Immer, wenn man meint, es geht nicht mehr, kommt eine Pyramide daher!
Mit Schmerzen in der rechten Schulter aufgewacht (kein Muskelkater...) und mich gefragt, wie ich durch die letzten beiden Tage kommen soll....wie ich meinen Pullover anziehen soll...
Zum Warmup gab es drei Pyramiden: Handballen, Knie und Hammerfaust - und fast waren die Schulterschmerzen vergessen.
Heute stand der horizontale Straßenclinch auf dem Programm - also Groundpower, wie mein Karatefreund Harald vermutlich sagen würde ;-)
1. Übung:
Fallen ohne abzuschlagen! Abschlagen ist toll, wenn man auf einem Mattenboden trainiert! Aber draußen, auf hartem Boden, ist das nicht so praktisch!
Wir sollten zunächst das Kinn zur Brust ziehen und uns dann rückwärtig auf den Po fallen lassen - totaler Panda-Style, ich musste schmunzeln bei dem Gedanken, was Torsten dazu wohl sagen würde :-)
Auf dem Boden liegend sollten wir möglichst auf die Seite rollen, damit wir auf diese Art unsere Angriffsfläche verkleinern. Jetzt das obere Bein aufstellen, das untere ablegen, aber leicht anwinkeln.
Wenn der Angreifer vor einem steht und jetzt um einen herum läuft, kann man sich rückwärts ziehen - immer so, dass man dem Angreifer nicht den Rücken zuwendet, ggf. muss man mal die Liegeseite wechseln.
Mit dem unteren, gestreckten Bein kann man den Angreifer treten - Fuß hierbei parallel zum Boden.
Vielleicht trifft man den Angreifer hierbei und kann ihn so vertreiben. Dann will man wieder aufstehen - aber wie?
2. Übung:
Aufstehen in Etappen (falls der Angreifer sich wieder nähert und einen erneut angreifen will - wenn wir in Etappen aufstehen, können wir selber entscheiden, ob wir uns ggf. wieder zu Boden fallen lassen. Das ist mit Sicherheit kontrollierter, als wenn uns der andere schmeißt.)
Zuerst zieht man aus der Seitlage heraus den unteren Arm heran und legt den Ellenbogen auf, stütz den Oberarm senkrecht, die flache Hand liegt jetzt am Boden. Jetzt dreht man den Unterarm mit der offenen Hand um eine Vierteldrehung nach hinten, dann den Unterarm aufstellen (hochdrücken). Mit dem Unterschenkel des unteren Beins "Scheibenwischer" nach hinten machen, hochdrücken und aufstehen, Zanshin halten!
3. Übung:
Wenn uns der Angreifer in der Rückenlage erwischen sollte, heben wir die Füße an und drücken damit gegen die Hüfte des Angreifers. halten ihn so auf Distanz.
4. Übung:
Der andere will zwischen die Beine dringen und beginnt, auf unseren Kopf einzuschlagen (oder in die Richtung). Wir drücken die Knie zusammen, so dass wir eine Schere bilden und klemmen den Aggressor ein. Kopf schützen! Auf fortgesetzten Druck machen wir uns ganz steif und drehen uns etwas seitlich, so dass wir mit einer Schulter aufliegen.
5. Übung:
Der Aggressor drückt die Beine auseinander und kommt doch dazwischen und geht auf die Knie zwischen unsere Beine, schlägt weiter auf uns ein. Kopf schützen! Und den anderen zu sich ran ziehen. Einen Arm greifen und quer lang ziehen, auf der anderen Seite das eigene Bein streckenund mit einem starken Hüftimpuls den anderen rüber rollen und drauf setzen.
6. Übung: wenn der andere auf einem drauf ist, den Kopf ran ziehen und Overhook (in Bodenlage ist Overhook King!). Auf die Seite legen und Hüfte seitlich rausschieben (Rausshrimpen), bis wir mit unserem Fuß auf das Knie des anderen kommen. Dann sein Bein wegschieben - wenn das nicht auf Anhieb klappt, dynamisch in Bewegung bleiben und irgendwann funktioniert es. Dann den anderen rum rollen und drauf setzen.
Danach Teach Back
Nach der Mittagspause zwei Pyramiden der besonderen Art: Handballenschlag oder Hammerschlag aus der Bodenlage - einmal hält der obere Partner die Pratzen und einmal der untere. Sehr anstrengend und anspruchsvoll, vor allem die Schläge von unten nach oben!
7. Übung
Bodenlage, der Obere sitzt auf einem drauf. Der untere zieht den oberen an sich heran, dann Overhook rechts (z. B.) mit dem linken Arm den anderen schlagen. Wenn der andere hoch/weg will, in dem Moment, wo der sich aufrichtet, den linken Arm aufstellen und den anderen rum drehen.
8. Übung
Ausgangslage wie 7. und dann um den Kopf des anderen herum greifen, Nase verbiegen, Augen treffen (Bowlingkugel), mit der anderen Hand am Kiefer unterstützen, den anderen umdrehen und wenn der seitlich liegt, den Kopf fest auf den Boden drücken, der andere sollte so auf der Seite liegen, dass er uns den Rücken zuwendet. Wir fixieren den Kopf, stehen auf und entfernen uns.
9. Übung
Wenn der andere auf einem sitzt (auf dem Bauch, also zwischen Oberkörper und unseren Beinen), dann mit einem starken Hüftimplus oder mit dem Hochreißen eines Knies den anderen nach vorne schubsen, so dass er quasi uns entgegen fällt. Er wird sich automatisch mit den Armen am Boden abstützen wollen. Das nutzen wir aus, um seine Arme zu blockieren - wir nehmen unsere Arme außen seitlich an seinen Armen hoch und klappen unsere Unterarme ein, so dass die Ellenbogen des anderen dazwischen eingeklemmt sind. Der andere kommt uns dadurch ein bisschen entgegen (runter). Jetzt einen Fuß vor ein Knie des anderen stellen und es blockieren. Jetzt Hüfte seitlich hoch (Bridge) und den Angreifer über die Seite rollen.
Wenn man dann oben sitzt und der andere uns mit seinen Beinen einklemmt, mehrfach hart in die Genitalien schlagen (der andere kann zum Schutz die beiden Pratzen davor halten).
Alternative: rechten Arm vor strecken und mit dem Finger in die Ferne zeigen, dann mit aller Wucht den Ellenbogen zurückreißen, so dass dieser auf den Oberschenkelmuskel des anderen trifft.
Der andere wird in beiden Fällen seine Beinfixierung lösen.
Grundsatz: Immer wieder versuchen, als unterer in die Gate-Position zu kommen, also so, dass wir den anderen zwischen unseren Beinen haben.
Bezeichnung der Position, wenn der andere mittig auf uns sitzt: Mount
10. Übung
Situation, wenn wir an einer Wand in Bodenlage gekommen sind - hier an einer großen Weichmatte, die an der Wand lehnt, simuliert
Wir liegen unten auf dem Boden, den Nacken/Kopf gegen die Matte, Rücken auf dem Boden, Beine gegen die Hüfte des anderen gestemmt. Der kommt näher und schlägt uns.
Wir strecken das rechte Bein unter dem anderen durch, winkeln das linke Bein so an, dass wir damit außen neben dem rechten Fuß des Angreifers knien.
Jetzt mit der linken Hand das rechte Bein des Aggressors fassen, mit der anderen Hand dazu, Gable Griff, jetzt mit dem linken Bein Scheibenwischer, hierbei den Druck am Bein des Aggressors nicht lösen, sonst kann er wieder verstärkt schlagen oder anders aktiv werden.
Jetzt aus der Hüfte hochdrücken, dabei am Bein hochziehen - superschwer. Muss ich üben, mich aus der Hüfte hochzudrücken!
Übung hierzu: ein Bein gestreckt, eins vor dem Körper eng angewinkelt, jetzt hochdrücken und hinten Scheibenwischer zum Wechseln der Beine.
Anschließend wilden Partnerwechsel bis zur totalen Erschöpfung! Habe noch viel aus dem Rückenmark funktioniert - aber meist HAT es irgendwie funktioniert! :-)
Da bei mir viele Erkenntnisse in den Anfängerschuhen stecken, habe ich von einer Zertifizierung Abstand genommen.
Somit liegen jetzt noch drei Trainingsstunden vor mir und dann werde ich wohl bei den Prüfungen unterstützen, falls erforderlich und gewünscht.
Samstag, 16. Dezember 2017
Street Combatives Erlensee - Tag 3
Für den Vormittag war das Thema Kontaktmanagement angesetzt - und ich glaube, wir waren alle ganz dankbar für diese Zäsur im Kampfmodus der Fortbildung. Sicherlich war nicht nur ich mit einem ordentlichen Muskelkater im Oberkörper aufgewacht :-)
Joe hatte in der Trainingshalle eine Präsentation aus Powerpoint und Videos vorbereitet.
Analog zu meinem fünfteiligen Eigenschutz-Konzept hat Street Combatives ein dreiteiliges System aufgestellt:
Gefahrenmanagement
Kontaktmanagement
Gewaltmanagement
Unter Gewaltmanagement versteht man z. B. die Entscheidung, nachts aus einer Frankfurter Disco als Frau nicht mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nach Hause zu fahren, sondern lieber ein Taxi zu nehmen.
Gewaltmanagement ist die "Stufe 5" meines Konzepts: der physische/technische Eigenschutz.
Kontaktmanagement setzt bereits bei der Wahrnehmung kritischer Situationen an. So lange ich noch einen großen Bogen um mir nicht geheuer erscheinende Menschen machen kann, tu ich das auch - wechsele z. B. die Straßenseite.
Natürlich gehören auch kommunikative und deeskalierende Maßnahmen zum Kontaktmanagement.
Auch Joe berichtete (wie in vorigen Kursen auch Ralf Bongartz) über den tragischen Tod Tugce Albayraks, die medial zu zivilcouragierten Heldin hochstilisiert wurde. Joe ist sicherlich durch seine berufliche Tätigkeit im Frankfurter Raum noch näher dran am Thema. So berichtete er gleich zuvor: Der Tatort war das Mc Donalds Restaurant Offenbach Kaiserlei - ein Ort, der sich schon tagsüber nicht für ein lauschiges Picknick eignet. Und nachts schon gar nicht. Was zwei minderjährige Mädchen dort alleine nachts auf der Toilette zu suchen hatten, sei zumindest verwunderlich. Wie ich schon aus Fortbildungen bei Ralf wusste, war es keinesfalls ausschließlich der nach außen propagierte tragische Todesfall einer mutigen jungen Frau. Vielmehr hatte sich hier die Gewalt im System hochgeschaukelt und es waren auf beiden Seiten Drogen im Spiel (zumindest reichlich Alkohol). Auch wenn es für den ein oder anderen verwerflich erscheint, diese tragische Situation im Nachhinein zu bewerten, und wenn jede Gewaltromantik hier fehl am Platze ist, so muss gesagt werden, dass der Todesfall gegebenen Falls hätte verhindert werden können. Dies war anhand einer Videoaufzeichung auf dem Parkplatz von Mc Donalds deutlich zu erkennen. Gegenseitige Beschimpfungen und Beleidigungen führten schließlich zu dem einen tödlichen Stoß.
Es ist immer wichtig, Situationen gut wahrzunehmen.
Visuell, akustisch oder über Nase, Zunge, Haut (die drei letzten spielen eher untergeordnete Rollen).
Wir wurden noch einmal in das Modell des Ooda Loop eingeführt: observation, orientation, decision, action - insgesamt eine Verknüpfung von Wahrnehmung und Erfahrung.
Man sollte auch im Training möglichst den Block / die Verteidigung dem Angriff anpassen und nicht umgekehrt.
