Samstag, 25. Juli 2020

Training "Starke Kinder bei Schulbeginn und Schulwechsel"

Ziel: Förderung der Konzentration, des Körperbewusstseins, der Aufmerksamkeit, der Wehrhaftigkeit

- Link-rechts-links: Vor dem Überqueren einer Straße müssen Fußgänger*innen den Straßenverkehr beachten. Hierzu bleibt man am Straßenrand stehen und blickt erst nach links, dann nach rechts, dann noch einmal nach links. Wenn die Straße frei ist, kann sie überquert werden.

Im Training üben wir das so:
Vorbereitung / Warmup auf der Stelle (Corona) mit Laufen und Hampelmann, danach Tsuki und Keri

Anschließend war die Koordinationsleiter ausgelegt und davor im Abstand von ca. 1,5 m die kleinen Handpratzen (eine oder zwei mehr als Kinder im Training sind).

Die Kinder nehmen je Aufstellung neben einer Pratze, ein Kind kann sich schon an die erste Sprosse der Leiter stellen.
Nun läuft das erste Kind durch die Leiter, die anderen Kinder haben die Aufgabe, sehr aufmerksam zu sein und sofort wenn die Pratze vor dem Kind "frei" wird, aufzurücken (wie beim "Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel" ein Feld vorzurücken); zwei oder drei Durchgänge, bis das klappt.

Anschließend an der Pratze stehend Blick zum Spiegel ausrichten. Die Kinder werden gefragt, wo "links" ist. Bei uns in der Karateschule wissen alle Kinder "da, wo das Logo auf der Jacke ist, da ist links". Die Kinder üben dann, den Kopf abwechselnd nach links und rechts zu drehen. Im Folgenden heißt es dann: "Links, rechts, links" und dann wieder den Kopf gradeaus zum Spiegel - das wird ca. 10 Mal wiederholt. Es wird erklärt, warum es wichtig ist, erst nach links zu blicken und vor dem Losgehen noch einmal: Durch den Rechtsverkehr in Deutschland kommen die Autos, die dem Kind am Straßenrand am nächsten sind, von links.

Dann drehen sich an ihrer Pratze wieder alle in Richtung Leiter und das erste Kind geht zur ersten Sprosse. Nun blickt es nach links-rechts-links, bevor es über die "Straße" (in Form der Leiter) laufen darf. Die anderen Kinder haben weiter die Aufgabe, aufmerksam zu sein und immer aufzurücken; drei Durchgänge. Wenn wir feststellen, dass die Kinder nur "mit dem Kopf wackeln" und gar nicht richtig zur Seite blicken, können sich die Trainer*innen an die Seiten hocken und - wenn die Kinder schauen - lustige Grimassen schneiden :-)

Verschärfung: Die Kinder sollen lernen, ihre Aufmerksamkeit auf die Straße zu richten, auch wenn eine Freundin ruft oder ein süßer kleiner Hund auf dem Gehweg entlang geht. Wir üben weiter an der Leiter: Ein Kind steht an der ersten Sprosse - Aufgabe ist weiter, links-rechts-links zu schauen und dann die Leiter zu durchqueren, ohne die gelben Leisten oder die grüne Schnur am Rand zu berühren.  Es ist das Ziel, sich nicht ablenken zu lassen! Ablenkung wird bei dieser Übung nun dadurch hergestellt, dass alle anderen Kinder mit ihrer Pratze am Rand der Leiter im Abstand von ca. 1 m zur Leiter und 1,5 m voneinander Aufstellung nehmen, so dass das durch die Leiter laufende Kind quasi einen Spießrutenlauf erlebt. Die Kinder am Rand können
- bei der Pandagruppe einfach nur "da stehen"
- bei der Fuchsgruppe Hampelmann machen, Tsuki machen oder Mae Geri
Mit den Kindern sollte auch intensiv besprochen werden, welchen Zweck die Übungen haben, damit der Transfer von der Laborsituation im Dojo zur Realität gelingt.


