Es ist wohl für alle Karateka des SKDM immer eine besondere Freude, wenn mein erster Sensei Jochen Glaß (5. Dan) einmal im Jahr aus Konstanz nach Münster kommt, um bei uns einen Karate-Lehrgang zu leiten. Wir haben von ihm schon viel gelernt - aber in den letzten zwei, drei Jahren lag der Fokus eindeutig auf der Selbstverteidigung. Klar, es ist toll, wenn man einige Karate-Grundlagen hat und das grundlegende Beherrschen von Tsukis, Empis, Geris und co. läßt einem hier einigen Spielraum, die vorgeschlagenen Übungen zu gestalten und vielleicht auszuweiten. Die wichtigste Basis für den Lehrgang war diesmal allerdings für mich die Leidensfähigkeit! Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich grade nicht weiß, wo ich beim Schreiben meine Unterarme auflegen soll, damit ich nicht mit der Tischkante an die blauen Flecke komme - aber der gestrige Tag war für mich geprägt durch sehr viel Konsequenz und Realitätsnähe.
Jochen war wieder nicht alleine angereist, sondern hatte zu unserer Freude einige Karateka mitgebracht, die unser Training wieder eindrucksvoll bereicherten: Kaderathlet Steffen Maier wurde von Jochen permanent als Dummie benutzt - bis bei ihm am Ende schon fast die Luft raus war! Seine Freundin Amanda Staubach war zum ersten - aber hoffentlich nicht zum letzten Mal mit in Münster und bereicherte die Farbgurttruppe. Sebastian Faller wandelte die vorgeschlagenen Übungen eindrucksvoll auf seine körperlichen Möglichekeiten um (er hat keine Arme) und zeigte uns z. B. anschaulich, wie man einen Würgegriff am Hals allein durch den Kinneinsatz abwehren kann. Besonders beeindruckend finde ich immer wieder, dass unser Freund Adrian Seidel seit Jahren den Weg nach Münster auf sich nimmt, obgleich er nicht zusammen mit den anderen aus Konstanz, sondern extra aus Rosenheim anreist.
In diesem Jahr besonders erfreulich war die trotz des herrlichen Herbstwetters starke Beteiligung am Kurs. Die Unterstufe war ebenso stark besetzt wie die Oberstufe und die Farbgurte zeigten keinerlei Hemmungen bei der Umsetzung der für sie doch meist noch ungewohnten Übungen. Bei den Braun- und Schwarzgurten gab es dann kein Halten mehr und Jochen demonstrierte seine Befreiungs- und Kontertechniken mit sichtlichem Spaß und sehr konsequent an seinen langjährigen Karatefreunden.
Der für einen SV-Kurs klassische Trainingsaufbau begann mit Ausweichübungen. Anschließend übten wir das Lösen des Griffs um ein, später um beide Handgelenke. Hier begannen wir gleich recht hämatomlastig mit Gedan-Barai, dann erst übten wir den "Klassiker", das Herausdrehen der Hand/Hände. Jochen wies uns mehrfach ausdrücklich darauf hin, dass wir die Übungen in unser permanentes Training integrieren sollten, am besten nach jeder Trainingseinheit noch 15 Minuten SV (ach ja, und noch noch zwei drei Katas....vielleicht noch etwas Krafttraining ..... und was man nicht sonst noch alles vertiefen sollte....seufz!).
Nach dem Befreien der Hände machten wir weiter mit einem Würger am Hals, erst von vorne, dann von hinten. Das war jetzt eine echt unangenehme Geschichte, denn mein Partner und ich schonten uns wahrlich nicht - weder beim Angriff, noch bei der Abwehr und der Sicherung am Boden. Insgeheim fragte ich mich schon, ob ich sichtbare Würgemale davontragen würde - aber der Blick in den Spiegel heute morgen machte mir klar, dass so ein Hals doch widerstandsfähiger ist, als man gemeinhin meint. Der Würger von hinten war durch eine schnelle Drehbewegung, verbunden mit dem Einsatz der Arme, zu lösen. Ich frage mich allerdings, ob ich dazu noch in der Lage bin, wenn mich Schock, Schmerz und Luftmangel im nicht angesagten Ernstfall einmal übermannen sollten. Ganz widerlich war die Übung, bei der wir versuchen sollten, uns aus dem Schwitzkasten zu befreien. Hier schlug Jochen zunächst eine Befreiung durch Umfassen der gegnerischen Leibesmitte und Umwerfen des Übeltäters vor. Das hat bei mir überhaupt nicht funktioniert und mir wurde auch echt schlecht vom Wügegriff meines Partners! In so einer heiklen Situation bleibt keine Zeit zum Überlegen und für komplizierte Techniken - sehr eindrucksvoll rief uns Jochen dann ins Gedächtnis, dass wir in so einer Situation unsere Karatebildung getrost auch einmal vergessen könnten: Der Gegner konnte hier durch ganz profanes Kneifen in die Innenseite des Oberschenkels zum Loslassen gebracht werden! Aua!!!
Umklammerung von hinten. Hier verzichtete Jochen auf den klassischen "Fingerbrecher" und zeigte uns stattdessen einige Möglichkeiten, wie man den Partner per Fußversetzen und Gewichtsverlagerung zu Boden wirft. Ich denke, hier hatten besonders Trainingspaare mit extremen Größen- und Gewichtsunterschieden die größten Probleme! Diese Übungen sind sicher effektiv und sinnvoll - zum Training hierfür sollten aber Tatamis vorhanden sein.
