Montag, 26. November 2012
Samstag, 24. November 2012
Lehrgang mit Sensei Thomas Schulze in Münster
Heute ist Thomas Schulze in Münster zu Gast. Rund 30 Karateka der Oberstufe fanden sich zur ersten Einheit ab Violettgurt ein und ließen sich volle zwei Stunden von Thomas auf Touren bringen.
Thomas übernahm höchstpersönlich das Aufwärmtraining, das zunächst aus zahlreichen Lauf- und Sprungkombinationen bestand:
- in zwei Reihen mit Trippelschritten quer durch die Halle laufen und zurück
- seitlich stehen und seitlich laufen, dabei die Füße abwechselnd vorne und hinten überkreuzen
- Sprungkombinationen, z. B. auf einem Bein durch die Halle, dann auf dem anderen zurück.
- in der Reihe einen Partner wählen und mit diesem seitlich durch die Halle gleiten, zunächst möglichst synchron - im zweiten Durchgang sollte immer je ein Partner einen unregelmäßigen Rhythmus wählen, dabei wahlweise seitlich vor oder zurück gleiten und der andere musste entsprechend reagieren und der Vorgabe spiegelbildlich entsprechen.
Im Folgenden wurden wir mit karatespezifischen Übungen flott gemacht:
- zunächst mit einer "Ständekombination": li vor im ZK, linkes Bein zurück und seitlich links raus in KB, linkes Bein zurück und nach hinten setzen in KK; Hieraus wurde dann schließlich: li vor im ZK mit Tsuki, links zurück und zur linken Seite raus in den KB, hierbei Tsuki mit dem anderen Arm, rückwärts in KK mit Shuto Uke, aus dieser Position jetzt zunächst Mae Geri, absetzen in ZK mit Tsuki und so fort.
- Suri Ashi durch die Halle, zunächst immer je einmal vorgleiten auf eine Zählzeit, dann zweimal und schließlich dreimal - Auslagenwechsel und nochmal. Risto-Fans hatten hierbei natürlich immer die Vorgabe, "mindestens einen Meter vor" zugleiten, damit man nicht etwas ganz Besonderes ist :-)
- Nach einer Runde Kihon-Ippon-Kumite war Thomas mit dem Antritt des Angreifers nicht zufrieden. Darum gab es hierzu eine Vorübung, die er ähnlich schon bei seinem vorigen Lehrgang in Münster mit uns gemacht hatte und die wir so auch von Sensei Micha kennen: in einem "langen" ZK stehen (vordern Fuß weit nach vorne schieben) und dann Druck auf den vorderen Fuß und auf diesem nach vorne ziehen.
Im Kumite sollten wir dann als Angreifer richtig Druck machen. Zunächst griffen wir je zweimal Jodan und Chudan an. Uke sollte bei dem Jodan Angriff wie im Prüfungsprogramm zum 6. und 5. Kyu einen "gedrehten" Age-Uke mit Tai Sabaki ausführen und mit Gyaku Tsuki Kontern. Auf den Chudan Angriff folgten dann nach dem selben Bewegungsprinzip (gedreht) Block mit Soto Uke und Konter Gyaku Tsuki. Thomas ließ uns hier ordentlich viele Wiederholungen und Partnerwechsel machen.
Dann legte er von der Schwierigkeitsstufe noch einen drauf: Zwar war der Angriff jetzt nur noch Tsuki Jodan, und der Block/Konter Age Uke / Gyaku Tsuki. Der Angreifer sollte jetzt aber auch den Konter blocken und kontern.
- Hatte sich Uke nach rechts (aus Sicht des Tori links) rausgedreht sollte Tori direkt nach seinem ersten Angriff mit Suri Ashi nach links vorne und seitlich am Partner vorbeigleiten, hierbei mit rechts Gedan Barai und mit links dann einen Tate Tsuki vor die kurze Rippe des anderen!
- Ging Uke nach links raus (aus Sicht des Tori rechts), musste der Angreifer nach dem ersten Tsuki rechts raus und vor gleiten, mit dem linken Arm (also mit dem, der grade schon den Angriff-Tsuki geschlagen hatte) Gedan Barei ausführen und dann mit rechts Kage Tsuki schlagen.
Die Vorgabe war also, als Tori letztlich immer so zu stehen, dass man beim Block des Konter nicht die körperoffene Seite des Uke vor sich hatte. Das war "auf Zählen" und mit genauen Vorgaben kein Problem. Auf "auf eigene Zeit" war es noch gut machbar, solange noch vorgegeben war, zu welcher Seite Uke sich herausdrehen sollte.
Das war dann nämlich im letzten Teil der Einheit nicht mehr vorgegeben, sprich: Uke sollte frei entscheiden, ob er sich rechts oder links rausdreht mit Block und Konter. Ehrlich gesagt habe ich es nach einigen Durchgängen und Partnerwechseln aufgegeben, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich mich nach dem Angriff verhalten sollte und ich machte die Erfahrung, dass die Kombination auch funktionierte, wenn man vor der körperoffenen Seite des Uke stand. Vielleicht hab ich die Übung so nicht immer richtig ausgeführt, aber m. E. ist es besser so, als halbherzig anzugreifen und reagieren.
Schade, dass ich die zweite Einheit heute nicht mehr mitmachen kann :-( Vielleicht schreibt ja mein Trainingspartner zu dieser ein paar Zeilen? Er tippte ja schon darauf, dass heute Nachmittag die Chinte drankommt.....bin gespannt, ob er Recht bekommt :-)
Thomas übernahm höchstpersönlich das Aufwärmtraining, das zunächst aus zahlreichen Lauf- und Sprungkombinationen bestand:
- in zwei Reihen mit Trippelschritten quer durch die Halle laufen und zurück
- seitlich stehen und seitlich laufen, dabei die Füße abwechselnd vorne und hinten überkreuzen
- Sprungkombinationen, z. B. auf einem Bein durch die Halle, dann auf dem anderen zurück.
- in der Reihe einen Partner wählen und mit diesem seitlich durch die Halle gleiten, zunächst möglichst synchron - im zweiten Durchgang sollte immer je ein Partner einen unregelmäßigen Rhythmus wählen, dabei wahlweise seitlich vor oder zurück gleiten und der andere musste entsprechend reagieren und der Vorgabe spiegelbildlich entsprechen.
Im Folgenden wurden wir mit karatespezifischen Übungen flott gemacht:
- zunächst mit einer "Ständekombination": li vor im ZK, linkes Bein zurück und seitlich links raus in KB, linkes Bein zurück und nach hinten setzen in KK; Hieraus wurde dann schließlich: li vor im ZK mit Tsuki, links zurück und zur linken Seite raus in den KB, hierbei Tsuki mit dem anderen Arm, rückwärts in KK mit Shuto Uke, aus dieser Position jetzt zunächst Mae Geri, absetzen in ZK mit Tsuki und so fort.
- Suri Ashi durch die Halle, zunächst immer je einmal vorgleiten auf eine Zählzeit, dann zweimal und schließlich dreimal - Auslagenwechsel und nochmal. Risto-Fans hatten hierbei natürlich immer die Vorgabe, "mindestens einen Meter vor" zugleiten, damit man nicht etwas ganz Besonderes ist :-)
- Nach einer Runde Kihon-Ippon-Kumite war Thomas mit dem Antritt des Angreifers nicht zufrieden. Darum gab es hierzu eine Vorübung, die er ähnlich schon bei seinem vorigen Lehrgang in Münster mit uns gemacht hatte und die wir so auch von Sensei Micha kennen: in einem "langen" ZK stehen (vordern Fuß weit nach vorne schieben) und dann Druck auf den vorderen Fuß und auf diesem nach vorne ziehen.
Im Kumite sollten wir dann als Angreifer richtig Druck machen. Zunächst griffen wir je zweimal Jodan und Chudan an. Uke sollte bei dem Jodan Angriff wie im Prüfungsprogramm zum 6. und 5. Kyu einen "gedrehten" Age-Uke mit Tai Sabaki ausführen und mit Gyaku Tsuki Kontern. Auf den Chudan Angriff folgten dann nach dem selben Bewegungsprinzip (gedreht) Block mit Soto Uke und Konter Gyaku Tsuki. Thomas ließ uns hier ordentlich viele Wiederholungen und Partnerwechsel machen.
Dann legte er von der Schwierigkeitsstufe noch einen drauf: Zwar war der Angriff jetzt nur noch Tsuki Jodan, und der Block/Konter Age Uke / Gyaku Tsuki. Der Angreifer sollte jetzt aber auch den Konter blocken und kontern.
