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Samstag, 25. Juli 2020

Training "Starke Kinder bei Schulbeginn und Schulwechsel"

Ziel: Förderung der Konzentration, des Körperbewusstseins, der Aufmerksamkeit, der Wehrhaftigkeit

- Link-rechts-links: Vor dem Überqueren einer Straße müssen Fußgänger*innen den Straßenverkehr beachten. Hierzu bleibt man am Straßenrand stehen und blickt erst nach links, dann nach rechts, dann noch einmal nach links. Wenn die Straße frei ist, kann sie überquert werden.

Im Training üben wir das so:
Vorbereitung / Warmup auf der Stelle (Corona) mit Laufen und Hampelmann, danach Tsuki und Keri

Anschließend war die Koordinationsleiter ausgelegt und davor im Abstand von ca. 1,5 m die kleinen Handpratzen (eine oder zwei mehr als Kinder im Training sind).

Die Kinder nehmen je Aufstellung neben einer Pratze, ein Kind kann sich schon an die erste Sprosse der Leiter stellen.
Nun läuft das erste Kind durch die Leiter, die anderen Kinder haben die Aufgabe, sehr aufmerksam zu sein und sofort wenn die Pratze vor dem Kind "frei" wird, aufzurücken (wie beim "Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel" ein Feld vorzurücken); zwei oder drei Durchgänge, bis das klappt.

Anschließend an der Pratze stehend Blick zum Spiegel ausrichten. Die Kinder werden gefragt, wo "links" ist. Bei uns in der Karateschule wissen alle Kinder "da, wo das Logo auf der Jacke ist, da ist links". Die Kinder üben dann, den Kopf abwechselnd nach links und rechts zu drehen. Im Folgenden heißt es dann: "Links, rechts, links" und dann wieder den Kopf gradeaus zum Spiegel - das wird ca. 10 Mal wiederholt. Es wird erklärt, warum es wichtig ist, erst nach links zu blicken und vor dem Losgehen noch einmal: Durch den Rechtsverkehr in Deutschland kommen die Autos, die dem Kind am Straßenrand am nächsten sind, von links.

Dann drehen sich an ihrer Pratze wieder alle in Richtung Leiter und das erste Kind geht zur ersten Sprosse. Nun blickt es nach links-rechts-links, bevor es über die "Straße" (in Form der Leiter) laufen darf. Die anderen Kinder haben weiter die Aufgabe, aufmerksam zu sein und immer aufzurücken; drei Durchgänge. Wenn wir feststellen, dass die Kinder nur "mit dem Kopf wackeln" und gar nicht richtig zur Seite blicken, können sich die Trainer*innen an die Seiten hocken und - wenn die Kinder schauen - lustige Grimassen schneiden :-)

Verschärfung: Die Kinder sollen lernen, ihre Aufmerksamkeit auf die Straße zu richten, auch wenn eine Freundin ruft oder ein süßer kleiner Hund auf dem Gehweg entlang geht. Wir üben weiter an der Leiter: Ein Kind steht an der ersten Sprosse - Aufgabe ist weiter, links-rechts-links zu schauen und dann die Leiter zu durchqueren, ohne die gelben Leisten oder die grüne Schnur am Rand zu berühren.  Es ist das Ziel, sich nicht ablenken zu lassen! Ablenkung wird bei dieser Übung nun dadurch hergestellt, dass alle anderen Kinder mit ihrer Pratze am Rand der Leiter im Abstand von ca. 1 m zur Leiter und 1,5 m voneinander Aufstellung nehmen, so dass das durch die Leiter laufende Kind quasi einen Spießrutenlauf erlebt. Die Kinder am Rand können
- bei der Pandagruppe einfach nur "da stehen"
- bei der Fuchsgruppe Hampelmann machen, Tsuki machen oder Mae Geri
Mit den Kindern sollte auch intensiv besprochen werden, welchen Zweck die Übungen haben, damit der Transfer von der Laborsituation im Dojo zur Realität gelingt.


Dienstag, 30. November 2010

Englisch? Kann ich!?

Die letzten Wochen und Tage waren geprägt von Stunden des Lernens: Mathe, Englisch, Französisch aus den Gymnasialklassen fünf und sieben. Bruchrechnen, Prozentrechnen, Dreisatz. Passé Composé, direktes und indirektes Objekt. Vokabeln, Vokabeln, Vokabeln. Dazwischen noch: Wie schreibt man eine Gruselgeschichte möglichst gruselig. Und (das "Beste" kommt zum Schluss): Englisch. Englisch war seit meiner Kindheit mein Lieblingsfach. Und - mal abgesehen von einem kleinen "Hänger" in der 6. oder 7. Klasse, als ich eine Arbeit, bei der es um Groß- und Kleinschreibung im Englischen ging, die einzige Sechs meiner Schullaufbahn geschrieben habe, stand ich immer zwischen Eins und Zwei. Abi: Eins. Zudem diverse Freundschaften, bei denen ich ausschließlich auf Englisch kommuniziere und diverse Auslandsaufenthalte im englischsprachigen Raum. Ich kann also wohl mit Fug und Recht behaupten: Englisch? Kann ich!