Ich werde mir die Tage nochmal mehr Zeit nehmen und versuchen, die einzelnen Trainingsbestandteile zu rekapitulieren. (Noch) Nicht ausgeführt hatten wir Befreiungsmöglichkeiten am Boden - ob das wohl gleich um halb elf noch in der Einheit dran kommt? Oh Mann, ich wollte heute Mittag eigentlich zum Blutspenden - ob die mich da nehmen mit meinen ganzen augenscheinlichen Mißhandlungskennzeichen????
Zum Schluss bleibt mir jetzt ganz spontan nur anzumerken: Ich weiß, dass Jochen viel mehr auf dem Kasten hat, als "nur" Selbstverteidigung....so erinnere ich mich z. B. an einen Lehrgang vor einigen Jahren, bei dem der Schwerpunkt auf der Kata Gangaku lag. Ich meine, bei ihm gestern herausgehört zu haben, dass er im nächsten Jahr vermutlich mal wieder ein anderes Thema wählen möchte. Das wird sicher auch spannend - aber irgendwie tuts mir um die tolle Schulung in der SV jetzt schon leid!
Sonntag, 10. Oktober 2010
Freitag, 8. Oktober 2010
40 Jahre Karate - Jubiläumslehrgang von Risto Kiiskilä in Frankfurt
Mein Lieblingskaratetrainer mit Migrationshintergrund lud ein, um sein 40-jähriges Karate-Jubiläum mit Freunden und Anhängern zu feiern. Am Samstag, den 02.10. und dem darauffolgenden Sonntag wanderten rund 50 Karateweltmeister, Finnlandfans und Karate-Breitensportler gemeinsam auf dem Rist-do. Wie üblich zog es nicht nur Ortsansässige zum Lehrgang, der diesmal in der Wintersporthalle auf dem Gelände des Bundesligisten Eintracht Frankfurt stattfand, sondern auch Karatebegeisterte aus vielen Teilen der Bundesrepublik und sogar aus Estland! Aus Ristos finnischer Heimat war zwar niemand vertreten - aber ich bin sicher, dass sein Jubiläum dort vor Ort in Kürze gebührend nachgefeiert wrid!
Vor dem Trainingspensum am Samstag hatten die meisten von uns wohl einen gehörigen Respekt: Insgesamt hatten wir an einem Nachmittag drei Trainingseinheiten durchzustehen!
Die erste Einheit startete mit dem Risto-Powerpack! Nach Ristos Ansicht ist es nicht sinnvoll, sich mit Standardgymnastik oder -aufwärmübungen auf das Training vorzubereiten. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich auch mit karatespezifischen Bewegungen aufzuwärmen - die dabei auch noch die Koordination und die Bewegungsabläufe schulen. "Wer zum Aufwärmen den Hampelmann macht, wird selbst zum Hampelmann", so seine Devise. Beweglichkeit im Oberkörper, Drehung der Hüfte mit oder ohne Vorbewegung oder Tsuki - bereits nach einer Viertelstunde klebte mir der Gi am Körper! (Das Powerpack habe ich in einem eigenen Post beschrieben, wer es nachvollziehen möchte, kann dort einzelne Übungen nachlesen: http://andreahaeusler.blogspot.com/2010/09/fit-mit-powerpack.html)
Als nächstes gab es zahlreiche Risto-Basics, bei denen es sich immer wieder lohnt, sich auf neue Aspekte zu stürzen - oder bestimmte Dinge einfach nochmal zu vertiefen. Bei jedem Risto-Training fällt mir doch eine weitere Kleinigkeit auf, die mir bisher wegen der Fülle von Informationen entgangen war! Freute ich mich diesmal besonders darüber, dass mir die geforderten Hüftbewegungen inzwischen etwas besser gelangen, so hatte ich jetzt eine neue Erkenntnis bei einer Mae-Geri-Vorübung: Im Stand hinten anfersen und die Knie aneinander! So, erklärte Risto, sollte man es auch den Anfängern erklären, wenn sie sich im ZK fortbewegen sollten - fügten sie die Knie aneinander, könnten sie nicht "breitbeinig" vorlaufen. Natürlich! Die Mae-Geri-Vorübung wurde aber noch verfeinert: Als nächstes sollten wir den Hüftknochen des Beins, welches gleich den Tritt ausführen soll, nach vorne stoßen - und dann das Bein wieder absetzen. Dies wiederholten wir so oft, dass ich ernsthafte Bedenken hatte, wie ich mit dem Muskelpaket am Hintern nach dem Duschen wieder in meine Jeans kommen sollte! Und in der letzten Konsequenz kam dann, quasi von selbst, noch der Kick an sich - der so fast zur Nebensache geworden war!
Auch "Tsuki-Bunkai" war wieder Bestandteil dieses Trainings: "Tsuki Bunkai ist, wenn man den Tsuki so macht, dass er funktioniert", so der Sensei. Schwerpunkt lag diesmal auf der Bewegung über das Standbein hinweg. Risto konnte ganz einfach erklären, wo bei den meisten von uns der Fehler lag: "In den alten Karatebüchern sieht man die Vorwärtsbewegung im ZK immer auf drei Zeiten, die jeweils mit einem Bild hinterlegt sind. Zeit eins: Stand im ZK mit Tsuki, Zeit zwei: Füße parallel nebeneinander und Zeit drei: ein Schritt vor im ZK und Tsuki mit dem anderen Arm." Was denn als Beschreibung stets unter dem Bild stehen würde, fragte Risto in die Menge. Es kamen ein paar Vorschläge, die Auflösung dann aber von ihm selber: "Bewegung über das Standbein hinaus." Also nicht in der Mitte stoppen. Wir waren bisher also nur zu schwer von Begriff gewesen, die Bilder mit dem Untertitel richtig in Verbindung zu bringen! Natürlich gab es zahlreiche Übungen zu diesem Thema, die ich am Besten noch einmal im eigenen Dojo vertiefen werde....
Die Pause bis zur zweiten Einheit ging mit dem Begrüßen der vielen Karatefreunde und einem kleinen Snack viel zu schnell vorbei!
In der zweiten Einheit hatten wir das Vergnügen, in zwei Gruppen von je einem Weltmeister trainiert zu werden: Risto-Schüler Emanuele Bisceglie brachte uns die Unsu bei und sein Kollege Giovanni Machitella schulte die Braungurte im "Flug der Schwalbe", der Enpi. Emanuele filetierte für uns die Kata in mundgerechte Häppchen, an denen wir zum Teil ganz schön zu kauen hatten! Dann ging es natürlich "aufs Ganze", wobei es uns Emanuele überließ, ob wir den Sprung ganz ausführten, oder nur andeuteten. Danke, dafür ;-)
Puh, das war aber jetzt schon ordentlich trainiert! Und das Mittagstief war wie nix weggeschnupft! Die letzte Einheit begann für uns um 17.00 Uhr, zu einer Zeit, zu der manch anderer Lehrgang bereits zuende ist. Wir verfeinerten jetzt das Kumite á la Risto, der stets den Schwerpunkt auf das Jiju-Ippon-Kumite, also den Halbfreikampf, legt. Dieser Übergang zur freien Bewegung ist laut Risto ungemein wichtig und wird häufig zu wenig und zu unsauber trainiert. Wir übten ganz viel "BElasten und ENTlasten" mit Tai Sabaki und Suri Ashi nach links, nach hinten und nach rechts. Meine Trainingsschwerpunkte werden in den kommenden Wochen das schnelle Zurückziehen des vorderen Fußes sowie "Hüfte hoch beim Block" sein. Gleichzeitig werde ich versuchen, darauf zu achten, dass der Block und das Hikite zusammen mit dem Gleit-Stopp des vorderen Fußes einhergehen.
Der Abend stand dann im Zeichen des Jubiläums. Vom DJKB-Präsidium war leider niemand persönlich erschienen, man hatte aber per Brief gratuliert, der offen vorgelesen wurde: Als Jubiläumsgeschenk gab es für Risto eine Einladung zur Karate-WM 2011 nach Thailand, bei der Emanuele und Giovanni vor den Augen ihres Senseis hoffentlich ihre Titel verteidigen werden! Einige treue Helfer aus Ristos Dojo KD-Ippon (allen voran Sandra und Birgit) hatten ein tolles Buffet gezaubert und außerdem gab es Freibier für alle! Leider mussten wir bereits um 22 Uhr aus der Wintersporthalle hinaus. Ein Teil der Gruppe feierte noch im Dojo weiter. Ich selbst zog mit meinem Vereinskameraden Torsten noch in Sachsenhausen um die Häuser - und fiel erst nach der Geisterstunde wie tot ins Bett!
Gut, dass ich am nächsten Morgen sage und schreibe bis 9 Uhr ausschlafen und mich dann am umfangreichen Hotel-Frühstücksbuffet stärken konnte! So hatte ich ab halb 12 wieder einige Energie für die letzte Einheit, die für mich der Höhepunkt des Lehrgangs war: Wir bildeten drei Gruppen und wurden - wieder von Ristos Schülern - in der Kata Hokkyokuko ("Polarlicht", auf finnisch: Revontulet) unterwiesen. Diese anspruchsvolle Halbfreikampfkata hat mit ihren recht freien Bewegungen und ihren vielen Gleit- und Wechselschritten einen ganz besonderen Reiz! Der Trainer meiner Gruppe, Sven Lorant, hatte mit uns (mit mir) seine liebe Mühe! Zum Glück habe ich die Kata auf einer DVD, die ich wie einen Schatz hüte und mir in den nächsten Wochen noch einmal in Ruhe zu Gemüte führen werde.
Der Lehrgang war also wieder rundum gelungen und machte mir wieder unmissverständlich klar, dass ich leider viel zu weit weg wohne von Frankfurt, dem Zentrum meiner ganz persönlichen kleinen Karate-Erleuchtung! Wie schade, dass ich im Januar wieder nicht an der Risto-Intensiv-Woche teilnehmen kann! Wirklich bedauerlich auch, dass mir so nicht regelmäßig jemand den richtigen Weg zeigen kann und ich wie halb blind den Rist-do entlanglaufe. Aber ich habe das Gefühl, dass es um mich herum langsam etwas heller wird und ich alles etwas klarer sehe. Eventuell geht mir ja eines Tages auch mal ein Licht auf - vielleicht sogar ein "Polarlicht"?
Vor dem Trainingspensum am Samstag hatten die meisten von uns wohl einen gehörigen Respekt: Insgesamt hatten wir an einem Nachmittag drei Trainingseinheiten durchzustehen!