- Hatte sich Uke nach rechts (aus Sicht des Tori links) rausgedreht sollte Tori direkt nach seinem ersten Angriff mit Suri Ashi nach links vorne und seitlich am Partner vorbeigleiten, hierbei mit rechts Gedan Barai und mit links dann einen Tate Tsuki vor die kurze Rippe des anderen!
- Ging Uke nach links raus (aus Sicht des Tori rechts), musste der Angreifer nach dem ersten Tsuki rechts raus und vor gleiten, mit dem linken Arm (also mit dem, der grade schon den Angriff-Tsuki geschlagen hatte) Gedan Barei ausführen und dann mit rechts Kage Tsuki schlagen.
Die Vorgabe war also, als Tori letztlich immer so zu stehen, dass man beim Block des Konter nicht die körperoffene Seite des Uke vor sich hatte. Das war "auf Zählen" und mit genauen Vorgaben kein Problem. Auf "auf eigene Zeit" war es noch gut machbar, solange noch vorgegeben war, zu welcher Seite Uke sich herausdrehen sollte.
Das war dann nämlich im letzten Teil der Einheit nicht mehr vorgegeben, sprich: Uke sollte frei entscheiden, ob er sich rechts oder links rausdreht mit Block und Konter. Ehrlich gesagt habe ich es nach einigen Durchgängen und Partnerwechseln aufgegeben, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich mich nach dem Angriff verhalten sollte und ich machte die Erfahrung, dass die Kombination auch funktionierte, wenn man vor der körperoffenen Seite des Uke stand. Vielleicht hab ich die Übung so nicht immer richtig ausgeführt, aber m. E. ist es besser so, als halbherzig anzugreifen und reagieren.
Schade, dass ich die zweite Einheit heute nicht mehr mitmachen kann :-( Vielleicht schreibt ja mein Trainingspartner zu dieser ein paar Zeilen? Er tippte ja schon darauf, dass heute Nachmittag die Chinte drankommt.....bin gespannt, ob er Recht bekommt :-)
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Samstag, 17. November 2012
Lehrgang mit Detlef Krüger beim SKDM 2012
Bereits zum dritten Mal durften wir Sensei Detlef Krüger bei uns in Münster begrüßen. Zweitägig unterrichtete er uns am 16. und 17.11.2012 in Sachen Kumite. Als Lehrgangsort hatten wir uns diesmal die Sporthalle der Fürstin-von-Gallitzin-Schule reserviert, da unser Dojo für räumlich ausufernde Kumitetrainings in Trainingsgruppen ab 30 Personen schon knapp werden könnte.
Am Freitagabend fanden sich über dreißig Karateka zur Allgemeinen Trainingseinheit ein. Besonders bemerkenswert war hier die Zusammensetzung der Gruppe: Neben Gästen aus Gladbeck und den treuen Lehrgangsteilnehmern aus unserem Dojo nahmen auch zwei Teilnehmer des aktuellen Anfängerkurses am Training teil, sowie die Mutter eines unserer Karatekinder, die sich als Dan-Trägerin in der Stilrichtung Goju Ryu entpuppte. Zwei Jungen, die von einem anderen Shotokan-Verband zu unserem Verein wechseln möchten, nahmen an diesem Abend ebenfalls erstmals an einer Veranstaltung unseres Vereins teil - und den Vogel abgeschossen hatte ganz eindeutig unser ehemaliges Vereinsmitglied Andreas Wangberg, der (vielleicht nicht extra und ausschließlich für diesen Lehrgang) aus Norwegen angereist war!
So war das ein recht heterogenes Grüppchen, das Sensei Detlef da am Freitagabend trainingsmethodisch unter einen Hut zu bringen hatte. Bereits im Vorfeld hatte er angefragt, ob es möglich sei, Pratzen im Training zu verwenden und so hatten wir schnell noch unsere Handpratzen aus dem Dojo in die Halle befördert.
Das Aufwärmtraining hatte Detlef an Torsten Uhlemann delegiert. Und wir waren wohl alle froh über ein bisschen "Wärme", sind wir doch durch unser schönes Dojo einen stets angenehm temperierten Fußboden gewöhnt. Als wir alle unsere Betriebstemperatur erreicht hatten, ging es auch schon los mit zahlreichen Gyaku-Tsuki-Kombinationen: Gyaku-Tsuki ohne Fußbewegung für die Nah-Distanz, mit Step vorwärts des vorderen Fußes, oder mit Step zunächst des hinteren Fußes - oder schließlich mit einer ganzen Schrittlänge vorwärts. All diese Übungen wurden dann ausgiebig am Partner ausprobiert, der sich zum Schutz je eine Handpratze vor den Chudan-Bereich hielt. Der glatte Hallenboden machte es uns nicht immer ganz leicht, die Übungen auszuführen und war eine gute Übung für einen festen Stand.
Als die Unterschiede der verschiedenen Tsukis ausgiebig herausgearbeitet waren, ging es daran, sich mit diesen verschiedenen Kombinationen und dem Partner durch die Halle zu bewegen. Dies erforderte natürlich zunächst, dass der Partner auch die entsprechende Rückwärtsbewegung beherrschte und darum gab es als kleine Zwischenübung "Suri-Ashi, Suri-Ashi, ganzer Schritt zurück". Schließlich rauschten wir dann alle durch die Halle - stets bemüht, die richtigen Reihenfolgen der verschiedenen Tsukis auf dem Schirm zu haben. Und es war wirklich erstaunlich, wie häufig sich doch selbst gestandene Dan-Träger/innen hierbei vertan haben ;-) Kurz vor Abschluss der Einheit kam dann die Vorgabe, dass zunächst der Angreifer die Distanz bestimmen sollte, ab der dritten Technik dann der "Flüchtende". Hier ging dann vermutlich bei allen das System etwas durcheinander aber Detlef war sehr nachsichtig mit uns und lief schmunzelnd durch die Reihen. Vor dem Yame ließ er uns noch einmal ganz "stumpf" einfach nur Chudan-Tsukis aus der Nahdistanz vor die Pratze ausführen, damit wir den Kopf mal wieder frei bekamen.
Den Abend ließen wir dann noch mit einem leckeren Essen in einem chinesischen Restaurant ausklingen.
Am zweiten Tag fanden sich zahlreiche weitere Karateka aus nah und fern ein, um mit uns zu trainieren. In der sehr gut besuchten Oberstufe ging es weiter mit "meiner ganz persönlichen Wunscheinheit": Beim Lehrgang in Frankfurt Anfang des Jahres hatte Detlef uns in einer Einheit schwerpunktmäßig Blocks und Konter aus verschiedenen Kamae-Haltungen als Aufgabe aufgegeben: http://andreahaeusler.blogspot.de/2012/01/kumite-lehrgang-mit-risto-kiiskila-und.html Dies wurde nun auch hier in Münster geübt und zwar mit zahlreichen Partnerwechseln. Nach diesen 90 Minuten waren wir alle redlich k. o. und stärkten uns in unserem Dojo bei Brötchen, Kaffee und Kaltgetränken.
In der letzten Einheit ging es um das Blocken verschiedener Angriffe - ausschließlich mit dem vorderen Arm. Ungewohnt für mich war die Vorgabe, den Kizami-Tsuki mit Age-Uke zu blocken. Hier tendierte ich irgendwie immer zum Soto-Uke. Dieser war in dieser Einheit aber für den Gyaku-Tsuki vorgesehen. Mae-Geri blockten wir mit Gedan-Barai und Tsuki Jodan mit Tai Sabaki und Uchi Uke - alles mit dem vorderen Arm. Der Angreifer sollte zunächst mit einer Einzeltechnik angreifen, später dann mit Kombinationen, z. B. Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki oder Gyaku-Tsuki/Mae-Geri, oder Mae-Geri/im Absetzen Oi-Tsuki. Im weiteren Verlauf wurden dann drei Angriffe ausgeführt, die wir jeweils möglichst fließend aneinander reihen sollten, also ohne Stopps zwischendurch. Hier gab es z. B. Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki/Mae-Geri oder Gyaku-Tsuki/Mae-Geri/Oi-Tsuki. Na, und zum Ende der Einheit wurden alle vier Angriffe aneinander gereiht :-) Aufgabe des Abwehrenden war natürlich, jede der Techniken mit dem vorgegebenen Block und nur mit dem vorderen Arm zu blocken, bevor dann am Ende einer Kombination möglichst effektiv mit Gyaku-Tsuki gekontert wurde. Das war ein großer Spaß, besonders, als wir alles stark und schnell machen sollten ;-) Obgleich die letzte Einheit nur eine Stunde dauerte, hatten wohl niemand anschließend mehr einen trockenen Gi!
