Dienstag, 24. September 2013

SV für Frauen und Mädchen



1. Pratzentraining - Schlag nach vorne mit dem Handballen

Abwehren:

Bei Rechtshänderinnen rechte Fuß zurückstellen, vorderes Knie ist leicht gebeugt, die Zehen zeigen nach vorn für einen festen Stand
rechte Hand, mit Handinnenfläche nach oben, an der Hüfte, Finger leicht gebeugt


Ausführung:

Rechte Hand wird nach oben zur Pratze (ungefähr Nasenhöhe) gestoßen und dreht auf dem letzten Wegstück, getroffen  wird mit dem Ballen zwischen Daumen und kleinem Finger

Halten der Pratze:

Die Pratze wird mit der rechten Hand neben dem Körper gehalten.
Der Ellenbogen des rechten Armes wird mit der linken Hand fest an den Rumpf gedrückt um zu stabilisieren.
Wichtig: die Pratze ruhig halten, ein üblicher Fehler ist, die Pratze beim Kommen des Schlages gegen die Hand zu bewegen, dieses ist sehr unangenehm.


Faust bilden:

Handinnenfläche nach oben, Finger einrollen, Daumen vor die Finger legen

Ausführung:

 Faust von Hüfthöhe auf Nasenhöhe stoßen, Grundgelenke vom Zeigefinger und Mittelfinger werden zuerst gegen die Pratze gestoßen.


Partnerinnenübung (Wiederholung vom Vortag)

Beide Partnerinnen stehen sich gegenüber
- fester Stand
- eine hält die Pratze fest (auf die richtige Handhabung und die Sicherheitsaspekte achten)
- die andere schlägt zuerst mit dem Handballen (auf die Technik achten) gegen die Pratze
- der zweite Schlag wird mit der Faust (auf die Technik achten) gegen die Pratze ausgeführt



Neue Technik: Faustschlag seitwärts
Vorübung

Gruppe steht in einem Innenstirnkreis
gerader fester Stand
Sicherheitsabstand zu den anderen
offene Körperhaltung
Grundspannung
Kopf nach rechts (auf/rtg. Schulter)
rechte Faust linke Schulter
Linker Arm mit geballter Faust vor den Bauch als Gegenzug
Schlag mit der rechten Faust (Ziel anvisieren) zur Seite
Zuschlagen im Ausatmen – Max. Kraft
Getroffen wird vor allem mit den Grundgelenken von Zeige- und Mittelfinger

Seitenwechsel:
Kopf nach links (auf/rtg. Schulter)
linke Faust rechte Schulter
rechter Arm mit geballter Faust vor den Bauch als Gegenzug
Schlag mit der linken Faust (Ziel anvisieren)
Zuschlagen im Ausatmen – max. Kraft

Partnerinnenübung
Beide Partnerinnen stehen, leicht versetzt, seitwärts nebeneinander
fester Stand
eine der Partnerinnen hält die Pratze fest (auf die richtige Handhabung und die Sicherheitsaspekte achten); bei Rechtshänderinnen die Pratze links halten
Schlagübung aus der Vorübung gegen die Pratze ausführen
Beachte: Auf den Abstand zur Pratze und die Sicherheitsaspekte für die Partnerin achten)
Beide Seiten üben



1. Ellenbogenstoß, seitlich

Bildung von Paaren, eine hält die Pratze, die anderen wiederholt die gelernten Schläge,
- Handballenstoß
- gerader Fauststoß
- seitlicher Fauststoß, (Bang Tschoi)

Sowie neu erlernt
-Ellenbogenstoß, seitlich


2. Wiederholung Tritte: Vorwärtstritt gegen die Matte


3. Pratzenparcour:

6 Frauen bekommen eine Pratze zu halten zu werden in 2er Paaren hintereinander aufgestellt

die anderen Frauen Durchlaufen einzeln den Parcours

- Handballenstoß recht
- Handballenstoß links
- gerader Fausstoß rechts
- gerader Fauststoß links
- Bang Tschoi rechts
- Bang Tschoi links
- Vorwärtstritt gegen die Matte
- Ellenbogenstoß rechts gegen die Matte mit Kampfschrei

dann Austausch der Pratzenhalterinnen, die dann auch den Parcours absolvieren


2. Befreiungstechniken
2.1. Handgelenksumklammerung (HUK)


Paarweise zusammen
   Die eine TN fasst gleichseitig (nicht diagonal) das Handgelenk der Anderen,
  der Daumen liegt oben - rausdrehen zur offenen Seite 
-  oder mit dem anderen Arm zur Hilfe mit einem Ruck nach hinten reißen


