Samstag, 27. Oktober 2018

Street Combatives - realitätsbasierende Messerabwehr

.....bzw. Abwehr scharfkantiger Gegenstände.

Carsten Zimmermann von Street Combatives war bereits zum dritten Mal bei uns zu Gast. Die ersten beiden Male hatten wir uns mit dem Basis-Programm von Street Combatives beschäftigt. Aber jetzt war ich mal gespannt darauf, was SC im Bereich der Messerabwehr zu bieten hatte. „Wir nennen es ungern Messerabwehr“, so Carsten im gut einstündigen Theorie-Intro, „sondern Abwehr scharfkantiger Gegenstände.“ Denn eine Schere, ein Schraubenzieher, eine kaputt geschlagene Flasche – all das kann genauso verletzen wie die verschiedenen Messertypen, die Carsten zu Anschauungszwecken mitgebracht hatte. Wir sollten jetzt also Abwehr gegen diese fiesen, zum Teil zu hohem Blutverlust führenden Angriffe erlernen. Ob das auch in der Realität funktioniert? Ist das Training realistisch? „Wenn wir realistisch trainieren wollten, müssten wir Andrea bitten, uns zu sagen, wo wir in Münster die Niederlassung der Hells Angels finden,“ so Carsten weiter. Da sich die Zustimmung in der Trainingsgruppe zu diesem Vorschlag in Grenzen hielt und ich zudem auch gar nicht gewusst hätte, wohin ich die Jungs und Mädels hätte führen müssen, trainierten wir eben dann doch „nur“ realitätsbasierend, also so nah an der Realität, wie unter diesen Umständen möglich. 

Wie gewohnt führte Carsten uns durch einen abwechslungsreichen, methodisch und didaktisch optimal strukturierten Theorie- und Praxismix. Die Praxis startete mit einem Lauf-Warmup und danach ging es zunächst an die Pratzen, um Reaktions- und Konzentrationsvermögen zu schulen. Schließlich kamen dann aber auch Übungsmesser und Messerattrappen ins Spiel. 

Die praktischen Übungen bestanden den ganzen Nachmittag über eigentlich aus einem einzigen Prinzip, das etwas variiert und ausgebaut wurde. Zudem leitete Carsten uns durch verschiedene Bedrohungsszenarien: vom stakkatoartigen Zustechen auf Bauchhöhe über die Forderung zur Herausgabe von Geld und Wertgegenständen mit vorgehaltener Waffe bis hin zur Situation, bei der uns das Messer buchstäblich am Hals stand. Besonders realitätsbasierend finde ich persönlich den Trainingsansatz, nach der erfolgreichen Abwehr vom Tatort wegzulaufen, einen Bodycheck vorzunehmen („Bin ich verletzt, wenn ja, wie schwer?“) und die Polizei zu informieren (immer zuerst das „Wo“ nennen). „Pfeffer“ gab es für uns in Übungssequenzen, bei denen körperlicher Stress durch 30 sekündiges Sprinten auf der Stelle gefolgt von 30 Sekunden Liegestützen und weiteren 30 Sekunden drehen des eigenen Körpers auf der Stelle (vorn übergebeugt und mit zugehaltener Nase) simuliert wurde, bevor der Angriff und die dazugehörige Abwehr starteten. Ebenfalls spannend eine Partner/innen-Übung, bei der in der Mitte der Halle ein „Messer“ ausgelegt wurde und die beiden Übungsparteien sich je am Rand der Halle auf den Boden legen sollten. Auf Kommando wurde „zur Waffe“ gesprintet und wer sie zuerst in den Händen hatte, wurde Angreifer/in, der/die andere musste abwehren. Besonderes Highlight war dann aber wohl für alle ein Szenario mit Kunstblut, bei dem wir zu spüren bekamen, was Kämpfen für eine glitschige und eklige Angelegenheit sein kann, wenn Körperflüssigkeiten im Spiel sind J

Carsten schaffte es wieder einmal hervorragend, die 15 Teilnehmenden – zum Teil bereits SC-erfahren, zum Teil aus dem Karate aber vereinzelt auch ohne jegliche Vorkenntnisse – fünf Stunden lang unter einen Hut zu bringen, gemeinsam anzuleiten und trainieren zu lassen. Ein klasse Nachmittag, bei dem die Gruppe super zusammen passte und es keine Berührungsängste gab. Wir waren uns alle einig, dass das SC-Konzept großartig und eine super Ergänzung zu verschiedenen Kampf(kunst)konzepten ist. Alle wünschten sich unbedingt mehr Carsten und mehr Street Combatives!

