erster Tag, morgens, ca 25 Personen, alle Schwarzgurte bis auf einer Violettgurtfrau, überwiegend Männer, nur fünf Frauen
Imura Sensei gab Training
Eine Stunde, aber die reichte - so rein konditionell
Nach einem kurzen Warmup
- Kiba Dachi rechten Arm vor Tate Shute Uke und im Stand Tsuki Chudan und mit dem selben Arm Uraken Jodan, zig mal auf Kommando des Meisters, dann die ersten fünf in der Reihe je zehn zählen
- Kiba Dachi und hier aus dem Stand mit einem Bein Mae Geri Chudan und Mawashi Geri Jodan, wieder zig mal, dann auf zählen von fünf Karateka aus der Reihe (die zählten viel zu schnell, der Meister bemängelte das). Danach waren wir "warm".
- Dann Gohon Kumite mit Angriff Chudan Tsuki / Jodan Uraken, erst nach dem fünften Angriff Konter, zahlreiche Partnerwechsel
- Dasselbe mit den Keri
- Dann Kihon Ippon Kumite mit diesen Techniken, einmal re, dann li und dann der andere, dann neuen Partner
- Dasselbe dann mit Jiyu Ippon Kumite, Zanshin halten
Sehr schön brachte der Meister das Thema dann zuende, indem wir Kanku Dai laufen sollten, in der die Techniken (bis auf den Mawashi) auch vorkamen. Mae Geri sollten wir aber - anders als in den Vorübungen - jetzt Jodan treten.
Tag 2:
Training mit Taniyama Sensei
Start in sehr langen Ständen, eigentlich eher vorwärts Spagat, als Karatestellung. Dann durch Kontraktion der Innenschenkelmuskulatur das vordere oder das hintere Bein heranziehen in Zenkutsu Dachi - so wurden Vor- bzw. Rückwärtsbewegungen realisiert, dies dann in Kombination mit Oi Tsuki (vorwärts) bzw. Age Uke (rückwärts)
Das dann mit Partner/in. Ich hatte hier zunächst einen super guten Japaner, der sicher bald Weltmeister wird und JKA-Instructor :-) Wir bewegten uns auf Zählen und später auf eigene Zeit vor- und rückwärts. Einer sollte hierbei angreifen mit Tsuki Jodan, der andere abwehren mit Age Uke. Vor dem Schritt gingen beide in die lange Vorwärtsgrätsche, um dann das vordere bzw. das hintere Bein explosiv ranzuziehen. Mir fiel es schwer, bei dem Angriff automatisch die Hüfte Shomen zu stellen. Taniyama Sensei legte Wert auf ein "verborgenes" Hikite, Risto würde sagen "gegen die Bewegung". Taniyama Sensei meinte, man könne den Angriff dann erst spät erkennen und der Angreifer habe so einen Vorteil.
Dem Sensei war es wichtig, dass wir den Oberkörper grade haben, good posture.
Die Innenspannung übten wir auch nochmal mit Partner: Der eine stand im Gyaku Tsuki / ZK, der andere kniete seitlich neben dem vorderen Knie des Ausführenden. Jetzt auf eins Druck aufbauen, auf zwei entspannen bis zehn, dann Beinwechseln und Rollentausch
Dasselbe sollten wir dann im Kihon und Jiyu Ippon Kumite umsetzen. Beim Jiyu Ippon Kumite war die Kompression besonders wichtig, da man ja nach dem Block wieder für den Konter vorkommen musste.
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Montag, 2. April 2018
Mittwoch, 26. April 2017
Dojokun - Übersetzung des Handouts, Spring Camp 2017
Dojokun (die grundlegende Lehre des Karate-Weges)
1. Versuche, eine möglichst vollkommene Persönlichkeit zu werden
Dies kann durch fortlaufendes (Karate)Training erreicht werden. Ebenso ist es möglich, dem wahren Weg zu folgen. Übe mit beharrlicher Anstrengung. Versuche, einen guten Charakter zu bekommen durch Höflichkeit und Selbstkontrolle. In den Budo-Künsten sind Technik und Geist eins. Ohne Technik(-Training) kann der Weg nicht im Sinne des Budo beschritten werden. Wir müssen Körper und Geist trainieren und können so einen guten Lebensstil erreichen.