3. Sonstige Schlag- und Tritttechniken 

3.1.     Vorwärtsfußtritt (Mae-Geri)

a.     Die Teilnehmerinnen stehen links vor in der Grundstellung und ziehen das Knie des hinteren Beins nach vorne, etwa auf Bauchnabelhöhe, strecken dann das Bein mit angezogenen Zehen, treten, schnappen den Unterschenkel zurück und setzen den Fuß wieder hinten ab. Beim Strecken des Beins die Hüfte mit nach vorne schieben, um den Tritt zu verstärken. Dies wird pro Seite zehnmal wiederholt, beim letzten Mal mit Kampfschrei. Die Arme sollen bei der Übung vor den Oberkörper gehalten werden, um diesen zu schützen. Dabei darauf achten, nicht zu tief zu treten, weil sie sonst höchstens „einen Dackel zwischen den Augen“ treffen.
b.     Es werden zwei dicke blaue Turnmatten aus dem Geräteraum geholt und aufrecht, mit der weichen Mattenseite zum Halleninneren zeigend, an die Wand gelehnt. Je zwei Teilnehmerinnen  sichern die Matten an den Seiten gegen das Umfallen.
Die anderen Frauen stellen sich in Grundstellung je zu zweit dritt nebeneinander vor eine der Matten. Es wird empfohlen, je mit dem linken Bein vorne zu stehen, da die meisten als Rechtshänderinnen die rechte Körperhälfte stärker ausgebildet haben und auch mit dem rechten Bein stärker treten können.
Jede Teilnehmerin probiert zunächst einmal locker einen Vorwärtstritt gegen die Matte und korrigiert ggf. den Abstand.
Der Tritt kommt aus der Hüfte und als gedachtes Ziel gilt nicht die Oberfläche der Matte, sondern die Hallenwand dahinter.
Wichtig ist auch ein fester Stand und eine lockere Mimik, möglichst mit Atmung durch geöffnete Lippen.


c.      Schließlich sollen wir einmal so richtig unsere Gefühle rauslassen, denn: „Mädchen und Frauen bleiben viel zu oft auf ihren Gefühlen sitzen.“

Wir platzieren uns wieder zu mehreren vor einer Matte und treten mit voller Wucht dagegen. Hierbei sollen wir lauthals alle möglichen Schimpfwörter und Flüche ausstoßen, die uns über die Lippen kommen.

3.2.     Wiederholung der bisher erlernten Techniken:

Zum Abschluss der Übungsstunde wiederholen wir mit je einer Partnerin und an den Pratzen die bisher gelernten Techniken

Stoß mit dem Handballen nach vorne
  Fauststoß nach vorne
  Fauststoß zur Seite



3.3. Unterleibstritt mit Pratzen

1.Tritt in den Genitalbereich
Übung in Dreiergruppen.  A ist Ziel der Abwehrtritte. B kniet seitlich vor A und hält die Pratze auf Genitalhöhe, stützt dabei den eigenen Ellbogen. C testet den Abstand und tritt von Unten mit dem Spann gegen die Pratze. Die Grundstellung ist wie beim geraden Fußtritt. Beim Treten den Blickkontakt zum „Gegner“ halten.
Vorsicht mit dem Abstand.

