Vom redlichen Bemühen
(frei nach "Natur und Kunst" von Johann Wolfgang von Goethe)
Kata und Kumite, sie scheinen so verschieden
Und haben sich, eh man es denkt, gefunden.
Der Widerwille ist auch mir verschwunden
Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.
Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst, in trainingsreichen Stunden
Mit Geist und Fleiß uns an die Kata-Kunst gebunden
Mag (Frei)Kampf auch in uns’ren Herzen glühen.
So ist’s mit unserer Kampfkunst generell beschaffen:
Vergebens werden ungebundne Geister
Nach der Vollendung des Karate streben.
Wer Großes will, muss sich zusammenraffen.
Und in der Vielfalt zeigt sich erst der Meister.
Was wir gelernt haben könn' wir dann weitergeben.
(und für Kulturbanausen hier das Original ;-) )
Natur und Kunst
von Johann Wolfgang von Goethe
Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
Und haben sich, eh’ man es denkt, gefunden;
Der Widerwille ist auch mir verschwunden,
Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.
Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst, in abgemessnen Stunden,
Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,
Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.
So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen.
Vergebens werden ungebundne Geister
Nach der Vollendung reiner Höhe streben.
Wer Großes will, muss sich zusammenraffen.
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.
Montag, 14. Juli 2014
Mittwoch, 2. Juli 2014
Czech Gasshuku
Tag 1
1. Einheit - Kata Training
Klasse Trainingsstart beim Czech Gasshuku! Heute früh um 08.00 Uhr ging es los mit Katatraining bei einem tschechischen Shihan Karel, der uns mit Impressionen zur Gankaku in den Tag begleitete. Er verwies an einigen Stellen auf das Training bei Izumiya Sensei beim Kata Special Course und rief einige dieser Trainingsansätze wieder ins Gedächtnis. Zwei Stellen in der Kata fanden meine Karatefreunde und ich dann in der Pause allerdings durchaus diskussionswürdig - es ging um Drehungen (die erste Drehung zu Beginn der Kata, bei der man vom Kokotsu Dachi um 180 Grad in den Kiba Dachi dreht, möglichst ohne das Gewicht vorher zu verlagern. Karel Shihan bestand darauf, dass wir hier auf der Ferse drehen sollten (wie es ja meist bei Karatewendungen gefordert wird). In unserem kleinen Karatesgrüppchen drehten wir allerdings alle automatisch und ohne Nachteile erkennen zu können, hier auf dem Ballen. Zweite Stelle war die Position nach den drei Manji Ukes, bei der man die Ellenbogen zur Seite rausstellt und erst rechts, dann links die Hüfte dreht und so mit den Ellenbogen blocken kann. Auch hier macht m. E. eine Drehung auf beiden Fersen keinen Sinn - ich würde es hier eher wie in der Bassai Dai bei der Tsuki-Uchi-Uke-Kombination machen und je mit einem Fuß auf der Ferse, mit dem anderen auf dem Ballen drehen. Insgesamt hat mir die Einheit, die auch etliche Bunkai-Sequenzen beinhaltete, sehr gut gefallen.
2. Einheit,
Nach einer kurzen Pause, in der ich für einen Karatefreund aus Stade schnell meinen zweiten Obi aus dem Hotel holte, ging es weiter mit meinem ersten Training bei Sensei Okuma, einem Schüler Naka Senseis. Okuma sprach mich sofort durch seine sympathische und fast hemdsärmelige Art an. Wir starteten sehr zur Freude meines Trainingspartners Torsten mit der Taikyoku Shodan. Diese wurde von Okuma stufenweise ausgebaut - zunächst führten wir sie "normal" aus, dann mit je einem Step nach hinten und dann nach vorne, um die Idee einer Kumite-Bewegung mit einem ganz kurzen Step bei der Rückwärtsbewegung zu erarbeiten. Schließlich wurde die Kata noch mit einigen Keris "gewürzt", so dass hier wohl jeder in der Halle irgendwie auf seine Kosten kam :-) .
Nach einer kurzen Trinkpause ging es weiter mit Gohon-Kumite - Tsuki Jodan, Tsuki Chudan und Mae Geri. Hier fand ich in Frank Köhler meinen Meister und habe mir fest vorgenommen, diese Kumite-Form, die mir von allen Kumite-Formen irgendwie am wenigsten liegt, mehr zu üben ^^ Mist - beim Mae Geri hat weder Nagashi Uke, noch Gedan Barei beim Training mit Frank richtig funktioniert.
Im Anschluss gab es dann dann Jiyu-Kumite mit ständig wechselnden Partnern. Zunächst sollte Tori mit dreimal mit Tsuki Jodan angreifen, Uke sollte mit Nagashi Uke Jodan (ich hätte jetzt spontan gesagt, dass es ein Soto-Uke mit offener Hand ist, aber vermutlich wird dieser Block dann (gewischt und mit offener Hand) zum Nagashi Uke) geblockt werden, dann Konter. Anschließend sollte Tori den Konter seinerseits wieder blocken und gegenkontern.
Schließlich gab es noch eine Mae-Geri-Übung: Zunächst sollten wir uns partnerweise im Wechsel Mae Geris seitlich Chudan verpassen mit leichtem Kontakt. Dann sollte Uke den Keri seitlich mit Tai Sabaki rausblocken und mit Gyaku Tsuki kontern. Im letzten Durchgang sollte der Konter wiederum ein Mae Geri sein, also zweimal Kick mit demselben Bein - hier kam es besonders auf ein stabiles Standbein an!
