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Samstag, 3. August 2019

Naka Sensei Gasshuku 2019 - Kihon Kumite zur Tekki Sandan

Vorübung Kihon:
- li vor gedan barei
- vor im ZK mit oi tsuki rechts
- rechter Arm sofort (ohne Gegenbewegung des anderen Armes) in soto uke
- linken Arm strecken, rechter Arm holt aus zu haiwan nagashi uke (Tekki-typisch)
- linker Arm klappt um wie bei der Endposition kage tsuki, rechter Arm macht ura tsuki jodan
- koshi kamae an rechter Hüfte, tsuki rechts unter der linken, flachen Hand hervor
- Dann wieder Schritt vor, oi tsuki links und das Ganze mit der anderen Seite

Dann mit PartnerIn:
- Tori greift an aus gedan barei li vor im zk mit oi tsuki jodan re
- uke blockt mit age uke
- Konter gyaku tsuki chudan - wird geblockt mit soto uke re
- Konter mit kizami tsuki jodan - wird abgeleitet durch haiwan nagashi uke jodan rechts, linker Arm geht dabei vor für eine Art tsuki
- dritter Konter gyaku tsuki chudan - block mit te osae uke links und Konter ura tsuki rechts, den heruntergeblockten tsuki Arm dann zur rechten Hüfte ziehen (mit der linken Hand fassen und auf die rechte Faust an der Hüfte drücken)
- Es wird durch Ziehen versucht, die Faust zu befreien, dies löst den finalen Gegenangriff ura tsuki aus.


Dienstag, 19. März 2019

André Bertel Sensei in Freital 2019 - Technik

Start Choko Tsuki - Hinweis: Ellbogen am Körper lassen, auch wenn die Körperachse um 45 oder 90 Grad gedreht wird.

Heisoku Cachi Tate Shuto Uke links vor, Tsuki rechts, links, Relax Shoulders, Power kommt aus der Ferse/Hüfte

Bei Fauststoß in Richtung 45 Grad die Füße nicht bewegen, ebenso bei 90 Grad - Rotation kommt nur aus der Verwringung des Körpers

Die Kombination geht so:
- Heisoku Dachi, Tate Shuto Uke links
- Doppel-Tsuki
- Tsuki mit rechts 45 Grad, dann mit links
- Tsuki mit rechts 90 Grad, dann mit links
- Tsuki mit rechts über die linke Schulter (wie am Ende von Heian Sandan), dann mit links - hierbei die Ellenbogen unten lassen
- Drehung um 90 Grad links rum - Achse ist das linke Bein -, Tsuki mit rechts
- Drehung auf Ausgangsposition, doppelter Tsuki
- Drehung um 90 Grad rechts rum, Tsuki mit links
- Drehung auf Ausgangsposition, doppelter Tsuki
- Drehung um 180 Grad links rum, Tsuki mit rechts
- Drehung auf Ausgangsposition, doppelter Tsuki
- Drehung um 180 Grad rechts rum, Tsuki mit links
- Drehung auf Ausgangsposition, doppelter Tsuki
- Drehung um 360 Grad links rum, Tsuki mit rechts, doppelter Tsuki
- Drehung um 360 Grad rechts rum, Tsuki mit links, doppelter Tsuki
- Sprung-Drehung um 360 Grad links rum, doppelter Tsuki
- Sprung-Drehung um 360 Grad rechts rum, doppelter Tsuki

Gyaku Tsuki nicht auf den Solar Plexus treffen, sondern seitlich vorbei auf die Rippen (warum? Schonung? Oder Steigerung der Effektivität?)

Empi-Kombination
Ausgangsstellung Heisoku Dachi mit Yoko Empi links
Drehung rechts rum, den Empi "mitnehmen" als Stoß mit dem Ellenbogen "im Vorbeigehen", Landung mit Yoko Empi rechts, dann anders herum

Empi als Angriffstechnik am Partner / an der Partnerin
Heisoku Dachi: the more relaxed, the more it hits und auf Hikite achten

Angriff Chudan, um den Tsuki herum drehen und Tori von hinten am Kragen fassen, zu Boden reißen und ausschalten Budo Verteidigung mit Drehung

Bunkai Enpi Anfang Enpi Bunkai Anfang

Bassai Dai Anfang Bassai Dai Anfang mit Boden - kritisch! Den Bodenteil anschließend finde ich kritisch - André Sensei hatte vorgegeben, der am Boden liegende sollte die Arme strecken, um sich den anderen vom Leib zu halten und zu verhindern, dass Schläge ins Gesicht ausgeführt werden können. Ich würde lieber den Angreifer zu mir heran ziehen und ihn dann mittels "Bowlingkugel" loswerden.

Jion Mitte Jion Bunkai Mitte Angriff Schwinger rechts, Uke blockt mit Jodan Nagashi Uke links und mit dem rechten Arm Tate Tsuki oder Ippon Ken auf die Innenseite des Angriffarms.

Jion Ende Jion Bunkai Ende

Block eines Schwingers und ab auf den Boden (mit Hüfteinsatz) Die Abwehr so (wenn Schwinger mit rechts kommt): einen Schritt rechts vor steppen, Hand Shuto Uke (Block), anderer Arm Nagashi Uke. Dann das linke Bein nach hinten rechts rausstellen, so dass man quasi überkreuz stehe, aus Hüftimpuls schnell und hart rum und runter drehen und den anderen zu Boden bringen Block Schwinger 1 Block Schwinger 2 Block Schwinger 3 - Korrektur durch André Sensei


Technik vor der Technik: Iriguchi Waza (Eröffnungs- oder Eingangstechnik) - zum Ablenken, Schlag vor die Augen, den Hals oder in die Genitalien, dann Folgetechnik - damit bekommt man auch größere Gegner in den Griff

Partnerübung: Tori steht hinter Uke, Befreiung mit Ushiro Empi oder Uraken - Ellenbogen dabei nicht senken! Ellenbogen auch nicht durchstrecken. Jun Kaiten: Hüfte geht in die gleiche Richtung wie die Technik und unterstützt diese dabei. Links und rechts rum drehen - Rotation und Kompression ausnutzen

Heian Shodan: erste Technik, erst drehen, Füße bleiben stehen, dann Gedan Barei; Oi Tuki: Arme früher bewegen

Shuffle nach rechts und nach links, vor und zurück ohne Hüfte
Dann 90 Grad nach links aus dem Hüftimpuls heraus, dann wieder zurück - beim Zurückgehen erst einen halben Schritt rückwärts, dann drehen, so dass der Gürtel fliegt! 

Remember: Es gibt in keiner Kata Yoko Geri Kekomi, der nicht heran gezogen wird! Nijushiho, Bassai Dai und Sho, Unsu - immer wird gleichzeitig der Gegner herangezogen

Angriff Mawashi Geri Low Kick gegen das vordere Knie des Partners: Uke springt hoch und mit dem vorderen Bein von oben auf das Tritt-Knie des Angreifers, lässt sich darauf fallen

Angriff Mae Geri: Uke lässt die geöffneten Hände von oben auf den Keri fallen und leitet ihn ab (Chinte?)

Abwehr eines Griffs an den Kragen (beide li vor): Uke fasst Tori mit links an die rechte Schulter und mit rechts oben am Kragen - hierbei kann man mit dem Daumenknöchel in den Hals pieken. Jetzt mit links ziehen und mit rechts drücken, mit dem rechten Bein das vordere Bein des Tori fegen. 

