Dienstag, 18. Dezember 2012

Eindrücke vom Vereinsturnier 2012


In diesem Jahr fanden sich eine ordentliche Anzahl Starter beim Vereinsturnier ein. Besonders erfreulich war, dass sich so viele Münsteraner getraut haben, sich im Kata und Kumite zu messen. Wenn alle Kinder am Ball bleiben – oder besser: am Sandsack -, können wir voraussichtlich im nächsten Jahr auch die Disziplinen der Kinder Oberstufe besetzen.

 Ein bisschen mehr Mut an den Tag legen könnten die jugendlichen und erwachsenen Karatkeas der Unterstufe – hier hatten sich nur Frances und Sophie angemeldet – und sehr spontan kam noch Sarah Potthoff dazu. Sie „war eigentlich noch in Australien“ – hatte ihren mehrmonatigen Aufenthalt in Down Under leider bereits nach ein paar Wochen wieder abbrechen müssen und war nur zum Zuschauen ins Dojo gekommen. Einmal vor Ort wurde sie aber sofort von der Kampfatmosphäre gefangen genommen, dass es nur wenig Überredungskunst bedarf: Ruckzuck waren  ein Gi  und ein  Obi ausgeliehen und los ging es – quasi ohne Aufzuwärmen und aus dem Stand auf das Podest: Platz 1 im Kumite und Platz 3 in Kata! Da waren wir Kampfrichter uns schnell einig: Sie hatte eindeutig den Technikerpreis verdient! 

 Aber jetzt habe ich vorgegriffen: Vor der Siegerehrung gab es natürlich noch viele spannende Kämpfe und es zeigte sich deutlich, dass sich das intensive Wettkampftraining der vergangenen Wochen gelohnt hatte. Alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich regelmäßig samstags zum Wettkampfvorbereitung eingefunden hatten, standen auf dem Podest! Vielleicht macht das ja auch den anderen Karatekas Lust, sich samstags aufzuraffen.

Eine sehr schöne Mannschaftskata zeigten z. B. Corina, Karin und Konny und holten sich damit die Silbermedaille! Auch für Alex Schmidt hat sich der große Trainingsfleiß gelohnt: Er zeigte eine beachtliche Bassai Dai und scheiterte im Kumite erst im Kampf um Platz 1 gegen Martin Driewer aus Wesel.

Absolut beeindruckend immer wieder: Madeleine und ihre Bassai Dai, für die es Bestnoten und Applaus gab. Madeleine ist in diesem Jahr zum voraussichtlich letzten Mal beim Vereinsturnier gestartet – im kommenden April wird sie wohl ihre Prüfung zum 1. Dan ablegen und dann als Starterin bei unserem Familienturnier (Starterfeld nur bis 1. Kyu) nicht mehr in Frage kommen.

Sehr beachtlich waren auch die Leistungen unserer Freunde aus Wesel. Vanessa Wolf und Janine Müller brillierten in Kata und Kumite und auch Beate Kolb und Thomas Grüttgen konnten sich auf dem Siegerpodest ein Plätzchen sichern. Eine sehr gute Leistung zeigte auch Martin Driewer, der in Kata auf Platz zwei kam und im Kumite Alex besiegte und sich die Goldmedaille sicherte.

Bei all den Erfolgen und beachtlichen Leistungen war jedoch wohl das Schönste an diesem Tag, dass er abseits der Kampffläche äußerst harmonisch und reibungslos und vor allem frei von Verletzungen ablief. Anschließend hieß es dann: “Von der Kampffläche auf die Tanzfläche und man sagt, dass es auch hier in puncto Spaßfaktor und Partylaune so einige Erstplatzierte gegeben haben soll ..... J



