Freitag, 27. Mai 2016

Das Ego stibt auf dem Kissen

Meditation im Jugendkloster Bottrop Kirchhellen


Am Donnerstag, den 26.05.2016 (Fronleichnam) veranstalteten wir wieder eine Zen-Meditation im Jugendkloster Bottrop Kirchhellen. Neben Ines, Matthes und mir fuhren weitere 7 Fujis & friends mit nach Bottrop, um dort fünf Stunden lang zu sitzen und zu schweigen; „zu sitzen“ deshalb, weil die Meditation überwiegend sitzend – z. B. auf einem Kissen, auf einem Meditationsbänkchen oder auch auf einem Stuhl – abgehalten wird. Aber es gibt auch Meditation im Schreiten, Kinhin genannt oder auch im Liegen.


Klostergarten - Foto: M.Elzinga

Wir wurden durch unsere liebenswerte und geduldige Zen-Lehrerin Katharina Gaßmann durch alle drei Meditationsformen geführt, wobei wir erstmals das Kinhin auch im schönen Klostergarten praktizierten. Die Meditation erfolgt meist schweigend und in einer bestimmten Position verharrend. Herumrutschen auf dem Bänkchen oder Stuhl sollte vermieden werden, auch wenn die gewählte Position nach einer Weile unbequem erscheint. „Wenn es irgendwo zwickt oder der Körper sich sonst wie meldet, dann ist das vermutlich nur Euer Ego, das um Aufmerksamkeit bettelt“, so Katharina bei einer Meditations-Einführung in den vergangenen Jahren. Wir sollten also versuchen, in den Phasen der stillen Meditation, eventuelle „Störsignale“ des Körpers oder der Außenwelt zu ignorieren bzw. sie wahrzunehmen, ihnen aber keine Bedeutung zuzumessen. Um zu seinem inneren Ich zu gelangen, so Katharina, müsse man lernen, das Ego auszublenden. Was wie ein Widerspruch scheint, hat bei genauerer Betrachtung seine Berechtigung: Wir sollen üben, Gedanken wie „ich will“, „ich muss“ oder „ich möchte“ außer Acht zu lassen und uns für die Dauer der Meditation nur auf das Ein- und Ausatmen zu konzentrieren. Gedanken, die uns dabei in den Kopf kommen, sollen wir ziehen lassen, vielleicht kurz betrachten, aber nicht weiter verfolgen. „Es ist wie im Kino: Stellt Euch vor, die Gedanken tauchten auf der Leinwand auf. Ihr könnt sie ansehen, aber ihr seid keine Schauspieler in dem Film, ihr spielt nicht mit.“ Auf diese Weise und durch andere Gleichnisse und Metaphern wurden wir regelmäßig erinnert, uns wirklich nur auf diese beiden Momente im Hier und Jetzt zu konzentrieren: Einatmen. Ausatmen.
Sorgen, Ängste, Bedürfnisse – all dies könnten wir schließlich mit ausreichender Übung hinter uns lassen, denn: „Das Ego stirbt auf dem Kissen.“


Foto: M.Elzinga


 „Wo bist Du mit Deinen Gedanken?“, rief Katharina gelegentlich in den Raum hinein. Und wie schön war es für mich an diesem Tag, dass ich durch diese Erinnerung tatsächlich nicht aus irgendwelchen Gedankengängen gerissen wurde! Tatsächlich war es mir diesmal gelungen, mein Sein auf das Ein- und Ausatmen zu konzentrieren. „Wir sind im Alltag viel zu hektisch und meinen, immer alles auf einmal machen zu müssen. Das sorgt für innere Unruhe. Versucht einmal, auch im Alltag eins nach dem anderen zu tun. Man kann im Grunde nicht mehrere Sachen gleichzeitig machen – das ist genauso wie beim Ein- und Ausatmen. Auch hier geht immer nur eines von beidem zur selben Zeit!


Ich lernte Katharina im Jahr 2008 auf einer Zugfahrt nach München kennen. Wir kamen ins Gespräch und waren uns sofort sympathisch! Wir tauschten Kontaktdaten aus und vereinbarten seit diesem Tag zweimal jährlich Meditationstermine mit Karateka und Freunden in Bottrop.  All die Jahre hatte ich die Meditation als Aufgabe empfunden, als Disziplinierung für mich und meinen umtriebigen Geist. Anders als die meisten Teilnehmenden konnte ich bei den Abschluss-Gesprächsrunden nicht von „tiefer Stille“ berichten, die mich umfasst hatte oder von einem „unglaublich schönen Gefühl“. Ich war meist einfach nur frustriert, weil es mir nie gelungen war, hier zu „funktionieren“. Beim vorletzten Termin im November 2015 hatte ich dann endlich einen Weg eingeschlagen, der mir ein bisschen so etwas wie inneren Frieden gab – ich war nicht mehr so ärgerlich auf mich selbst, sondern schaffte es, über mich zu lächeln, weil ich meine Gedanken, mein Ego offenbar immer noch nicht im Griff hatte.  Und an Christi Himmelfahrt war es dann tatsächlich so weit: Bei den letzten beiden Sitzungen vor der Heimfahrt spürte ich das zwicken im Rücken, das Drängen meines „Ego“ nach einer bequemeren Körperhaltung, Das Flüstern der inneren Stimme: “Komm, las gut sein, jetzt, mach’s Dir bequem, lass die Gedanken fliegen!“ Da lächelte mein Ich, streichelte das Ego kurz und schickte es wieder in seine Ecke. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Ich war fast enttäuscht, als die Meditation beendet war und freute mich unglaublich über das belebende und befreiende Gefühl, das mich noch den Rest des Tages begleitete.

Die nächste Meditation ist für November geplant. Wer gerne noch dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen.