ORI Loop: Observation - Recoginition - Improvisation
Improvisation geht nur mit Erfahrung. Daher ist es gut, vorher einen Plan zu haben. Die gelingt nur, wenn man vorher im Kopf vergleichbare Situationen durchgespielt hat oder wenn man kurz vor einer Gefahreneskalation schon überlegt hat, was man machen könnte. Man sollte immer gedanklich hoch einsteigen, dann hat man das Ende geplant und wird nicht von der Härte des Angriffs überrascht. Gedanklich hoch planen und in der Ausführung niedrig beginnen - das sei optimal, so Joe.
Video herald sun (Mann mit nacktem Oberkörper in U-Bahn-Station)
U-Bahn-Station Frankfurt Oper - Überfall, bei dem Senior hinter dem Angreifer her geschleift wird.
Täterinterview: Lage checken durch Ansprechen
Täter schlagen meist nur mit einem Arm, wechseln dann ggf. - beidseitige Angriffe im Wechsel sind die absolute Ausnahme! Es macht kaum Sinn, so was zu trainieren. Man sollte besser einen Weg durch die Deckung suchen und sich dann "freiballern".
In einer Klopperei geht man "zurück in die Höhle": Selbst Profiboxer nutzen Colaflaschen und Schrimfständer als "Waffen"
Nonverbale Anzeichen für Gewalt:
- grooming ("Zurechtmachen" -> Übersprungshandlung; Versuch, sich zu legitimieren; kein direkter Blickkontakt; bewusst auffällig unauffällig verhalten
- Scannen des Umfelds (Zeugen, Menschen, die dem Opfer beistehen könnten, Polizei?)
- Gewichtsverlagerung, um einen effektiven Schlag oder Tritt ausführen zu können, hier kann man ideal mit dem Cover Crash Counter einem Angriff zuvor kommen)
- Griff in die Tasche, Verbergen der Hände (Waffe holen?)
- Fäuste ballen
- durchgehendes Nichtbefolgen von Anweisungen
- Ausziehen der Kleidung
- wenn Angreifer (mindestens) zu zweit sind: taktisches Positionieren
- versteckte Kommunikation mit "Freunden" (Muttersprache Türkisch o. ä., Geheimzeichen...)
- Stimmungsschwankungen
- "aggressiv wirkende Kleidung"
- leerer Blick (Gegner schon im "Tunnel")
- gewalttätige Vita
- Brüsten -> zeigt alle verletzlichen Punkte (Adern, Kehlkopf etc.)
- Fingerzeig auf Opfer
- sichtbare, angeschwollene Adern (Blut schießt in die Muskeln)
- Atemfrequenz erhöht (Sauerstoff in den Körper pumpen)
Verbale Anzeichen:
- versteckte oder offene Drohungen ("Ich stech Dich ab!")
- offensive und beleidigende Worte
- Schreien, Kreischen
- unverständliche Aussprache
- schnelle Aussprache
Achtung: Nicht an die Sprechweise des anderen anpassen! Wenn der schnell wird, und laut, nicht auch so sprechen, sondern ruhig und möglichst mit normaler Lautstärke weiter.
Nicht beleidigen! Ggf. nur noch einsilbige Antworten geben.
Manchmal kann ein falsches Wort ausreichen. So sagte ein Polizist zu einem Aggressor, um diesen zu beruhigen: "Ey, komm runter! Das ist doch gar nicht Dein Niveau!" Der Angesprochene rastete total aus, weil er nicht wusste, was Niveau ist.
Kontaktmanagement Polizei: Als erstes Handschuhe anziehen
Es ist sinnvoll, mit einem konkreten Selbstverteidigungsplan in die Situation zu gehen - man kann dann ja reden und "runterhandeln". Das verschafft Handlungsspielräume. Wenn man so in eine Situation geht, kann man improvisieren, statt nur zu reagieren. Kopfkino kann helfen.
Wenn man unter Hochstress ist und im "Tunnel", kann man unter Umständen keine Taschenlampe oder Pistole mehr bedienen.
Vor Gericht wird häufig gestritten, welche Version wahr ist - eigentlich sind beide wahr, es kommt auf die Sichtweise an.
Systemisches Denken ist wichtig! Was löwen wir vielleicht selbst durch unser Verhalten aus?
Es macht keinen Sinn, einen Angriff zu modifizieren, um eine Abwehr zu begründen.
Praxisteil Kontaktmanagement:
Wie wir es kennen: Hände mit der offenen Handfläche nach unten zeigen lassen - aber am Besten auf Schulterhöhe, damit man sehen kann, ob der Angreifer eventuell eine Waffe zieht.
Wenn man an einer Wand steht, Hände auf Kopfhöhe und Ellenbogen eng an die Rippen.
Person nicht anfassen! Das kann Gewaltreaktion auslösen!
Wir bleiben mobil! Wir weichen nicht aus.
Kurz bevor es knallt nicht mehr reden - bzw. nur noch einsilbige Hochstatus-Befehle/Alphakommandos: "Bleiben Sie stehen!" "Stopp!" "Nicht weiter!" Wenn man zu viel versucht, zu deeskalieren und den Wechsel zum Hochstatus nicht schafft, verpasst den ersten Schlag.
Übung 1:
zu zweit, A läuft gradeaus, B kommt ihm entgegen, kurz vor der Begegnung kreuzt B den Weg von A bewusst. A nimmt die Hände hoch (Schulterhöhe) wirft kurzen Blick auf B und geht weiter. Achtung, wichtig: nach dem Passieren kurz über die Schulter blicken, ob B hinterher kommt.
Variante: B spricht A an "Haste mal Feuer", "Haste mal n Euro", "Wie spät ist es". A geht weiter ohne zu stoppen, sagt "Nein, ich rauche nicht", "Nein, hab selber kein Geld", "Nein, tut mir Leid" o. ä., wieder über die Schulter blicken
Variante: B bleibt hartnäckig an A dran, penetriert, A versucht, auszuweichen und Schleifen zu laufen. B wird lauter und aggressiver. Irgendwann muss A sich entscheiden, ob er den ersten Schlag setzt.
Variante C: B bekommt einen Kumpel zur Seite - multiple Opponenten! Diese greifen asymmetrisch an, A muss versuchen, um sie herum zu gehen oder zwischen ihnen hindurch.
Nachmittag in Schöneck in der Traktor-Garage/Scheune (mit Traktor :-))
Harter Betonboden, Enge, kalt.
Wiederholung aller bisherigen Techniken mit Partner/in, dann neue Techniken:
Single-Neck-Tie: statt Underhook wird aus dem Cover Crash Counter der rechte Arm an den Nacken des anderen geführt, dann mit Ruck nach hinten gestoßen und wieder aufgefangen, aber in einem Abstand, in dem man den Ellbogenstoß durchführen kann.
Alternative: Kopf weghalten, dann mit dem anderen Arm drumherum greifen und "Bowlingkugel" - Nase, Augen, Mund - was auch immer - greifen und ziehen.
Double-Neck-Tie: Beide Hände werden an den Hals gelegt - man kann den anderen jetzt in den Take-Down (war das so?)
Alternative: Kopf erst mit rechts halten, dann diagonal unter den linken Arm ziehen und in die Guillotine nehmen: Hände übereinander legen wie beim Beginn der Meykio und die (eigene) Hüfte durchdrücken, hochkommen.
Das übten wir dann unter höherem Impact mit dem Partner und im Anschluss mit wechselnden Partnern. Joe kritisierte, dass einige von uns nur herum standen und sich dauernd nur die Boxhandschuhe an- und auszogen, die Schuhe banden.
Als Höhepunkt des Tages griff Joe gegen Ende der Einheit in der Scheune das Thema Kontaktmanagement erneut auf: Die Gruppe bildete einen großen Kreis, zwei von uns wurden mit Helmen ausgestattet, einer bekam Boxhandschuhe an. Die zwei Aktiven wurden von zwei "Rettern" unterstützt, die z. B. immer im Blick haben sollten, ob die Helme noch sitzen etc.
Auf Kommando Break sollte sofort gestoppt werden. (Nicht Stopp, weil man sonst auf Stopp konditioniert wird und im Ernstfall ggf. auch bei Stopp aufhört, obwohl es noch weitergehen müsste).
Der mit den Boxhandschuhen sollte zuerst der Pöbler/Belästigende sein (Übung wie am Vormittag). Der andere sollte versuchen, das abzuschütteln oder im entscheidenen Moment den ersten Schlag machen, konnte auch sein, dass es sich ergibt, dass der Angreifer den ersten Schlag machte - darauf kam es wohl nicht so an. Im Kampf sollte man dann versuchen, den anderen so zu drehen, dass er mit dem Rücken zu einem steht (Rückenposition - seine "Waffen" zeigen weg, meine zeigen zu ihm).
Annika und ich kamen als letzte dran. Ich konnte zuerst meine Sicherung durchführen (Annika hatte angegriffen). Im zweiten Durchgang wurde die Szene abgebrochen, bevor wir richtig loslegten - Annika und ich wurden von unseren Helfern auseinander gerissen. Ich war total verwundert - hatte ich was falsch gemacht? Erklärung war, dass der Freund von Annika die Szene genutzt hatte, um Annika mit einem Ring zu überraschen - eine wohl standesgemäße Verlobung unter Combattanten :-)
Im Anschluss gab es Sekt und etwas zu essen, aber ich verabschiedete mich schnell, da ich zu meiner Schwester nach Seligenstadt fahren wollte, mit der ich verabredet war.
ORI Loop: Observation - Recoginition - Improvisation
Improvisation geht nur mit Erfahrung. Daher ist es gut, vorher einen Plan zu haben. Die gelingt nur, wenn man vorher im Kopf vergleichbare Situationen durchgespielt hat oder wenn man kurz vor einer Gefahreneskalation schon überlegt hat, was man machen könnte. Man sollte immer gedanklich hoch einsteigen, dann hat man das Ende geplant und wird nicht von der Härte des Angriffs überrascht. Gedanklich hoch planen und in der Ausführung niedrig beginnen - das sei optimal, so Joe.
Video herald sun (Mann mit nacktem Oberkörper in U-Bahn-Station)
U-Bahn-Station Frankfurt Oper - Überfall, bei dem Senior hinter dem Angreifer her geschleift wird.
Täterinterview: Lage checken durch Ansprechen
Täter schlagen meist nur mit einem Arm, wechseln dann ggf. - beidseitige Angriffe im Wechsel sind die absolute Ausnahme! Es macht kaum Sinn, so was zu trainieren. Man sollte besser einen Weg durch die Deckung suchen und sich dann "freiballern".
In einer Klopperei geht man "zurück in die Höhle": Selbst Profiboxer nutzen Colaflaschen und Schrimfständer als "Waffen"
Nonverbale Anzeichen für Gewalt:
- grooming ("Zurechtmachen" -> Übersprungshandlung; Versuch, sich zu legitimieren; kein direkter Blickkontakt; bewusst auffällig unauffällig verhalten
- Scannen des Umfelds (Zeugen, Menschen, die dem Opfer beistehen könnten, Polizei?)
- Gewichtsverlagerung, um einen effektiven Schlag oder Tritt ausführen zu können, hier kann man ideal mit dem Cover Crash Counter einem Angriff zuvor kommen)
- Griff in die Tasche, Verbergen der Hände (Waffe holen?)
- Fäuste ballen
- durchgehendes Nichtbefolgen von Anweisungen
- Ausziehen der Kleidung
- wenn Angreifer (mindestens) zu zweit sind: taktisches Positionieren
- versteckte Kommunikation mit "Freunden" (Muttersprache Türkisch o. ä., Geheimzeichen...)
- Stimmungsschwankungen
- "aggressiv wirkende Kleidung"
- leerer Blick (Gegner schon im "Tunnel")
- gewalttätige Vita
- Brüsten -> zeigt alle verletzlichen Punkte (Adern, Kehlkopf etc.)
