Mittwoch, 6. Juli 2022

Czech Gasshuku 2022 - Triple Impact nach Corona-Pause!


Nach der langen Lehrgangspause freuten Torsten und ich uns, endlich wieder in unserem Nachbarland Tschechien an einem der schon traditionellen Czech Gasshuku teilnehmen zu können. In diesem Jahr fand das Event in Kadan statt, etwa 600 km von Münster entfernt bzw. 80 km südöstlich von Chemnitz gelegen. Mit den Senseis Naka, Okuma und Kurihara erwartete uns mit drei Top-JKA-Instructoren ein wahres „Triple Impact“. 



In diesem Jahr war ab Magdeburg eine Fahrgemeinschaft mit unserem Freund Tobias Prüfert vorgesehen. Für mich gestaltete sich die Anreise allerdings etwas abenteuerlich, da ich am offiziellen ersten Trainingstag des Gasshuku noch ein SOK-Seminar (SOK steht für Schützen ohne Kämpfen) an einer Förderschule in Neuburg bei Wismar abhalten musste. Neuburg liegt auch etwa 600 km von Kadan entfernt – allerdings an der Ostseeküste. Ich war bereits am Donnerstag mit der Bahn dorthin gereist und trat nach Abschluss meines Seminars am 01.07. um 17.30 Uhr eine Bahnfahrt Richtung Kadan an. Ich hatte einen Zwischenstopp mit Übernachtung auf etwa halber Strecke eingeplant (in Elsterwerda). Als ich jedoch von Torsten in einer Seminarpause am Freitagnachmittag eine Nachricht erhielt, dass am Samstagmorgen um 08.00 Uhr Kurihara Sensei ein Kata-Training zur Sochin leiten würde, wurde spontan umgeplant. Unser Dialog ging so: „Das schaff' ich nicht!" Torsten: „Fahr soweit Du kommst Richtung Tschechien heute Abend. Ich hole Dich ab ..“ Wow! Schnell warf ich einen Blick auf die Reisestrecke, sah mir Fahrtverläufe und Anschlusszüge an, sagte mein Hotel ab (bezahlen musste ich es bei so kurzfristigem Storno natürlich trotzdem) und schaffte es am frühen Samstagmorgen noch bis Ústi nad Labem (90 km von Kadan entfernt), wo mich Torsten am Bahnsteig empfing. Um 02.00 Uhr lagen wir dann in den Betten und schafften es pünktlich zu 08.00 Uhr ins Training bei Kurihara Sensei! 




Sochin bei Kurihara Sensei! Was für ein wundervoller Start für mich in die (kurze) Gasshuku-Trainingswoche! Akribisch demonstrierte der Meister technische Präzision und eleganten Hüfteinsatz! Verpasst hatte ich am ersten Trainingstag leider Kanku Sho bei Naka Sensei, Tekki Sandan als Vorbereitung für Kumite bei Okuma Sensei und eine Einheit bei Kurihara Sensei, in der schwerpunktmäßig Gyaku-Tsuki-Kihon trainiert wurde sowie zahlreiche Taikyoku-Shodan-Varianten und Kihon-Ippon-Kumite. 


 

In meiner zweiten Einheit unterwies uns Naka Sensei in Tekki Shodan inklusive spannender Nahkampf-Anwendungen. Da Torsten partnertrainingstechnisch bereits auf Tobias „eingeschossen“ war, fand ich in Julius aus Tübingen einen Trainingspartner für die nächsten Tage. Kumite-Übungen mit häufigen Partner*innen-Wechseln wurden offenbar mit Rücksicht auf die grade wieder aufschwappende Corona-Welle ausgelassen. Den Taikyoku-Shodan-Faden nahm in Einheit drei Okuma Sensei wieder auf und leitete hieraus interessante Kumite-Übungen ab. 

 

Der dritte Tag war herrlich Kata-lastig mit Bassai Sho am Morgen bei Okuma Sensei sowie Shitai und Sentai Gata (Heian 1-5, Tekki 1, Bassai Dai, Kanku Dai, Enpi und Jion) bei Kurihara Sensei. Naka Sensei rundete mit Nijushiho sowie Tekki Nidan mit einigen weiteren kniffligen Anwendungen in Einheit drei den dritten Tag ab. 




Am vierten Tag forderte Naka Sensei unsere schon leicht ermüdeten Muskeln mit den Tekki I-III und Jion heraus, nachdem wir bei Kurihara Sensei mit Gojushiho Sho gestartet waren. Auch bei Naka Sensei gab es wieder klasse Inspirationen für Anwendungen und neue Bewegungsmuster. Für mich neu war die „fluide Tekki“ mit fließenden Übergängen durch übergangslose Gewichtsverlagerung. Es waren dann wohl nicht nur die hohe Außentemperaturen, die uns am Nachmittag in einer kumitelastigen Einheit bei Okuma Sensei ordentlich ins Schwitzen brachten! Da sich in dieser Einheit Thomas Frommer Tobias als Trainingspartner geschnappt hatte, konnte ich mich hier mit Torsten „kloppen“ 

 

Nach einer kurzen Nachmittagspause ging es dann zur Sayonara Party, für die bei der Anmeldung bereits von jeder Person ganze 6 Euro kassiert worden waren. Hierfür gab es dann ein oder zwei Freigetränke und – wenn man schnell genug war – Essen vom Buffet. Am Tisch wurde fleißig gefachsimpelt und ausgetauscht und auf der Bühne des ansprechenden Festsaales den Sensei und den Ausrichter*innen gedankt. Sehr dankbar und zufrieden machte ich mich anschließend zu Fuß auf den Weg ins nahegelegene Hotel Split. Ich genoss den lauen Sommerabend und machte am Fluss Eger entlang noch einen Spaziergang zur Staumauer. Das Hotel liegt direkt am Fluss und aus dem Zimmer heraus blickt man auf das dicht bewaldete gegenüberliegende Ufer – einfach herrlich! 


Fachsimpeln bei der Sayonara-Party

Dank an Senseis und Ausrichtende

Hatten wir bisher unser linkes Bein vernachlässigt? Falls dem so war, so wurde die Kräftigung dieser Muskulatur in der letzten Kata Einheit an Tag fünf ausgiebig nachgeholt: Es gab Gojushiho Dai bei Naka Sensei  Für uns war dies leider schon die letzte Einheit, denn nach einer kleinen Abschluss-Foto-Session brachen wir gen Heimat auf. In Magdeburg hatte ich beim Ende unserer Fahrgemeinschaft mit Tobias noch die Gelegenheit, das schöne Dojo des BKC Magdeburg bestaunen zu dürfen, bevor Torsten und ich uns auf die letzte Reise-Etappe machten. 

 

Schade, dass dieser wunderbare Lehrgang so schnell vorbei war! – Aber zum Glück steht ja mit dem Gasshuku in Meppen schon bald das nächste Karate-Event im Kalender!



 




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