Mittwoch, 22. April 2020

Tokugawa Tsunayoshi - der Hunde-Shogun

Foto: Wikipedia
In der Dojo-freien Corona-Zeit beschäftige ich mich grade über verschiedene Medien mit dem Leben der Samurai. Hierzu habe ich mir ein E-Book zugelegt (Die Samurai von Wolfgang Schwentker, Beck-Verlag) und es gibt eine kurzweilige, dreiteilige Doku bei ZDF Info via youtube Doku Samurai 2015 - Japans Krieger. Hier wird in Teil drei der Shogun Tokugawa Tsunayoshi erwähnt, der von seinen Zeitgenossen den Spitznamen "Hunde-Shogun" erhielt.

Tsunayoshi war ein Urenkel des Dynastie-Begründers Tokugawa Ieyasu, der nach dem Sieg bei der Schlacht von Sekigahara im Jahre 1600 Japan von der so genannten Sengoku-Zeit ("Zeit der kriegführenden Lande") in die Edo-Zeit überführte (benannt nach der Hauptstadt Edo, heute Tokio). Die Edo-Zeit beinhaltet die längste Friedenszeit der japanischen Geschichte, die über 250 Jahre andauerte. Die Kultur der Samurai änderte sich in diesen 250 Jahren grundlegend, da kriegerische Einsätze nur noch sehr selten vorkamen. Gleichwohl war es üblich, dass die Tokugawa Shogune eine Samurai-Ausbildung erhielten - so auch Tsunayoshis älterer Bruder, der für das Amt des Shogun vorgesehen war. Tsunayoshi selbst wurde nicht kriegerisch ausgebildet und nicht auf politische Ämter vorbereitet, sondern genoss eine allgemeinere Schulbildung, geprägt von den Lehren des Buddhismus und des Konfuzianismus.

Als Tsunayoshi nach dem frühen Tod seines Bruders das Amt des Shogun übernahm, führte dies daher zu einem Wandel der japanischen Gesellschaft: Tsunayoshi waren Bildung und Kultur wichtiger als kriegerische Heldentaten und Kriegsherren, die seine Gunst erringen wollten, konnten sich eher durch die Förderung der Künste und des Buchdrucks hervortun, als durch martialisches Kräftemessen. Die Regentschaft Tsunayoshis wurde somit zu einer Zeit der kulturellen Blüte Japans.

Auch wenn er einerseits durchaus ein machtbewusster Politiker war, der nicht davor zurückscheute, intrigante Einflussgeber beseitigen zu lassen, verurteilte Tokugawa Tsunayoshi bedingt durch seine Erziehung Gewalt grundsätzlich. So erließ er unter anderem die "Gesetze zum Mitleid gegenüber Lebewesen" (Shōrui Awaremi no Rei). Dieses Gesetz schützte erstmals z. B. auch Menschen aus den unteren Schichten, speziell auch Kinder. Zur damaligen Zeit war es nicht unüblich, dass Familien, Kinder, die sie nicht ernähren konnten, aussetzen. Diesen Kindern drohte meist ein hartes Schicksal, oftmals mussten sie schlichtweg verhungern! Tsunayoshi verfügte, dass sich Beamte um die Kinder sorgen und ihnen ein neues Zuhause finden mussten.

