Heute haben wir bei Volker mal wieder richtig reingehaun - bzw. zugetreten! Es ist ja freitags immer eine recht überachaubare Trainingsgruppe - dafür ist das Karatetraining umso intensiver! Das allgemeine Aufwärmen besorgt sich jeder selbst und dann gehts mit karatespezifischen Aufwärmübungen weiter: Hüftdrehung im Stand, Kizamis (im Stand, mit Vor- und Zurücksteppen oder mit Suri-Ashi) oder Gyaku-Tsukis (auch mit Varianten). Nun partnerweise zusammen und Mawashis in den Höhen Low Kick (vor die Wade), Gedan (vor den Oberschenkel) und "Jodan" vor den Oberarm. Schließlich noch eine Mawashi-Halteübung: Mawashi Jodan auf fünf Zeiten am Partner. Wer hier nicht warm wurde, hatte irgendwas falsch gemacht!
Der Mawashi sollte uns weiter begleiten: Wir blieben am Partner (im wahrsten Sinne des Wortes). Der eine trat Mawashi mit lockerem Kontakt gegen den Oberarm des Gegenübers. Der andere ließ sich kurz treffen und bewegte sich dann mit Suri-Ashi seitlich raus. Nun war er selber dran. So drehten wir uns munter im Kreis und es bedurfte schon einiger Konzentration, den Drehwurm weg zu ignorieren! Nach derselben Übung mit dem anderen Bein sollten wir versuchen, nach dem Kick des Partners eventuell eine Lücke zu finden und z. B. Gyaku-Tsuki zu kontern. Nach einiger Zeit wurde die Kombination fast randorimäßig ausgebaut mit weiteren Blocks, neuen Angriffen etc. Natürlich kickten wir mit Kontrolle aber der permanente Kontakt am Oberarm forderte auf Dauer schon Nehmerqualitäten! Auch fiel es wohl dem/der ein oder anderen nicht einfach, über eine längere Zeit die Spannung, die Wachsamkeit und auch die Trittstärke beizubehalten. Mein Partner Jörg und ich hatten allerdings viel Spaß am gegenseitigen Traktieren ;-)
Trainer Volker war offenbar nicht recht zufrieden mit unseren Mawashis und so ließ er uns zunächst wissen, dass man die Kicks auch zu Hause auf verschiedene Arten und Weisen, z. B. im Sitzen (!) üben könnte. Klar, dass dann einige Mawashis auf dem Boden und auch einige Mae-Geris aus der "Horizontalen" heraus folgten! Puh, ganz schön anstrengend, vor allem, weil man bei den Boden-Mae-Geris eine gute Körperspannung brauchte. Wir sollten uns nämlich auf den Boden legen, ein Bein gestreckt, das andere angewinkelt aufgestellt. Jetzt sollte das aufgestellte Bein Mae-Geri aus der Hüfte heraus kicken, so dass die Hüfte angehoben würde. Volker achtete peinlichst darauf, dass wir jetzt nicht erst "gemütlich" die Hüfte anhoben und dann traten, sondern, dass der Impuls aus der Hüfte kam.
Jetzt wurden Pratzen verteilt und wir sollten den Mawashi auf verschiedene Arten so feste wie möglich dagegenwemsen: mit dem Spann, mit dem Schienbein und mit dem Ballen. Aus Rücksicht auf meine lädierten Zehen (Ermüdungsbruch links im Sommer) beschränkte ich mich auf die ersten Varianten. Hier gab ich aber richtig Gas und kein Tritt wurde ohne Kiai an das Schlagkissen befördert.
Schließlich begaben wir uns noch an die Sandsäcke und tobten uns mawashimäßig hieran fast bis zur Erschöpfung aus. Ich war das einzige Mädel in meiner Gruppe und hatte mir natürlich mal wieder Frotzeleien gefallen zu lassen, nach dem Motto:"Hey, Du sollst den Sandsack nicht streicheln!" Aber mehr ging nicht und ich denke, jeder geht halt an sein Limit.
Zum Abschluss liefen wir noch alle Heian Katas, die Tekki und die Nijushiho. Torsten, der überlegt, letztere Kata zum 2. Dan als Kürkata zu wählen, wurde dann noch von Volker gebeten, das Bunkai der Kata in der Anfangssequenz zu veranschaulichen. Machte er prima. Und nach dem Wischen und der Sauna bin ich nun gespannt, ob ich morgen um 13 Uhr tatsächlich fit bin für 2 Stunden freies Katatraining....ich habe gehört, ich sollte mal die Hangetsu üben...?!?!
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