1. Folge dem richtigen / aufrichtigen / wahren Weg (makoto = aufrichtig, wahr, ehrlich) Folge dem Ideal der Wahrheit
„Makoto“ bedeutet, „Zen“ zu finden – also das Gute und Richtige in der alltäglichen Mischung aus gut und schlecht oder richtig und falsch. Ziel soll es sein, in jedem Moment zu erkennen, was gut und richtig ist. Zen ist eine Denk- und Lebensweise der Reinheit. Es bedeutet unter anderem, aufmerksam zu sein, anderen zuzuhören, sie etwas zu lehren oder ihnen zu folgen. Wer Zen praktiziert, sollte dankbar sein, für das, was ist. Er sollte zudem stets bestrebt sein, sich weiter zu entwickeln.
1. Gib beim Üben stets Dein Bestes / bemühe Dich, Deinen Geist zu kultivieren
Übe nicht mit dem Ziel, schnell Erfolg zu haben. Trainiere niemals halbherzig. Das Training und das Üben der Charakterstärke sollte fortlaufend und beharrlich erfolgen. Die Haltung, entschlossen zu handeln, beschert Dir wahre Anerkennung.
1. Sei höflich / beachte die Etikette
Es gibt verschiedene Ausdrucksformen der Höflichkeit. Hierzu gehört allgemein die Bescheidenheit, aber auch der Respekt gegenüber Älteren oder gegenüber Lehrern oder Eltern. Behandele alle Menschen mit Respekt – egal, ob sie älter oder jünger sind als Du. Den besonderen Stellenwert des gegenseitigen Respekts in den Budo-Künsten kennen wir alle (z. B. durch das gegenseitige Verbeugen vor dem Training). Es heißt: „Karate beginnt und endet mit Respekt.“ Die Budo-Künste sollen in erster Linie Höflichkeit und Charakterstärke lehren. Das Ausüben einer Budo-Kampfkunst wie Karate beinhaltet viele moralische Grundsätze und soll dazu führen, dass wir unser Verhalten gut abwägen und kontrollieren können.
1. Übe Selbstbeherrschung / beherrsche Deinen Übermut
Vermeide es, aus Missgunst oder Eifersucht ungerecht oder gewalttätig anderen gegenüber zu werden. Karate-Do soll dazu führen, dass wir an uns arbeiten und uns auf uns selbst besinnen, statt neidisch oder eifersüchtig auf das zu blicken, was andere haben oder können. Dies können wir durch intensives Karate-Training erreichen. Wenn wir Karate als Lebensweg begreifen, kann es uns mental stärken und uns dabei helfen, eine starke Persönlichkeit zu werden. Durch konzentriertes Karate-Training lernen wir, auch im Alltag mit Schwierigkeiten umzugehen.
Montag, 17. April 2017
Gedanken zum Training beim Spring Camp
Gruppe 3. und 4. Dan
Sehr viel Basics! Körperspannung, korrekter Einsatz der Hüfte, hintere Ferse am Boden, Kraftlinie durch den ganzen Körper!
Kihon mit Fokus auf Festigkeit
(Fast) Ausschließlich Kihon-Kumite-Formen (Gohon-, Sanbon- und Kihon-Ippon-Kumite), einmal Jiyu-Ippon-Kumite
Kumite-Training mit Harmonie, ohne "Absicht", der Geist muss frei sein, dann kann der andere nicht erkennen, was kommen könnte
Ist in der Gruppe kein (kontrollierter!) Kontakt chudan gewünscht? Wann soll man denn dann damit anfangen? Gar nicht? Wie soll man es dann üben? (Ich wurde von einem japanischen Trainingsteilnehmer ermahnt, meinen Partner beim Kumite nicht zu treffen)
Gruppen international - welches Niveau herrscht in den anderen Ländern? Wie sind die organisiert? Ich wurde in der ersten Einheit bewundernd angesehen, weil ich eine Bunkai-Übung früher verstanden hatte, als mein Partner. Ausgerechnet ICH! Wenn ich hier schon die Leuchte bin, was sind dann die anderen?