Ach, das hat mal wieder richtig Spaß gemacht, schön ne knappe Stunde Kumite und dabei den Kopf frei kriegen! Herrlich! Was hab ich das vermisst! Bei allem Ärger darüber, dass meine besten Karatezeiten wohl hinter mir liegen und es ein harter und langer Weg wird, das mal Gekonnte einigermaßen wieder aufzubauen, überwiegt doch die Dankbarkeit, endlich wieder an intensiven Trainings und Lehrgängen teilnehmen zu können.
3. Einheit
Jetzt hatten wir das Vergnügen mit Naka Sensei! Wir begannen mit einer Übung "zur Koordination von Armen und Beinen", wie Naka Sensei es einige Male betonte: Wir starteten im Kiba Dachi mit der rechten Hand im Tate Shuto Uke - die erste Bewegung war, den linken Fuß an den rechten zu ziehen, ohne die Höhe des Standes zu verändern, und gleichzeitig mit der linken Faust einen Tsuki auszuführen, dann das rechte Bein wieder in den KB setzen, und mit rechts Tsuki, Kamae war dann im Stand die linke Hand zum Tate Shuto Uke zu führen, das Ganze wurde dann auch nach links ausgeführt. Die Übung wurde nach und nach ausgebaut: zunächst kam nach dem ersten Tsuki bei der Bewegung nach rechts ein Yoko-Geri Kekomi mit rechts, nach links dann entsprechend anders rum. Hinterher ging es nach dem ersten Tsuki im Heisoku Dachi nach rechts rechts vor in ZK mit Gyaku Tsuki und nachfolgend Yoko Geri mit rechts, andersrum genauso.
Hauptthema der Einheit war Oi Tsuki / Gyaku Tsuki bzw. Kizami Tsuki Gyaku Tsuki, je nachdem, welche Distanz zu überbrücken war.
Wir übten zunächst alleine Oi Tsuki / Gyaku Tsuki. Später wurde daraus folgende Partnerübung: Angreifer kommt vor mit einer großen Bewegungsabfolge Oi Tsuki, Gyaku Tsuki, der Abwehrende geht ohne Block einen Schritt zurück. Dann steppt der Angreifer kurz einen Schritt zurück (es wurde auch gesagt "mit Kiri Kaeshi", was m. E. bedeuten würde, einen Schrittwechsel auf der Stelle auszuführen, aber vorgemacht hat Naka Sensei eigentlich immer "einen Schritt zurück". Hier sollte nicht lange pausiert werden, sondern der Angreifer macht sofort wieder Druck nach vorne, jetzt auf kurzer Distanz Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki. Für mich diese im Grunde nicht wahnsinnig komplizierte Übung nach meiner langen Kumite-Abstinenz ein bisschen wie "wieder laufen lernen": Es lief nicht richtig rund und obwohl mir die Übung theoretisch klar war, war ich absolut nicht zufrieden mit der Ausführung. Allerdings tat sich auch mein Trainingspartner sichtlich schwer mit der Abfolge - vielleicht war uns doch der "Schritt zurück" einfach zu ungewohnt. Eine super Übung, aber sie hatte wirklich ihre Tücken!
Bei dem Partnertraining wurden wir übrigens richtig schön geschliffen! Hey, das war echt mal wieder Moving Zen! Denn Naka trieb uns zu einem Höchstmaß an Geschwindigkeit an, in dem er bei dieser Übung plötzlich eine Trillerpfeife hervorzauberte, die er bis dahin hübsch unter seinem Gi-Oberteil verborgen hatte :-) Beide Partner hatten ohnehin schon einige Male die Übung ausgeführt, als es plötzlich hieß:"Just 10 more times!" Ohje! Hey, das war mal echt eine konditionelle Herausforderung und machte so richtig schön die Birne frei!
Anschließend übten wir Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki mit Suri Ashi und diese Übung gab es dann in Formationen zu je drei Personen: Der in der Mitte griff einen der Außenstehenden an mit Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki, dann schnelle Drehung und den anderen angreifen. Hier ließ uns Naka Sensei je 10 bzw. 15 Sekunden agieren, bevor der Angreifer wechselte.
Schließlich sollten wir bei der Übung zu dritt mit den Distanzen variieren: Einer der Außenstehenden hatte die Aufgabe, beliebig einen Schritt weiter auf den Angreifer zu zu gehen oder einen Schritt zurück. Der in der Mitte sollte jetzt sofort erkennen: "Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki oder Oi Tsuki / Gyaku Tsuki".
Wow, was hatten mir diese letzten Partnerübungen Spaß gemacht! Das ist für mich die Seele des Karate - Partnertraining mit Biss! So macht es Spaß :-)
Zum Abschluss der Einheit ließ uns Naka Sensei noch einige male die Jion ausführen. Er wies darauf hin, dass die meisten Techniken auch nichts anderes sind als "Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki" und das haben wir ja auch von unserem Trainer und Karatefreund Andreas Klein schon oft gehört! Wir versuchten dann, Naka Senseis Anleitungen zur Jion zu befolgen und freuten uns nach einem Cool Down dann einfach noch auf die Dusche :-)
Tag 4:
Sochin mit Richard Sensei, dem Präsidenten des Czech Gasshuku. Karate beginnt und endet mit Respekt und Höflichkeit - umso verwunderlicher ist es, dass einige der deutschen Karateka das Dojo wieder verlassen haben, nachdem feststand, dass kein japanischer Instructor das Training leiten würde. Richard Sensei hat ein tolles Training gegeben und wie wir hinterher erfuhren, ist er vor einigen Wochen bei der EM der Veteranen mit dieser Kata Europameister geworden.
