Dienstag, 6. Januar 2009

Kampf statt Krampf - Ein Stenogramm

Intensiv-Lehrgang bei Risto Kiiskilä in Frankfurt vom 05.-09.01.2009

1. Tag: Ankunft nach Bahnverspätung wegen winterlicher Witterung gegen 11 Uhr.

Knapp 50 Karateka v. 4. Kyu bis Dan, aus Oulu, Lahti, Berlin, Kamenz, Rothenburg, Müchen und natürlich Frankfurt anwesend - das Dojo kommt langsam an seine Kapazitätsgrenzen! Trainingspromnienz: Anika Lapp (Tamm).

Herzliches Willkommen von allen Seiten, eine große Karatefamilie!

1. Einheit um 12.00 mittags: Das Risto ABC und Karate-Einmaleins. Viel Input, vor allem für "Erstlinge". Inhalt im Wesentlichen:

- "Wo ist die Hüfte? Im Oberschenkel." (Weil durch das Ein- und Ausdrehen des Oberschenkels die Hüfte bewegt wird; das darüber ist nur der Knochen, der dafür sorgt, dass der Gürtel nicht rutscht.)

- "Weniger als 1 Meter vorkommen ist etwas ganz besonderes."

- "Was ist Kime? Das Anspannen der gesamten Körpermuskulatur? Nein - das ist Krampf! Kime bedeutet das Anpsannen aller Muskeln NUR IM LETZTEN MOMENT VOR DEM AUFTREFFEN!"

- "Was ist Geschwindigkeit? Eine Technik wird mit möglichst hoher Geschwindigkeit ausgeführt, wenn sie in der Endphase beschleunigt wird."

und natürlich viele Klassiker wie:

- "Warum bleibt das Knie nach dem Mae-Geri oben? Weil wir Shotokan-Karate machen!"

Aufwärmtraining Risto-like mit Hüft-Powerpack:
-Zenkutsu-Dachi stehen, Hüfte ein und ausdrehen durch Einsatz des Oberschenkels, dabei Hüfte hoch.

- Anschließend Gewicht nach hinten verlagern auf das "Sitzbein" (das vordere ist ja das "Standbein") und Gewicht vor und zurück verlagern, dabei vorne die Hüfte eindrehen, Innenspannung der Oberschenkelmuskulatur. Beim Ausdrehen darauf achten, dass der vordere Oberschenkel nicht nach außen gedrückt wird. Sagen zwar viele, ist aber falsch (Michael Jarchau hatte uns das auch neulich genauso erklärt - Oberschenkel nicht nach aussen drücken, die Spannung bleibt zentriert.

- Als nächstes beim Vorverlagern die Faust mit nehmen und Gyaku-Tsuki ausführen. Beachten: Auf "drei Zeiten", also erst Gewicht verlagern, dann Hüfte eindrehen und zum Schluss Tsuki ausführen.)

Wenn man dann jede Übung 20 mal langsam und korrekt ausführt und danach 20 mal schnell (und auch noch möglichst korrekt), dann ist man wirklich warm.

Dennoch anschließend noch für Rumpfbeweglichkeit gesorgt: in Grätsche stehen, Arme gebeugt auf Kopfhöhe, Rumpf seitlich drehen, im letzten Moment Hüfte dagegen drehen. Zum Schluss Arme zu einer Seite fallen lassen, Hüfte gegengedreht.

Dann gabs Kihon für Fortgeschrittene mit viel Beweglichkeit.
- vor im Suri Ashi mit Kizami, dann Gyakutsuki
- Age-Uke vor mit Shuri Ashi, dann G-Ts
- Soto-Uke, dann Kiba Dachi Empi

Fokus wie immer auf Gewichtsverlagerung, Kraftübertragung, Standbein, Hüfte, Hikite, Atmung - ganz schön viel, auf das man achten soll!

Besonders für mich als Hausaufgabe:
- Wendung mit Neko-Ashi-Dachi, also das vordere Bein am Standbein vorbeiziehen
- Drehung aus der Hüfte, die Hüfte ist zu langsam
- im Kokotsu-Dachi/Stouke nicht die Schulterblätter hinten zusammen, sondern die Schultern runter(eigentlich logisch, oder???)
- immer wieder: Abdruck aus dem hinteren Bein
- Kanku-Sho (schlug Risto vor als meine mögliche nächste Prüfungskata. "Du kannst nicht immer dasselbe machen (Jion, Sochin - beides sehr "erdige", kraftvolle Katas). Du musst Kanku-Sho ein Jahr lang üben. Da kannst Du Dich richtig austoben."
- nicht "hüpfen", sondern tief, tief, tief und dann vor in Kizami, Gyaku-Tsuki
Partner erster Tag: Volker aus Rothenburg, hat richtig Spaß gemacht!

Zweite Einheit:
- hinteres Bein ca. 30 cm nach vorne ziehen unter den Körperschwerpunkt, dabei vorderer Arm Age-Uke, Soto-Uke oder Kizami-Tsuki, anschließend Abdruck aus dem hinteren Bein und Gyaku-Tsuki
- dasselbe dann zeitverkürzt, also quasi auf eine Zeit zum Partner "fliegen", den Kizami nur noch zum Antäuschen.
- Katas Kanku-Dai und Kanku-Sho, hinterher mit "Partner", der zuschaut und korrigiert. Hier wertvolle Tipps vor allem von Volker.

Letzte Trainingsphase nochmal die Übungen vom Beginn der Einheit und dann locker Freikampf, erst mit Raphael, dann mit Geppi und schließlich mit Sabine.







-

Keine Kommentare: