Sonntag, 16. Dezember 2012

Zweikämpfe zum Aufwärmen

1. Kontaktaufnahme, Senken der Hemmschwelle für Körperkontakt (speziell Anfängertraining, Kindertraining, SV-Kurse,):
- Abschlagen (Oberarm, Oberschenkel, beides), viel bewegen, treffen, ausweichen, täuschen bei "Backpfeife" 10 "Strafliegestütze"
- Fangenspielen mit Erlösen: Ein Fänger; wer gefangen wird, muss stocksteif im Raum stehen bleiben; Erlösung durch einen noch "Freien", der den Gefangenen von hinten umklammer und kurz vom Boden hochheben muss
- Volle Kraft voraus: zu zweit zusammen, beide stehen hintereinander, Hintermann fasst Vordermann an die Hüften, Vordermann versucht, eine vorher festgelegte Ziellinie zu erreichen, Hintermann versucht, dies zu verhindern (auch gute Übung spielerisch, Zenkutsu Dachi und Kokotsu Dachi zu üben)
2. Zweikampf als "Krafttraining":
- Rückenschieben: Rücken an Rücken stellen, Beine leicht gebeugt, beide stehen auf einer Linie und versuchen auf Kommando, sich möglichst weit von der Linie wegzudrängen; Varianten: ohne Armeinsatz oder mit eingehakten Armen
- Seitschieben - wie Rückenschieben, nur Schulter an Schulter - optimaler Weise zwei Durchgänge - einmal Schulterwechsel
- Liegestützschieben - Seitschieben, nur im Liegestütz
- Liegestützkampf: Beide im Liegestütz voreinander, versuchen, sich gegenseitig die Arme wegzuziehen (wer innerhalb einer Minute die meisten Treffer hat, gewinnt)
- Umlaufen: A kniet in der "Bankposition", B steht A gegenüber und liegt mit dem kompletten Oberkörper auf A, Hände auf dem eigenen Rücken verschränkt; B versucht nun, unter Beibehalten des Körperkontakts, um den knieenden A herumzulaufen. Die Aufgabe ist erfüllt, wenn B (ggf. innerhalb einer bestimmten Zeit) A einmal halb umlaufen hat. A versucht, das zu verhindern.
- Drehen zum Obermann: Beide Partner sitzen Rücken an Rücken, die Beine sind gestreckt, Arme vor der Brust verschränkt; auf Kommando lösen beide die Arme, drehen sich zum Partner und versuchen, den anderen zu Boden zu bringen, selber also zum Obermann zu werden.
- Variante: beide liegen nebeneinander auf dem Rücken, der Kopf befindet sich jeweils neben den Füßen des anderen; auf Kommando richten sich beide auf und versuchen, hinter den Partner zu kommen.
- Aus dem Kniestand auf den Boden: Beide knien voreinander und fassen sich an die Schultern (Variante: ein Arm auf die Schulter des anderen, ein Arm unter die Schulter) und versuchen, sich durch Drehen, Ziehen und Drücken mit dem Arm oder Kopf auf den Boden zu bringen. Bei Bodenkontakt des anderen gibt es für den "Sieger" einen Punkt. Wer zuerst fünf Punkte erreicht hat, hat gewonnen.
- Aufstehen aus der Bankposition: A kniet in der "Bank", B umfasst ihn von hinten. A versucht, aufzustehen und B muss das verhindern.
- Einfädeln: Partner umfassen sich im Zwiegriff (ein Arm über, ein Arm unter der Schulter des anderen); beide versuchen nun, es zu schaffen, BEIDE Arme unter die Schulter des anderen zu bekommen.
- Auf einem Bein aus dem Gleichgewicht: beide stehen auf einem Bein gegenüber, fassen je das andere Bein des anderen. Ziel ist es, den anderen durch Ziehen oder Beinanheben möglichst oft aus dem Gleichgewicht zu bringen; wer den Gegner innerhalb von zwei Minuten am häufigsten aus dem Gleichgewicht gebracht hat, hat gewonnen; nach jedem Punktgewinn (oder nach Ansage) wird das Standbein gewechselt
- Ausheben: Voreinander im Zwiegriff stehen und versuchen, den Partner mit beiden Beinen vom Boden zu lösen. Wer innerhalb einer Minute die meisten Punkte hat, ist Sieger.
- Storchenkampf: Partner stehen auf einem Bein voreinander, die Arme vor der Brust verschränkt; sie versuchen, sich durch Rempeln oder Ausweichen so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass der andere gezwungen ist, das andere Bein abzusetzen. Wer nach drei Minuten die meisten Punkte hat, ist Sieger;
- Beinhakeln: Partner liegen, die Arme seitlich am Körper, in entgegengesetzter Richtung nebeneinander, Hüften auf gleicher Höhe; das jeweils innere Bein wird gestreckt angehoben und mit dem Bein des anderen verhakt; jeder versucht, das angehobene Bein des Gegners auf Kommando so zu drücken, dass der Gegner eine Rückwärtsrolle machen muss.