- Fingerzeig auf Opfer
- sichtbare, angeschwollene Adern (Blut schießt in die Muskeln)
- Atemfrequenz erhöht (Sauerstoff in den Körper pumpen)
Verbale Anzeichen:
- versteckte oder offene Drohungen ("Ich stech Dich ab!")
- offensive und beleidigende Worte
- Schreien, Kreischen
- unverständliche Aussprache
- schnelle Aussprache
Achtung: Nicht an die Sprechweise des anderen anpassen! Wenn der schnell wird, und laut, nicht auch so sprechen, sondern ruhig und möglichst mit normaler Lautstärke weiter.
Nicht beleidigen! Ggf. nur noch einsilbige Antworten geben.
Manchmal kann ein falsches Wort ausreichen. So sagte ein Polizist zu einem Aggressor, um diesen zu beruhigen: "Ey, komm runter! Das ist doch gar nicht Dein Niveau!" Der Angesprochene rastete total aus, weil er nicht wusste, was Niveau ist.
Kontaktmanagement Polizei: Als erstes Handschuhe anziehen
Es ist sinnvoll, mit einem konkreten Selbstverteidigungsplan in die Situation zu gehen - man kann dann ja reden und "runterhandeln". Das verschafft Handlungsspielräume. Wenn man so in eine Situation geht, kann man improvisieren, statt nur zu reagieren. Kopfkino kann helfen.
Wenn man unter Hochstress ist und im "Tunnel", kann man unter Umständen keine Taschenlampe oder Pistole mehr bedienen.
Vor Gericht wird häufig gestritten, welche Version wahr ist - eigentlich sind beide wahr, es kommt auf die Sichtweise an.
Systemisches Denken ist wichtig! Was löwen wir vielleicht selbst durch unser Verhalten aus?
Es macht keinen Sinn, einen Angriff zu modifizieren, um eine Abwehr zu begründen.
Praxisteil Kontaktmanagement:
Wie wir es kennen: Hände mit der offenen Handfläche nach unten zeigen lassen - aber am Besten auf Schulterhöhe, damit man sehen kann, ob der Angreifer eventuell eine Waffe zieht.
Wenn man an einer Wand steht, Hände auf Kopfhöhe und Ellenbogen eng an die Rippen.
Person nicht anfassen! Das kann Gewaltreaktion auslösen!
Wir bleiben mobil! Wir weichen nicht aus.
Kurz bevor es knallt nicht mehr reden - bzw. nur noch einsilbige Hochstatus-Befehle/Alphakommandos: "Bleiben Sie stehen!" "Stopp!" "Nicht weiter!" Wenn man zu viel versucht, zu deeskalieren und den Wechsel zum Hochstatus nicht schafft, verpasst den ersten Schlag.
Übung 1:
zu zweit, A läuft gradeaus, B kommt ihm entgegen, kurz vor der Begegnung kreuzt B den Weg von A bewusst. A nimmt die Hände hoch (Schulterhöhe) wirft kurzen Blick auf B und geht weiter. Achtung, wichtig: nach dem Passieren kurz über die Schulter blicken, ob B hinterher kommt.
Variante: B spricht A an "Haste mal Feuer", "Haste mal n Euro", "Wie spät ist es". A geht weiter ohne zu stoppen, sagt "Nein, ich rauche nicht", "Nein, hab selber kein Geld", "Nein, tut mir Leid" o. ä., wieder über die Schulter blicken
Variante: B bleibt hartnäckig an A dran, penetriert, A versucht, auszuweichen und Schleifen zu laufen. B wird lauter und aggressiver. Irgendwann muss A sich entscheiden, ob er den ersten Schlag setzt.
Variante C: B bekommt einen Kumpel zur Seite - multiple Opponenten! Diese greifen asymmetrisch an, A muss versuchen, um sie herum zu gehen oder zwischen ihnen hindurch.
Nachmittag in Schöneck in der Traktor-Garage/Scheune (mit Traktor :-))
Harter Betonboden, Enge, kalt.
Wiederholung aller bisherigen Techniken mit Partner/in, dann neue Techniken:
Single-Neck-Tie: statt Underhook wird aus dem Cover Crash Counter der rechte Arm an den Nacken des anderen geführt, dann mit Ruck nach hinten gestoßen und wieder aufgefangen, aber in einem Abstand, in dem man den Ellbogenstoß durchführen kann.
Alternative: Kopf weghalten, dann mit dem anderen Arm drumherum greifen und "Bowlingkugel" - Nase, Augen, Mund - was auch immer - greifen und ziehen.
Double-Neck-Tie: Beide Hände werden an den Hals gelegt - man kann den anderen jetzt in den Take-Down (war das so?)
Alternative: Kopf erst mit rechts halten, dann diagonal unter den linken Arm ziehen und in die Guillotine nehmen: Hände übereinander legen wie beim Beginn der Meykio und die (eigene) Hüfte durchdrücken, hochkommen.
Das übten wir dann unter höherem Impact mit dem Partner und im Anschluss mit wechselnden Partnern. Joe kritisierte, dass einige von uns nur herum standen und sich dauernd nur die Boxhandschuhe an- und auszogen, die Schuhe banden.
Als Höhepunkt des Tages griff Joe gegen Ende der Einheit in der Scheune das Thema Kontaktmanagement erneut auf: Die Gruppe bildete einen großen Kreis, zwei von uns wurden mit Helmen ausgestattet, einer bekam Boxhandschuhe an. Die zwei Aktiven wurden von zwei "Rettern" unterstützt, die z. B. immer im Blick haben sollten, ob die Helme noch sitzen etc.
Auf Kommando Break sollte sofort gestoppt werden. (Nicht Stopp, weil man sonst auf Stopp konditioniert wird und im Ernstfall ggf. auch bei Stopp aufhört, obwohl es noch weitergehen müsste).
Der mit den Boxhandschuhen sollte zuerst der Pöbler/Belästigende sein (Übung wie am Vormittag). Der andere sollte versuchen, das abzuschütteln oder im entscheidenen Moment den ersten Schlag machen, konnte auch sein, dass es sich ergibt, dass der Angreifer den ersten Schlag machte - darauf kam es wohl nicht so an. Im Kampf sollte man dann versuchen, den anderen so zu drehen, dass er mit dem Rücken zu einem steht (Rückenposition - seine "Waffen" zeigen weg, meine zeigen zu ihm).
Annika und ich kamen als letzte dran. Ich konnte zuerst meine Sicherung durchführen (Annika hatte angegriffen). Im zweiten Durchgang wurde die Szene abgebrochen, bevor wir richtig loslegten - Annika und ich wurden von unseren Helfern auseinander gerissen. Ich war total verwundert - hatte ich was falsch gemacht? Erklärung war, dass der Freund von Annika die Szene genutzt hatte, um Annika mit einem Ring zu überraschen - eine wohl standesgemäße Verlobung unter Combattanten :-)
Im Anschluss gab es Sekt und etwas zu essen, aber ich verabschiedete mich schnell, da ich zu meiner Schwester nach Seligenstadt fahren wollte, mit der ich verabredet war.
Donnerstag, 14. Dezember 2017
Street Combatives Erlensee 2017 - Tag 2
Der heutige Tag wurde als "der schlimmste" angekündigt! Volles Rohr Körperarbeit!
Wir starteten zum Warmup mit drei "Pyramiden": Handstoß nach vorne, Hammerfaust und Slab. Bei der Hammerfaust spürte ich wieder einen Schmerz in Höhe kleiner Finger/hintere Handhälfte und die war jetzt auch richtig dick! Eine Kurz-Diagnose von zwei der mittrainierenden Ärzte beruhigte mich aber: kein größerer Schaden, nur eine Vene geplatzt oder so, wird sicher blau, aber sonst nicht zu beachten. (Wurde tatsächlich nicht schlimmer und ist jetzt fast weg).
Der Slab fällt mir immer noch schwer - ob ich den nochmal lerne? Ich denke, der widerspricht so jedem Karate-Prinzip, welches wir im Moment verfolgen, vielleicht würde es am ehesten in die Asai-Richtung fallen mit den großen, peitschenartigen Armbewegungen....
Es ging dann weiter mit neuen Übungen (für mich zum Teil Wiederholungen aus dem Seminar mit Carsten bei uns im Frühjahr):
1. Counter-Block: "Helmet" - wie schon beim Seminar mit Carsten bei uns den linken Arm ganz eng seitlich an den Kopf drücken, die Hand hinterm Hinterkopf verschränken, rechte Hand fasst jetzt linkes Handgelenk und rechter Ellbogen wird eng um die Stirn- und Augenpartie gezogen - vielleicht sieht man nix mehr, aber das ist in der Situation eigentlich egal und schützt zudem noch die Augen. Joe wies noch als weitere Vorbereitung darauf hin, dass vor dem Positionieren der Arme das Kinn zur Brust und die Schultern hochgezogen werden müssen.
Der Vorteil am Helmet gegenüber anderen Blöcken oder Schutzhaltungen ist, dass der Kopf in dieser Position bei einem Schlag von vorne nicht nach hinten schleudern kann. Beim Einwand "aber es könnte ja ein Aufwärtsschlag kommen, der die Zähne trifft" sei zu entgegnen, dass das nur ein "Strukturschaden" sein, der nicht so schlimm ausfiele wie eine Bewusstseinstrübung durch ein Schleudertrauma.
2. Angreifer hat Boxhandschuhe an den Fäusten, Verteidiger steht in Deeskalations-Pose; Angreifer greift an mit rechts, linken Handschuh zum Schutz vor dem Brustkorb;
beim Angriff geht der Verteidiger mit "Helmet" vor (Cover Crash Counter) und verkürzt die Distanz. Dann wird der Unterarm, der sich nahe am Hals des Angreifers befindet, "ausgeklappt", so dass durch den Druck des senkrecht auf die Schulterpartie des Angreifenden aufsetzende Oberarm Druck auf den Schulterbereich des Angreifers ausgeübt wird.
Es kann jetzt sein, dass beide Kontrahenten gleichermaßen Druck ausüben - Folge wird sein, dass sich beide im Kreis drehen. Dies gilt es zu unterbrechen. Hier soll man versuchen, die Ruhe zu bewahren und ein "Kreiseln" zu verhindern - das könnte nämlich einen Sturz zur Folge haben.
Im Folgenden soll versucht werden, einen Fuß seitlich nach hinten auszustellen, damit der "Kreislauf" unterbrochen wird.
3. Kniestoß (Hiza Geri) gegen quer gehaltene große Pratze (mit Partner/in) - Kniestoß in die Leiste, nicht in die Genitalien, da dies häufig nicht den erhofften Erfolg hat. Der Stoß in die Leiste hat allein schon physikalischen Effekt - der Getroffene knickt schlicht und ergreifend ein. Zur Vorbereitung soll der Gegner mit beiden Händen an einer Schulter gefasst werden (an der Seite, bei der auch die Leiste getroffen werden soll). Meine Partnerin und ich waren uns nicht einig, ob der Oberkörper des zu Treffenden dabei nach vorne-unten gezogen werden soll. Ich meinte: ja, sie: nein. Viele der anderen Teilnehmenden hatten auch den Oberkörper runtergezogen - bzw. zu sich rangezogen und das Knie reingeschraubt.
Es war Joe egal, ob man das tretende Bein vorne oder hinten absetzt. Beim Absetzen vorne hat man sicher noch mehr Druck - als Gegenargument höre er oft, der andere könne das Bein festhalten. Aber das sei ein schwaches Argument! Einmal sei das unwahrscheinlich, wenn der Stoß gut war und zum anderen könne auch ein zurückgezogenes Bein festgehalten werden, da es nicht so weit zurück gezogen wird, dass der andere gar nicht mehr dran komme.
Im Anschluss gabs ne Pyramide Kniestöße - aus der Ausgangsposition (Füße parallel) - die meisten anderen TN hatten das tretende Bein hinten.