In der Pause bis zur nächsten Einheit habe ich das Unterstufentraining von Naka Sensei beobachtet. Es lehrte die Kata Heian Sandan und hatte ein tolles Trainingskonzept mit Kihon aus der Kata und Partnerübungen, die dann das Verständnis für die Kata ermöglichten. Am Ende ließ Naka Sensei die Heian Sandan "am Stück" einige Male ohne Pause hintereinander ausführen - und zwar abwechselnd "normal" und "ura".
In der zweiten Einheit hatten wir wieder eine vollständige Kata Einheit und zwar bei Okuma Sensei. Er lehrte uns Bassai Sho. Die JKA-Version hat einige Elemente, die von der uns bekannten Version abweichen: Die Greifbewegung vor dem ersten Kiai (Kaeshi Dori) war bislang immer anders als bei der Bassai Dai, nämlich so, dass in der Sho das Handgelenk ganz umfasst wird. Heute erklärte Okuma Sensei, dass wir die Technik genauso ausführen sollten, wie bei der Bassai Dai. Die andere Version sei den Kanku-Katas vorbehalten. Außerdem wird nach dem zweiten Manji Uke der linke Fuß nicht mehr unter den Körperschwerpunkt gezogen, sondern es wird direkt mit rechts vor in Kokotsu Dachi mit Shuto Uke vorwärts bewegt. Wir führten die Bassai Sho gegen Ende der Einheit dann in zwei Gruppen je neunmal aus und einmal noch gemeinsam.
Nachmittags hatten wir wieder das Vergnügen mit Naka Sensei. Der Sensei wärmte uns wieder ähnlich auf, wie gestern. Anschließend sollten wir wieder einige Kizami-Tsuki / Gyaku-Tsuki-Versionen aus dem Shizen Tai ausführen: Kizami, Gyaku, Kizami-Gyaku, Gyaku-Kizami und Gyaku-Gyaku. Das hatte es schon ganz schön in sich und wir führten das dann noch an einem Partner aus, der als "Target" einfach im Shizen Tai stand.
Dann machten wir eine Art "Tipp-Kick", wie wir es bei uns im Dojo auch machen: durch das Antippen verschiedener Körperstellen (Schulter, Oberschenkel), werden bestimmte Techniken ausgeführt. In diesem Fall stand der "Roboter" im Kamae und der andere tippte auf die Schulter und löste entweder einen Kizami oder einen Gyaku Tsuki aus. Beim Tipp auf den Oberschenkel des hinteren Beins gab es Mae Geri und beim vorderen Mawashi Geri. Es sollten maximal zwei Techniken unmittelbar hintereinander "programmiert" werden. Im Verlauf der Übung sollten die "Roboter" zunehmend stark agieren.
Dann gab es noch eine Übung zu dritt, die wir so oder ähnlich schon in Berlin gemacht hatten: zu viert zusammen, einer steht in der Mitte, vor diesem steht ein Karateka und re/li neben ihm auch. Die äußeren stehen im Kamae, der in der Mitte steht aufrecht und lässt die Hände li und re neben dem Körper hängen. Der Mittlere streckt dann eine oder beide Fäuste nach vorne oder zur Seite und die Partner müssen schnell reagieren und Kizami oder Gyaku Tsuki jodan oder chudan ausführen. Das dann mit steigender Geschwindigkeit und bis jeder einmal dran war. Im Verlauf konnte der Mittlere noch vor- oder rückwärts laufen und dadurch die Arbeit der anderen erschweren.
Zum Abschluss gab es noch einige Male Gankaku.
Abends haben wir zunächst mit einem kleinen Kreis von Karatefreunden bei einigen Getränken und/oder Essen zusammen gesessen und zum Teil schon Abschied genommen. Die Lehrgangsparty fand leider ohne Torsten und mich statt, muss aber wieder sehr schön gewesen sein!
Nach einer mal richtig ausgeschlafenen Nacht gab es am letzten Trainingstag noch Gojoshiho Sho mit Naka Sensei. Das Aufwärmtraining übernahm diesmal eine andere Tschechin und ich dachte erst: Hey, sie ist auf dem aktuellen Stand, was das Warm Up angeht - aber leider fing sie gegen Ende des Warm Up dann doch wieder an, statisch zu dehnen.
Naka Sensei ließ uns zunächst die Kata zweimal komplett ausführen. Dann sollten wir uns zu viert zusammen tun - möglichst Danträger mit Farbgurten gemischt - und die Kata in Sequenzen ausführen, die zunächst vom Sensei vorgegeben und dann einige Male in den Gruppen ausgeführt wurden. Es gab einige JKA-Besonderheiten, z. B. die Schlussstellung der Kata im Kosa Dachi, statt im Neko Achi Dachi. Die Schlussbewegung (Morote Tate Uchi, sagt Torsten ;-) ) sollte wellenförmig erfolgen. Das übten wir dann auch am Partner (Partner greift an die Oberarme, wir befreien uns und stoßen den Partner weg), was mir ziemlich schwer fiel. Torsten und ich stellten fest, dass es half, wenn man die erste "Welle" schon beim Abwehren der Greifbewegung ausführte und nicht erst anschließend.
Für uns war dann nach dieser Einheit der Lehrgang zu Ende. Die letzte Einheit opferten wir einer zeitigen Heimkehr nach Münster. Vor der Abfahrt gab es natürlich noch ein großes Abschiednehmen und eine kleine Fotosession mit den Senseis. Schön war's, Sporice! Czech Gasshuku ist absolut zu empfehlen! Oss!
