Montag, 26. März 2007
Es wird schon wieder früh dunkel!
Gehts euch auch so? Auf dem Weg zum Training oder anschließend zurück nach Hause fällt einem plötzlich auf: Mensch, jetzt ists schon wieder dunkel, wenn man nach Hause fährt oder sogar schon auf dem Hinweg zum Dojo! Oder: Vor ein paar Wochen war es noch sooo heiß, und jetzt braucht man schon ne Jacke - bibber!!! Meist merkt man über längere Zeit gar keine Veränderung, aber plötzlich ist irgendwas anders. Ebenso gehts mir im Training: Wochenlang renne ich regelmäßig ins Dojo, umziehen, angrüßen, Tsuki über Tsuki, immer schön ans Hikite denken, tief stehen, hinterer Fuss, Hüfteinsatz, Blickwendung, nochmal und nochmal und immer wieder Khion, Kata, Kumite. Und wieder vom Trainer kritisiert, und wieder dasselbe falsch! Das gibts doch nicht! Hey, aber Vorsicht! Jetzt bloss nicht den Spaß an der Sache verlieren und zu verbissen werden! Da wird doch jetzt nicht gleich der Gi an den Nagel gehängt! Mittlerweile weiß ich, dass es nach es einigen Trainingseinheiten, bei oder nach denen ich mich echt be....scheiden fühle, es wieder ein kleines Stückchen voran geht! Ganz schleichend - so, wie es langsam draußen wieder Frühling wird!
Brief an Risto - Lehrgang in Münster 2003
Lieber Risto,
nachdem ich letztes Jahr zum ersten Mal bei dir trainiert habe und auch beim Gasshuku deine Einheit nicht versäumt habe, bin ich beim diesjährigen Lehrgang in Münster endgültig dein Fan geworden! Zugegeben, die Tatsache, dass du bei der ersten Einheit gleich ohne aufzuwärmen gestartet bist, hat einige Trainigsteilnehmer etwas verwirrt! Auf konventionelles Aufwärmtraining scheinst du sowieso nicht viel Wert zu legen: in der zweiten Einheit starteten wir direkt nach dem Angrüßen mit Liegestützen und beim dritten Mal haben wir zwar zunächst mit einem Partner auf "Mäuse-Füßchen" getanzt, so dass die ersten Schweißtropfen kullerten und die Beine merklich erwärmt waren, dann gings aber auch gleich los mit Grundschule! Apropos Grundschule: die Silke hätte sich etwas mehr davon gewünscht, aber ich fand es erfrischend anders, dass hier nicht so viele Grundschul-Kombinationen geknüppelt wurden! Das kann man ja jederzeit in jedem vernünftigen Dojo üben! Dazu braucht es keinen Risto!
Was dich ausmacht, lieber Risto, sind dann vielmehr die ungewöhnlichen Wege, auf denen du uns Techniken beibringst! Zu Beginn der Einheit und auch des gesamten Lehrgangs bin ich immer gespannt, woraus die anfangs verwirrenden Aktionen wohl hinauslaufen! Letztes Jahr hatte mich das total frustriert, weil ich mir gar nicht vorstellen konnte, die vielen verschiedenen Übungen irgendwann mal zu etwas sinnvollem zu bündeln. Wie überrascht war ich dann, als sich auch für mich am Ende der letzten Einheit der Nebel lichtete und ich die effektiven Abwehr- und Kontertechniken mit Sabaki und Suri-Ashi im Kumite -einigermaßen- anwenden konnte! Diesmal konnte ich mir ja schon zu Beginn denken: der Risto hat sich bestimmt was dabei gedacht, wenn er uns als erste Techniken einen Standwechsel aus dem rückwärtigen Zenkutsu-Dachi in den nach vorne gerichteten Neko-Ashi-Dachi üben lässt. Erst ging ich von einer mir unbekannten Kata aus, die so beginnt. Dann wurde die Übung aber weiter ausgebaut und was kam heraus? Ein waschechter Ushiro-Geri! Dieser wurde dann mit Partner/in ausgiebig geübt, bis wir wohl alle sauber chudan getroffen hatten! Wie froh war ich, dass ich mir trotz Wärme meinen Brustschutz angelegt hatte! Volkers Artikel im Dojo-Info hatte mich zur Disziplin gemahnt! So konnte ich die Treffer von meiner sehr netten Partnerin Nadine aus Olpe sehr gut verkraften! Beim Ushiro-Geri sollten wir nicht den Oberkörper abkippen lassen, sondern eher hochhalten. Damit Petra nicht nach vorne kippte, brachtest du dein Gesicht ganz nah an ihres: wenn Sie kein Küsschen haben wollte, musste sie sich schon echt bemühen, nicht nach vorne zu fallen. Aber das hat sie souverän gemeistert!
Toll finde ich auch, wie du uns mit deinem finnischen Charme beibringst, wirklich Spaß am Karate zu haben: wir sollen das Lachen nicht verlernen und deshalb zeigst du uns immer, dass wir die Techniken mit den Lauten ha-ha ausführen sollen. Ein hi-hi oder hö-hö wäre vielleicht auch mal interessant ;-) Ein echter Brüller war auch die kurze Khion-Kombination zu Beginn der zweiten Einheit: ein Doppel-Tsuki im Stand, wobei wir sehr auf Hikite achten sollten. Dann sollte die Hand, die sich an der Hüfte befand, an die Nase fassen und dort verbleiben, bis die andere Faust wiederum einen Tsuki ausführte und zur Hüfte zurückschnellte. Das erinnerte etwas an Dick und Doof, die in einem Film Kniechen-Näschen-Öhrchen spielen. Ein Kichern konnten sich die meisten von uns wohl nicht verkneifen. Ach, sag mal, ich hab immer den Uwe gesucht. Der scheint auch mittrainiert zu haben: ein Mädel sollte den bei der Ausführung der Techniken immer rufen: U-WE, U-WE. Vielleicht stellst du ihn uns nächstes Mal vor? ----Oder hab ich da vielleicht was falsch verstanden ;-)????
Klasse war auch, wie du vor allem an uns Mädels dachtest und diese tolle Problemzonengymnastik eingebaut hast: wir sollten uns mit ca. 1 Meter Abstand mit dem Rücken vor eine Wand stellen, einen Fuß gegen dieselbe stemmen und das Standbein beugen, Knie nach vorne schieben. Dann die Arme hinter dem Kopf verschränken und den Oberkörper auf- und abwippen. Nach den von dir gezählten 50 Mal sollten wir dann die Turnhallenwand wegtreten. Gut, dass die Stein-Schule sowieso bald in ein anderes Gebäude umzieht! Als die Mauer dann echt zu bröckeln drohte, wurde mir echt schwarz vor Augen vor lauter Anstrengung! Zwar nur kurz - mein Popo tut mir allerdings heute noch weh :- o
Schön waren auch wieder deine Risto-Schritte: auch letztes Jahr und beim Gasshuku durften wir diese schon üben, so dass sie mir jetzt schon wie alte Bekannte vorkamen! Links vor stehen, Gewicht erst aufs Standbein verlagern, dann rechts seitlich rausgleiten, Gewicht nach hinten, vorderes Bein nach rechts versetzen, wieder Gewicht nach vorne. Dies übten wir dann zu dritt. Zwei Partner stellten sich nebeneinander und der dritte griff beide unmittelbar nacheinander mit Gyaku-Tsuki an. Bei dieser Übung durfte ich wieder einmal mit Heide trainieren. Wahnsinn, ist die Frau schnell!!! Zu zweit übten wir anschließend eine Gyaku-Tsuki/Ushiro-Geri Kombination: Tori greift an mit Gyaku-Tsuki, linkes Bein vorn, dann Gewicht nach hinten, also auf das rechte Bein verlagern und auf dem rechten Bein drehen, mit dem linken Ushiro-Geri treten. Die zweite und dritte Einheit sollten uns Kumite-Kombinationen näherbringen, die den Ashi-Barai beinhalteten. Wir sollten rückwärts mit Soto-Uke rausgleiten, dann Gyaku-Tsuki, dann mit dem vorderen Bein Ashi Barai und Gyaku-Tsuki auf den -hoffentlich- am Boden liegenden Partner. Der Ashi-Barai musste im Winkel von 45° am Fuß des Partners angesetzt werden, sonst funktionierte es nicht! Wir sollen den Fußfeger auch nicht allein durch unser vorderes Bein ausführen, sondern dadurch, dass wir die Hüfte aus dem ersten Gyaku-Tsuki ruckartig zurückreißen. Wenn du es vorgemacht hast sah es immer so einfach aus...!
Ich glaube, es war bei dieser Kombination, als du einen Trainingsteilnehmer nach vorne batest. Du versprachst ihm, binnen zwei Minuten sein Karate wesentlich zu verbessern. So recht glauben konnte das von uns aber wohl keiner, am wenigsten vermutlich dein Demonstrations-Subjekt! Er stellte sich mit seinem Partner auf und sollte Soto-Uke rückwärts rausgleiten, um den Angriff des Partners zu blocken. Soweit, so gut. Dann sollte er mit Gyaku-Tsuki kontern. Er tat dies so, wie ich es vielleicht auch gemacht hätte, mit einem passablen Hüfteinsatz, kam aber nicht an seinen Partner heran, weil er bei der Abwehrtechnik ja nach hinten herausgeglitten war und ihm jetzt gut 30 cm fehlten! Risto wies ihn an, bei einem erneuten Versuch nicht nur die Hüfte, sondern auch den gesamten Oberkörper vorzuschmeißen. Nach zwei oder drei Versuchen änderte sich plötzlich die Gesichtsfarbe des Partners und er stieß ein halb überraschtes, halb bewunderndes WOW! aus. Der letzte Tsuki hatte voll gesessen! Hey, das gab einen echten Szenen-Applaus!
So undankbar es auch ist, lieber Risto, wenn du einen von uns nach vorne holst und quasi unsere Schwächen und Fehler auf dem Präsentierteller darbietest: der Lerneffekt ist doch nicht zu überbieten! Selbst bei mir ist nach dieser Demo hier ein kleines Cent-Stück gefallen und ich hatte das Gefühl, viel besser zu kontern! Risto, du bist ein echter Kumite-Mann! Unglaublich, wie du, der eine doch recht stattliche Körpergröße und -masse besitzt, so leichtfüßig über den Boden gleitest! Diese Fähigkeit kommt dir allerdings auch bei Kata nicht ungelegen: bei dem recht kurzen Kata-Teil des Lehrgangs legtest du Wert auf die Übergänge in den Katas. Dies sind z. B. Ausholbewegungen, die nicht abgehackt ausfallen düfren, sondern schnell beginnen und geschmeidig zu Ende geführt werden sollen. Alles schon mal gehört, klar, aber wenn man jetzt plötzlich merkt, wie oft solche Übergänge vorkommen, fällt einem doch auf, dass man so manche Kata noch nicht oft und gut genug geübt hat. Ach, seufz, Karate ist schon echt ein Fass ohne Boden! Aber es macht riesig Spass, wenn man mal wieder ein Erfolgserlebnis hat! Und für mich waren bei deinem Lehrgang mal wieder ein paar echte Highlights dabei! Ich habe mir jetzt wieder ein paar Sachen gemerkt, die mir hoffentlich im regulären Training immer mal wieder ein- und auffallen und an denen ich arbeiten kann.
