Montag, 3. Dezember 2012

Neue Karate-Anfängerkurse 2013

Am 07. und 09. Januar 2013 beginnen die neuen Karate-Anfängerkurse beim Shotokan-Karate-Dojo Münster. Auf diese Anfängerkurse freue ich mich diesmal besonders, denn den Kurs der Jugendlichen und Erwachsenen leite ich erstmals zusammen mit meinem Trainingspartner Torsten Uhlemann! Nun, fest steht: Da bleibt kein Gi trocken :-) Infos zu unserem Verein gibts unter www.karate-muenster.de



Samstag, 1. Dezember 2012

Kirikaeshi beim Keiko mit Keigo

Mein Trainingspartner und ich sind gestern einer Einladung unseres Karatefreundes Shimizu Keigo nach Bottrop gefolgt. Keigo gab dort vertretungsweise das Training. Dies war bereits die zweite Einladung dieser Art, aber beim ersten Mal war wegen meiner Knieschmerzen nicht an eine aktive Teilnahme zu denken und ich war dazu verdonnert, die Einheit von der Bank aus zu beobachten. Gestern aber war ich beschwerdefrei und freute mich schon den ganzen Tag über auf das Training.

Als wir im Dojo eintrudelten, erwartete uns erst einmal ein sehr herzliches Willkommen: Neben Keigo und Carsten May waren da auch Martin Kaspar, Daniel Wessendorf,  Veronika Becker und einige andere Karateka vom Gelb- bis zum Schwarzgurt, die ich bisher nicht oder nur vom Sehen her kannte. 



Vor dem eigentlichen Training gab es dann "ein lockeres Ründchen" Randori mit häufig wechselnden Partnern. Hey, das finde ich an einer auswärtigen Trainingsteilnahme immer besonders spannend: sich auf andere Partner im Kumite einzustellen! 

Anschließend begann dann das eigentliche Training - obwohl .... die Bezeichnung Training für meine Begriffe nicht ganz zutreffend ist. Bei einem Training werden meiner Meinung nach bereits bekannte Inhalte häufig wiederholt, um sie zu festigen. Was Keigo uns da gestern bot, spielte sich aber auf einem ganz anderen Level ab und verdient nach meinem Ermessen eher den Begriff Lehrgang. Bei einem Lehrgang werden nach meinem Ermessen neue Inhalte vermittelt oder auf andere (Bewegungs-)Abläufe übertragen, die dann später im eigenen Training wiederholt und gefestigt werden sollten. Nach dieser (natürlich vollkommen beliebig von mir vorgenommenen und diskutablen) Definition ist also der Lehrgang mehr fürs Köpfchen und das Training für die Muckis :-) 

Im Grunde ging es (abgesehen von dem Uchi-Mawashi-Geri gegen Ende der Einheit) um Basistechniken, also Techniken, die die meisten von uns schon tausendfach ausgeführt hatten. Aber wir alle wissen ja inzwischen, worauf es ankommt: auf Kleinigkeiten! 

Wir starteten mit einigen Kihon-Sequenzen, die wir aus einer lockeren Kamae-Stellung ausführen sollten. Keigo wies darauf hin, wie wichtig es ist, locker zu stehen. Nur so könne man stets flexibel reagieren - ausweichen, vorschnellen, zurückgleiten. So übte dann zunächst jede/r für sich Vorwärtsgehen mit Oi Tsuki, Kizami Tsuki und Gyaku Tsuki sowie Kombinationen hieraus - mit oder ohne Suri Ashi/Yori Ashi. Alles wie immer? Ja und nein - denn neben den "üblichen" Aufgaben wie Hüfteinsatz und Beinbewegung lenkte Keigo unsere Aufmerksamkeit auf einen weiteren Trainings- pardon: Lehrgangsinhalt, den einige von uns schon aus den Karate-Events mit Naka Sensei und dessen Schülern kannten: weg von den "angenehmen" und harmonischen Bewegungen und hin zu einer weit dynamischeren, schnelleren und - für den Gegner - überraschenden Disbalance. Hier hatte Keigo für uns einige Bewegungsmuster in petto: 
- Beim Kizami sollen wir die Zeit zwischen dem Ransteppen des hinteren Beines und der Vorwärtsbewegung maximal verkürzen, so dass wir quasi von "zwei Zeiten" auf "eineinhalb" kamen. 
- Der Gyaku-Tsuki wurde so vorgeschlagen, wie Torsten und ich es schon häufig bei Risto und auch bei Michael Jarchau geübt hatten: Der Angriff wird nicht mehr in einer einheitlichen Bewegung von Rumpf und Beinapparat ausgeführt, sondern zunächst durch Einsatz des Oberkörpers, bei dem sich die Beine nicht von der Stelle bewegen. Keigo legt bei der Ausführung seiner Karatetechniken eine unglaubliche Eleganz an den Tag! Es lohnt sich einfach schon, nur zum Zuschauen zu seinen Trainings zu fahren. Bei dieser Übung demonstrierte er die Geschmeidigkeit seiner Bewegungen wieder einmal sehr eindrucksvoll: Beim Einsatz des Oberkörpers blieben die Beine zwar auf der Stelle, durch ein "Tieferlegen" des Körpers wurde aber bereits Schwung geholt für das Vorwärtsschießen der unteren Extremitäten. 
- Anschließend fügte Keigo dem "überlaufenen" Gyaku Tsuki noch einen weiteren Gyaku Tsuki an. 