Glücklicher Weise konnten wir uns dann noch schön in unserer dojoeigenen Sauna entspannen und das Karatewochenende noch einmal Revue passieren lassen - bevor wir alle Gäste aus nah und fern und auch Sensei Detlef verabschiedeten. Fazit: ein toller Lehrgang mit supernetten Leuten!
Am Freitagabend fanden sich über dreißig Karateka zur Allgemeinen Trainingseinheit ein. Besonders bemerkenswert war hier die Zusammensetzung der Gruppe: Neben Gästen aus Gladbeck und den treuen Lehrgangsteilnehmern aus unserem Dojo nahmen auch zwei Teilnehmer des aktuellen Anfängerkurses am Training teil, sowie die Mutter eines unserer Karatekinder, die sich als Dan-Trägerin in der Stilrichtung Goju Ryu entpuppte. Zwei Jungen, die von einem anderen Shotokan-Verband zu unserem Verein wechseln möchten, nahmen an diesem Abend ebenfalls erstmals an einer Veranstaltung unseres Vereins teil - und den Vogel abgeschossen hatte ganz eindeutig unser ehemaliges Vereinsmitglied Andreas Wangberg, der (vielleicht nicht extra und ausschließlich für diesen Lehrgang) aus Norwegen angereist war!
So war das ein recht heterogenes Grüppchen, das Sensei Detlef da am Freitagabend trainingsmethodisch unter einen Hut zu bringen hatte. Bereits im Vorfeld hatte er angefragt, ob es möglich sei, Pratzen im Training zu verwenden und so hatten wir schnell noch unsere Handpratzen aus dem Dojo in die Halle befördert.
Das Aufwärmtraining hatte Detlef an Torsten Uhlemann delegiert. Und wir waren wohl alle froh über ein bisschen "Wärme", sind wir doch durch unser schönes Dojo einen stets angenehm temperierten Fußboden gewöhnt. Als wir alle unsere Betriebstemperatur erreicht hatten, ging es auch schon los mit zahlreichen Gyaku-Tsuki-Kombinationen: Gyaku-Tsuki ohne Fußbewegung für die Nah-Distanz, mit Step vorwärts des vorderen Fußes, oder mit Step zunächst des hinteren Fußes - oder schließlich mit einer ganzen Schrittlänge vorwärts. All diese Übungen wurden dann ausgiebig am Partner ausprobiert, der sich zum Schutz je eine Handpratze vor den Chudan-Bereich hielt. Der glatte Hallenboden machte es uns nicht immer ganz leicht, die Übungen auszuführen und war eine gute Übung für einen festen Stand.
Als die Unterschiede der verschiedenen Tsukis ausgiebig herausgearbeitet waren, ging es daran, sich mit diesen verschiedenen Kombinationen und dem Partner durch die Halle zu bewegen. Dies erforderte natürlich zunächst, dass der Partner auch die entsprechende Rückwärtsbewegung beherrschte und darum gab es als kleine Zwischenübung "Suri-Ashi, Suri-Ashi, ganzer Schritt zurück". Schließlich rauschten wir dann alle durch die Halle - stets bemüht, die richtigen Reihenfolgen der verschiedenen Tsukis auf dem Schirm zu haben. Und es war wirklich erstaunlich, wie häufig sich doch selbst gestandene Dan-Träger/innen hierbei vertan haben ;-) Kurz vor Abschluss der Einheit kam dann die Vorgabe, dass zunächst der Angreifer die Distanz bestimmen sollte, ab der dritten Technik dann der "Flüchtende". Hier ging dann vermutlich bei allen das System etwas durcheinander aber Detlef war sehr nachsichtig mit uns und lief schmunzelnd durch die Reihen. Vor dem Yame ließ er uns noch einmal ganz "stumpf" einfach nur Chudan-Tsukis aus der Nahdistanz vor die Pratze ausführen, damit wir den Kopf mal wieder frei bekamen.
Den Abend ließen wir dann noch mit einem leckeren Essen in einem chinesischen Restaurant ausklingen.
Am zweiten Tag fanden sich zahlreiche weitere Karateka aus nah und fern ein, um mit uns zu trainieren. In der sehr gut besuchten Oberstufe ging es weiter mit "meiner ganz persönlichen Wunscheinheit": Beim Lehrgang in Frankfurt Anfang des Jahres hatte Detlef uns in einer Einheit schwerpunktmäßig Blocks und Konter aus verschiedenen Kamae-Haltungen als Aufgabe aufgegeben: http://andreahaeusler.blogspot.de/2012/01/kumite-lehrgang-mit-risto-kiiskila-und.html Dies wurde nun auch hier in Münster geübt und zwar mit zahlreichen Partnerwechseln. Nach diesen 90 Minuten waren wir alle redlich k. o. und stärkten uns in unserem Dojo bei Brötchen, Kaffee und Kaltgetränken.
In der letzten Einheit ging es um das Blocken verschiedener Angriffe - ausschließlich mit dem vorderen Arm. Ungewohnt für mich war die Vorgabe, den Kizami-Tsuki mit Age-Uke zu blocken. Hier tendierte ich irgendwie immer zum Soto-Uke. Dieser war in dieser Einheit aber für den Gyaku-Tsuki vorgesehen. Mae-Geri blockten wir mit Gedan-Barai und Tsuki Jodan mit Tai Sabaki und Uchi Uke - alles mit dem vorderen Arm. Der Angreifer sollte zunächst mit einer Einzeltechnik angreifen, später dann mit Kombinationen, z. B. Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki oder Gyaku-Tsuki/Mae-Geri, oder Mae-Geri/im Absetzen Oi-Tsuki. Im weiteren Verlauf wurden dann drei Angriffe ausgeführt, die wir jeweils möglichst fließend aneinander reihen sollten, also ohne Stopps zwischendurch. Hier gab es z. B. Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki/Mae-Geri oder Gyaku-Tsuki/Mae-Geri/Oi-Tsuki. Na, und zum Ende der Einheit wurden alle vier Angriffe aneinander gereiht :-) Aufgabe des Abwehrenden war natürlich, jede der Techniken mit dem vorgegebenen Block und nur mit dem vorderen Arm zu blocken, bevor dann am Ende einer Kombination möglichst effektiv mit Gyaku-Tsuki gekontert wurde. Das war ein großer Spaß, besonders, als wir alles stark und schnell machen sollten ;-) Obgleich die letzte Einheit nur eine Stunde dauerte, hatten wohl niemand anschließend mehr einen trockenen Gi!
Glücklicher Weise konnten wir uns dann noch schön in unserer dojoeigenen Sauna entspannen und das Karatewochenende noch einmal Revue passieren lassen - bevor wir alle Gäste aus nah und fern und auch Sensei Detlef verabschiedeten. Fazit: ein toller Lehrgang mit supernetten Leuten!
Freitag, 16. November 2012
Physiotherapie mit Frau Pieper
So, da habe ich grade die zweite Stunde Physio hinter mir. Ich soll auf diese Weise meinen fortschreitenden Verfall hinauszögern, so der Orthopäde. Na, dann....
Viel habe ich ja ehrlich gesagt nicht erwartet von dem, was sich landläufig auch "Krankengymnastik" nennt. Aber es kam dann alles ganz anders....
Mein Orthopäde kennt mich eigentlich nicht - ich war mit seiner älteren Schwester in derselben Grundschulklasse und vor ca. 35 Jahren zwei- oder dreimal bei der Familie zu Besuch. Er hätte mich umrennen können, ich hätte ihn nicht erkannt. Ich hätte mein Hinterteil darauf verwettet, dass es ihm genauso geht. Zudem hieß ich ja damals auch noch anders. Auch hier wurde ich überrascht:"Wir kennen uns", war seine Begrüßung und sofort waren wir per Du und im Gespräch. Er schmunzelte, als ich vom Karate erzählte, das ich gerne bald wieder - möglichst ohne Schmerzen trainieren wollte und dann verschrieb er mir Einlagen, Akupunktur und eben Physiotherapie. Er empfahl mir die Praxis Jazy, gleich hier um die Ecke. Auf der Hompepage der Praxis fand ich den Zusatz "Sportphysiotherapie, Golfphysiotraining" - hm, hört sich nicht schlecht an. Die nächste Überraschung war dann die Aufmachung der Praxis ... hier hat man sich offenbar in den letzten 25 Jahren auf das Nötigste beschränkt...aber never judge a book by the cover, denn dann kam Frau Pieper! Lena Pieper ist hm, vielleicht Anfang, höchstens Mitte zwanzig. Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander. Ich sagte sofort, dass ich das ganz harte Programm haben will, damit ich möglichst schnell wieder fit und beschwerdefrei trainieren kann.