Also, VIELEN DANK, RISTO und bis zum nächsten Mal!
nachdem ich letztes Jahr zum ersten Mal bei dir trainiert habe und auch beim Gasshuku deine Einheit nicht versäumt habe, bin ich beim diesjährigen Lehrgang in Münster endgültig dein Fan geworden! Zugegeben, die Tatsache, dass du bei der ersten Einheit gleich ohne aufzuwärmen gestartet bist, hat einige Trainigsteilnehmer etwas verwirrt! Auf konventionelles Aufwärmtraining scheinst du sowieso nicht viel Wert zu legen: in der zweiten Einheit starteten wir direkt nach dem Angrüßen mit Liegestützen und beim dritten Mal haben wir zwar zunächst mit einem Partner auf "Mäuse-Füßchen" getanzt, so dass die ersten Schweißtropfen kullerten und die Beine merklich erwärmt waren, dann gings aber auch gleich los mit Grundschule! Apropos Grundschule: die Silke hätte sich etwas mehr davon gewünscht, aber ich fand es erfrischend anders, dass hier nicht so viele Grundschul-Kombinationen geknüppelt wurden! Das kann man ja jederzeit in jedem vernünftigen Dojo üben! Dazu braucht es keinen Risto!
Was dich ausmacht, lieber Risto, sind dann vielmehr die ungewöhnlichen Wege, auf denen du uns Techniken beibringst! Zu Beginn der Einheit und auch des gesamten Lehrgangs bin ich immer gespannt, woraus die anfangs verwirrenden Aktionen wohl hinauslaufen! Letztes Jahr hatte mich das total frustriert, weil ich mir gar nicht vorstellen konnte, die vielen verschiedenen Übungen irgendwann mal zu etwas sinnvollem zu bündeln. Wie überrascht war ich dann, als sich auch für mich am Ende der letzten Einheit der Nebel lichtete und ich die effektiven Abwehr- und Kontertechniken mit Sabaki und Suri-Ashi im Kumite -einigermaßen- anwenden konnte! Diesmal konnte ich mir ja schon zu Beginn denken: der Risto hat sich bestimmt was dabei gedacht, wenn er uns als erste Techniken einen Standwechsel aus dem rückwärtigen Zenkutsu-Dachi in den nach vorne gerichteten Neko-Ashi-Dachi üben lässt. Erst ging ich von einer mir unbekannten Kata aus, die so beginnt. Dann wurde die Übung aber weiter ausgebaut und was kam heraus? Ein waschechter Ushiro-Geri! Dieser wurde dann mit Partner/in ausgiebig geübt, bis wir wohl alle sauber chudan getroffen hatten! Wie froh war ich, dass ich mir trotz Wärme meinen Brustschutz angelegt hatte! Volkers Artikel im Dojo-Info hatte mich zur Disziplin gemahnt! So konnte ich die Treffer von meiner sehr netten Partnerin Nadine aus Olpe sehr gut verkraften! Beim Ushiro-Geri sollten wir nicht den Oberkörper abkippen lassen, sondern eher hochhalten. Damit Petra nicht nach vorne kippte, brachtest du dein Gesicht ganz nah an ihres: wenn Sie kein Küsschen haben wollte, musste sie sich schon echt bemühen, nicht nach vorne zu fallen. Aber das hat sie souverän gemeistert!
Toll finde ich auch, wie du uns mit deinem finnischen Charme beibringst, wirklich Spaß am Karate zu haben: wir sollen das Lachen nicht verlernen und deshalb zeigst du uns immer, dass wir die Techniken mit den Lauten ha-ha ausführen sollen. Ein hi-hi oder hö-hö wäre vielleicht auch mal interessant ;-) Ein echter Brüller war auch die kurze Khion-Kombination zu Beginn der zweiten Einheit: ein Doppel-Tsuki im Stand, wobei wir sehr auf Hikite achten sollten. Dann sollte die Hand, die sich an der Hüfte befand, an die Nase fassen und dort verbleiben, bis die andere Faust wiederum einen Tsuki ausführte und zur Hüfte zurückschnellte. Das erinnerte etwas an Dick und Doof, die in einem Film Kniechen-Näschen-Öhrchen spielen. Ein Kichern konnten sich die meisten von uns wohl nicht verkneifen. Ach, sag mal, ich hab immer den Uwe gesucht. Der scheint auch mittrainiert zu haben: ein Mädel sollte den bei der Ausführung der Techniken immer rufen: U-WE, U-WE. Vielleicht stellst du ihn uns nächstes Mal vor? ----Oder hab ich da vielleicht was falsch verstanden ;-)????
Klasse war auch, wie du vor allem an uns Mädels dachtest und diese tolle Problemzonengymnastik eingebaut hast: wir sollten uns mit ca. 1 Meter Abstand mit dem Rücken vor eine Wand stellen, einen Fuß gegen dieselbe stemmen und das Standbein beugen, Knie nach vorne schieben. Dann die Arme hinter dem Kopf verschränken und den Oberkörper auf- und abwippen. Nach den von dir gezählten 50 Mal sollten wir dann die Turnhallenwand wegtreten. Gut, dass die Stein-Schule sowieso bald in ein anderes Gebäude umzieht! Als die Mauer dann echt zu bröckeln drohte, wurde mir echt schwarz vor Augen vor lauter Anstrengung! Zwar nur kurz - mein Popo tut mir allerdings heute noch weh :- o
Schön waren auch wieder deine Risto-Schritte: auch letztes Jahr und beim Gasshuku durften wir diese schon üben, so dass sie mir jetzt schon wie alte Bekannte vorkamen! Links vor stehen, Gewicht erst aufs Standbein verlagern, dann rechts seitlich rausgleiten, Gewicht nach hinten, vorderes Bein nach rechts versetzen, wieder Gewicht nach vorne. Dies übten wir dann zu dritt. Zwei Partner stellten sich nebeneinander und der dritte griff beide unmittelbar nacheinander mit Gyaku-Tsuki an. Bei dieser Übung durfte ich wieder einmal mit Heide trainieren. Wahnsinn, ist die Frau schnell!!! Zu zweit übten wir anschließend eine Gyaku-Tsuki/Ushiro-Geri Kombination: Tori greift an mit Gyaku-Tsuki, linkes Bein vorn, dann Gewicht nach hinten, also auf das rechte Bein verlagern und auf dem rechten Bein drehen, mit dem linken Ushiro-Geri treten. Die zweite und dritte Einheit sollten uns Kumite-Kombinationen näherbringen, die den Ashi-Barai beinhalteten. Wir sollten rückwärts mit Soto-Uke rausgleiten, dann Gyaku-Tsuki, dann mit dem vorderen Bein Ashi Barai und Gyaku-Tsuki auf den -hoffentlich- am Boden liegenden Partner. Der Ashi-Barai musste im Winkel von 45° am Fuß des Partners angesetzt werden, sonst funktionierte es nicht! Wir sollen den Fußfeger auch nicht allein durch unser vorderes Bein ausführen, sondern dadurch, dass wir die Hüfte aus dem ersten Gyaku-Tsuki ruckartig zurückreißen. Wenn du es vorgemacht hast sah es immer so einfach aus...!
Ich glaube, es war bei dieser Kombination, als du einen Trainingsteilnehmer nach vorne batest. Du versprachst ihm, binnen zwei Minuten sein Karate wesentlich zu verbessern. So recht glauben konnte das von uns aber wohl keiner, am wenigsten vermutlich dein Demonstrations-Subjekt! Er stellte sich mit seinem Partner auf und sollte Soto-Uke rückwärts rausgleiten, um den Angriff des Partners zu blocken. Soweit, so gut. Dann sollte er mit Gyaku-Tsuki kontern. Er tat dies so, wie ich es vielleicht auch gemacht hätte, mit einem passablen Hüfteinsatz, kam aber nicht an seinen Partner heran, weil er bei der Abwehrtechnik ja nach hinten herausgeglitten war und ihm jetzt gut 30 cm fehlten! Risto wies ihn an, bei einem erneuten Versuch nicht nur die Hüfte, sondern auch den gesamten Oberkörper vorzuschmeißen. Nach zwei oder drei Versuchen änderte sich plötzlich die Gesichtsfarbe des Partners und er stieß ein halb überraschtes, halb bewunderndes WOW! aus. Der letzte Tsuki hatte voll gesessen! Hey, das gab einen echten Szenen-Applaus!
So undankbar es auch ist, lieber Risto, wenn du einen von uns nach vorne holst und quasi unsere Schwächen und Fehler auf dem Präsentierteller darbietest: der Lerneffekt ist doch nicht zu überbieten! Selbst bei mir ist nach dieser Demo hier ein kleines Cent-Stück gefallen und ich hatte das Gefühl, viel besser zu kontern! Risto, du bist ein echter Kumite-Mann! Unglaublich, wie du, der eine doch recht stattliche Körpergröße und -masse besitzt, so leichtfüßig über den Boden gleitest! Diese Fähigkeit kommt dir allerdings auch bei Kata nicht ungelegen: bei dem recht kurzen Kata-Teil des Lehrgangs legtest du Wert auf die Übergänge in den Katas. Dies sind z. B. Ausholbewegungen, die nicht abgehackt ausfallen düfren, sondern schnell beginnen und geschmeidig zu Ende geführt werden sollen. Alles schon mal gehört, klar, aber wenn man jetzt plötzlich merkt, wie oft solche Übergänge vorkommen, fällt einem doch auf, dass man so manche Kata noch nicht oft und gut genug geübt hat. Ach, seufz, Karate ist schon echt ein Fass ohne Boden! Aber es macht riesig Spass, wenn man mal wieder ein Erfolgserlebnis hat! Und für mich waren bei deinem Lehrgang mal wieder ein paar echte Highlights dabei! Ich habe mir jetzt wieder ein paar Sachen gemerkt, die mir hoffentlich im regulären Training immer mal wieder ein- und auffallen und an denen ich arbeiten kann.
Also, VIELEN DANK, RISTO und bis zum nächsten Mal!
Wo ist Stan Schmidt?
Wo ist Stan Schmidt???