Tsunayoshi war im Jahr des Hundes geboren. Ob dies nun den Ausschlag gab, dass ihm besonders auch das Wohl der Hunde am Herzen lag? Jedenfalls erließ der Schogun auch ein striktes - und für damalige Zeiten vermutlich höchst ungewöhnliches - Gesetz zum Schutz von (und vor) Hunden: Viele der Samurai hielten nämlich zahlreiche Hunde in ihren Palästen. Oftmals entliefen die Tiere oder wurden ausgesetzt, so dass eine große Anzahl frei herumlaufender Hunde Edo unsicher machte und vor allem auch schutzlose Kinder angriffen und verletzten. Manch anderer Herrscher hätte die Tiere vermutlich einfangen und töten lassen, um der Plage Herr zu werden. Nicht so Tsunayoshi: Er verfügte, dass die Tiere eingesammelt und in Heimen für Hunde untergebracht und gefüttert werden sollten. Die Daimyo Edos mussten für die Kosten aufkommen. Wenn Hunde starben, so sollten sie in die Berge gebracht und dort begraben werden - nicht weniger aufwendig als Menschen. Der Legende nach beschwerte sich einst ein Bauer, der seinen Hund beschwerlich in die Berge tragen musste, darüber gegenüber seinem Nachbarn. Dieser soll geantwortet haben: "Sei froh, dass der Shogun im Jahr des Hundes geboren ist! Wäre er im Jahr des Pferdes geboren, hättest Du noch viel schwerer zu tragen." Dieses für damalige Zeiten ungewöhnliche Gesetz zum Wohle der Hunde brachte Tokugawa Tsunayoshi den Spitznamen Hunde-Shogun (Inu Kubō) ein.

Der Schutz der Schwachen hatte aber ihren Preis und so stiegen die Staatsausgaben unter Tokugawa Tsunayoshi weiter an. Das Shogunat hatte ohnehin schon mit hohen Ausgaben zu kämpfen, da das Aufrechterhalten der Kriegerkaste, die aus Mangel an kriegerischen Auseinandersetzungen im Grunde überflüssig geworden war und nur zum Teil durch Verwaltungsaufgaben beschäftigt werden konnte, immense Kosten verursachte. Brände, Missernten und Erdbeben belasteten Japan in dieser Epoche zusätzlich. In die Zeit der Regentschaft Tokugawa Tsunayoshis fielen übrigens auch die Ereignisse der 47 Ronin, die im buddhistischen Tempel Sengaku-ji in Tokio begraben sind.

Montag, 20. April 2020

Kakuyoku Nidan

Kakuyoku Nidan

Im Shizen tai Hände vor dem Körper mit den Fingerspizen zueinander und den Handflächen nach oben zeigend zusammen (leicht bis Brustkorb mit dem Einatmen hochziehen, dann rechten Fuß nach vorne in ZK und Arme fast strecken, geöffnete Hände (Handflächen Richtung Boden) etwa auf Kopfhöhe, Finger berühren sich nicht, aber zeigen etwas zueinander.

Vorrutschen und Hände runderziehen und kraftvoll drehen zu doppel Shuto Uchi auf Brusthöhe, nochmal vorrutschen und mit den aufgestellten Handkanten / mit dem Handballen nach vorne stoßen

Wendung nach links mit Neko Ashi dachi links vor, linken Arm vor, Hand aufgestellt, beide Hände geöffnet. Rechte Hand ist aufgestellt an der rechten Schulter. Hände Wechseln (Stoß mit der aufgestellten Hand) und nochmal wechseln, Stoß mit der linken Faust, aber Tate tsuki, als Faust senkrecht – dasselbe zur anderen Seite. 

Im Stand mit dem linken Arm zur linken Seite Shuto Gedan Barei, Unterarm hoch, mit Teisho, Handfläche zur Decke zeigen lassen, Finger angezogen. 

Körper mitdrehen, Füße bleiben stehen, und zweimal Tsuki

Rechts vor ZK mit offenen Handflächen blocken, rechte Hand nach vorne und linke am Kopf
Dann links vor Neko Ashi Dachi und Hände wechseln
Rechte Hand stößt vor, dabei Vorgleiten in Gy ZK, Treffen mit der Handaussenkante, dann nochmal dopplten Tate Tsuki. 

Im Stand nach rechts Shuto Gedan Barei
Hinteren Fuß halb ranziehen (Mischung aus Heiko Dachi und Renoji Dachi) und rechten Arm hoch in Jodan Uchi Uke mit offener Hand. Enpi mit links, dabei Faust in die Hand zur Verstärkung.

Im Stand mit links Shuto Gedan Barei, hinteres Bein ranziehn, Jodan Uchi uke, Empi

Dann rechts rum drehen Füße Heisoku Dachi (ganz zusammen) und Arme seitlich doppelter Gedan Barei (wie in Jion). Vor wie in Jion

Dann zurück mit doppeltem Age Uke und links vor Neko Ashi DAchi.