4. Kombination aus Counter Block und Kneelift: "Angreifer" ist diesmal passiv und steht mit einer großen Pratze vor dem Brustkorb, Verteidiger rammt mit Helmet in die große Pratze, dann beide Arme auf die rechte Schulter des Angreifers legen (Arme nicht strecken) und Druck auf die Schulterpartie ausüben. Beide üben Druck aus und es beginnt vermutlich eine Drehbewegung. Der "Verteidiger" stellt jetzt ein Bein seitlich aus, so dass der Dreh unterbrochen wird und der Angreifer sich neu ausrichten muss. In dem Moment hebt der Verteidiger das Knie und führt Kneelift aus (der "Angreifer" muss vorher die Pratze tiefer nehmen, so dass das Knie auf die Pratze trifft).
Passt der Verteidiger nicht auf und führt den Kneelift in einem Moment aus, in dem der Angreifer noch drückt, kann es passieren, dass beide - oder vor allem auch der Verteidiger - das Gleichgewicht verlieren / verliert. Das gilt es zu vermeiden, darum ist es wichtig, dass man erst wartet, bis der Angreifer keinen aktiven Druck mehr ausübt. Ggf. muss man das seitliche Ausstellen des Beines vorher nochmal wiederholen.
5. Übung 4 wird ausgebaut: Angriff jetzt nicht mehr "passiv", sondern zunächst durch Schlag mit rechts mit Boxhandschuhen - Helmet, Druck auf Schulter, Bein ausstellen, Kneelift. Nach dem Kneelift, bei dem meiner Meinung nach ja der Oberkörper des Angreifers herangezogen wird, wird der Angreifer im Nacken am Kragen gepackt, ggf. folgt noch ein Schlag in den Nacken. Dann wird der Angreifer auf der Stelle zu Boden gezogen. Nicht im Kreis ziehen wie in den Budo-Künsten! Das kann man machen, wenn man viel Platz hat! Man kann aber besser erstmal die Dinge so üben, als habe man wenig Platz, dann kann man sich auch auf engem Raum verteidigen. Groß werden kann man von alleine. Es ist hier besser, von klein zu groß zu denken.
6. Underhook is King!
Angriff wie 4 und 5. Verteidiger: Helmet und rein in den Verteidiger - Druck auf die Schulter wie unter 2. beschrieben. Jetzt den linken Arm (bei Angriff mit rechts und Stoß auf die rechte Schulter des Angreifers) unter der Achsel des Angreifers herschieben, so dass der Ellenbogen ganz eng an den Rippen des Angreifers liegt. Der rechte Arm des Angreifers wird so kontrolliert - nicht blockiert! Der Angreifer könnte so z. B. nicht mehr zu eigenen Waffen oder Waffen des Verteidigers greifen, ohne dass das bemerkt würde.
Wie oben beschrieben mit dem rechten Bein ausbrechen und Kneelift.
Dann mit der linken offenen Hand (kommt ja unter der Achsel des Gegners) nach oben in die andere Hand schlagen (Gable-Griff, benannt nach dem Ringer Gable).
Jetzt den anderen ruckartig ziehen, damit er aus dem Gleichgewicht kommt. Dann massiv zu Boden ziehen, ggf. zweimal ziehen. Leicht diagonal ziehen, aber nicht kreisförmig. Bei diagonalem Zug kommt der Angreifer direkt auf dem Bauch zu liegen. Ggf. mit Knie am Boden fixieren.
Nach dem Mittag: zwei Zehner-Pyramiden Kneelift und Slab
7. Angriff durch Schlag mit rechts, Counter Block, Unterhook mit links, Druck auf Schulter, Kopf seitlich an Hals des Angreifers drücken. Der Angreifer bleibt aktiv und boxt mit dem linken Arm gegen die Rippen des Verteidigers. Das gilt es zu stoppen! Wir setzen mit der rechten Hand oben an der Schulter an und lassen die rechte Hand den Arm entlang bis zur schlagenden Hand rutschen (ist schwierig, wenn der Angreifer Boxhandschuhe trägt! Aber in der Realität ist das ja selten der Fall :-) ). Meist reicht schon der Druck, wenn die Hand etwa bis zum Ellenbogen gerutscht ist. Wichtig: Den fixierenden Arm komplett strecken, so dass der schlagende Arm nicht durch Muskelkraft runtergedrückt wird, sondern durch die Optimierung der Gelenkstellung!
Weiter von da aus mit Kneelift, Gable-Griff und zu-Boden-Reißen
8. Underhook II: Angriff mit rechts, Counter Block, Unterhook mit links, ..... ???
9. Overhook: Angriff wie vor, Counter Block, dann geht der linke Arm des Verteidigers von oben über die linke Schulter des Angreifers. Angreifer schlägt wie vor gegen die Rippen, Arm fixieren wie vor, runter rutschen. Jetzt auch den Overhook langsam runterrutschen lassen. Dann kann der Verteidiger - hier ist ein schneller Wechsel wichtig - den Schlag-Arm des Angreifers loslassen und schnell an den linken Oberarm des Verteidigers greifen und diesen mit Wucht nach rechts (aus Sicht des Verteidigers) schieben, Druck an den Körper des Angreifers. Jetzt die rechte Hüfte an die Leiste des Angreifers schieben - der linke Arm des Angreifers liegt jetzt diagonal vor dessen Körper und quasi zwischen den beiden Kontrahenten. Mit der linken Hand kann der Verteidiger jetzt den Angreifer um die Hüfte greifen und ihn umdrehen, so dass dieser jetzt mit dem Rücken vor dem Verteidiger steht.
All das gabs dann noch mit vielen Partnrewechseln und zum Ende noch ne Pyramide.
Puh! Tag zwei abgehakt!
Wir starteten zum Warmup mit drei "Pyramiden": Handstoß nach vorne, Hammerfaust und Slab. Bei der Hammerfaust spürte ich wieder einen Schmerz in Höhe kleiner Finger/hintere Handhälfte und die war jetzt auch richtig dick! Eine Kurz-Diagnose von zwei der mittrainierenden Ärzte beruhigte mich aber: kein größerer Schaden, nur eine Vene geplatzt oder so, wird sicher blau, aber sonst nicht zu beachten. (Wurde tatsächlich nicht schlimmer und ist jetzt fast weg).
Der Slab fällt mir immer noch schwer - ob ich den nochmal lerne? Ich denke, der widerspricht so jedem Karate-Prinzip, welches wir im Moment verfolgen, vielleicht würde es am ehesten in die Asai-Richtung fallen mit den großen, peitschenartigen Armbewegungen....
Es ging dann weiter mit neuen Übungen (für mich zum Teil Wiederholungen aus dem Seminar mit Carsten bei uns im Frühjahr):
1. Counter-Block: "Helmet" - wie schon beim Seminar mit Carsten bei uns den linken Arm ganz eng seitlich an den Kopf drücken, die Hand hinterm Hinterkopf verschränken, rechte Hand fasst jetzt linkes Handgelenk und rechter Ellbogen wird eng um die Stirn- und Augenpartie gezogen - vielleicht sieht man nix mehr, aber das ist in der Situation eigentlich egal und schützt zudem noch die Augen. Joe wies noch als weitere Vorbereitung darauf hin, dass vor dem Positionieren der Arme das Kinn zur Brust und die Schultern hochgezogen werden müssen.
Der Vorteil am Helmet gegenüber anderen Blöcken oder Schutzhaltungen ist, dass der Kopf in dieser Position bei einem Schlag von vorne nicht nach hinten schleudern kann. Beim Einwand "aber es könnte ja ein Aufwärtsschlag kommen, der die Zähne trifft" sei zu entgegnen, dass das nur ein "Strukturschaden" sein, der nicht so schlimm ausfiele wie eine Bewusstseinstrübung durch ein Schleudertrauma.
2. Angreifer hat Boxhandschuhe an den Fäusten, Verteidiger steht in Deeskalations-Pose; Angreifer greift an mit rechts, linken Handschuh zum Schutz vor dem Brustkorb;
beim Angriff geht der Verteidiger mit "Helmet" vor (Cover Crash Counter) und verkürzt die Distanz. Dann wird der Unterarm, der sich nahe am Hals des Angreifers befindet, "ausgeklappt", so dass durch den Druck des senkrecht auf die Schulterpartie des Angreifenden aufsetzende Oberarm Druck auf den Schulterbereich des Angreifers ausgeübt wird.
Es kann jetzt sein, dass beide Kontrahenten gleichermaßen Druck ausüben - Folge wird sein, dass sich beide im Kreis drehen. Dies gilt es zu unterbrechen. Hier soll man versuchen, die Ruhe zu bewahren und ein "Kreiseln" zu verhindern - das könnte nämlich einen Sturz zur Folge haben.
Im Folgenden soll versucht werden, einen Fuß seitlich nach hinten auszustellen, damit der "Kreislauf" unterbrochen wird.
3. Kniestoß (Hiza Geri) gegen quer gehaltene große Pratze (mit Partner/in) - Kniestoß in die Leiste, nicht in die Genitalien, da dies häufig nicht den erhofften Erfolg hat. Der Stoß in die Leiste hat allein schon physikalischen Effekt - der Getroffene knickt schlicht und ergreifend ein. Zur Vorbereitung soll der Gegner mit beiden Händen an einer Schulter gefasst werden (an der Seite, bei der auch die Leiste getroffen werden soll). Meine Partnerin und ich waren uns nicht einig, ob der Oberkörper des zu Treffenden dabei nach vorne-unten gezogen werden soll. Ich meinte: ja, sie: nein. Viele der anderen Teilnehmenden hatten auch den Oberkörper runtergezogen - bzw. zu sich rangezogen und das Knie reingeschraubt.
Es war Joe egal, ob man das tretende Bein vorne oder hinten absetzt. Beim Absetzen vorne hat man sicher noch mehr Druck - als Gegenargument höre er oft, der andere könne das Bein festhalten. Aber das sei ein schwaches Argument! Einmal sei das unwahrscheinlich, wenn der Stoß gut war und zum anderen könne auch ein zurückgezogenes Bein festgehalten werden, da es nicht so weit zurück gezogen wird, dass der andere gar nicht mehr dran komme.
Im Anschluss gabs ne Pyramide Kniestöße - aus der Ausgangsposition (Füße parallel) - die meisten anderen TN hatten das tretende Bein hinten.
4. Kombination aus Counter Block und Kneelift: "Angreifer" ist diesmal passiv und steht mit einer großen Pratze vor dem Brustkorb, Verteidiger rammt mit Helmet in die große Pratze, dann beide Arme auf die rechte Schulter des Angreifers legen (Arme nicht strecken) und Druck auf die Schulterpartie ausüben. Beide üben Druck aus und es beginnt vermutlich eine Drehbewegung. Der "Verteidiger" stellt jetzt ein Bein seitlich aus, so dass der Dreh unterbrochen wird und der Angreifer sich neu ausrichten muss. In dem Moment hebt der Verteidiger das Knie und führt Kneelift aus (der "Angreifer" muss vorher die Pratze tiefer nehmen, so dass das Knie auf die Pratze trifft).
Passt der Verteidiger nicht auf und führt den Kneelift in einem Moment aus, in dem der Angreifer noch drückt, kann es passieren, dass beide - oder vor allem auch der Verteidiger - das Gleichgewicht verlieren / verliert. Das gilt es zu vermeiden, darum ist es wichtig, dass man erst wartet, bis der Angreifer keinen aktiven Druck mehr ausübt. Ggf. muss man das seitliche Ausstellen des Beines vorher nochmal wiederholen.