In der ersten Stunde gab es einige grundlegende Sondierungen: Wie ist mein Gang, was verursacht Schmerzen, wie kann ich die x-Stellung meiner Knie ausgleichen? Die Übungen ließ ich mir von ihr - mein Trainingspartner Torsten lacht sich kaputt, wenn er das hier liest ;-) - aufschreiben und versuchte, sie im Laufe der nächsten Woche auch auszuführen.
Heute war der zweite Termin. Ich habe - vielleicht liegts auch an den vier Akupunkturterminen zwischendurch - tatsächlich kaum noch Schmerzen. Und Frau Pieper ließ mich heute nassgeschwitzt nach Hause fahren :-) Heute sollte ich nämlich ein Theraband mitbringen und nahm das, welches mir Torsten vor ein paar Wochen mal geliehen hatte. Dies sollte ich doppelt legen und mit dem Band um die Knie, die Füße etwas mehr als schulterbreit auseinander, durch den Raum laufen. Mann, das sah vielleicht bescheuert aus ;-) Bei der nächsten Runde sollte ich eine Hantel in beide Hände nehmen und diese zunächst mit gestreckten Armen über den Kopf halten (andere Patienten bekämen einen kleinen Ball, meinte Frau Pieper ;-) ) Beim Vorwärtsgehen sollte ich nun die Hantel mit gestreckten Armen diagonal in Richtung des vorderen Knies führen. Jau, das war schon ganz schön anstrengend und trainierte auch gleich den Rücken mit. Als nächstes ein Ausfallschritt mit Theraband - hm, zweifach schien zu locker, darum nahm ich es dreifach um die Knie. Puh, ganz schön stramm! Jetzt damit im Ausfallschritt durch den Raum und dabei auf eine Außenspannung achten - hey, wenn das mal nicht dem Zenkutsu-Dachi verdammt nahe kommt! :-) Ich erzählte es Frau Pieper und machte gleich mal den Anfang der Sochin dabei vor. Wir hatten eine Menge Spaß!
Als nächstes: Stabilität. Ich stellte mich mit einem Bein auf einen Tellerkreisel und sollte Kniebeugen machen. Dabei immer schön auf die Außenspannung achten! Beinwechsel.
Nun ging es auf die Wackelmaschine. Ich weiß nicht, wie das Ding heißt...ist auch schwer zu beschreiben....es ist wie eine Art nach oben und vorne offener "Käfig", dessen Boden an einigen Federn aufgehängt ist. Man steht also äußerst instabil. Mit beiden Beinen - kein Problem.....aber auf einem werde ich fast sofort seekrank ;-) Letztes Mal hatte ich schon einbeinig eine Weile darauf stehen sollen, das andere Knie dabei auf Hüfthöhe haltend. Das war schon echt schwierig aber Frau Pieper deutete schon an, dass es hier noch eine Steigerung gäbe. Heute nahm ich wieder diese Position ein - und Frau Pieper brachte jetzt noch einen Ball ins Spiel - in der instabilen Position sollte ich diesen auffangen und ihr wieder zupassen. Ja, das könnte ihr so passen - ich stehe da wie auf Eiern und sie schön bequem mit beiden Beinen auf dem Fußboden. "Nehmen Sie doch bitte das Balance-Bord und dann bitte auch nur auf einem Bein!" Nun, Frau Pieper kam dem Wunsch gerne nach und so eierten wir da beide herum und lachten uns kaputt! Allerdings war das auch echt ne hammer Übung! Ich spürte wirklich jeden Muskel! "Das müssen Sie dann mal mit ihrem Trainingspartner machen. Sie haben doch gesagt, sie haben diese - wie heißen die? - Handpratzen. Da stellt sich jeder mit einem Bein drauf und dann werfen Sie sich einen Ball zu. Das ist bestimmt auch ne tolle Übung für Ihren Trainingspartner."
Nun, Torsten, was meinst Du? ;-)
Viel habe ich ja ehrlich gesagt nicht erwartet von dem, was sich landläufig auch "Krankengymnastik" nennt. Aber es kam dann alles ganz anders....
Mein Orthopäde kennt mich eigentlich nicht - ich war mit seiner älteren Schwester in derselben Grundschulklasse und vor ca. 35 Jahren zwei- oder dreimal bei der Familie zu Besuch. Er hätte mich umrennen können, ich hätte ihn nicht erkannt. Ich hätte mein Hinterteil darauf verwettet, dass es ihm genauso geht. Zudem hieß ich ja damals auch noch anders. Auch hier wurde ich überrascht:"Wir kennen uns", war seine Begrüßung und sofort waren wir per Du und im Gespräch. Er schmunzelte, als ich vom Karate erzählte, das ich gerne bald wieder - möglichst ohne Schmerzen trainieren wollte und dann verschrieb er mir Einlagen, Akupunktur und eben Physiotherapie. Er empfahl mir die Praxis Jazy, gleich hier um die Ecke. Auf der Hompepage der Praxis fand ich den Zusatz "Sportphysiotherapie, Golfphysiotraining" - hm, hört sich nicht schlecht an. Die nächste Überraschung war dann die Aufmachung der Praxis ... hier hat man sich offenbar in den letzten 25 Jahren auf das Nötigste beschränkt...aber never judge a book by the cover, denn dann kam Frau Pieper! Lena Pieper ist hm, vielleicht Anfang, höchstens Mitte zwanzig. Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander. Ich sagte sofort, dass ich das ganz harte Programm haben will, damit ich möglichst schnell wieder fit und beschwerdefrei trainieren kann.
In der ersten Stunde gab es einige grundlegende Sondierungen: Wie ist mein Gang, was verursacht Schmerzen, wie kann ich die x-Stellung meiner Knie ausgleichen? Die Übungen ließ ich mir von ihr - mein Trainingspartner Torsten lacht sich kaputt, wenn er das hier liest ;-) - aufschreiben und versuchte, sie im Laufe der nächsten Woche auch auszuführen.
Heute war der zweite Termin. Ich habe - vielleicht liegts auch an den vier Akupunkturterminen zwischendurch - tatsächlich kaum noch Schmerzen. Und Frau Pieper ließ mich heute nassgeschwitzt nach Hause fahren :-) Heute sollte ich nämlich ein Theraband mitbringen und nahm das, welches mir Torsten vor ein paar Wochen mal geliehen hatte. Dies sollte ich doppelt legen und mit dem Band um die Knie, die Füße etwas mehr als schulterbreit auseinander, durch den Raum laufen. Mann, das sah vielleicht bescheuert aus ;-) Bei der nächsten Runde sollte ich eine Hantel in beide Hände nehmen und diese zunächst mit gestreckten Armen über den Kopf halten (andere Patienten bekämen einen kleinen Ball, meinte Frau Pieper ;-) ) Beim Vorwärtsgehen sollte ich nun die Hantel mit gestreckten Armen diagonal in Richtung des vorderen Knies führen. Jau, das war schon ganz schön anstrengend und trainierte auch gleich den Rücken mit. Als nächstes ein Ausfallschritt mit Theraband - hm, zweifach schien zu locker, darum nahm ich es dreifach um die Knie. Puh, ganz schön stramm! Jetzt damit im Ausfallschritt durch den Raum und dabei auf eine Außenspannung achten - hey, wenn das mal nicht dem Zenkutsu-Dachi verdammt nahe kommt! :-) Ich erzählte es Frau Pieper und machte gleich mal den Anfang der Sochin dabei vor. Wir hatten eine Menge Spaß!
Als nächstes: Stabilität. Ich stellte mich mit einem Bein auf einen Tellerkreisel und sollte Kniebeugen machen. Dabei immer schön auf die Außenspannung achten! Beinwechsel.
Nun ging es auf die Wackelmaschine. Ich weiß nicht, wie das Ding heißt...ist auch schwer zu beschreiben....es ist wie eine Art nach oben und vorne offener "Käfig", dessen Boden an einigen Federn aufgehängt ist. Man steht also äußerst instabil. Mit beiden Beinen - kein Problem.....aber auf einem werde ich fast sofort seekrank ;-) Letztes Mal hatte ich schon einbeinig eine Weile darauf stehen sollen, das andere Knie dabei auf Hüfthöhe haltend. Das war schon echt schwierig aber Frau Pieper deutete schon an, dass es hier noch eine Steigerung gäbe. Heute nahm ich wieder diese Position ein - und Frau Pieper brachte jetzt noch einen Ball ins Spiel - in der instabilen Position sollte ich diesen auffangen und ihr wieder zupassen. Ja, das könnte ihr so passen - ich stehe da wie auf Eiern und sie schön bequem mit beiden Beinen auf dem Fußboden. "Nehmen Sie doch bitte das Balance-Bord und dann bitte auch nur auf einem Bein!" Nun, Frau Pieper kam dem Wunsch gerne nach und so eierten wir da beide herum und lachten uns kaputt! Allerdings war das auch echt ne hammer Übung! Ich spürte wirklich jeden Muskel! "Das müssen Sie dann mal mit ihrem Trainingspartner machen. Sie haben doch gesagt, sie haben diese - wie heißen die? - Handpratzen. Da stellt sich jeder mit einem Bein drauf und dann werfen Sie sich einen Ball zu. Das ist bestimmt auch ne tolle Übung für Ihren Trainingspartner."