Beide links vor, Tori greift an Gyaku Tsuki Uke knickt das vordere Bein nach innen ein, so dass er mit der Innenseite des linken Knies auf dem Boden aufsetzt, dabei möglichst etwas von Tori wegbewegen und nach rechts drehen. Weiter drehen und mit dem rechten Bein einen großen Kreis beschreiben, so dass man mit der Wade gegen das vordere Bein des Tori kommt und ihn damit fegt. 








Mittwoch, 11. Oktober 2017

May The Groundpower Be With You!* - Seminar mit André Bertel Sensei und Takafumi Morooka Sensei

Das diesjährige Seminar mit André Bertel Sensei in Krefeld war einfach wieder fantastisch. Ich weiß gar nicht, welches Faktum ich am meisten hervor heben soll - das wie immer grandiose und herausfordernde Training von Sensei Bertel? Oder seinen sympathischen Begleiter Takafumi Morooka Sensei, der mit jeder selbst angeleiteten Trainingssequenz mehr auftaute und am Ende locker zu scherzen beliebte? Oder die Nähe des Veranstaltungsortes zu unserer Heimat? Oder die Unterkunft im Hotel Garden, bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis super passte? Vielleicht auch die Lehrgangsparty, die erneut im aus der vorvorigen Jahrhundertwende stammenden Stadtwaldhaus stattfand? Oder war doch die ihresgleichen suchende Organisation durch das Krefelder Dojo sowie die umfassende fotografische Dokumentation von Alex Raitz von Frentz das hervorstechende Qualitätsmerkmal. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden! Tatsache ist, dass alles zusammen dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Ereignis machte!

Und dabei war ich - noch geschwächt von einer grade überstandenen Bronchitis - gar nicht so topfit und auch nicht recht in Laune für Schmerzen, Hämatome und harten Körperkontakt, der sicherlich zu erwarten war!

Aber es gab keine wirkliche Entschuldigung und so zog ich am Samstagmorgen mit meinem Katamann Torsten und unserem Karatefreund George los nach Krefeld. Es war bereits mein dritter Karatelehrgang mit André Sensei - zuzüglich eines zweitägigen Karate-Personal-Trainings bei André gemeinsam mit meinem Karatefreund Torsten in Oita.

Kurz vor der Halle war der Lehrgang auch schon vorbildlich ausgeschildert, so dass wir die Location schnell fanden. Weiter ging es mit der exzellenten Organisation direkt beim "Einchecken": Karatefreundin und Kassenwartin des Dojos Nakayama Krefeld Melanie Teeuwen hatte Listen mit allen bereits angemeldeten Karateka und dem entsprechenden Vermerk, ob bereits bezahlt war oder nicht. Wir hatten noch nicht bezahlt - echt? Wenn Melli es sagt, stimmt es! Aber das war schnell nachgeholt. Die Umkleiden waren gut beschildert und fleißige, vom Nakayama organisierte Helfer boten gegen Spenden in das Sparschwein Brötchen, Kuchen, Kaffee und Kaltgetränke bis zum Abwinken! Absolut vorbildlich und schwer zu toppen! Ich habe gleich zu Beginn einen Schein ins Schwein wandern lassen und hoffe, das Dojo ist einigermaßen mit den Spenden ausgekommen.
Um es abzurunden greife ich etwas vor: Auch die Lehrgangsparty im Stadtwaldhaus war bestens organisiert. Für 15 Euro erhielt man Zutritt zum und Zugriff aufs mega vielfältige und ausgesprochen leckere Buffet und Getränke konnte man dann eben dazu buchen, wie man mochte. Die bezaubernde Örtlichkeit ließ dann auch keine Wünsche offen und so konnte auch der Samstagabend zu einem unvergesslichen Ereignis mit vielen alten und noch mehr neuen Bekannten werden.

Aber jetzt zum Training. "May the groundpower be with you" textete Karatefreund Harald Herrman aus Bottrop. Sehr schön - und ganz unbestritten ein Hauptthema des Lehrgangs! Natürlich ist es nicht neu, dass wir auf der Ferse wenden und selbige als Kraft-, Dreh- und Angelpunkt für unsere Techniken benutzen sollen! Und grade hatten wir es erst beim Lehrgang mit Sensei Toribio Osterkamp bei uns im Fuji San vertieft! Aber es immer wieder gut, erneut darauf hingewiesen zu werden (ich selber ertappe mich auch gelegentlich dabei, wie ich z. B. beim Rückwärtsbewegen (vor allem bei mehreren Schrittfolgen und schnellem Tempo) die Ferse anhebe - pfui Teufel, auch! Aber André Sensei verdeutlichte auch, wie Groundpower vorhanden sein kann "ohne Ferse am Boden" (leider nicht in dem von mir soeben beschriebenen Fall, so ein Mist!): Wenn der Schwerpunkt des Körpers Druck gleichzeitig nach unten und zum Ziel erzeugt, kann die Ferse getrost abheben! Schade, schade, dass der Druck meist genau so nicht ausgeführt ist, wenn man - z. B. (aber nicht nur) im Sportkarate die Ferse oben sieht!

Zum Thema Groundpower gab es auch eine sehr schöne Partnerübung, die auf den ersten Blick nach "Standard" aussah: Der Angreifer führt Kizami Tsuki und Gyaku Tsuki aus, der Abwehrende blockt den Kizami zur Seite und mit demselben Arm dann den Gyaku Tsuki mit einer Art Te Osae Uke nach unten weg. Beim zweiten Block sollten wir jetzt nicht nur Arm und Hüfte nutzen, sondern das komplette Körpergewicht nach unten - quasi in Kiba Dachi - fallen lassen. Wow, klasse Effekt (vorausgesetzt, man hat Körpergewicht :-) ). So wurde aus einer Standard-Übung wieder einmal eine Variante mit einem neuen Fokus!

Zum Thema Hüfteinsatz ist André Sensei etwas - ich will mal sagen: entspannter - als einige der aktuell präsenten und Ton angebenden Instructoren: Statt eines mehrfachen, aktiven Hüftimpulses bei einer Technikkombination wollte er lediglich ein "Entspannen" des Körpers sehen. Das hat in etwa denselben Effekt wie das Zurückdrehen der Hüfte in eine neutrale Position, geschieht aber eher passiv, ohne Kraft und mehr oder weniger "natürlich". So will es, wenn ich mich richtig erinnere, auch unser Sensei Risto z. B. beim Sanbon Tsuki sehen.

Wenn ich Risto schreibe, erscheint vor meinem inneren Auge wie in Leuchtschrift intuitiv der Begriff Gyaku Tsuki - kaum jemand hat in meinem kleinen Karateleben auf diesen Begriff so vielseitig Licht geworfen wie Risto Sensei. Wir übten bei ihm den steigenden und den fallenden Gyaku Tsuki, wissen, dass der Gyaku Tsuki auf "2" trifft, kennen den "überlaufenden" schon seit vielen, vielen Jahren und wissen Dank Risto, dass der Gyaku Tsuki so herrlich "Bääääm!" machen kann.