So, jetzt zum Englisch-Stoff meiner Tochter, 7. Klasse. Die erste Arbeit in der siebten Klasse war schonmal der Hammer. Es ging unter anderem um das present perfect. Und um since und for. Eigentlich nicht schwer. Aber im Englischbuch (Cornelsen Verlag) war es so verwirrend beschrieben, dass selbst ich nicht mehr durchblickte. Statt mal die Grundsätze zu erklären, wurden gleich sämtliche Ausnahmen genannt. Die armen Kinder (und Eltern...)! Die Arbeit fiel entsprechend aus: keine Eins, zwei Zweier, wenige Dreier, viiiiele Vieren und auch Fünfen und Sechsen en masse.

Jetzt steht die zweite Arbeit vor der Tür. Zum present perfect wird das simple past wiederholt und natürlich auch present tense. Present progressive wird scheinbar als im Schlaf zu können vorausgesetzt. Dazu kommen dann noch Conditional I und II und - es könnte ja langweilig werden - Futur. Futur aber bitte schön als will-future, going-to-future und (das kannte ich selbst noch gar nicht und ich dachte erst, die Lehrerin habe einen Fehler auf dem Arbeitszettel eingebaut) das present-progressive-future. Im Buch gibt es dann ein paar an den Haaren herbeigezogene Begründungen, wann welche der Futur-Formen zu wählen sei. Ich glaub, da schert sich kein Engländer drum! Möchte mal gerne wissen, welche Begründungen in den in England benutzten Deutsch-Lehrbüchern für unsere Grammatik zu finden sind! Ja, und dann kommen noch Fragen hinzu. Fragen nach unterschiedlichen Satzgliedern in den entsprechenden Zeiten, bitte schön jeweils mit to do in der richtigen Form und Zeit oder halt im progressive.....also, ich finde, das ist absolut zu viel!

Ach ja, wo wir grade bei Satzgliedern waren. Also, ich habe das so gelernt, dass es verschiedene Satzglieder gibt, die drei wichtigsten waren immer Subjekt, Prädikat, Objekt. So lernen es die Kids auch in der Grundschule (immerhin!). Dann gibt es noch unterschiedliche Wortarten, z. B. Nomen, Verben, Adjektive. Es ist in der Regel so, dass ein Subjekt gleichzeitig auch ein Nomen ist und ein Prädikat ein Verb. Klingt komisch, is aber so. Was man aber der Systematik nach meiner Meinung nach NICHT tun sollte, ist, Wortarten mit Satzteilen durcheinander zu werfen. Im Lateinischen kann das z. B. verheerende Folgen haben! Wie stehts aber im Englischbuch? Statt SPO jetzt SVO: subject, verb, object! Der Cornelsenverlag meinte auf meine Anfrage hin, das stünde jetzt so im Lehrplan!

Ach, und nochwas. Meiner Meinung nach sollten sich die Lehrer der Grundschulen mal mit denen der weiterführenden Schulen absprechen. In der Grundschule wird beinahe ausschließlich mündlich Englisch unterrichtet und dazu noch recht spielerisch. Kommen die Kids dann auf Gymnasium oder Realschule, gehts dann gleich richtig los - denn die Kids haben ja seit der zweiten oder dritten Klasse Englisch! Also, entweder muss meiner Meinung nach schon spätestens in Klasse vier mit Englisch in Schriftform begonnen werden, oder man sollte auf der weiterführenden Schule weniger voraussetzen.

Ganz bestimmt nicht geholfen ist den Kindern mit der schwachsinnigen Idee, direkt mit Abkürzungen und Kurzformen zu arbeiten. So geht es gleich in der ersten Arbeit der Klasse fünf los mit I'm, you're und he's, wobei natürlich die Unterscheidung zum Possesivpronomen his für einen Sextaner phonetisch kaum machbar ist. Im Lehrbuch wird betont, dass die Kurzform nur in der Umgangssprache oder in der Schriftform unter Freunden benutzt wird. Na, dann lasst es doch in der Schule weg! Wer ist schon mit seinem Lehrer/seiner Lehrerin befreundet?!? Außerdem würde ich auch nie sagen we're....da bricht man sich ja die Zunge!

Herrlich auch der Blick auf die Liste mit den unregelmäßigen Verben. Beispiel: to set, ach, sorry, das to läßt man ja jetzt weg, damit man bloß nicht mehr erkennt, welches die Infinitivform ist! Set, also, weitere Formen: set, set. Bei mir hieß die Übersetzung früher: setzen, stellen, legen. Heute steht im Buch als Grundform "set a trap" und als Übersetzung "eine Falle stellen" - super! Ja, bin ich denn im Wald? Manchmal hab ich wirklich das Gefühl. Vielleicht sehe ich auch einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.