  • Sumo: Beide stehen voreinander im Sochin Dachi, je einen Ellenbogen waagerecht vor den       Ellenbogen des anderen, anderen Arm senkrecht aufstellen mit dem Ellenbogen an der Faust des       waagerechten Arms; auf Kommando den anderen am Gürtel/Gi packen und versuchen, ihn aus       dem Gleichgewicht zu bringen. Wer zuerst einen Fuß vom Boden lösen muss, hat verloren
  • Variante zum Sumo (speziell für Anfänger geeignet, da kein Gi / Obi erforderlich ist): die Partner       fassen sich gegenseitig an einer Hand, Arm gestreckt und versuchen, sich gegenseitig auf den Po       zu schlagen
  • im Kreis stehen und den Ball so zuwerfen, dass jeder den Ball einmal fängt. Im nächsten Durchgang dieselbe Reihenfolge beibehalten; dann rückwärts (das geht auch als Kennlernspiel mit Namen- nennen); oder: einen Ball weiter vorwärts werfen, einen weiteren (anders aussehenden) ins Spiel bringen und den rückwärts werfen; Variante: zusätzlich noch einen dritten Ball rechts oder links rum im Kreis herumgehen lassen.
  • alle laufen durch die Halle, es wird ein Ball zu geworfen - wer ihn fängt, muss eine Aufgabe erfüllen (z. B. Mae-Geri ausführen) und den Ball wieder weitergeben; im Spielverlauf werden weitere (anders aussehende Bälle ausgegeben, die andere Aufgaben "auslösen")


Karate-AG Schlaun 1. Stunde


Stunde 1:

Vorbereitung: Schnellhefter, Papier, Stifte, Scheren, Müslischalen, rote Pappe, Kleber Edding, Musik? CD-Player?

-       Anwesenheit, Vorstellung Kinder
-       Vorkenntnisse, Erwartungen?
-       Persönlichkeiten? Karate Kid, Kungfu Panda, Last Samurai, Ninja, Musik: Eye oft he Tiger, Kungfu Fighting

Ausblick: 
-       Hintergründe/Philosophie
-       Geschichte
o   Japan
o   Karate
-       Techniken
-       Selbstverteidigung

Nächsten Male bitte Sportzeug und ggf. Duschzeug mitbringen!


Technik:

Karate besteht aus vielen Faust- und Fußtechniken, aber im Grunde ganzer Körper Waffe! Die härtesten Körperteile z. B. Ellenbogen, Knie, Handballen

Faust machen, Tsuki erklären

Tsuki in die Luft, an der Pratze am Sandsack – tut weh!

Erster Schluss daraus: Karate / SV erfordert Abhärtung! -> Thema der nächsten Stunde

Zweiter Schluss daraus: Faust für ernsthafte SV nicht optimal! Besser Handkante oder Ellenbogen nutzen

SV: Umklammerung – mit dem Ellenbogen nach hinten stoßen!

                        PAUSE

Karate – Schriftzeichen, Bedeutung chinesische Hand (hierzu später bei Geschichte mehr), leere Hand; leer, weil ohne Waffen

Karate als Sport und als Lebensweise , -weg: Karate-Do

Aufgabe: Schriftzeichen abzeichnen

Herkunft: Japan bzw. Okinawa
Ursprung: China

Asienkarte ausdrucken und mitbringen, Kinder müssen China und Japan und Okinawa einzeichnen

Japan – Flagge, Kinder sollen basteln aus roter Pappe mit Müslischale Kreis aufmalen und ausschneiden, auf weißes Papier kleben

Historie aus Nino Buch erzählen

Handwerkszeuge als Waffen: Kobudo, keine Waffen: Karate

Tödliche SV zum Überleben der Bauern! Geheime Techniken, vom Schüler an den Meister weitergegeben.