Diese Techniken und Kombinationen galt es anschließend im Partnertraining umzusetzen. Hier erinnerte Keigo uns immer wieder daran, von unseren gewohnten Bewegungsmustern abzuweichen und durch seine Vorgaben eine Spur schneller und dynamischer zu werden. Auch Mawashi Geri gehörte zum Repertoire der Partnerübungen: "normal", mit dem vorderen Bein getreten und dann, sozusagen als koordinativen Höhepunkt der Einheit, einen Uchi Mawashi Geri mit dem vorderen Bein.

Gegen Ende der Einheit gab es noch ein besonderes Pratzentraining: Drei Karateka stellten sich, mit großen Schlagkissen "bewaffnet", versetzt hintereinander auf. Keigo gab uns nun die Anweisung, mit möglichst schnellen Beinbewegungen von einer Pratze zur nächsten zu schnellen und an dieser Fausttechniken auszuführen. Wenn ich die Übung richtig verstanden hatte, sollte es an der ersten Pratze ein Kizami Tsuki sein, gefolgt von Oi Tsukis an den anderen beiden Schlagkissen. Nachdem einige von uns bei den ersten Durchgängen mehr oder weniger ratlos durch den Parcours gestolpert waren, erklärte uns Keigo, dass wir viel schneller und dynamischer werden, wenn wir auch bei dieser Übung das Prinzip der Disballance anwendeten: Beim Oi-Tsuki sollten wir nicht "wie immer" einen ganzen Schritt vor gehen, sondern mit Kirikaeshi zunächst den vorderen Fuß schnell heran ziehen, so dass man fast über die eigenen Beine fällt und dann - quasi aus dem Ungleichgewicht heraus - in den Tsuki stürzen. Nach ein paar Durchgängen funktionierte das schon ganz gut! In jedem Fall war das nochmal eine schöne Power-Übung zum Abschluss der Einheit!

Das Training bei Keigo war wieder eine echte Bereicherung und ich bin sehr froh, dass ich diesmal aktiv teilnehmen konnte! Hoffentlich haben wir bald wieder die Gelegenheit mit unseren Freunden aus Bottrop zu trainieren!





Samstag, 24. November 2012

Lehrgang mit Sensei Thomas Schulze in Münster

Heute ist Thomas Schulze in Münster zu Gast. Rund 30 Karateka der Oberstufe fanden sich zur ersten Einheit ab Violettgurt ein und ließen sich volle zwei Stunden von Thomas auf Touren bringen.

Thomas übernahm höchstpersönlich das Aufwärmtraining, das zunächst aus zahlreichen Lauf- und Sprungkombinationen bestand:
- in zwei Reihen mit Trippelschritten quer durch die Halle laufen und zurück
- seitlich stehen und seitlich laufen, dabei die Füße abwechselnd vorne und hinten überkreuzen
- Sprungkombinationen, z. B. auf einem Bein durch die Halle, dann auf dem anderen zurück.
- in der Reihe einen Partner wählen und mit diesem seitlich durch die Halle gleiten, zunächst möglichst synchron - im zweiten Durchgang sollte immer je ein Partner einen unregelmäßigen Rhythmus wählen, dabei wahlweise seitlich vor oder zurück gleiten und der andere musste entsprechend reagieren und der Vorgabe spiegelbildlich entsprechen.