Von Icky
Zum ersten Mal in meiner nicht eben kurzen Karate-Laufbahn nahm ich dieses Jahr an einem Gasshuku teil. Warum nicht eher? Keine Ahnung! Vielleicht war mir die Lehrgangsgebühr früher zu teuer? Immerhin war ich damals noch Schülerin bzw. Azubine, so dass mein Budget eher schmal ausfiel. Aber dieses Jahr bekam ich von meiner Familie da ok und fuhr mit ca. 20 Karatekas aus MS und Wesel nach Oberstdorf. Einen ausführlichen Bericht zum Gasshuku hat meines Erachtens Karin verfasst. So will ich mich auf die Schilderung einer einzelnen Begebenheit beschränken. Einer der Trainer bei diesem erstklassig besetzten Gasshuku war Stan Schmidt aus Südafrika. In einem Dojo-Info vor einiger Zeit wurde mal sein Buch vorgestellt: Die leere Hand. Ich hatte es schon vorher mal irgendwann gelesen und es hat mich sehr beeindruckt. Wirklich sehr zu empfehlen! Jedenfalls kam dann auch die Einheit, bei der wir bei diesem tollen Trainer, der nach einem Verkehrsunfall zwei künstliche Hüftgelenke bekam, unser Karate verbessern sollten. Es war einfach unglaublich, dass jemand nach einer solchen OP sich nochmal aufrafft und weiter Karate betreibt! Andere Menschen hätten sich in Frührente schicken lassen, hätten resigniert und würden allenfalls noch Seniorensport betreiben! Nicht so Stan Schmidt! Er führte im Rahmen seiner Unterrichtseinheit z.B. eindrucksvoll vor, wie man sich effektiv gegen Messeratacken zur Wehr setzt, und das nur durch scheinbar willkürliches Hin- und Herrudern mit den Armen! Nach der Einheit war ich wie paralysiert! Ich war total ergriffen von diesem Menschen!Es war das einzige Mal, dass ich es bereute, keinen Fotoapparat dabei zu haben oder etwas, das er mir signieren könnte! Normaler Weise finde ich so einen Star-Rummel eher peinlich, aber hier hätte mir etwas dran gelegen, quasi ein Stück Stan Schmidt mit nach Hause zu tragen! Naja, war wohl nichts, seufz! In unserem Appartement äußerte ich dann meinen WG-Mädels Silke, Bettina und Karin gegenüber meinen Kummer! Ich wurde sehr bedauert, aber helfen konnte mir natürlich keine! Nach dem tollen Lehrgang fand am Freitagabend die Abschlußfeier in der Oybele-Halle statt. Eine super Live-Band brachte die Halle zum Brodeln! Mit vielen Leuten, die ich entweder vorher schon auf Lehrgängen oder Turnieren kennengelernt hatte oder erst im Verlauf des Gasshuku, hatte ich ne Menge Spaß. Die Trainer hatten alle zünftige krachlederne Trachtenhosen an. Es war schon niedlich, z. B. Herrn Ochi in diesem Outfit zu sehen! Als wir ihn um ein Foto gemeinsam mit uns baten, bat er um einen Moment Geduld und holte -woher auch immer!?!- eine Schottenmütze mit Perücke hervor, setzte sie auf und war als Bundestrainer in diesem Moment nicht mehr so recht ernstzunehmen! Es wurden einige Trainer an unserer Seite abgelichtet, so dass wir echt schöne Erinnerungsfotos haben! Auf einmal stupste mich Silke an: Guck mal, Icky, wer da ist! und ich konnte tatsächlich einen Mann von hinten sehen, der eigentlich nur Stan Schmidt sein konnte! Freundlich lächelnd, mit dem Fotoapparat im Anschlag näherte ich mich ihm von vorne, als mir das Grinsen im Gesicht zu einer peinlichen Maske gefror: es war irgend ein anderer Mensch, der Stan Schmidt von vorne überhaupt nicht ähnlich sah....äh....uuups, hallo...und tschüß! Kurze Zeit später hatte ich dann aber Glück! Zwei Tischreihen weiter war er dann, mein Idol! Ich kletterte über eine Bank, stieß Marian Glad fast das Bier aus der Hand, trat in einen Aschenbecher, ließ beim Klettern mein Kleid in peinliche Höhen rutschen und stand dann endllich ..... vor einem fremden Mann, der mir freundlich zuprostete! Die Schamesröte in meinem Gesicht passte farblich hervorragend zu meinem Kleid! Glücklicher Weise hatte ich keine Probleme, diesen schönen Abend trotz dieser vergeblichen Idol-Jagd zu genießen. Aber irgendwann übermannte mich die Müdigkeit und ich wollte eigentlich aufbrechen. Da nahm Silke mich noch einmal zur Seite: ich glaube er ist draußen, will entweder grade Luft schnappen oder schon gehen, schnell, du musst dich beeilen! Also nix wie nach draussen, vorbeidrängelnd an einem freundlich lächelnden Erwin Querl und den Massen von Karatekas, die hinein wollten. Ein Schubsen und Drängeln war das! Hier durch zu kommen kostete fast soviel Kraft wie eine ganze Trainingseinheit! Draußen in der Dunkelheit war erst mal gar nichts zu sehen! Nachdem ich im Gedränge mehreren Leuten auf die Füsse getreten war und -mich entschuldigend- vorwärts stolperte, sah ich das charakteristische Profil: leicht ausgedünntes, helles Haar, Brille, stattliche Figur! Hoppla, wer stellt sich uns da in den Weg, sorry, ich muß mal kurz durch, darf ich mal, ich muß mal eben zu....wer immer es auch war, es war nicht Stan Schmidt! Es war wie verhext! War denn hier der inoffizielle Stan-Schmidt-Doppelgänger-Wettbewerb? Oder war ich schon so durcheinander, dass ich ihn an jeder Ecke zu sehen glaubte??? Später kamen wir zu dem Schluß, dass Mr. Schmidt gar nicht auf der Party war! Sicher war er direkt nach Hause geflogen. Ich sollte halt kein Glück haben! Ohne ein Foto von meinem Idol sitze ich nun hier und plane schon den nächsten Gasshuku! Irgendwann muss es doch klappen!
Von Icky
Zum ersten Mal in meiner nicht eben kurzen Karate-Laufbahn nahm ich dieses Jahr an einem Gasshuku teil. Warum nicht eher? Keine Ahnung! Vielleicht war mir die Lehrgangsgebühr früher zu teuer? Immerhin war ich damals noch Schülerin bzw. Azubine, so dass mein Budget eher schmal ausfiel. Aber dieses Jahr bekam ich von meiner Familie da ok und fuhr mit ca. 20 Karatekas aus MS und Wesel nach Oberstdorf. Einen ausführlichen Bericht zum Gasshuku hat meines Erachtens Karin verfasst. So will ich mich auf die Schilderung einer einzelnen Begebenheit beschränken. Einer der Trainer bei diesem erstklassig besetzten Gasshuku war Stan Schmidt aus Südafrika. In einem Dojo-Info vor einiger Zeit wurde mal sein Buch vorgestellt: Die leere Hand. Ich hatte es schon vorher mal irgendwann gelesen und es hat mich sehr beeindruckt. Wirklich sehr zu empfehlen! Jedenfalls kam dann auch die Einheit, bei der wir bei diesem tollen Trainer, der nach einem Verkehrsunfall zwei künstliche Hüftgelenke bekam, unser Karate verbessern sollten. Es war einfach unglaublich, dass jemand nach einer solchen OP sich nochmal aufrafft und weiter Karate betreibt! Andere Menschen hätten sich in Frührente schicken lassen, hätten resigniert und würden allenfalls noch Seniorensport betreiben! Nicht so Stan Schmidt! Er führte im Rahmen seiner Unterrichtseinheit z.B. eindrucksvoll vor, wie man sich effektiv gegen Messeratacken zur Wehr setzt, und das nur durch scheinbar willkürliches Hin- und Herrudern mit den Armen! Nach der Einheit war ich wie paralysiert! Ich war total ergriffen von diesem Menschen!Es war das einzige Mal, dass ich es bereute, keinen Fotoapparat dabei zu haben oder etwas, das er mir signieren könnte! Normaler Weise finde ich so einen Star-Rummel eher peinlich, aber hier hätte mir etwas dran gelegen, quasi ein Stück Stan Schmidt mit nach Hause zu tragen! Naja, war wohl nichts, seufz! In unserem Appartement äußerte ich dann meinen WG-Mädels Silke, Bettina und Karin gegenüber meinen Kummer! Ich wurde sehr bedauert, aber helfen konnte mir natürlich keine! Nach dem tollen Lehrgang fand am Freitagabend die Abschlußfeier in der Oybele-Halle statt. Eine super Live-Band brachte die Halle zum Brodeln! Mit vielen Leuten, die ich entweder vorher schon auf Lehrgängen oder Turnieren kennengelernt hatte oder erst im Verlauf des Gasshuku, hatte ich ne Menge Spaß. Die Trainer hatten alle zünftige krachlederne Trachtenhosen an. Es war schon niedlich, z. B. Herrn Ochi in diesem Outfit zu sehen! Als wir ihn um ein Foto gemeinsam mit uns baten, bat er um einen Moment Geduld und holte -woher auch immer!?!- eine Schottenmütze mit Perücke hervor, setzte sie auf und war als Bundestrainer in diesem Moment nicht mehr so recht ernstzunehmen! Es wurden einige Trainer an unserer Seite abgelichtet, so dass wir echt schöne Erinnerungsfotos haben! Auf einmal stupste mich Silke an: Guck mal, Icky, wer da ist! und ich konnte tatsächlich einen Mann von hinten sehen, der eigentlich nur Stan Schmidt sein konnte! Freundlich lächelnd, mit dem Fotoapparat im Anschlag näherte ich mich ihm von vorne, als mir das Grinsen im Gesicht zu einer peinlichen Maske gefror: es war irgend ein anderer Mensch, der Stan Schmidt von vorne überhaupt nicht ähnlich sah....äh....uuups, hallo...und tschüß! Kurze Zeit später hatte ich dann aber Glück! Zwei Tischreihen weiter war er dann, mein Idol! Ich kletterte über eine Bank, stieß Marian Glad fast das Bier aus der Hand, trat in einen Aschenbecher, ließ beim Klettern mein Kleid in peinliche Höhen rutschen und stand dann endllich ..... vor einem fremden Mann, der mir freundlich zuprostete! Die Schamesröte in meinem Gesicht passte farblich hervorragend zu meinem Kleid! Glücklicher Weise hatte ich keine Probleme, diesen schönen Abend trotz dieser vergeblichen Idol-Jagd zu genießen. Aber irgendwann übermannte mich die Müdigkeit und ich wollte eigentlich aufbrechen. Da nahm Silke mich noch einmal zur Seite: ich glaube er ist draußen, will entweder grade Luft schnappen oder schon gehen, schnell, du musst dich beeilen! Also nix wie nach draussen, vorbeidrängelnd an einem freundlich lächelnden Erwin Querl und den Massen von Karatekas, die hinein wollten. Ein Schubsen und Drängeln war das! Hier durch zu kommen kostete fast soviel Kraft wie eine ganze Trainingseinheit! Draußen in der Dunkelheit war erst mal gar nichts zu sehen! Nachdem ich im Gedränge mehreren Leuten auf die Füsse getreten war und -mich entschuldigend- vorwärts stolperte, sah ich das charakteristische Profil: leicht ausgedünntes, helles Haar, Brille, stattliche Figur! Hoppla, wer stellt sich uns da in den Weg, sorry, ich muß mal kurz durch, darf ich mal, ich muß mal eben zu....wer immer es auch war, es war nicht Stan Schmidt! Es war wie verhext! War denn hier der inoffizielle Stan-Schmidt-Doppelgänger-Wettbewerb? Oder war ich schon so durcheinander, dass ich ihn an jeder Ecke zu sehen glaubte??? Später kamen wir zu dem Schluß, dass Mr. Schmidt gar nicht auf der Party war! Sicher war er direkt nach Hause geflogen. Ich sollte halt kein Glück haben! Ohne ein Foto von meinem Idol sitze ich nun hier und plane schon den nächsten Gasshuku! Irgendwann muss es doch klappen!
Trainingslager Michael Jarchau 2003
Trainingslager 2003
Das war mal wieder ein Karate-Wochenende ganz nach meinen Vorstellungen! Nee, echt, sowas könnte ich zwar rein konditionell nicht jedes Wochenende haben, aber so einmal im Monat würde ich mir das gerne gefallen lassen. Insgesamt waren 35 Karateka aus unserem Dojo und aus Wesel der Meinung, sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen zu dürfen. Gut so, denn so kam wieder mal richtig Stimmung auf!
Die erste Einheit am Freitagabend begann schon mit Kumite und bald wurde klar, dass dieses auch den Schwerpunkt des Lehrgangs bilden sollte. Wir starteten mit Partnerübungen, die zum Einen das Distanzgefühl schulen, uns aber auch flexibel werden lassen sollte. Wir sollten weg von der üblichen Reaktion -immer nur zurückzuweichen und dann zu kontern. So übten wir nach anfänglichen Mawashi-Geri-Kicks gegen den Oberschenkel des Partners, mit derselben Technik den Oberarm des Partners zu treffen. Dieser sollte jetzt kreisförmig um den Angreifer -Tori- herumlaufen, um dem Tritt zu entgehen. Damit hierbei die Distanz nicht zu groß würde, sollte der Ausweichende bzw. Abwehrende -Uke- hierbei mit einer Hand auf die Schulter des Tori schlagen. Wir sollten darauf achten, den Schwung des Angriffs für die Abwehr auszunutzen. Puh, leichter gesagt, als getan.