5. Übung 4 wird ausgebaut: Angriff jetzt nicht mehr "passiv", sondern zunächst durch Schlag mit rechts mit Boxhandschuhen - Helmet, Druck auf Schulter, Bein ausstellen, Kneelift. Nach dem Kneelift, bei dem meiner Meinung nach ja der Oberkörper des Angreifers herangezogen wird, wird der Angreifer im Nacken am Kragen gepackt, ggf. folgt noch ein Schlag in den Nacken. Dann wird der Angreifer auf der Stelle zu Boden gezogen. Nicht im Kreis ziehen wie in den Budo-Künsten! Das kann man machen, wenn man viel Platz hat! Man kann aber besser erstmal die Dinge so üben, als habe man wenig Platz, dann kann man sich auch auf engem Raum verteidigen. Groß werden kann man von alleine. Es ist hier besser, von klein zu groß zu denken.
6. Underhook is King!
Angriff wie 4 und 5. Verteidiger: Helmet und rein in den Verteidiger - Druck auf die Schulter wie unter 2. beschrieben. Jetzt den linken Arm (bei Angriff mit rechts und Stoß auf die rechte Schulter des Angreifers) unter der Achsel des Angreifers herschieben, so dass der Ellenbogen ganz eng an den Rippen des Angreifers liegt. Der rechte Arm des Angreifers wird so kontrolliert - nicht blockiert! Der Angreifer könnte so z. B. nicht mehr zu eigenen Waffen oder Waffen des Verteidigers greifen, ohne dass das bemerkt würde.
Wie oben beschrieben mit dem rechten Bein ausbrechen und Kneelift.
Dann mit der linken offenen Hand (kommt ja unter der Achsel des Gegners) nach oben in die andere Hand schlagen (Gable-Griff, benannt nach dem Ringer Gable).
Jetzt den anderen ruckartig ziehen, damit er aus dem Gleichgewicht kommt. Dann massiv zu Boden ziehen, ggf. zweimal ziehen. Leicht diagonal ziehen, aber nicht kreisförmig. Bei diagonalem Zug kommt der Angreifer direkt auf dem Bauch zu liegen. Ggf. mit Knie am Boden fixieren.
Nach dem Mittag: zwei Zehner-Pyramiden Kneelift und Slab
7. Angriff durch Schlag mit rechts, Counter Block, Unterhook mit links, Druck auf Schulter, Kopf seitlich an Hals des Angreifers drücken. Der Angreifer bleibt aktiv und boxt mit dem linken Arm gegen die Rippen des Verteidigers. Das gilt es zu stoppen! Wir setzen mit der rechten Hand oben an der Schulter an und lassen die rechte Hand den Arm entlang bis zur schlagenden Hand rutschen (ist schwierig, wenn der Angreifer Boxhandschuhe trägt! Aber in der Realität ist das ja selten der Fall :-) ). Meist reicht schon der Druck, wenn die Hand etwa bis zum Ellenbogen gerutscht ist. Wichtig: Den fixierenden Arm komplett strecken, so dass der schlagende Arm nicht durch Muskelkraft runtergedrückt wird, sondern durch die Optimierung der Gelenkstellung!
Weiter von da aus mit Kneelift, Gable-Griff und zu-Boden-Reißen
8. Underhook II: Angriff mit rechts, Counter Block, Unterhook mit links, ..... ???
9. Overhook: Angriff wie vor, Counter Block, dann geht der linke Arm des Verteidigers von oben über die linke Schulter des Angreifers. Angreifer schlägt wie vor gegen die Rippen, Arm fixieren wie vor, runter rutschen. Jetzt auch den Overhook langsam runterrutschen lassen. Dann kann der Verteidiger - hier ist ein schneller Wechsel wichtig - den Schlag-Arm des Angreifers loslassen und schnell an den linken Oberarm des Verteidigers greifen und diesen mit Wucht nach rechts (aus Sicht des Verteidigers) schieben, Druck an den Körper des Angreifers. Jetzt die rechte Hüfte an die Leiste des Angreifers schieben - der linke Arm des Angreifers liegt jetzt diagonal vor dessen Körper und quasi zwischen den beiden Kontrahenten. Mit der linken Hand kann der Verteidiger jetzt den Angreifer um die Hüfte greifen und ihn umdrehen, so dass dieser jetzt mit dem Rücken vor dem Verteidiger steht.
All das gabs dann noch mit vielen Partnrewechseln und zum Ende noch ne Pyramide.
Puh! Tag zwei abgehakt!
Labels:
Cover Crash Counter,
Kniestoß,
Overhook,
Street Combatives,
Underhook
Street Combatives 2017 - Fünf Tage in Erlensee - Tag eins
Technik:
Am ersten Tag übten wir im Wesentlichen vier Techniken:
1. Schlag mit der flachen Handfläche diagonal nach vorne (grob: ähnlich wie Gyaku Tsuk, Abweichungen siehe bei der Detailbeschreibung)
2. Ellbogenstoß (mit der Spitze des Ellenbogens treffen, nicht mit dem Unterarm)
3. Hammerfaust
4. Slab (eine Art Ohrfeige und für mich persönlich die schwierigste Technik)
Die Trainings waren durchweg so aufgebaut, dass man zunächst eine Basisvariante der jeweiligen Technik trainiert und dann isoliert je mit rechts und links die einzelne Technik unter Berücksichtigung der Besonderheiten einübt.
Als nächstes gab es dann Kombinationen - Mehrfachausübungen einer Technik oder Kombinationen aus mehreren Techniken - der Pratzenhalter gibt durch verschiedene Distanzen oder Halte-Positionen die Wahl der Technik vor.
Im Anschluss oder auch mal zwischendurch konnte es vorkommen, dass wir "Pyramiden"-Training ausführen sollten: je abwechselnd mit rechts und links zunächst eine Technik, dann zwei .... bis 10 - bei falscher oder zu schwacher Ausführung muss der Schlag wiederholt werden!
Zum Tagesabschluss gab es drei Pyramiden pro Person (den Slab durften wir gnädiger Weise weglassen): Handflächenstoß, Ellbogenstoß und Hammerfaust. Joe erklärte den bezeichnenden Unterschied zwischen Schlagen und Stoßen: Ein Stoß geht grade nach vorne, ein Schlag kann auch rund kommen.
Zwischen den Trainingssequenzen gab es vor kurzen Pausen (es gab auch eine längere Mittagspause von einer Stunde) Gruppen-Diskussionen bzw. Zusammenfassungen der wesentlichen Trainingsinhalte: Zu sechst oder acht fanden wir uns zusammen und eine/r von uns begann, eine Technik aus dem letzten Block zu erklären. Andere griffen Themen auf, korrigierten ggf. oder ergänzten, dann übernahm ein anderer ein neues Thema und beschrieb dies.
Am Ende des Tages zeigte uns Joe noch einige Hilfsmittel zur Technikoptimierung:
- zu dritt zusammen, einer hält die Pratze, ein zweiter hält einen kleinen Reifen in etwa 20 cm Abstand vor die Pratze, der Dritte schlägt durch den Ring, ohne ihn zu berühren, auf die Pratze.
- zu dritt zusammen, wie oben und zudem noch zwei dieser Ringe auf dem Boden nebeneinander und berührend (wie eine Acht), Schlagender steht mit je einem Bein in einem Ring und darf diesen beim Schlag nicht verlassen.
- zu viert zusammen, wie zweite Übung und zudem noch ein kurzes Gummiband am Handgelenk des Schlagenden befestigt, der Vierte steht seitlich schräg hinter dem Schlagenden oder direkt daneben und hält das Gummi fest - Gummis in drei Farben, je nach Stärke des Schlagenden. Gummi verrutscht, muss dann nachjustiert werden.
1. Schlag mit der flachen Handfläche diagonal auf die Pratze. Dabei den Körperschwerpunkt diagonal nach vorne verlagern - beim Schlag mit rechts also die Achse leicht nach links verschieben, so dass der Kopf über dem linken Fuß steht, rechte Schulter mit nach vorne bringen, rechter Fuß kann ruhig hoch gehen. Das Prinzip der Kraftübertragung erfolgt eher durch das nach vorne Fallen, als durch den Druck aus der hinteren Ferse nach vorne (wie z. B. beim Gyaku Tsuki). Also eher durch das Ausnutzen der Schwerkraft und Fliehkraft (der Schlag an sich). Auf die Deckung achten: Hände deeskalierend vor den Körper vor dem Schlag und anschließend wieder dorthin zurück. Pratzenhalter hält Pratze seitlich vom Kopf, mit der anderen Pratzenhand den Ellbogen unterstützen. Schlagernder schaut auf die Pratze (nicht ins Gesicht des Schlagenden).
Zunächst mit Coach Dominik geübt, der mir viele Tipps gegeben hat, später mit Annika, außer mir die einzig weitere Frau am Start - etwa halb so schwer wie ich und halb so alt, aber mit ordentlich Bumms! :-)
2. Ellbogenschlag: Paralleler Stand oder einen Fuß vorgesetzt (Schlag in diesem Fall mit dem hinteren Ellenbogen). Hände deeskalierend vor den Körper - Ellenbogen halbkreisförmig vor bringen, so dass er mit der Spitze an die Pratze stößt - der Impact ist nicht so imposant wie beim Handflächenschlag, aber die Wirkung sei gleichwohl effektiv, so Joe. Die geöffnete Hand des stoßenden Arms wird über die andere Schulter geführt (wie beim Anschnallen im Auto) - der Kopf/Kehlkopf ist dabei geschützt. Andere Hand zur Deckung oben lassen. Auch beim Ellbogenstoß darauf achten, dass man mit dem Körper die Achse verlässt und nach vorne "fällt". Pratzenhalter muss nah am Schlagenden stehen, Pratze auf Kopfhöhe senkrecht halten.
3. Hammerfaust: Start mit erhobenem Arm, der Ellenbogen bildet die höchste Stelle, die Hand geöffnet (weil man bei geöffneter Hand den Ellenbogen höher ziehen kann, als wenn bei geschlossener Faust die Muskulatur im Arm angespannt ist), der Körper ist seitlich ausgedreht; jetzt als erstes den Ellenbogen runterklappen, so dass dieser an den Rippen entlang nach unten zeigt. den Körperschwerpunkt senken und mit der Faust frontal nach unten schlagen, als wolle man einen Eisenpflock in den Boden rammen. Achtung: Nicht auf Hals und Kopf schlagen - kann tödlich sein! Schlag auf Rücken, auch mehrfach, sinnvoller. Wichtiger Tipp für meine Trainings: Der Pratzenhalter hält zwei Pratzen übereinander "gestapelt" - dann ist der Schlag erträglicher.
4. Slab: Mit der offenen Hand und gestrecktem Arm kreisförmig von außen gegen die seitlich gehaltene Pratze schlagen. Der Ellenbogen muss parallel zum Boden bleiben, darf nicht sinken. Körper wird eingedreht.
Je erschöpfter man wird, desto mehr schmerzen die Arme und desto mehr schlägt man aus der Rumpfmuskulatur heraus.
Am ersten Tag übten wir im Wesentlichen vier Techniken:
1. Schlag mit der flachen Handfläche diagonal nach vorne (grob: ähnlich wie Gyaku Tsuk, Abweichungen siehe bei der Detailbeschreibung)
2. Ellbogenstoß (mit der Spitze des Ellenbogens treffen, nicht mit dem Unterarm)
3. Hammerfaust
4. Slab (eine Art Ohrfeige und für mich persönlich die schwierigste Technik)
Die Trainings waren durchweg so aufgebaut, dass man zunächst eine Basisvariante der jeweiligen Technik trainiert und dann isoliert je mit rechts und links die einzelne Technik unter Berücksichtigung der Besonderheiten einübt.
Als nächstes gab es dann Kombinationen - Mehrfachausübungen einer Technik oder Kombinationen aus mehreren Techniken - der Pratzenhalter gibt durch verschiedene Distanzen oder Halte-Positionen die Wahl der Technik vor.