Vorderen Fuß absetzen, hinteren ransezten, dabei Hände an die Hüfte und mit links Mae Geri, vorne Absetzen mit Doppel Tate tsuki

45 Grad vor in KB mit Shuto Uchi rechts vor, vorderen Fuß ranziehen in Neko Ashi Dachi , Hand Kakuyoku Uchi, vorderes Bein Mai Geri, absetzen links vor Oi Tsuki

Von da mit dem linken Bein und Arm KB Shuto Uchi und dasselbe zur anderen Seite , man steht schließlich rechts vor mit Oi  tsuki im ZK

Vorderes Bein umsetzen in KB mit Shuto Uchi, Arm groß ausholen und Otoshi Shuto Uchi (von oben wie ein Hackebeil). 

Hinten rum drehen in Neko Ashi Dachi mit Shuto Gedan Barei,  Umsetzen in ZK Gedan Nukite, Jodan Gegenbewegung (wie Heian Godan). Vorderen Fuß etwas ranziehen, mit dem linken Arm Shuto Uchi Jodan, oi tsuki

Vordern Fuß ranziehen und umdrehen und in die andere Richtung dasselbe

Das rechte, hintere Bein, stehen lassen und einmal hinten rum drehen, links vor Neko Ashi Daschi Shuto Gedan Barei, Arm Hochklappen (Hand gehöffnet). Kizamitsuki und vor ZK absetzen Gyaku Tsuki
























Kakuyoku Shodan

Kakuyoku Shodan

Im Shizentai beide Arme von außen nach oben führen, Hände geöffnet, rechte Hand ist vorne

Rechtes Knie hochziehen, Fuß flex, rechte Hand gedan Shuto Uke, Blick nach rechts, linke Faust Hikite

Rechten Unterarm hoch mit geöffneter Hand, rechtes Bein absetzen in ZK mit mit Jodan Nukite (oder Heito Uchi?)

Zur anderen Seite genauso

Linkes Bein ransetzen, mit rechts vor Neko Ashi Dachi, offene Hände dabei überkreuzt und Kakiwake Uke mit offenen Händen

Zweimal Suri Ashi vorgleiten in Neko Ashi Dachi mit Block, Handaußenkante (Seiryoto Uchi?), dann noch einmal vorgleiten, Arme groß auf Kopfhöhe ausholen und doppel Heito Uchi Jodan 

Auf dem vorderen Bein um 270 Grad drehen in Neko Ashi Dachi mit Kakuyoku Block (Handrücken oben), Mae Geri, Fuß wieder im Neko Ashi Dachi absetzen, dann mit demselben Fuß nach vorne absetzen in ZK mit Mawashi Empi in die offene Hand

Rechten Fuß versetzen in KB mit Blick zur Ausgangsposition (rechts rum, kleine Viertelwendung), dabei mit rechts Tate Shuto Uke, dann links Mawashi Empi, rechte Hand geht Hikite (nicht in die Hand stoßen). 

Wendung wieder zurück nach links, linken Arm ausstrecken, linken Fuß in Heiko Dachi, Yoko geri Kekomi, dabei linke Hand Hikite, Absetzen ZK mit Gy Ts

Wendung 180 Grad, mit rechtem Arm Kakuyoku Block und das ganze zur anderen Seite 

Füße so stehen lassen, und auf der Stelle Wendung 180 Grad, rechte Hand Heito Uchi, links wie Uchi Uke

Rechts vor mit rechts Gedan Barei, links oi tsuki

Links vor Juji Uke, dann Arm tricherförmig auseinander (wie Anfang Hokkyokuko) und vor doppel Nukite (Heito)

Vorderes Bein stehen lassen, hinten rum drehen in Neko ashi dachi links vor mit rechts kakuyoku block, handfläche nach oben, vor in ZK mit Age Empi Jodan und im Stand Heito, dann einen Schritt vor Oi tsuki mit rechts