Mittwoch, 12. September 2018

Alexander

Ich möchte von Alexander berichten. Alexander ist 6 Jahre alt und seit genau einem Jahr Mitglied der Karateschule Fuji San Münster. Er hat bis zu Beginn der Sommerferien in der Panda-Gruppe trainiert und war so fleißig und mit Leidenschaft bei der Sache, dass ich ihn vor den Ferien in die Füchse Gruppe eingeladen habe. In der Füchse-Gruppe trainieren wir schon Shotokan-Karate, da ist nicht mehr viel Spielerisches dabei, vielleicht mal ein Aufwärmspiel mit Karate-Bezug, aber sonst eine Stunde lang Kihon, Kata, Kumite. Mit sechs Jahren in diese Gruppe zu rutschen ist schon früh - aber bei Alexander wusste ich, dass er es schafft und auch mehr Input braucht. 
Nach den Ferien hatte er dann einmal an dem Training in der Füchse-Gruppe teilgenommen. Danach hörte ich, dass er sich in der Schule den Fuß gebrochen hatte! Wie bedauerlich!
Umso größer war meine Überraschung, als gestern Alexander mit seiner Mutter und zwei Gehhilfen bewaffnet vor der Dojo-Tür stand, entschlossen, dem Training beizuwohnen!
Er nahm mit einem traurigen Gesicht auf der Bank im Dojo Platz und stellte seine Gehhilfen neben sich ab. 
Ich variierte spontan den Trainingsablauf, ließ die Gruppe nicht wie üblich vor der Shomen Seite aufstellen, sondern seitlich im Dojo, so dass sie Alexander anblicken konnten. Die ersten Techniken durfte Alexander für die Gruppe zählen und dann begann er, alles, was er mit seinem Handicap machen konnte, mitzumachen: Tsuki, Age uke, Soto Uke im Sitzen und Mae Geri dann eben nur mit dem gesunden Bein. 
Als die Gruppe als "Motivationshilfe" zehn Liegestütze machen musste, rutschte er von der Bank und machte auch zehn Liegestütze - mit einem Bein in der Luft! 
Ich weiß nicht, ob er mit der Verletzung noch einmal wieder kommt - oder erst, wenn der Fuß verheilt und belastbar ist. Aber wenn er wieder kommt, werde ich ihn wieder in das Training integrieren. Ich werde alles tun, um diese Motivation, diese Leidenschaft für Karate in diesem kleinen Kerl zu erhalten.
Ich wünschte mir, in mir und vielen weiteren Fujis würde etwas mehr "Alexander" stecken. 
Osu.

Freitag, 7. September 2018

Kata Wettkampf im Training

zu zweit bis viert zusammentun

Einer beginnt mit einer beliebigen Technik. Der nächste führt diese Technik aus und fügt eine hinzu, der nächste die ersten beiden Techniken und eine weitere. Wer sich vertut, muss ausscheiden oder eine Strafaufgabe machen.

Am Ende der Übung muss jede Gruppe ihre Kata gemeinsam vorführen.

Kinder Selbstbehauptung und Selbstverteidigung

Die Übung, bei der mehrere im Kreis stehen und einer sich in der Mitte befindet, der versuchen soll auszubrechen, so umwandeln, dass ein Kind außen ist und versuchen soll, in den Kreis hinein zu kommen. Diese Übung auch als Mobbing-Übung verstehen: Was ist das für ein Gefühl, wenn man nicht in den Kreis kommen kann?
Die Kids im Kreis können sich wahlweise mit dem Gesicht nach außen oder nach innen drehen.