Es folgten viele weitere Kombinationen mit Fußtechniken. Die Übungen waren sehr vielseitig und bedurften vollster Konzentration. Vielleicht liegt es daran, dass ich es leider selten dienstags in Michaels Training schaffe, aber ich fand, dass sich die Kombinationen von dem üblichen Trainingspensum abhoben und einen ganz schön forderten. Die Höhe der Mawashis wurde ständig gesteigert, bis Jodan. Zwischendurch gab es eine Menge Dehnübungen, während der man mal kurz verschnaufen konnte. Diese dynamischen Fußtechniken brachten einen nämlich ganz schön auf Touren. Als Kontrapunkt wurde anschließend eine Standübung mit Partner durchgeführt. Wir stellten uns gegenüber, der eine machte einen langsamen Tsuki im Zenkutsu-Dachi, der auf den Bauchmuskeln des Partners endete. Dort wurde der Tsuki einen Moment gehalten und mit dem Ausatmen Spannung erzeugt. Jeder sollte seine Mitte wiederfinden. Später wurde eine ähnliche Übund im Kokotsu-Dachi durchgeführt. Hierbei wurde besonderer Wert auf die Spannung in der Rückenmuskulatur gelegt, die hintere Schulter sollte hierbei ganz zurückgezogen werden.
Anschließend Grundschule: man kann ihn einfach nicht oft genug üben - den Oi-Tsuki. Darum begannen wir auch hier damit. Es folgte Sanbon-Tsuki und etliche weitere Kombinationen. Wir sollten die Techniken fließen lassen, uns geschmeidig bewegen und trotzdem stark sein - wie ein Panther? So ein Bild hatte ich vor Augen, wenn ich mir vorstellte, wie das aussehen sollte. Apropos Bilder: Michael erwähnte wiederholt, dass es gerade bei Grundschultechniken und Kata wichtig sei, sich Bilder vor seinem inneren Auge zu schaffen. Nur so kann die Technik/Kata ausdrucksstark ausgeführt werden, obgleich man keinen reellen Gegner vor sich hat. Bei vielen Techniken und Kombinationen war es wichtig, dass sie eng, eng, eng am Körper durchgeführt wurden. Fuß und Faust sollten möglichst gleichzeitig enden.
Kata, das codierte Karate -wie Jochen Glaß es so supertreffend auf dem letzten Lehrgang bezeichnete- bildete den Abschluß der ersten Einheit. Heian Sandan, -Jondan, -Godan, Tekki Shodan , Bassai Dai und zum Schluß für alle nochmal die Heian Nidan. Nein, den wahren Schluß bildeten die obligatorischen 10 Tsukis im Kiba-Dachi. Zu meiner Schande mußte mein Stand erst mal ausgiebig korrigiert werden. Äh...wie lange mache ich jetzt schon Karate??? Peinlich....
Wir saßen dann anschließend total gemütlich zusammen, stärkten uns an Thorstens liebevoll zusammengestellten Buffet -diesmal nicht so fleischlastig wie letztes Jahr- und ließen das ein oder andere Bierchen die Kehle heruntersickern- oder den einen oder anderen Jim Beam. Die Aussicht auf die frühe Morgeneinheit am Samstag ließ mich gegen 1 Uhr aufbrechen, obgleich ich gerne noch versackt wäre...naja, die nächste Dojo-Party kommt bestimmt.
Samstag, 15.3.03, gnadenlos frühe 8.00 Uhr - und ich schon warm von der Rad-Tor-Tour zum Dojo. Alle schon wach und gut drauf-wie machen die das nur??? Aber die Frühschicht ist ja meist harmlos und wir waren alle mehr oder weniger auf viel Gymnastik und Kata eingestellt. Aber so einfach sollten wir nicht davon kommen: zwar wurde die Kata Nijushiho eingeübt, allerdings fast ausschließlich mit Bunkai. Ich weiß nicht, ob es nur an Heiko lag, aber noch nie hat mir Kata-Bunkai so viel Spaß gemacht. Beim anschließenden Laufen der Kata waren die einzelnen Sequenzen schon durch
das intensive Bunkai-Training so gefestigt, dass auch diese anspruchsvolle Kata machbar wurde. Gut gelaunt gingen wir in die Frühstückspause.
Die zweite Samstags-Einheit begann mit einer der Kata Nishoshiho entliehenen Aufwärmübung: Arme kreisen und nach ca. dreimal Fäuste an die Hüfte ziehen. Die wurden warm, die Arme! Weiter gings mit Gohon-Kumite. Das ist ja eigentlich nicht so mein Ding. Meistens sind die Partner viel größer bzw. länger als ich und die Distanz stimmt spätestens bei der zweiten Technik schon nicht mehr. Aber hier gings irgendwie. Hatte ich hier schon den Frank Kastner als Partner? Oder nochmal Heiko? Oder....? Ist schon peinlich, wenn man vor lauter Spaß anne Backen nicht mehr weiß, welchen Partner man hatte....ahäm, lassen wir das! Beim Gohon-Kumite sollten wir auf saubere Techniken achten, der Oberkörper sollte schön gerade bleiben. Viermal sollte Uke mit derselben, meist konventionellen Technik zurückgehen, beim 5. Mal wurde dann eine andere Technik oder eine Variante gefordert. Griff Tori z. B. mit Mae-Geri an, sollte Uke 4 Mal rückwärts mit Gedan-Barai gehen, Konter Gyaku-Tsuki. Beim 5. Mal sollte Uke seitlich raus mit Nagashi-Uke und Konter Mawashi-Geri. Wieder mußte man sich ganz schön konzentrieren. Der Abwehrende war hier deutlich mehr gefordert. Mawashi-Geri mußte z. B. geblockt werden mit Harai-Uke, dann Konter Uraken, Gyaku-Tsuki, Kizami-Tsuki. Bis man das mal so drauf hatte!
Aus dem Gohon-Kumite entwickelten wir uns dann über Khion-Ippon-Kumite und Jiju-Ippon-Kumite bis zum Freikampf, den wir hier aber in der moderaten Form, dem Randori übten. Bei Risto Kiskilä hatten wir drei Einheiten Zeit, diese Kampf-Stufen durchzuüben, Michael scheuchte uns innerhalb einer einzigen Einheit durch das Trainingspensum. Daher hatten wir uns anschließend das Mittagessen voll verdient. Einige fläzten sich nach dem Essen in der Sonne oder gingen spazieren. So konnten wir uns etwas für die letzte Einheit regenerieren. Obwohl, wenn ich ehrlich bin, war ich kaum kaputt bis dahin und schon fast etwas enttäuscht, konnte ich mich doch erinnern, dass derselbe Lehrgang letztes Jahr mich an den Rand meiner Kräfte brachte. Aber erstens kommt es ja bekanntlich anders und zweitens als man denkt.
Die dritte Einheit war dann nämlich der Gipfel, der Höhepunkt, das Sahnehäubchen, das Nonplusultra des ganzen Lehrgangs. Wir wurden nochmal so richtig gefordert und, ja am Ende dieser Einheit sollte ich dann dieses heißersehnte Gefühl wiedererleben: physisch so total fertig sein, aber einen Adrenalinspiegel zu haben wie Schumi in der 22. Runde! Und dabei fing alles so harmlos an: Schattenboxen sollten wir - mehrfach mit einem Arm Kizami-Tsuki. Dabei kam ich mir ehrlich gesagt ganz schön blöde vor. Das fühlte sich so gar nicht karatemäßig an und sah vermutlich bei mir auch nicht so aus. Aber auch diese Übung hatte natürlich ihren Sinn: wir sollten locker werden. Warum eigentlich, wenn wir anschließend den Körper dermaßen unter Spannung setzen sollten, dass das Dojo sich kurzzeitig in einen Kreißsaal verwandelte -für alle, die selber noch keine Kinder bekommen haben, sei hier erwähnt: Kreißsaal kommt von kreißen, also kreischen- und das taten wir alle vor Anspannung. Der eine Partner sollte sich z. B. auf die Seite legen und das obere Bein in Yoko-Geri-Stellung leicht anheben. Der andere Partner sollte versuchen, dieses Bein herunterdrücken, was sich der am Boden liegende natürlich nicht gefallen ließ. Vermutlich um dann wieder locker zu werden, sollten wir anschließend eine Partnerübung machen, bei der der eine seine Handflächen als Trefferzone in Yodan-Höhe zur Verfügung stellte. Der andere Partner sollte in diese dann Kizami-Tsuki und Gyaku-Tsuki schlagen und -Überraschung! - dann plötzlich Gyaku-Tsuki Chudan.
In der zweiten Hälfte der Einheit begann dann der Anstieg des Adrenalinspiegels: Tori trat Mawashi-Geri-Low-Kick, sagen wir mit rechts und Uke blockt, indem er seinen linken Unterschenkel halbkreisförmig nach außen führt den Fuß angezogen. Das hatten wir irgendwo schonmal gemacht -letztes Jahr beim selben Lehrgang? Oder bei Jochen Glaß' Lehrgang?- ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich das ganze Schienbein blau und grün hatte in den folgenden Tagen und dass es überhaupt nicht funktionierte und höllisch weh tat. Diesmal nicht so! Lag es an meinem tollen Partner? Keine Ahnung, aber es ging tatsächlich. Ok, manchmal traf man sich nicht so richtig und ein schmerzverzerrtes Grinsen -auf beiden Gesichtern- war die Folge. Aber wir wollen uns mal nicht kleinmädchenhaft anstellen, gelle? Diese Übung wurde dann ausgebaut: wir standen uns schließlich ganz dicht gegenüber, jeweils totale Kopf-Deckung, also Hände und Ellenbogen dicht am Kopf. Tori schlug dann erst mit dem rechten, dann mit dem linken Ellebogen eine Art Empi von oben nach unten zum Kopf des Gegners. Da mußte man schon ganz schön aufpassen, mir brummte jedenfalls schließlich ganz schön der Schädel! Dann wurde einer der Ellebogen von unten zwischen der Deckung des Uke hindurchgeschlagen und wenn man nicht aufpasste, bekam der Partner kräftig eins auf die Nase! Natürlich passten wir meistens auf, aber so im Eifer des Gefechtes....Nun wurden die Ohren des Partners ergriffen und das Knie wie in der Heian Yondan zum Kiza-Geri hochgerissen. Das ist ja sowieso eine meiner Lieblingstechniken, da kann man sich so richtig austoben! Uke wußte ja, was kommt und konnte -meistens- rechtzeitig die Hände runterreißen und den Stoß blocken. Jetzt schnell wieder Hände hochreißen, denn Tori setzte noch einen Mawasi Yodan hinterher. Also bei der Übung, die wir glaub ich mindestens 100 Mal wiederholten, konnte man echt so richtig schön zum Tier werden.
Aber es machte auch super viel Spaß! Kampfschreie wechselten sich zumindest bei Frank und mir mit albernem Gegeier ab. Aber es war auch mega-brutal und als wir uns so richtig schön im Blutrausch befanden, stand plötzlich meine Mutter mit meinen Kids vor der Glasscheibe. Meine Mutter war entsetzt und total besorgt und mußte anschließend erstmal beruhigt werden, dass wir uns eigentlich fast gar nicht wehgetan haben. Die blauen Flecken hab ich ihr lieber nicht gezeigt......
Quasi zum Burn-Out gabs danach dann noch ein wenig Pratzen-Training. Wir, die wir die großen Pratzen hatten, mußten fleißig dagegen treten mit Mae-Geri und Mawashi-Geri, hinterher noch Mae-Tobi-Geri -bei der Übung bin ich zum Glück
nicht drangekommen, Frank bekam einfach nicht genug! Zuletzt noch Mae-Geri, Kiza-Geri und Mawashi-Geri. Danach fühlte ich mich endlich fix und alle!