1. Einheit - Kata Training
Klasse Trainingsstart beim Czech Gasshuku! Heute früh um 08.00 Uhr ging es los mit Katatraining bei einem tschechischen Shihan Karel, der uns mit Impressionen zur Gankaku in den Tag begleitete. Er verwies an einigen Stellen auf das Training bei Izumiya Sensei beim Kata Special Course und rief einige dieser Trainingsansätze wieder ins Gedächtnis. Zwei Stellen in der Kata fanden meine Karatefreunde und ich dann in der Pause allerdings durchaus diskussionswürdig - es ging um Drehungen (die erste Drehung zu Beginn der Kata, bei der man vom Kokotsu Dachi um 180 Grad in den Kiba Dachi dreht, möglichst ohne das Gewicht vorher zu verlagern. Karel Shihan bestand darauf, dass wir hier auf der Ferse drehen sollten (wie es ja meist bei Karatewendungen gefordert wird). In unserem kleinen Karatesgrüppchen drehten wir allerdings alle automatisch und ohne Nachteile erkennen zu können, hier auf dem Ballen. Zweite Stelle war die Position nach den drei Manji Ukes, bei der man die Ellenbogen zur Seite rausstellt und erst rechts, dann links die Hüfte dreht und so mit den Ellenbogen blocken kann. Auch hier macht m. E. eine Drehung auf beiden Fersen keinen Sinn - ich würde es hier eher wie in der Bassai Dai bei der Tsuki-Uchi-Uke-Kombination machen und je mit einem Fuß auf der Ferse, mit dem anderen auf dem Ballen drehen. Insgesamt hat mir die Einheit, die auch etliche Bunkai-Sequenzen beinhaltete, sehr gut gefallen.
2. Einheit,
Nach einer kurzen Pause, in der ich für einen Karatefreund aus Stade schnell meinen zweiten Obi aus dem Hotel holte, ging es weiter mit meinem ersten Training bei Sensei Okuma, einem Schüler Naka Senseis. Okuma sprach mich sofort durch seine sympathische und fast hemdsärmelige Art an. Wir starteten sehr zur Freude meines Trainingspartners Torsten mit der Taikyoku Shodan. Diese wurde von Okuma stufenweise ausgebaut - zunächst führten wir sie "normal" aus, dann mit je einem Step nach hinten und dann nach vorne, um die Idee einer Kumite-Bewegung mit einem ganz kurzen Step bei der Rückwärtsbewegung zu erarbeiten. Schließlich wurde die Kata noch mit einigen Keris "gewürzt", so dass hier wohl jeder in der Halle irgendwie auf seine Kosten kam :-) .
Nach einer kurzen Trinkpause ging es weiter mit Gohon-Kumite - Tsuki Jodan, Tsuki Chudan und Mae Geri. Hier fand ich in Frank Köhler meinen Meister und habe mir fest vorgenommen, diese Kumite-Form, die mir von allen Kumite-Formen irgendwie am wenigsten liegt, mehr zu üben ^^ Mist - beim Mae Geri hat weder Nagashi Uke, noch Gedan Barei beim Training mit Frank richtig funktioniert.
Im Anschluss gab es dann dann Jiyu-Kumite mit ständig wechselnden Partnern. Zunächst sollte Tori mit dreimal mit Tsuki Jodan angreifen, Uke sollte mit Nagashi Uke Jodan (ich hätte jetzt spontan gesagt, dass es ein Soto-Uke mit offener Hand ist, aber vermutlich wird dieser Block dann (gewischt und mit offener Hand) zum Nagashi Uke) geblockt werden, dann Konter. Anschließend sollte Tori den Konter seinerseits wieder blocken und gegenkontern.
Schließlich gab es noch eine Mae-Geri-Übung: Zunächst sollten wir uns partnerweise im Wechsel Mae Geris seitlich Chudan verpassen mit leichtem Kontakt. Dann sollte Uke den Keri seitlich mit Tai Sabaki rausblocken und mit Gyaku Tsuki kontern. Im letzten Durchgang sollte der Konter wiederum ein Mae Geri sein, also zweimal Kick mit demselben Bein - hier kam es besonders auf ein stabiles Standbein an!
Ach, das hat mal wieder richtig Spaß gemacht, schön ne knappe Stunde Kumite und dabei den Kopf frei kriegen! Herrlich! Was hab ich das vermisst! Bei allem Ärger darüber, dass meine besten Karatezeiten wohl hinter mir liegen und es ein harter und langer Weg wird, das mal Gekonnte einigermaßen wieder aufzubauen, überwiegt doch die Dankbarkeit, endlich wieder an intensiven Trainings und Lehrgängen teilnehmen zu können.
3. Einheit
Jetzt hatten wir das Vergnügen mit Naka Sensei! Wir begannen mit einer Übung "zur Koordination von Armen und Beinen", wie Naka Sensei es einige Male betonte: Wir starteten im Kiba Dachi mit der rechten Hand im Tate Shuto Uke - die erste Bewegung war, den linken Fuß an den rechten zu ziehen, ohne die Höhe des Standes zu verändern, und gleichzeitig mit der linken Faust einen Tsuki auszuführen, dann das rechte Bein wieder in den KB setzen, und mit rechts Tsuki, Kamae war dann im Stand die linke Hand zum Tate Shuto Uke zu führen, das Ganze wurde dann auch nach links ausgeführt. Die Übung wurde nach und nach ausgebaut: zunächst kam nach dem ersten Tsuki bei der Bewegung nach rechts ein Yoko-Geri Kekomi mit rechts, nach links dann entsprechend anders rum. Hinterher ging es nach dem ersten Tsuki im Heisoku Dachi nach rechts rechts vor in ZK mit Gyaku Tsuki und nachfolgend Yoko Geri mit rechts, andersrum genauso.