Vorderes Bein am hinerteren vorbei – große Wendung, mit rechts vor stehen, kakuyoku Block, Empi, Heito, oi Tsuki
Vorderen Fuß zurück ziehen und neben den anderen stellen in Kiba Dachi mit links Heito Uchi,

Im Stand den linken Arm nach unten vor den Körper und den rechten nach oben (quasi überkreuz)

Beide Füße etwas zusammen ziehen, beide Arme nach oben, Handflächen offen und nach vorne
Zurück gleiten in Neko ashi dachi, rechter Fuß vorne, Arme dabei runterstoßen

Arme zur Seite wie doppel Gedan Barei mit offenen Händen

Hände vorstoßen und vorrutschen in Neko Ashi dachi (wie Ende Gojushiho Sho

Rakuyo

Rakuyo 

1.     Li vor Sochin Dachi, re Arm Mawashi Empi vor den Kopf, linker Arm holt mit geöffneter Hand vor der Stirn aus und zieht seitlich rechts an den Kopf (wie Tigerkralle oder als wenn man jemanden zieht)
2.     Linken / vorderen Fuß nach hinten führen (große Wendung), Arme wechseln
3.     Re Fuß nach re setzen, mit re Tate Shuto Uke, dann mit links gyaku mawashi empi
4.     Mawate, genauso
5.     Nach vorne, genauso (die drei Bewegungsrichtungen sind ähnlich wie in der Unsu)
6.     Wendung nach hinten, hinteren Fuß ranziehen, so dass man im Heiko Dachi steht, linken Arm gestreckt (Shuto Uchi)
7.     Drehung in dieselbe Richtung aber hinten rum, Landung mit rechts im zk mit age yoko empi (ähnlich wie in Nijushiho, aber schneller)
8.     Blickwendung 180 Grad (nach vorne), Knie hochziehen, rechten Arm mit geöffneter Hand (Ellenbogen zur Decke, Finger zeigen schräg nach unten), linker Arm schräg nach unten, eine Linie mit dem oberen Arm bildend
9.     Absetzen in ZK mit re Shuto Uchi (Handfläche nach oben zeigend), links Ellenbogen nach vorne, Oberarm nach oben geklappt, Faust zeigt zum Kopf 
10.  Links uraken
11.  Rückwärts um das vordere Bein drehen 45 Grad nach vorne mit Uraken absetzen mit rechts Uraken, Kizami tsuki mit demselben Arm, Hüfte weiter ausdrehen
12.  Hinten rum drehen, Richtung beibehalten, zk mit rechts Shuto Uchi
13.  Sprungwechsel, Landung mit li vor oi tsuki in zk
14.  Mae geri hinten absetzen mit gyaku tsuki
15.  Hinten rum drehen und in V Richtung zur anderen Seite dasselbe
16.  Hände öffnen, re seitlich vom Körper führen, rechte Hand nach vorne oben und um das vordere (linke) Bein herum drehen, in der Endposition ist der linke Arm gestreckt, Handfläche aufgestellt, der rechte Arm ist mit aufgestellter Handfläche neben der rechten Brust
17.  Gyaku tsuki mit offener Hand (rechts)
18.  Vorderes Bein versetzen und Wendung, Hände wechseln, nochmal gyaku tsuki im Stand
19.  Um das vordere Bein herum drehen, ZK mit Uraken, gyaku tsuki – Kiai
20.  Wendung um 180 Grad, Hände ähnlich Bassai Sho, Landung in Neko Ashi Dachi, re vor
21.  Re vor zk, gestreckter Arm mit Koko Uchi
22.  Hinten rum drehen 180 Grad, Landung mit Shuto Gedan Barei, dabei das linke Bein beugen, rechtes Knie am Boden
23.  Wendung hinten rum, 360 Grad, Landung in Zk Mit Age Empi
24.  Wendung 360 Grad, Landung in KB mit Empi, 180 Grad umsetzen in ZK Gyaku Tsuki
25.  Drehung (große Wendung) 180 Grad, KB Empi, 180 Grad umsetzen Gy Ts
26.  Wendung auf der Stelle mit re Arm Tate Shuto Uke (Haltung nah am Körper wie Uchi uke), li Faust vor dem Körper
27.  Linken Fuß versetzen und umdrehen in Heiko dachi, so dass der Blick wieder nach vorne geht, linken Arm nach oben nehmen in Jodan Uchi Uke mit geöffneter Hand (Hand oberhalb Kopf)
28.  Drehung Oberkörper weit nach rechts, mit Rechts einen von oben auf den Brustkorb des gedachten Gegners stoßenden Empi
29.  Drehung  zurück und einen Schritt mit re vor zur seite mit Empi, 
30.  Hinten rum drehen mit Heito Uchi, anderer Arm Hikite (ähnlich Nijushiho vor erstem Kiai, nur eben mit Hikite
31.  Dasselbe zur anderen Seite, bis li vor Heito
32.  Vorderen, linken Fuß, nach links umsetzen in KB mit Uraken (Ausrichtung nach vorne)
33.  Wendung 180 Grad, ZK Age Empi
34.  Wendung nach vorne, in Neko Ashi Dachi, li vor, linken Arm uraken 
35.  Vorderes Bein Mae Geri, vorne wieder absetzen (Stellung nicht verändern)