Nun, Torsten, was meinst Du? ;-)
Donnerstag, 15. November 2012
Mitfiebern ist fast genauso schlimm! JKA-Cup 2012
Gerne wäre ich auch in diesem Jahr wieder beim JKA-Cup gestartet, aber eine Knieverletzung machte mir hier leider einen Strich durch die Rechnung. Dennoch war der Besuch in Bottrop für mich ein "Pflichtprogramm" - schließlich wollten doch zwei meiner derzeit engsten Trainingsgefährten dort starten: Madeleine Essing und Torsten Uhlemann.
Die Kumite-Team-Wettbewerbe am frühen Morgen hatte ich leider verpasst. Und so wurde ich nicht Zeuge, wie Torsten mit zwei Kämpfern aus Wesel hier den dritten Platz in der Schwarzgurtgruppe erreichten. Hut ab und großen Respekt vor dieser Leistung .... und das noch am frühen Morgen!
Als ich gegen 10.00 Uhr eintraf, war also das Kampfgeschehen schon in vollem Gange. Aber bevor ich mich den Kampfflächen nähern konnte, mussten erst einmal zahlreiche Karatefreunde begrüßt und mit dem ein- oder anderen von ihnen ein kleines Pläuschen gehalten werden, darunter natürlich unsere vielen Karatefreunde aus Wesel, Karateka aus dem ganzen Bundesgebiet und aus Frankreich, lieb gewonnene Trainer wie Andreas Klein, Julian Chees, Hanskarl Rotzinger oder Jean-Pierre Fischer und noch zahlreiche andere Freunde unserer Kampfkunst, die, wie ich, nur zum Zuschauen angereist waren.
Am späten Vormittag ging es dann los mit Kumite Einzel der Herren in der Gruppe Ü 38. Torsten stand direkt Michael Szumlewski gegenüber, einem sehr beherzten Karateka, den ich selbst mal bei einem Lehrgang als Partner erleben durfte. Leider kam Torsten zunächst nicht richtig in die Gänge und kämpfte unter seinem Niveau. Dann gabs eine kurze Kampfpause, weil Torsten einen Jodan-Kontakt einstecken musste. Während des ärztlichen Checks flüsterte mir Kampfrichter Marcus Haack zu:"Mach ihm mal ein bisschen Dampf!" Ich eilte an die Seite der Kampffläche und feuerte meinen Trainingspartner an. Aber leider reichte es in dieser Disziplin nicht für eine Platzierung. Torsten nahm es mit Fassung und konzentrierte sich nun innerlich auf "seine" Disziplin, das Kata Shiai.
Gegen Mittag folgten dann die Austragungen in der Disziplin Kata, zunächst im Einzel der Herren ab 38 Jahre. Nun nahm ich direkt auf einer der Turnhallenbänke am Rand der Kampffläche platz. Torstens erste Runde - Flaggensystem - Heian Godan. Hey, das ist nicht schlecht, würde mal schätzen, das ist sogar von den Heian Katas seine liebste! Ich war selber sowas von aufgeregt - hätte ich selber im Pool gestanden, es wäre kaum schlimmer gewesen. Der arme Karate-Doc Peter Schuler, der neben mir Platz genommen hatte, musste leiden, als ich mich vor lauter Anspannung an seinem Unterarm festkrallte....und erst wieder losließ, als die Fahnen für "meinen Katamann" hochgehalten wurden. Also ab zu Runde zwei! Beim zweiten Durchgang dachte ich dann auch endlich mal daran, mit dem iphone eine Videoaufnahme zu machen. Das zügelte zwar meine Aufregung etwas - ließ Torsten aber trotzdem gewinnen. Das bedeutete: Einzug ins Finale! Von Torsten fiel plötzlich alle Anspannung ab und wich der Aura eines unglaublich zufriedenen, wenn nicht sogar glücklichen Menschen:"Seit ich 1998 zum ersten Mal mit meinem Trainer Albert Wilmerdinger als Zuschauer beim JKA-Cup war, war es immer mein großer Traum gewesen, einmal bei der Abendveranstaltung mit der Gruppe der Starter in die Halle einzulaufen und dort zu starten." Das war ihm jetzt gelungen!
Allzu lange konnte ich mich aber nicht mit ihm freuen, da es direkt weiterging mit Madeleine und ihrem Kata-Wettkampf - voraussichtlich zum letzten Mal konnte sie in diesem Jahr in der Gruppe bis 1. Kyu starten und rechnete sich gute Chancen aus, auch wieder ins Finale einzuziehen. Torsten und ich sahen aus nächster Nähe zu, wie sie die ersten drei Wettkämpfe sehr souverän gewann, dann aber die Fahnen zu Gunsten einer Kontrahentin gehoben wurde. Also doch kein Finale? Es stellte sich allerdings kurz darauf heraus, dass an Madeleines Pool aus Versehen zwei Runden zu viel ausgekämpft worden waren: Pro Pool sollten zwei Finalistinnen in die Abendveranstaltung einziehen - also war Madeleine doch noch im Finale mit dabei und ich konnte mich auf zwei spannende Endrunden freuen!
Von 16.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr wurde die Halle geschlossen wegen Umräumarbeiten. Wer noch nie beim JKA-Cup war, dem sei kurz erklärt, dass die Halle für die Abendveranstaltung wirklich schön herausgeputzt wird! Torsten und ich verbrachten die freie Zeit mit einem Spaziergang um den Block bei Nieselregen und setzten uns dann noch eine halbe Stunde in mein Auto, um uns bei Musik noch etwas zu entspannen und zu quatschen. Dann konnten wir endlich wieder rein.
Mann, ich konnte es selber jetzt fast gar nicht mehr aushalten, so aufgeregt war ich! Dabei hätte ich doch eigentlich ganz entspannt zusehen können! Aber schon auf der Hinfahrt nach Bottrop am Vormittag hatte ich dieses typische Grummeln im Bauch, das ich eigentlich nur als Aufregung vor eigenen Turnierstarts oder ähnlichen Auftritten kenne.
Endlich gingen in der Halle die großen Lichter aus und eine feierliche Beleuchtung erfüllte den Raum. Aus den Lautsprecherboxen erklangen harte Gitarrenriffs und gaben der Atmosphäre einen martialischen Anstrich. Durch den von mir aus gesehen rechten Eingang zur Halle kamen jetzt in einer Reihe die Finalisten im Laufschritt eingelaufen und stellten sich in ordentlichen Reihen in der Halle auf. In diesem Moment konnte ich verstehen, warum es Torsten so viel bedeutete, dort einmal mitzulaufen - selbst ich bekam auf der Tribüne eine Gänsehaut! https://www.youtube.com/watch?v=e9bHoxaqT3A&feature=plcp Neben mir stand Karate-Fotograf Alexander Raitz von Frenz, den ich spontan bat, eine Nahaufnahme von Torsten zu machen. Eine Bitte, der er gerne nachkam.
Es folgten atemberaubende Endrunden. Da sich das Geschehen auf bis zu vier Pools abspielte, gab es immer etwas Spannendes zu sehen! Besonders interessant war es für mich, die einzelnen Entwicklungsphasen der insgesamt hochkarätigen Karateka zu beobachten: Während z. B. die Bewegungsmuster der Braungurte im Kumite teilweise noch "einstudiert" wirkten, sah man den jungen Schwarzgurten bereits eine gewisse Routine an. Je erfahrener die Kämpferinnen und Kämpfer waren, desto mehr Kampfgeist und ausgeprägtere Geber- und Nehmerqualitäten legten sie auch an den Tag. Und die Jukuren, also die Karateka in den Gruppen Ü 30 (Damen) bzw. Ü 38 (Herren) waren dann trotz aller Beherztheit unglaublich gelassen und abgeklärt, nach dem Motto:"Ich weiß, was ich kann und das kann mir keine/r nehmen."