2.Handgelenksumklammerung
Wiederholen der Befreiungstechniken
Rechte Hand greift linke Hand.
Rechte Hand greift rechte Hand (überkreuz)
Beidseitiger Griff


Umklammerung von vorne ohne Einklemmen der Arme

Partnerinübung:

Fühlen wie es ist, so eng gehalten zu werden
Aufgabe: Varianten zum Befreien suchen

Ideen aus den Gruppen

auf den Fuß treten
Abducken
Knie hochziehen
in den Bauch boxen
ins Gesicht klatschen
in die Augen stechen
Schlag auf die Ohren
mit der Handkante gegen den Hals schlagen
Kopfstoß

 Partnerinübung:

Aufgabe:  Test einiger Varianten (ohne jemanden zu verletzen)

Treten
Abducken
Schlag auf die Ohren – dabei darauf achten, dass Hände hohl gehalten werden (dadurch entsteht kein Unterdruck in den Ohren und es kommt nicht zu Verletzungen)
Kneifen in die Oberarmunterseite – sehr schmerzhaft
Aufforderung zu gehen

Schockpunkte:

Körpermitte ist empfindlich und tut weh
Augen/Nase/Mund/Ohren/Kehlkopf/Halsbereich
Genitalbereich
Innenseite Oberschenkel
Schienbeine/Knöchel (wo die Haut sehr dünn ist)

durch Gefühl
durch akustische Reize
durch Lichteffekte


Erklärungen aus dem Alltag (Polizeibeamtin)

Tritt mit Spann oder Knie (Genitalbereich)
in den Genitalbereich reingreifen
Daumen in die Augen (Kopf umschließen und gerade auf das Lid drücken)
Handstoß auf Mund oder Nase
Handflächen auf die Ohren
Schienbein – mit der Schuhsohle am Schienbein entlang rutschen



Techniken :
hinter den Ohrmuscheln mit den Fingerspitzen zupacken, drücken, nach vorne ziehen, den Kopf nach hinten drücken
die Haare an den Schläfen ziehen (über den Ohren in die Haare gehen, greifen und nach hinten ziehen)
Genickhebel: eine Hand packt die Haare am Hinterkopf und zieht nach hinten, die andere Hand packt  das Kinn und drückt nach hinten, dreht zur Seite nach hinten unten –beide Handlungen gleichzeitig machen! Die Technik  geht auch in Hebezustand: probieren beim gegenseitigen Hochheben.



Übungen zur Selbstverteidigung in Bodenlage

- Jede sucht sich eine neue Partnerin

- Eine liegt auf der Matte und die andere kommt auf sie zu.
- Die TN ,die auf der Matte liegt versucht sich zu verteidigen, indem sie die Beine an den Körper zieht, sich mit den Händen abstützt und mit dem Fuß quer gegen das Schienbein tritt.
- Die TN wechseln die Positionen.


- Eine liegt auf der Matte und die andere TN kommt auf sie zu.
- Die TN ,die auf der Matte liegt versucht sich zu verteidigen, indem sie die Beine an den Körper zieht, sich mit den Händen abstützt und mit dem Fuß quer gegen das Schienbein tritt.
Mit dem gleichen Fuß mit dem sie getreten hat dann von innen einhaken und mit dem anderen Bein in  die Kniekehle treten und den Angreifer zu Fall bringen.
- Die TN wechseln die Positionen.


Gesetzliche Regelungen

§ 32 Notwehr (StGB)

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden

§ 34
 Rechtfertigender Notstand
Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

Diskussion im Kreis

 Was fällt unter Notwehr?
Gewalt gegen mich
Gewalt gegen Dritte
 Verteidigung von Hab und Gut

Sonntag, 9. Juni 2013

Instructorlehrgang Juni 2013 in Bochum

Dieser Instructorlehrgang fand parallel zur ersten Deutschen Meisterschaft Jugend, Junioren und Senioren im RuhrCongress, Bochum statt. Wegen der zeitlichen Überschneidungen war vermutlich die Teilnehmerzahl etwas geringer als sonst. Im Gegenzug waren aber einige Karateka angereist, die von dem Umstand profitierten, dass dieser Instructor-Lehrgang nur einen Tag dauerte und die Einheit am Sonntagvormittag entfiel - so brauchten sie keine bzw. eine Übernachtung weniger einzuplanen und zu bezahlen. Da Shihan Ochi derzeit wegen seiner Hüft-OP noch nicht einsatzbereit ist, hatte Prüfungsreferent Rolf Hecking die Lehrgangsleitung diesmal komplett übernommen.