Übergang vom Kihon-Kumite zum Freikampf (beinahe) ohne Zwischenstopp beim Jiyu-Ippon-Kumite! Voraussetzungen schaffen durch Kihon und Kihon-Kumite!
Angriffe beim Kihon-Kumite nur Jodan und Chudan, kein Mae Geri
André San: Kihon-Ippon-Kumite immer grade rückwärts rausgehen! Wer hier Tai-Sabaki macht, hat im JKA-Honbu-Dojo verloren! Auch Mae und Yoko Geri grade raus blocken! Mae Geri mit der Rückseite des Unterarms, nach dem Kontakt erst weiter drehen.
Soto Uke: nach vorne schlagen, wie einen Angriff denken!
Auf Abstand achten (André San ... im Honbu-Dojo hatte da beinahe keiner drauf geachtet und sich alle erschrocken, wenn man aus dem richtigen Abstand heraus angegriffen hat!)
Mehr aufwärmen mit Karate! (kein Hampelmann ;-) )
Japaner wärmen sich VOR dem Training auf oder mit Karate. Die Warm-Up-Phase im Training ist ein Witz! (außer bei Naka im Dojo! Das mit den Bändern war recht effektiv!)
Sehr viel Basics! Körperspannung, korrekter Einsatz der Hüfte, hintere Ferse am Boden, Kraftlinie durch den ganzen Körper!
Kihon mit Fokus auf Festigkeit
(Fast) Ausschließlich Kihon-Kumite-Formen (Gohon-, Sanbon- und Kihon-Ippon-Kumite), einmal Jiyu-Ippon-Kumite
Kumite-Training mit Harmonie, ohne "Absicht", der Geist muss frei sein, dann kann der andere nicht erkennen, was kommen könnte
Ist in der Gruppe kein (kontrollierter!) Kontakt chudan gewünscht? Wann soll man denn dann damit anfangen? Gar nicht? Wie soll man es dann üben? (Ich wurde von einem japanischen Trainingsteilnehmer ermahnt, meinen Partner beim Kumite nicht zu treffen)
Gruppen international - welches Niveau herrscht in den anderen Ländern? Wie sind die organisiert? Ich wurde in der ersten Einheit bewundernd angesehen, weil ich eine Bunkai-Übung früher verstanden hatte, als mein Partner. Ausgerechnet ICH! Wenn ich hier schon die Leuchte bin, was sind dann die anderen?
Übergang vom Kihon-Kumite zum Freikampf (beinahe) ohne Zwischenstopp beim Jiyu-Ippon-Kumite! Voraussetzungen schaffen durch Kihon und Kihon-Kumite!
Angriffe beim Kihon-Kumite nur Jodan und Chudan, kein Mae Geri
André San: Kihon-Ippon-Kumite immer grade rückwärts rausgehen! Wer hier Tai-Sabaki macht, hat im JKA-Honbu-Dojo verloren! Auch Mae und Yoko Geri grade raus blocken! Mae Geri mit der Rückseite des Unterarms, nach dem Kontakt erst weiter drehen.
Soto Uke: nach vorne schlagen, wie einen Angriff denken!
Auf Abstand achten (André San ... im Honbu-Dojo hatte da beinahe keiner drauf geachtet und sich alle erschrocken, wenn man aus dem richtigen Abstand heraus angegriffen hat!)
Mehr aufwärmen mit Karate! (kein Hampelmann ;-) )
Japaner wärmen sich VOR dem Training auf oder mit Karate. Die Warm-Up-Phase im Training ist ein Witz! (außer bei Naka im Dojo! Das mit den Bändern war recht effektiv!)