36.  Bein nach vorne stoßen mit Gyaku Tsuki – Kiai 

Freitag, 31. Januar 2020

Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte!

Karate ist bekannt als eine asiatische Kampfkunst, als eine traditionelle Form der Selbstverteidigung. Unter Selbstverteidigung wird allgemein zunächst eine Abwehr gegen körperliche Angriffe verstanden. Zum Glück begegnen den meisten Menschen körperliche Angriffe eher selten. Dennoch besteht oftmals der Wunsch, vorbereitet zu sein, falls es mal zu einem Übergriff kommt. In erster Linie denkt man vielleicht an einen Raubüberfall, falls man einmal spätabends oder nachts in der Stadt unterwegs ist oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, an einsamen Haltestellen auf Bus oder Bahn warten muss. Speziell Frauen wünschen sich Techniken, um übergriffigen Männern zu begegnen oder sich vor einer Vergewaltigung zu schützen oder sich im Falle einer solchen effektiv wehren zu können.  

Als Karatelehrerin mit langjähriger Erfahrung als Trainierende und Trainerin bin ich davon überzeugt, dass unsere Kampfkunst viele gute Ansätze für effektiven Eigenschutz bietet. Hier ist zunächst das disziplinierte Training, die Körperschule, die verlangt, dass wir aus uns herausgehen, dass wir uns erlauben, eine gesunde Aggression auszustrahlen und kontrolliert im Training auszuagieren. Wir erarbeiten uns eine Körperlichkeit, die dafür sorgt, dass sich unsere Physis verbessert, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene muskulös und athletisch werden, Seniorinnen und Senioren es bleiben. Des weiteren wird im Umgang mit der ausagierten Kraft der TrainingspartnerInnen mentale Stärke verlangt und erarbeitet, die es ermöglicht, auch im Ernstfall „auf der Straße“ mit Überraschungen, Schmerz und Schock umgehen zu können, ohne zwangsläufig zu erstarren. 

Die traditionellen Trainingselemente unserer Kampfkunst erweitern in Verbindung mit unserem ganzheitlich-methodischen Trainingsansatz den Eigenschutzeffekt um wirkungsvolle Handlungsoptionen. 

Wir arbeiten nicht mit Angstszenarien. In unseren Kinderkursen werden keine Ängste vor dem „bösen, fremden Mann im weißen Kastenwagen“ geschürt, der die Kinder einfängt und mitnimmt. Wir vermitteln hier ein grundsätzliches Verständnis von Grenzen und Rechten, die auch schon kleine Kinder einfordern dürfen. Zudem verschweigen wir auch in den Kinderkursen nicht, dass die häufigsten Übergriffe innerhalb des Familienkreises, in der Nachbarschaft, im Bekanntenkreis, Sportverein etc. stattfinden und selbstverständlich ermutigen wir zur Abgrenzung und vermitteln, dass das Melden solcher Übergriffe gegenüber den Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen etc. kein „Petzen“ ist und absolut in Ordnung! 