Was uns erwartete war ein Mix aus Trainerworkshop, Schulung der Beobachtungsfähigkeit und Augenmerk auf die eigene Achtsamkeit und Konzentration.

Wir starteten mit einem Aufwärmteil zu zweit: Abwechselnd sollten wir uns gegenseitig Übungen vorgeben, die im Verlauf der Aufwärmphase möglichst aufeinander aufbauen sollten.

Als nächstes gab es einen Technikteil, der mich ein bisschen an die Trainingsmethoden von Naka und Akita erinnerte: Im Heiko Dachi stehend sollten wir verschiedene Empi-Variationen ausführen (je rechts und links). Wir starteten mit Age Empi, dann Mawashi Empi (zur Schläfe), gefolgt von Mae Empi (seitlich und Richtung Solar Plexus) und Yoko Empi (Hinweis von Rolf: diesmal nicht unterm Arm ausholen, sondern drüber), schließlich noch Ushiro Empi ("Hikite" - mit beiden Armen gleichzeitig). Zum Schluss sollten wir Otoshi Empi ausführen und dabei zunächst rechts in Sochin Dachi vorgehen, dann mit Kiri Kaeshi wechseln.

Eine weitere Übung bestand aus Sanbon-Tsuki-Varianten: Start im ZK li vor mit Tsuki Jodan, Chudan, Chudan, dann Wendung 45 Grad nach re mit Chudan, Jodan, Jodan und nach links - ebenfalls Chudan, Jodan, Jodan.

Als nächstes sollten wir uns dann gegenseitig bei verschiedenen Kihon-Übungen korrigieren. Ich hatte leider einen Partner, der bei meinen Übungen überhaupt nicht hinsah und selber immer verärgert oder irritiert schien, wenn ich ihn korrigierte. Vielleicht wähnte sich dieser Karateka auf einem gewöhnlichen Karatelehrgang und nicht auf einem Instructor-Kurs?! Keine Ahnung, jedenfalls ist das Üben so m. E. nicht zielführend, da wir doch hier unser Auge schulen sollten.

Kihon Kumite: Block und Konter mit demselben Arm. Age-Uke, Soto-Uke, Gedan-Barei - war ganz schön schwer, erst alleine geübt mit Vorgaben von Rolf hinsichtlich des Konters, dann mit Partner und dann ohne Vorgaben, also Konter frei, schließlich war auch der Angriff nicht mehr von Tori angesagt, man musste also schnell und möglichst richtig reagieren.

Eine weitere Übung: Mae Geri Chudan, der andere musste ohne Block ausweichen (einen Schritt zurück) und dann selber Mae Geri treten - zunächst auf zählen, dann eigene Zeit mit zunehmendem Tempo.

Übungen zum Jiyu Ippon Kumite standen auch auf dem Programm. Hierzu sollten zu zehnt einen Doppelkreis bilden - Karatekas im Innenkreis blicken nach außen und im Außenkreis nach innen, so dass jede(r) eine(n) Partner(in) hat. Angriff mit Ansage / Block und Konter und mit steigendem Tempo, dann Wechsel Innen-/Außenkreis.

Warmup zweite Einheit mit SV: Zu zweit zusammen, einer greift an nach Vorgabe von Rolf (Umklammerung von vorne oder von hinten), der andere versucht, sich mit karatebasierten SV-Techniken zu befreien und zu kontern. Da kamen wir alle schnell auf Touren und es hat mächtig Spaß gemacht! Ich hatte Thomas Feig aus Annaberg als Trainingspartner, dem ich anmerken konnte, dass er schon häufig ähnliches geübt hatte. Zum Abschluss der SV-Warmup-Übung ging es dann noch auf den Boden: Rolf gab die Anweisung, dass sich einer von uns in die "Bank"-Position begeben, also Hände und Knie auf den Boden bringen sollte. Der andere sollte den in der Bankposition nun angreifen - aber nicht durch Tritte oder Schläge, sondern durch Umklammern. Sobald die/der Kniende den Angriff spürt, sollte diese/r sich wehren und kontern. Thomas bemerkte gleich zu Beginn der Übung leicht gequält, dass er zwar mal in Techniken des Krav Maga hinein geschnuppert hätte, nicht aber in das Judotraining. Naja, da habe ich ja leider auch keine Erfahrung. Und wir gingen beide gleichermaßen dilettantisch aber beherzt zur Sache. Als ich in der defensiven Rolle war und auch noch grade in einer recht hoffnungslosen Position, kam Rolf zufällig grade vorbei und gab mir ein paar Tipps. Ich konnte zwar diese grade nicht umsetzen - mobilisierte aber meine letzten Willensreserve und konnte den Spieß - pardon: den Thomas - im wahrsten Sinne des Wortes herumdrehen und die Oberhand gewinnen. Ach, ich liebe solche Raufereien ja! :-)