Mit vollem "Bäääm" sollte dann auch der Torsten beim André Sensei mit einem Oi Tsuki einschlagen - aber dafür musste er erstmal treffen und das Trotz Blocks durch den Sensei, der verdammt schnell war! Torsten versuchte es einige Male unter anfeuernden Kommandos des Senseis - aber ohne Erfolg. Dann änderte Torsten den Rhythmus und schlug deutlich vor dem Absetzen des Fußes ein - "Bäääm!" André Sensei war zufrieden - und erklärte dann (sehr ähnlich wie Risto), dass es Sinn machen kann, den Rhythmus zu ändern, den Schlag vor dem, beim oder nach dem Absetzen des Fußes auszuführen. In diesem Zusammenhang wurde auch - genau! - die unterschiedliche Auswirkung der "Groundpower" beleuchtet, die beim Schlag vor dem Absetzen besonders groß ist. Mit Partner klappte das dann alles auch zunächst ganz gut - bis wir dann anschließend alles auch in freier Bewegung umsetzen sollten. Hier ging dann so manches Mal doch die Übersetzung des Groundpower verloren. Man ist doch leider oft geneigt, sich beim Training mit Partner zu sehr auf den Partner zu konzentrieren, statt auf die Übung und bei freier Bewegung wird dies dann offenbar durch ein stärkeres Konkurrenzdenken noch potenziert. Ich notiere hier nur meine eigene Wahrnehmung - das kann natürlich bei anderen Karateka ganz anders sein.

Was mir an André Senseis Budo-Karate-Training so gut gefällt, ist der Gedanke an absolute Konsequenz. Das ist vergleichbar mit dem Training, wie wir es zuletzt bei unserem Karatefreund Andreas Klein praktiziert haben: Auch nach dem Angriff am Gegner dran bleiben, weiter Druck machen, die Distanz so kurz halten, dass für einen Gegenangriff keine Chance ist! Das in freier Bewegung umzusetzen kostet Überwindung - wie ich es auch an meinen Partnern merkte. Wichtig ist hierbei nicht zuletzt, Varianten des Konters auf Lager zu haben - hier stimme ich dann mal nicht mit dem Street-Combatives-Prinzip überein, welches nicht "hundert Techniken für eine Situation sondern eine Technik für hundert Situationen" verspricht. Es ist schon gut, wenn man statt eines üblicherweise trainierten Gyaku Tsuki auch z. B. einen Tate Tsuki auf Lager hat oder einen Handkantenschlag platzieren kann - wenn man weiß, wo es "wehtut", auch auf kurzer Distanz.

Die Basis aller Konsequenz und die körperlichen Voraussetzungen ist das Kihon und auch das Kihon Ippon Kumite - auch das kennen wir ja von Risto Sensei unter dem Motto "Voraussetzungen schaffen". Hier übten wir bei André Sensei wieder viele Feinheiten, so z. B. beim Soto Uke, den er unterschied zwischen dem "Anfänger-Soto-Uke" mit eher kreisförmiger Bewegungsrichtung und dem grade nach vorne gestoßenen Soto-Uke, den er Soto-Uke-Kekomi nannte. Wir erinnern uns: "Am Anfang war die Keule und dann kam Soto-Uke." :-) Auch auf die korrekte Distanz legte der Sensei einen großen Fokus - meist wird ein viel zu großer Abstand gewählt und dann passen Angriff und Konter nicht. Eigentlich beschämend, dass man darauf in einer Gruppe mit überwiegend Braun- und Schwarzgurten hinweisen muss. Den Block mit Gedan Barei hatte der Sensei bei diesem Seminar weggelassen, dafür sollten wir den Mae Geri des Partners mit Soto-Ashi-Uke blocken, also mit einem von außen kommenden Unterschenkel-Block - blaue Flecke garantiert....bei beiden Partnern :-) Überwindung kostete auch, den Partner mit Jodan Mae Geri abzukontern! Wann probiert man das im Training schon einmal aus? Es bedarf hier sicherlich einiges an Vertrauen zum Partner hinsichtlich der Technik-Kontrolle - und auch der Fuß-Hygiene.... ;-)

Wenn man einen Angriff blockt, ist es günstiger, nach dem Block nicht auf der offenen Körperseite des Partners zu stehen. Das klappt nicht immer und daher ist es gut, auch Block und Folgereaktion zur offenen Seite zu üben - aber man sollte üben, ein Auge dafür zu entwickeln, woher der Angriff kommt und entsprechend auszuweichen. Hierzu gab es einige Übungen - zunächst im Stand und dann in der Bewegung - dabei bekam man aber schnell einen Drehwurm, man lief sogar Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Und hier zog André Sensei einen interessanten Schluss, den ich sonst so in der Form nur beim Street Combatives Training gehört habe, der aber eigentlich stilübergreifend Sinn macht, mir vielleicht nur noch nie so klar geworden war: Im Ernstfall ist der Körper unter Hochstress - diesen Stress simulieren wir, indem wir so lange trainieren, bis wir beinahe total erschöpft sind oder bis wir (wie bei der eben genannten Übung) die Orientierung zu verlieren drohen. Was wir dann noch können, können wir vielleicht auch noch in einer Selbstverteidigungssituation. Chapeau! Diese Art zu denken gefällt mir!

All das bisher Geschriebene ist schon reichlich Stoff zur Nachbereitung in endlosen Trainingseinheiten. War mir jedoch am meisten zu schaffen machte, war André Senseis Forderung nach mehr Lockerheit - in den Schultern, im ganzen Körper .... denn nur so kann man die Asai-typsichen Peitschenbewegungen ausführen und den Angreifer - scheinbar locker - mit Heito- und Shuto-Schlägen malträtieren! Das ist noch ein weites Feld für mich - ähnlich wie die aus dem Yahara-Programm entliehenen extremen Dreh-Bewegungen zum Ausweichen und Kontern, die wir ebenfalls anschnitten.

Das anspruchsvolle Training wurde wie immer eingerahmt von Vorbereitungs-Übungen und Warmup-Sequenzen, die uns "gestandenen" Karateka mit zum Teil einigen Jahrzehnten Training auf dem Buckel mal eben zeigten, wie klein wir sind und was wir alles NICHT können :-) Die von André Sensei gerne vorgeführten Keris aus der tiefen Hocke oder dem Seiza gehörten ebenfalls dazu wie von Morooka Sensei vorgeführte Vorwärtsbewegungen in einer Mischung aus Seiza und Entengang. Lustig muss es auch ausgesehen haben, wie wir uns beim japanischen Schuhplatteln angestellt haben und ein ganz großes Hallo gab es beim Thema "Scherentechniken", als wir uns beim Kani Basami ungelennk auf dem Boden rollten!

Auch wenn die Muskeln am Ende der vierten Einheit ziemlich müde waren und der ein oder andere Körperteil vom Kontakttraining etwas mitgenommen war, so verging die Zeit doch wie im Fluge! Ich weiß, es wird den ein- oder anderen überraschen, wenn ich das jetzt schreibe, aber ich hätte mir vielleicht noch etwas mehr Bezug auf Kata gewünscht - vor zwei Jahren in Krefeld hatten wir die Nijushiho genauer unter die Lupe genommen und im letzten Jahr in Ahrensburg die Seyriu kennen gelernt. Diesmal war der Bereich Kata mit wenigen Durchgängen Bassai Dei selbst für meinen Geschmack etwas zu knapp abgedeckt. Aber vermutlich müssen dafür einfach erst einmal noch weitere Voraussetzungen geschaffen werden, was ich mit meinem Katamann und in unserem Dojo gerne machen werde.

Ich bin sehr froh, an diesem Lehrgang teilgenommen zu haben und würde mich wahnsinnig freuen, wenn André Sensei - gerne auch wieder mit Morooka Sensei - im nächsten Jahr wieder irgendwo in unserer Nähe zu Gast wäre.