Im Anschluss oder auch mal zwischendurch konnte es vorkommen, dass wir "Pyramiden"-Training ausführen sollten: je abwechselnd mit rechts und links zunächst eine Technik, dann zwei .... bis 10 - bei falscher oder zu schwacher Ausführung muss der Schlag wiederholt werden!
Zum Tagesabschluss gab es drei Pyramiden pro Person (den Slab durften wir gnädiger Weise weglassen): Handflächenstoß, Ellbogenstoß und Hammerfaust. Joe erklärte den bezeichnenden Unterschied zwischen Schlagen und Stoßen: Ein Stoß geht grade nach vorne, ein Schlag kann auch rund kommen.
Zwischen den Trainingssequenzen gab es vor kurzen Pausen (es gab auch eine längere Mittagspause von einer Stunde) Gruppen-Diskussionen bzw. Zusammenfassungen der wesentlichen Trainingsinhalte: Zu sechst oder acht fanden wir uns zusammen und eine/r von uns begann, eine Technik aus dem letzten Block zu erklären. Andere griffen Themen auf, korrigierten ggf. oder ergänzten, dann übernahm ein anderer ein neues Thema und beschrieb dies.
Am Ende des Tages zeigte uns Joe noch einige Hilfsmittel zur Technikoptimierung:
- zu dritt zusammen, einer hält die Pratze, ein zweiter hält einen kleinen Reifen in etwa 20 cm Abstand vor die Pratze, der Dritte schlägt durch den Ring, ohne ihn zu berühren, auf die Pratze.
- zu dritt zusammen, wie oben und zudem noch zwei dieser Ringe auf dem Boden nebeneinander und berührend (wie eine Acht), Schlagender steht mit je einem Bein in einem Ring und darf diesen beim Schlag nicht verlassen.
- zu viert zusammen, wie zweite Übung und zudem noch ein kurzes Gummiband am Handgelenk des Schlagenden befestigt, der Vierte steht seitlich schräg hinter dem Schlagenden oder direkt daneben und hält das Gummi fest - Gummis in drei Farben, je nach Stärke des Schlagenden. Gummi verrutscht, muss dann nachjustiert werden.
1. Schlag mit der flachen Handfläche diagonal auf die Pratze. Dabei den Körperschwerpunkt diagonal nach vorne verlagern - beim Schlag mit rechts also die Achse leicht nach links verschieben, so dass der Kopf über dem linken Fuß steht, rechte Schulter mit nach vorne bringen, rechter Fuß kann ruhig hoch gehen. Das Prinzip der Kraftübertragung erfolgt eher durch das nach vorne Fallen, als durch den Druck aus der hinteren Ferse nach vorne (wie z. B. beim Gyaku Tsuki). Also eher durch das Ausnutzen der Schwerkraft und Fliehkraft (der Schlag an sich). Auf die Deckung achten: Hände deeskalierend vor den Körper vor dem Schlag und anschließend wieder dorthin zurück. Pratzenhalter hält Pratze seitlich vom Kopf, mit der anderen Pratzenhand den Ellbogen unterstützen. Schlagernder schaut auf die Pratze (nicht ins Gesicht des Schlagenden).
Zunächst mit Coach Dominik geübt, der mir viele Tipps gegeben hat, später mit Annika, außer mir die einzig weitere Frau am Start - etwa halb so schwer wie ich und halb so alt, aber mit ordentlich Bumms! :-)
2. Ellbogenschlag: Paralleler Stand oder einen Fuß vorgesetzt (Schlag in diesem Fall mit dem hinteren Ellenbogen). Hände deeskalierend vor den Körper - Ellenbogen halbkreisförmig vor bringen, so dass er mit der Spitze an die Pratze stößt - der Impact ist nicht so imposant wie beim Handflächenschlag, aber die Wirkung sei gleichwohl effektiv, so Joe. Die geöffnete Hand des stoßenden Arms wird über die andere Schulter geführt (wie beim Anschnallen im Auto) - der Kopf/Kehlkopf ist dabei geschützt. Andere Hand zur Deckung oben lassen. Auch beim Ellbogenstoß darauf achten, dass man mit dem Körper die Achse verlässt und nach vorne "fällt". Pratzenhalter muss nah am Schlagenden stehen, Pratze auf Kopfhöhe senkrecht halten.
3. Hammerfaust: Start mit erhobenem Arm, der Ellenbogen bildet die höchste Stelle, die Hand geöffnet (weil man bei geöffneter Hand den Ellenbogen höher ziehen kann, als wenn bei geschlossener Faust die Muskulatur im Arm angespannt ist), der Körper ist seitlich ausgedreht; jetzt als erstes den Ellenbogen runterklappen, so dass dieser an den Rippen entlang nach unten zeigt. den Körperschwerpunkt senken und mit der Faust frontal nach unten schlagen, als wolle man einen Eisenpflock in den Boden rammen. Achtung: Nicht auf Hals und Kopf schlagen - kann tödlich sein! Schlag auf Rücken, auch mehrfach, sinnvoller. Wichtiger Tipp für meine Trainings: Der Pratzenhalter hält zwei Pratzen übereinander "gestapelt" - dann ist der Schlag erträglicher.
4. Slab: Mit der offenen Hand und gestrecktem Arm kreisförmig von außen gegen die seitlich gehaltene Pratze schlagen. Der Ellenbogen muss parallel zum Boden bleiben, darf nicht sinken. Körper wird eingedreht.
Je erschöpfter man wird, desto mehr schmerzen die Arme und desto mehr schlägt man aus der Rumpfmuskulatur heraus.
Mittwoch, 22. November 2017
- Entwurf - Karate mit mehr Effektivität II
Rotation und Kompression
Im ersten Teil dieses Blog-Themas hatte ich Bodenkraft und Schwerkraft als Quelle für Stärke
und Dynamik von Karatetechniken beschrieben.
Zwei weitere Ideen, besonders viel Kraft für die eine finale
Ippon-Technik zu generieren sind Körperdrehung und Kompression des Körpers.
I. Rotation
1. Hüftrotation
Zur Körperdrehung fällt natürlich gleich als erstes die Hüftdrehung ein, die wir ja bereits im Anfängerbereich erklärt bekommen, als Grüngurt in unserer Stilrichtung vertiefen und spätestens als Danträger beherrschen sollten.
Häufige hier gemachte Fehler zeugen zumeist aus der Übungsweise der "alten Schule": Vor rund 30 Jahren, als ich mit dem Karatetraining begonnen hatte, hieß es zur Stellung Zenkutsu Dachi z. B. noch: hinteres Bein durchstrecken - sowohl bei Hüftstellung Hanmi, als auch bei Shomen. Die Hüftrotation wurde mir so erklärt, dass ich bei Hanmi-Stellung die Oberschenkel außen anspannen sollte und bei Shomen innen. Das vordere Knie sollte leicht nach außen gedrückt sein, so dass ein Lot, wenn es von der Außenseite des Knies herabfiele, außen neben der Fußkante landen würde. Vielleicht wurde nur mir das so erklärt oder nur ich habe es so falsch verstanden - allerdings habe ich auch beim Lehrgang der BAE in Bünde einige Karateka in etwa meinem Alter gesehen, die die Stellung so eingenommen hatten (also mit Knie nach außen). Wenn jetzt bei zwingend gestrecktem hinterem Bein die Hüfte gedreht wird, ist nicht nur der Radius relativ klein - zumindest bei mir stellten ich nach längerem Üben Schmerzen im Hüftbereich ein. Vielleicht eine Ursache für die vielen Hüftschäden bei Karateka meiner Generation?
Risto Kiiskilä Sensei erklärte mir erstmals eine sinnvolle Ausführung der Hüftrotation: Durch seine Metapher "die Hüfte liegt im Oberschenkel" prägte er seinen Schülerinnen und Schülern ein für die meisten vermutlich neues Bewegungsmuster ein. Hierbei ist das hintere Bein eben nicht voll durchgestreckt, sondern ermöglicht ein gewisses Maß an Spiel. Bei der Ausdrehung der Hüfte in die Hanmi-Stellung wird nun der Oberschenkel in der Form nach außen gedreht, dass die Vorderseite des Schenkels zur Seite zeigt. Unterschenkel und Knie bleiben möglichst in der ursprünglichen Position. Durch diese Variante der Hüftrotation wird der Bewegungsradius erheblich vergrößert. Zudem schont diese Ausführung die Hüftgelenke (ein Orthopäde oder Physiotherapeut kann sicher genauer erklären, warum das so ist, ich habe jedenfalls das Gefühl, dass die Knochen im Gelenk bei dieser Dreh-Variante nicht aneinander reiben - bei der "alten" Version schon).
Durch Druck der Ferse in den Boden wird anschließend nacheinander Kraft übertragen auf Fußgelenk, Knie, Hüfte, Wirbelsäule, Schulter und Ellenbogen, bis die Faust ins Ziel trifft. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Muskulatur der Oberschenkelinnenseiten die "Leiste schließt". Seit ich selber ein bisschen in der Karatewelt herumgekommen bin und mich von vielen verschiedene Senseis inspirieren ließ, habe ich diese Ausführung inzwischen auch wiederholt erklärt bekommen - vor allem auch von Naka Sensei, Okuma Sensei, André Bertel Sensei. Vielleicht ist es einfach auch so, dass Anfang der 1970er Jahre, als Karate sich in Westeuropa etablierte, im Training nicht viel "rumgeschnackt", sprich: erklärt wurde, sondern einfach vom Sensei abgeguckt und nachgemacht wurde. Das ein oder andere Detail bleibt dabei vermutlich einfach auf der Strecke.
Häufige Fehler, die auch bei dieser Ausführung noch gemacht werden können sind folgende: Das Bein wird hinten doch noch durchgestreckt (entweder aus alter Gewohnheit oder weil es noch nicht ausreichend geübt ist). Die Hüfte ist beim Schließen schief (bei mir leider häufig zu beobachten). Beim Eindrehen der Hüfte wird zwar der hintere Beckenknochen nach vorne, fälschlicherweise aber der vordere Beckenknochen nach hinten gezogen, so dass Druck und Energie verloren gehen und Distanz fehlt. Ein ähnlich negativer Effekt tritt ein, wenn das Becken nach Schließen der Leiste nicht hochgekippt ist und das Gesäß dabei nach hinten herausragt. Häufig ist auch zu beobachten, dass das vordere Knie beim Eindrehen der Hüfte nach innen fällt.
Ich kann mich noch gut erinnern, als beim Gasshuku 2012 in Konstanz der japanische Sensei Ogata in der Schwarzgurt-Trainingsgruppe diese Variante der Hüftrotation erklärte - vor allem bei der Erklärung, dass das hintere Bein nicht ganz durchgestreckt werden dürfe, erklang empörter Protest aus den Reihen der höheren Dan-Träger: Hatte man doch jahrzehntelang so trainiert! Das könne doch nicht sein, dass jetzt alles anders ist! Vermutet wird allerdings, dass schlichtweg ein Übersetzungsfehler dazu geführt hat, dass wir Europäer oder vielleicht auch nur Karateka in Deutschland zur falschen Ausführung geführt hat.
Durch die beschriebene Variante der Hüftrotation und der Anspannung der Muskulatur in als Kettenreaktion, in der Ferse beginnend und in der Faust explodierend ist eine enorme Kraftübertragung möglich.
2. Rotation des Oberkörpers
1. Hüftrotation
Zur Körperdrehung fällt natürlich gleich als erstes die Hüftdrehung ein, die wir ja bereits im Anfängerbereich erklärt bekommen, als Grüngurt in unserer Stilrichtung vertiefen und spätestens als Danträger beherrschen sollten.