Im Folgenden wurden wir mit karatespezifischen Übungen flott gemacht:
- zunächst mit einer "Ständekombination": li vor im ZK, linkes Bein zurück und seitlich links raus in KB, linkes Bein zurück und nach hinten setzen in KK; Hieraus wurde dann schließlich: li vor im ZK mit Tsuki, links zurück und zur linken Seite raus in den KB, hierbei Tsuki mit dem anderen Arm, rückwärts in KK mit Shuto Uke, aus dieser Position jetzt zunächst Mae Geri, absetzen in ZK mit Tsuki und so fort.
- Suri Ashi durch die Halle, zunächst immer je einmal vorgleiten auf eine Zählzeit, dann zweimal und schließlich dreimal - Auslagenwechsel und nochmal. Risto-Fans hatten hierbei natürlich immer die Vorgabe, "mindestens einen Meter vor" zugleiten, damit man nicht etwas ganz Besonderes ist :-)
- Nach einer Runde Kihon-Ippon-Kumite war Thomas mit dem Antritt des Angreifers nicht zufrieden. Darum gab es hierzu eine Vorübung, die er ähnlich schon bei seinem vorigen Lehrgang in Münster mit uns gemacht hatte und die wir so auch von Sensei Micha kennen: in einem "langen" ZK stehen (vordern Fuß weit nach vorne schieben) und dann Druck auf den vorderen Fuß und auf diesem nach vorne ziehen.

Im Kumite sollten wir dann als Angreifer richtig Druck machen. Zunächst griffen wir je zweimal Jodan und Chudan an. Uke sollte bei dem Jodan Angriff wie im Prüfungsprogramm zum 6. und 5. Kyu einen "gedrehten" Age-Uke mit Tai Sabaki ausführen und mit Gyaku Tsuki Kontern. Auf den  Chudan Angriff folgten dann nach dem selben Bewegungsprinzip (gedreht) Block mit Soto Uke und Konter Gyaku Tsuki. Thomas ließ uns hier ordentlich viele Wiederholungen und Partnerwechsel machen.

Dann legte er von der Schwierigkeitsstufe noch einen drauf: Zwar war der Angriff jetzt nur noch Tsuki Jodan, und der Block/Konter Age Uke / Gyaku Tsuki. Der Angreifer sollte jetzt aber auch den Konter blocken und kontern.
- Hatte sich Uke nach rechts (aus Sicht des Tori links) rausgedreht sollte Tori direkt nach seinem ersten Angriff mit Suri Ashi nach links vorne und seitlich am Partner vorbeigleiten, hierbei mit rechts Gedan Barai und mit links dann einen Tate Tsuki vor die kurze Rippe des anderen!
- Ging Uke nach links raus (aus Sicht des Tori rechts), musste der Angreifer nach dem ersten Tsuki rechts raus und vor gleiten, mit dem linken Arm (also mit dem, der grade schon den Angriff-Tsuki geschlagen hatte) Gedan Barei ausführen und dann mit rechts Kage Tsuki schlagen.
Die Vorgabe war also, als Tori letztlich immer so zu stehen, dass man beim Block des Konter nicht die körperoffene Seite des Uke vor sich hatte. Das war "auf Zählen" und mit genauen Vorgaben kein Problem. Auf "auf eigene Zeit" war es noch gut machbar, solange noch vorgegeben war, zu welcher Seite Uke sich herausdrehen sollte.

Das war dann nämlich im letzten Teil der Einheit nicht mehr vorgegeben, sprich: Uke sollte frei entscheiden, ob er sich rechts oder links rausdreht mit Block und Konter. Ehrlich gesagt habe ich es nach einigen Durchgängen und Partnerwechseln aufgegeben, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich mich nach dem Angriff verhalten sollte und ich machte die Erfahrung, dass die Kombination auch funktionierte, wenn man vor der körperoffenen Seite des Uke stand. Vielleicht hab ich die Übung so nicht immer richtig ausgeführt, aber m. E. ist es besser so, als halbherzig anzugreifen und reagieren.

