Deeskalationstrainer Gewaltakademie Villigst – Teil 1
Trainer: Ulli, Holger, Alf
Ulli und Holger sind Lehr-Trainer, Alf ist Cheftrainer
Tag 1
Einstieg mit Lügenportrait (siehe Zettel)
Wup – Übung
(Warmup-Übung)
-
alle
stehen im Kreis
-
jeder
hebt den rechten Arm waagerecht und streckt den Zeigefinger im rechten Winkel
nach unten
-
der linke
Arm wird ausgestreckt mit nach oben geöffneter Handfläche
-
Der
Finger des einen Partners tippt in die Hand eines Partners
-
Auf
Kommando versuchen, mit der einen Hand den Finger des anderen zu fassen und
gleichzeitig den eigenen Finger der anderen Hand schnellstmöglich hochzuziehen,
so dass der andere Nachbar ihn nicht fassen kann
-
Zwei
Wiederholungen, dann Seitenwechsel
Regeln in einer Gruppe
-
Ideale und Rituale sollten vorgegeben werden
-
Regeln sollten gemeinsam erarbeitet werden
Ziele der Ausbildung:
Konstruktive Konfliktlösungsstrategien
Werkzeuge, die es ermöglichen sollen, auf jede Art von
Gewalt und Rassismus zu verzichten
Auf jede Rechtfertigung von Gewalt verzichten
Deeskalationstrainer Gewalt und Rassismus, Voraussetzungen:
-
Teilnahme an mindestens 8 Gruppentreffen
-
Teilnahme an 2 Lehrtrainings
-
Teilnahme an 2 Fremdtrainings – wenn diese in
diesem Block nicht belegt werden können, ggf. in einem anderen Kurs teilnehmen,
kann mit Kosten verbunden sein
-
Konzeptionierung und Durchführung eines
2-tägigen Trainings für Deeskalation von Gewalt und Rassismus (2x 8 UE)
-
Zwei empfehlende Unterschriften von
Deeskalationstrainern
Michi Werk? Deeskalationstrainer
beim ASB? Ralf Bongartz?
Spielbogen / Muster
Themenzettel
Spiele ausdenken oder bekannte
Spiele
Grobkonzept
Manchmal kann dieselbe Übung für verschiedene Bereiche
eingesetzt werden (als Kommunikationsübung, Deeskalationsübung oder zur
Förderung der Kooperation) – den Unterschied macht anschließend die Reflexion
Kooperationsspiel
Zahlensee:
-
Zahlen
von 1 – 44 sind auf Karten (etwa Postkartengröße) aufgeschrieben
-
Zahlenkarten
werden in einem Kreis ausgelegt mit der Zahl nach oben, wild durcheinander
-
Die
Gruppe steht um den „Zahlensee“ herum
-
Spielleiter
ruft die Zahlen der Reihenfolge nach auf
-
Die
Zahlen müssen dann schnellstmöglich durch ein Gruppenmitglied berührt werden
-
Es darf
immer nur ein Gruppenmitglied im Kreis sein (Fuß, Hand, Knie o. ä.)
-
Alle
Gruppenmitglieder müssen beteiligt sein
-
Gruppe
kann sich vor dem Durchgang besprechen, wie sie vorgehen will
-
Zweiter
Durchgang verschärft: ohne zu reden
Reflexion durch Beobachter:
-
Team hat sich lange besprochen, bei Kids dauert
das nicht so lange
-
Jeder war bemüht, mit den anderen auf Augenhöhe
zu sprechen
-
Bei der Runde, in der nicht geredet werden
durfte, hatte man mehr auf die anderen geachtet
Welche Probleme kann es für den Einzelnen geben?
-
Ehrgeiz
-
Verantwortung
-
Druck
Wo kann es in der Gruppe Probleme geben?
-
Vorwürfe
-
Wahrnehmungsstörungen
-
Schlechte Absprachen im Vorfeld
-
Versagensangst
-
Absprachen ohne „Augenhöhe“
Gegenmaßnahmen:
-
Gesprächsregeln vereinbaren (melden, es redet
immer nur einer etc.)