Sonntag, 22. Mai 2016

Kata Special Course 2016 in Tauberbischofsheim

Vom 05. Bis 08. Mai fand auch in diesem Jahr wieder der Groß-Lehrgang Kata Special Course unseres Verbandes statt – diesmal wieder in Tauberbischofsheim, wo wir bereits vor 3 Jahren ein Karate-Event der Superlative erleben durften.

Und auch in diesem Jahr hatte Auschrichter „Schlatt“ es wieder richtig raus! Die Organisation ließ nichts zu wünschen übrig und als „i-Tüpfelchen“ hatte Schlatt noch vor, mit uns einen Weltrekord auf die Beine zu stellen. Aber dazu später mehr.

Rekordverdächtig war zunächst auch die Fuji-San-Beteiligung an diesem Lehrgang: Wenn wir Klaus Schowe noch zu unseren Mitgliedern zählen dürfen, waren wir mit  Sarah, Stephan, Torsten und mir insgesamt 5 Fujis, die den Weg ins schöne Taubertal gefunden hatten. Wir kamen alle im sehr schönen Hotel St. Michael unter, in dem auch die Senseis untergebracht waren. So konnte es passieren, dass man beim Frühstück das Vergnügen hatte, neben Toribio Sensei zu sitzen oder am Nachmittag mit Ochi Sensei in der Lounge plaudern konnte. Ein wenig ins Stottern komme ich leider immer bei Begegnungen mit Jean-Pierre Fischer Sensei, bei dem ich auf mein leider sehr schlechtes Schul-Französisch zurück greifen muss. Aber mit Händen und Füßen bekommen wir dann immer noch eine nette Unterhaltung hin.

Die Trainings waren auch in diesem Jahr wieder hervorragend! Wir übten bei Thomas Schulze Sensei eine anspruchsvolle Anwendungskombination am Partner mit der Kata Chinte. Julian Chees Sensei brachte uns mit Kata Sochin zum Schwitzen und bei Izumiya Sensei übten wir die Unsu. Izumiya Sensei hatte wie in den Vorjahren wieder viele interessante Anwendungen im Gepäck und überzeugte durch die Erklärung zahlreicher technischer Finessen. Leider waren diesmal keine Hilfsmittel (Handtuch, Obi) wie vor drei Jahren mit im Spiel. Aber seine Anweisungen waren – auch Dank der erstklassigen Übersetzung durch Michael „Mukki“ Reinhard auch ohne Requisiten wieder von unschätzbarem Wert.

Ochi Sensei überraschte uns am Samstagmorgen mit einer Kata-Einheit, in der wir außer der Unsu alle Kata unserer Stilrichtung ausführten, der Schwerpunkt wurde nur geringfügig auf die Nijushiho  gelegt, die eigentlich auf dem Trainingsplan stand. Ochi Sensei hatte die Trainingsgruppe – und ganz speziell den linken Oberschenkel – schon am ersten Trainingstag zum Schwitzen gebracht....Kenner wissen, dass hier nur die Gojushiho Dai trainiert worden sein kann J Nachmittags ging es dann am ersten Tag direkt mit der Gojushiho Sho weiter, unterrichtet von Toribio Sensei. Er hatte einige interessante Partnerübungen für uns im Gepäck, die uns mächtig auf Touren brachten, da Toribio zahlreich wiederholen ließ. Jean-Pierre unterrichtete bei uns die letzte Einheit vor der Abfahrt und zwar mit Bassai Sho. Hier achtete er auf zahlreiche Ausführungsfeinheiten und ließ uns die Kata in verschiedenen Stärke-Graden wiederholen. Als wir sie am Ende „ura“ ausführen sollten, hatten wir eine gute Denksportaufgabe zu erledigen!

Ich bin mir sicher, dass es auch in den anderen Trainingsgruppen sehr lehrreich zuging, auch wenn die Gruppe 1.+2. Dan sehr, sehr voll war. Vielleicht lässt sich hier noch etwas optimieren? Bei vielen Lehrgängen kann man inzwischen durch die Angabe der Graduierung bei der Vor-Anmeldung abschätzen, wie groß die einzelnen Gruppen etwa ausfallen werden. Eventuell auch eine Möglichkeit für das Kata Special?

Wie schon erwähnt war das Drumherum wieder erstklassig! Erst einmal locken das malerische Örtchen Tauberbischofsheim und die schöne Landschaft im Umland für Urlaubsflair. Und dann hatte Schlatt vom Catering über einen Karaoke-Abend bis hin zur Lehrgangsparty am Samstag wieder ein super Programm organisiert. Hinzu kam in diesem Jahr dann noch eine Besonderheit, die nicht nur den Ausrichter, sondern auch alle teilnehmenden Karateka beansprucht hatte: Schlatt hatte sich vorgenommen, mit dem „größten Karatetraining der Welt“ einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde vornehmen zu lassen. Hierzu sollten sich die Karateka am Samstagnachmittag auf einem freien Platz an der Tauber – zwischen den beiden Trainingshallen – versammeln. Die ordnungsgemäße Aufstellung in ordentlichen Reihen wurde vorab durch abgetrennte Trainingsfelder erleichtert und dann von Shihan Ochi persönlich fein getuned.

Das dauerte dann schon mal ne halbe Stunde, bis wir alle so ordentlich standen, dass man per Luftaufnahme die Anzahl der Teilnehmenden abzählen konnten. Dies war wichtig, da wir ja die Größe der Veranstaltung dokumentieren mussten und zu diesem Zweck wurden unter anderem Luftaufnahmen per Drohne angefertigt. Bei der anschließenden Trainingseinheit hatte Shihan Ochi sichtlich Spaß! Es war gar nicht so einfach, auf so engem Raum zu trainieren. Aber dennoch reichte der Platz aus für einige Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen, die Ochi Sensei lächelnd mixte und sich diebisch freute, wenn die Trainierenden in die falsche Richtung gingen.