Die erste Einheit startete mit dem Risto-Powerpack! Nach Ristos Ansicht ist es nicht sinnvoll, sich mit Standardgymnastik oder -aufwärmübungen auf das Training vorzubereiten. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich auch mit karatespezifischen Bewegungen aufzuwärmen - die dabei auch noch die Koordination und die Bewegungsabläufe schulen. "Wer zum Aufwärmen den Hampelmann macht, wird selbst zum Hampelmann", so seine Devise. Beweglichkeit im Oberkörper, Drehung der Hüfte mit oder ohne Vorbewegung oder Tsuki - bereits nach einer Viertelstunde klebte mir der Gi am Körper! (Das Powerpack habe ich in einem eigenen Post beschrieben, wer es nachvollziehen möchte, kann dort einzelne Übungen nachlesen: http://andreahaeusler.blogspot.com/2010/09/fit-mit-powerpack.html)
Als nächstes gab es zahlreiche Risto-Basics, bei denen es sich immer wieder lohnt, sich auf neue Aspekte zu stürzen - oder bestimmte Dinge einfach nochmal zu vertiefen. Bei jedem Risto-Training fällt mir doch eine weitere Kleinigkeit auf, die mir bisher wegen der Fülle von Informationen entgangen war! Freute ich mich diesmal besonders darüber, dass mir die geforderten Hüftbewegungen inzwischen etwas besser gelangen, so hatte ich jetzt eine neue Erkenntnis bei einer Mae-Geri-Vorübung: Im Stand hinten anfersen und die Knie aneinander! So, erklärte Risto, sollte man es auch den Anfängern erklären, wenn sie sich im ZK fortbewegen sollten - fügten sie die Knie aneinander, könnten sie nicht "breitbeinig" vorlaufen. Natürlich! Die Mae-Geri-Vorübung wurde aber noch verfeinert: Als nächstes sollten wir den Hüftknochen des Beins, welches gleich den Tritt ausführen soll, nach vorne stoßen - und dann das Bein wieder absetzen. Dies wiederholten wir so oft, dass ich ernsthafte Bedenken hatte, wie ich mit dem Muskelpaket am Hintern nach dem Duschen wieder in meine Jeans kommen sollte! Und in der letzten Konsequenz kam dann, quasi von selbst, noch der Kick an sich - der so fast zur Nebensache geworden war!
Auch "Tsuki-Bunkai" war wieder Bestandteil dieses Trainings: "Tsuki Bunkai ist, wenn man den Tsuki so macht, dass er funktioniert", so der Sensei. Schwerpunkt lag diesmal auf der Bewegung über das Standbein hinweg. Risto konnte ganz einfach erklären, wo bei den meisten von uns der Fehler lag: "In den alten Karatebüchern sieht man die Vorwärtsbewegung im ZK immer auf drei Zeiten, die jeweils mit einem Bild hinterlegt sind. Zeit eins: Stand im ZK mit Tsuki, Zeit zwei: Füße parallel nebeneinander und Zeit drei: ein Schritt vor im ZK und Tsuki mit dem anderen Arm." Was denn als Beschreibung stets unter dem Bild stehen würde, fragte Risto in die Menge. Es kamen ein paar Vorschläge, die Auflösung dann aber von ihm selber: "Bewegung über das Standbein hinaus." Also nicht in der Mitte stoppen. Wir waren bisher also nur zu schwer von Begriff gewesen, die Bilder mit dem Untertitel richtig in Verbindung zu bringen! Natürlich gab es zahlreiche Übungen zu diesem Thema, die ich am Besten noch einmal im eigenen Dojo vertiefen werde....
Die Pause bis zur zweiten Einheit ging mit dem Begrüßen der vielen Karatefreunde und einem kleinen Snack viel zu schnell vorbei!
In der zweiten Einheit hatten wir das Vergnügen, in zwei Gruppen von je einem Weltmeister trainiert zu werden: Risto-Schüler Emanuele Bisceglie brachte uns die Unsu bei und sein Kollege Giovanni Machitella schulte die Braungurte im "Flug der Schwalbe", der Enpi. Emanuele filetierte für uns die Kata in mundgerechte Häppchen, an denen wir zum Teil ganz schön zu kauen hatten! Dann ging es natürlich "aufs Ganze", wobei es uns Emanuele überließ, ob wir den Sprung ganz ausführten, oder nur andeuteten. Danke, dafür ;-)
Puh, das war aber jetzt schon ordentlich trainiert! Und das Mittagstief war wie nix weggeschnupft! Die letzte Einheit begann für uns um 17.00 Uhr, zu einer Zeit, zu der manch anderer Lehrgang bereits zuende ist. Wir verfeinerten jetzt das Kumite á la Risto, der stets den Schwerpunkt auf das Jiju-Ippon-Kumite, also den Halbfreikampf, legt. Dieser Übergang zur freien Bewegung ist laut Risto ungemein wichtig und wird häufig zu wenig und zu unsauber trainiert. Wir übten ganz viel "BElasten und ENTlasten" mit Tai Sabaki und Suri Ashi nach links, nach hinten und nach rechts. Meine Trainingsschwerpunkte werden in den kommenden Wochen das schnelle Zurückziehen des vorderen Fußes sowie "Hüfte hoch beim Block" sein. Gleichzeitig werde ich versuchen, darauf zu achten, dass der Block und das Hikite zusammen mit dem Gleit-Stopp des vorderen Fußes einhergehen.
Der Abend stand dann im Zeichen des Jubiläums. Vom DJKB-Präsidium war leider niemand persönlich erschienen, man hatte aber per Brief gratuliert, der offen vorgelesen wurde: Als Jubiläumsgeschenk gab es für Risto eine Einladung zur Karate-WM 2011 nach Thailand, bei der Emanuele und Giovanni vor den Augen ihres Senseis hoffentlich ihre Titel verteidigen werden! Einige treue Helfer aus Ristos Dojo KD-Ippon (allen voran Sandra und Birgit) hatten ein tolles Buffet gezaubert und außerdem gab es Freibier für alle! Leider mussten wir bereits um 22 Uhr aus der Wintersporthalle hinaus. Ein Teil der Gruppe feierte noch im Dojo weiter. Ich selbst zog mit meinem Vereinskameraden Torsten noch in Sachsenhausen um die Häuser - und fiel erst nach der Geisterstunde wie tot ins Bett!
