Samstag, 5. April 2008

Der Countdown läuft - kurz vor der Prüfung zum 2. Dan

Eigentlich ist es ja Quatsch - Prüfungsvorbereitung....als hätte man die letzten 14 Karatejahre lang nichts getan. Warum also eigentlich eine gezielte Vorbereitung? Nun ja - im Moment der Prüfung gilt es schließlich, Shihan Ochi das bestmögliche Karate zu zeigen, alles zu geben, also maximale hundert Prozent. Dann sollte man vorsorglich mal auf 120 Prozent trainieren. Kein Problem soweit - Karate macht Spaß und abgesehen von kleinen Dauerblessuren bin ich unverletzt. Zwei kleine Hürden stellten sich mir dann aber doch in den Weg: zum Einen war kurz vor der Prüfung noch eine insgesamt 11-tägige Reise nach China geplant. Zum Anderen war anschließend unser Dojo wegen dringender Sanierungsarbeiten nach einem Wasserschaden geschlossen! Ich konnte also nicht "mal eben" für mich ein paar Runden Kata laufen oder mein Kihon-Programm üben! Da wird einem dann doch schon etwas mulmig! Auch das Ersatztraining vom Shotokan-Karate-Dojo-Münster fand erst nach den Osterferien statt und dann noch in einer superkleinen Halle! Glücklicher Weise durfte ich bei meinem lieben Karatefreund Jörg Gantert im Dojo mittrainieren. Eigentlich bin ich nur freitags dort, aber nun, angesichts der besonderen Umstände, darf ich täglich mittrainieren.

Das Training dort ist unglaublich anspruchsvoll. Beinahe jede Einheit beinhaltet Kihon, Kata, Kumite. Zudem werden häufig Kombinationen mit Hanbos oder Elementen der Messerabwehr geübt. Und trotzdem ist die Einheit meist nach 1 1/4 Stunde beendet. Und man hat dennoch das Gefühl, alles intensiv und fleißig geübt zu haben und das Training wirkt trotz allem nicht verzettelt. Irgendwie ist das Karatetraining dort total "verdichtet".

Das Kihon-Training beinhaltet entweder mir ungewohnte, komplexe Kombinationen oder bereits "Strecken" der anschließend zu laufenden Katas. So muss nicht nur Wert auf die Techniken gelegt werden, sondern der Kopf muss auch ordentlich mit "ran".

Die Heian-Katas werden häufig "ura" gelaufen, also spiegelverkehrt, was oft dazu führt, dass ich verkehrt herum stehe oder einen Knoten in den Armen habe. Wird leider sonst selten gemacht. Ich erinnere mich nur daran, dies mal bei Erwin Querl, Jochen Glaß und bei meiner únendlich vermissten Beatrix gemacht zu haben. Jede Woche wird zudem gewöhnlich eine bestimmte Kata regelmäßig in den Einheiten wiederholt. So war kürzlich einmal die Gangaku dran, die Kanku Sho oder gar Gojoshiho Sho, die ich in meinem Leben wahrlich noch nicht oft gelaufen bin! Dennoch kann man sie bald mitlaufen! Viele Teile der Katas werden dann auch als Bunkai geübt, wobei das Bunkai bei Jörg häufig mit Techniken aus der Kata beginnt und dann mit weiteren Übungen erweitert wird, bis z. B. der Partner "gesichert" am Boden liegt.

Im Kumite gibt es viel Jiju-Ippon-Kumite aber auch Randori, was sich allerdings angesichts des kleinen Raumes recht schwierig gestaltet. Vor kurzem ist sogar dabei ein Spiegel zu Bruch gegangen.

Heute in zwei Wochen werde ich ordentlich Bauchgrummeln haben, denn nach zwei Einheiten Training wird abends die Prüfung stattfinden. Bis dahin werde ich noch versuchen, täglich zu trainieren und auch im jetzt wieder geöffneten Dojo meine Katas üben. Am Dienstag ist auch hoffentlich mein Sensei Michael Jarchau wieder da, so dass ich letztlich doch gut vorbereitet in die Prüfung gehen kann.

Bestehen ist eine Sache - mit dem Ergebnis persönlich auch zufrieden zu sein die andere....ich möchte beides erreichen - selbstverständlich! Ooooossss!

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