-
Abstimmungen durchführen
Schweigen kann deeskalieren, in der Schweigerunde war die
Stimmung nicht so aufgewühlt
Der Spielleiter kann Schärfe rausnehmen, indem er die Zeit
verlängert oder keine Zeit vorgibt.
Tag 2:
Start mit
„Kennlern-Bingo“:
Jeder bekommt einen
Zettel mit x 5 Fragen in Feldern. Man
geht herum und fragt die anderen TN, ob sie eine der Fragen erfüllen. Wenn es
zutrifft, muss derjenige TN in dem Feld unterschreiben. Jeder TN darf maximal 2
Unterschriften leisten. Spielleiter beendet nach einer Weile das Spiel.
-
Man kann
schauen, wer einen Zettel voll geschafft hat.
-
Oder wer
die meisten Unterschriften hat.
-
Man kann
ein richtiges Bingo draus machen.
-
Eine TN
sagt, sie ließe jedes Kind, das eine
Zeile voll hat, zu sich kommen und notiere sich jedesmal den Namen. So könne
sie sich schnell in einer neuen Gruppe die neuen Namen merken
-
Fragen z.
B. „Liebst Du die Berge (das Meer)?“, Magst Du Sport“?, „Kannst Du einen
Kopfstand machen?“ „Hast Du schon einmal eine Kuh gemolken?“
-
Die
Fragen können je nach Gruppe unterschiedlich ausfallen und ggf. schon
Themenbezug haben.
Gruppeneinteilung: Gruppe schlägt vor „nach Alter“ – eine
junge Gruppe und eine alte Gruppe (hätte auch ganz anders ausgehen können)
Spiel:
Karten-Sortieren
Ein Rommee-Spiel
(zwei volle Kartenspiele von 2 bis Ass und mit Joker) werden gemischt. Jede Gruppe
erhält je die Hälfte eines Packens. Die Gruppen bekommen den Auftrag , die
Karten nach der Rückseitenfarbe zu sortieren. Alle TN müssen beteiligt sein.
Die Gruppen haben Zeit, sich zu bereaten.
Zweiter Durchgang:
nach Kartenfarben sortieren (Karo, Herz, Pik, Kreuz)
Beide ersten
Durchgänge wurden von der jüngeren Gruppe gewonnen.
Dritter Durchgang:
Beide Gruppen sollen zusammen agieren – Karten nach rot und blau trennen, dann
nach Kartenfarben und schließlich innerhalb der Farbe noch nach Reihenfolge.
Hier lange Absprachen erforderlich. Man sieht zunächst, dass die Gruppen noch
für sich zu agieren versuchen, die Abstimmung ist nicht reibungslos. Beim
ersten Durchgang hatte die jüngere Gruppe sich vertan und auch rote Karten
genommen, obwohl sie nur blaue nehmen sollte nach der Absprache. 2,35 Minuten
haben wir gebraucht. Ziemlich lang. Der Durchgang wurde wiederholt. Jetzt
besser abgesprochen, abgestimmt. 1,30 Minuten! Die Älteren waren in diesem
Durchgang beide Male schneller (Kartenprofis J )
Schärfe:
-
Gruppenbildung
-
Faktor
Zeit
-
Eigener
Anspruch
-
Wettbewerb
-
Es gab
keinen Spielleiter
Pause
Nach der Pause kommt Alf zu Holter und fordert ihn auf, den
Stuhl freizumachen. Holger will nicht – typische Eskalation!
Gruppenphasenmodell
Nach Ted James
Phase
|
Bedeutung für Gruppe
|
Bedeutung für Leiter
|
Kennlernphase, Forming,
|
alles ist neu, TN sind gespannt, aufgeregt, vielleicht ein
bisschen ängstlich, neugierig, verunsichert
|
Angenehme Athmosphäre schaffen, Vertrauen, Spiele
Kennenlernen ermöglichen , Abbau von Ängsten, Beobachtung, Auflockern
|
Machtkampf-, Stormingphase
|
Unsicherheit, Angst, Unruhe, Rolleneinteilung und
–entwicklung, Kompetition, Norming, Wer hat das Sagen? Wer hat welche Rolle?