Irgendwann ging es endlich los mit Torstens Kata-Finale! Ich stand oben auf der Tribüne und diesmal zückte ich sofort mein iphone - diesen Moment wollte ich doch gerne festhalten! Torsten sagte seine Kata an: Nijushiho. Und dann kam die wohl beste Kata, die ich von ihm je gesehen habe - kraftvoll, dynamisch, elegant. https://www.youtube.com/watch?v=5QFLDIIDbik&feature=plcp Die Konkurrenz schlief aber nicht und letztlich schlug Michel Neuser aus Wilnsdorf mit zwei Zehnteln Vorsprung Torsten im Kampf um den zweiten Platz. Aber auch auf den dritten Platz kann er wirklich stolz sein! Und wer kam auf Platz eins, mag sich der geneigte Leser fragen? Nun, die Goldmedaille in dieser Gruppe und Disziplin ging zum nun insgesamt schon sage und schreibe 20. Mal mit der Kata Unsu an Michael Gehre aus Kiel! Also, was dieser Mann da zaubert, ist wirklich zum Niederknien! Unfassbar und supergut! Mit dieser Kata hatte Michael kürzlich auch in Paris die Europameisterschaft gewonnen!
Aber genug bewundert jetzt, Madeleine war noch dran mit ihrem Finale! Sie startete unter anderem gegen Mona Hengesbach vom Budosportcenter aus Münster. Mona hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und ich hatte bei der Landesmeisterschaft in Bochum das "Vergnügen" mit ihr ;-) Denkbar knapp waren daher auch die Wettkämpfe in der Gruppe bis 1. Kyu. Aber letztendlich bewies wohl Madeleine die besseren Nerven und konnte ihre Silbermedaille vom Vorjahr verteidigen! Mona kam immerhin auf Platz drei.
Der Abend war damit aber noch nicht abeschlossen und wir kamen noch in den Genuss zahlreicher weiterer Disziplinen. Sehr beeindruckend für mich persönlich war das starke Comeback von Andrea Gluschke, die im Kumite der Damen Ü 38 einen furiosen Sieg erkämpfte. Absolut beeindruckt war ich auch von der Leistung Emanuele Bisceglies, der undankbarer Weise im Kata Einzel wegen Hikiwake zwei oder dreimal die Kanku Dai vorführen musste - und es schien, als würde er sich in jeder Runde wieder selbst übertreffen! Ein wahrer Augenschmaus war natürlich auch das Finale der Kata-Teams. Herausragend hier das Team unserer Freunde aus Frankreich - aber das absolute Highlight waren auch in diesem Jahr wieder die Jungs aus Frankfurt: Als Emanuele, Giovanni und Davor starteten, hätte man bereits in der Vorrunde (Kata Enpi) in der Halle eine Stecknadel fallen hören können - aber im Finale war die Spannung so groß, dass sich meine Nackenhaare aufstellten! Das ist einfach fantastisch, was die drei da vorführen und sie kamen voll verdient mit der Unsu auf Platz 1!
Insgesamt zogen sich die Finalrunden dann leider etwas hin. Ob das an den zahlreichen Siegerehrungen lag, die zwischendurch immer wieder eingeschoben wurden? (Übrigens sehr eloquent moderiert von einem sympathischen jungen Mann!) Nun, als Nicht-Organisator hat man immer leicht reden - ich wüsste aber auch nicht, was man spontan anders/besser machen könnte.
Einen herzlichen Dank für diesen spannenden Tag von meiner Seite an Klaus Wiegand und das Organisationsteam, an die vielen engagierten Kampfrichter und vor allem auch an die mutigen und beherzten Karateka, die sich an diesem Tag der Herausforderung eines Turnierstarts gestellt haben!
Die Kumite-Team-Wettbewerbe am frühen Morgen hatte ich leider verpasst. Und so wurde ich nicht Zeuge, wie Torsten mit zwei Kämpfern aus Wesel hier den dritten Platz in der Schwarzgurtgruppe erreichten. Hut ab und großen Respekt vor dieser Leistung .... und das noch am frühen Morgen!
Als ich gegen 10.00 Uhr eintraf, war also das Kampfgeschehen schon in vollem Gange. Aber bevor ich mich den Kampfflächen nähern konnte, mussten erst einmal zahlreiche Karatefreunde begrüßt und mit dem ein- oder anderen von ihnen ein kleines Pläuschen gehalten werden, darunter natürlich unsere vielen Karatefreunde aus Wesel, Karateka aus dem ganzen Bundesgebiet und aus Frankreich, lieb gewonnene Trainer wie Andreas Klein, Julian Chees, Hanskarl Rotzinger oder Jean-Pierre Fischer und noch zahlreiche andere Freunde unserer Kampfkunst, die, wie ich, nur zum Zuschauen angereist waren.
Am späten Vormittag ging es dann los mit Kumite Einzel der Herren in der Gruppe Ü 38. Torsten stand direkt Michael Szumlewski gegenüber, einem sehr beherzten Karateka, den ich selbst mal bei einem Lehrgang als Partner erleben durfte. Leider kam Torsten zunächst nicht richtig in die Gänge und kämpfte unter seinem Niveau. Dann gabs eine kurze Kampfpause, weil Torsten einen Jodan-Kontakt einstecken musste. Während des ärztlichen Checks flüsterte mir Kampfrichter Marcus Haack zu:"Mach ihm mal ein bisschen Dampf!" Ich eilte an die Seite der Kampffläche und feuerte meinen Trainingspartner an. Aber leider reichte es in dieser Disziplin nicht für eine Platzierung. Torsten nahm es mit Fassung und konzentrierte sich nun innerlich auf "seine" Disziplin, das Kata Shiai.
Gegen Mittag folgten dann die Austragungen in der Disziplin Kata, zunächst im Einzel der Herren ab 38 Jahre. Nun nahm ich direkt auf einer der Turnhallenbänke am Rand der Kampffläche platz. Torstens erste Runde - Flaggensystem - Heian Godan. Hey, das ist nicht schlecht, würde mal schätzen, das ist sogar von den Heian Katas seine liebste! Ich war selber sowas von aufgeregt - hätte ich selber im Pool gestanden, es wäre kaum schlimmer gewesen. Der arme Karate-Doc Peter Schuler, der neben mir Platz genommen hatte, musste leiden, als ich mich vor lauter Anspannung an seinem Unterarm festkrallte....und erst wieder losließ, als die Fahnen für "meinen Katamann" hochgehalten wurden. Also ab zu Runde zwei! Beim zweiten Durchgang dachte ich dann auch endlich mal daran, mit dem iphone eine Videoaufnahme zu machen. Das zügelte zwar meine Aufregung etwas - ließ Torsten aber trotzdem gewinnen. Das bedeutete: Einzug ins Finale! Von Torsten fiel plötzlich alle Anspannung ab und wich der Aura eines unglaublich zufriedenen, wenn nicht sogar glücklichen Menschen:"Seit ich 1998 zum ersten Mal mit meinem Trainer Albert Wilmerdinger als Zuschauer beim JKA-Cup war, war es immer mein großer Traum gewesen, einmal bei der Abendveranstaltung mit der Gruppe der Starter in die Halle einzulaufen und dort zu starten." Das war ihm jetzt gelungen!
Allzu lange konnte ich mich aber nicht mit ihm freuen, da es direkt weiterging mit Madeleine und ihrem Kata-Wettkampf - voraussichtlich zum letzten Mal konnte sie in diesem Jahr in der Gruppe bis 1. Kyu starten und rechnete sich gute Chancen aus, auch wieder ins Finale einzuziehen. Torsten und ich sahen aus nächster Nähe zu, wie sie die ersten drei Wettkämpfe sehr souverän gewann, dann aber die Fahnen zu Gunsten einer Kontrahentin gehoben wurde. Also doch kein Finale? Es stellte sich allerdings kurz darauf heraus, dass an Madeleines Pool aus Versehen zwei Runden zu viel ausgekämpft worden waren: Pro Pool sollten zwei Finalistinnen in die Abendveranstaltung einziehen - also war Madeleine doch noch im Finale mit dabei und ich konnte mich auf zwei spannende Endrunden freuen!
Von 16.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr wurde die Halle geschlossen wegen Umräumarbeiten. Wer noch nie beim JKA-Cup war, dem sei kurz erklärt, dass die Halle für die Abendveranstaltung wirklich schön herausgeputzt wird! Torsten und ich verbrachten die freie Zeit mit einem Spaziergang um den Block bei Nieselregen und setzten uns dann noch eine halbe Stunde in mein Auto, um uns bei Musik noch etwas zu entspannen und zu quatschen. Dann konnten wir endlich wieder rein.