Als wir uns den Kopf so richtig schön freigewemmst hatten, gabs zum Abschluß noch mal die 24 Schritte der schönen Nishoshiho! Ob ich mir die Kata wohl merken kann? Aber egal, auch wenn ich den Ablauf der Kata vergesse, den Lehrgang werde ich sicher noch lange in bester Erinnerung behalten! Vielen, vielen Dank an Michael für das tolle Training, an Thorsten für die ganze Organisation drumherum, an Mecki fürs Putzen, und an Heide, Heiko und Frank, weil sie so tolle Trainingspartner waren! Toll war es auch, mal wieder mit den Weselern zu trainieren, zu trinken und zu tratschen! Also ich bin nächstes Mal ganz bestimmt wieder dabei! Ihr auch???????
Das war mal wieder ein Karate-Wochenende ganz nach meinen Vorstellungen! Nee, echt, sowas könnte ich zwar rein konditionell nicht jedes Wochenende haben, aber so einmal im Monat würde ich mir das gerne gefallen lassen. Insgesamt waren 35 Karateka aus unserem Dojo und aus Wesel der Meinung, sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen zu dürfen. Gut so, denn so kam wieder mal richtig Stimmung auf!
Die erste Einheit am Freitagabend begann schon mit Kumite und bald wurde klar, dass dieses auch den Schwerpunkt des Lehrgangs bilden sollte. Wir starteten mit Partnerübungen, die zum Einen das Distanzgefühl schulen, uns aber auch flexibel werden lassen sollte. Wir sollten weg von der üblichen Reaktion -immer nur zurückzuweichen und dann zu kontern. So übten wir nach anfänglichen Mawashi-Geri-Kicks gegen den Oberschenkel des Partners, mit derselben Technik den Oberarm des Partners zu treffen. Dieser sollte jetzt kreisförmig um den Angreifer -Tori- herumlaufen, um dem Tritt zu entgehen. Damit hierbei die Distanz nicht zu groß würde, sollte der Ausweichende bzw. Abwehrende -Uke- hierbei mit einer Hand auf die Schulter des Tori schlagen. Wir sollten darauf achten, den Schwung des Angriffs für die Abwehr auszunutzen. Puh, leichter gesagt, als getan.
Es folgten viele weitere Kombinationen mit Fußtechniken. Die Übungen waren sehr vielseitig und bedurften vollster Konzentration. Vielleicht liegt es daran, dass ich es leider selten dienstags in Michaels Training schaffe, aber ich fand, dass sich die Kombinationen von dem üblichen Trainingspensum abhoben und einen ganz schön forderten. Die Höhe der Mawashis wurde ständig gesteigert, bis Jodan. Zwischendurch gab es eine Menge Dehnübungen, während der man mal kurz verschnaufen konnte. Diese dynamischen Fußtechniken brachten einen nämlich ganz schön auf Touren. Als Kontrapunkt wurde anschließend eine Standübung mit Partner durchgeführt. Wir stellten uns gegenüber, der eine machte einen langsamen Tsuki im Zenkutsu-Dachi, der auf den Bauchmuskeln des Partners endete. Dort wurde der Tsuki einen Moment gehalten und mit dem Ausatmen Spannung erzeugt. Jeder sollte seine Mitte wiederfinden. Später wurde eine ähnliche Übund im Kokotsu-Dachi durchgeführt. Hierbei wurde besonderer Wert auf die Spannung in der Rückenmuskulatur gelegt, die hintere Schulter sollte hierbei ganz zurückgezogen werden.
Anschließend Grundschule: man kann ihn einfach nicht oft genug üben - den Oi-Tsuki. Darum begannen wir auch hier damit. Es folgte Sanbon-Tsuki und etliche weitere Kombinationen. Wir sollten die Techniken fließen lassen, uns geschmeidig bewegen und trotzdem stark sein - wie ein Panther? So ein Bild hatte ich vor Augen, wenn ich mir vorstellte, wie das aussehen sollte. Apropos Bilder: Michael erwähnte wiederholt, dass es gerade bei Grundschultechniken und Kata wichtig sei, sich Bilder vor seinem inneren Auge zu schaffen. Nur so kann die Technik/Kata ausdrucksstark ausgeführt werden, obgleich man keinen reellen Gegner vor sich hat. Bei vielen Techniken und Kombinationen war es wichtig, dass sie eng, eng, eng am Körper durchgeführt wurden. Fuß und Faust sollten möglichst gleichzeitig enden.
Kata, das codierte Karate -wie Jochen Glaß es so supertreffend auf dem letzten Lehrgang bezeichnete- bildete den Abschluß der ersten Einheit. Heian Sandan, -Jondan, -Godan, Tekki Shodan , Bassai Dai und zum Schluß für alle nochmal die Heian Nidan. Nein, den wahren Schluß bildeten die obligatorischen 10 Tsukis im Kiba-Dachi. Zu meiner Schande mußte mein Stand erst mal ausgiebig korrigiert werden. Äh...wie lange mache ich jetzt schon Karate??? Peinlich....
Wir saßen dann anschließend total gemütlich zusammen, stärkten uns an Thorstens liebevoll zusammengestellten Buffet -diesmal nicht so fleischlastig wie letztes Jahr- und ließen das ein oder andere Bierchen die Kehle heruntersickern- oder den einen oder anderen Jim Beam. Die Aussicht auf die frühe Morgeneinheit am Samstag ließ mich gegen 1 Uhr aufbrechen, obgleich ich gerne noch versackt wäre...naja, die nächste Dojo-Party kommt bestimmt.
Samstag, 15.3.03, gnadenlos frühe 8.00 Uhr - und ich schon warm von der Rad-Tor-Tour zum Dojo. Alle schon wach und gut drauf-wie machen die das nur??? Aber die Frühschicht ist ja meist harmlos und wir waren alle mehr oder weniger auf viel Gymnastik und Kata eingestellt. Aber so einfach sollten wir nicht davon kommen: zwar wurde die Kata Nijushiho eingeübt, allerdings fast ausschließlich mit Bunkai. Ich weiß nicht, ob es nur an Heiko lag, aber noch nie hat mir Kata-Bunkai so viel Spaß gemacht. Beim anschließenden Laufen der Kata waren die einzelnen Sequenzen schon durch
das intensive Bunkai-Training so gefestigt, dass auch diese anspruchsvolle Kata machbar wurde. Gut gelaunt gingen wir in die Frühstückspause.
Die zweite Samstags-Einheit begann mit einer der Kata Nishoshiho entliehenen Aufwärmübung: Arme kreisen und nach ca. dreimal Fäuste an die Hüfte ziehen. Die wurden warm, die Arme! Weiter gings mit Gohon-Kumite. Das ist ja eigentlich nicht so mein Ding. Meistens sind die Partner viel größer bzw. länger als ich und die Distanz stimmt spätestens bei der zweiten Technik schon nicht mehr. Aber hier gings irgendwie. Hatte ich hier schon den Frank Kastner als Partner? Oder nochmal Heiko? Oder....? Ist schon peinlich, wenn man vor lauter Spaß anne Backen nicht mehr weiß, welchen Partner man hatte....ahäm, lassen wir das! Beim Gohon-Kumite sollten wir auf saubere Techniken achten, der Oberkörper sollte schön gerade bleiben. Viermal sollte Uke mit derselben, meist konventionellen Technik zurückgehen, beim 5. Mal wurde dann eine andere Technik oder eine Variante gefordert. Griff Tori z. B. mit Mae-Geri an, sollte Uke 4 Mal rückwärts mit Gedan-Barai gehen, Konter Gyaku-Tsuki. Beim 5. Mal sollte Uke seitlich raus mit Nagashi-Uke und Konter Mawashi-Geri. Wieder mußte man sich ganz schön konzentrieren. Der Abwehrende war hier deutlich mehr gefordert. Mawashi-Geri mußte z. B. geblockt werden mit Harai-Uke, dann Konter Uraken, Gyaku-Tsuki, Kizami-Tsuki. Bis man das mal so drauf hatte!
Aus dem Gohon-Kumite entwickelten wir uns dann über Khion-Ippon-Kumite und Jiju-Ippon-Kumite bis zum Freikampf, den wir hier aber in der moderaten Form, dem Randori übten. Bei Risto Kiskilä hatten wir drei Einheiten Zeit, diese Kampf-Stufen durchzuüben, Michael scheuchte uns innerhalb einer einzigen Einheit durch das Trainingspensum. Daher hatten wir uns anschließend das Mittagessen voll verdient. Einige fläzten sich nach dem Essen in der Sonne oder gingen spazieren. So konnten wir uns etwas für die letzte Einheit regenerieren. Obwohl, wenn ich ehrlich bin, war ich kaum kaputt bis dahin und schon fast etwas enttäuscht, konnte ich mich doch erinnern, dass derselbe Lehrgang letztes Jahr mich an den Rand meiner Kräfte brachte. Aber erstens kommt es ja bekanntlich anders und zweitens als man denkt.
Die dritte Einheit war dann nämlich der Gipfel, der Höhepunkt, das Sahnehäubchen, das Nonplusultra des ganzen Lehrgangs. Wir wurden nochmal so richtig gefordert und, ja am Ende dieser Einheit sollte ich dann dieses heißersehnte Gefühl wiedererleben: physisch so total fertig sein, aber einen Adrenalinspiegel zu haben wie Schumi in der 22. Runde! Und dabei fing alles so harmlos an: Schattenboxen sollten wir - mehrfach mit einem Arm Kizami-Tsuki. Dabei kam ich mir ehrlich gesagt ganz schön blöde vor. Das fühlte sich so gar nicht karatemäßig an und sah vermutlich bei mir auch nicht so aus. Aber auch diese Übung hatte natürlich ihren Sinn: wir sollten locker werden. Warum eigentlich, wenn wir anschließend den Körper dermaßen unter Spannung setzen sollten, dass das Dojo sich kurzzeitig in einen Kreißsaal verwandelte -für alle, die selber noch keine Kinder bekommen haben, sei hier erwähnt: Kreißsaal kommt von kreißen, also kreischen- und das taten wir alle vor Anspannung. Der eine Partner sollte sich z. B. auf die Seite legen und das obere Bein in Yoko-Geri-Stellung leicht anheben. Der andere Partner sollte versuchen, dieses Bein herunterdrücken, was sich der am Boden liegende natürlich nicht gefallen ließ. Vermutlich um dann wieder locker zu werden, sollten wir anschließend eine Partnerübung machen, bei der der eine seine Handflächen als Trefferzone in Yodan-Höhe zur Verfügung stellte. Der andere Partner sollte in diese dann Kizami-Tsuki und Gyaku-Tsuki schlagen und -Überraschung! - dann plötzlich Gyaku-Tsuki Chudan.