Gut eine halbe Stunde schwitzten wir dann beim Training in der prallen Sonne, so dass der Kreislauf schon gut beansprucht war, als wir nach dem Weltrekordversuch dann in unsere Trainings sprinteten! Da bei uns Izumiya Sensei auf dem Plan stand, gab es natürlich keine Entschuldigung für ein Fernbleiben und wir nahmen die Anstrengungen der zusätzlichen Einheit gerne in Kauf. Ob der Weltrekordversuch glücken wird? Soweit ich weiß, sind an einen Eintrag in das berühmte Buch der Rekorde strenge Anforderungen geknüpft. Wie auch immer es ausgehen mag – die Idee zu so einem Event war super und einfach irgendwie wieder „typisch Schlatt“ J

Samstag, 21. Mai 2016

KWF Mastercamp in Paris

Zu einem Karate-Lehrgang nach Paris? Das kann wohl nur ein Traum sein! Und das war es auch wieder für Torsten und für mich! Nachdem wir bereits 2011 einmal anlässlich eines Karate-Lehrgangs mit den Senseis Jean-Pierre Fischer und Jean-Michel Blanchard in die französische Hauptstadt gefahren waren und dort einen Mix aus Kultur, Cuisine und Karate erleben durften, war in diesem Jahr ein Karate-Seminar der KWF (Karatenomichi World Federation) unter der Leitung von Karate-Legende Sensei Yahara Mikio der Anlass.

Ein Blick über den Tellerrand, also – und doch nicht ganz neu für uns, da wir ja bereits zweimal am Lehrgang „Samurai Spirit“ teilgenommen hatten, einem Lehrgang, bei dem unser National Coach Thomas Schulze Sensei zusammen mit einem seiner Ausbilder, Malcolm Dorfman Sensei, das Training leitet. Malcolm Sensei ist KWF-Vize-Präsident und unterrichtet Karate in Johannesburg, Südafrika. Schon bei Malcolm Sensei konnten wir eine Idee davon erlangen, wie man trainieren muss, wenn man Karate nicht nur als Kampfkunst, als Sport oder als Lebensweg betreibt, sondern zur täglich notwendigen Selbstverteidigung!

Natürlich hat auch die JKA, hat auch der DJKB den Ippon-Gedanken im Vordergrund: Wir trainieren Karate so, dass wir einen Angreifer im besten Fall mit einer Technik ausschalten können. Aber die KWF scheint in meinen Augen diesen Hintergrund noch intensiver zu verfolgen. Nach meinem Kenntnisstand ist die Grundlage des KWF-Karate eine noch extremere Vorbereitung des Körpers auf den Kampf. Der Körper – und speziell die „inneren Muskeln“, wenn ich Sensei Yahara richtig verstanden habe – wird durch das Kihon-, Kata- und Kumite-Training so gestählt, dass die Techniken mit einer gnadenlosen Härte rüberkommen. Dies geschieht durch eine extreme Körperanspannung und –verdrehung, die Yahara Sensei „Compression“ nannte. Diese wurde in Paris auf drei Arten geübt:


  • „Compression by hip rotation“: Beim Hikite wird die Hüfte noch um einiges weiter nach hinten abgedreht, als es bei uns üblich ist.
  • Joint Compression" = Hierbei wird - z. B. bei Blocktechniken - der vordere Fuß ein Stück weit rangezogen und der Körper auf der Stelle in allen Gelenken bis zum Maximum komprimiert, so dass eine extreme Vorspannung entsteht, die bei der Auflösung ein Höchstmaß an Kraft freisetzt.
  • "Compression by body rotation" = ein Ausnutzen der Zentrifugalkraft durch schnelles und starkes Verdrehen des Oberkörpers 

Wenn die JKA in den letzten Jahren immer mehr Wert auf Schnelligkeit zu liegen scheint, so liegt der Schwerpunkt des KWF eher auf Kraft, würde ich sagen.

Ich hatte während des Lehrgangs zuweilen das Gefühl, dass der Meister viel erklärte und erzählte. Für viele Erklärungen war ich wohl dankbar, hätte mir zuweilen aber mehr Ausführung gewünscht. Gleichwohl müssen wir uns aber dennoch in den Phasen der Aktivität sehr angestrengt haben, denn die Muskeln waren auf der Heimfahrt ordentlich müde! Ich bin auch sicher, dass dieser extreme Körpereinsatz sehr kräftezehrend ist. Aber ohne Fleiß kein Preis – und nur wer die Muskeln trainiert und den Körper schult, kann ihn auch effektiv einsetzen.

Im Vorfeld war ich sehr gespannt auf den Lehrgang, der immerhin als „Mastercamp“ ausgeschrieben war und auf dem dann tatsächlich fast ausschließlich Dan-Träger trainierten. Wie würde es sein, als Gast unter Karateka zu trainieren, die sich in den Besonderheiten des KWF viel besser auskennen. Die Antwort lautete: Es war ganz normal! Es war einfach Budo-Karate, ganz normales Karate-Training mit einem neuen Übungsansatz! Und die Leute um uns herum schienen – obgleich sie KWF-Mitglieder waren – auch nicht viel geübter in den extremen Bewegungsabläufen, als wir es waren! Karate ist eben auf der ganzen Welt ein lebenslanges Lernen und ich kann jedem Karateka nur Mut machen, jede Gelegenheit zu nutzen, um auch einmal – z. B. im Urlaub oder wenn man dienstlich unterwegs ist – in anderen Dojos um ein Gasttraining zu bitten.