Mann, ich konnte es selber jetzt fast gar nicht mehr aushalten, so aufgeregt war ich! Dabei hätte ich doch eigentlich ganz entspannt zusehen können! Aber schon auf der Hinfahrt nach Bottrop am Vormittag hatte ich dieses typische Grummeln im Bauch, das ich eigentlich nur als Aufregung vor eigenen Turnierstarts oder ähnlichen Auftritten kenne.
Endlich gingen in der Halle die großen Lichter aus und eine feierliche Beleuchtung erfüllte den Raum. Aus den Lautsprecherboxen erklangen harte Gitarrenriffs und gaben der Atmosphäre einen martialischen Anstrich. Durch den von mir aus gesehen rechten Eingang zur Halle kamen jetzt in einer Reihe die Finalisten im Laufschritt eingelaufen und stellten sich in ordentlichen Reihen in der Halle auf. In diesem Moment konnte ich verstehen, warum es Torsten so viel bedeutete, dort einmal mitzulaufen - selbst ich bekam auf der Tribüne eine Gänsehaut! https://www.youtube.com/watch?v=e9bHoxaqT3A&feature=plcp Neben mir stand Karate-Fotograf Alexander Raitz von Frenz, den ich spontan bat, eine Nahaufnahme von Torsten zu machen. Eine Bitte, der er gerne nachkam.
Es folgten atemberaubende Endrunden. Da sich das Geschehen auf bis zu vier Pools abspielte, gab es immer etwas Spannendes zu sehen! Besonders interessant war es für mich, die einzelnen Entwicklungsphasen der insgesamt hochkarätigen Karateka zu beobachten: Während z. B. die Bewegungsmuster der Braungurte im Kumite teilweise noch "einstudiert" wirkten, sah man den jungen Schwarzgurten bereits eine gewisse Routine an. Je erfahrener die Kämpferinnen und Kämpfer waren, desto mehr Kampfgeist und ausgeprägtere Geber- und Nehmerqualitäten legten sie auch an den Tag. Und die Jukuren, also die Karateka in den Gruppen Ü 30 (Damen) bzw. Ü 38 (Herren) waren dann trotz aller Beherztheit unglaublich gelassen und abgeklärt, nach dem Motto:"Ich weiß, was ich kann und das kann mir keine/r nehmen."
Irgendwann ging es endlich los mit Torstens Kata-Finale! Ich stand oben auf der Tribüne und diesmal zückte ich sofort mein iphone - diesen Moment wollte ich doch gerne festhalten! Torsten sagte seine Kata an: Nijushiho. Und dann kam die wohl beste Kata, die ich von ihm je gesehen habe - kraftvoll, dynamisch, elegant. https://www.youtube.com/watch?v=5QFLDIIDbik&feature=plcp Die Konkurrenz schlief aber nicht und letztlich schlug Michel Neuser aus Wilnsdorf mit zwei Zehnteln Vorsprung Torsten im Kampf um den zweiten Platz. Aber auch auf den dritten Platz kann er wirklich stolz sein! Und wer kam auf Platz eins, mag sich der geneigte Leser fragen? Nun, die Goldmedaille in dieser Gruppe und Disziplin ging zum nun insgesamt schon sage und schreibe 20. Mal mit der Kata Unsu an Michael Gehre aus Kiel! Also, was dieser Mann da zaubert, ist wirklich zum Niederknien! Unfassbar und supergut! Mit dieser Kata hatte Michael kürzlich auch in Paris die Europameisterschaft gewonnen!
Aber genug bewundert jetzt, Madeleine war noch dran mit ihrem Finale! Sie startete unter anderem gegen Mona Hengesbach vom Budosportcenter aus Münster. Mona hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und ich hatte bei der Landesmeisterschaft in Bochum das "Vergnügen" mit ihr ;-) Denkbar knapp waren daher auch die Wettkämpfe in der Gruppe bis 1. Kyu. Aber letztendlich bewies wohl Madeleine die besseren Nerven und konnte ihre Silbermedaille vom Vorjahr verteidigen! Mona kam immerhin auf Platz drei.
Der Abend war damit aber noch nicht abeschlossen und wir kamen noch in den Genuss zahlreicher weiterer Disziplinen. Sehr beeindruckend für mich persönlich war das starke Comeback von Andrea Gluschke, die im Kumite der Damen Ü 38 einen furiosen Sieg erkämpfte. Absolut beeindruckt war ich auch von der Leistung Emanuele Bisceglies, der undankbarer Weise im Kata Einzel wegen Hikiwake zwei oder dreimal die Kanku Dai vorführen musste - und es schien, als würde er sich in jeder Runde wieder selbst übertreffen! Ein wahrer Augenschmaus war natürlich auch das Finale der Kata-Teams. Herausragend hier das Team unserer Freunde aus Frankreich - aber das absolute Highlight waren auch in diesem Jahr wieder die Jungs aus Frankfurt: Als Emanuele, Giovanni und Davor starteten, hätte man bereits in der Vorrunde (Kata Enpi) in der Halle eine Stecknadel fallen hören können - aber im Finale war die Spannung so groß, dass sich meine Nackenhaare aufstellten! Das ist einfach fantastisch, was die drei da vorführen und sie kamen voll verdient mit der Unsu auf Platz 1!
Insgesamt zogen sich die Finalrunden dann leider etwas hin. Ob das an den zahlreichen Siegerehrungen lag, die zwischendurch immer wieder eingeschoben wurden? (Übrigens sehr eloquent moderiert von einem sympathischen jungen Mann!) Nun, als Nicht-Organisator hat man immer leicht reden - ich wüsste aber auch nicht, was man spontan anders/besser machen könnte.
Einen herzlichen Dank für diesen spannenden Tag von meiner Seite an Klaus Wiegand und das Organisationsteam, an die vielen engagierten Kampfrichter und vor allem auch an die mutigen und beherzten Karateka, die sich an diesem Tag der Herausforderung eines Turnierstarts gestellt haben!
Trainingslager 2012 - in aller Freundschaft
Das diesjährige Trainingslager unseres Vereins zusammen mit unseren Freunden aus Wesel stand unter dem Motto "In aller Freundschaft". Grund dafür war natürlich einmal die langjährige Freundschaft unserer beiden Vereine - bereits seit vielen Jahren trainieren, starten und feiern wir gemeinsam und inzwischen wächst sogar schon bald die dritte Karategeneration heran. In diesem Jahr wurde das Trainingslager aber auch erstmals von zwei Trainern geleitet, die eine inzwischen schon 30-jährige (Karate-)Freundschaft verbindet: Sensei Michael Jarchau und Sensei Thorsten Rabeneck haben schon unzählige Trainings miteinander "durchlitten" und schließlich grade auch ihre jüngsten Danprüfungen miteinander absolviert.
Insgesamt nahmen knapp 50 Karateka an den je drei Trainingseinheiten für Unter- und Oberstufe teil. Die Unterstufe kam vermutlich erstmals in den Genuss, bei Thorsten trainieren zu dürfen und erlebte schon mal einen Vorgeschmack auf den "Spirit", der sie bald in der Oberstufen-Trainingseinheit erwartet. Die Unterstufe beschäftigte sich - soweit ich das beobachten konnte - mit Kihon, Kata, Kata-Bunkai und Kumite. Es war für jeden etwas dabei und alle kamen erschöpft aber begeistert aus den Einheiten.
Für die Oberstufe gab es schwerpunktmäßig Partnertraining. Mir wurde in den beiden Einheiten, in denen ich mittrainieren konnte, Maren Kolb aus Wesel zugeteilt und wir haben ordentlich miteinander geschwitzt und an den Trainingsaufgaben getüftelt, die uns Micha aufgab. Zentraler Schwerpunkt für uns war, unsere Flexibilität im Zweikampf zu steigern. Hierfür gab es verschiedene, nicht immer einfache Kombinationen und auch interessante Tai-Sabaki-Vorgaben: links vor stehen, das rechte Bein zur Seite raussetzen und quasi nach rechts im Zenkutsu-Dachi stehen, dabei aber nach links schlagen, also dorthin, wo der Partner steht; dann auf der Stelle drehen und Gyaku-Tsuki schlagen. Ebenso übten wir aber auch das Herausgehen nach links mit Schlag nach rechts und anschließendem Tsuki. In der letzten Einheit waren als Konter dann Fußtechniken gefragt: Mae-, Mawashi- oder Yoko-Geri. Hier hatte ich dann zeitweise auch Thomas aus Wesel als Partner und schließlich wechselten wir immer durch, was ja schließlich auch der Flexibilität dienlich war.