Sonntag, 16. Dezember 2012

Zweikämpfe zum Aufwärmen

1. Kontaktaufnahme, Senken der Hemmschwelle für Körperkontakt (speziell Anfängertraining, Kindertraining, SV-Kurse,):
- Abschlagen (Oberarm, Oberschenkel, beides), viel bewegen, treffen, ausweichen, täuschen bei "Backpfeife" 10 "Strafliegestütze"
- Fangenspielen mit Erlösen: Ein Fänger; wer gefangen wird, muss stocksteif im Raum stehen bleiben; Erlösung durch einen noch "Freien", der den Gefangenen von hinten umklammer und kurz vom Boden hochheben muss
- Volle Kraft voraus: zu zweit zusammen, beide stehen hintereinander, Hintermann fasst Vordermann an die Hüften, Vordermann versucht, eine vorher festgelegte Ziellinie zu erreichen, Hintermann versucht, dies zu verhindern (auch gute Übung spielerisch, Zenkutsu Dachi und Kokotsu Dachi zu üben)
2. Zweikampf als "Krafttraining":
- Rückenschieben: Rücken an Rücken stellen, Beine leicht gebeugt, beide stehen auf einer Linie und versuchen auf Kommando, sich möglichst weit von der Linie wegzudrängen; Varianten: ohne Armeinsatz oder mit eingehakten Armen
- Seitschieben - wie Rückenschieben, nur Schulter an Schulter - optimaler Weise zwei Durchgänge - einmal Schulterwechsel
- Liegestützschieben - Seitschieben, nur im Liegestütz
- Liegestützkampf: Beide im Liegestütz voreinander, versuchen, sich gegenseitig die Arme wegzuziehen (wer innerhalb einer Minute die meisten Treffer hat, gewinnt)
- Umlaufen: A kniet in der "Bankposition", B steht A gegenüber und liegt mit dem kompletten Oberkörper auf A, Hände auf dem eigenen Rücken verschränkt; B versucht nun, unter Beibehalten des Körperkontakts, um den knieenden A herumzulaufen. Die Aufgabe ist erfüllt, wenn B (ggf. innerhalb einer bestimmten Zeit) A einmal halb umlaufen hat. A versucht, das zu verhindern.
- Drehen zum Obermann: Beide Partner sitzen Rücken an Rücken, die Beine sind gestreckt, Arme vor der Brust verschränkt; auf Kommando lösen beide die Arme, drehen sich zum Partner und versuchen, den anderen zu Boden zu bringen, selber also zum Obermann zu werden.
- Variante: beide liegen nebeneinander auf dem Rücken, der Kopf befindet sich jeweils neben den Füßen des anderen; auf Kommando richten sich beide auf und versuchen, hinter den Partner zu kommen.
- Aus dem Kniestand auf den Boden: Beide knien voreinander und fassen sich an die Schultern (Variante: ein Arm auf die Schulter des anderen, ein Arm unter die Schulter) und versuchen, sich durch Drehen, Ziehen und Drücken mit dem Arm oder Kopf auf den Boden zu bringen. Bei Bodenkontakt des anderen gibt es für den "Sieger" einen Punkt. Wer zuerst fünf Punkte erreicht hat, hat gewonnen.
- Aufstehen aus der Bankposition: A kniet in der "Bank", B umfasst ihn von hinten. A versucht, aufzustehen und B muss das verhindern.
- Einfädeln: Partner umfassen sich im Zwiegriff (ein Arm über, ein Arm unter der Schulter des anderen); beide versuchen nun, es zu schaffen, BEIDE Arme unter die Schulter des anderen zu bekommen.
- Auf einem Bein aus dem Gleichgewicht: beide stehen auf einem Bein gegenüber, fassen je das andere Bein des anderen. Ziel ist es, den anderen durch Ziehen oder Beinanheben möglichst oft aus dem Gleichgewicht zu bringen; wer den Gegner innerhalb von zwei Minuten am häufigsten aus dem Gleichgewicht gebracht hat, hat gewonnen; nach jedem Punktgewinn (oder nach Ansage) wird das Standbein gewechselt
- Ausheben: Voreinander im Zwiegriff stehen und versuchen, den Partner mit beiden Beinen vom Boden zu lösen. Wer innerhalb einer Minute die meisten Punkte hat, ist Sieger.
- Storchenkampf: Partner stehen auf einem Bein voreinander, die Arme vor der Brust verschränkt; sie versuchen, sich durch Rempeln oder Ausweichen so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass der andere gezwungen ist, das andere Bein abzusetzen. Wer nach drei Minuten die meisten Punkte hat, ist Sieger;
- Beinhakeln: Partner liegen, die Arme seitlich am Körper, in entgegengesetzter Richtung nebeneinander, Hüften auf gleicher Höhe; das jeweils innere Bein wird gestreckt angehoben und mit dem Bein des anderen verhakt; jeder versucht, das angehobene Bein des Gegners auf Kommando so zu drücken, dass der Gegner eine Rückwärtsrolle machen muss.