Yahara Sensei sprach erstaunlich gut Englisch und machte einen sympathischen und zuweilen auch humorvollen Eindruck. Gleichwohl war sein Training fordernd und er korrigierte akribisch auch die kleinsten Fehler.

Nach dem ersten Trainingstag wartete zunächst die hoteleigene Sauna auf uns und sorgte dafür, dass wir keinen Muskelkater bekamen! Anschließend hatte Torsten für uns einen Tisch in einem Restaurant reserviert, im „Le Train Bleu“, einem ehemaligen Wartesaal im Gare de Lyon: ganz auf Jugendstil getrimmt und mit einer exzellenten Auswahl an Speisen und Getränken. Bei diesem Festmahl verging die Zeit wie im Flug und nachdem wir in unseren Gesprächen den ersten Lehrgangstag hatten Revue passieren und künftige Fuji-San-Events geplant hatten, ging es noch auf eine nächtliche Stippvisite zum Eiffelturm!

Obgleich es dann doch halb zwei war, bis wir wieder am Hotel waren, ging es am nächsten Morgen frisch und voller Erwartung wieder zur Trainingshalle. Am zweiten Tag standen Kata und Kata-Anwendung auf dem Programm. Wir übten Jion und Kanku Dai unter Berücksichtigung der KWF-Besonderheiten und genossen in der Mittagspause noch einen kleinen Snack in einem der nahen Bistros. Am Nachmittag wurde dann die Anwendung der Kata erklärt und geübt. Wie es oft so ist, gab es die ein- oder andere überzeugende Anwendungsoption, andere waren nicht so leicht nachvollziehbar. Besonders spannend fand ich Sensei Yaharas Erklärung zu verschiedenen Kata-Anwendungen in Bezug auf die Befreiung aus einer Handgelenksumklammerung: Je nachdem, wie die Hand bzw. der Arm gegriffen werden (von vorne, von oben, von der Seite), können Techniken aus der Heian Shodan, Heian Sandan oder Kanku Dai genutzt werden. Interessant auch der Ansatz zum Unterschied des Kakiwake Uke im Kokotsu Dachi (Hände werden nach Lösen des Überkreuzens eher etwas an den Körper heran gezogen) zur selben Technik im Zenkutsu Dachi (Hände werden nach vorne gedrückt).

Einen ganz herzlichen Dank an die Ausrichter des Lehrgangs und an die Übersetzer, die uns das Wissen des Meisters näher gebracht haben sowie an den Assistenten Sensei Yaharas, Otsuka Masamichi Sensei! Für mich war es ein sehr interessanter Lehrgang und ich freue mich schon darauf, diese Themen beim Samurai-Spirit Mitte Juni weiter zu vertiefen.


Donnerstag, 31. März 2016

Street Combatives im Fuji San

Am 19.03.2016 folgten 30 Interessierte aus ganz NRW meiner Einladung zum Street Combatives Seminar im  Fuji San. Einige der Teilnehmer/innen hatten Karate-Kenntnisse, andere kamen aus dem Krav Maga oder anderen Systemen und es waren auch Personen zu Gast, die noch keinerlei Erfahrungen mit Kampfkünsten oder -systemen hatten.

Das Seminar war auf 5 Stunden angesetzt - die Zeit verging aber wie im Fluge! Dies lag nicht zuletzt an der mitreißenden und kurzweiligen Moderation und Anleitung durch unseren Coach Carsten Zimmerman. Carsten kommt ursprünglich aus dem Jujutsu und ist seit einiger Zeit auch Street-Combatives-Instructor.

Was vielleicht einige Teilnehmer/innen überrascht haben mag: Wir starteten mit einer dreiviertelstündigen Theorie-Einführung, die durch eine Power-Point-Präsentation unterstützt wurde. Carsten eröffnete den Nachmittag mit der Frage: "Wer von Euch hatte bereits Gewalt-Erfahrung?" Es hoben sich nur sechs Hände, was ja an sich erst einmal ein beruhigendes Gefühl vermittelt - so gefährlich scheint das Leben ja dann doch nicht zu sein. Dass aber ein dummer Zufall, ein einziges "zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort-Sein" ausreichen kann, um ein ganzes Leben zu zerstören, erfuhren wir anhand der Präsentation, die zahlreiche, durch öffentliche Videokameras aufgezeichnete, Gewaltszenen veranschaulichte. Das war wahrlich nichts für schwache Nerven und sicher einer der Hauptgründe, warum das Seminar erst "ab 18" ausgeschrieben war.

"When life goes wrong...." - was kann uns dann noch helfen? Ganz unbestritten ist die Beschäftigung mit Kampfkünsten oder -systemen aller Art ein guter Ansatz, so Carsten. Es ist dabei im Grunde egal, welcher Kampfkunst oder welchem System man sich verschreibt - alle haben ihre Daseinsberechtigung! Und dieses Gefühl hatte ich ja auch schon bei meinem ersten SC-Seminar in Olpe: Karate bereitet verdammt gut auf den Ernstfall vor - es gab unendlich viele Parallelen zum SC-Konzept!