Am Ende der letzten Einheit, die Micha dankenswerter Weise maßlos zeitlich überzog, gab es dann ein Finale Furioso - Pratzentraining vom Feinsten mit vielen Stationen und einem nicht enden wollenden Strom an Techniken, Kampfscheien und Anfeuerungsrufen durch die ganze Halle. Da kam richtig Stimmung auf und ich glaube, wir bekamen trotz der Erschöpfung alle nicht genug!
Die Freundschaften wurden aber nicht nur durch den Austausch von herzhaften Tsukis und Geris gepflegt, sondern auch bei dem ein- oder anderen Getränk am Freitagabend in Verbindung mit einer leckeren Pizza - und natürlich bei den Saunagängen zwischendurch.
Das war ein spitzenmäßiges Karate-Wochenende - Training auf technisch hohem Niveau mit Partnern, die einem nichts schenken und mit denen man nach dem Training wieder in lockerer Runde quatschen und lachen kann.
Das Trainingslager Münster - Wesel wird immer zu meinen ganz besonderen Trainingshighlights im Jahr gehören!
Insgesamt nahmen knapp 50 Karateka an den je drei Trainingseinheiten für Unter- und Oberstufe teil. Die Unterstufe kam vermutlich erstmals in den Genuss, bei Thorsten trainieren zu dürfen und erlebte schon mal einen Vorgeschmack auf den "Spirit", der sie bald in der Oberstufen-Trainingseinheit erwartet. Die Unterstufe beschäftigte sich - soweit ich das beobachten konnte - mit Kihon, Kata, Kata-Bunkai und Kumite. Es war für jeden etwas dabei und alle kamen erschöpft aber begeistert aus den Einheiten.
Für die Oberstufe gab es schwerpunktmäßig Partnertraining. Mir wurde in den beiden Einheiten, in denen ich mittrainieren konnte, Maren Kolb aus Wesel zugeteilt und wir haben ordentlich miteinander geschwitzt und an den Trainingsaufgaben getüftelt, die uns Micha aufgab. Zentraler Schwerpunkt für uns war, unsere Flexibilität im Zweikampf zu steigern. Hierfür gab es verschiedene, nicht immer einfache Kombinationen und auch interessante Tai-Sabaki-Vorgaben: links vor stehen, das rechte Bein zur Seite raussetzen und quasi nach rechts im Zenkutsu-Dachi stehen, dabei aber nach links schlagen, also dorthin, wo der Partner steht; dann auf der Stelle drehen und Gyaku-Tsuki schlagen. Ebenso übten wir aber auch das Herausgehen nach links mit Schlag nach rechts und anschließendem Tsuki. In der letzten Einheit waren als Konter dann Fußtechniken gefragt: Mae-, Mawashi- oder Yoko-Geri. Hier hatte ich dann zeitweise auch Thomas aus Wesel als Partner und schließlich wechselten wir immer durch, was ja schließlich auch der Flexibilität dienlich war.
Am Ende der letzten Einheit, die Micha dankenswerter Weise maßlos zeitlich überzog, gab es dann ein Finale Furioso - Pratzentraining vom Feinsten mit vielen Stationen und einem nicht enden wollenden Strom an Techniken, Kampfscheien und Anfeuerungsrufen durch die ganze Halle. Da kam richtig Stimmung auf und ich glaube, wir bekamen trotz der Erschöpfung alle nicht genug!
Die Freundschaften wurden aber nicht nur durch den Austausch von herzhaften Tsukis und Geris gepflegt, sondern auch bei dem ein- oder anderen Getränk am Freitagabend in Verbindung mit einer leckeren Pizza - und natürlich bei den Saunagängen zwischendurch.
Das war ein spitzenmäßiges Karate-Wochenende - Training auf technisch hohem Niveau mit Partnern, die einem nichts schenken und mit denen man nach dem Training wieder in lockerer Runde quatschen und lachen kann.
Das Trainingslager Münster - Wesel wird immer zu meinen ganz besonderen Trainingshighlights im Jahr gehören!
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Donnerstag, 1. November 2012
Kraft- und Sandsacktraining
Heute habe ich sage und schreibe eineinhalb Stunden lang Kraft- und Sandsacktraining gemacht - dazu satte Beats aus den Dojo-Boxen! Das war ein Spaß! Der Kraftteil betrug eine, der Sandsackteil ne halbe Stunde.
Habe folgende Übungen ausgeführt:
Zum Warmup: Tsukis auf der Stelle (wie zum Warmup beim SV-Kurs)
Einbeinige Kniebeugen (so tief es derzeit eben geht), mit einem kleinen "Keil" unter dem Ballen, damit das Knie etwas entlastet wird. Habe mir hierzu eine Isomatte einige Male gefaltet, damit die Höhe passte. Je 20 pro Seite und drei Sätze.
Auf einem Bein auf einer Handpratze stehend Choko-Tsukis, je 20 pro Seite und drei Sätze
Bauch: Käfer-Crunch aus dem maxxf-Buch - zwei Sätze in der schwierigsten Variante a 20 pro Seite, dann je einen Satz mit 20 Wiederholungen in der Variante mit angezogenem Knie.
Seitlichen Unterarmstütz:
Zunächst mit angehobenem oberen Bein und Arm (geht rechts derzeit nicht so gut), oberes Bein 20 mal wippen lassen, dann noch 30 Sekunden gehalten
Dann mit aufgelegtem oberen Bein noch zweimal pro Seite und je 30 Sekunden
Beckenlift
Erst Vorbereitung (Kramfvermeidung): Beide Füße aufgestellt und Becken angehoben, ca. 1 Minute lang
Dann mit der schwierigsten Variante (vorderes Bein in möglichst großem Winkel mit der Ferse aufgestellt) je 20 Mal pro Seite, zwei Sätze
Liegestütz
Hände auf Brusthöhe und Arme wie beim Tsuki führen, Knie aufgestellt, aber großer Winkel (zweitschwierigste Variante), je drei Sätze a 10 Wiederholungen
Bodenrudern
Variante mit angehobenen Füßen (zweitschwierigste): je 20 Wiederholungen, drei Sätze
Beinrückheben
Auf den Bauch legen, Knie anwinkeln und möglichst weit zusammen und Knie vom Boden heben, je 20 mal a 3 Sätze
Sandsack:
Tsukis im Stand, Doppeltsukis, Heito, Shuto, Uraken, Empi, Mawashi Lowkick, im Regelfall 20 Wdh pro Seite und 3 Sätze. Beim Mawashi 10 Wdh und 2 Sätze
Habe folgende Übungen ausgeführt:
Zum Warmup: Tsukis auf der Stelle (wie zum Warmup beim SV-Kurs)
Einbeinige Kniebeugen (so tief es derzeit eben geht), mit einem kleinen "Keil" unter dem Ballen, damit das Knie etwas entlastet wird. Habe mir hierzu eine Isomatte einige Male gefaltet, damit die Höhe passte. Je 20 pro Seite und drei Sätze.
Auf einem Bein auf einer Handpratze stehend Choko-Tsukis, je 20 pro Seite und drei Sätze
Bauch: Käfer-Crunch aus dem maxxf-Buch - zwei Sätze in der schwierigsten Variante a 20 pro Seite, dann je einen Satz mit 20 Wiederholungen in der Variante mit angezogenem Knie.
Seitlichen Unterarmstütz:
Zunächst mit angehobenem oberen Bein und Arm (geht rechts derzeit nicht so gut), oberes Bein 20 mal wippen lassen, dann noch 30 Sekunden gehalten
Dann mit aufgelegtem oberen Bein noch zweimal pro Seite und je 30 Sekunden
Beckenlift
Erst Vorbereitung (Kramfvermeidung): Beide Füße aufgestellt und Becken angehoben, ca. 1 Minute lang
Dann mit der schwierigsten Variante (vorderes Bein in möglichst großem Winkel mit der Ferse aufgestellt) je 20 Mal pro Seite, zwei Sätze
Liegestütz
Hände auf Brusthöhe und Arme wie beim Tsuki führen, Knie aufgestellt, aber großer Winkel (zweitschwierigste Variante), je drei Sätze a 10 Wiederholungen
Bodenrudern
Variante mit angehobenen Füßen (zweitschwierigste): je 20 Wiederholungen, drei Sätze
Beinrückheben
Auf den Bauch legen, Knie anwinkeln und möglichst weit zusammen und Knie vom Boden heben, je 20 mal a 3 Sätze
Sandsack:
Tsukis im Stand, Doppeltsukis, Heito, Shuto, Uraken, Empi, Mawashi Lowkick, im Regelfall 20 Wdh pro Seite und 3 Sätze. Beim Mawashi 10 Wdh und 2 Sätze
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