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Sonntag, 14. Juni 2009

Monsters of Liedermaching


Hinter diesem Titel verbirgt sich eine Band, die wohl beim Hafenfest 2008 ihre Münster-Premiere hatte. Und das muss wohl dafür gesorgt haben, dass Münster sich voll auf die Band und ihre Texte eingeschossen hat - beim diesjährigen Hafenfest grölte nämlich die Menge absolut textsicher mit! Bis auf Frank und mich, die ihre "Monsters"-Premiere hatten...

Frank war bei der Ansicht des Hafenfest-Programms auf der entsprechenden Internet-Homepage auf diesen Act aufmerksam geworden. Ich weiß nicht, ob ihn der Name reizte?!? Sonst ist er ja nicht so leicht zu begeistern. Jedenfalls klickte er dann auch eine Aufnahme vom letzten Jahr an und war nicht mehr zu bremsen.

Die Band, bestehend aus sechs Sängern, pardon: Liedermachern, aus Hamburg, Berlin und - ja: Bad Gandersheim. Als instrumentelle Begleitung stehen einige Akustik-Gitarren im Vordergrund, ab und an ironisch unterstützt von Blockflöte, Xylophon und Mini-Quetschkommode. Meist trägt einer der Kerle solo sein Lied vor, während die anderen ihn vokal unterstützen oder den Refrain mitsingen.

Textlich erinnerten mich die Monsters sehr an die frühen Ärzte: schnodderig, witzig, manchmal etwas zu tief unter der Gürtellinie und intellektuell meist noch nicht ärzte-mäßig herangereift.

Wie auch immer - ich sag mal 40% der Songs haben mir super gefallen, 20 % waren ganz passabel und der Rest - naja. Ich sag mal, über Texte wie:"Du bist Kacke!" oder "Tod in der Nordsee" (wo es über menstruierende Frauen geht, die im Wasser die Haie anziehen, hahaha...) kann ich heute einfach nicht mehr lachen. Da hatte ja selbst Zoff in den Achtzigern mehr Format.

Aber, nee, also Lieder wie "Hartz IV", "Türen", "Blasenschwäche" oder "Zwerge", die hatten schon eine gewisse textliche Originalität.

Ich hab mir mal zwei CDs bestellt. Auch falls sie mir nach einer Weile nicht mehr gefallen - ich bin mir sicher, mein 13-jähriger Sohn Felix wird sie lieben! ;-)

Mittwoch, 18. Februar 2009

Max Mutzke - Black Forest

Ach, ist das schön: schon wieder eine tolle CD! Entweder hab ich derzeit viele Glücksgriffe in Sachen Musik - oder ich bin einfach besonders leicht zu begeistern!

Jedenfalls hörte ich gestern in einem Geschäft Marie von Max Mutzke und beschloss spontan, mir die Scheibe zuzulegen. Im Shop nebenan hatte ich sie auch gleich in der Hand - für 17.99 Euro! Sollte ich sie zurück legen? Sicher gibts sie (bald) bei Schlecker oder Amazon für 9.99 Euro....aber nein, ich wollte nicht warten!

Im Auto groovte es gleich ungemein und Max' kratzig-samte Stimme streichelte meine Seele wie eine Wellnessbürste die Haut nach dem wohligen Wannenbad! Wow! Schade, dass ich abends mit dem Rad zum Dojo fahren wollte - so schnell konnte ich die Songs nicht mp3-fähig machen...und außerdem hatte ich ja grade im SV-Kurs geschult, dass man nicht mit mp3-Player am Ohr radfahren soll....

Heute früh kam ich dann endlich in den Genuss, die CD nebenher laufen zu lassen. Der erste Eindruck bestätigte sich absolut! Eine Prise Committments, eine Messerspitze Duffy, einen Hauch Jazz und Big Band und auch ganz, ganz viel Max Mutzke himself! Stefan Raab mag sich ja TV-mäßig abgenutzt haben - aber ohne ihn und seine DSDS-Verhohnepipelung wäre Max vielleicht nie entdeckt worden!