Häufige hier gemachte Fehler zeugen zumeist aus der Übungsweise der "alten Schule": Vor rund 30 Jahren, als ich mit dem Karatetraining begonnen hatte, hieß es zur Stellung Zenkutsu Dachi z. B. noch: hinteres Bein durchstrecken - sowohl bei Hüftstellung Hanmi, als auch bei Shomen. Die Hüftrotation wurde mir so erklärt, dass ich bei Hanmi-Stellung die Oberschenkel außen anspannen sollte und bei Shomen innen. Das vordere Knie sollte leicht nach außen gedrückt sein, so dass ein Lot, wenn es von der Außenseite des Knies herabfiele, außen neben der Fußkante landen würde. Vielleicht wurde nur mir das so erklärt oder nur ich habe es so falsch verstanden - allerdings habe ich auch beim Lehrgang der BAE in Bünde einige Karateka in etwa meinem Alter gesehen, die die Stellung so eingenommen hatten (also mit Knie nach außen). Wenn jetzt bei zwingend gestrecktem hinterem Bein die Hüfte gedreht wird, ist nicht nur der Radius relativ klein - zumindest bei mir stellten ich nach längerem Üben Schmerzen im Hüftbereich ein. Vielleicht eine Ursache für die vielen Hüftschäden bei Karateka meiner Generation?
Risto Kiiskilä Sensei erklärte mir erstmals eine sinnvolle Ausführung der Hüftrotation: Durch seine Metapher "die Hüfte liegt im Oberschenkel" prägte er seinen Schülerinnen und Schülern ein für die meisten vermutlich neues Bewegungsmuster ein. Hierbei ist das hintere Bein eben nicht voll durchgestreckt, sondern ermöglicht ein gewisses Maß an Spiel. Bei der Ausdrehung der Hüfte in die Hanmi-Stellung wird nun der Oberschenkel in der Form nach außen gedreht, dass die Vorderseite des Schenkels zur Seite zeigt. Unterschenkel und Knie bleiben möglichst in der ursprünglichen Position. Durch diese Variante der Hüftrotation wird der Bewegungsradius erheblich vergrößert. Zudem schont diese Ausführung die Hüftgelenke (ein Orthopäde oder Physiotherapeut kann sicher genauer erklären, warum das so ist, ich habe jedenfalls das Gefühl, dass die Knochen im Gelenk bei dieser Dreh-Variante nicht aneinander reiben - bei der "alten" Version schon).
Durch Druck der Ferse in den Boden wird anschließend nacheinander Kraft übertragen auf Fußgelenk, Knie, Hüfte, Wirbelsäule, Schulter und Ellenbogen, bis die Faust ins Ziel trifft. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Muskulatur der Oberschenkelinnenseiten die "Leiste schließt". Seit ich selber ein bisschen in der Karatewelt herumgekommen bin und mich von vielen verschiedene Senseis inspirieren ließ, habe ich diese Ausführung inzwischen auch wiederholt erklärt bekommen - vor allem auch von Naka Sensei, Okuma Sensei, André Bertel Sensei. Vielleicht ist es einfach auch so, dass Anfang der 1970er Jahre, als Karate sich in Westeuropa etablierte, im Training nicht viel "rumgeschnackt", sprich: erklärt wurde, sondern einfach vom Sensei abgeguckt und nachgemacht wurde. Das ein oder andere Detail bleibt dabei vermutlich einfach auf der Strecke.
Häufige Fehler, die auch bei dieser Ausführung noch gemacht werden können sind folgende: Das Bein wird hinten doch noch durchgestreckt (entweder aus alter Gewohnheit oder weil es noch nicht ausreichend geübt ist). Die Hüfte ist beim Schließen schief (bei mir leider häufig zu beobachten). Beim Eindrehen der Hüfte wird zwar der hintere Beckenknochen nach vorne, fälschlicherweise aber der vordere Beckenknochen nach hinten gezogen, so dass Druck und Energie verloren gehen und Distanz fehlt. Ein ähnlich negativer Effekt tritt ein, wenn das Becken nach Schließen der Leiste nicht hochgekippt ist und das Gesäß dabei nach hinten herausragt. Häufig ist auch zu beobachten, dass das vordere Knie beim Eindrehen der Hüfte nach innen fällt.
Ich kann mich noch gut erinnern, als beim Gasshuku 2012 in Konstanz der japanische Sensei Ogata in der Schwarzgurt-Trainingsgruppe diese Variante der Hüftrotation erklärte - vor allem bei der Erklärung, dass das hintere Bein nicht ganz durchgestreckt werden dürfe, erklang empörter Protest aus den Reihen der höheren Dan-Träger: Hatte man doch jahrzehntelang so trainiert! Das könne doch nicht sein, dass jetzt alles anders ist! Vermutet wird allerdings, dass schlichtweg ein Übersetzungsfehler dazu geführt hat, dass wir Europäer oder vielleicht auch nur Karateka in Deutschland zur falschen Ausführung geführt hat.
Durch die beschriebene Variante der Hüftrotation und der Anspannung der Muskulatur in als Kettenreaktion, in der Ferse beginnend und in der Faust explodierend ist eine enorme Kraftübertragung möglich.
2. Rotation des Oberkörpers
Rotation des Oberkörpers unterstützt Dynamik, allerdings
sollte der Oberkörper auch unabhängig von der Hüfte gedreht werden können
(Risto-Übungen). Beim überlaufendnen Gyaku Tsuki par exccellence! Begnadeter
Körper, mit der Schulter reden vor und zurück
Yahara-Style / Malcolm Dorfman Sensei: Compression by hip
rotation – Beim Hikite wird die Hüfte noch um einiges mehr nach hinten
abgedreht – Risto würde vielleicht sagen, das sei gegen die Bewegung. Als Übung
alle Male interessant!
- Joint
Compression" = Hierbei wird - z. B. bei Blocktechniken - der vordere
Fuß ein Stück weit rangezogen und der Körper auf der Stelle in allen
Gelenken bis zum Maximum komprimiert, so dass eine extreme Vorspannung
entsteht, die bei der Auflösung ein Höchstmaß an Kraft freisetzt.
- "Compression
by body rotation" = ein Ausnutzen der Zentrifugalkraft durch
schnelles und starkes Verdrehen des Oberkörpers
Dienstag, 21. November 2017
Gemeinsamkeiten suchen
Anlässlich eines Vorkommens in dem Panda-Training (Kinder von 4-6), bei dem ein asiatischer Junge ausgegrenzt wurde, hatte ich überlegt, das Thema Herkunft zu thematisieren und aufkommendem Rassismus so entgegen zu wirken.
Die Mutter eines Panda-Mädchens (sie kommt selber aus der Mongolei) schlug vor, lieber Gemeinsamkeiten zu suchen, statt Unterschiede zu finden. Eigentlich hatte ich auch nicht vor, Unterschiede aufzuzeigen mit meiner Herkunft-Übung, aber ihre Ansprache machte mich dennoch nachdenklich und ließ mich überlegen, was man zum Thema Gemeinsamkeiten machen könnte.
In er nächsten Stunde forderte ich die Kinder auf, im Kreis um ein Spielfeld zu laufen. Ich würde dann eine Aufgabe stellen und der Aufgabe entsprechend müssten dann die Kinder, die sie lösen könnten oder auf die die beschriebenen Attribute zuträfen, in die Kreismitte kommen.
Die erste "Aufgabe" bzw. Ansage lautete:
"Wer eine Nase hat, muss in den Kreis kommen." Dann weiter:
"Wer Haare auf dem Kopf hat, muss in den Kreis kommen."
"Wer auf einem Bein hüpfen kann...."
"Wer schonmal Angst hatte......" (meist erzählen die Kinder dann ganz aufgeregt, wovor sie Angst haben - Monster, Tiger, Löwen, Dunkelheit ... ist zum Teil ganz spannend und vielleicht kann man das ein oder andere spontan aufgreifen)
"Wer einen Bruder hat....."
"....eine Schwester....."
"....ein Haustier...."
"Wer schon mal etwas Mutiges getan hat, geht in den Kreis." Auch das kann gerne thematisiert werden - bei den anderen Themen wie Haustier, Bruder, Schwester etc., sollte man Diskussionen und Reinrufen ("Mein Hund heißt Jo und der ist sooooo süß!") schnell unterbinden.
Die Mutter eines Panda-Mädchens (sie kommt selber aus der Mongolei) schlug vor, lieber Gemeinsamkeiten zu suchen, statt Unterschiede zu finden. Eigentlich hatte ich auch nicht vor, Unterschiede aufzuzeigen mit meiner Herkunft-Übung, aber ihre Ansprache machte mich dennoch nachdenklich und ließ mich überlegen, was man zum Thema Gemeinsamkeiten machen könnte.
In er nächsten Stunde forderte ich die Kinder auf, im Kreis um ein Spielfeld zu laufen. Ich würde dann eine Aufgabe stellen und der Aufgabe entsprechend müssten dann die Kinder, die sie lösen könnten oder auf die die beschriebenen Attribute zuträfen, in die Kreismitte kommen.
Die erste "Aufgabe" bzw. Ansage lautete:
"Wer eine Nase hat, muss in den Kreis kommen." Dann weiter:
"Wer Haare auf dem Kopf hat, muss in den Kreis kommen."
"Wer auf einem Bein hüpfen kann...."
"Wer schonmal Angst hatte......" (meist erzählen die Kinder dann ganz aufgeregt, wovor sie Angst haben - Monster, Tiger, Löwen, Dunkelheit ... ist zum Teil ganz spannend und vielleicht kann man das ein oder andere spontan aufgreifen)
"Wer einen Bruder hat....."
"....eine Schwester....."
"....ein Haustier...."
"Wer schon mal etwas Mutiges getan hat, geht in den Kreis." Auch das kann gerne thematisiert werden - bei den anderen Themen wie Haustier, Bruder, Schwester etc., sollte man Diskussionen und Reinrufen ("Mein Hund heißt Jo und der ist sooooo süß!") schnell unterbinden.
Dienstag, 31. Oktober 2017
Karate mit mehr Effektivität
Karate mit mehr Effektivität
Anlässlich
der Bitte, außerhalb des eigenen Dojos einen Karatekurs unter den Aspekten
„Kraft, Geschwindigkeit und Dynamik“ zu
geben, mache ich mir Gedanken zu diesen Themen. Meine Notizen erheben selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und so und freue ich mich über jedes Feedback!
I. Vorbereitung – muskuläre und
koordinative Voraussetzungen schaffen
Kraft-
und Ausdauertraining sowie Flexibilitätsübungen sollten vor allem im
Anfängerbereich jedes Karatetraining begleiten und umschließen. Hierzu
empfehlen sich neben klassischer Übungen wie Liegestütz, Situps etc.
karatespezifische Bewegungselemente.
Übung: Elemente aus dem Power Pack
Am
Anfang vermutlich eines jeden Karatelebens / Karatetrainings stehen wohl eher
statische, kantige Bewegungen, um den Körper auf Karate vorzubereiten, Kraft zu generieren, Muskeln zu bilden,
die Grund-Ausführung sowie die Endpositionen isolierter Techniken zu
verstehen: „So und so wird ein Tsuki ausgeführt, so ein Age Uke, ein Soto Uke
oder auch ein Zenkutsu Dachi, Kokotsu Dachi etc. Bei uns im Shotokan werden die Karate-Stände, zudem anfangs ziemlich
lang und tief ausgeführt, damit die
Muskulatur gebildet, der Körper vorbereitet wird.
Übung: Tsuki im Heiko Dachi
Übung: Mae Geri im Heisoku Dachi
Anfänger
spannen die Muskulatur im Regelfall bei der Ausführung einer Technik noch
ziemlich lange an – auch dies zur Bildung der Muskulatur und auch zum Schutz
der Gelenke, die bei unkontrolliert ausgeführten Stoß- oder Schnappbewegungen
Schaden nehmen könnten. Mit der Zeit soll es ermöglicht werden, nur ganz kurz
und „auf den Punkt“ zu stoßen, treten, treffen, also den Moment der maximalen
Kraftausübung zu minimieren. Die Trefferwirkung wird so vielleicht weniger
„bombastisch“, aber dafür mehr ex- oder vielmehr „implosiv“.
