
Gestern hatte ich wegen meiner angeblich chronisch obstruktiven Lungengeschichte einen Kontrolltermin beim Doc. Eigentlich wollte ich diesen schon absagen, da ich ja seit März symptomfrei bin. Naja, dachte ich, lass mal nicht schleifen, die Erkältungszeit geht jetzt los und vielleicht hat die Ärztin irgendwas auf Lager.
Frau Doktor lobte mich bzw. meinen Gesundheitszustand dann auch wieder über den grünen Klee: Der Ausdauersport wäre genau das Richtige für mich und könnte allen Lungenanfälligkeiten super vorbeugen! Na, dann hab ich ja einen Grund, ordentlich weiter zu trainieren! Blutdruck 90 zu 70, da gabs auch nichts zu meckern.
Ob ich vielleicht Interesse an einer Pneumokokkenimpfung hätte. Die würde helfen, einer Lungenentzündung vorzubeugen. Minimale Nebenwirkungen und die Kasse zahlts. In Erinnerung an meine echt beängstigende Lungenentzündung vor ein paar Jahren dachte ich bei mir: Warum nicht? Und als die Ärztin dann auch bezüglich sportlicher Aktivitäten am Impftag keine Bedenken hatte, stimmte ich zu. Nochmal zu den Nebenwirkungen befragt, räumte sie ein, dass es an der Einstichstelle leichte Druckschmerzen geben könnte. Und einen Halbmarathon sollte man an dem Tag vielleicht nicht grade laufen. Man könnte sich insgesamt etwas matschig fühlen.
Tagsüber zierte dann auch nur ein kleines Pflaster meinen Oberarm. Nachmittags überredete mich Johanna, sie erstmals zum Trampolinspringen in der Stadt zu bringen. Natürlich mit dem Radl, denn in der City sind Parkplätze Mangelware. Ich sah meine abendliche Trainingseinheit bei Sensei Micha schon flöten gehen! Aber dann entschied ich mich für einen Kompromiss: Ich schaute Johanna eine gute Stunde beim Hopsen unter Anleitung zu und wir fuhren dann etwas vor Ende der Trainingseinheit heim. Dort angekommen war ich plötzlich irgendwie nur noch hungrig und schlapp. Ach, dachte ich - es war ja grad Risto-Lehrgang und immer diese Hetze! Also beschloss ich kurzer Hand, das Training tatsächlich sausen zu lassen - schließlich war ja auch die Impfung am Vormittag....man soll sich ja nicht so verausgaben.
Als ich grade meiner Großen versprochen hatte, mit ihr Federball zu spielen, klingelte mein Handy: Sensei Michael - stand im Stau, würde wohl nicht vor Viertel vor 7 kommen. Und da weder Thorsten, noch Jürgen zum Training kommen wollten, könnte die Meute ggf. da eine Stunde lang ohne Anleitung sein. Mist - jetzt war ich doch noch in der Pflicht! Gut, dass ich mittags meine Trainingstasche schon gepackt hatte - schnell ins Auto (mit dem Rad hätte ichs auf keinen Fall mehr geschafft) und ab durch die Stadt. Es ist erstaunlich, aber dienstags um kurz vor sechs ist man tatsächlich durch die Stadt schneller als über den Ring. Und so war ich tatsächlich in einer knappen Viertelstunde am Dojo! Fix umgezogen und hinein in die Halle.
Für Marc, der grade bei Risto durch die Prüfung gefallen war, gab ich nach einem ausführlichen Aufwärmtraining und etwas Randori ein paar Grundschul-Bahnen mit Schwerpunkt auf seinen "Problemen". Na, und dann war es auch schon fast sieben und der Sensei kam. Jetzt mach ich auch den Rest der Einheit mit, dachte ich. Ich hatte Albrecht (ca. 100 kg) als Partner und wir knüpften inhaltlich an der letzten Woche an. Mein Arm war ruckzuck grün und blau. Eigentlich schon ein Grund, dass die Trainingsmotivation sinkt. Dennoch war ich überrascht, wie sehr mich das innerlich tangierte - mental knackste mich das total an und ich hatte gar keine "Lust" mehr, stark zu blocken. Irgendwann blockte ich dann noch einen seiner Mae-Geris total mies, so dass ich mit der Faust auf sein Schienbein schlug. Zum Glück nur die linke Faust - denn der Schmerz war schon heftig! Danach sollte ich direkt angreifen mit Kizami-Tsuki und ich war überrascht, dass das überhaupt noch ging. (Erstaunlicher Weise ist die Faust heute total ok).
Irgendwann war dann das Training zu Ende. Rasch noch in die Sauna und ab nach Hause. Fürs Federballspiel war es jetzt zu dunkel aber ich konnte Franzi so noch etwas beglücken. Außerdem tat mein Arm weh. Erstaunlicher Weise auch unterhalb der Schulter, wo ich doch gar keine Schläge abbekommen hatte. Ich war etwas überrascht, wie schlapp ich plötzlich war. Total müde. Ich wollte nur noch ins Bett. Zudem schmerzten meine Hüftgelenke, als hätte ich zwei Tage nonstop bei Risto Ashi-Barai geübt! Wo kam denn das her? Ok, das Training mit Albrecht, da war schon Hüftarbeit angesagt, aber doch nicht mit solchen Folgen! So schnell ich konnte legte ich mich dann ins Bett. Ich wollte mich hier kaum noch rühren, um an den Lichtschalter zu kommen - total komatös! Kurz vor dem Einschlafen kratzte es dann auch noch im Hals - ein Hustenreiz machte sich bemerkbar. Da war mir plötzlich alles klar: Diese Müdigkeit, die Schmerzen in Arm und in der Hüfte, der Hustenreiz - all das war wohl die Reaktion auf die Impfung! Vielleicht war das doch etwas viel, was meinem Körper da zugemutet wurde mit Radtour in die Stadt, Training und Sauna....
Naja, vielleicht bleibe ich dafür fortan von einer Lungenentzündung verschont. Die Impfwirkung soll jahrelang, eventuell sogar ein Leben lang, halten.

1 Kommentar:
Das war wirklich ein heftiges Training für einen Tag mit Impfung. Völlig normal, sich so K.O. zu fühlen. Hoffentlich bleibt es dabei und die Müdigkeit hatte letzten Endes einen Sinn ;)
Kommentar veröffentlichen