*Zitat von Karatefreund Harald Herrman, danke für die freundliche Genehmigung, es nutzen zu dürfen :-)




Samstag, 3. Juni 2017

Geburtstagstraining Micha - Technik

Das Kumite, was mir mit meinem Trainingspartner so viel Spaß gemacht hat, wurde systematisch aufgebaut:
- Tori rechts zurück, Uke steht im Shizen Tai
- Angriff Ts Yodan, Uke blockt den mit der Ausholbewegung für Age Uke mit dem rechten Arm (Hand geöffnet)
- dann geht Uke mit starkem Hüfteinsatz rechts zurück und nimmt mit dem linken Arm Kontakt zum Arm des Tori auf (Age Uke).
- jetzt dreht sich Uke unter dem Arm des Tori her, dreht den Arm so, dass der Unterarm nach oben zeigt und geht mit der rechten Schulter unter das Ellenbogengelenk, zieht den Arm etwas runter und "bricht" ihn.
- anschließend mit links noch Yoko Empi und rechts rum wieder aus Tori raus drehen, Zanshin

Nach etwa zehn Wiederholungen dreimal stark mit Kiai, Partnerwechsel

Im zweiten Durchgang wird die Kombination weiter ausgebaut:
Nach dem Yoko Empi, wenn beide wieder voreinander stehen, setzt sich Uke erneut zur Wehr, in dem er mit einem Mae Geri kontert. Tori weicht aus und blockt mit Gedan Barei, Konter Gyaku Tsuki.
(wieder zehn Wiederholungen des vollständigen Ablaufs und dreimal stark, Wechsel)

Nun weicht der Uke auch dem Gyaku Tsuki noch mit Gedan Barei aus und kontert seinerseits wieder mit Gyts (und wieder dasselbe Spiel / Wiederholungen / stark / Wechsel).

Die Kombination kann dann beliebig ausgeweitet werden bzw. es ergeben sich bei vorhandenem Zanshin und mit ein bisschen Fantasie weitere Technik-Folgen.

Montag, 17. April 2017

Gedanken zum Training beim Spring Camp

Gruppe 3. und 4. Dan

Sehr viel Basics! Körperspannung, korrekter Einsatz der Hüfte, hintere Ferse am Boden, Kraftlinie durch den ganzen Körper!

Kihon mit Fokus auf Festigkeit

(Fast) Ausschließlich Kihon-Kumite-Formen (Gohon-, Sanbon- und Kihon-Ippon-Kumite), einmal Jiyu-Ippon-Kumite

Kumite-Training mit Harmonie, ohne "Absicht", der Geist muss frei sein, dann kann der andere nicht erkennen, was kommen könnte

Ist in der Gruppe kein (kontrollierter!) Kontakt chudan gewünscht? Wann soll man denn dann damit anfangen? Gar nicht? Wie soll man es dann üben? (Ich wurde von einem japanischen Trainingsteilnehmer ermahnt, meinen Partner beim Kumite nicht zu treffen)

Gruppen international - welches Niveau herrscht in den anderen Ländern? Wie sind die organisiert? Ich wurde in der ersten Einheit bewundernd angesehen, weil ich eine Bunkai-Übung früher verstanden hatte, als mein Partner. Ausgerechnet ICH! Wenn ich hier schon die Leuchte bin, was sind dann die anderen?

Übergang vom Kihon-Kumite zum Freikampf (beinahe) ohne Zwischenstopp beim Jiyu-Ippon-Kumite! Voraussetzungen schaffen durch Kihon und Kihon-Kumite!

Angriffe beim Kihon-Kumite nur Jodan und Chudan, kein Mae Geri

André San: Kihon-Ippon-Kumite immer grade rückwärts rausgehen! Wer hier Tai-Sabaki macht, hat im JKA-Honbu-Dojo verloren! Auch Mae und Yoko Geri grade raus blocken! Mae Geri mit der Rückseite des Unterarms, nach dem Kontakt erst weiter drehen.

Soto Uke: nach vorne schlagen, wie einen Angriff denken!

Auf Abstand achten (André San ... im Honbu-Dojo hatte da beinahe keiner drauf geachtet und sich alle erschrocken, wenn man aus dem richtigen Abstand heraus angegriffen hat!)

Mehr aufwärmen mit Karate! (kein Hampelmann ;-) )

Japaner wärmen sich VOR dem Training auf oder mit Karate. Die Warm-Up-Phase im Training ist ein Witz! (außer bei Naka im Dojo! Das mit den Bändern war recht effektiv!)


Donnerstag, 1. September 2016

Kihon und Kumite Andi Klein im Fuji San

Hikite nicht mit der Faust, sondern mit dem Ellenbogen denken (sagt Risto auch).

Alle Techniken grade nach vorne, keine "runden Ausholbewegungen"

Mae Geri: erst übers vordere Knie, dann Innenspannung

ZK beim Vorwärtsgehen Knie zusammen (Innenspannung)

Kihon Ippon Kumite: Age Uke mit Druck nach vorne ausüben, nicht zurückdrängen lassen.

Yoko Geri...

Kihon Ippon Kumite
Ts Jodan - Age Uke, Konter Gy Ts, nochmal Age Uke, Konter was anderes und dann Selbstverteidigung mit Wurf

Ts Jodan - Uke re zurück und mit re mit der Ausholbewegung schon blocken und den Age uke als Empi vor den Kopf, den Ellenbogen wieder runterreißen, so dass der auf dem Schlüsselbein des anderen drückt und den Körper auf der Stelle verdrehen, so dass der andere fällt


Samstag, 13. Juni 2015

Lehrgang mit den Senseis Thomas Schulze und Kirsten Manske in Coesfeld

Am Samstag, den 13.06.2015, hatte ich die Möglichkeit, bei einer Einheit des Lehrgangs mit den Senseis Thomas Schulze und Kirsten Manske in Coesfeld zu trainieren. Da ich vormittags noch Kindertraining gab, bin ich erst zur zweiten Einheit dort eingetroffen. Ich trainiere immer sehr gerne bei Thomas, hatte bisher aber noch nie das Vergnügen, bei Kirsten zu trainieren - umso größer war die Freude, dass sie nicht nur das Aufwärmtraining übernahm, sondern auch am Nachmittag die Oberstufe anleitete.

Es gab insgesamt nur zwei Trainingseinheiten, da Unter- und Oberstufe jeweils parallel aktiv waren - eine Gruppe je unter der Knute von Thomas und eine unter Kirstens strenger Aufsicht.

Wenn eines verbesserungsfähig wäre, dann die Location: Die Familie Pictorius, nach der das Berufskolleg, zu der die Turnhalle gehört, offenbar benannt ist, war eine westfälische Baumeister-Familie im 17. und 18. Jahrhundert. Die Ahnen der Familie würden sich vermutlich im Grabe herumdrehen, wüssten sie über diese Abscheulichkeit an Optik und Atmosphäre (Licht, Luft, Farben ...) der Turnhalle! Aber man muss ja nehmen, was man angeboten bekommt und kann froh sein, wenn überhaupt Turnhallen vergeben werden, um so einen Lehrgang auszurichten.

Was mich verwunderte war die recht überschaubare Anzahl an Trainierenden - ich zählte etwas über 60 Teilnehmer/innen. Bei einem Lehrgang mit unserem Nationalcoach und seiner erfolgreichen und wettkampferfahrenen Frau müsste doch die Halle brechend voll sein!

Wie es nicht anders zu erwarten war, bereitete uns Sensei Kirsten supergut auf das Training vor. Sie legte schon hierbei - wie auch später im Training immer wieder - einen großen Wert auf Lockerheit im Schulterbereich. Anschließend ging es weiter mit Kihon-Kombinationen, die schon auf die folgenden Partnerübungen hinarbeiteten:

Links vor im ZK mit einer Block Technik im Gyaku-Hanmi mit nachfolgendem Konter durch vollen Hüfteinsatz. Kirsten legte einen sehr starken Fokus auf die exakte Hüftbewegung - einschließlich Innen- bzw. Außenspannung und Vorwärtsdruck des vorderen Knies -, dass ich mich sehr an die Trainingsimpulse von Malcolm Dorfman Sensei erinnert fühlte! Und es war wie verhext: Sobald ich dachte, die Übung sei richtig umgesetzt, merkte ich eine Spannung im Schulterbereich. Oder ich stellte fest, dass ich überwiegend aus dem Oberkörper agierte und den Hüftimpuls vernachlässigte. Irgendwas war immer!