In der zweiten Hälfte der Einheit begann dann der Anstieg des Adrenalinspiegels: Tori trat Mawashi-Geri-Low-Kick, sagen wir mit rechts und Uke blockt, indem er seinen linken Unterschenkel halbkreisförmig nach außen führt den Fuß angezogen. Das hatten wir irgendwo schonmal gemacht -letztes Jahr beim selben Lehrgang? Oder bei Jochen Glaß' Lehrgang?- ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich das ganze Schienbein blau und grün hatte in den folgenden Tagen und dass es überhaupt nicht funktionierte und höllisch weh tat. Diesmal nicht so! Lag es an meinem tollen Partner? Keine Ahnung, aber es ging tatsächlich. Ok, manchmal traf man sich nicht so richtig und ein schmerzverzerrtes Grinsen -auf beiden Gesichtern- war die Folge. Aber wir wollen uns mal nicht kleinmädchenhaft anstellen, gelle? Diese Übung wurde dann ausgebaut: wir standen uns schließlich ganz dicht gegenüber, jeweils totale Kopf-Deckung, also Hände und Ellenbogen dicht am Kopf. Tori schlug dann erst mit dem rechten, dann mit dem linken Ellebogen eine Art Empi von oben nach unten zum Kopf des Gegners. Da mußte man schon ganz schön aufpassen, mir brummte jedenfalls schließlich ganz schön der Schädel! Dann wurde einer der Ellebogen von unten zwischen der Deckung des Uke hindurchgeschlagen und wenn man nicht aufpasste, bekam der Partner kräftig eins auf die Nase! Natürlich passten wir meistens auf, aber so im Eifer des Gefechtes....Nun wurden die Ohren des Partners ergriffen und das Knie wie in der Heian Yondan zum Kiza-Geri hochgerissen. Das ist ja sowieso eine meiner Lieblingstechniken, da kann man sich so richtig austoben! Uke wußte ja, was kommt und konnte -meistens- rechtzeitig die Hände runterreißen und den Stoß blocken. Jetzt schnell wieder Hände hochreißen, denn Tori setzte noch einen Mawasi Yodan hinterher. Also bei der Übung, die wir glaub ich mindestens 100 Mal wiederholten, konnte man echt so richtig schön zum Tier werden.
Aber es machte auch super viel Spaß! Kampfschreie wechselten sich zumindest bei Frank und mir mit albernem Gegeier ab. Aber es war auch mega-brutal und als wir uns so richtig schön im Blutrausch befanden, stand plötzlich meine Mutter mit meinen Kids vor der Glasscheibe. Meine Mutter war entsetzt und total besorgt und mußte anschließend erstmal beruhigt werden, dass wir uns eigentlich fast gar nicht wehgetan haben. Die blauen Flecken hab ich ihr lieber nicht gezeigt......
Quasi zum Burn-Out gabs danach dann noch ein wenig Pratzen-Training. Wir, die wir die großen Pratzen hatten, mußten fleißig dagegen treten mit Mae-Geri und Mawashi-Geri, hinterher noch Mae-Tobi-Geri -bei der Übung bin ich zum Glück
nicht drangekommen, Frank bekam einfach nicht genug! Zuletzt noch Mae-Geri, Kiza-Geri und Mawashi-Geri. Danach fühlte ich mich endlich fix und alle!
Als wir uns den Kopf so richtig schön freigewemmst hatten, gabs zum Abschluß noch mal die 24 Schritte der schönen Nishoshiho! Ob ich mir die Kata wohl merken kann? Aber egal, auch wenn ich den Ablauf der Kata vergesse, den Lehrgang werde ich sicher noch lange in bester Erinnerung behalten! Vielen, vielen Dank an Michael für das tolle Training, an Thorsten für die ganze Organisation drumherum, an Mecki fürs Putzen, und an Heide, Heiko und Frank, weil sie so tolle Trainingspartner waren! Toll war es auch, mal wieder mit den Weselern zu trainieren, zu trinken und zu tratschen! Also ich bin nächstes Mal ganz bestimmt wieder dabei! Ihr auch???????
My first Risto - Lehrgang mit Risto Kiisklä 2002 in Münster
Die internen Lehrgänge von Jochen und Michael mitgerechnet war dies mein 4. Lehrgang in diesem Jahr - allerdings mein allererster bei Risto Kiiskilä. Voller Erwartung suchte ich meine alte Schule, das Stein-Gymnasium, auf und begab mich in die vertraute Umkleidekabine. Bekannte Gesichter ließen schnell eine lockere Stimmung aufkommen, so dass ein älterer Schwarzgurt-Träger, also ein Mann, der kurz die Tür öffnete und etwas von Christina Maretzke wollte, gleich salopp angeblafft wurde mit:"Ey, Spanner, hier nur Mädels!" Boh, dachte ich noch, schön, dass sich auch noch ältere Herrschaften hier hertrauen. Denn der Typ war sichtlich angegraut, mit Schnäuzer und bestimmt über 50. Ich staunte nicht schlecht, als dieser Herr sich dann beim Training nicht bei uns einreihte, sondern uns gegenüber abkniete: es war Risto Kiiskilä! Dass ein fortgeschrittenes Alter keinen Verlust an Ausstrahlung, Kampfgeist oder Fitness bedeuten muß, merkte ich sehr schnell! Boh, ist der Mann gut! Wo bekommt man bloß dieses Teil her, was er unter dem Gi trägt und was bei jedem Tsuki so ein knallendes Geräusch verursacht. Wie? So ein Gerät gibts gar nicht....??? Unglaublich!
Die erste Trainingseinheit begann mit Tsukis im Stand. Sensei Risto legte besonders viel Wert auf den zurückgezogenen Arm, das Hikite. Und es war wieder mal verblüffend, wieviel stärker die Tsukis wirkten, wenn das mit dem Hikite ordentlich lief!
Als nächstes Maegeri. Es wurde betont, dass die erste Technik nicht das Hochziehen des Knies sei, sondern das Anfersen des tretenden Beins. Hatte ich das nicht schon irgendwo mal gehört? Richtig! Michi Jarchau, der am Training krankheitsbedingt nur passiv teilnehmen konnte, hatte uns dies auch schon zig-fach eingebläut! Dies sollte nicht das einzige Detail bleiben, das mir speziell aus Michis Training bekannt vorkam. Wäre schön, wenn ich mir diese Einzelheiten auch mal einprägen würde, so dass sie mir mal einfach so, zwischendurch, einfallen und nicht nur, wenn ich wieder drauf gestoßen werde...
Risto Kiiskilä ließ uns eine nette Kombination laufen, um den Maegeri zu üben: links vor im Zenkutsu-Dachi, hinteres Bein tritt Mae-Geri, hinten absetzen. Dann das vordere Bein ranziehen, wieder mit dem hinteren treten, im Sprung Beinwechsel und wieder mit dem hinteren treten, also 3x mit demselben Bein, aber keineswegs einfach! Bei weiteren Kombinationsübungen wurde viel Wert auf Gewichtsverlagerung und Hüfteinsatz gelegt. Risto achtete sehr darauf, dass der Gyaku-Tsuki gleichzeitig mit dem Absetzen des Beines geschlagen wurde. Auch war er stets bemüht, uns auf die Überleitung zwischen Gohon Kumite und dem Freikampf hinzuweisen. Ein Schwerpunkt des Wochenendlehrgangs lag bei uns darum beim Tai Sabaki, dem seitlichen Ausweichen, häufig mit Suri-Ashi, also Herausgleiten. Hier wurde uns nahegelegt, erst das Gewicht auf das Standbein zu verlagern und uns dann erst zurück oder zur Seite zu bewegen. Dann kam die große Preisfrage: wo beginnt die Beweglichkeit? Einige mutige Schwarzgurte versuchten, die richtige Antwort zu nennen. Aber Risto löste selber das Rätsel: die Beweglichkeit beginnt mit den Worten ICH WILL! Daraufhin kamen wir erst einmal in den Genuß der Bewegung: wir durften seitlich von einem Bein auf das andere hüfpen, und zwar in möglichst großen Sprüngen! Gibt es in Finnland Kängurus? Wie diese Beuteltiere kamen wir uns jedenfalls vor! Anschließend übten wir Tai Sabaki mit Suri-Ashi mit den Abwehrtechniken Age-uke, Soto-Uke und Nagashi-Uke. Beim Konter sollten wir u. a. darauf achten, mit Gyaku-Tsuki den Partner zu treffen, bevor dieser den Fuß nach dem Mae-Geri absetzen konnte. Nach einer anspruchsvollen Kombination (Vorgehen Gedan-Barai, vorderes Bein ranziehen, Gyaku-Gedan-Barai...) und allen erwähnten Abwehrtechniken im Partnertraining war die erste Einheit beendet. Mein Partner war ebenso wie Michi Jarchau, Beatrix und ca. 50 % aller anderen Teilnehmer krank und betonte, er gehöre eigentlich ins Bett. Ich hätte wetten können, im Anschluß an den Lehrgang ebenfalls darnieder zu liegen. Aber meine Vitamin-C-Dröhnung zwischen den Einheiten rettete mich offenbar.
Die zweite Einheit begann mit unkonventionellem Aufwärmtraining: Suri Ashi, Sprung, Tsuki zur Seite. Mit Partner machten wir dann eine Übung - Suri Ashi vor, dann Step Gyaku Tsuki. Meine Partnerin war zufällig jene, gegen die ich im Kampf um den dritten Platz in Billerbeck verlor: das Auge des Tigers! Allerdings kam sie mir diesmal gar nicht sehr tigermäßig vor.
Im Anschluß hieran gabs die Katas Heian Godan, Tekki Shodan, Bassai Dai, Kanku Dai und Unsu, letztere wurde in Teile zerlegt und ausführlicher geübt. Leider reichte es nicht, um sie mir einzuprägen. Ich habe bei der Kata immer Jochen Glass vor Augen, wie er sie vor vielen Jahren einmal vorgeführt hat.
Am Sonntag ging es um humane 11.30 Uhr weiter. Ich hätte mich am Liebsten in die hinterste Ecke verkrümelt. Ich muß zudem zugeben, dass ich das bisherige Training super anspruchsvoll fand. Nicht ohne Absicht hatte Risto wohl vornehmlich in dieSchwarzgurtecke gesprochen. Wahrscheinlich war ich für diese Art von Training einfach noch nicht bereit, oder zu blöd oder untalentiert. Seis drum. Bezahlt ist bezahlt und so wird auch die dritte Einheit durchgezogen. Nach dem Angrüßen sollte jeder zweite einen Schritt vortreten und -oh no!- ich stand in der ersten Reihe, Mitte, direkt vor dem Meister! Au Backe! Die erste Technik war mit rechts zurück Age-Uke. Ein paarmal gemacht, dann stark, dann winkte mich der Meister raus. Ohje, was kommt jetzt? Zu Allen gewandt machte ich auf Anweisung des Trainers die Technik vor. Nochmal, und nochmal! Ich wußte nicht, worauf er hinaus wollte und führte die Technik so aus, wie ich sie für richtig hielt: starke Ausholbewegung und Technik. Aber, aber, ihm war die Ausholbewegung zu stark. Nur locker ausholen, sonst wird die zweite Technik, die eigentliche Abwehr, zu schwach! Nun denn, ich hatte immer versucht, die Ausholbewegung schon als eigene Technik zu sehen, ich glaube bei Jochen hatte ichs schon mal so trainiert. Tja, das muß ich mir dann wohl wieder abgewöhnen! Aber, wenn ich ehrlich bin: lieber zu stark, als zu schwach!