Modernes Karate: Funakoshi – Bild

Karate für alle, für Körper und Geist – Verbreitung über Schulen, erstmals Kihon, Kata, Kumite (Begriffe aufschreiben)

Kihon – Grunddechniken, ohne Partner
Kumite – Partnerübungen (im Shotokan ohne verletzenden Kontakt, Kontrolle)
Kata – Kampfkunst-Choreografie, 27, verschiedene Schwierigkeitsgrade ->
Selbstverteidigung






Karate-AG Schlaun 2. Stunde


Wiederholung vom letzten Mal:

Faust machen – Tsuki erklären, Sandsack, Pratze

Thema der Stunde: Abhärtung


Möglichkeiten der Abhärtung erarbeiten und ggf. ausprobieren (fett)
-       Sandsacktraining
-       Makiwaratraining
-       Krafttraining – Situps, Backups, Liegestütz/Armstütz (1 Minute)
-      Liegestütze auf den Fäusten
-       Barfuß im Schnee  Kata laufen
-       Lange und hart trainieren
-       Hunger und Durst überwinden können
-       Müdigkeit überwinden können
-       Mit den Händen in Erbsen, Kies oder Sand schlagen
-       Schläge und Tritte aushalten lernen – Training mit Kontakt
-       Eine Verringerung der Schmerzempfindung erreichen zum Beispiel die Gewöhnung   
der  Haut (gerade beim Schlagen)
-     Eine gewisse Gewöhnung an Schmerzen durch Treffer
-     Erhöhung der persönlichen Stressresistenz
-    Konditionierung der Muskulatur, um auch unter Treffern und bei Kontakt noch   möglichst wirkungsvolle Techniken einsetzen zu können. (Schließt ein, dass die Gelenke daran gewöhnt werden, vor dem optimalen Endpunkt der Technik das Ziel zu treffen)
-     Und nicht zuletzt: Kondition: Seilchenspringen

Abhärtung auch für die Selbstverteidigung wichtig – Schmerzen ertragen können und nicht gleich aufgeben, wenn es weh tut!

Selbstverteidigung – zu zweit:
-       Handkante gegen Schlagkissen
-       Ellenbogen gegen Schlagkissen
-       Handballen
-       Knie vor Schlagkissen
-       Mit dem Spann von unten gegen das Schlagkissen
-       Soto-Uke: voreinander stellen, Hände chudan-kamae, dann abwechselnd blocken, vielleicht sogar richtig Soto-Uke, gegeneinander schlagen oder mit Tsuki
  


Samstag, 15. Dezember 2012

Karate-AG Schlaun, 3. Stunde


Eine schöne Karate-AG-Stunde war das heute wieder mit den Kids vom Schlaun-Gymnasium Münster!

Zum Aufwärmen gab es Kick'n Shape (ähnlich Tai Bo, also Schläge und Kicks zu Rock-Musik).

Dann haben wir uns mit der Wiederholung und Festigung einiger Techniken beschäftigt: Tsuki, Mae-Geri, Heito- und Shuto-Uchi - jeweils mit und ohne Handpratze bzw. Schlagkissen.

Anschließend gabs nach einer kleinen Pause einen Theorieteil, den die Kids mit überraschender Begeisterung gelöst haben. Jedes Kind durfte sich eine Aufgabe aussuchen, die es dann mittels von mir zur Verfügung gestellter Literaturquellen innerhalb von 20 Minuten zu lösen gab.

Die Fragen lauteten wie folgt:

- Zenkutsu-Dachi: Beschreibe ihn und zeige ihn, welche Fehler sind zu vermeiden? (Quelle: Shotokan
  Karate von Joachim Grupp)
- Was beduten die Namen folgender Katas und warum heißen die Katas so?
   Jitte, Gankaku, Chinte, Nijushiho, Sochin, Meikyo, Gojoshihodai, Unsu (Quelle: Bunkai der
   Shotokan-Kata ab Schwarzgurt von Fiore Tartaglia) Bei der Auflösung hat
   das Mädchen, das die Aufgabe gelöst hatte (eine ambitionierte Judoka) erklärt, was eine Kata ist und
   meine Tochter Johanna hat die Heian Shodan vorgeführt - zu den einzelnen Katas habe ich dann  
   charakteristische Stellen gezeigt.
- Was bedeutet Tapferkeit für einen Samurai? (Quelle: Hagakure von Tsunetomo Yamamoto)
- Das Geheimnis des Schwertweges - was bedeutet es? (Quelle: Buch Za-Zen von Taisen Deshimaru-
  Roshi)
- Selbstverteidigung - Notwehrrecht:
  Wie heißen die besten drei Verteidigungstechniken?
  Was bedeutet Verhältnismäßigkeit in der Selbstverteidigung?
   Gegen wen darfst Du Dich nicht verteidigen?
   Ist Pfefferspray zur Verteidigung erlaubt?
   (Quelle: Buch Selbstverteidigung von Christian Braun) Die Fragen wurden von dem entsprechenden
   Mädchen sehr gut und zum Teil abweichend beantwortet - die Vorgaben im Buch bezogen sich
   nämlich auf erwachsene Personen, die sich verteidigen müssen, nicht auf Kinder!
- Beschreibe ein Makiwara hinsichtlich Aufbau und Einsatz (Quelle: Kumite in Perfektion von
   Masatoshi Tanaka und Über den Kampf von Michael Ehrenreich und Kumite ).