In beiden Einheiten übten wir das Vorwärtsgleiten mit Suri-Ashi und zwar mit Kizami Tsuki sowie darauf aufbauenden Kombinationen: + Gyaku Tsuki, + Mae Geri + Mawashi Geri + Gyaku Tsuki. Wir sollten versuchen, möglichst weit vorzugleiten und auch jeweils das Standbein bei den Geris zum Vorrutschen zu benutzen, ohne jedoch den Bodenkontakt zu verlieren (also nicht "hopsen"). In Einheit eins übten wir dies alleine, am Nachmittag wurde daraus eine Partnerübung, bei der der/die Partner/in jeweils ebenfalls zurückgleiten bzw. einen Schritt zurück gehen sollte. Auch hier hatte ich am Nachmittag Thomas als Partner und ich hatte meine liebe Mühe, ihm auszuweichen, weil er doch eine erheblich größere Distanz überwinden konnte als ich!

Rolf bemerkte gegen Ende des Lehrgangs, dass niemand Herrn Ochi ersetzen könne, man könne höchstens kurzfristig seinen Platz einnehmen. Und so fehlte durch die Abwesenheit des Chiefinstructors vor allem die Einheit Katatraining, die sonst obligatorischer Bestandteil eines Instructorlehrgangs ist. Auch angesichts der gekürzten Trainingszeit konnte Rolf das Thema Kata nur anschneiden. Wir arbeiteten an den Katas Hangetsu und Wankan. Zu beiden Katas gab es Ablauftraining mit Korrektur durch den Partner. Zur Hangetsu machten wir noch eine Bunkai-Sequenz in einer Gruppe zu viert und zwar die Kombination Uchi Uke, Ren Tsuki: eine(r) stand in der Mitte und drei andere Karateka davor bzw. re und li daneben. Der rechts vom Mittigen stehende stand rechts vor, die anderen je links. Rechts griff zuerst an mit Oi Tsuki, der/die Mittige blockte Uchi Uke und konterte mit Ren Tsuki. Dann griff die linke Position an, der/die in der Mitte drehte sich um 180 Grad mit Block und Konter und schließlich kam der Angriff aus der jetzt wieder rechten Position (von dem Angreifer, der anfangs frontal zur/zum Mittigen stand) - Block/Konter.





Donnerstag, 14. März 2013

Beckenbodenübungen

1. Auf den Rücken legen, BB anspannen, Becken nach links und rechts schieben, dabei Spannung aufrecht erhalten; je vier Sätze á 10 Wdh

2. Wieder Rückenlage, BB anspannen, Becken kreisen, zehnmal rechtsrum, zehnmal linksrum, Spannung halten

3. Rückenlage, Füße aufstellen, Knie rechter Winkel; einen kleinen Ball dazwischen klemmen; BB anspannen und abwechselnd die Beine strecken, Spannung halten, drei Sätze á 10 Wdh mit ununterbrochener Spannung

4. wie 3., aber dabei das Becken anheben

5. Im Stand, Füße auf die Ballen stellen, Knie nach vorne beugen, BB anspannen und Becken nach oben kippen; im Wechsel mit dem normalen Stand je 10 mal ausführen

6. wie 5. aber ohne Knie-Becken-Kippe (soll man z. B. beim Zähneputzen ausführen)