Dienstag, 4. September 2018

Meikyo Bunkai

1. erste Sequenz bis Oi Tsuki
Tori greift von vorne an mit Griff am Kragen.
Uke reißt die Arme nach oben und lässt sie kraftvoll auf die Arme des Tori fallen, Handflächen nach innen. Tori wird von der Wucht nachgeben und etwas runter sacken. Uke sticht anschließend mit den Fingerspitzen beider Hände, die er mit den Handflächen zu sich gedreht vor dem Körper hoch stößt, von unten gegen die untere Kopf/Kinnpartie des Tori.
Dann linke Handfläche drehen und Tori mit der Außenkante der linken Hand nach links drücken.
Ausholbewegung für Gedan Barei nutzen für Kopfdeckung an der rechten Kopfseite mit dem linken Arm (falls Tori einen erneuten Angriff dorthin versuchen sollte) und Bauchstoß mit dem rechten, gestreckten Arm. Mit links Tori an der linken Schulter packen und einen Schritt vorgehen, um Tori zu Fall zu bringen (Oi Tsuki kann, aber muss nicht ausgeführt werden.)

2. erste Sequenz, andere Möglichkeit
Tori greift an mit einem Schwinger und Uke blockt den mit links mit Shuto Uke (gestreckter Arm) frontal weg. Der rechte Arm macht Heito Uchi gegen den Hals des Tori und Uke geht weiter rum, bis er hinter Tori steht und packt diesen dann am Kragen, reißt ihn zu Boden und setzt nach.

3. Bo Uke
Angriff von Tori mit Schwinger, Uke geht in den Angriff rein mit einer Art Kokotsu Dachi, dabei den linken Arm mit offener Hand wie Age Uke halten und den rechten gestreckt wie Gedan Nukite. Mit der rechten Hand dann im Schritt greifen und einmal fest nachstoßen. Dann auf der Stelle umdrehen und den Tori zu Fall bringen.


Sonntag, 26. August 2018

Ganz schön affig! - Besuch aus dem Zoo im August 2018

Sommerferien, weit über 30 Grad Außentemperatur - einfach herrlich! Und doch sollte Freitag, den 17.08.2018 alle so schnell nicht vergessen! Meine Tochter Johanna saß in ihrem Zimmer am Schreibtisch und ich befand mich ein Stockwerk höher, ebenfalls am Schreibtisch (Homeoffice). Plötzlich hörte ich von draußen eine Stimme rufen: "Keine Angst, der tut nix!" Und einen aufgeregten Schrei aus dem Zimmer meiner Tochter. Ein Blick aus dem Fenster ergab, dass auf dem Acker hinter unserem Haus ein Mann stand, der sich offenbar durch das geöffnete Fenster mit meiner Tochter unterhielt. Ich dachte zunächst, ein Vogel sein entflogen und ggf. bei meiner Tochter ins Zimmer geflogen. Aber es kam ganz anders...


"Können Sie das Fenster schließen?", kam es weiter von außen und dann ging ich doch jetzt mal nachsehen, was das da auf sich hatte. Ich kam die Treppe herunter, als es auch grade schon an der Haustür schellte. Der Mann war ums Haus herum und zu unserer Tür gekommen, die grade durch meinen Mann geöffnet wurde. Und dann klärte sich auch der Hintergrund der Aufregung: Zwei Tage zuvor waren aus dem Zoo drei Affen ausgebüxt. Das stand auch in der Zeitung, wo ebenfalls vermerkt war, dass sie alle wieder eingefangen worden oder von selbst zurück gekehrt waren. Alle? Nein, offenbar hatte ein besonders freiheitsliebendes Exemplar noch die frische Luft genossen und war nicht heimgekehrt. Statt dessen machte es Bekanntschaft mit unseren Gärten - und auch unseren Wohnungen! Das putzige Tierchen stand schon den Vormittag über unter der Beobachtung des Mannes, der meiner Tochter nun auch die Anweisung gab, doch bitte auch die Zimmertür zu schließen, damit das Tier erst einmal in Johannas Zimmer gesichert sei. "Falls der Affe etwas kaputtmacht, kommt der Zoo dafür auf", so der Mann. Gesagt, getan - nun stand die ganze Familie aufgeregt im Flur und konnte noch gar nicht recht begreifen, was da vor sich ging. Ein Affe im Haus! Das gibts doch gar nicht! Gibts doch! Wenn man so nah am Zoo wohnt, kann das offenbar schonmal passieren!