Hauptthema der Einheit war Oi Tsuki / Gyaku Tsuki bzw. Kizami Tsuki Gyaku Tsuki, je nachdem, welche Distanz zu überbrücken war.
Wir übten zunächst alleine Oi Tsuki / Gyaku Tsuki. Später wurde daraus folgende Partnerübung: Angreifer kommt vor mit einer großen Bewegungsabfolge Oi Tsuki, Gyaku Tsuki, der Abwehrende geht ohne Block einen Schritt zurück. Dann steppt der Angreifer kurz einen Schritt zurück (es wurde auch gesagt "mit Kiri Kaeshi", was m. E. bedeuten würde, einen Schrittwechsel auf der Stelle auszuführen, aber vorgemacht hat Naka Sensei eigentlich immer "einen Schritt zurück". Hier sollte nicht lange pausiert werden, sondern der Angreifer macht sofort wieder Druck nach vorne, jetzt auf kurzer Distanz Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki. Für mich diese im Grunde nicht wahnsinnig komplizierte Übung nach meiner langen Kumite-Abstinenz ein bisschen wie "wieder laufen lernen": Es lief nicht richtig rund und obwohl mir die Übung theoretisch klar war, war ich absolut nicht zufrieden mit der Ausführung. Allerdings tat sich auch mein Trainingspartner sichtlich schwer mit der Abfolge - vielleicht war uns doch der "Schritt zurück" einfach zu ungewohnt. Eine super Übung, aber sie hatte wirklich ihre Tücken!
Bei dem Partnertraining wurden wir übrigens richtig schön geschliffen! Hey, das war echt mal wieder Moving Zen! Denn Naka trieb uns zu einem Höchstmaß an Geschwindigkeit an, in dem er bei dieser Übung plötzlich eine Trillerpfeife hervorzauberte, die er bis dahin hübsch unter seinem Gi-Oberteil verborgen hatte :-) Beide Partner hatten ohnehin schon einige Male die Übung ausgeführt, als es plötzlich hieß:"Just 10 more times!" Ohje! Hey, das war mal echt eine konditionelle Herausforderung und machte so richtig schön die Birne frei!
Anschließend übten wir Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki mit Suri Ashi und diese Übung gab es dann in Formationen zu je drei Personen: Der in der Mitte griff einen der Außenstehenden an mit Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki, dann schnelle Drehung und den anderen angreifen. Hier ließ uns Naka Sensei je 10 bzw. 15 Sekunden agieren, bevor der Angreifer wechselte.
Schließlich sollten wir bei der Übung zu dritt mit den Distanzen variieren: Einer der Außenstehenden hatte die Aufgabe, beliebig einen Schritt weiter auf den Angreifer zu zu gehen oder einen Schritt zurück. Der in der Mitte sollte jetzt sofort erkennen: "Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki oder Oi Tsuki / Gyaku Tsuki".
Wow, was hatten mir diese letzten Partnerübungen Spaß gemacht! Das ist für mich die Seele des Karate - Partnertraining mit Biss! So macht es Spaß :-)
Zum Abschluss der Einheit ließ uns Naka Sensei noch einige male die Jion ausführen. Er wies darauf hin, dass die meisten Techniken auch nichts anderes sind als "Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki" und das haben wir ja auch von unserem Trainer und Karatefreund Andreas Klein schon oft gehört! Wir versuchten dann, Naka Senseis Anleitungen zur Jion zu befolgen und freuten uns nach einem Cool Down dann einfach noch auf die Dusche :-)
Tag 2:
Kata (Naka Sensei): Kanku Sho: Neu: nach der Wendung kein Gedan
Barei, sondern den Arm kreisförmig absenken.
Okuma Sensei: Patrnertraining Zen (gleichzeitig)
Go no Zen (danach)
Zen (gleichzeitig Block und Konter, wenn der Gegner kommt,
Doppelarmtechnik Irikimi?) Sochin: aus Kamae Kiri Kaeshi, mit links Nagashi Uke
und statt Uraken mit rechts Tsuki sowie Age Uke, chudan Tsuki (normal und Ura)
und anschließend abtauchen und von hinten an die Oberschenkel fassen,
gleichzeitig mit der Schulter gegen den Oberkörper drücken und weghebeln
,mit Kiri Kaeshi und Yoko Geri den Angriff abstoppen
Zen no Zen: dem Angriff zuvor kommen, einen Angriff
provozieren (Samatag?)
Nachmittags Naka Sensei: Im Stand Kizami Tsuki 45 Grad und Gyaku
Tsuki, dann Kizami Tsuki in die andere Richtung 45 Grad
In Bahnen vorwärts: Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki , Gyaku Tsuki
/ Kizami Tsuki, Gyaku Tsuki / Gyaku Tsuki
Anschließend mit Partner
Enpi
Tag 3:
Jitte mit Okuma Sensei ("Last year we did Jitte, this year we
do....Jitte." ;-) )
Am Anfang: Hüfte!