Schade, dass ich die zweite Einheit heute nicht mehr mitmachen kann :-( Vielleicht schreibt ja mein Trainingspartner zu dieser ein paar Zeilen? Er tippte ja schon darauf, dass heute Nachmittag die Chinte drankommt.....bin gespannt, ob er Recht bekommt :-)

Samstag, 17. November 2012

Lehrgang mit Detlef Krüger beim SKDM 2012

Bereits zum dritten Mal durften wir Sensei Detlef Krüger bei uns in Münster begrüßen. Zweitägig unterrichtete er uns am 16. und 17.11.2012 in Sachen Kumite. Als Lehrgangsort hatten wir uns diesmal die Sporthalle der Fürstin-von-Gallitzin-Schule reserviert, da unser Dojo für räumlich ausufernde Kumitetrainings in Trainingsgruppen ab 30 Personen schon knapp werden könnte.

Am Freitagabend fanden sich über dreißig Karateka zur Allgemeinen Trainingseinheit ein. Besonders bemerkenswert war hier die Zusammensetzung der Gruppe: Neben Gästen aus Gladbeck und den treuen Lehrgangsteilnehmern aus unserem Dojo nahmen auch zwei Teilnehmer des aktuellen Anfängerkurses am Training teil, sowie die Mutter eines unserer Karatekinder, die sich als Dan-Trägerin in der Stilrichtung Goju Ryu entpuppte. Zwei Jungen, die von einem anderen Shotokan-Verband zu unserem Verein wechseln möchten, nahmen an diesem Abend ebenfalls erstmals an einer Veranstaltung unseres Vereins teil - und den Vogel abgeschossen hatte ganz eindeutig unser ehemaliges Vereinsmitglied Andreas Wangberg, der (vielleicht nicht extra und ausschließlich für diesen Lehrgang) aus Norwegen angereist war!

So war das ein recht heterogenes Grüppchen, das Sensei Detlef da am Freitagabend trainingsmethodisch unter einen Hut zu bringen hatte. Bereits im Vorfeld hatte er angefragt, ob es möglich sei, Pratzen im Training zu verwenden und so hatten wir schnell noch unsere Handpratzen aus dem Dojo in die Halle befördert.

Das Aufwärmtraining hatte Detlef an Torsten Uhlemann delegiert. Und wir waren wohl alle froh über ein bisschen "Wärme", sind wir doch durch unser schönes Dojo einen stets angenehm temperierten Fußboden gewöhnt. Als wir alle unsere Betriebstemperatur erreicht hatten, ging es auch schon los mit zahlreichen Gyaku-Tsuki-Kombinationen: Gyaku-Tsuki ohne Fußbewegung für die Nah-Distanz, mit Step vorwärts des vorderen Fußes, oder mit Step zunächst des hinteren Fußes - oder schließlich mit einer ganzen Schrittlänge vorwärts. All diese Übungen wurden dann ausgiebig am Partner ausprobiert, der sich zum Schutz je eine Handpratze vor den Chudan-Bereich hielt. Der glatte Hallenboden machte es uns nicht immer ganz leicht, die Übungen auszuführen und war eine gute Übung für einen festen Stand.

Als die Unterschiede der verschiedenen Tsukis ausgiebig herausgearbeitet waren, ging es daran, sich mit diesen verschiedenen Kombinationen und dem Partner durch die Halle zu bewegen. Dies erforderte natürlich zunächst, dass der Partner auch die entsprechende Rückwärtsbewegung beherrschte und darum gab es als kleine Zwischenübung "Suri-Ashi, Suri-Ashi, ganzer Schritt zurück". Schließlich rauschten wir dann alle durch die Halle - stets bemüht, die richtigen Reihenfolgen der verschiedenen Tsukis auf dem Schirm zu haben. Und es war wirklich erstaunlich, wie häufig sich doch selbst gestandene Dan-Träger/innen hierbei vertan haben ;-) Kurz vor Abschluss der Einheit kam dann die Vorgabe, dass zunächst der Angreifer die Distanz bestimmen sollte, ab der dritten Technik dann der "Flüchtende". Hier ging dann vermutlich bei allen das System etwas durcheinander aber Detlef war sehr nachsichtig mit uns und lief schmunzelnd durch die Reihen. Vor dem Yame ließ er uns noch einmal ganz "stumpf" einfach nur Chudan-Tsukis aus der Nahdistanz vor die Pratze ausführen, damit wir den Kopf mal wieder frei bekamen.

Den Abend ließen wir dann noch mit einem leckeren Essen in einem chinesischen Restaurant ausklingen.