  • Sumo: Beide stehen voreinander im Sochin Dachi, je einen Ellenbogen waagerecht vor den       Ellenbogen des anderen, anderen Arm senkrecht aufstellen mit dem Ellenbogen an der Faust des       waagerechten Arms; auf Kommando den anderen am Gürtel/Gi packen und versuchen, ihn aus       dem Gleichgewicht zu bringen. Wer zuerst einen Fuß vom Boden lösen muss, hat verloren
  • Variante zum Sumo (speziell für Anfänger geeignet, da kein Gi / Obi erforderlich ist): die Partner       fassen sich gegenseitig an einer Hand, Arm gestreckt und versuchen, sich gegenseitig auf den Po       zu schlagen
  • im Kreis stehen und den Ball so zuwerfen, dass jeder den Ball einmal fängt. Im nächsten Durchgang dieselbe Reihenfolge beibehalten; dann rückwärts (das geht auch als Kennlernspiel mit Namen- nennen); oder: einen Ball weiter vorwärts werfen, einen weiteren (anders aussehenden) ins Spiel bringen und den rückwärts werfen; Variante: zusätzlich noch einen dritten Ball rechts oder links rum im Kreis herumgehen lassen.
  • alle laufen durch die Halle, es wird ein Ball zu geworfen - wer ihn fängt, muss eine Aufgabe erfüllen (z. B. Mae-Geri ausführen) und den Ball wieder weitergeben; im Spielverlauf werden weitere (anders aussehende Bälle ausgegeben, die andere Aufgaben "auslösen")


Karate-AG Schlaun 1. Stunde


Stunde 1:

Vorbereitung: Schnellhefter, Papier, Stifte, Scheren, Müslischalen, rote Pappe, Kleber Edding, Musik? CD-Player?

-       Anwesenheit, Vorstellung Kinder
-       Vorkenntnisse, Erwartungen?
-       Persönlichkeiten? Karate Kid, Kungfu Panda, Last Samurai, Ninja, Musik: Eye oft he Tiger, Kungfu Fighting

Ausblick: 
-       Hintergründe/Philosophie
-       Geschichte
o   Japan
o   Karate
-       Techniken
-       Selbstverteidigung

Nächsten Male bitte Sportzeug und ggf. Duschzeug mitbringen!


Technik:

Karate besteht aus vielen Faust- und Fußtechniken, aber im Grunde ganzer Körper Waffe! Die härtesten Körperteile z. B. Ellenbogen, Knie, Handballen

Faust machen, Tsuki erklären

Tsuki in die Luft, an der Pratze am Sandsack – tut weh!

Erster Schluss daraus: Karate / SV erfordert Abhärtung! -> Thema der nächsten Stunde

Zweiter Schluss daraus: Faust für ernsthafte SV nicht optimal! Besser Handkante oder Ellenbogen nutzen

SV: Umklammerung – mit dem Ellenbogen nach hinten stoßen!

                        PAUSE

Karate – Schriftzeichen, Bedeutung chinesische Hand (hierzu später bei Geschichte mehr), leere Hand; leer, weil ohne Waffen

Karate als Sport und als Lebensweise , -weg: Karate-Do

Aufgabe: Schriftzeichen abzeichnen

Herkunft: Japan bzw. Okinawa
Ursprung: China

Asienkarte ausdrucken und mitbringen, Kinder müssen China und Japan und Okinawa einzeichnen

Japan – Flagge, Kinder sollen basteln aus roter Pappe mit Müslischale Kreis aufmalen und ausschneiden, auf weißes Papier kleben

Historie aus Nino Buch erzählen

Handwerkszeuge als Waffen: Kobudo, keine Waffen: Karate

Tödliche SV zum Überleben der Bauern! Geheime Techniken, vom Schüler an den Meister weitergegeben.

Modernes Karate: Funakoshi – Bild

Karate für alle, für Körper und Geist – Verbreitung über Schulen, erstmals Kihon, Kata, Kumite (Begriffe aufschreiben)

Kihon – Grunddechniken, ohne Partner
Kumite – Partnerübungen (im Shotokan ohne verletzenden Kontakt, Kontrolle)
Kata – Kampfkunst-Choreografie, 27, verschiedene Schwierigkeitsgrade ->
Selbstverteidigung






Karate-AG Schlaun 2. Stunde


Wiederholung vom letzten Mal:

Faust machen – Tsuki erklären, Sandsack, Pratze

Thema der Stunde: Abhärtung


Möglichkeiten der Abhärtung erarbeiten und ggf. ausprobieren (fett)
-       Sandsacktraining
-       Makiwaratraining
-       Krafttraining – Situps, Backups, Liegestütz/Armstütz (1 Minute)
-      Liegestütze auf den Fäusten
-       Barfuß im Schnee  Kata laufen
-       Lange und hart trainieren
-       Hunger und Durst überwinden können
-       Müdigkeit überwinden können
-       Mit den Händen in Erbsen, Kies oder Sand schlagen
-       Schläge und Tritte aushalten lernen – Training mit Kontakt
-       Eine Verringerung der Schmerzempfindung erreichen zum Beispiel die Gewöhnung   
der  Haut (gerade beim Schlagen)
-     Eine gewisse Gewöhnung an Schmerzen durch Treffer
-     Erhöhung der persönlichen Stressresistenz
-    Konditionierung der Muskulatur, um auch unter Treffern und bei Kontakt noch   möglichst wirkungsvolle Techniken einsetzen zu können. (Schließt ein, dass die Gelenke daran gewöhnt werden, vor dem optimalen Endpunkt der Technik das Ziel zu treffen)
-     Und nicht zuletzt: Kondition: Seilchenspringen

Abhärtung auch für die Selbstverteidigung wichtig – Schmerzen ertragen können und nicht gleich aufgeben, wenn es weh tut!

Selbstverteidigung – zu zweit:
-       Handkante gegen Schlagkissen
-       Ellenbogen gegen Schlagkissen
-       Handballen
-       Knie vor Schlagkissen
-       Mit dem Spann von unten gegen das Schlagkissen
-       Soto-Uke: voreinander stellen, Hände chudan-kamae, dann abwechselnd blocken, vielleicht sogar richtig Soto-Uke, gegeneinander schlagen oder mit Tsuki
  


Samstag, 15. Dezember 2012

Karate-AG Schlaun, 3. Stunde


Eine schöne Karate-AG-Stunde war das heute wieder mit den Kids vom Schlaun-Gymnasium Münster!

Zum Aufwärmen gab es Kick'n Shape (ähnlich Tai Bo, also Schläge und Kicks zu Rock-Musik).

Dann haben wir uns mit der Wiederholung und Festigung einiger Techniken beschäftigt: Tsuki, Mae-Geri, Heito- und Shuto-Uchi - jeweils mit und ohne Handpratze bzw. Schlagkissen.

Anschließend gabs nach einer kleinen Pause einen Theorieteil, den die Kids mit überraschender Begeisterung gelöst haben. Jedes Kind durfte sich eine Aufgabe aussuchen, die es dann mittels von mir zur Verfügung gestellter Literaturquellen innerhalb von 20 Minuten zu lösen gab.

Die Fragen lauteten wie folgt:

- Zenkutsu-Dachi: Beschreibe ihn und zeige ihn, welche Fehler sind zu vermeiden? (Quelle: Shotokan
  Karate von Joachim Grupp)
- Was beduten die Namen folgender Katas und warum heißen die Katas so?
   Jitte, Gankaku, Chinte, Nijushiho, Sochin, Meikyo, Gojoshihodai, Unsu (Quelle: Bunkai der
   Shotokan-Kata ab Schwarzgurt von Fiore Tartaglia) Bei der Auflösung hat
   das Mädchen, das die Aufgabe gelöst hatte (eine ambitionierte Judoka) erklärt, was eine Kata ist und
   meine Tochter Johanna hat die Heian Shodan vorgeführt - zu den einzelnen Katas habe ich dann  
   charakteristische Stellen gezeigt.
- Was bedeutet Tapferkeit für einen Samurai? (Quelle: Hagakure von Tsunetomo Yamamoto)
- Das Geheimnis des Schwertweges - was bedeutet es? (Quelle: Buch Za-Zen von Taisen Deshimaru-
  Roshi)
- Selbstverteidigung - Notwehrrecht:
  Wie heißen die besten drei Verteidigungstechniken?
  Was bedeutet Verhältnismäßigkeit in der Selbstverteidigung?
   Gegen wen darfst Du Dich nicht verteidigen?
   Ist Pfefferspray zur Verteidigung erlaubt?
   (Quelle: Buch Selbstverteidigung von Christian Braun) Die Fragen wurden von dem entsprechenden
   Mädchen sehr gut und zum Teil abweichend beantwortet - die Vorgaben im Buch bezogen sich
   nämlich auf erwachsene Personen, die sich verteidigen müssen, nicht auf Kinder!
- Beschreibe ein Makiwara hinsichtlich Aufbau und Einsatz (Quelle: Kumite in Perfektion von
   Masatoshi Tanaka und Über den Kampf von Michael Ehrenreich und Kumite ).

Es hat mich wirklich überrascht und gefreut, mit welcher Ernsthaftigkeit die Kids sich mit den gestellten Aufgaben beschäftigt haben.

In der nächsten Stunde werden wir uns mit verschiedenen Selbstverteidigungstechniken beschäftigen.