Mit Bunkai (2 Sequenzen vom Anfang der Kata)
Nijushiho mit Okuma Sensei
Besonderheit: Am Anfang Empi mit 90 Grad zw Unterarm und
Oberarm
In der Anwendung Hasami Uke seitlich links (sonst zu
gefährlich, noch getroffen zu werden)
Maki Otoshi und nachfolgendem Teisho Awase Tsuki in einer
fließenden Bewegung
Einheit sehr kurzweilig
Dritte Einheit mit Naka Sensei:
Aufwärmen: Vorwärts laufen (spazierengehen, ganz normal,
nicht im ZK oder so) mit Tsuki und
rückwärts zurück
Dann mit Age Uke, Gyaku Tsuki
Dann mit Mae Geri auf jeden dritten Schritt
Im Stand Tsuki auf 1: ein Tsuki, auf 2: zwei Tsuki, auf 3
drei Tsuki
Da wurde man echt gut warm, das hätte als Erwärmung
eigentlich gereicht, davor wäre nichts weiter nötig gewesen.
Gravity –Schwerpunkt
1.
nur Kizami (re/li im ZK vor und zurück)
2.
nur Gyaku
3.
Kizami Gyaku
4.
Gyaku Kizami
5.
Dann 3 und 4 aneinanderfügen
6.
Kizami gyaku / gyaku Kizami, gyaku gyaku (drei
Schrittwechsel)
Naka Sensei ließ uns zunächst die Kata zweimal komplett ausführen. Dann sollten wir uns zu viert zusammen tun - möglichst Danträger mit Farbgurten gemischt - und die Kata in Sequenzen ausführen, die zunächst vom Sensei vorgegeben und dann einige Male in den Gruppen ausgeführt wurden. Es gab einige JKA-Besonderheiten, z. B. die Schlussstellung der Kata im Kosa Dachi, statt im Neko Achi Dachi. Die Schlussbewegung (Morote Tate Uchi, sagt Torsten ;-) ) sollte wellenförmig erfolgen. Das übten wir dann auch am Partner (Partner greift an die Oberarme, wir befreien uns und stoßen den Partner weg), was mir ziemlich schwer fiel. Torsten und ich stellten fest, dass es half, wenn man die erste "Welle" schon beim Abwehren der Greifbewegung ausführte und nicht erst anschließend.
Für uns war dann nach dieser Einheit der Lehrgang zu Ende. Die letzte Einheit opferten wir einer zeitigen Heimkehr nach Münster. Vor der Abfahrt gab es natürlich noch ein großes Abschiednehmen und eine kleine Fotosession mit den Senseis. Schön war's, Sporice! Czech Gasshuku ist absolut zu empfehlen! Oss!
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Naka,
Okuma
Freitag, 20. Juni 2014
Karate ist nicht alles, aber ohne Karate ist alles nichts.
Karate ist nicht alles, aber ohne Karate ist alles nichts.
Dieses schöne Zitat stammt von von einem meiner Karateschüler - kurz nach der Weißgurtprüfung. Und über so ein Zitat kann sich nur jeder Trainer, jede Trainerin sehr freuen, denn hier scheint der Funke über gesprungen zu sein, der die Begeisterung für Karate entfacht. Karate als Leidenschaft, als Energiequelle und Lebensmittelpunkt. Meine langjährigen Karatefreunde wissen, was ich damit meine.
In unserer neuen Karateschule Fuji San Münster haben wir sehr viele Mitglieder, die sehr engagiert und bei jeder Möglichkeit trainieren. Und wir haben auch viele Menschen, die nur gelegentlich zum Training kommen, weil sie schlicht und ergreifend ihr Leben anders ausgerichtet haben. Karate als Breitensport, also. Hm, Moment - Karate als Breitensport - geht das überhaupt? Nun, warum nicht? Oftmals sind es äußere Zwänge und Beschränkungen - wie Arbeit, Familie, Umzug eine andere Stadt - die unsere Kampfkunst zu einem "reinen Hobby" werden lassen. Daran ist nichts verwerflich, es kann schließlich nicht von jedem erwartet werden, sein Leben nach dem Karate auszurichten.
Was aber meiner Meinung nach sehr wohl erwartet werden kann, ist eine Konzentration auf das Karatetraining, wenn bestimmt Ziele anvisiert werden - z. B. eine Gürtelprüfung oder die Teilnahme an einem Wettkampf.
Hier wandle ich als Trainerin gelegentlich auf einem schmalen Grat - einerseits möchte ich einen Menschen motivieren, ihm ein Ziel vorgeben und mit einer bestandenen Prüfung oder einem absolvierten Wettkampfstart einen Meilenstein setzen. Andererseits gilt bei einer Kampfkunst vielleicht noch mehr als woanders: Ohne Fleiß kein Preis!
Die Frage, welchen Stellenwert Karate im Leben bekommt, hängt bei vielen Menschen auch zu einem nicht unerheblichen Teil davon ab, welche Prioritäten wir für uns oder unsere Kinder setzen. Viele Kinder kommen total erschöpft einmal die Woche ins Training, weil sie grade vom Fußball kommen und gleich anschließend weiter zum Reiten müssen. Wenn sie ein halbes Jahr oder länger trainiert haben und der Wunsch nach einer Gürtelprüfung aufkommt oder nach der Teilnahme an einem Wettkampf, heißt es oft:"Ich kann aber nicht öfter als einmal in der Woche kommen, denn am anderen Tag habe ich immer Fußball/Klavier/Leichtathletik/Schwimmen..." Die Liste der Sportarten oder anderen Freizeitaktivitäten lässt sich beliebig fortsetzen.