"Wenn Du mit einem Kind das Überqueren der Straße übst - was bringst Du ihm bei: Den Zusammenstoß mit einem Auto zu überleben? Oder das Auto rechtzeitig zu sehen und den Zusammenstoß zu vermeiden?", fragte Carsten uns im Theorieteil weiter. Die beste Selbstverteidigung besteht auch nach dem SC-Konzept nicht darin, Auseinandersetzungen zu suchen, um sie zu überstehen. Es geht vielmehr darum, einen Gefahrenradar zu entwickeln und die Gefahr zu meiden. Dies fällt unter die so genannte Pre-Konflikt-Phase, in der unter anderem der Begriff Gefahrenmanagement genannt wurde. Carsten verglich diese Phase vor der körperlichen Auseinandersetzung mit einem Vorstellungsgespräch: Der potenzielle Täter hat eine "Stelle" ausgeschrieben und diese freie Stelle heißt "Opfer". "Dies", so Carsten, "ist das einzige Bewerbungsgespräch, dass ihr in eurem Leben versauen solltet." Der Angreifer will unseren Besitz, unseren Körper oder unser Leben. Wie auch ich es in meinen Kursen stets betone, lohnt es sich auf keinen Fall, für materielle Werte das eigene Leben oder die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Ist der Gegner scharf auf unser Geld, Handy oder sonstige Wertgegenstände, so sind diese abzugeben. Bei Angriffen auf unser Leben oder unsere Unversehrtheit, lohne sich in jedem Fall Widerstand. Denn was will der Gegner auf keinen Fall: Er will nicht, dass die Auseinandersetzung lange dauert. Im Regelfall will der Angreifer auch keinen Kampf mit einem gleichwertigen Gegner, es handelt sich eher um eine Art Ritualkampf, bei dem nach seiner Vorstellung von vornherein feststehen sollte, wer gewinnt. "Beuteverhalten povoziert Jägeraktivität", zitierte Carsten einen anderen Kampfexperten.

Vorgestellt wurde weiter der so genannte Cooper Color Code, der sich mit dem Grad unserer Aufmerksamkeit beschäftigt: Bei der Phase weiß sind wir total entspannt und widmen keinem Geschehen eine besondere Aufmerksamkeit. Dies ist z. B. der Fall, wenn wir "auf dem Sofa sitzen". Phase gelb beschreibt eine gelassene Aufmerksamkeit, die wir aktivieren sollten, sobald wir das Haus verlassen. Gelassene Aufmerksamkei bedeutet nicht, ständig überall Gefahren zu wittern und überängstlich durch die Gegend zu gehen. Aber es bedeutet, die Umgebung zu betrachten und ungewöhnliche Veränderungen sofort wahrzunehmen und auf mögliche Gefahren überprüfen zu können. Bei möglicherweise wahrgenommener Gefahr geht man in Phase orange über, eine spezifische Aufmerksamkeit, bei der wir uns innerlich auf Flucht oder eine Auseinandersetzung vorbereiten können. Bei Phase rot steht der Kampf unmittelbar bevor und Phase schwarz beschreibt die Situation, bei der der Kampf in vollem Gange ist. Ein ähnliches Modell, das die verschiedenen Phasen einer Auseinandersetzung beschreibt, ist der Ooda Loop, der einen Kreislauf beschreibt, in der die Phasen observe-orient-decide-act ineinander greifen.

Deeskalation steht auch nach der Street-Combatives-Strategie ganz oben! Um eine Auseinandersetzung möglichst noch runterzukochen, sollte man möglichst eine "non violent position" einnehmen, die von der Körperhaltung her der Schiedsrichterposition entspricht: Füße in L-Stellung, Handflächen gehöffnet, Blick noch weit (nicht stechend oder drohend), ggf. "italienisch" gestikulierend, so dass die Ellenbogen vor dem Körper liegen und man jederzeit eine Schutzhaltung einnehmen kann. Möglich ist hierbei auch, einen Ellenbogen quer vor die Rippen zu halten und den anderen Unterarm darauf aufgestützt, mit der Hand an der Schläfe zu halten ("Denker-Position").

Hat all das nichts genutzt, sind wir im Kampf. Dave Grossmann hat eine "Herzschlag-Skala" erstellt:


Unter Stress steigt der Herzschlag und ab einem gewissen Level sind wir nicht mehr in der Lage, feinmotorische Aktionen durchzuführen. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem nach meiner Theorie aus Kampfkunst Selbstverteidigung werden muss - die Kraft und Beweglichkeit, die wir uns jahre- oder jahrzehntelang beim Kampfkunsttraining angeeignet haben, muss jetzt auch automatisiert und grobmotorisch funktionieren! Ziel ist in erster Linie, ein Zeitfenster zu erkämpfen, in dem wir entkommen können! Hierzu gab es später eine schöne Übung: Wir taten uns zu dritt zusammen. Je einer von uns musste 30 Sekunden auf der Stelle sprinten, anschließend im Stand mit zu Boden geneigtem Oberkörper einen Arm zum Boden führen und sich 10 mal im Kreis drehen. Hierbei sollte der Zweite aufpassen, dass der Aktive nicht das Gleichgewicht verlor. Nach den Drehungen galt es, gnadenlos auf die Pratze zu schlagen, die der Dritte an der Hand hielt. Das Laufen und Drehen sollte den Effekt simulieren, den wir zu erwarten hätten, wenn wir uns in einem Kampfgetümmel befinden und sich in uns ein bestimmtes Stresslevel aufgebaut hat - unter diesen Voraussetzungen noch die Pratze zu treffen und kraftvoll zu schlagen, ist gar nicht so einfach!

Einige Fragen, die sich alle stellen sollten, die Kampfkünste nicht nur zum Selbstzweck erlernen, sondern die auch in der Lage sein wollen, sich damit zu verteidigen: "Zu welcher Art und Intensität der Verteidigung bin ich tatsächlich bereit? Wie weit kann und will ich im Ernstfall gehen? Bin ich willens und bereit, jemanden tatsächlich ernsthaft bei meiner Gegenwehr zu verletzen?" Es lohnt sich durchaus, dies regelmäßig im Kopf durchzuspielen, damit man im Ernstfall nicht vollkommen überrascht ist und möglicherweise aus Unsicherheit erstarrt.