Durch
das Treffen „auf den Punkt“ mit der maximalen Anspannung in einem kurzen Moment
werden zudem die eigenen Energiereserven geschont: Da der Körper nur kurz die
maximale Kraft aufwenden muss, wird er nicht so schnell erschöpft. Kombiniert
mit der richtigen Atmung kann man länger wehrhaft bleiben, als bei
unkontrolliert und untrainiert andauernd ausgeübter Stärke und Kraft.
Übung: Tsuki im Heiko Dachi – wie vor,
dann schneller, dann schnell und stark
Übung: Mae Geri im Heisoku Dachi – wie
vor, dann schneller, dann schnell und stark
Um
eine Auseinandersetzung mit einem Trainingspartner/einer Trainingspartnerin zu
ermöglichen, Formenläufe zu erlernen, sich im Raum zu bewegen, werden
verschiedene Bewegungsläufe und Schrittfolgen eingeübt. Im Anfängerbereich muss
hier zunächst die Koordination von Armen und Beinen gewährleistet werden. Anschließend
kann am optimalen Einsatz derselben gearbeitet werden. Durch meinen
hochgeschätzten Sensei Risto Kiiskilä weiß ich ja, dass „am Standbein zu
stoppen eine Sünde“ wäre und man z. B. bei der Vorwärtsbewegung im Zenkutsu Dachi
das hintere Bein fließend am (vorderen) Standbein vorbei ziehen muss.
Durch
das Strecken des hinteren Beins erfährt die Technik dann einen Kraft- und
Energieschub nach vorne. Im Folgenden sollte es ermöglicht werden, Knie und
Ellenbogen gleichzeitig zu bewegen, so dass der Arm z. B. nicht erst lange nach
dem Absetzen des Fußes ins Ziel kommt und nur noch der Arm schlägt.
Übung basic: ZK auf drei Zeiten –
fließend am Standbein vorbei
Übung plus: ZK auf drei Zeiten, bei
Zeit drei Fokus auf deutlichen Abdruck vom hinteren Bein
II. Geschwindigkeit generieren
Hierzu
ist es wichtig, die Kraftübertragung zu beschleunigen – die Kraft dadurch vielleicht sogar zu potenzieren. Auch
hierfür müssen Muskulatur und Gelenke gut trainiert sein – es soll ja
gewährleistet sein, dass trotz schneller Bewegung am Ende kurz eine optimale
Anspannung des Körpers gewährleistet ist und dass der eigene Körper keinen Schaden nimmt. Darum ist es wichtig, Bewegungen
zunächst langsam und akkurat auszuführen und erst anschließend schneller zu
werden.
Neben
der eigenen Muskelkraft kann man weitere Energiequellen nutzen, die die eigene
Kraft unterstützen bzw. auch für größere Geschwindigkeit sorgen können:
1. Schwerkraft – die Schwerkraft ist
immer da – sie umgibt uns ständig und kann uns bei der Beschleunigung unserer Karatetechniken unterstützen. Statt uns aktiv durch Aufwendung von
Muskelkraft bewegen zu müssen, können wir versuchen, die Schwerkraft einen Teil
der Aufgabe übernehmen zu lassen.
Übung basic: Aus dem ZK über das
vordere Knie nach vorne „fallen“ und dadurch schneller werden
Übung basic / Alternative: Hammerfaust
mit Partner an der Pratze
Übung: Kriri Kaeshi mit Tsuku im ZK –
dabei Schwerpunkt vorne lassen
Übung plus: Wendung auf dem vorderen
Bein wie in der Kata Gankaku li vor KK mit Gyaku Tsuki um 180 Grad in KB re vor mit
Gedan Barei
2. Bodenkraft - Wenn bei der
Schwerkraft die Kraft genutzt wird, die von oben nach unten fällt, können wir
im zweiten Aspekt, der Bodenkraft, Energie aus dem Boden - also quasi von unten nach oben - schöpfen.
Hierbei ist es jetzt wichtig, dass wir im Kihon gut gearbeitet, den
Körper gut vorbereitet haben. Wer z. B. trainiert hat, die Techniken und Bewegungen mit gutem Fersenkontakt zum Boden auszuüben, hat jetzt Vorteile, da er dadurch ein hohes Kraftpotenzial generieren kann. Durch
guten Bodenkontakt können Techniken
geerdet und stabilisiert werden. Techniken aus dem "Herumhüpfen" im reinen
Sport- oder Wettkampfkarate sehen zwar athletisch aus, ihnen mangelt es aber
meist an Kraft und Effektivität.
Übung basic: Tsuki im Heiko Dachi – erst ohne
Vorgabe, dann mit Fokus auf den Verlauf der Technik: Der Tsuki beginnt in der
Ferse, Kraftverlauf über Fuß- und Kniegelenk, Hüfte, Rücken, Schulter,
Ellenbogen bis in die Faust.
3. Innenspannung bei Tachi Waza: Fortgeschrittene
Karateka sollten darauf achten, bei
Karateständen eine Innenspannung aufzubauen. Dies ist im Anfängerbereich
sehr schwer, vor allem, bei Ständen, bei denen die Knie grundsätzlich eine
Außenausrichtung haben (Kokotsu Dachi, Kiba Dachi). Hier sollte man zunächst
darauf achten, dass die Knie nicht aktiv nach außen gedrückt werden (wie man es
z. B. vor 30 Jahren zuweilen noch vermittelt bekam). Die Knie sollten vielmehr
grade über die Fußspitzen geschoben werden. Auf diese Weise werden auch Bänder
und Gelenke geschont.
Wenn
es den vermutlich eher fortgeschrittenen Karateka gelingt, auch bei diesen
Stellungen zusätzlich durch Muskelkraft und Gelenkstellung eine Innenspannung zu generieren
(selbstverständlich ohne die Knie nach innen fallen zu lassen), dann
komprimiert sich die Kraft aus dem Boden und sorgt für mehr Stabilität und
stärkere Techniken.
Übung basic: Zenkutsu Dachi mit
Hüftdrehung, bei Hüftstellung Shomen werden die Oberschenkel fest zusammen
gezogen. Bei der Hüftrotation darauf achten, dass das beim hinteren Bein der
Oberschenkel ausgedreht ist, während Knie und Unterschenkel die Richtung bei
behalten.
Übung plus: selbe Übung, aber auch bei
Hanmi-Hüftstellung darauf achten, dass zwar die Hüfte ausgedreht, eine
Innenspannung in den Oberschenkeln aber bestehen bleibt
Übung plus / Alternative: Innenspannung
auch bei Kokotsu Dachi und Kiba Dachi
III: Dynamik für explosive Techniken
Dynamik ist laut Wikipedia "eine von Kräften erzeugte Bewegung", "voll innerer Bewegung", "mit schneller Veränderung", "mit Tatendrang, voller Energie, etwas zu vollbringen".
Dynamik ist laut Wikipedia "eine von Kräften erzeugte Bewegung", "voll innerer Bewegung", "mit schneller Veränderung", "mit Tatendrang, voller Energie, etwas zu vollbringen".
Eine Karatetechnik generiert Dynamik demnach durch
Bewegung, Kraft und Geschwindigkeit, gestützt von Entschlossenheit und
unbedingtem Tatendrang. Wenn wir die Dynamik unserer Techniken steigern wollen,
um diese noch effektiver zu machen, müssen wir all diese Komponenten ausbauen.
Während
Anfänger die Kraftübertragung „auf den Punkt“ meist noch so umsetzen, dass sie
versuchen, die Muskulatur möglichst vieler Körperbereiche gleichzeitig
anzuspannen, sollten Fortgeschrittene versuchen, die Muskelketten wie in einem
Domino-Effekt nacheinander zu aktivieren.
Bei
der Anspannung aller Muskeln in einem Moment wird die Kraftausübung eher im
eigenen Körper verwirklicht – was im Anfängerbereich durchaus noch Sinn macht,
da wir ja hier noch die Voraussetzungen für kraftvolle Techniken erarbeiten
müssen. Auf Dauer sollte ein Karateka aber in der Lage sein, Muskulatur und
Gelenke der Reihe nach zu aktivieren mit dem Effekt, dass die Kraft sich über
den End- und Trefferpunkt der Körpers (z. B. die Faust) weiterbewegt und tief
in den gegnerischen Körper eindringt. Mit zunehmender Trainingserfahrung muss für
einen effektiven Schlag immer weniger Muskelkraft aktiv generiert werden, im
Optimalfall kann der Körper so eingesetzt werden, dass ein Großteil der Kraft
schon durch eine optimale Gelenkstellung übertragen wird.
Übung basic: Hüft-Rotation im ZK mit
Gyaku Tsuki, Fokus auf Kraftaufbau durch Aktivierung der einzelnen Muskelketten
und Gelenke von der Ferse über Kniegelenk, Hüfte, Rücken, Schulter, Ellenbogen,
Faust
Übung plus: zu zweit zusammen, einer
führt Choko Tsuki aus, der andere Partner drückt frontal gegen die Faust des
Tsuki – bleibt der Druck bestehen? Im weiteren Verlauf der Übung führt der
erste zunächst Uchi Uke aus, streckt dann den Unterarm zum Tsuki. Wieder
Kontrolle durch den Partner – Druck nach vorne vorhanden?
Ergebnis
sollte sein, dass bei der zweiten Ausführung der Druck wesentlich stärker ist –
obwohl keine erhöhte Muskelkraft aufgewandt wurde – es hat sich nur die
Gelenkstellung verändert!
IV. Mentales Training
Tatendrang
und Entschlossenheit? Ja, genau! Eine
wirksame Karatetechnik muss mit Tatendrang und entschlossen durchgeführt
werden, denn „Halbherzigkeit ist der Tod“, wie schon mein erster Sensei Jochen
Glaß sagte, dem ich die Basis meines Karatelebens verdanke! Natürlich ist es unumgänglich, neu zu erlernende Techniken oder
Technikabfolgen oder Techniken zu Beginn einer neuen Übung mit einem neuen
Partner/einer neuen Partnerin umsichtig auszuführen. Andernfalls ist kein
Lernerfolg zu erzielen und die Verletzungsgefahr (die eigene und die des
Trainingspartners/der Trainingspartnerin) wäre zu groß. Mit Fortschreiten der
Übung muss aber die Intensität und Entschlossenheit der Technikausführung
maximal gesteigert werden.
Genau
so, wie sich die körperliche Kraft durch spezielles Krafttraining üben lässt,
so lassen sich auch Entschlossenheit und Tatendrang trainieren – hierfür
ist es unumgänglich, sich mit einem oder mehreren Trainingspartnern immer
wieder intensiv in „unbequeme“ und kritische Trainingssituationen zu begeben.
Wer immer nur in seinem Wohlfühl-Bereich trainiert, wird diese Entschlossenheit
kaum erreichen können.
Zudem
lässt sich Entschlossenheit durch mentales Training, durch „Kopfkino“
generieren: Sich reale Selbstverteidigungssituationen vorstellen oder
Wettkampfszenen – und dann mehrfach oder regelmäßig im Geiste durchgehen.
Weitere
Übungsmöglichkeiten:
Jiyu
Ippon Kumite: beim Konter kommt die Faust vor dem Absetzen des Beines (Dynamik)
Kihon
Ippon Kumite: Angriff mit Tsuki - Block Te Osae Uke
-
zunächst im ZK, ohne weitere Vorgabe, dann
Konter
-
dann Block im KB, Gewicht tief sinken lassen
(Bodenkraft)
Wenden auf der Ferse (Bodenkraft) bei Mawate und großen Wendungen
Wenden auf der Ferse (Bodenkraft) bei Mawate und großen Wendungen
Abonnieren
Posts (Atom)