Eines vorab: Schule hat immer Vorrang und damit einhergehend natürlich auch das Üben für anstehende Klassenarbeiten oder Nachhilfeunterricht. Bei allen anderen Veranstaltungen (andere Sportarten, Kurztrips über das lange Wochenende, Partys, Verabredungen etc.) ist natürlich jedem/jeder selbst überlassen, sich für das eine oder für Karate zu entscheiden. Das ist eine Frage ganz persönlicher Präferenzen und Schwerpunkte. Allerdings ist für mich nicht einzusehen, warum ich ein Kind oder eine/n Erwachsene/n zu einer Prüfung oder dem Start auf einem Wettkampf zulassen soll, wenn es, er oder sie vorher nicht alle angebotenen und geforderten Trainingsoptionen ausgeschöpft hat.
Wenn man einmal nach hakt, hört man von vielen Eltern wie selbstverständlich, dass in der Familie Tennis, Musikunterricht oder andere Aktivitäten als wichtiger angesehen werden. Weisen wir darauf hin, dass wenigstens vor den Prüfungen andere Hobbys und Sportarten zurücktreten sollten, reagieren viele Eltern mit Unverständnis. Dennoch wird aber verlangt, dass die Kinder Prüfungsurkunden oder Pokale nach Hause bringen.
Sensei Toribio Osterkamp sagt seine kürzlich Meinung sehr deutlich*: Jede/r sollte die Möglichkeit bekommen, Karate auszuprobieren. Aber Karate ist nicht für alle Menschen geeignet.
Schön, wenn der Funke überspringt und wenn wir als Trainerinnen und Trainer es schaffen, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler ihr Herz an unsere faszinierende Kampfkunst - falls der Funke nicht gleich ein loderndes Feuer verursacht, sondern nur ein schwächeres Glimmen, sollten wir nicht gleich betrübt sein und die Flinte ins Korn werfen. Wir sollten aber deutlich machen, dass es im Karate nichts geschenkt gibt und dass sich der tiefere Sinn unserer Kampfkunst erst erschließt, wenn man sich auf das Training einlässt und ihm einen umfassenden Raum im Alltag gibt. Prüfungen, Wettkämpfe und Fortschritte wird und sollte es aber bei einer halbherzigen Trainingsteilnahme nicht geben.
*Das Zitat Sensei Toribios enstammt unter anderem dem Interview mit Carolin Senn. Link auf das Video: Interview Sensei Osterkamp mit Carolin Senn
Dieses schöne Zitat stammt von von einem meiner Karateschüler - kurz nach der Weißgurtprüfung. Und über so ein Zitat kann sich nur jeder Trainer, jede Trainerin sehr freuen, denn hier scheint der Funke über gesprungen zu sein, der die Begeisterung für Karate entfacht. Karate als Leidenschaft, als Energiequelle und Lebensmittelpunkt. Meine langjährigen Karatefreunde wissen, was ich damit meine.
In unserer neuen Karateschule Fuji San Münster haben wir sehr viele Mitglieder, die sehr engagiert und bei jeder Möglichkeit trainieren. Und wir haben auch viele Menschen, die nur gelegentlich zum Training kommen, weil sie schlicht und ergreifend ihr Leben anders ausgerichtet haben. Karate als Breitensport, also. Hm, Moment - Karate als Breitensport - geht das überhaupt? Nun, warum nicht? Oftmals sind es äußere Zwänge und Beschränkungen - wie Arbeit, Familie, Umzug eine andere Stadt - die unsere Kampfkunst zu einem "reinen Hobby" werden lassen. Daran ist nichts verwerflich, es kann schließlich nicht von jedem erwartet werden, sein Leben nach dem Karate auszurichten.
Was aber meiner Meinung nach sehr wohl erwartet werden kann, ist eine Konzentration auf das Karatetraining, wenn bestimmt Ziele anvisiert werden - z. B. eine Gürtelprüfung oder die Teilnahme an einem Wettkampf.
Hier wandle ich als Trainerin gelegentlich auf einem schmalen Grat - einerseits möchte ich einen Menschen motivieren, ihm ein Ziel vorgeben und mit einer bestandenen Prüfung oder einem absolvierten Wettkampfstart einen Meilenstein setzen. Andererseits gilt bei einer Kampfkunst vielleicht noch mehr als woanders: Ohne Fleiß kein Preis!
Die Frage, welchen Stellenwert Karate im Leben bekommt, hängt bei vielen Menschen auch zu einem nicht unerheblichen Teil davon ab, welche Prioritäten wir für uns oder unsere Kinder setzen. Viele Kinder kommen total erschöpft einmal die Woche ins Training, weil sie grade vom Fußball kommen und gleich anschließend weiter zum Reiten müssen. Wenn sie ein halbes Jahr oder länger trainiert haben und der Wunsch nach einer Gürtelprüfung aufkommt oder nach der Teilnahme an einem Wettkampf, heißt es oft:"Ich kann aber nicht öfter als einmal in der Woche kommen, denn am anderen Tag habe ich immer Fußball/Klavier/Leichtathletik/Schwimmen..." Die Liste der Sportarten oder anderen Freizeitaktivitäten lässt sich beliebig fortsetzen.