Der Mann organisierte per Handy Verstärkung: Einen PKW mit Transportbox und Fangvorrichtungen. Und danach wollte er mal die Tür einen Spalt weit aufmachen, um zu sehen, ob der Affe Mist macht! Aber der saß ganz ruhig auf Johannas Laptop und schaute sich um. Ich nutzte die Gelegenheit, ein Foto zu machen. 

Dann ging alles recht schnell: Die Verstärkung kam und wir mussten sicherheitshalber auf den Gehweg gehen, es sollte nur die Zimmertür geöffnet seins, so dass der Affe nur in Johannas Zimmer und ggf. im Treppenhaus Schaden anrichten konnte. Aber laut der Schilderung der Zoo-Leute war das Tier nicht übermäßig renitent und konnte bald eingefangen werden. Es wurde dann in der Transportbox aus dem Haus und ins Auto getragen und wir konnten noch einmal winken.

Das Zoo-Team nach getaner Arbeit!

Drei Generationen Kipper/Haeusler hatten einen spannenden Tag!

Im Zimmer sah es fast wie vorher aus - nur das Bett war verschmutzt. Wir haben die entstandenen Kosten beim Zoo angegeben und man hat uns versprochen, den Schaden zu ersetzen und uns Freikarten für Nachts im Zoo sowie eine private Zooführung hinter den Kulissen angeboten. Ich bin mal gespannt, wie das wird.... :-)

Kindertraining Kraft und Ausdauer - Sommerspiele

1. Am Strand, Meer und Piraten! Dauer: ca. 5 Minuten
Die Kinder sind am Strand eingeschlafen (auf den Bauch legen, entspannen, Augen schließen). Im Schlaf hat sie die Flut überrascht und sie wachen im Wasser auf. Jetzt heißt es schwimmen: Auf dem Bauch liegend und mit Armen und Beinen die klassischen Brustschwimm-Bewegungen auf dem Trockenen nachahmen - Achtung: Den Oberkörper möglichst hoch, sonst bekommt man Wasser in Augen und Nase :-) Eine Minute durchhalten! Ach, da kommt ja ein Boot in Sicht (bei den letzten 10 Sekunden)!

Es ist ein Ruderboot und der Eigentümer nimmt die Kinder netter Weise auf, ist aber zu faul, selber zu rudern - also müssen die Kinder ran: Auf dem Po sitzend mit den Armen Ruderbewegungen machen, dabei die Beine abwechselnd anziehen und strecken. Ah, ich sehe Land! Es ist nicht mehr weit (letzte 10 Sekunden)!

Wir sind leider nicht am Festland angekommen, sondern an einer Insel gestrandet - es ist eine (dramatisches Flüstern) P-I-R-A-T-E-N-I-N-S-E-L! Die Piraten dürfen uns auf keinen Fall entdecken! Wir verstecken uns am Besten im Schilf (an einer Hallenseite) - jetzt müssen wir, um nicht gesehen zu werden, längs durch die Halle robben! Am anderen Hallenende ist eine Hütte, in der wir dann endlich in Sicherheit sind!

2. Staffellauf zum Eissalon
Die Kinder in (zwei) Gruppen aufteilen und in zwei Reihen hintereinander aufstellen lassen. In etwa zehn Metern Abstand eine "Eisdiele einrichten", hierzu z. B. eine Gymnastikmatte auslegen und darauf kleine Schlagkissen als Eisbällchen sowie zwei "Freundschaftsbecher" in Form von Medizinbällen.

Jeweils das erste Kind in der Reihe läuft jetzt zur Eisdiele und holen sich Eis in Form der beschriebenen Gegenstände, bringt sie zu seiner Gruppe, neben der Start-Markierung ablegen. Am Ende zählt jedes Schlagkissen einen Punkt, die Freundschaftsbecher fünf Punkte - die Gruppe mit den meisten Punkten hat gewonnen.

3. Kreis-Laufen
- zu zweit zusammen, einer bleibt stehen, der andere läuft im Kreis drumherum - Wechsel
- nächste Runde: der in der Mitte macht Kniebeugen, der andere läuft drumherum
- nächste Runde: der in der Mitte macht Tsuk...
- ....Mae Geri
- der in der Mitte geht langsam