Welche Regeln?
|
Beobachtung, Ruhe bewahren, Intervenieren, Deeskalieren,
Raum geben, Möglichkeiten für Auseinandersetzungen lassen, Regeln aufstellen
(lassen)
|
Normierungsphase
|
Zusamengehörigkeitsgefühl, Vertrauen, Wohlfühlen,
Gemeinschaftsgefühl, „angekommen“, Sicherheit, Miteinander, Entspannung,
„gemeinsam sind wir stark“
|
Wohlfühlphase erhalten, Beobachten
|
Performingphse, Produktionsphase
|
Gleichberechtigung der TN, Einhalten von Regeln, Grenzen
klar, Rollen bekannt, Kompromissbereitschaft
|
Regeln hüten, Reflexion, werte, Lob und Anerkennung (Lob
und Anerkennung gehören eigentlich in alle Bereiche mit rein)
|
Auflösen der Gruppe
|
Sorge / Angst, Nostalgie, Aufbruch
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Vom Wir zum Ich, eigene Ablösung, Individualpersonen
verabschieden
|
Unterschied zwischen Ritualen und Regeln?
Regeln sind fortlaufende Prozesse, Rituale sind fest!?
Es gibt verschiedene Regeln:
-
verschiedene Dringlichkeit (Sicherheit)
-
gemeinsam / vorgegeben
Rituale bilden einen Rahmen, Regeln das Gerüst!? Klingt gut,
finde ich – ist von mir ;-)
Ball mit Namen-Nennen
-
in derselben Reihenfolge mehrmals hintereinander
-
andersrum
-
mit mehreren Bällen gleichzeitig
-
einer vor- , einer rückwärts
-
parallel dazu einen Igelball reihumreichen
(nicht in der Reihenfolge der Namen, sondern einfach rechtsrum)
-
parallel einen weiteren Ball linksrum reichen
Wahrnehmung
Übung: auf eine Karte schreiben, was wir auf dem Weg
zwischen Tor und Hauseingang wahrgenommen haben: alle nehmen etwas
unterschiedliches wahr, wenig überschneidet sich.
Wahrnehmung – wahr und nehmen – etwas für wahr nehmen
Ist es wirklich „wahr“? Wahrnehmung ist eher subjektiv!
„Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, man könnte nicht 1000
Bilder von derselben Sache malen.“ Picasso
Wahrnehmen
-
subjektiv
-
mit verschiedenen Sinnen + Bauchgefühl
-
auch abhängig von der Lebenserfahrung
-
Wahrnehmung kann auch manipuliert werden
(strategischer Aufbau eines Supermarktes, Gerüche, Farben...=
-
Wahrnehmung ist kontextabhängig
Spiele laut Anlage
Spiel 1-2-3: zu zweit
zusammen gehen
im Wechsel 1,2,3
rufen, also:
A: 1
B: 2
A: 3
B. 1 usw
Nächste Runde: 1
durch Schlag auf die eigene Brust ersetzen
Dritte Runde:
zusätzlich 2 durch Stampfen ersetzen
Letzte Runde:
zusätzlich 3 durch Schnipsen ersetzen
Selbstwahrnehmung – Fremdwahrnehmung
Die vier Facetten des sozialen Menschen / des Menschen in
Gesellschaft
Öffentlich, teil meiner Person – mir bekannt und anderen
bekannt
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Mir unbekannt, anderen bekannt (blinder Fleck)
|
Mir bekannt, anderen unbekannt
|
Tiefe, das innere, für therapeutische Arbeit)
|
Den Anteil der geheimen Person kann man abbauen und an den
öffentlichen Teil abgeben. Indem man sich öffnet, motiviert man die Peergroup
zum Feedback. Das verringert auch den blinden Fleck.
Hausaufgaben:
1 Wup
1 Spiel / Übung zum Thema Kommunikation / gegen Mobbing und
Reflexion










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