Gut, dass ich am nächsten Morgen sage und schreibe bis 9 Uhr ausschlafen und mich dann am umfangreichen Hotel-Frühstücksbuffet stärken konnte! So hatte ich ab halb 12 wieder einige Energie für die letzte Einheit, die für mich der Höhepunkt des Lehrgangs war: Wir bildeten drei Gruppen und wurden - wieder von Ristos Schülern - in der Kata Hokkyokuko ("Polarlicht", auf finnisch: Revontulet) unterwiesen. Diese anspruchsvolle Halbfreikampfkata hat mit ihren recht freien Bewegungen und ihren vielen Gleit- und Wechselschritten einen ganz besonderen Reiz! Der Trainer meiner Gruppe, Sven Lorant, hatte mit uns (mit mir) seine liebe Mühe! Zum Glück habe ich die Kata auf einer DVD, die ich wie einen Schatz hüte und mir in den nächsten Wochen noch einmal in Ruhe zu Gemüte führen werde.
Der Lehrgang war also wieder rundum gelungen und machte mir wieder unmissverständlich klar, dass ich leider viel zu weit weg wohne von Frankfurt, dem Zentrum meiner ganz persönlichen kleinen Karate-Erleuchtung! Wie schade, dass ich im Januar wieder nicht an der Risto-Intensiv-Woche teilnehmen kann! Wirklich bedauerlich auch, dass mir so nicht regelmäßig jemand den richtigen Weg zeigen kann und ich wie halb blind den Rist-do entlanglaufe. Aber ich habe das Gefühl, dass es um mich herum langsam etwas heller wird und ich alles etwas klarer sehe. Eventuell geht mir ja eines Tages auch mal ein Licht auf - vielleicht sogar ein "Polarlicht"?
Sonntag, 26. September 2010
Fit mit Powerpack!
"Wer sich mit Hampelmann aufwärmt, wird selbst zum Hampelmann!" So provokativ sagt es Risto Kiiskilä immer wieder. Und er hat Recht! Erstens ist alles, was mit Springen zu tun hat für eine dreifache Mutter wie mich nur suboptimal und außerdem gibt es auch karatespezifische Aufwärmübungen. Ristos "Power-Pack", zum Beispiel! Rund 10 verschiedene Übungen mit drei Sätzen á 20 bis 50 Wiederholungen lassen den Schweiß fließen und die Zeit vergehen.
Es fängt an mit dem Drehen des Oberkörpers nach links und rechts im Stand, die Arme schwingen mit.
Anschließend im ZK stehen (drei Sätze rechts vor und drei Sätze links vor), die Oberarme waagerecht zum Boden, Ellenbogen im rechten Winkel aufgestellt. Jetzt wieder Oberkörper drehen, 20 bis 50 mal pro Satz.
Als nächstes im ZK stehen, etwas kürzer als in der Grundschule und hinteres Knie nicht durchgestreckt. Der Oberschenkel des hinteren Beins soll in der Ausgangsposition nicht nach vorne, sondern nach außen zur Seite zeigen. Durch das Drehen des Oberschenkels nach vorne wird die Hüfte eingedreht (Risto:"Wo liegt die Hüfte? Im Oberschenkel!"). Übung pro Seite 30 bis 50 mal wiederholen, das ganze dreimal.
Nun die Übung ausbauen: Zur Ausgangsposition im ZK mit nicht durchgedrücktem hinteren Bein das Gewicht nach hinten schieben ("Auf das hintere Bein setzten."). Als erstes Gewicht nach vorne schieben, dann die Hüfte (den hinteren Oberschenkel) drehen und Hüfte "schließen", also einen Endpukt finden. Mehr als 20 Wiederholungen mit drei Sätzen pro Seite arten in Arbeit aus. Zu Beginn empfiehlt es sich, die Übung auf drei Zeiten auszüführen (Zeit 1: Gewicht nach vorne, 2: Hüfte schließen, 3: Gewicht wieder zurück), hinterher kann man die Bewegung fließender ausüben.
Letztes "Hüft-Warm-up": Übung um Armeinsatz ergänzen. Ausgangsposition Arme: Kamae, wobei der hintere Arm mit dem Ellenbogen an den Rippen anliegen sollte. Jetzt erst wieder Gewicht nach vorne und die Hüfte schiebt dann den Arm los. 20 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
So, Beine:
Starten wir mit einer Mae-Geri-Vorübung: Im ZK hinteres Knie hoch, und schnell und stark wieder absetzen, Ferse in den Boden stemmen. 30 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
Als nächstes Knie wieder hoch und nur den Unterschenkel schnappen lassen, ohne Knie abzusetzen, 30 Mal pro Seite, drei Sätze.
Mawashi: ZK, Bein seitlich in Mawashi-Aushol-Bewegung hochziehen (Ober- und Unterschenkel seitlich parallel zum Boden) und schnell und stark wieder absetzen, 30 Mal je Seite, 3 Sätze.
Dann noch aus der seitlichen Haltung 30 mal in den Mawashi schnappen, ohne abzusetzen.
Übung kann auch im Kiba-Dachi mit Yoko-Geri ausgeführt werden, der Fuß muss dabei beim Zurückschnappen bis an das Knie des anderen Beins zurück.
Jemand noch nicht warm? ;-)
Es fängt an mit dem Drehen des Oberkörpers nach links und rechts im Stand, die Arme schwingen mit.