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Freitag, 14. April 2017
Tag 11 - und Tag 1 JKA Spring Camp
Schnelles Frühstück im Hotel - zu Fuß und im Gi zum Honbu Dojo. Dort Trainingskarte abgeholt und feststellen müssen, dass wohl unsere Lehrgangsgebühr noch nicht abgebucht war! Vermutlich muss ich bitten, nochmal meine Kreditkarte zu belasten - oder nächste Woche nochmal überweisen!
Um 09.00 Uhr begann die Eröffnungszeremonie, gehalten unter anderem von Shihan Ueki. Thema war vor allem die Verbindung von Körper und Geist im Karate und das Ziel, durch Karate und durch die gelebte Dojo Kun ein Mensch zu werden, der Respekt und Wertschätzung ausstrahlt und dafür sorge, dass die Welt ein besserer Ort werden kann.
Anschließend ging es los mit der ersten Einheit bei Kurasako Shihan, von dem ich bisher ehrlich gesagt noch nichts gehört hatte! Ich schätze ihn auf ca. 70 Jahre. Seine Themen waren die Kata Tekki Nidan und Sandan. Wir starteten zunächst mit Kiba Dachi-Vorübungen - wie steht man? Vor allem: Wie steht man stabil? Das Geheimnis ist die Innenspannung trotz der außen stehenden Knie! Wir übten dann mit dem KB seitwärts zu gleiten und dann seitwärts zu gehen. Dann aus dem Shizen Tai heraus in den KB mit Hüfteinsatz (musste hierbei an André Sensei denken und an das, was er hierzu erklärt hatte). Dann KB mit Drehung um die rechte bzw um die linke Körperachse.
Zur Nidan gab es dann zwei nette Partnerübngen: Tori Angriff Ts Chudan, Uke steht 90 Grad mit der rechten Schulter zum Tor und geht mit dem linken Fuß zurück in KB, Block Moroto Uchi Uke .... (Torsten fragen...)
Tekki Nidan übten wir ebenfalls zunächst in Sequenzen, dann am Stück. Kurasako Sensei bat uns, die Kata nicht so durchzuhasten, sondern Technik für Technik bewusst und stark zu machen. Auch hier gab es Bunkai: Tori greift an mit Ts Chudan, Uke geht rechts raus in KB, blockt mit li Arm Uchi Uke, dann Tori Gyaku Tsuki, Uke anderer Arm Uchi Uke, dann geht Tori etwas zurück, greift an mit doppeltem Tsuki, Uke legt die Unterarme aufeinander und blockt damit den Schlag ab, dann mit re Uraken oder Ura Tsuki
In der Pause gab es für jeden, der bestellt hatte, Bento-Boxen, sehr lecker, aber eigentlich noch nicht nötig!
Danach Naka Sensei! Auf dem Programm standen Kihon Kumite Formen. Wir starteten aber mit Basis Kihon:
Um 09.00 Uhr begann die Eröffnungszeremonie, gehalten unter anderem von Shihan Ueki. Thema war vor allem die Verbindung von Körper und Geist im Karate und das Ziel, durch Karate und durch die gelebte Dojo Kun ein Mensch zu werden, der Respekt und Wertschätzung ausstrahlt und dafür sorge, dass die Welt ein besserer Ort werden kann.
Anschließend ging es los mit der ersten Einheit bei Kurasako Shihan, von dem ich bisher ehrlich gesagt noch nichts gehört hatte! Ich schätze ihn auf ca. 70 Jahre. Seine Themen waren die Kata Tekki Nidan und Sandan. Wir starteten zunächst mit Kiba Dachi-Vorübungen - wie steht man? Vor allem: Wie steht man stabil? Das Geheimnis ist die Innenspannung trotz der außen stehenden Knie! Wir übten dann mit dem KB seitwärts zu gleiten und dann seitwärts zu gehen. Dann aus dem Shizen Tai heraus in den KB mit Hüfteinsatz (musste hierbei an André Sensei denken und an das, was er hierzu erklärt hatte). Dann KB mit Drehung um die rechte bzw um die linke Körperachse.
Zur Nidan gab es dann zwei nette Partnerübngen: Tori Angriff Ts Chudan, Uke steht 90 Grad mit der rechten Schulter zum Tor und geht mit dem linken Fuß zurück in KB, Block Moroto Uchi Uke .... (Torsten fragen...)
Tekki Nidan übten wir ebenfalls zunächst in Sequenzen, dann am Stück. Kurasako Sensei bat uns, die Kata nicht so durchzuhasten, sondern Technik für Technik bewusst und stark zu machen. Auch hier gab es Bunkai: Tori greift an mit Ts Chudan, Uke geht rechts raus in KB, blockt mit li Arm Uchi Uke, dann Tori Gyaku Tsuki, Uke anderer Arm Uchi Uke, dann geht Tori etwas zurück, greift an mit doppeltem Tsuki, Uke legt die Unterarme aufeinander und blockt damit den Schlag ab, dann mit re Uraken oder Ura Tsuki
In der Pause gab es für jeden, der bestellt hatte, Bento-Boxen, sehr lecker, aber eigentlich noch nicht nötig!
Danach Naka Sensei! Auf dem Programm standen Kihon Kumite Formen. Wir starteten aber mit Basis Kihon:
Beim Kihon lag der Fokus auf der „Budo Stärke“ – Budo Stärke
bedeutet, Kraft nicht aus der Muskulatur zu erzielen, sondern durch Atmung,
Einsatz des ganzen Körpers und Absenken des Körperschwerpunktes.
Wir starteten mit Choko Tsuki im Hachi Dachi (Shizen Tai)
Anschließend Tsuki aus dieser Position mit einer
Vorwärtsbewegung. Hierbei erklärte Naka Sensei, dass wir zuerst mit der Ferse
auftreten und dann den Fuß zum Ballen hin abrollen sollten. Den anderen Fuß
sollten wir sofort nachziehen. Der Tsuki sollte bereits beim Aufsetzen des
ersten Fußes erfolgen. Ich habe in Erinnerung, dass wir das bisher häufig
anders geübt hatten, nämlich so, dass der Tsuki mit dem „Schließen“, also mit
dem Ranziehen des zweiten Fußes erfolgt. Ich muss nochmal ausprobieren, ob die
eine Version stärker ist als die andere, ob beide gleich stark sind – oder in
wieweit sie sich ansonsten unterscheiden.
Weiter ging es mit Gohon Kumite. Wir starteten mit der
klassischen Version. Ich hatte hier einen Partner von „irgendwoher“, keine
Ahnung. Es war kein Japaner, seinen Attitüden nach zu urteilen hatte er ein
Problem damit, mit einer Frau zu trainieren, die auch noch beherzt angreift. Er
„wechselte“ mich dann auch später bei einer Übung aus, bei der wir einander von
hinten um die Taille umfassen und hochheben sollten (Unterschied erspüren, ob
wir „normal“ stehen oder mit der Atmung „schwer“ werden). Ich bekam dann eine
Frau als Partnerin von ihm „zugeteilt“.
Das Kumite war so aufgebaut, dass wir nicht versuchen
sollten, einander zu treffen, also einen Punkt zu machen / den anderen zu
überraschen o. ä. – wir sollten uns vielmehr „harmonisch“ bewegen und
miteinander arbeiten. Das hört sich so einfach an, war es dann aber irgendwie
doch nicht, denn sobald ich im „Kumite-Modus“ bin, habe ich auch irgendwie
immer eine „Absicht“ – und genau das sollten wir jetzt abschalten.
Ich übte – wie gesagt – zunächst mit dem Mann. Es war
schwierig, denn er wählte von vornherein einen zu großen Abstand und wir kamen
so im wahrsten Sinne des Wortes nicht zueinander. War ich mit dem Angriff dran,
wich er zurück, nachdem ich den Abstand gewählt hatte. Passte also dann auch
nicht. Aber er wählte ja dann ohnehin einen anderen Partner und ich bekam meine
neue Partnerin zugeteilt.