Es hat mich wirklich überrascht und gefreut, mit welcher Ernsthaftigkeit die Kids sich mit den gestellten Aufgaben beschäftigt haben.

In der nächsten Stunde werden wir uns mit verschiedenen Selbstverteidigungstechniken beschäftigen.


Montag, 3. Dezember 2012

Neue Karate-Anfängerkurse 2013

Am 07. und 09. Januar 2013 beginnen die neuen Karate-Anfängerkurse beim Shotokan-Karate-Dojo Münster. Auf diese Anfängerkurse freue ich mich diesmal besonders, denn den Kurs der Jugendlichen und Erwachsenen leite ich erstmals zusammen mit meinem Trainingspartner Torsten Uhlemann! Nun, fest steht: Da bleibt kein Gi trocken :-) Infos zu unserem Verein gibts unter www.karate-muenster.de



Samstag, 1. Dezember 2012

Kirikaeshi beim Keiko mit Keigo

Mein Trainingspartner und ich sind gestern einer Einladung unseres Karatefreundes Shimizu Keigo nach Bottrop gefolgt. Keigo gab dort vertretungsweise das Training. Dies war bereits die zweite Einladung dieser Art, aber beim ersten Mal war wegen meiner Knieschmerzen nicht an eine aktive Teilnahme zu denken und ich war dazu verdonnert, die Einheit von der Bank aus zu beobachten. Gestern aber war ich beschwerdefrei und freute mich schon den ganzen Tag über auf das Training.

Als wir im Dojo eintrudelten, erwartete uns erst einmal ein sehr herzliches Willkommen: Neben Keigo und Carsten May waren da auch Martin Kaspar, Daniel Wessendorf,  Veronika Becker und einige andere Karateka vom Gelb- bis zum Schwarzgurt, die ich bisher nicht oder nur vom Sehen her kannte. 



Vor dem eigentlichen Training gab es dann "ein lockeres Ründchen" Randori mit häufig wechselnden Partnern. Hey, das finde ich an einer auswärtigen Trainingsteilnahme immer besonders spannend: sich auf andere Partner im Kumite einzustellen! 

Anschließend begann dann das eigentliche Training - obwohl .... die Bezeichnung Training für meine Begriffe nicht ganz zutreffend ist. Bei einem Training werden meiner Meinung nach bereits bekannte Inhalte häufig wiederholt, um sie zu festigen. Was Keigo uns da gestern bot, spielte sich aber auf einem ganz anderen Level ab und verdient nach meinem Ermessen eher den Begriff Lehrgang. Bei einem Lehrgang werden nach meinem Ermessen neue Inhalte vermittelt oder auf andere (Bewegungs-)Abläufe übertragen, die dann später im eigenen Training wiederholt und gefestigt werden sollten. Nach dieser (natürlich vollkommen beliebig von mir vorgenommenen und diskutablen) Definition ist also der Lehrgang mehr fürs Köpfchen und das Training für die Muckis :-) 

Im Grunde ging es (abgesehen von dem Uchi-Mawashi-Geri gegen Ende der Einheit) um Basistechniken, also Techniken, die die meisten von uns schon tausendfach ausgeführt hatten. Aber wir alle wissen ja inzwischen, worauf es ankommt: auf Kleinigkeiten! 