Auch im Bereich der Jugendlichen und Erwachsenen räumen wir auf mit „Räuberpistolen“ und klären auf, welche Orte tatsächlich gefährlich sind, welche Personengruppen potenziell eher von Täterinnen und Tätern ausgewählt werden. Wir überlegen gemeinsam, ob und in welchen Situationen es sinnvoll (und erlaubt) sein kann, sich zum Eigenschutz zu bewaffnen (Messer, Pfefferspray, Elektroshocker). Welchen Sinn machen Schläge und Tritte im Eigenschutz und wie ist da überhaupt die Rechtslage, wenn ich den oder die AngreiferInnen verletze? Wann machen Gelenkhebel Sinn und ist es ratsam, in einem Angriffszenario zu Boden zu gehen? 

Sind Sie bereit, unter Anstrengungen zu trainieren, sich im Training an Ihre physischen und mentalen Grenzen führen zu lassen? Wollen Sie Ihre produktiven Aggressionen kennenlernen und spüren, welche Kraft in Ihnen steckt? Kurz gesagt: Wollen Sie Ihre Abwehrkräfte stärken (oder die Ihres Kindes?)? Dann vereinbaren Sie einen Termin für ein Probetraining unter andreahaeusler@t-online.de oder 0179 545 1228 (bitte ggf. auf die Mailbox sprechen, ich rufe zurück).
Für Fragen stehen mein Team und ich jederzeit zur Verfügung!

Andrea Haeusler

Inhaberin der Karateschule Fuji San Münster 
(anerkannter Schulbetrieb, Bezirksregierung Münster)
4. Dan Shotokan Karate
Geprüfte Trainerin für Selbstverteidigung (ILS Akademie Hamburg)
Fachpädagogin für Konfliktkommunikation (Via Nova Akademie Itzehoe)
Traumafachberaterin / Traumapädagogin 

Macht Karate aggressiv?

Gelegentlich werden wir vor allem von Eltern gefragt: „Macht Karate nicht aggressiv?“ 
Die Antwort lautet: nein. Und: ja. 

Ich habe mich grade im Rahmen einer Fortbildung mit dem Thema Aggressionen näher beschäftigt und mich auf die Spuren des wunderbaren Peter Levine begeben (amerikanischer Biophysiker, Psychologe und Trauma-Therapeut, hier speziell sein Buch „Sprache ohne Worte“). 

Aggressionen sind grundsätzlich nichts Schlechtes, sondern Ausdruck von Kraft und Lebensenergie. Der Begriff Aggression (lat. aggressiō / aggredī sich auf etwas oder jemanden zubewegen, heranschreiten, sich nähern, angreifen) bedeutet übertragen auch: etwas anzugehen, etwas erreichen zu wollen. Gesunde, zielgerichtete Aggressionen dienen dazu, zu bekommen, was man im Leben braucht (Nahrung, Kleidung, Unterkunft, LebenspartnerIn etc.) und zu schützen, was man hat.
Auf dem zielgerichteten Ausleben von Aggressionen beruhen letztlich auch unsere Leidenschaften und unsere Lebenslust. Aggressionen dienen dazu, Grenzen zu setzen. Ungehinderte, klar ausgerichtete Aggressionen verkörpern Selbstschutz. Wir empfinden dann keinen Ärger, sondern spüren, wie wir eine offensive Haltung von Selbstbehauptung, Selbstschutz und Kampfbereitschaft einnehmen. Aggressionen führen erst dann zu Ärger und Wut, wenn wir nicht in der Lage sind, Konflikte zu lösen. Aus diesem Grund haben wir Elemente des Konflikttrainings bereits in unsere Kindertrainings integriert. Zudem bieten wir spezielle Kurse für Konfliktkommunikation für Kinder im Grundschulalter an („Stärke statt Streit“). Wir sind der Meinung, dass wir so dazu beitragen, Gewaltpotenziale zu verringern. 

Zudem kann es passieren, dass gesunde Aggressionen in einen chaotischen, unproduktiven, reaktiven emotionalen Zustand führen, wenn die Aggression abrupt gestoppt wird, z. B. durch eine versperrte Flucht. Derselbe Zustand kann sich einstellen, wenn einem Menschen in einer als gefährlich empfundenen Situation schlichtweg keine Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Karate wird daher bei uns bereits in den Trainings für Vorschulkinder als Eigenschutztraining praktiziert. (Wir vermeiden den Begriff Selbstverteidigung, da hierunter meist allein die körperliche Reaktion auf Angriffe verstanden wird, also Abwehr im Sinne von Schlagen, Treten usw. Unser Eigenschutzkonzept ist jedoch ganzheitlich aufgestellt und bezieht insbesondere auch die Vermeidung, Kommunikationsmöglichkeiten und die Fähigkeit, zu deeskalieren mit ein.) Den Kindern werden möglichst viele Handlungsspielräume eröffnet, um in Konfliktsituationen je nach Ausprägung des Konflikts angemessen reagieren zu können. 

In unseren Karatestunden für Kinder und Jugendliche vermitteln wir in altersgerechten Abstufungen den Umgang mit unseren Aggressionen. Stillere Kinder werden gestärkt, Kinder, die aus Sicht ihrer Umwelt eher schnell überreagieren, lernen, ihre Aggressionen zu kontrollieren. Entscheidend ist hier vor allem, den Übergang von gesunder Aggression zu unkontrollierter Wut und Raserei zu erkennen und hier kurz innehalten zu können. Im Karate soll ganz im Sinne der asiatischen Philosophie „der Geist klar und leer sein wie ein Spiegel oder die Oberfläche eines stillen Sees“. Nur wenn wir ohne Groll, Ärger und Wut sind, können wir besonnen handeln und unser gesamtes Potenzial über Vermeidung / Flucht, Kommunikation, Deeskalation, Selbstbehauptung und technischem Eigenschutz nutzen. Hier sind die im Karate gelebten Werte sehr hilfreich: Bereits die Kleinsten lernen bei uns den respektvollen Umgang miteinander, Werte wie Höflichkeit, Bescheidenheit, Geduld und Selbstbeherrschung, Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft werden nicht nur in unserer Dojo Kun am Ende eines jeden Trainings zitiert, sondern auch während der Übungen regelmäßig erinnert und praktiziert. 

Zusammengefasst lässt sich daher sagen: Karate lehrt unter anderem zielgerichtetes und kontrolliertes Ausagieren von Aggressionen und bietet daher eine Option zur Steigerung der der Zufriedenheit und der Lebenslust. 

Und wir gehen auch weiter und bieten Eltern in persönlichen Beratungsterminen und Coachings Hilfe an. So können Eltern ihren Kindern helfen, mit Aggressionen umzugehen: 
Viele Eltern sind hilflos im Umgang mit Wut und Aggressionen ihrer Kinder. Zum Teil wird versucht, Wutausbrüche kategorisch zu unterbinden und Aggressionen zu unterdrücken. Häufig führt dies dazu, dass die Wut zu anderer Zeit oder an anderer Stelle dann unkontrolliert und verstärkt ausbricht (in der Schule, gegenüber anderen, schwächeren Kindern etc.). Andere Eltern lassen der Wut ihrer Kinder freien lauf, wollen oder können sie nicht stoppen. Beides ist wenig hilfreich. Wünschenswert wäre es, dem Kind einen Raum für die kindlichen Aggressionen schaffen, um sie so zu kanalisieren, dass sie dem Kind nützen. Die Eltern sollten dem Kind möglichst erlauben, seinen Ärger zu spüren und ihm dadurch helfen ihm, zu verstehen, warum es so wütend ist.