Derart gut eingestimmt ging es nun endlich an die praktischen Übungen: Wir wurden nach der Tabata-Methode aufgewärmt und automatisierten dann zunächst eine Deckung für unseren Kopf, denn: "80 % aller Erstangriffe gehen zum Kopf - Ziel ist es, euren Computer auszuschalten." Der linke Ellenbogen wurde hier links seitlich an den Kopf gehalten und der rechte Ellenbogen legte sich eng um die Stirn und seitlich über das rechte Ohr, so dass die rechte Hand auf dem linken Handgelenk fixiert war und das rechte Auge verdeckte. Da die meisten Angreifer Rechtshänder sind, macht diese Position in den allermeisten Fällen Sinn. Wie alle anderen Techniken und Drills auch, übten wir auch diese Sicherungstechnik zunächst "trocken", d. h. jede/r für sich und ohne Partner/in. Anschließend taten wir uns zu dritt zusammen und je zwei schlugen etwa 30 Sekunden lang mit Handpratzen auf unsere Deckung. Anschließend übten wir ein, die Deckung spontan hoch zu reißen und schnell auf plötzliche Angriffe zu reagieren. Verschärft wurde die Übung noch dadurch, dass der Angegriffene  Rechenaufgaben zu lösen hatte: von der Zahl 793 in 7-er-Schritten runterzählen - und dabei noch auf die Angriffe achten! Das hatte schon was! :-)

Mir persönlich am schwersten fiel die Übung "Slap mit der offenen Hand". Hierbei bewegten wir uns "windmühlenartig" und schlugen in großem Kreis seitlich gegen den Kopf des Partners bzw. gegen die davor gehaltene Pratze. Wichtig war hierbei, dass beim Schlag der Ellenbogen nicht nach unten zeigte. Bei der Körperdrehung, die den Schlag auslöst, sollte die Nase überm Zeh stehen (nose over toe).

Als nächstes übten wir den Hammerfauststoß, bei dem wir darauf achten sollten, dass die Bewegung durch den ganzen Körper läuft und quasi kettenartig fließt. Wir schlugen von oben auf eine waagerecht gehaltene Pratze. Schließlich übten wir zu dritt: Einer hielt den Schlagenden von hinten fest und zog ihn rückwärts, so dass es dem Schlagenden erschwert wurde, die Pratze zu treffen und den Schlag kraftvoll auszuführen. Im nächsten Durchgang wurde die "Position Motorhaube" simuliert: Einer der drei ging in den Vierfüßlerstand, ein weiterer legte sich rücklings darauf, die Beine auf dem Boden aufgestellt. Der Dritte bedrängte den auf der "Motorhaube" frontal oder seitlich und man musste jetzt versuchen, aus dieser ungünstigen Position noch die Pratze auf der Hand des Bedrängenden zu treffen. Klasse Übung, die viel Kampfgeist erforderte!

Wir beließen es nicht bei Arm- und Fausttechniken, sondern setzten auch das Knie ein. Beintechniken seien nur bedacht einzusetzen, so Carsten. Beim Kneelift denken viele Menschen spontan, dass man damit die Genitalien treffe - besser sei es aber, das Hüftgelenk bzw. die Leiste zu treffen und den anderen damit rein physikalisch und im wahrsten Sinne des Wortes einknicken zu lassen. Wie auch ich es in meinen Kursen stets betone, sind viele Angreifer schlicht schmerzfrei - und reagieren nicht wie erwartet bei einem Tritt in die Hoden. Man solle sich besser vorstellen, dass man das Knie hochreiße und durch den Gegner hindurch ginge. Das übten wir dann auch sehr beherzt, indem wir versuchten, mit dem Knie die Pratze zu treffen, die der Trainingspartner vor die Leiste hielt.

Nach einer kleinen Pause ging es ans Dirty Fighting - Schluss mit lustig, also! Bei einem Griff an den Hals sollten wir unsere Hände innen durch die Arme des Gegeners zu dessen Gesicht führen und den Kopf wie eine Bowlingkugel seitlich drehen. Anschließend könnten wir mit der Hammerfaust dafür sorgen, dass der Gegener nicht noch einmal wagt, uns anzugreifen!

Ein Angreifer kommt leider selten allein! Darum macht es Sinn, sich nach dem Ausschalten eines Gegners, umzusehen - "Watch your six!" - auf sechs Uhr sehen, also einmal um 180 Grad umblicken, bevor man sich sicher fühlen kann. Man sollte sich besser vorne herum drehen, als hinten herum, weil dort schon jemand stehen könnte, den man grade nicht sehen kann.

Zur Abwehr aus der Bodenlage übten wir zwei Varianten: Die erste von beiden verfolgte weniger den Gedanken der realen Selbstverteidigung, als vielmehr das Üben von Schlägen aus ungünstiger Position (ähnlich der Übung "Motorhaube"): Ein Partner lag am Boden und der andere legte sich fest auf ihn drauf, in jeder hand eine Handpratze haltend und diese auf die Arme oder den Oberkörper des anderen drückend. Der unten liegende sollte jetzt zunächst versuchen, den anderen nach oben wegzudrücken und dann noch Schläge auf die Pratze zu verpassen.