Wir starteten mit einigen Kihon-Sequenzen, die wir aus einer lockeren Kamae-Stellung ausführen sollten. Keigo wies darauf hin, wie wichtig es ist, locker zu stehen. Nur so könne man stets flexibel reagieren - ausweichen, vorschnellen, zurückgleiten. So übte dann zunächst jede/r für sich Vorwärtsgehen mit Oi Tsuki, Kizami Tsuki und Gyaku Tsuki sowie Kombinationen hieraus - mit oder ohne Suri Ashi/Yori Ashi. Alles wie immer? Ja und nein - denn neben den "üblichen" Aufgaben wie Hüfteinsatz und Beinbewegung lenkte Keigo unsere Aufmerksamkeit auf einen weiteren Trainings- pardon: Lehrgangsinhalt, den einige von uns schon aus den Karate-Events mit Naka Sensei und dessen Schülern kannten: weg von den "angenehmen" und harmonischen Bewegungen und hin zu einer weit dynamischeren, schnelleren und - für den Gegner - überraschenden Disbalance. Hier hatte Keigo für uns einige Bewegungsmuster in petto: 
- Beim Kizami sollen wir die Zeit zwischen dem Ransteppen des hinteren Beines und der Vorwärtsbewegung maximal verkürzen, so dass wir quasi von "zwei Zeiten" auf "eineinhalb" kamen. 
- Der Gyaku-Tsuki wurde so vorgeschlagen, wie Torsten und ich es schon häufig bei Risto und auch bei Michael Jarchau geübt hatten: Der Angriff wird nicht mehr in einer einheitlichen Bewegung von Rumpf und Beinapparat ausgeführt, sondern zunächst durch Einsatz des Oberkörpers, bei dem sich die Beine nicht von der Stelle bewegen. Keigo legt bei der Ausführung seiner Karatetechniken eine unglaubliche Eleganz an den Tag! Es lohnt sich einfach schon, nur zum Zuschauen zu seinen Trainings zu fahren. Bei dieser Übung demonstrierte er die Geschmeidigkeit seiner Bewegungen wieder einmal sehr eindrucksvoll: Beim Einsatz des Oberkörpers blieben die Beine zwar auf der Stelle, durch ein "Tieferlegen" des Körpers wurde aber bereits Schwung geholt für das Vorwärtsschießen der unteren Extremitäten. 
- Anschließend fügte Keigo dem "überlaufenen" Gyaku Tsuki noch einen weiteren Gyaku Tsuki an. 

Diese Techniken und Kombinationen galt es anschließend im Partnertraining umzusetzen. Hier erinnerte Keigo uns immer wieder daran, von unseren gewohnten Bewegungsmustern abzuweichen und durch seine Vorgaben eine Spur schneller und dynamischer zu werden. Auch Mawashi Geri gehörte zum Repertoire der Partnerübungen: "normal", mit dem vorderen Bein getreten und dann, sozusagen als koordinativen Höhepunkt der Einheit, einen Uchi Mawashi Geri mit dem vorderen Bein.

Gegen Ende der Einheit gab es noch ein besonderes Pratzentraining: Drei Karateka stellten sich, mit großen Schlagkissen "bewaffnet", versetzt hintereinander auf. Keigo gab uns nun die Anweisung, mit möglichst schnellen Beinbewegungen von einer Pratze zur nächsten zu schnellen und an dieser Fausttechniken auszuführen. Wenn ich die Übung richtig verstanden hatte, sollte es an der ersten Pratze ein Kizami Tsuki sein, gefolgt von Oi Tsukis an den anderen beiden Schlagkissen. Nachdem einige von uns bei den ersten Durchgängen mehr oder weniger ratlos durch den Parcours gestolpert waren, erklärte uns Keigo, dass wir viel schneller und dynamischer werden, wenn wir auch bei dieser Übung das Prinzip der Disballance anwendeten: Beim Oi-Tsuki sollten wir nicht "wie immer" einen ganzen Schritt vor gehen, sondern mit Kirikaeshi zunächst den vorderen Fuß schnell heran ziehen, so dass man fast über die eigenen Beine fällt und dann - quasi aus dem Ungleichgewicht heraus - in den Tsuki stürzen. Nach ein paar Durchgängen funktionierte das schon ganz gut! In jedem Fall war das nochmal eine schöne Power-Übung zum Abschluss der Einheit!

Das Training bei Keigo war wieder eine echte Bereicherung und ich bin sehr froh, dass ich diesmal aktiv teilnehmen konnte! Hoffentlich haben wir bald wieder die Gelegenheit mit unseren Freunden aus Bottrop zu trainieren!