Wir führten drei verschiedene Kombinationen aus - jeweils einige Male langsam auf zwei Zeiten, dann fünf Mal auf eine Zeit und weitere fünf Mal mit Kiai:
- links vor im ZK mit Age Uke im Gyaku Hanmi (also rechter Arm Age Uke), Konter Uraken mit links
- links vor im ZK mit Gyaku Uchi Uke, Konter Kizami Tsuki
- links vor im ZK mit Gyaku Gedan Barei und Konter durch starkes Zurückschnellen der Hüfte mit Kizam Mae Geri
All das natürlich dann auch mit dem rechten Bein vorne.

Dann mit Partner:
Angriff je aus links vor ZK mit Gedan Barei, Angriff
a) Tsuki Jodan, Tori geht aus Shizen Tai mit dem rechten Bein schräg hinten links raus und blockt mit rechts Gyaku Age Uke, Konter Uraken Jodan oder Chudan, je nach Größe des Partners/der Partnerin
b) Tsuki Jodan, Tori geht aus Shizen Tai mit dem linken Bein rechts hinten raus und blockt mit links Gyaku Age Uke, mit rechts Konter Uraken Jo oder Chu
c) Tsuki Chudan, Tori geht wie bei a) raus, Block mit rechts Gyaku Uchi Uke, Konter Kizami Tsuki
d) dasselbe mit der anderen Seite in die andere Richtung
e) Mae Geri, Tori geht wie oben mit rechts schräg links raus, Block Gyaku Gedan Barei, Konter mit dem vorderen Bein Mawashi Geri
f) Mae Geri, wie bei b) und d) zur rechten Seite raus Block und Konter entsprechend

Im nächsten Durchgang dasselbe als Jiyu Ippon Kumite - beide stehen in der Ausgangslage links vor Kamae. Insgesamt fiel mir diese kleine Umstellung schon nicht leicht. vor allem die erste Seitwärtsbewegung nach links hatte es jetzt in sich! Den Mae Geri würde ich so wohl gar nicht blocken - aber es kam bei der Übung m. E. auch nicht unbedingt auf realitätsbezogene Blocktechniken an, sondern auf den intensiven Hüfteinsatz und darauf, auch aus ungünstigen Ausgangslagen noch das Beste machen zu können. So habe ich das jedenfalls für mich empfunden. Mein Partner Egon und ich merkten schnell, wie fix man doch in die alten, gewohnten Bewegungsmuster hineinrutscht und dann im Eifer des Gefechts eben nicht Gyaku blockt, sondern automatisch auf das Altbewährte zurückgreift. Einerseits gut zu wissen, dass die Sachen "sitzen", andererseits doch ein Zeichen, wie sehr man schon eingefahren ist!

In einem dritten Durchgang ließ Kirsten diese Kombinationen aus der freien Bewegung ausführen, was die Sache noch kniffeliger machte! Auch die regelmäßigen Partner/innen-Wechsel sorgen dafür, dass sich keine Routine einstellte und der Geist wach blieb.

Im letzten Teil der Einheit wurden dann speziell die angesprochenen Hüftbewegungen auch auf das Kata-Training übertragen und wir führten die Heian Godan, die Bassai Dai und die Wankan aus. Das war nochmal ein richtig schöner Abschluss, denn hier wurde alles, was uns Kirsten vermittelt hatte, noch einmal intensiviert und quasi auf den Punkt gebracht!

Es war ein super Training und auch nur für diese eine Einheit hatte sich die Fahrt nach Coesfeld voll gelohnt! Neben den technischen Feinheiten hat mir auch die ruhige und gleichzeitig sehr bestimmte Art von Kirsten sehr gefallen! Zudem war das Training didaktisch und methodisch erstklassig aufgebaut und einfach im eine runde Sache! Im nächsten Jahr bin ich sehr gerne wieder dabei!

Sonntag, 9. Juni 2013

Instructorlehrgang Juni 2013 in Bochum

Dieser Instructorlehrgang fand parallel zur ersten Deutschen Meisterschaft Jugend, Junioren und Senioren im RuhrCongress, Bochum statt. Wegen der zeitlichen Überschneidungen war vermutlich die Teilnehmerzahl etwas geringer als sonst. Im Gegenzug waren aber einige Karateka angereist, die von dem Umstand profitierten, dass dieser Instructor-Lehrgang nur einen Tag dauerte und die Einheit am Sonntagvormittag entfiel - so brauchten sie keine bzw. eine Übernachtung weniger einzuplanen und zu bezahlen. Da Shihan Ochi derzeit wegen seiner Hüft-OP noch nicht einsatzbereit ist, hatte Prüfungsreferent Rolf Hecking die Lehrgangsleitung diesmal komplett übernommen.

Was uns erwartete war ein Mix aus Trainerworkshop, Schulung der Beobachtungsfähigkeit und Augenmerk auf die eigene Achtsamkeit und Konzentration.

Wir starteten mit einem Aufwärmteil zu zweit: Abwechselnd sollten wir uns gegenseitig Übungen vorgeben, die im Verlauf der Aufwärmphase möglichst aufeinander aufbauen sollten.

Als nächstes gab es einen Technikteil, der mich ein bisschen an die Trainingsmethoden von Naka und Akita erinnerte: Im Heiko Dachi stehend sollten wir verschiedene Empi-Variationen ausführen (je rechts und links). Wir starteten mit Age Empi, dann Mawashi Empi (zur Schläfe), gefolgt von Mae Empi (seitlich und Richtung Solar Plexus) und Yoko Empi (Hinweis von Rolf: diesmal nicht unterm Arm ausholen, sondern drüber), schließlich noch Ushiro Empi ("Hikite" - mit beiden Armen gleichzeitig). Zum Schluss sollten wir Otoshi Empi ausführen und dabei zunächst rechts in Sochin Dachi vorgehen, dann mit Kiri Kaeshi wechseln.

Eine weitere Übung bestand aus Sanbon-Tsuki-Varianten: Start im ZK li vor mit Tsuki Jodan, Chudan, Chudan, dann Wendung 45 Grad nach re mit Chudan, Jodan, Jodan und nach links - ebenfalls Chudan, Jodan, Jodan.

Als nächstes sollten wir uns dann gegenseitig bei verschiedenen Kihon-Übungen korrigieren. Ich hatte leider einen Partner, der bei meinen Übungen überhaupt nicht hinsah und selber immer verärgert oder irritiert schien, wenn ich ihn korrigierte. Vielleicht wähnte sich dieser Karateka auf einem gewöhnlichen Karatelehrgang und nicht auf einem Instructor-Kurs?! Keine Ahnung, jedenfalls ist das Üben so m. E. nicht zielführend, da wir doch hier unser Auge schulen sollten.

Kihon Kumite: Block und Konter mit demselben Arm. Age-Uke, Soto-Uke, Gedan-Barei - war ganz schön schwer, erst alleine geübt mit Vorgaben von Rolf hinsichtlich des Konters, dann mit Partner und dann ohne Vorgaben, also Konter frei, schließlich war auch der Angriff nicht mehr von Tori angesagt, man musste also schnell und möglichst richtig reagieren.