Zwischendurch demonstrierte Naka Sensei mit einer
Assistentin die Wirksamkeit des Angriffs ohne offenkundige Absicht: Die
Assistentin streckte ihre geöffnete Handfläche Naka Sensei entgegen und der
Sensei hob den rechten Arm, offenkundig mit der Absicht, aus der Hand „einen 500-Yen-Schein“
zu greifen. Die Assistentin schloss rechtzeitig die Faust, so dass Naka Sensei
nichts hätte entnehmen können. Anschließend demonstrierte er, wie es wirkt,
wenn man „absichtslos“ und ganz langsam – wie zufällig – in die Hand greift ...
und bei jeder dieser Demonstrationen gelang ihm der Griff in die Hand! „Slowly
but fast“ bekundete er uns. Und der absichtsvolle Griff war „fast but slowly“.
Hiernach wurde weiter geübt und wir gingen über zum Sanbon
Kumite. Ich bekam wieder meinen ersten Partner zugeteilt. Im Sanbon Kumite
übten wir zunächst „klassisch“ Jodan und Chudan. Dann sollte Tori den Konter
des Uke wiederum blocken und erneut kontern – wahlweise mit Tai Sabaki und
Gedanbarei, anschl. Gyaku Tsuki – oder (wohl bei Angriff Chudan gemeint, aber
es funktionierten im Grunde beide Reaktionen bei beiden ursprünglichen
Angriffsstufen, denn der Konter war ja immer Chudan Gyaku Tsuki) Tai Sabaki und
Block und dann reingleiten im KB mit Yoko Empi.
Eine weitere Ausbau-Stufe war dann Sanbon-Kumite mit „Kiri
Kaeshi“, wobei ich unter Kiri Kaeschi eigentlich immer eine Bewegung auf der
Stelle verstanden habe, also Heranziehen des vorderen Beins und direkt wieder
vor mit dem anderen Bein. Aber Naka Sensei erklärte es so, dass nach dem
dritten Angriff durch den ersten Angreifer der andere einen Schritt vor geht
(das Paar also die Richtung ändert) und seinerseits mit derselben Technik
angreift. Nun sollte der ursprüngliche Angreifer blocken und kontern. (So eine
ähnliche Übung hatten wir bei Toribio Sensei auf dem Gasshuku auch schon
gemacht.) Wir übten dies mit zahlreichen Partnerwechseln, so dass es noch
einmal anspruchsvoller wurde, da man sich nicht auf einen Partner „einschießen“
konnte.
Zuletzt übten wir Jiyu Ippon Kumite – direkt mit einem neuen
Partner und gleich im ersten Durchgang Tsuki Jodan, Chudan, Mae Geri Chudan,
Mawashi Jodan – aber ohne „announce“, also ohne Anzusagen. Hier kam es einem
jetzt zugute, wenn man den Geist wirklich frei hatte, wenn man wirklich nicht
versuchte, zu erahnen, was der andere vorhatte, das „Leer“ des Begriffes Karate
auf den Geist bezogen! Herrlich! Und es hat auch noch geklappt J
Anschließend gingen wir direkt ins Hotel zurück und
duschten. Danach legte sich Torsten ins Bett (um 15 Uhr) und ist bisher
(nächster Tag 08.30 Uhr) nicht wieder aufgestanden – die Erkältung, die ihn
seit ein paar Tagen plagt, hat sich wohl durch das Training derart
manifestiert, dass er heute nicht trainieren wird. Ach, Mist! Der Arme!
Ich selbst bin auf der Suche nach einer Fußpflege nachmittags
etwas durch die Gegend gestromert, habe dem Tokyo Dome Hotel einen Besuch
abgestattet, bin durch Nebenstraßen flaniert und habe abends für Torsten und
mich im 7/11 ein Abendessen besorgt: u. ä. Instant-Miso-Suppe mit Tofu – gar
nicht schlecht! Man kann auch preiswert essen in Japan J
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