Im Ernstfall mache es aber nicht viel Sinn, den Gegner in dieser Lage wegzudrücken. Im Gegenteil: Läge der andere unmittelbar auf einem drauf, sei dieser ja selbst in der Handlungsfähigkeit eingeschränkt! Besser sei es unter Umständen sogar, den anderen fest an sich heran zu ziehen, so dass der Abstand noch weiter verringert ist. Weiter geht es auch in dieser Position mit der "Bowlingkugel" - dem anderen seitlich um den Kopf herum ins Gesicht greifen, bis er sich aus der Position löst und wir freikommen. Herrlich! Was hatten mein Partner und ich einen Spaß bei dieser Übung :-D

Als unsere Kräfte beinahe aufgebraucht waren, erklärte uns Carsten noch die Post-Konflikt-Phase nach dem SC-Konzept: Nach einem Kampf empfiehlt es sich, das Krankenhaus anzurufen und die wichtigen Fragen wo, wer, was, wie zu beantworten. Anschließend sollte man sich hinsetzen und im Sitzen einen eigenen Body Check durchführen. Im Sitzen deshalb, weil man vielleicht viel Blut verloren hat und ohnmächtig zu werden droht - oder einen Schock bekommen kann, wenn man größere Verletzungen an sich feststellt und auch dann aus dem Gleichgewicht gerät und stürzt. Gut und sinnvoll ist es auch jeweils, unmittelbar nach einem Vorfall Zeugen zu sichern, damit bei einer eventuellen rechtlichen Auseinandersetzung nicht unglücklicherweise die Rollen Angreifer und Verteidiger vertauscht würden.

In der Feedbackrunde gab es ausschließlich positive Resonanz für Coach und Konzept! Einige Fragen umkreisten das Thema Notwehrrecht, welches von Carsten und auch anderen Teilnehmern zum Abschluss noch einmal intensiv beleuchtet wurde.

Für mich sind Exkurse dieser Art in andere Kampfkünste oder -systeme immer von besonderem Wert -  nicht, weil unsere Kampfkunst Karate für reale SV unzureichend wäre, sondern um eine Bestätigung dafür zu finden, dass Karate-Prinzipien eben auch bei dem Blick über den Tellerrand gültig sind und uns das regelmäßige Training optimal auf den Ernstfall vorbereitet.


Freitag, 11. März 2016

Dresden Takudai 2016 - Stichworte

Großartiges internationales Event mit Instructoren und Trainierenden der Karateverbände SKI und JKA

Instructoren:
Asano Shihan (9. Dan), Chief Instructor SKIF & SKI-GB
Nagei Shihan (8. Dan), Chief instructor SKIF Deutschland
Naka Shihan (7. Dan), JKA Manager Tokyo, Japan
Murakami Shihan (7. Dan), Chief Instructor SKIF International
Nakayama Sensei (5. Dan) JKA Trainee Instructor

Anfahrt zu viert: T und ich sowie Michi Jarchau und Thorsten Rabeneck mit uns im Auto, ebenfalls mit beim Lehrgang: Familie Freese mit Kai (Orangegurt, 12 Jahre alt), Eltern erhielten auf meine Anfrage hin ein VIP-Ticket und durften ausnahmsweise mit in die Halle.
Hotel Smetana - wie gewohnt liebevoll, aber diesmal leider rund 3,5 km bis zur Halle, die zum Ausgleich dafür aber direkt am Rand der Innenstadt lag.

In der Halle (Halle 1) rund 200 Karateka verschiedener Nationalitäten und Verbände, jung und alt und verschiedener Graduierungen. Geeint hat uns alle die Leidenschaft für Shotokan-Karate.

Naka Shihan und Nakayama Sensei begrüßten Michi Jarchau erst einmal mit Handschlag und dann freundlicher Weise auch uns :-)

Training auf Japanisch, Übersetzung ins Englische durch Natsuko Mineghishi und dann auf Deutsch durch Ryan Hayashi (Mannheim).


Tag 1:
Start um 18.30 Uhr mit Warmup durch Dresdener Karateka. Wenn ich einen Verbesserungsvorschlag hätte, dann hinsichtlich des Warmups und des Cooldowns (es gab ein Cooldown, das eigentlich eine weitere Aktivierung war). Wenn vorab von den ausrichtenden Dojos jemand abgestellt würde, der - falls Bedarf besteht - ein qualifiziertes, vorbereitendes Warmup macht und den Unterschied zwischen Warmup und Cooldown kennt, dann würde dies den Lehrgang weiter abrunden! Das gilt aber im Grunde für alle Lehrgänge.

Dann Naka für alle!
Basics:
Erdverbundenheit durch Atmung - das fängt schon bei Shizentai an: Füße zusammen, Hände an die Seite = Einatmen, Verbeugung = Ausatmen, hochkommen: Einatmen, Füße zur Seite stellen = Ausatmen
Tsukis im Stand mit Fokus auf Erdverbundenheit. Hacken in den Boden drücken.
Dann Tsukis diagonal mit Uraken (Fokus: Hüftrotation)
Tsuki diagonal re Arm nach li, mit re Arm nach re Uraken, dann Ts mit li Arm nach re, dann Ts nach vorne

Dann Tsuki und mit demselben Arm blocken (wie kürzlich erst im Training gemacht!): Soto-Uke, Age Uke, Uchi Uke
Dasselbe dann auch im Vorwärtsgehen mit ZK
7 x vorwärts und zurück langsam auf zählen
7 x vorwärts und zurück schneller auf zählen
5 vorwärts und zurück, schnell, eigene Zeit

Dann Gruppe geteilt. Oberstufe behielt Naka, Unterstufe wurde von Nakayama trainiert.

Heian Shodan "einhändig": So konzentriert man sich voll darauf, was die noch aktive Hand macht. Würde man regelmäßig so trainieren, dann könnte man sein Karate stark verbessern, da die Bewegungen bewusster würden. Danach noch Heian Nidan mit einer Hand?

