Samstag, 22. Januar 2011

Der Kungfu-Panda und das Sprungkrafttraining

Letzte Woche war ich für ein Karatetraining zu Gast im Dojo meines Trainingspartners Torsten. Wir trafen uns zu dritt in der Turnhalle der Marien-Grundschule in Roxel: Torsten, sein Kohai Antonio und ich. Vor dem Training wandelten Antonio und ich die Turnhalle zum Dojo um: Wir befestigten einige Spiegel mit Klettvorrichtung an einer Hallenseite und richteten ein Shomen ein.

Zu Beginn der Einheit wärmten wir uns eigenständig auf. Torsten hatte schon angekündigt, dass er mit mit unbedingt ein Sprungkrafttraining durchführen wollte, damit ich bei den Karate-Sprüngen oder auch den Suri-Ashis nicht mehr immer "etwas ganz Besonderes" bin. Als er dann während unserer Aufwärmphase jedoch begann, eine Kastentreppe, bestehend aus vier Kästen in verschiedenen Größen und Matten dazwischen, aufzubauen, wurde mir doch ganz anders. Nunja, er konnte ja nicht wissen, dass ich seit meiner Grundschulzeit eine Geräteturnphobie habe! Schon damals hing ich immer wie ein nasser Sack am Reck oder stieß mir die Knie an den Kästen. Es war keine Freude und katastrophal wurde es, als meiner Turnlehrerin in der fünften Klasse vor der ganzen Klassengemeinschaft der Satz:"Andrea, du Trampel!" entfuhr! Im Grunde hatte sie ja Recht, aber ich hatte natürlich jetzt einen Stempel aufgedrückt bekommen, den ich bis heute nicht losgeworden bin. Außerhalb des Schulsports vermied ich künftig alle Sportarten, bei denen man sich grazil, leicht und mit Sprüngen bewegen musste. Fünf Jahre Jazztanz und danach Karate (beides Sportarten, bei denen man "trampeln" darf und eben nicht grazil sein muss) ließen mich meine Unsportlichkeit nach und nach vergessen. Bis letzte Woche.

Nach einer schönen und intensiven Einheit mit viel Kihon, Kata und Kumite sowie einigen Pratzenübungen zur Verbesserung meiner Trittkraft, rannten Antonio und Torsten plötzlich wie zwei junge und übermütige Pferde auf die Kästen zu, drauf und drüber. Und dann sollte ich. Und konnte nicht. Ich stand wie blöd vor dem ersten Kästchen und hatte einfach nur Panik! Panik davor, mit dem Kinn gegen den nächsten Kasten zu fallen, Panik davor, mir ungeschickt den Knöchel zu verrenken, Panik vor der Schmach und der Blamage, wenn ich an den Kästen kleben bliebe und nicht drüber käme. Die ersten Punkte traten zum Glück nicht ein. Leider blieb ich aber wirklich bei einem kläglichen Treppenbewältigungsversuch an Kasten Nummer vier, der mir bis auf die Brusthöhe ging, wie ein nasser Sack kleben, strampelte höchst unwürdig mit den Beinen und ließ mich schließlich, ohne dass ich den Kasten hätte bewältigen können, rückwärts, mit dem Hintern zuerst, wieder runter gleiten. Wie peinlich! Und das vor den Augen meines Trainingspartners, der sich so viel Mühe mit mir gegeben hatte!

Ich war echt ziemlich frustriert anschließend. Ich weiß ja, dass ich kein Sprungtalent bin. Naja und Torsten weiß jetzt auch, dass er mit mir ganz klein anfangen muss bei diesem Trainingsteil. Wir haben vereinbart, beim nächsten Mal mit weniger hohen Kästen zu beginnen. Aber wenigstens geb ich nicht auf. Es ist an der Zeit den Stempel der Kindertage loszuwerden......

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