Eine weitere Übung: Mae Geri Chudan, der andere musste ohne Block ausweichen (einen Schritt zurück) und dann selber Mae Geri treten - zunächst auf zählen, dann eigene Zeit mit zunehmendem Tempo.

Übungen zum Jiyu Ippon Kumite standen auch auf dem Programm. Hierzu sollten zu zehnt einen Doppelkreis bilden - Karatekas im Innenkreis blicken nach außen und im Außenkreis nach innen, so dass jede(r) eine(n) Partner(in) hat. Angriff mit Ansage / Block und Konter und mit steigendem Tempo, dann Wechsel Innen-/Außenkreis.

Warmup zweite Einheit mit SV: Zu zweit zusammen, einer greift an nach Vorgabe von Rolf (Umklammerung von vorne oder von hinten), der andere versucht, sich mit karatebasierten SV-Techniken zu befreien und zu kontern. Da kamen wir alle schnell auf Touren und es hat mächtig Spaß gemacht! Ich hatte Thomas Feig aus Annaberg als Trainingspartner, dem ich anmerken konnte, dass er schon häufig ähnliches geübt hatte. Zum Abschluss der SV-Warmup-Übung ging es dann noch auf den Boden: Rolf gab die Anweisung, dass sich einer von uns in die "Bank"-Position begeben, also Hände und Knie auf den Boden bringen sollte. Der andere sollte den in der Bankposition nun angreifen - aber nicht durch Tritte oder Schläge, sondern durch Umklammern. Sobald die/der Kniende den Angriff spürt, sollte diese/r sich wehren und kontern. Thomas bemerkte gleich zu Beginn der Übung leicht gequält, dass er zwar mal in Techniken des Krav Maga hinein geschnuppert hätte, nicht aber in das Judotraining. Naja, da habe ich ja leider auch keine Erfahrung. Und wir gingen beide gleichermaßen dilettantisch aber beherzt zur Sache. Als ich in der defensiven Rolle war und auch noch grade in einer recht hoffnungslosen Position, kam Rolf zufällig grade vorbei und gab mir ein paar Tipps. Ich konnte zwar diese grade nicht umsetzen - mobilisierte aber meine letzten Willensreserve und konnte den Spieß - pardon: den Thomas - im wahrsten Sinne des Wortes herumdrehen und die Oberhand gewinnen. Ach, ich liebe solche Raufereien ja! :-)

In beiden Einheiten übten wir das Vorwärtsgleiten mit Suri-Ashi und zwar mit Kizami Tsuki sowie darauf aufbauenden Kombinationen: + Gyaku Tsuki, + Mae Geri + Mawashi Geri + Gyaku Tsuki. Wir sollten versuchen, möglichst weit vorzugleiten und auch jeweils das Standbein bei den Geris zum Vorrutschen zu benutzen, ohne jedoch den Bodenkontakt zu verlieren (also nicht "hopsen"). In Einheit eins übten wir dies alleine, am Nachmittag wurde daraus eine Partnerübung, bei der der/die Partner/in jeweils ebenfalls zurückgleiten bzw. einen Schritt zurück gehen sollte. Auch hier hatte ich am Nachmittag Thomas als Partner und ich hatte meine liebe Mühe, ihm auszuweichen, weil er doch eine erheblich größere Distanz überwinden konnte als ich!

Rolf bemerkte gegen Ende des Lehrgangs, dass niemand Herrn Ochi ersetzen könne, man könne höchstens kurzfristig seinen Platz einnehmen. Und so fehlte durch die Abwesenheit des Chiefinstructors vor allem die Einheit Katatraining, die sonst obligatorischer Bestandteil eines Instructorlehrgangs ist. Auch angesichts der gekürzten Trainingszeit konnte Rolf das Thema Kata nur anschneiden. Wir arbeiteten an den Katas Hangetsu und Wankan. Zu beiden Katas gab es Ablauftraining mit Korrektur durch den Partner. Zur Hangetsu machten wir noch eine Bunkai-Sequenz in einer Gruppe zu viert und zwar die Kombination Uchi Uke, Ren Tsuki: eine(r) stand in der Mitte und drei andere Karateka davor bzw. re und li daneben. Der rechts vom Mittigen stehende stand rechts vor, die anderen je links. Rechts griff zuerst an mit Oi Tsuki, der/die Mittige blockte Uchi Uke und konterte mit Ren Tsuki. Dann griff die linke Position an, der/die in der Mitte drehte sich um 180 Grad mit Block und Konter und schließlich kam der Angriff aus der jetzt wieder rechten Position (von dem Angreifer, der anfangs frontal zur/zum Mittigen stand) - Block/Konter.





Samstag, 24. November 2012

Lehrgang mit Sensei Thomas Schulze in Münster

Heute ist Thomas Schulze in Münster zu Gast. Rund 30 Karateka der Oberstufe fanden sich zur ersten Einheit ab Violettgurt ein und ließen sich volle zwei Stunden von Thomas auf Touren bringen.

Thomas übernahm höchstpersönlich das Aufwärmtraining, das zunächst aus zahlreichen Lauf- und Sprungkombinationen bestand:
- in zwei Reihen mit Trippelschritten quer durch die Halle laufen und zurück
- seitlich stehen und seitlich laufen, dabei die Füße abwechselnd vorne und hinten überkreuzen
- Sprungkombinationen, z. B. auf einem Bein durch die Halle, dann auf dem anderen zurück.
- in der Reihe einen Partner wählen und mit diesem seitlich durch die Halle gleiten, zunächst möglichst synchron - im zweiten Durchgang sollte immer je ein Partner einen unregelmäßigen Rhythmus wählen, dabei wahlweise seitlich vor oder zurück gleiten und der andere musste entsprechend reagieren und der Vorgabe spiegelbildlich entsprechen.

Im Folgenden wurden wir mit karatespezifischen Übungen flott gemacht:
- zunächst mit einer "Ständekombination": li vor im ZK, linkes Bein zurück und seitlich links raus in KB, linkes Bein zurück und nach hinten setzen in KK; Hieraus wurde dann schließlich: li vor im ZK mit Tsuki, links zurück und zur linken Seite raus in den KB, hierbei Tsuki mit dem anderen Arm, rückwärts in KK mit Shuto Uke, aus dieser Position jetzt zunächst Mae Geri, absetzen in ZK mit Tsuki und so fort.
- Suri Ashi durch die Halle, zunächst immer je einmal vorgleiten auf eine Zählzeit, dann zweimal und schließlich dreimal - Auslagenwechsel und nochmal. Risto-Fans hatten hierbei natürlich immer die Vorgabe, "mindestens einen Meter vor" zugleiten, damit man nicht etwas ganz Besonderes ist :-)
- Nach einer Runde Kihon-Ippon-Kumite war Thomas mit dem Antritt des Angreifers nicht zufrieden. Darum gab es hierzu eine Vorübung, die er ähnlich schon bei seinem vorigen Lehrgang in Münster mit uns gemacht hatte und die wir so auch von Sensei Micha kennen: in einem "langen" ZK stehen (vordern Fuß weit nach vorne schieben) und dann Druck auf den vorderen Fuß und auf diesem nach vorne ziehen.

Im Kumite sollten wir dann als Angreifer richtig Druck machen. Zunächst griffen wir je zweimal Jodan und Chudan an. Uke sollte bei dem Jodan Angriff wie im Prüfungsprogramm zum 6. und 5. Kyu einen "gedrehten" Age-Uke mit Tai Sabaki ausführen und mit Gyaku Tsuki Kontern. Auf den  Chudan Angriff folgten dann nach dem selben Bewegungsprinzip (gedreht) Block mit Soto Uke und Konter Gyaku Tsuki. Thomas ließ uns hier ordentlich viele Wiederholungen und Partnerwechsel machen.

Dann legte er von der Schwierigkeitsstufe noch einen drauf: Zwar war der Angriff jetzt nur noch Tsuki Jodan, und der Block/Konter Age Uke / Gyaku Tsuki. Der Angreifer sollte jetzt aber auch den Konter blocken und kontern.
- Hatte sich Uke nach rechts (aus Sicht des Tori links) rausgedreht sollte Tori direkt nach seinem ersten Angriff mit Suri Ashi nach links vorne und seitlich am Partner vorbeigleiten, hierbei mit rechts Gedan Barai und mit links dann einen Tate Tsuki vor die kurze Rippe des anderen!
- Ging Uke nach links raus (aus Sicht des Tori rechts), musste der Angreifer nach dem ersten Tsuki rechts raus und vor gleiten, mit dem linken Arm (also mit dem, der grade schon den Angriff-Tsuki geschlagen hatte) Gedan Barei ausführen und dann mit rechts Kage Tsuki schlagen.
Die Vorgabe war also, als Tori letztlich immer so zu stehen, dass man beim Block des Konter nicht die körperoffene Seite des Uke vor sich hatte. Das war "auf Zählen" und mit genauen Vorgaben kein Problem. Auf "auf eigene Zeit" war es noch gut machbar, solange noch vorgegeben war, zu welcher Seite Uke sich herausdrehen sollte.

Das war dann nämlich im letzten Teil der Einheit nicht mehr vorgegeben, sprich: Uke sollte frei entscheiden, ob er sich rechts oder links rausdreht mit Block und Konter. Ehrlich gesagt habe ich es nach einigen Durchgängen und Partnerwechseln aufgegeben, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich mich nach dem Angriff verhalten sollte und ich machte die Erfahrung, dass die Kombination auch funktionierte, wenn man vor der körperoffenen Seite des Uke stand. Vielleicht hab ich die Übung so nicht immer richtig ausgeführt, aber m. E. ist es besser so, als halbherzig anzugreifen und reagieren.

Schade, dass ich die zweite Einheit heute nicht mehr mitmachen kann :-( Vielleicht schreibt ja mein Trainingspartner zu dieser ein paar Zeilen? Er tippte ja schon darauf, dass heute Nachmittag die Chinte drankommt.....bin gespannt, ob er Recht bekommt :-)

Montag, 16. Juli 2012

Heselton und Nakayama - zwei Techniker mit Tempo

Am 14. und 15.07.2012 fand das "1st Double Impact Shotokan-Karate-Seminar" in Stuttgart statt. Als Trainer waren die Senseis Richard Heselton und Nakayama Takeo angekündigt worden, die bis dato zumindest mir beide nicht bekannt waren. Internet Recherchen klärten bald nicht nur darüber auf, dass die beiden Instructoren Schüler des charismatischen Karatemeisters Naka Tatsuya sind, sondern ließen uns auch darüber staunen, dass Sensei Richard für einen Nichtjapaner so herausragende Leistungen und Wettkampferfolge erbracht hatte, wie es mir bisher nur von Stan Schmidt zu Ohren gekommen war.

Es traf sich in Stuttgart ein hochrangiges Grüppchen von in erster Linie Braun- und Schwarzgurten, die zum Teil sogar noch weiter angereist waren als wir Münsteraner. Die Tatsache, dass rund 50 Teilnehmer weniger trainierten, als erhofft, lag offenbar nicht nur darin begründet, dass die beiden Senseis bisher in Deutschland weitgehend unbekannt waren, sondern auch darin, dass der Lehrgang terminlich etwas zwischen dem Pfingstlehrgang in Berlin mit den Senseis Naka und Kiiskilä und dem Gasshuku in Konstanz eingequetscht war.

Die zeitliche Nähe zum Pfingstlehrgang war allerdings für die Karateka, die auch an diesem teilgenommen hatten, ein echtes Plus. Denn die Handschrift Sensei Nakas war bei dem Lehrgang in Stuttgart unverkennbar.

Sensei Richard Heselton vermittelte die Grundprinzipien der Naka-Linie: Bereits die Aufwärmgymnastik war systematisch so aufgebaut, dass sie über funktionale Kräftigungsübungen und plyometrische Bewegungsmuster optimal auf sein reaktives Karatetraining vorbereitete: Ob wir auf allen Vieren mit unseren Beinen "bouncen" oder wie Spiderman im Vorwärts- oder Rückwärtsgang durch die Halle krabbeln sollten - oder ob unser Muskelapparat durch ungewohnte Halteübungen zu sprengen drohte - es gab bereits hier viele Impulse für das Training daheim und schon beim Aufwärmtraining wurde klar, dass wir ab jetzt nicht mehr "so wie immer" trainieren würden.

Nakayama Sensei vermittelte uns innerhalb kürzester Zeit die kleine "Kihon-Kata", die auch Sensei Naka in Berlin im Gepäck hatte - sehr anspruchsvolles Kihon mit blitzschnellen, explosiven Tsukis und gestochen scharfen Geris!

Das Kihon-Training fand bei beiden Senseis ansonsten zu einem großen Teil auf der Stelle statt: Tsukis im Shizen-Tai in verschiedene Richtungen wie bei Sensei Naka in Berlin oder im Musobi-Dachi (wobei es hierbei schon wesentlich schwieriger war, den Impuls aus der Hüfte kommen zu lassen), Tsukis, die zum Geri gehörten, und anspruchsvolle Wechsel-Kombinationen mit Kizami- und Gyaku-Tsukis, bei denen wir je einen Schritt in Zenkutsu-Dachi vor und schnell wieder zurück in Shizen-Tai gehen sollten - alle Bewegungsmuster waren sehr reaktiv und dynamisch, ohne große Pausen zwischen den einzelnen Techniken, mit möglichst wenig "dead time" zwischendurch. "I want you to learn to use your breath for speed", war ein Leitsatz von Sensei Richard, und da mein Trainingspartner und ich dieses Prinzip schon von vielen Trainings bei Risto Kiiskilä kannten, fiel es uns nicht schwer, z. B. drei Tsukis auf einem Atemzug auszuführen. Es machte richtig Spaß, zu sehen, ob man es schneller schaffte, als der Nachbar! Unterstützen lassen sollten wir uns dabei durch den Schwung der einzelnen Techniken: Das Hikite der einen Technik ist gleichzeitig die Ausholbewegung für die nächste. So schlug und trat man fortwährend um sich, fühlte sich wie ein Perpetuum Mobile und brauchte fast keine Muskelkraft.

Die eigene Atmung als Hilfsmittel nutzen, den Schwung der einen Technik für die nächste und dann noch die naturgegebene Schwerkraft:"Use gravity - it's all around here. And it's free!" Wie schon bei Sensei Naka in Berlin sollten wir versuchen, uns beim Vorwärtsgehen nach vorne fallen zu lassen. Der Körper versucht automatisch, einen Sturz zu verhindern und sich aufzufangen. Die Vorwärtsbewegung wird auf diese Weise erheblich schneller, als ein bewusstes Verlagern des Schwerpunktes und absichtliches Vorwärtsgehen. Dieses - ich nenne es mal: reaktive Schwerkrafttraining führte zu unglaublich schnellen Techniken mit minimalen aber explosiven Kimephasen. Am Ende flog man beinahe durch die Kombinationen und war froh, wenn die Gedanken den Armen und Beinen zeitlich noch folgen konnten!