Wir bauten dann in der restlichen Trainingseinheit eine geile Kombination auf: Abwehrtechniken, sämtlich mit Suri-Ashi und Tai Sabaki: Soto-Uke (rückwärts raus), Age-Uke (rechts seitlich raus), wieder Soto-Uke (rückwärts), dann rechts seitlich (nicht 45 Grad, sondern diesmal parallel) raus mit Gedan-Barai. Hierbei muß der vordere Fuß ca. 50 cm weit nach rechts raus, damit man aus der Ziellinie kommt. Als letzte Technik um den vordern Fuß vorwärs drehen mit Soto-Uke. Das bekam ich ja gar nicht hin! Im Partnertraining rief ich Risto, damit ers mir erklärt und er wußte sofort, warum es nicht funktionierte. Das Geheimnis hieß Hikite! Plötzlich gings tatsächlich! Als sei ein Knoten geplatzt! Alle Techniken übten wir dann zig-fach, anschließend auch mit Age-Uke und dann mit Partner. Beim ersten Partnertraining sollte einer nur ausführen und der andere korrigieren, hier hatte ich das Vergnügen mit Jürgen aus Wesel. Ich fand, wir schlugen uns beide tapfer! Bei der Übung war es wichtig, dass das Gewicht bei der Abwehrtechnik nach hinten verlagert wurde, man aber nicht im Kokotsu-dachi stand, sondern der hintere Fuß weiter nach vorne zeigte. War gar nicht so einfach, an alles zu denken! Nach dem Partnerwechsel durfte ich mit Volker Tschannerl üben. Eine echte Herausforderung! Jetzt ging es nämlich nicht nur ums Zusehen und Korrigieren, sondern um Angriff und Konter! Da wurde mir nichts mehr geschenkt und ich mußte echt alles geben! Aber allmählich stellte sich ein wohliger Schauer bei den Übungen ein und nicht nur Fragezeichen, wie im bisherigen Tainingsverlauf!
Als letztes Trainingselement gab es folgende Übung: ein Partner bleibt stehen, der andere verlagert das Gewicht auf das Standbein, gleitet rechts nach vorne raus mit Suri-Ashi, dann mit dem linken Bein links vorwärts und anschließend sofort mit rechts Ashi-Barai am vorderen Bein des Partners und gleichzeitig mit dem Absetzen Oi-Tsuki. Der wohlige Schauer verstärkte sich mit jeder Technik und es klappte immer besser. Wir wurden immer stärker und, ja, es fing grade an Spaß zu machen, als....Risto diese Übung abbrach: Training fast zu Ende - zum Abschluß Kumite! Ich war jetzt so richtig in Fahrt und ließ mich von dem wie ein Dampfhammer vorgehenden und verdammt gut zielenden Volker überhaupt nicht irritieren! Zwar kassierte ich haufenweise Treffer, aber einstecken kann ich ja ganz gut! Ich hatte in den letzten zwanzig Minuten endlich Groschen für Groschen (Cent für Cent) Fallen hören und hatte das Gefühl, dass sich doch jetzt alle scheinbar unverständlichen Trainingselemente zusammenfügten. Die letzte, heute neu gelernte Technik versuchte ich einige Male im Freikampf, bis es leider Yame hieß und das Training vorüber war!
Ich hoffe, dass ich einiges von diesem beeindruckenden Lehrgang im Gedächtnis behalte und mir aneignen werde. Aber da werde ich wohl noch einige Zeit brauchen! Wie sagte Petra so schön in der Kabine:"Tja, hier merkt man mal wieder, Karate ist eine Lebensaufgabe!"
Die erste Trainingseinheit begann mit Tsukis im Stand. Sensei Risto legte besonders viel Wert auf den zurückgezogenen Arm, das Hikite. Und es war wieder mal verblüffend, wieviel stärker die Tsukis wirkten, wenn das mit dem Hikite ordentlich lief!
Als nächstes Maegeri. Es wurde betont, dass die erste Technik nicht das Hochziehen des Knies sei, sondern das Anfersen des tretenden Beins. Hatte ich das nicht schon irgendwo mal gehört? Richtig! Michi Jarchau, der am Training krankheitsbedingt nur passiv teilnehmen konnte, hatte uns dies auch schon zig-fach eingebläut! Dies sollte nicht das einzige Detail bleiben, das mir speziell aus Michis Training bekannt vorkam. Wäre schön, wenn ich mir diese Einzelheiten auch mal einprägen würde, so dass sie mir mal einfach so, zwischendurch, einfallen und nicht nur, wenn ich wieder drauf gestoßen werde...
Risto Kiiskilä ließ uns eine nette Kombination laufen, um den Maegeri zu üben: links vor im Zenkutsu-Dachi, hinteres Bein tritt Mae-Geri, hinten absetzen. Dann das vordere Bein ranziehen, wieder mit dem hinteren treten, im Sprung Beinwechsel und wieder mit dem hinteren treten, also 3x mit demselben Bein, aber keineswegs einfach! Bei weiteren Kombinationsübungen wurde viel Wert auf Gewichtsverlagerung und Hüfteinsatz gelegt. Risto achtete sehr darauf, dass der Gyaku-Tsuki gleichzeitig mit dem Absetzen des Beines geschlagen wurde. Auch war er stets bemüht, uns auf die Überleitung zwischen Gohon Kumite und dem Freikampf hinzuweisen. Ein Schwerpunkt des Wochenendlehrgangs lag bei uns darum beim Tai Sabaki, dem seitlichen Ausweichen, häufig mit Suri-Ashi, also Herausgleiten. Hier wurde uns nahegelegt, erst das Gewicht auf das Standbein zu verlagern und uns dann erst zurück oder zur Seite zu bewegen. Dann kam die große Preisfrage: wo beginnt die Beweglichkeit? Einige mutige Schwarzgurte versuchten, die richtige Antwort zu nennen. Aber Risto löste selber das Rätsel: die Beweglichkeit beginnt mit den Worten ICH WILL! Daraufhin kamen wir erst einmal in den Genuß der Bewegung: wir durften seitlich von einem Bein auf das andere hüfpen, und zwar in möglichst großen Sprüngen! Gibt es in Finnland Kängurus? Wie diese Beuteltiere kamen wir uns jedenfalls vor! Anschließend übten wir Tai Sabaki mit Suri-Ashi mit den Abwehrtechniken Age-uke, Soto-Uke und Nagashi-Uke. Beim Konter sollten wir u. a. darauf achten, mit Gyaku-Tsuki den Partner zu treffen, bevor dieser den Fuß nach dem Mae-Geri absetzen konnte. Nach einer anspruchsvollen Kombination (Vorgehen Gedan-Barai, vorderes Bein ranziehen, Gyaku-Gedan-Barai...) und allen erwähnten Abwehrtechniken im Partnertraining war die erste Einheit beendet. Mein Partner war ebenso wie Michi Jarchau, Beatrix und ca. 50 % aller anderen Teilnehmer krank und betonte, er gehöre eigentlich ins Bett. Ich hätte wetten können, im Anschluß an den Lehrgang ebenfalls darnieder zu liegen. Aber meine Vitamin-C-Dröhnung zwischen den Einheiten rettete mich offenbar.
Die zweite Einheit begann mit unkonventionellem Aufwärmtraining: Suri Ashi, Sprung, Tsuki zur Seite. Mit Partner machten wir dann eine Übung - Suri Ashi vor, dann Step Gyaku Tsuki. Meine Partnerin war zufällig jene, gegen die ich im Kampf um den dritten Platz in Billerbeck verlor: das Auge des Tigers! Allerdings kam sie mir diesmal gar nicht sehr tigermäßig vor.
Im Anschluß hieran gabs die Katas Heian Godan, Tekki Shodan, Bassai Dai, Kanku Dai und Unsu, letztere wurde in Teile zerlegt und ausführlicher geübt. Leider reichte es nicht, um sie mir einzuprägen. Ich habe bei der Kata immer Jochen Glass vor Augen, wie er sie vor vielen Jahren einmal vorgeführt hat.
Am Sonntag ging es um humane 11.30 Uhr weiter. Ich hätte mich am Liebsten in die hinterste Ecke verkrümelt. Ich muß zudem zugeben, dass ich das bisherige Training super anspruchsvoll fand. Nicht ohne Absicht hatte Risto wohl vornehmlich in dieSchwarzgurtecke gesprochen. Wahrscheinlich war ich für diese Art von Training einfach noch nicht bereit, oder zu blöd oder untalentiert. Seis drum. Bezahlt ist bezahlt und so wird auch die dritte Einheit durchgezogen. Nach dem Angrüßen sollte jeder zweite einen Schritt vortreten und -oh no!- ich stand in der ersten Reihe, Mitte, direkt vor dem Meister! Au Backe! Die erste Technik war mit rechts zurück Age-Uke. Ein paarmal gemacht, dann stark, dann winkte mich der Meister raus. Ohje, was kommt jetzt? Zu Allen gewandt machte ich auf Anweisung des Trainers die Technik vor. Nochmal, und nochmal! Ich wußte nicht, worauf er hinaus wollte und führte die Technik so aus, wie ich sie für richtig hielt: starke Ausholbewegung und Technik. Aber, aber, ihm war die Ausholbewegung zu stark. Nur locker ausholen, sonst wird die zweite Technik, die eigentliche Abwehr, zu schwach! Nun denn, ich hatte immer versucht, die Ausholbewegung schon als eigene Technik zu sehen, ich glaube bei Jochen hatte ichs schon mal so trainiert. Tja, das muß ich mir dann wohl wieder abgewöhnen! Aber, wenn ich ehrlich bin: lieber zu stark, als zu schwach!
Wir bauten dann in der restlichen Trainingseinheit eine geile Kombination auf: Abwehrtechniken, sämtlich mit Suri-Ashi und Tai Sabaki: Soto-Uke (rückwärts raus), Age-Uke (rechts seitlich raus), wieder Soto-Uke (rückwärts), dann rechts seitlich (nicht 45 Grad, sondern diesmal parallel) raus mit Gedan-Barai. Hierbei muß der vordere Fuß ca. 50 cm weit nach rechts raus, damit man aus der Ziellinie kommt. Als letzte Technik um den vordern Fuß vorwärs drehen mit Soto-Uke. Das bekam ich ja gar nicht hin! Im Partnertraining rief ich Risto, damit ers mir erklärt und er wußte sofort, warum es nicht funktionierte. Das Geheimnis hieß Hikite! Plötzlich gings tatsächlich! Als sei ein Knoten geplatzt! Alle Techniken übten wir dann zig-fach, anschließend auch mit Age-Uke und dann mit Partner. Beim ersten Partnertraining sollte einer nur ausführen und der andere korrigieren, hier hatte ich das Vergnügen mit Jürgen aus Wesel. Ich fand, wir schlugen uns beide tapfer! Bei der Übung war es wichtig, dass das Gewicht bei der Abwehrtechnik nach hinten verlagert wurde, man aber nicht im Kokotsu-dachi stand, sondern der hintere Fuß weiter nach vorne zeigte. War gar nicht so einfach, an alles zu denken! Nach dem Partnerwechsel durfte ich mit Volker Tschannerl üben. Eine echte Herausforderung! Jetzt ging es nämlich nicht nur ums Zusehen und Korrigieren, sondern um Angriff und Konter! Da wurde mir nichts mehr geschenkt und ich mußte echt alles geben! Aber allmählich stellte sich ein wohliger Schauer bei den Übungen ein und nicht nur Fragezeichen, wie im bisherigen Tainingsverlauf!
Als letztes Trainingselement gab es folgende Übung: ein Partner bleibt stehen, der andere verlagert das Gewicht auf das Standbein, gleitet rechts nach vorne raus mit Suri-Ashi, dann mit dem linken Bein links vorwärts und anschließend sofort mit rechts Ashi-Barai am vorderen Bein des Partners und gleichzeitig mit dem Absetzen Oi-Tsuki. Der wohlige Schauer verstärkte sich mit jeder Technik und es klappte immer besser. Wir wurden immer stärker und, ja, es fing grade an Spaß zu machen, als....Risto diese Übung abbrach: Training fast zu Ende - zum Abschluß Kumite! Ich war jetzt so richtig in Fahrt und ließ mich von dem wie ein Dampfhammer vorgehenden und verdammt gut zielenden Volker überhaupt nicht irritieren! Zwar kassierte ich haufenweise Treffer, aber einstecken kann ich ja ganz gut! Ich hatte in den letzten zwanzig Minuten endlich Groschen für Groschen (Cent für Cent) Fallen hören und hatte das Gefühl, dass sich doch jetzt alle scheinbar unverständlichen Trainingselemente zusammenfügten. Die letzte, heute neu gelernte Technik versuchte ich einige Male im Freikampf, bis es leider Yame hieß und das Training vorüber war!