Am zweiten Tag fanden sich zahlreiche weitere Karateka aus nah und fern ein, um mit uns zu trainieren. In der sehr gut besuchten Oberstufe ging es weiter mit "meiner ganz persönlichen Wunscheinheit": Beim Lehrgang in Frankfurt Anfang des Jahres hatte Detlef uns in einer Einheit schwerpunktmäßig Blocks und Konter aus verschiedenen Kamae-Haltungen als Aufgabe aufgegeben: http://andreahaeusler.blogspot.de/2012/01/kumite-lehrgang-mit-risto-kiiskila-und.html Dies wurde nun auch hier in Münster geübt und zwar mit zahlreichen Partnerwechseln. Nach diesen 90 Minuten waren wir alle redlich k. o. und stärkten uns in unserem Dojo bei Brötchen, Kaffee und Kaltgetränken.

In der letzten Einheit ging es um das Blocken verschiedener Angriffe - ausschließlich mit dem vorderen Arm. Ungewohnt für mich war die Vorgabe, den Kizami-Tsuki mit Age-Uke zu blocken. Hier tendierte ich irgendwie immer zum Soto-Uke. Dieser war in dieser Einheit aber für den Gyaku-Tsuki vorgesehen. Mae-Geri blockten wir mit Gedan-Barai und Tsuki Jodan mit Tai Sabaki und Uchi Uke - alles mit dem vorderen Arm. Der Angreifer sollte zunächst mit einer Einzeltechnik angreifen, später dann mit Kombinationen, z. B. Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki oder Gyaku-Tsuki/Mae-Geri, oder Mae-Geri/im Absetzen Oi-Tsuki. Im weiteren Verlauf wurden dann drei Angriffe ausgeführt, die wir jeweils möglichst fließend aneinander reihen sollten, also ohne Stopps zwischendurch. Hier gab es z. B. Kizami-Tsuki/Gyaku-Tsuki/Mae-Geri oder Gyaku-Tsuki/Mae-Geri/Oi-Tsuki. Na, und zum Ende der Einheit wurden alle vier Angriffe aneinander gereiht :-) Aufgabe des Abwehrenden war natürlich, jede der Techniken mit dem vorgegebenen Block und nur mit dem vorderen Arm zu blocken, bevor dann am Ende einer Kombination möglichst effektiv mit Gyaku-Tsuki gekontert wurde. Das war ein großer Spaß, besonders, als wir alles stark und schnell machen sollten ;-) Obgleich die letzte Einheit nur eine Stunde dauerte, hatten wohl niemand anschließend mehr einen trockenen Gi!

Glücklicher Weise konnten wir uns dann noch schön in unserer dojoeigenen Sauna entspannen und das Karatewochenende noch einmal Revue passieren lassen - bevor wir alle Gäste aus nah und fern und auch Sensei Detlef verabschiedeten. Fazit: ein toller Lehrgang mit supernetten Leuten!

Freitag, 16. November 2012

Physiotherapie mit Frau Pieper

So, da habe ich grade die zweite Stunde Physio hinter mir. Ich soll auf diese Weise meinen fortschreitenden Verfall hinauszögern, so der Orthopäde. Na, dann....

Viel habe ich ja ehrlich gesagt nicht erwartet von dem, was sich landläufig auch "Krankengymnastik" nennt. Aber es kam dann alles ganz anders....

Mein Orthopäde kennt mich eigentlich nicht - ich war mit seiner älteren Schwester in derselben Grundschulklasse und vor ca. 35 Jahren zwei- oder dreimal bei der Familie zu Besuch. Er hätte mich umrennen können, ich hätte ihn  nicht erkannt. Ich hätte mein Hinterteil darauf  verwettet, dass es ihm genauso geht. Zudem hieß ich ja damals auch noch anders. Auch hier wurde ich überrascht:"Wir kennen uns", war seine Begrüßung und sofort waren wir per Du und im Gespräch. Er schmunzelte, als ich vom Karate erzählte, das ich gerne bald wieder - möglichst ohne Schmerzen trainieren wollte und dann verschrieb er mir Einlagen, Akupunktur und eben Physiotherapie. Er empfahl mir die Praxis Jazy, gleich hier um die Ecke. Auf der Hompepage der Praxis fand ich den Zusatz  "Sportphysiotherapie, Golfphysiotraining" - hm, hört sich nicht schlecht an. Die nächste Überraschung war dann die Aufmachung der Praxis ... hier hat man sich offenbar in den letzten 25 Jahren auf das Nötigste beschränkt...aber never judge a book by the cover, denn dann kam Frau Pieper! Lena Pieper ist hm, vielleicht Anfang, höchstens Mitte zwanzig. Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander. Ich sagte sofort, dass ich das ganz harte Programm haben will, damit ich möglichst schnell wieder fit und beschwerdefrei trainieren kann.

In der ersten Stunde gab es einige grundlegende Sondierungen: Wie ist mein Gang, was verursacht Schmerzen, wie kann ich die x-Stellung meiner Knie ausgleichen? Die Übungen ließ ich mir von ihr - mein Trainingspartner Torsten lacht sich kaputt, wenn er das hier liest ;-) - aufschreiben und versuchte, sie im Laufe der nächsten Woche auch auszuführen.

Heute war der zweite Termin. Ich habe - vielleicht liegts auch an den vier Akupunkturterminen zwischendurch - tatsächlich kaum noch Schmerzen. Und Frau Pieper ließ mich heute nassgeschwitzt nach Hause fahren :-) Heute sollte ich nämlich ein Theraband mitbringen und nahm das, welches mir Torsten vor ein paar Wochen mal geliehen hatte. Dies sollte ich doppelt legen und mit dem Band um die Knie, die Füße etwas mehr als schulterbreit auseinander, durch den Raum laufen. Mann, das sah vielleicht bescheuert aus ;-) Bei der nächsten Runde sollte ich eine Hantel in beide Hände nehmen und diese zunächst mit gestreckten Armen über den Kopf halten (andere Patienten bekämen einen kleinen Ball, meinte Frau Pieper ;-) ) Beim Vorwärtsgehen sollte ich nun die Hantel mit gestreckten Armen diagonal in Richtung des vorderen Knies führen. Jau, das war schon ganz schön anstrengend und trainierte auch gleich den Rücken mit. Als nächstes ein Ausfallschritt mit Theraband - hm, zweifach schien zu locker, darum nahm ich es dreifach um die Knie. Puh, ganz schön stramm! Jetzt damit im Ausfallschritt durch den Raum und dabei auf eine Außenspannung achten - hey, wenn das mal nicht dem Zenkutsu-Dachi verdammt nahe kommt! :-) Ich erzählte es Frau Pieper und machte gleich mal den Anfang der Sochin dabei vor. Wir hatten eine Menge Spaß!

Als nächstes: Stabilität. Ich stellte mich mit einem Bein auf einen Tellerkreisel und sollte Kniebeugen machen. Dabei immer schön auf die Außenspannung achten! Beinwechsel.

Nun ging es auf die Wackelmaschine. Ich weiß nicht, wie das Ding heißt...ist auch schwer zu beschreiben....es ist wie eine Art nach oben und vorne offener "Käfig", dessen Boden an einigen Federn aufgehängt ist. Man steht also äußerst instabil. Mit beiden Beinen - kein Problem.....aber auf einem werde ich fast sofort seekrank ;-) Letztes Mal hatte ich schon einbeinig eine Weile darauf stehen sollen, das andere Knie dabei auf Hüfthöhe haltend. Das war schon echt schwierig aber Frau Pieper deutete schon an, dass es hier noch eine Steigerung gäbe. Heute nahm ich wieder diese Position ein - und Frau Pieper brachte jetzt noch einen Ball ins Spiel - in der instabilen Position sollte ich diesen auffangen und ihr wieder zupassen. Ja, das könnte ihr so passen - ich stehe da wie auf Eiern und sie schön bequem mit beiden Beinen auf dem Fußboden. "Nehmen Sie doch bitte das Balance-Bord und dann bitte auch nur auf einem Bein!" Nun, Frau Pieper kam dem Wunsch gerne nach und so eierten wir da beide herum und lachten uns kaputt! Allerdings war das auch echt ne hammer Übung! Ich spürte wirklich jeden Muskel! "Das müssen Sie dann mal mit ihrem Trainingspartner machen. Sie haben doch gesagt, sie haben diese - wie heißen die? - Handpratzen. Da stellt sich jeder mit einem Bein drauf und dann werfen Sie sich einen Ball zu. Das ist bestimmt auch ne tolle Übung für Ihren Trainingspartner."

Nun, Torsten, was meinst Du? ;-)