Dieses für viele von uns neue Karatekonzept - angefangen bei einer vorbereitenden Aufwärmphase, über Grundlagen-Kihon-Training, wurde schließlich auch auf Katas und das Partnertraining übertragen. Allerdings muss ich sagen, dass es vermutlich noch einiger Übung und Verinnerlichung bedarf, bis die grundlegenden Bewegungsabläufe so automatisiert sind, dass sie sich auf alle Karatebereiche übertragen lassen. Einen erheblichen Vorteil haben hierbei alle Karateka, die schon länger weniger statisch und eher dynamisch trainieren - aber obwohl auch ich schon viele Jahre bemüht bin, den eher dynamischen Weg zu gehen, werden noch viele Schweißtropfen den Gi durchdringen, bevor das Konzept komplett umgesetzt werden kann.

Hier noch ein paar Technik-Details:
1. Reaktivkrafttraining: Shizen-Tai, linke Faust nach vorne; zwei Tsukis je 45 Grad nach vorne, erst mit rechts nach links schlagen, dann mit links nach rechts schlagen und zum Schluss mittig - dann mit der anderen Seite starten. Immer Sanbon-Tsukis, aber nicht im Sanbon-Rhythmus (hä-hähä), sondern gleichmäßig und so schnell es geht, möglichst auf einem Atemzug, das Hikite bereits als Ausholbewegung für den nächsten Tsuki ausnutzen (reaktiv), minimale Kimephase, Impuls aus der Hüfte kommen lassen (Naka hatte sogar noch auf einen "double-twist" der Hüfte bestanden, das wurde bei diesem Lehrgang nicht so explizit gefordert). Die "Senior-Grades" sollten schließlich am Ende nach vorne zwei Tsukis ausführen und trotzdem schneller sein als die Farbgurte.
Variante: aus dem Shizen-Tai links und rechts nicht Gyaku-, sondern Kizami-Tsuki (also nach links mit der linken Faust, nach rechts mit der rechten) schlagen, zum Abschluss in die Mitte Tsuki (bei Naka war es hier ein abschließender Kage-Tsuki)

2. Schwerkrafttraining: Aus dem Shizen-Tai links raus in den Kiba-Dachi "fallen", die Schwerkraft ausnutzen, nicht erst runter und dann zur Seite (dadurch hätte man schon wieder Zeit verloren), dabei Tsuki mit rechts, wieder in Shizen-Tai, zur anderen Seite.

Links vor in ZK mit Kizami-Tsuki, zurück, dann rechts

Links vor mit Gyaku-Tsuki rechts, dann zurück, hantei

Links vor mit Gyaku-Tsuki (re), beim Zurückgehen ins Shizen-Tai Kizami-Tsuki mit links, so dass in der Entstellung die Fäuste beide wieder an der Hüfte sind, hantei

Links raus in KB mit Tsuki rechts, von da aus sofort links zurück und mit links Gyaku-Tsuki, dann sofort links vor und Kizami-Tsuki mit links, Shizen-Tai, hantei

Mae-Geri aus Musobi-Dachi

Shizen-Tai, Mae-Geri, vorne absetzen im ZK, hinteres Bein Mae-Geri, vorne absetzen, Kizami Mae-Geri und absetzen im Shizen-Tai

Aus Kamae:
- vor mit Kizami-Tsuk / Gyaku-Tsuki
- sofort danach (ohne "dead time") Gyaku-Tsuki / Kizami (beim Zurückziehen des Beines den Kizami schon wieder an der Hüfte haben, Faust also schneller zurück als das Bein)
- dann den Risto-Shuffle, aber nicht im Halbkreis, sondern vorwärts, wird dann eine Art "Hopserlauf" - eignet sich hervorragend zum Antäuschen und Unterbrechen des Rhythmus) und wieder Kizami oder Gyaku-Tsuki
Diese Übungen hatten wir am Freitagabend bei der inoffiziellen Trainingseinheit mit Richard gemacht. In einer der letzten beidenTrainingseinheit am Sonntag, bei der ich leider nur als Zuschauerin teilnehmen durfte, hat Richard diese Übung noch etwas ausgebaut: Er ist quasi vorwärts gerannt und hat zwischendurch den Gegner direkt Brust an Brust angerempelt, ihm so die Chance zum Konter genommen. Erstaunlicher Weise wirkte selbst das bei ihm nicht unkontrolliert oder rumpelig!

Nakayamas Kihon-Kata
1. rechtes Bein 45 Grad nach hinten raus und Gyaku-tsuki mit rechts, dann im Stand Age-Uke und mit demselben Arm Uraken (Peitsche) und Gyaku-Tsuki. Dann Mae-Geri, hinten absetzen mit Gyaku-Tsuki

2.     ZK  rückwärts mit Soto-Uke, Gyaku-Tsuki, mit dem zurückziehen des Gyaku-Tsuki Drehung einleiten (wie Heian Sandan) und absetzen im KB mit Yoko-Uraken Gyaku-Tsuki
3.     Vor mit KK und Uchi-Uke (beim KK darauf achten, dass der Schwerpunkt abgesenkt wird (Schwerkraft) und nicht das Gewicht zur Seite geht). Im Vorgehen uchi Uke zum Kizami Tsuki strecken und Absetzen ZK mit Sanbon-Tsuki
4.     KK mit Shuto Uke, wendung mit KK und Shuto-Uke, Kizami Mawashi-Geri und Absetzen mit Gyaku-Tsuki
Techniken aneinander gefügt, nach dem Mae-Geri-Gyaku-Tsuki einen Schritt vor mit Oi-Tsuki im ZK dann rückwärts mit Soto-Uke-Gyaku-Tsuki

Partnertraining - Reaktivität (von Nakayama Sensei - bei den Braungurten gesehen)
A steht im Shizen-Tai, B geht rechts zurück mit Gedan-Barai
Angriff vor in ZK mit chudan Tsuki, Block re zurück und mit li Gedan Barai
dann geht A vor mit Tsuki chudan, B zurück mit Block Gedan Barai
Das Ganze zunächst auf zwei Zeiten, später auf eine Zeit, die Pausen minimieren, immer gleich wieder vor nach dem Block

Bei den Schwarzguten mit Richard eine Kumite-Übung, die stark an Ristos Training erinnerte:
Beide voreinander im Kamae, einer bleibt zunächst stehen, der andere verringert die Distanz, indem er mit Suri-Ashi vorrutscht (dabei hinteres/Standbein unter Schwerpunkt ziehen, vorderes Bein nach vorne schieben) und Gyaku-Tsuki. Anders als bei Risto hier aber keine Pause vor dem Tsuki, sondern unmittelbar (keine "dead time", ist klar!) vor.
Jetzt sofort wieder mit dem vorderen Bein abstoßen und 45 Grad nach hinten rechts raus, um sofort wieder von hinten nach vorne zu katapultieren  und um die Deckung des Partners herum Kizami- oder Gyaku-Tsuki zu schlagen.

Nakayama-Sensei mit den Black-Belts (eine im Prinzip ganz einfache Übung, aber der Wechsel zwischen den Kumiteformen machts offenbar schwierig)
A re zurück Gedan Barai, B Shizen-Tai, Angriff durch A mit Tsuki Jodan, B geht zurück in ZK mit Age-Uke/Gyaku-Tsuki, dann beide voreinander in Kamae und Jiyu-Ippon-Kumite - B greift jetzt zuerst an mit Tsuki Jodan, A blockt und kontert - de facto ist es im Regelfall beim Kihon-Ipppon-Kumite geblieben...