Technik:
Am ersten Tag übten wir im Wesentlichen vier Techniken:
1. Schlag mit der flachen Handfläche diagonal nach vorne (grob: ähnlich wie Gyaku Tsuk, Abweichungen siehe bei der Detailbeschreibung)
2. Ellbogenstoß (mit der Spitze des Ellenbogens treffen, nicht mit dem Unterarm)
3. Hammerfaust
4. Slab (eine Art Ohrfeige und für mich persönlich die schwierigste Technik)
Die Trainings waren durchweg so aufgebaut, dass man zunächst eine Basisvariante der jeweiligen Technik trainiert und dann isoliert je mit rechts und links die einzelne Technik unter Berücksichtigung der Besonderheiten einübt.
Als nächstes gab es dann Kombinationen - Mehrfachausübungen einer Technik oder Kombinationen aus mehreren Techniken - der Pratzenhalter gibt durch verschiedene Distanzen oder Halte-Positionen die Wahl der Technik vor.
Im Anschluss oder auch mal zwischendurch konnte es vorkommen, dass wir "Pyramiden"-Training ausführen sollten: je abwechselnd mit rechts und links zunächst eine Technik, dann zwei .... bis 10 - bei falscher oder zu schwacher Ausführung muss der Schlag wiederholt werden!
Zum Tagesabschluss gab es drei Pyramiden pro Person (den Slab durften wir gnädiger Weise weglassen): Handflächenstoß, Ellbogenstoß und Hammerfaust. Joe erklärte den bezeichnenden Unterschied zwischen Schlagen und Stoßen: Ein Stoß geht grade nach vorne, ein Schlag kann auch rund kommen.
Zwischen den Trainingssequenzen gab es vor kurzen Pausen (es gab auch eine längere Mittagspause von einer Stunde) Gruppen-Diskussionen bzw. Zusammenfassungen der wesentlichen Trainingsinhalte: Zu sechst oder acht fanden wir uns zusammen und eine/r von uns begann, eine Technik aus dem letzten Block zu erklären. Andere griffen Themen auf, korrigierten ggf. oder ergänzten, dann übernahm ein anderer ein neues Thema und beschrieb dies.
Am Ende des Tages zeigte uns Joe noch einige Hilfsmittel zur Technikoptimierung:
- zu dritt zusammen, einer hält die Pratze, ein zweiter hält einen kleinen Reifen in etwa 20 cm Abstand vor die Pratze, der Dritte schlägt durch den Ring, ohne ihn zu berühren, auf die Pratze.
- zu dritt zusammen, wie oben und zudem noch zwei dieser Ringe auf dem Boden nebeneinander und berührend (wie eine Acht), Schlagender steht mit je einem Bein in einem Ring und darf diesen beim Schlag nicht verlassen.
- zu viert zusammen, wie zweite Übung und zudem noch ein kurzes Gummiband am Handgelenk des Schlagenden befestigt, der Vierte steht seitlich schräg hinter dem Schlagenden oder direkt daneben und hält das Gummi fest - Gummis in drei Farben, je nach Stärke des Schlagenden. Gummi verrutscht, muss dann nachjustiert werden.
1. Schlag mit der flachen Handfläche diagonal auf die Pratze. Dabei den Körperschwerpunkt diagonal nach vorne verlagern - beim Schlag mit rechts also die Achse leicht nach links verschieben, so dass der Kopf über dem linken Fuß steht, rechte Schulter mit nach vorne bringen, rechter Fuß kann ruhig hoch gehen. Das Prinzip der Kraftübertragung erfolgt eher durch das nach vorne Fallen, als durch den Druck aus der hinteren Ferse nach vorne (wie z. B. beim Gyaku Tsuki). Also eher durch das Ausnutzen der Schwerkraft und Fliehkraft (der Schlag an sich). Auf die Deckung achten: Hände deeskalierend vor den Körper vor dem Schlag und anschließend wieder dorthin zurück. Pratzenhalter hält Pratze seitlich vom Kopf, mit der anderen Pratzenhand den Ellbogen unterstützen. Schlagernder schaut auf die Pratze (nicht ins Gesicht des Schlagenden).
Zunächst mit Coach Dominik geübt, der mir viele Tipps gegeben hat, später mit Annika, außer mir die einzig weitere Frau am Start - etwa halb so schwer wie ich und halb so alt, aber mit ordentlich Bumms! :-)
2. Ellbogenschlag: Paralleler Stand oder einen Fuß vorgesetzt (Schlag in diesem Fall mit dem hinteren Ellenbogen). Hände deeskalierend vor den Körper - Ellenbogen halbkreisförmig vor bringen, so dass er mit der Spitze an die Pratze stößt - der Impact ist nicht so imposant wie beim Handflächenschlag, aber die Wirkung sei gleichwohl effektiv, so Joe. Die geöffnete Hand des stoßenden Arms wird über die andere Schulter geführt (wie beim Anschnallen im Auto) - der Kopf/Kehlkopf ist dabei geschützt. Andere Hand zur Deckung oben lassen. Auch beim Ellbogenstoß darauf achten, dass man mit dem Körper die Achse verlässt und nach vorne "fällt". Pratzenhalter muss nah am Schlagenden stehen, Pratze auf Kopfhöhe senkrecht halten.
3. Hammerfaust: Start mit erhobenem Arm, der Ellenbogen bildet die höchste Stelle, die Hand geöffnet (weil man bei geöffneter Hand den Ellenbogen höher ziehen kann, als wenn bei geschlossener Faust die Muskulatur im Arm angespannt ist), der Körper ist seitlich ausgedreht; jetzt als erstes den Ellenbogen runterklappen, so dass dieser an den Rippen entlang nach unten zeigt. den Körperschwerpunkt senken und mit der Faust frontal nach unten schlagen, als wolle man einen Eisenpflock in den Boden rammen. Achtung: Nicht auf Hals und Kopf schlagen - kann tödlich sein! Schlag auf Rücken, auch mehrfach, sinnvoller. Wichtiger Tipp für meine Trainings: Der Pratzenhalter hält zwei Pratzen übereinander "gestapelt" - dann ist der Schlag erträglicher.
4. Slab: Mit der offenen Hand und gestrecktem Arm kreisförmig von außen gegen die seitlich gehaltene Pratze schlagen. Der Ellenbogen muss parallel zum Boden bleiben, darf nicht sinken. Körper wird eingedreht.
Je erschöpfter man wird, desto mehr schmerzen die Arme und desto mehr schlägt man aus der Rumpfmuskulatur heraus.
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