wünsche ich auch allen anderen Trainer/innen von Herzen!

Freitag, 20. Juni 2014

Karate ist nicht alles, aber ohne Karate ist alles nichts.

Karate ist nicht alles, aber ohne Karate ist alles nichts.

Dieses schöne Zitat stammt von von einem meiner Karateschüler - kurz nach der Weißgurtprüfung. Und über so ein Zitat kann sich nur jeder Trainer, jede Trainerin sehr freuen, denn hier scheint der Funke über gesprungen zu sein, der die Begeisterung für Karate entfacht. Karate als Leidenschaft, als Energiequelle und Lebensmittelpunkt. Meine langjährigen Karatefreunde wissen, was ich damit meine.

In unserer neuen Karateschule Fuji San Münster haben wir sehr viele Mitglieder, die sehr engagiert und bei jeder Möglichkeit trainieren. Und wir haben auch viele Menschen, die nur gelegentlich zum Training kommen, weil sie schlicht und ergreifend ihr Leben anders ausgerichtet haben. Karate als Breitensport, also. Hm, Moment - Karate als Breitensport - geht das überhaupt? Nun, warum nicht? Oftmals sind es äußere Zwänge und Beschränkungen - wie Arbeit, Familie, Umzug eine andere Stadt - die unsere Kampfkunst zu einem "reinen Hobby" werden lassen. Daran ist nichts verwerflich, es kann schließlich nicht von jedem erwartet werden, sein Leben nach dem Karate auszurichten.

Was aber meiner Meinung nach sehr wohl erwartet werden kann, ist eine Konzentration auf das Karatetraining, wenn bestimmt Ziele anvisiert werden - z. B. eine Gürtelprüfung oder die Teilnahme an einem Wettkampf.

Hier wandle ich als Trainerin gelegentlich auf einem schmalen Grat - einerseits möchte ich einen Menschen motivieren, ihm ein Ziel vorgeben und mit einer bestandenen Prüfung oder einem absolvierten Wettkampfstart einen Meilenstein setzen. Andererseits gilt bei einer Kampfkunst vielleicht noch mehr als woanders: Ohne Fleiß kein Preis!

Die Frage, welchen Stellenwert Karate im Leben bekommt, hängt bei vielen Menschen auch zu einem nicht unerheblichen Teil davon ab, welche Prioritäten wir für uns oder unsere Kinder setzen. Viele Kinder kommen total erschöpft einmal die Woche ins Training, weil sie grade vom Fußball kommen und gleich anschließend weiter zum Reiten müssen. Wenn sie ein halbes Jahr oder länger trainiert haben und der Wunsch nach einer Gürtelprüfung aufkommt oder nach der Teilnahme an einem Wettkampf, heißt es oft:"Ich kann aber nicht öfter als einmal in der Woche kommen, denn am anderen Tag habe ich immer Fußball/Klavier/Leichtathletik/Schwimmen..." Die Liste der Sportarten oder anderen Freizeitaktivitäten lässt sich beliebig fortsetzen.

Eines vorab: Schule hat immer Vorrang und damit einhergehend natürlich auch das Üben für anstehende Klassenarbeiten oder Nachhilfeunterricht. Bei allen anderen Veranstaltungen (andere Sportarten, Kurztrips über das lange Wochenende, Partys, Verabredungen etc.) ist natürlich jedem/jeder selbst überlassen, sich für das eine oder für Karate zu entscheiden. Das ist eine Frage ganz persönlicher Präferenzen und Schwerpunkte. Allerdings ist für mich nicht einzusehen, warum ich ein Kind oder eine/n Erwachsene/n zu einer Prüfung oder dem Start auf einem Wettkampf zulassen soll, wenn es, er oder sie vorher nicht alle angebotenen und geforderten Trainingsoptionen ausgeschöpft hat. 

Wenn man einmal nach hakt, hört man von vielen Eltern wie selbstverständlich, dass in der Familie Tennis, Musikunterricht oder andere Aktivitäten als wichtiger angesehen werden. Weisen wir darauf hin, dass wenigstens vor den Prüfungen andere Hobbys und Sportarten zurücktreten sollten, reagieren viele Eltern mit Unverständnis. Dennoch wird aber verlangt, dass die Kinder Prüfungsurkunden oder Pokale nach Hause bringen.

Sensei Toribio Osterkamp sagt seine kürzlich Meinung sehr deutlich*: Jede/r sollte die Möglichkeit bekommen, Karate auszuprobieren. Aber Karate ist nicht für alle Menschen geeignet.