Anschließend im ZK stehen (drei Sätze rechts vor und drei Sätze links vor), die Oberarme waagerecht zum Boden, Ellenbogen im rechten Winkel aufgestellt. Jetzt wieder Oberkörper drehen, 20 bis 50 mal pro Satz.
Als nächstes im ZK stehen, etwas kürzer als in der Grundschule und hinteres Knie nicht durchgestreckt. Der Oberschenkel des hinteren Beins soll in der Ausgangsposition nicht nach vorne, sondern nach außen zur Seite zeigen. Durch das Drehen des Oberschenkels nach vorne wird die Hüfte eingedreht (Risto:"Wo liegt die Hüfte? Im Oberschenkel!"). Übung pro Seite 30 bis 50 mal wiederholen, das ganze dreimal.
Nun die Übung ausbauen: Zur Ausgangsposition im ZK mit nicht durchgedrücktem hinteren Bein das Gewicht nach hinten schieben ("Auf das hintere Bein setzten."). Als erstes Gewicht nach vorne schieben, dann die Hüfte (den hinteren Oberschenkel) drehen und Hüfte "schließen", also einen Endpukt finden. Mehr als 20 Wiederholungen mit drei Sätzen pro Seite arten in Arbeit aus. Zu Beginn empfiehlt es sich, die Übung auf drei Zeiten auszüführen (Zeit 1: Gewicht nach vorne, 2: Hüfte schließen, 3: Gewicht wieder zurück), hinterher kann man die Bewegung fließender ausüben.
Letztes "Hüft-Warm-up": Übung um Armeinsatz ergänzen. Ausgangsposition Arme: Kamae, wobei der hintere Arm mit dem Ellenbogen an den Rippen anliegen sollte. Jetzt erst wieder Gewicht nach vorne und die Hüfte schiebt dann den Arm los. 20 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
So, Beine:
Starten wir mit einer Mae-Geri-Vorübung: Im ZK hinteres Knie hoch, und schnell und stark wieder absetzen, Ferse in den Boden stemmen. 30 Wiederholungen je Seite, drei Sätze.
Als nächstes Knie wieder hoch und nur den Unterschenkel schnappen lassen, ohne Knie abzusetzen, 30 Mal pro Seite, drei Sätze.
Mawashi: ZK, Bein seitlich in Mawashi-Aushol-Bewegung hochziehen (Ober- und Unterschenkel seitlich parallel zum Boden) und schnell und stark wieder absetzen, 30 Mal je Seite, 3 Sätze.
Dann noch aus der seitlichen Haltung 30 mal in den Mawashi schnappen, ohne abzusetzen.
Übung kann auch im Kiba-Dachi mit Yoko-Geri ausgeführt werden, der Fuß muss dabei beim Zurückschnappen bis an das Knie des anderen Beins zurück.
Jemand noch nicht warm? ;-)
Sonntag, 5. September 2010
Tag der offenen Tür beim Shotokan-Karate-Dojo Münster
Der diesjährige Tag der offenen Tür des Shotokan-Karate-Dojos Münster war im wahrsten Sinne des Wortes ein voller Erfolg! Im Vorfeld wurde das Ereignis in einer professionell angelegten Werbekampagne im gesamten Stadtgebiet bekannt gegeben.
Die zahlreichen Mitmachaktionen (Tai Chi, Kickn Shape, Selbstverteidigung, und Karate für Kinder) boten reichlich Möglichkeiten, die Vereinsangebote auszuprobieren. Hier war bei einigen Angeboten fast kein Fuß mehr an den Boden zu bekommen!
Auch das reichhaltige Kaffee- und Kuchenbuffet der fleißigen Vereinsmitglieder wurde reichlich genutzt. Es war am Ende bald kein Krümel mehr übrig!
Die kleinsten Gäste wurden von Franziska und Helena zu bunten Schmetterlingen, Drachen oder anderen Fantasiegebilden geschminkt.
Die Resonanz bei den folgenden Anfängerkursen war dann auch entsprechend gut: Rund 20 Kinder und knapp 30 Erwachsene sind jetzt in den Kursen, die bis Ende November laufen und dann mit den ersten Gürtelprüfungen abschließen.
Rund 200 interessierte Gäste kamen und sahen sich den Querschnitt durch unser Vereinsprogramm an.
Auch an den Mitmachaktionen zum Tai Chi, Kick'n Shape, Selbstverteidigung und Kinderkarate nahmen ungewöhnlich viele Gäste teil.
Den krönenden Abschluss des Tages bildete wieder die Karate-Einheit vom Weißgurt bis zum Danträger unter der Leitung unseres Senseis Michael Jarchau:
Die zahlreichen Mitmachaktionen (Tai Chi, Kickn Shape, Selbstverteidigung, und Karate für Kinder) boten reichlich Möglichkeiten, die Vereinsangebote auszuprobieren. Hier war bei einigen Angeboten fast kein Fuß mehr an den Boden zu bekommen!
Auch das reichhaltige Kaffee- und Kuchenbuffet der fleißigen Vereinsmitglieder wurde reichlich genutzt. Es war am Ende bald kein Krümel mehr übrig!
Die kleinsten Gäste wurden von Franziska und Helena zu bunten Schmetterlingen, Drachen oder anderen Fantasiegebilden geschminkt.
Die Resonanz bei den folgenden Anfängerkursen war dann auch entsprechend gut: Rund 20 Kinder und knapp 30 Erwachsene sind jetzt in den Kursen, die bis Ende November laufen und dann mit den ersten Gürtelprüfungen abschließen.
