Leserbrief zum Thema „Verkehrsrowdies“
Es gibt zahlreiche Gründe für zunehmende Verkehrsverstöße: zunehmender Verkehr, Schnelllebigkeit des Alltags, Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit (Handy, Radio etc.) und sicher auch der in der Ellenbogengesellschaft zunehmende Egoismus.
Ein sehr wichtiger Grund ist aber auch die „Über-Regelung“ des Straßenverkehrs. In Münsters Verkehrslandschaft gibt es zu viele Regelungen und von diesen dann wieder Ausnahmen, so dass die Verkehrsteilnehmer einen Ermessensspielraum haben. Viele der Regelungen sind zudem nicht nachvollziehbar. Dies verleitet dazu, in diesen Situationen dann ebenfalls vom eigenen Ermessen Gebrauch zu machen und gegen Vorschriften zu verstoßen. Oder die Regelungen und Ausnahmen werden schlichtweg nicht mehr verstanden – die Verkehrsteilnehmer sind einfach überfordert. Hier ein paar Beispiele:
- Ampeln: Fahren bei Grün, Halten bei Rot. Es sei denn, es ist ein grüner Pfeil für Rechtsabbieger da. Dann hat der Verkehrsteilnehmer wieder Ermessensspielraum. Fahrradfahrer finden hin und wieder das Schild „gilt nicht für Fahrradfahrer“, dürfen also auch bei „Rot“ fahren.
- Einbahnstraßen: Nur in eine Richtung befahrbar. Ausnahmen: Gegenrichtung frei für Radfahrer.
- Rechtsfahrgebot: Einige Radwege gelten für beide Richtungen. Die PKW-Fahrer rechnen nicht mit links fahrenden Radlern – Unfallgefahr.
- Ampeln: Hindenburgplatz statdauswärts: rechts Abbiegen verboten. Aber: Die offiziellen Buslinien fahren rechts ab! Und es ist nicht mal ein Hinweis „außer Busse“ o. ä. angebracht.
- Fahrradstraßen: trügerische Sicherheit für Radfahrer.
- Tempolimits: an einigen Straßen schlichtweg nicht nachvollziehbar.
- Vorfahrtregelungen: An einigen Straßen ist über eine längere Strecke an Kreuzungen die Vorfahrt durch Schilder geregelt, plötzlich kommt eine Kreuzung mit rechts-vor-links!
- Schließlich noch der Kreisverkehr, an dem nach der neuen Planung sind wohl alle Verkehrsteilnehmer überfordert sind.
Insgesamt also viel zu viele (zum Teil nicht nachvollziehbare) Regelungen, von denen es dann wieder zu viele Ausnahmen gibt. Wer blickt denn da noch durch?
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