Max hat mit Black Forest ein tolles Album hingelegt, leicht zu hören, gute Laune, geht runter wie ein warmer Le Mumba an der Schneebar! Also, ich max'! Mutzke mal reinhören!

Samstag, 31. Januar 2009

Chinese Democracy

In diesem Winter brachten drei bekannte Rock-/Metalgruppen eine neue Scheibe raus: Metallica, AC/DC und Guns 'n Roses. Metallica ist mir bis auf Track 4 wie üblich eine Spur zu hart. AC/DC ist ganz ok, obwohl sie manchmal klingen wie Status Quo im Stimmbruch. Naja, nun also Guns 'n Roses. Ein echter Fan war ich auch von dieser Gruppe bislang nicht. Anfang der Neunziger waren sie ziemlich stark mit Stücken wie Paradise City oder November Rain aber ansonsten konnte ich auch nicht so viel mit dem Liedgut anfangen. Also hatte ich ehrlich gesagt nicht viel von der neuen Scheibe erwartet. Umso größer war dann die Überraschung über dieses recht gelungene Machwerk! Die schräg-keifende Stimme von Axel Rose hat sich im Laufe der Jahre gut entwickelt und manche Stücke hätte ich nicht als von G'n R stammend erkannt, wenn ichs nicht besser gewusst hätte.

Das Titelstück beginnt so leise, dass ich erst dachte, die CD sei defekt. Ansonsten überwiegen hier kraftvolle Riffs und solider Rock, sehr typisch Guns 'n Roses. Track 2, Shackler's Revenge, beginnt mit einem akustischen Peitschenhieb und es folgt eingängiger, melodiöser Rock. Bei Lied drei Better wird die Sache tatsächlich noch besser, das Stück hat z. B. ein echt schönes Gitarrensolo. Bei Street of Dreams werden Erinnerungen an November Rain wach - eine sehr schöne Ballade! Die fast schluchzende Stimme von Axel Rose heult seinen Schmerz herraus wie ein verwundeter Wolf. Die Strophen und der rhythmisch-melodiöse Refrain wechseln sich ab mit einem Gitarrensolo, das allerdings nicht übermäßig kunstvoll ausfällt. Insgesamt ein recht eingängiges, radiotaugliches Stück mit Ohrwurmfaktor. Bei "If the world" frage ich mich, ob Carlos Santana seine Gitarrenfinger mit im Spiel hatte! Das Stück ist klassisch aufgebaut mit einem netten Gitarrensolo im letzten Drittel, groovt total und ist fast funkig! Etwas zäh finde ich Lied Nr. 6 "There was a time": Hier wabert ein eher zäher Klangteppich. Gott sei Dank hellt sich bei Catcher in the Rye die Stimmung wieder auf, denn man bekommt gute Laune bei diesem melodiösen Rock mit Mitgröl-Refrain! An alte G'n R-Zeiten erinnert Lied 8: etwas schräg und eher unharmonisch ist es nichts für meine Ohren. Vorsicht! Bei Track 9, Riad n' the Beduins liegt Spannung in der Luft! Zumindest beginnt das Lied mit einem energetischen Knistersaound, der mir bis ins Mark geht! Anschließend schreit Axel Rose, unterstützt von harten Riffs, seinen Frust heraus! Bei "Sorry" fühlte ich mich an Pink Floyd erinnert - fast psychedelisch klingend ist es insgesamt ein schöner Schwofer! Gar nichts Besonderes hat hingegen Track 11: I. R. S ist allenfalls Durchschnittsrock. Mit den Tracks 12 (Madagascar) und 13 (This I love) hat die Band sich zwei weitere nette Balladen auf das Album gepackt. Bei Madagascar klingt Axels Stimme fast wie die von Charles Bukowski. This I love startet wunderschön melodiös und steigert sich zu einem fulminanten Höhepunkt. Fast ein wenig enttäuschend klingt schließlich mit Prostitute das Album aus.

Mir persönlich gefällt die gesamte Mischung - auch wenn eingefleischte Guns-&-Roses-Fans es zu mainstreamig finden könnten. Dass diese Formation noch einmal so ein tolles Comeback hinlegt hielt ich bislang für so unwahrscheinlich wie Demokratie in China!