Rund 200 interessierte Gäste kamen und sahen sich den Querschnitt durch unser Vereinsprogramm an.
Auch an den Mitmachaktionen zum Tai Chi, Kick'n Shape, Selbstverteidigung und Kinderkarate nahmen ungewöhnlich viele Gäste teil.
Den krönenden Abschluss des Tages bildete wieder die Karate-Einheit vom Weißgurt bis zum Danträger unter der Leitung unseres Senseis Michael Jarchau:
In der folgenden Woche waren dann auch die neuen Anfängerkurse überdurchschnittlich gut besucht: Bei dem offenen Kurs (Einstieg jederzeit möglich) der Kids von 6 bis 9 Jahre kamen einige neue Kinder dazu. Der Anfängerkurs für die 10- bis 13-jährigen konnte sich über 20 neue Kinder freuen und der Kurs für Erwachsene verzeichnete eine rekordverdächtige Teilnehmerzahl von sage und schreibe 26 Personen!
Sonntag, 22. August 2010
Marathon oder nicht?
Tja, es ist wohl sehr unvernünftig, vier Wochen vor einem Marathonlauf mit dem Training zu beginnen, wenn man vorher drei Monate verletzt war. Aber da ich ja sonst nichts besseres zu tun habe ;-) Habe ich meinen Internet-Trainer wieder aktiviert und mir einige Schwimm- und Laufeinheiten vorgeben lassen. Freitag vor einer Woche hatte ich mit einer 13 km Runde (von zu Hause aus zweimal um den Aasee und zurück) begonnen, Sonntag dann eine 18 km Runde (dreimal Aasee). Mein Fuß (die Verletzung...) machte sich anfangs noch bemerkbar und ich hatte wohl eine Schonhaltung angenommen, die dazu führte, dass es bis in die Hüfte hin zog. Aber das war auch schnell vorbei und durch den Wechsel von Schwimmen und Laufen war ich Ende der Woche schmerzfrei - abgesehen von dem Muskelkater....
Sonntag stand dann ein langer Lauf mit niedriger Pulsfrequenz an. Laut ursprünglichem Trainingsplan sollte es eine 30 km Strecke werden. Aber in der Plan-Erläuterung stand auch direkt, dass man die Strecke verkürzen soll, wenn man die 30 km nicht in drei Stunden schafft. Also bin ich auf 25 km ausgewichen. Gestern hattee ich mich dann erst mal auf den Weg zum Aasee begeben, wo zwei Runden anstanden. Anschließend ging es quasi rückwärts über die Hürländerrunde. Das war ein Fehler! Denn die Hürländerrunde geht so herum lange strecken bergauf! Es ist zwar keine schlimme Steigung, aber wenn man schon recht erschöpft ist, demoralisiert das ganz schön! Dazu war es noch recht warm und - wie doof! - ich hatte vergessen, etwas zu trinken mitzunehmen. Naja und gefrühstückt hatte ich außer einem Kaffee auch wie üblich nichts. Alles zusammen war dann nicht so günstig...Ab Km 20 ging dann gar nichts mehr und ich beschloss, zu schwächeln und von einem Haus aus Frank anzurufen. Der plädiert ja stets dafür, dass ich nicht übertreiben soll etc. Also wird er mich ja wohl netter Weise abholen. Eine alte Oma machte die Tür auf, ließ mich etwas verstört herein und führte mich zum Telefon. Ich wählte auf der lustigen Wählscheibe - nichts. Keiner da? Ach, sicher liegt der faule Kerl im Garten in der Hängematte! Naja, wenn er mich nicht hört, kann er mich auch nicht abholen. Ich bat die Frau noch, ihre Gästetoilette benutzen zu dürfen, trank dort reichlich aus dem Hahn und kühlte meine Arme und mein Gesicht.
Dann ging es weiter! Ich lief und ging, lief und ging, immer schön piano und mit Blick auf die Pulsuhr. Ab der Häuser der Joseph-Pieper-Straße (also direkt in meiner Nachbarschaft) ließ ich das Gehen weg und lief tapfer, um mir keine Schmach zu geben ;-) Naja, über die Zeit müssen wir uns nicht unterhalten. Aber geschafft hab ich die Strecke jedenfalls - wenn auch mit Gehpausen. Noch knapp 18 km mehr hätte ich gestern aber auf keinen Fall geschafft.
Mein Internet-Coach belohnte mich für die letzte Woche dennoch erstmals in diesem Jahr mit drei Smilys (beste Wertung, alle Trainingsziele erreicht). Eine ähnliche Woche hab ich jetzt nochmal vor mir. Dann ist schon Regeneration. Vielleicht laufe ich am 12.9. einfach mal mit der Menge los und schaue, wie weit ich komme.....
Sonntag stand dann ein langer Lauf mit niedriger Pulsfrequenz an. Laut ursprünglichem Trainingsplan sollte es eine 30 km Strecke werden. Aber in der Plan-Erläuterung stand auch direkt, dass man die Strecke verkürzen soll, wenn man die 30 km nicht in drei Stunden schafft. Also bin ich auf 25 km ausgewichen. Gestern hattee ich mich dann erst mal auf den Weg zum Aasee begeben, wo zwei Runden anstanden. Anschließend ging es quasi rückwärts über die Hürländerrunde. Das war ein Fehler! Denn die Hürländerrunde geht so herum lange strecken bergauf! Es ist zwar keine schlimme Steigung, aber wenn man schon recht erschöpft ist, demoralisiert das ganz schön! Dazu war es noch recht warm und - wie doof! - ich hatte vergessen, etwas zu trinken mitzunehmen. Naja und gefrühstückt hatte ich außer einem Kaffee auch wie üblich nichts. Alles zusammen war dann nicht so günstig...Ab Km 20 ging dann gar nichts mehr und ich beschloss, zu schwächeln und von einem Haus aus Frank anzurufen. Der plädiert ja stets dafür, dass ich nicht übertreiben soll etc. Also wird er mich ja wohl netter Weise abholen. Eine alte Oma machte die Tür auf, ließ mich etwas verstört herein und führte mich zum Telefon. Ich wählte auf der lustigen Wählscheibe - nichts. Keiner da? Ach, sicher liegt der faule Kerl im Garten in der Hängematte! Naja, wenn er mich nicht hört, kann er mich auch nicht abholen. Ich bat die Frau noch, ihre Gästetoilette benutzen zu dürfen, trank dort reichlich aus dem Hahn und kühlte meine Arme und mein Gesicht.