Ich hoffe, dass ich einiges von diesem beeindruckenden Lehrgang im Gedächtnis behalte und mir aneignen werde. Aber da werde ich wohl noch einige Zeit brauchen! Wie sagte Petra so schön in der Kabine:"Tja, hier merkt man mal wieder, Karate ist eine Lebensaufgabe!"
Im Auge des Tigers - Pokalturnier Billerbeck 2002
Im Auge des Tigers
Hier nun also mein erster Beitrag fürs Dojo-Info. Nach diesem schönen Turnier in Billerbeck muß ich einfach mal was beisteuern. Wie immer vor Wettkämpfen lag doch ein Hauch von Spannung in der Luft, als ich mit meinem Familienauto dasDojo ansteuerte, um einige Karateka mitzunehmen. Nachdem uns von Frank Kastner schon von der Landesmeisterschaft am Vortag berichtet wurde und wir vor Erfurcht und Schrecken über sein k.o. erstarrt waren, wollten wir uns jetzt selber auf das Abenteuer Billerbeck einlassen.
Die Gruppe Kinder und die Unterstufe waren schon durch unser Dojo super vertreten. So spannend es auch war, diesen Katas und Kämpfen zuzusehen, hielt mich doch ab 13.30 Uhr nichts mehr davon ab, meine mütterlichen Formen in den Gi zu schwingen. Ab da war dann auch Aufwärmen und Warmhalten angesagt. So ca. eine halbe Stunde vor der Runde Kata-Mannschaft bewiesen Sylvie Kowalik und Peggy Bürger unermüdlichen Kampfgeist und Spontanität: ich konnte sie tatsächlich zu einer Kata-Manschafts-Aufstellung mit Heian Godan überreden. 5 oder 6 mal probten wir so leidlich und konnten dann uns in aller letzter Sekunde, quasi unmittelbar vor dem Start nachmelden - als Münster VI – gab es jemals 6 Kata-Mannschaften von uns bei einem Turnier???? Keine Ahnung, ob wir auch nur eine Spur synchron waren...aber letztlich machten wir doch tatsächlich den 3. Platz! Wahnsinn! Das hob die Stimmung natürlich ungemein und gab uns irgendwie das Gefühl, unverletzlich zu sein!
Im Kata-Einzel war erwartungsgemäß die Sylvie wieder absolute Spitze! Aber auch meine schwache Hoffnung auf einen Platz auf dem Treppchenerfüllte sich mit Platz 3. Wow! Ich habe zu Hause nachgeschaut: mein letzter Erfolg in Billerbeck war im Jahre 1987! Leute, das ist 15 Jahre her! Kaumzu glauben, dass ich jetzt nochmal so viel Glück hatte.
Anschließend kam allerdings der Turnierteil, der für mich die absolute Zitterpartie war: Kumite! Ich hoffte, nicht gegen Peggy und Sylvie antreten zu müssen und dieser Wunsch wurde mir sogar erfüllt. Leider habe ich gar keine Kampferfahrung, auch wenn mein "böses Karategesicht" vielleicht von Kampfgeist zeugt....so kann ich auch gar nicht sagen, wie der liebe Albert dazu kam, mir in den ersten beiden Kämpfen je zwei Wazari zukommen zu lassen. Aber wenn man gewinnt, fragt man ja nicht lange, gell? Tja, und plötzlich hieß es: ich sei im Kampf um den
dritten Platz. Was? Ich? Hätte echt gewettet, direkt in der ersten Runde rauszufliegen!
Meine Gegnerin war mir schon vorher beim Warmhalten aufgefallen. Ohje, gegen sie sollte ich bestehen...mir war plötzlich ganz flau im Magen...aber....bloß nix anmerken lassen! Schnell wieder böse gucken. Zu Beginn war der Kampf dann auch wie die beiden zuvor. Ich hampelte da herum und versuchte verzweifelt, irgendeine Technik punktebringend anzuwenden. War aber alles irgendwie zu schwach oder nicht an der richtigen Stelle oder zu weit weg. Es ist schon erstaunlich, dass so im realen Kampf alle Theorie weg ist! Was hatte ich doch versucht, mir irgendwelche Kombinationen einzuprägen! Und jetzt? Mann, war das ein Gehampel! Meine Gegnerinwar zwar eindeutig wettkampferfahrener, konnte aber mit meinem unkonventionellen Gehopse nicht recht was anfangen. Ich muß sie wohl im Eifer des Gefechts ein paarmal am Gi gezupft haben....Albert hat es aber wohl nicht bemerkt. Ich bekam nur von meinem Gegenüber zunehmend wütende und böse Blicke und Gesten deswegen zugeworfen. Als sie es dann auch noch war, die dann kurz darauf wegen Kittelzupfens verwarnt wurde, geriet sie vollends ausser sich und funkelte mich an. Wow, was für ein Blick! Das Auge des Tigers!
In den letzten 30 Sekunden Kampfzeit waren wir beide wohl so voller Kampfgeist, dass wir beide jeweils verwarnt wurden wegen zu starken Jodan-Kontakts.- Glücklicher Weise ist aber keine verletzt worden. Punktelos ging es in die Verlängerung. Jetzt legte meine Gegnerin richtig los. Täuschte ich oder hatte ihre Augenfarbe ins Rote gewechselt? Sie brachte ein paar schöne Fußtechniken an, die aber nicht gewertet wurden. Mein Gegenüber wuchs echt über sich hinaus und warf mich sogar einmal zu Boden.....aber dann war auch die Kampfzeit-Verlängerung abgelaufen, ohne Punkte aber auch ohne Verletzungen - ich hatte es überstanden! Auch wenn der anschließende Pflichtenscheid der Kampfrichter dann einstimmig und zu Recht zu Gunsten meiner Gegnerin ausfiel, war ich kein bisschen enttäuscht. Vielmehr war ich froh, einmal unverletzt in das Auge des Tigers geblickt zu haben, ohne von diesem verschlungen zu werden.
Hier nun also mein erster Beitrag fürs Dojo-Info. Nach diesem schönen Turnier in Billerbeck muß ich einfach mal was beisteuern. Wie immer vor Wettkämpfen lag doch ein Hauch von Spannung in der Luft, als ich mit meinem Familienauto dasDojo ansteuerte, um einige Karateka mitzunehmen. Nachdem uns von Frank Kastner schon von der Landesmeisterschaft am Vortag berichtet wurde und wir vor Erfurcht und Schrecken über sein k.o. erstarrt waren, wollten wir uns jetzt selber auf das Abenteuer Billerbeck einlassen.
Die Gruppe Kinder und die Unterstufe waren schon durch unser Dojo super vertreten. So spannend es auch war, diesen Katas und Kämpfen zuzusehen, hielt mich doch ab 13.30 Uhr nichts mehr davon ab, meine mütterlichen Formen in den Gi zu schwingen. Ab da war dann auch Aufwärmen und Warmhalten angesagt. So ca. eine halbe Stunde vor der Runde Kata-Mannschaft bewiesen Sylvie Kowalik und Peggy Bürger unermüdlichen Kampfgeist und Spontanität: ich konnte sie tatsächlich zu einer Kata-Manschafts-Aufstellung mit Heian Godan überreden. 5 oder 6 mal probten wir so leidlich und konnten dann uns in aller letzter Sekunde, quasi unmittelbar vor dem Start nachmelden - als Münster VI – gab es jemals 6 Kata-Mannschaften von uns bei einem Turnier???? Keine Ahnung, ob wir auch nur eine Spur synchron waren...aber letztlich machten wir doch tatsächlich den 3. Platz! Wahnsinn! Das hob die Stimmung natürlich ungemein und gab uns irgendwie das Gefühl, unverletzlich zu sein!
Im Kata-Einzel war erwartungsgemäß die Sylvie wieder absolute Spitze! Aber auch meine schwache Hoffnung auf einen Platz auf dem Treppchenerfüllte sich mit Platz 3. Wow! Ich habe zu Hause nachgeschaut: mein letzter Erfolg in Billerbeck war im Jahre 1987! Leute, das ist 15 Jahre her! Kaumzu glauben, dass ich jetzt nochmal so viel Glück hatte.
Anschließend kam allerdings der Turnierteil, der für mich die absolute Zitterpartie war: Kumite! Ich hoffte, nicht gegen Peggy und Sylvie antreten zu müssen und dieser Wunsch wurde mir sogar erfüllt. Leider habe ich gar keine Kampferfahrung, auch wenn mein "böses Karategesicht" vielleicht von Kampfgeist zeugt....so kann ich auch gar nicht sagen, wie der liebe Albert dazu kam, mir in den ersten beiden Kämpfen je zwei Wazari zukommen zu lassen. Aber wenn man gewinnt, fragt man ja nicht lange, gell? Tja, und plötzlich hieß es: ich sei im Kampf um den
dritten Platz. Was? Ich? Hätte echt gewettet, direkt in der ersten Runde rauszufliegen!
Meine Gegnerin war mir schon vorher beim Warmhalten aufgefallen. Ohje, gegen sie sollte ich bestehen...mir war plötzlich ganz flau im Magen...aber....bloß nix anmerken lassen! Schnell wieder böse gucken. Zu Beginn war der Kampf dann auch wie die beiden zuvor. Ich hampelte da herum und versuchte verzweifelt, irgendeine Technik punktebringend anzuwenden. War aber alles irgendwie zu schwach oder nicht an der richtigen Stelle oder zu weit weg. Es ist schon erstaunlich, dass so im realen Kampf alle Theorie weg ist! Was hatte ich doch versucht, mir irgendwelche Kombinationen einzuprägen! Und jetzt? Mann, war das ein Gehampel! Meine Gegnerinwar zwar eindeutig wettkampferfahrener, konnte aber mit meinem unkonventionellen Gehopse nicht recht was anfangen. Ich muß sie wohl im Eifer des Gefechts ein paarmal am Gi gezupft haben....Albert hat es aber wohl nicht bemerkt. Ich bekam nur von meinem Gegenüber zunehmend wütende und böse Blicke und Gesten deswegen zugeworfen. Als sie es dann auch noch war, die dann kurz darauf wegen Kittelzupfens verwarnt wurde, geriet sie vollends ausser sich und funkelte mich an. Wow, was für ein Blick! Das Auge des Tigers!
In den letzten 30 Sekunden Kampfzeit waren wir beide wohl so voller Kampfgeist, dass wir beide jeweils verwarnt wurden wegen zu starken Jodan-Kontakts.- Glücklicher Weise ist aber keine verletzt worden. Punktelos ging es in die Verlängerung. Jetzt legte meine Gegnerin richtig los. Täuschte ich oder hatte ihre Augenfarbe ins Rote gewechselt? Sie brachte ein paar schöne Fußtechniken an, die aber nicht gewertet wurden. Mein Gegenüber wuchs echt über sich hinaus und warf mich sogar einmal zu Boden.....aber dann war auch die Kampfzeit-Verlängerung abgelaufen, ohne Punkte aber auch ohne Verletzungen - ich hatte es überstanden! Auch wenn der anschließende Pflichtenscheid der Kampfrichter dann einstimmig und zu Recht zu Gunsten meiner Gegnerin ausfiel, war ich kein bisschen enttäuscht. Vielmehr war ich froh, einmal unverletzt in das Auge des Tigers geblickt zu haben, ohne von diesem verschlungen zu werden.
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