7. Auf einen Stuhl setzen. "Aufzugfahren" - darauf achten, dass beim Herunterfahren der "Aufzug" nicht abstürzt

8. Im Sitzen einen kleinen Ball zwischen die Knie nehmen klemmen; BB anspannen und abwechselnd ein Bein strecken und senken - 3 x 10 Wdh

9. Im Sitzen Beine 90 Grad, Füße aufsellen, einen kleinen Ball mittig auf den Boden legen; jetzt BB anspannen, und ein Bein strecken und mit dem Fuß zum Ball führen und wieder zurück, 10 Wdh

10. Im Sitzen Beine strecken und Füße übereinander schlagen, mit den Händen am Stuhl abstützen und Becken hochdrücken, dabei BB anspannen.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Sensei Micha goes Naka

Am 05.02.2013 gab Sensei Micha das erste Training nach seinem Thailand-Gasshuku. Trainer waren dort die Senseis Omura und Naka.

Es war daher nicht verwunderlich, dass Michas Einheit von Trainingsinhalten geprägt war, die einige von uns bereits unter anderem im letzten Jahr auf dem Pfingstlehrgang in Berlin kennengelernt hatten.

Wir starteten nach einem ausgiebigen Erwärmen mit Tsukis im Stand. Hierbei war auf den korrekten Hüfteinsatz zu achten und zwar mit dem für Sensei Naka typischen "Doubletwist" - einer kleinen Ausholbewegung der Hüfte in die Gegenrichtung bevor die Technik ausgeführt wird. Dieser kleine Twist vor dem die Technik auslösenden Hüfteinsatz führt zu einer stärkeren Dynamik.

Später führten wir im Kihon-Training einige Bahnen mit Geris aus: li vor im ZK, Kizami-Mawashi-Geri - vorne absetzen; hinteres Bein Mae-Geri - hinten absetzen; vorderes Bein halb ran ziehen und Mawashi-Geri mit dem eben noch hinteren Bein - vorne absetzen.

Anschließend führten wir - ebenfalls im Stand - Age Uke und Gedan Barei mit demselben Arm. Auch hier sollten wir je vor dem Block einen kleinen Hüft-Twist ausführen. Das ist besonders wichtig bei der Umsetzung des Gedan Barei, da dieser sonst ausschließlich aus dem Arm ausgeführt wird.

Micha teilte uns mit, dass die Teilnehmer des Thailand-Gasshuku nach der Einführung der Technik durch den Sensei die Techniken etwa hundertmal eigenständig üben sollten. Und so sollten auch wir eine Weile eigenständig üben.

Die Age-Uke/Gedan Barei-Kombination übten wir dann mit Partner: Der eine Partner schlug Jodan Tsuki, den der andere mit Age Uke blockte, um dann den Gedan Barei als Konter auf den Oberschenkel zu schlagen. Dies mit dem Double-Twist auszuführen, war schon recht schwierig!

Bei einer weiteren Kumite-Übung nutzten wir den Gedan Barei einmal anders, als sonst üblich: Der Angreifer schlug einen Tsuki Jodan, den der Abwehrende bereits mit der Ausholbewegung zum Gedan Barei blockte. Der Gedan Barei war dann ein Gedan Uke, also ein Konter-Schlag in den Gedan-Bereich.

Dann sollten wir dasselbe im Gohon-Kumite umsetzen. Wenn man hier einen starken und schnellen Partner hatte, war man häufig schon gut damit beschäftigt, nach hinten weg zu kommen, so dass man häufig doch den Hüfteinsatz leider etwas schlabbern ließ.

Am Ende der Einheit gab es eine weitere Kumite-Kombination: Angriff Kizami-Tsuki, Uke weicht nach hinten mit Suri Ashi nach hinten und Block mit der vorderen Hand; nochmal Kizami-Tsuki, Uke weicht nach rechts aus, und blockt mit dem linken Arm mit einer Art Tate Shuro-Uke; Angriff Gyaku-Tsuki (45 Grad - hinter dem ausgewichenen Uke her), Uke weicht nach links aus, Block mit dem rechten Arm (Gedan Barei) und Konter Gyaku-Tsuki.