Schön, wenn der Funke überspringt und wenn wir als Trainerinnen und Trainer es schaffen, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler ihr Herz an unsere faszinierende Kampfkunst - falls der Funke nicht gleich ein loderndes Feuer verursacht, sondern nur ein schwächeres Glimmen, sollten wir nicht gleich betrübt sein und die Flinte ins Korn werfen. Wir sollten aber deutlich machen, dass es im Karate nichts geschenkt gibt und dass sich der tiefere Sinn unserer Kampfkunst erst erschließt, wenn man sich auf das Training einlässt und ihm einen umfassenden Raum im Alltag gibt. Prüfungen, Wettkämpfe und Fortschritte wird und sollte es aber bei einer halbherzigen Trainingsteilnahme nicht geben.

*Das Zitat Sensei Toribios enstammt unter anderem dem Interview mit Carolin Senn. Link auf das Video: Interview Sensei Osterkamp mit Carolin Senn

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Deai mit Sensei Micha

Das Training an diesem Dienstag stand im Fokus der Wettkampfvorbereitung (JKA-Cup, Vereinsturnier). Sensei Micha ließ uns - zunächst alleine, später mit Partner - verschiedene Kombinationen üben:

1. (Deai) links vorsteppen mit Gyaku-Tsuki (Kopf dabei leicht nach links neigen, um dem (vorgestellten) Anriff (Kizami) des Gegners etwas auszuweichen. Danach Fuß wieder zurückziehen.

2. Von dort direkt das rechte Bein nach rechts setzen, ein kleines Stück nach rechts ausweichen und mit  links Gyaku-Tsuki (Deai-Technik bei vorgestelltem Kizami), wieder zurück in die Ausgangsposition

3. Das linke Bein zur Seite (dem Kizami ausweichen) mit gleichzeitigem Gyaku-Tsuki (Schlag mit links), dann das linke Bein nochmal bewegen, wieder in Richtung Ausgangsposition, und wieder mit rechts vor und Gyaku-Tsuki mit rechts (der erste Gyaku-Tsuki war eher eine Art Abstandhalter, musste nicht treffen, der zweite sollte dann treffen). 

4. mit dem linken Arm einen vorgestellten Gyaku-Tsuki blocken bzw. aus dem Weg schlagen (ähnlich dem Mae-Geri-Block aus der Hokkyokuko) und einen Schritt vor mit Kizami rechts. 

Das war schon fast eine kleine "Mini-Kata" und nicht ganz einfach zu Beginn. 

Später übten wir mit Partner. Der Partner blieb zunächst stehen, später griff er an mit Kizami, Kizami, Kizami und Gyaku-Tsuki. 

Am Ende wechselten wir Partner und blockten / konterten auf Kommando von Michael. 

Michael wollte uns durch diese Kombinationen Flexibilität lehren - auf den Angriff warten und Deai abkontern. 

Montag, 7. Mai 2012

Wettkampftraining

Besonderes Augenmerk haben auf folgende Aspekte:

1. Kata:
- hinteres Bein durchstrecken
- Age-Uke diagonal vor den Körper hochziehen, nicht erst seitlich und dann hoch
- Ferse auf dem Boden lassen
- Blickwendungen
- Laut Micha sind alle etwas lahm auf den Beinen (hier könnte regelmäßiges Powerpack helfen)

- Rhythmus
- auf einer Höhe bleiben

Zur Vorbereitung könnte man die Karatekas einfach einige Bahnen Age-Uke laufen lassen und auf nacheinander auf diese Aspekte achten lassen.

2. Kata-Mannschaft:
- Synchronität
- UND trotzdem Dynamik
- gleichzeitige Blickwendungen fehlten!
- gleiche Atmung



3. Sanbon-Kumite
- Beim Gedan-Barai Hüfte ausdrehen
- Jodan nicht schon über das Ziel hinweg schlagen (über Kopfhöhe)
- Age-Uke diagonal hochziehen
- Soto-Uke so weit blocken, dass der Angriffsarm beim Konter nicht im Weg ist
- Konter grade vor den Gegner, nicht die eigene Achse verdrehen
- kein Kontakt! Eine Verwarnung ist eigentlich durch nichts wieder gut zu machen!

4. Kihon-Ippon-Kumite
- Tori beim Gedan-Barai Hüfte abdrehen, Gedan-Barai mit  Kiai
- Gleichmäßig angreifen, kein Antäuschen
- Angriffe mit Kiai in die richtige Trefferregion
- Sauberen Block, auf richtiges Ausholen achten
- Sauberen ZK beim Zurückgehen
- Sauberen Konter, ohne die Achse zu verdrehen

5. Jiyu-Ippon-Kumite
- Beide Kamae
- Tori kann sich drei Angriffe aus der Palette auswählen 
- Tae-Sabaki, Suri-Ashi
- Angriff nicht sofort zurückziehen
- Konter sofort zurückziehen in Kamae