Dann ging es weiter! Ich lief und ging, lief und ging, immer schön piano und mit Blick auf die Pulsuhr. Ab der Häuser der Joseph-Pieper-Straße (also direkt in meiner Nachbarschaft) ließ ich das Gehen weg und lief tapfer, um mir keine Schmach zu geben ;-) Naja, über die Zeit müssen wir uns nicht unterhalten. Aber geschafft hab ich die Strecke jedenfalls - wenn auch mit Gehpausen. Noch knapp 18 km mehr hätte ich gestern aber auf keinen Fall geschafft.
Mein Internet-Coach belohnte mich für die letzte Woche dennoch erstmals in diesem Jahr mit drei Smilys (beste Wertung, alle Trainingsziele erreicht). Eine ähnliche Woche hab ich jetzt nochmal vor mir. Dann ist schon Regeneration. Vielleicht laufe ich am 12.9. einfach mal mit der Menge los und schaue, wie weit ich komme.....
Montag, 14. Juni 2010
Das war es dann wohl mit dem Triathlon....
Ja, da kann man noch so schön alles planen und auf ein Ziel hintrainieren - estens kommt es dann doch anders und zweitens, als man denkt! So hab ich mich vor knapp drei Wochen irgendwie danz merkwürdig beim Karatetraining verletzt. Ich weiß gar nicht genau, was passiert ist. Einerseits war es sicher eine Einheit mit zahlreichen Maegeris...andererseits erinnere ich mich noch genau an einen Augenblick, als ich beim Vorwärtsgehen im Zenkutsu-Dachi einen stechenden Schmerz im linken Fuß spürte. Dieser ging dann zwar wieder weg und ich konnte weitertrainieren, auch das Anfängertraining am nächsten Tag konnte ich geben und dabei sogar lustig auf einem Bein hüpfen (Aufwärmübung, natürlich!). Aber am Donnerstag Morgen konnte ich nicht mehr auftreten. Ich dachte erst, es geht von selbst wieder weg aber eine ärztliche Untersuchung eine Woche später brachte dann das niederschmetternde Ergebnis: fissurale Aufhellung am linken Vorderfuß, also eine kleine Fraktur. Ich bekam glücklicher Weise keinen Gips, sondern nur ein Tape - aber es tut trotzdem immer noch weh und ich humpele durch die Gegend. Autofahren geht gar nicht, dafür kann ich mich aber gut mit dem Fahrrad fortbewegen.
Ich habe versucht, mich die letzten Wochen über mit Rennradfahren und Schwimmen in Form zu halten und es ging auch eigentlich ganz gut: Ich fuhr eine neue Bestzeit nach der anderen und kann endlich auch wieder 1.000 m Kraul ohne Pausen schwimmen, und zwar mit der "neuen", verbesserten (und schon ganz schön schnellen) Technik.
Aber nach dem Radfahren zwickt der Fuß immer ganz schön und es ist sicher nicht vernünftig, es hier zu übertreiben. Längere Strecken als 32 km (Hausstrecke) fahre ich gar nicht und auch da geb ich derzeit nicht gerne Vollgas, um den Fuß nicht über Gebühr zu belasten.
Also habe ich heute Morgen schweren Herzens meine Teilnahme am Triathlon abgesagt! Es war keine leichte Entscheidung, aber ich denke, vor allem mein Mann ist ganz erleichtert, dass ich mal ausnahmsweise vernünftig bin ;-)) Ich werde aber ganz bestimmt zum Zuschauen an den Kanal fahren oder mich irgendwo an der Radstrecke platzieren!
Ich habe versucht, mich die letzten Wochen über mit Rennradfahren und Schwimmen in Form zu halten und es ging auch eigentlich ganz gut: Ich fuhr eine neue Bestzeit nach der anderen und kann endlich auch wieder 1.000 m Kraul ohne Pausen schwimmen, und zwar mit der "neuen", verbesserten (und schon ganz schön schnellen) Technik.
Aber nach dem Radfahren zwickt der Fuß immer ganz schön und es ist sicher nicht vernünftig, es hier zu übertreiben. Längere Strecken als 32 km (Hausstrecke) fahre ich gar nicht und auch da geb ich derzeit nicht gerne Vollgas, um den Fuß nicht über Gebühr zu belasten.
Also habe ich heute Morgen schweren Herzens meine Teilnahme am Triathlon abgesagt! Es war keine leichte Entscheidung, aber ich denke, vor allem mein Mann ist ganz erleichtert, dass ich mal ausnahmsweise vernünftig bin ;-)) Ich werde aber ganz bestimmt zum Zuschauen an den Kanal fahren oder mich irgendwo an der Radstrecke platzieren!
Abonnieren
Posts (Atom)



