Freitag, 5. November 2010

"Deine Hangetsu ist aber weit unter Deinem Niveau"

oder: ernüchterndes Katatraining bei Seibel

Gestern gab es wieder Oberstufen-Katatraining. Trainer Seibel kombinierte die Kampfkunst-Choreografien diesmal mit zahlreichen Kumitesequenzen. Dies sollte vor allem den Startern beim JKA-Cup nochmal den letzten Schliff und die "richtige Einstellung" geben.

Ich hatte gleich zu Beginn Andi Noll als Trainingspartner und wir starteten mit zahlreichen Mawashi-Geris, Kizami- und Gyaku-Tsukis zum Partner. Ruckzuck war der Körper warm und es hieß, mit der Bassai Dai die Festung zu stürmen. Die Schwarzgurtecke war diesmal nicht so synchron wie in der vergangenen Woche. Vermutlich achteten alle mehr auf sich selbst, statt schwerpunktmäßig auf die Gleichzeitigkeit mit den anderen.

Nachdem wir die Kata einige Male durchkämpft hatten, hieß es wieder:"Umdrehen zum Partner". Seibel baute die Kumitesequenzen im Laufe der Einheit immer weiter aus, so dass bei jedem Übungsteil eine Technik oder Technikfolge hinzukam. Am Ende ging es daher hier nicht nur um präzise Angriffs-, Block- und Kontertechniken, sondern das Kumite wuchs sich zu einer wahren Konzentrationssache aus, fast schon zu einer weiteren "Kata".

Wir übten alle Sentei-Katas. Durch den Partnerwechsel beim Kumite-Training veränderte sich ständig unser Standort im Dojo. Als ich direkt vor dem Trainer stand, war grade die Hangetsu dran. Ganz harmonisch, kraftvoll und nun doch wieder mal synchron mit meinem Trainingsnachbarn fing es an. Eigentlich hatte ich auch im weiteren Verlauf kein schlechtes Gefühl. Kein Patzer, kein Verlaufen oder so. Seibels kritischem Auge waren dann aber doch ein paar Dinge aufgefallen und so erhielt ich schließlich den vernichtenden Kommentar:"Mensch, Icky, die Hangetsu war aber weit unter Deinem Niveau!" Hmmm, sollte ich mir jetzt Gedanken um die eine Kata machen? - Oder mich freuen, dass mein "Niveau" ansonsten offenbar ganz passabel ist? ;-) Wie auch immer - ich werde sie ja sicher in den nächsten Wochen und Monaten noch regelmäßig üben und die vorgebrachten Korrekturwünsche dabei beachten.

Am Ende der Einheit trennte Seibel die Danträger vom Rest der Oberstufe. Was die Farbgurte für eine Kata in ihrer Gruppe liefen, hab ich nicht mitbekommen. Ich selber habe mich nämlich ganz auf unsere Kata, die Gangaku, konzentriert. Passte irgendwie schon ganz gut, fand ich....Nachdem der Kranich drei oder viermal auf dem Felsen war, hieß es dann Yame und "Boden wischen". Auf jeden Fall hatten wir uns gestern alle die Sauna redllich verdient!

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