Übung von vorher mit Partner:
Tori Angriff Ts Jodan, dann im Folgenden Gy Ts und Ren Ts
Uke macht die Blöcke, der letzte Tsuik wird von Uke übernommen und an die Hüfte gezogen, um Uke aus dem Gleichgewecht zu bringen, dann an die andere Hüfte und dort verdrehen und fixieren

Tekki Sandan

Wir sind zu verkfampft!
Der Tsuki geht weiter vor, wenn die Schultern locker sind!
Tsuki machen, dann Tsuki Arm fallen lassen und in großem Kreis entspannt wieder nach vorne führen: Die Faust ist jetzt eine Faustbreit weiter vorne!

Es wurde auf die wichtige und fast grundlegende Bedeutung des Uchi Uke hingewiesen:
Wieder Test Tsuki: dagegen schlagen: Der Tsuki ist schwach
Dann macht der Tsuki-Schläger vorher Uchi Uke und dann einen Tsuki: Der Tsuki ist stark!
Dasselbe mit Kage Tsuki! Dieser wird besonders gut, wenn der Ellenbogen nach dem Uchi Uke so bleibt. So auch bei Tsuki denken!
Daraus wird der Tsuki, wie wir ihn auch von Risto kennen: Schulter runter, so dass der Arm fast gebeugt wirkt!

Naka: Körperachsen - nicht rotieren, sondern schneiden, nicht nur an die Mittelachse denken, sondern auch an die linke und rechte Körperachse, dann viel schneller, am Beispiel Heian Nidan geübt, speziell den Anfang

dann noch Bassai Dai

Tag 2:

11 - 13 Uhr: Murakami Shihan
erst gemeinsam, dann übernahm er die Oberstufe und Nagai Shihan trainierte die Unterstufe

Basics:
Choko Tsuki im Stand und in Kombinationen mit Mae Geri
Dann mit halber und mit ganzer Drehung um den Tsuki Arm herum, den Arm dabei nicht sinken lassen
Dann im ZK und Drehung mit Gedan Barai, jetzt auch den Tsuki Arm stehen lassen, so dass er sich bei der Drehung quasi zur Ausholbewegung selbst aufrollt.
Dann: Standübung: ZK mit Gyaku Tsuki, vorderes Bein stehen lassen und hinters zur Seite ziehen zum KK. Dabei die Standbeine gleich lassen (gleicher Winkel).
Das dann auch mit Gyaku Tsuki und Shuto Uke, dann mit Partner/in, wobei ein Partner li vor steht im ZK und der andere mit dem rechten Bein als hinteres KK Bein seitlich direkt am Partner steht und zur rechten Seite KK macht. Dann zeitgleich wechseln und darauf achten, dass sich die aneinanderstehenden Beine nicht verändern
Ich hatte hier Natsuko Mineghishi aus Melbourne als Partnerin, eine sympathische und beeindruckende Karateka, die im zweiten Leben Opernsängerin ist! Natsuko hatte auch die ganze Zeit vom Japanischen ins Englische übersetzt.

Partner/innen-Übung:
Vorübung alleine: aus ZK li vor re Bein diagonal nach hinten re bewegen und mit li Arm Tate Shuto Uke, Gyaku Tsuki; re Bein nach hinten rechts umsetzen, so dass wir uns auch nach rechts drehen, das linke Bein aber vorne bleibt, mit li blocken Age Uke, Mae Geri; jetzt das linke Bein nach hinten links umsetzen und Block Uchi Uke, Konter Gyaku Tsuki; jetzt nochmal das linke Bein verschieben, noch weiter hinten raus gleiten und Block mit re und re vor Nagashi Uke, vorderes Bein nochmehr ran ziehen, dabei mit dem linken Arm den Gegner auf Abstand halten, dann wieder vor mit Kiba Dachi


Tag 3:
Nakayama Sensei
Basic Übungen vom Double Impact (Tsuki Und ZK Kombinationen mit Gravity)
Heian Sandan mit Bunkai - letzte Sequenz, da geht man auch tief (Gravity...)
Nagai: letzte 10 Minuten Freikampf

Donnerstag, 10. März 2016

Training bei Shihan Ochi

Kihon:
Tsuki Jodan

Sanbon Tsuki

Age uke, Mae Geri - hinten absetzen, Kizami Tsuki, Gyaku Tsuki, auch rückwärts

Uchi Uke, Kizami Mae Geri, Mae Geri - vorne absetzen mit Gy Ts

Soto Uke, umsetzen in KB mit Yoko Empi

Soto Uke, umsetzen in KB mit Yoko Empi, Tate Uraken (von unten hoch schlagen) und Yoko Uraken (seitlich geschlagen), umsetzen in ZK mit Gy Ts

KK vorwärts, vorderes Bein Mae Geri und ohne abzusetzen Mawashi Geri, dann vorne wieder absetzen und mit dem hinteren Bein Mae Geri, hinten absetzen mit Gyaku Nukite


Training bei Andi am 16.3.16:

Stabilität im Kumite - vorbereitet durch intensives Kihon.

Kumite dann speziell:

Gohon Kumite Jodan und Chudan mit jeweils Gyaku Tsuki nach dem Age Uke. Es kommt nicht auf das Treffen an, also nicht auf Biegen und Brechen den Oberkörper vorbeugen o. ä., sondern wichtiger ist Stabilität im Körper.

Beide li vor Kamae, Tori greift an Kizami Tsuki, Uke verlagert Gewicht und gleitet etwas zurück, Block mit der der offenen linken Hand nach rechts am Kopf vorbei, aber nur grade so, dass der Tsuki vorbei geht. Konter Gy Ts; dann Angriff chudan Tsuki, Uke zieht das linke Bein nach hinten links zurück, so dass er 45 Grad mit re vor steht und mit re Gedan Barai geblockt - hierbei auf korrekte Körperrotation denken und nicht den Arm verbieten (schädlich für den Ellenbogen), Gy Ts. Tori richtet sich zur Achse des Uke aus und wieder Angriff Jodan / Chudan....