Eines vorab: Schule hat immer Vorrang und damit einhergehend natürlich auch das Üben für anstehende Klassenarbeiten oder Nachhilfeunterricht. Bei allen anderen Veranstaltungen (andere Sportarten, Kurztrips über das lange Wochenende, Partys, Verabredungen etc.) ist natürlich jedem/jeder selbst überlassen, sich für das eine oder für Karate zu entscheiden. Das ist eine Frage ganz persönlicher Präferenzen und Schwerpunkte. Allerdings ist für mich nicht einzusehen, warum ich ein Kind oder eine/n Erwachsene/n zu einer Prüfung oder dem Start auf einem Wettkampf zulassen soll, wenn es, er oder sie vorher nicht alle angebotenen und geforderten Trainingsoptionen ausgeschöpft hat.
Wenn man einmal nach hakt, hört man von vielen Eltern wie selbstverständlich, dass in der Familie Tennis, Musikunterricht oder andere Aktivitäten als wichtiger angesehen werden. Weisen wir darauf hin, dass wenigstens vor den Prüfungen andere Hobbys und Sportarten zurücktreten sollten, reagieren viele Eltern mit Unverständnis. Dennoch wird aber verlangt, dass die Kinder Prüfungsurkunden oder Pokale nach Hause bringen.
Sensei Toribio Osterkamp sagt seine kürzlich Meinung sehr deutlich*: Jede/r sollte die Möglichkeit bekommen, Karate auszuprobieren. Aber Karate ist nicht für alle Menschen geeignet.
Schön, wenn der Funke überspringt und wenn wir als Trainerinnen und Trainer es schaffen, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler ihr Herz an unsere faszinierende Kampfkunst - falls der Funke nicht gleich ein loderndes Feuer verursacht, sondern nur ein schwächeres Glimmen, sollten wir nicht gleich betrübt sein und die Flinte ins Korn werfen. Wir sollten aber deutlich machen, dass es im Karate nichts geschenkt gibt und dass sich der tiefere Sinn unserer Kampfkunst erst erschließt, wenn man sich auf das Training einlässt und ihm einen umfassenden Raum im Alltag gibt. Prüfungen, Wettkämpfe und Fortschritte wird und sollte es aber bei einer halbherzigen Trainingsteilnahme nicht geben.
*Das Zitat Sensei Toribios enstammt unter anderem dem Interview mit Carolin Senn. Link auf das Video: Interview Sensei Osterkamp mit Carolin Senn
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Montag, 16. Juni 2014
Panda-Training - Übungen für die Kleinsten
In der Panda-Gruppe (Kinder von 4 bis 6 Jahre) habe ich weitere neue Trainingselemente entwickelt und ausprobiert:
1. Übung zur Balance: Die Kinder laufen durch die Halle (laufen ist sowieso immer ganz wichtig!) und auf mein Kommando nehmen sie verschiedene Positionen/Haltungen ein:
- Hund (wie ein Hund auf alle Viere gehen)
- Kobra (auf den Bauch legen, die Arme strecken, so dass der Oberkörper vom Boden abhebt)
- Waage (auf einem Bein stehen, das andere Bein und den Oberkörper waagerecht zum Boden - sehr anspruchsvoll!)
- Kranich auf dem Felsen (wie in der Kata Gankaku: auf einem Bein stehen, vom anderen Bein den Fuß in die Kniekehle des Standbeins einhaken, einen Arm nach oben führen, den anderen nach unten ( Manji Uke))
- Himmelsschau: Anfang der Kata Kanku Dai
2. Partnertraining Tsuki Jodan/Age Uke: erst ohne Partner beide Techniken üben, dann in einer Doppelreihe aufstellen lassen, angrüßen, eine Seite nimmt Maß für den richtigen Abstand (Arme mit geschlossenen Fäusten in Richtung Schlüsselbein der Partner gestreckt, hier ca. 10 cm Abstand halten), eine Faust Richtung Kinn des Partners strecken, der andere Partner führt spiegelverkehrt Age Uke aus (auch als "Wunschbaum" bekannt in der Kindergruppe). 10 mal auf Zählen üben lassen, ggf. unterstützen, dann Seitenwechsel
1. Übung zur Balance: Die Kinder laufen durch die Halle (laufen ist sowieso immer ganz wichtig!) und auf mein Kommando nehmen sie verschiedene Positionen/Haltungen ein:
- Hund (wie ein Hund auf alle Viere gehen)
- Kobra (auf den Bauch legen, die Arme strecken, so dass der Oberkörper vom Boden abhebt)
- Waage (auf einem Bein stehen, das andere Bein und den Oberkörper waagerecht zum Boden - sehr anspruchsvoll!)
- Kranich auf dem Felsen (wie in der Kata Gankaku: auf einem Bein stehen, vom anderen Bein den Fuß in die Kniekehle des Standbeins einhaken, einen Arm nach oben führen, den anderen nach unten ( Manji Uke))
- Himmelsschau: Anfang der Kata Kanku Dai
2. Partnertraining Tsuki Jodan/Age Uke: erst ohne Partner beide Techniken üben, dann in einer Doppelreihe aufstellen lassen, angrüßen, eine Seite nimmt Maß für den richtigen Abstand (Arme mit geschlossenen Fäusten in Richtung Schlüsselbein der Partner gestreckt, hier ca. 10 cm Abstand halten), eine Faust Richtung Kinn des Partners strecken, der andere Partner führt spiegelverkehrt Age Uke aus (auch als "Wunschbaum" bekannt in der Kindergruppe). 10 mal auf Zählen üben lassen, ggf. unterstützen, dann Seitenwechsel
Sonntag, 1. Juni 2014
Schlaflos in Karlsruhe - Kata Special Course 2014
Der Kata Special Course 2014 war wieder einmal ein Karate-Event der Spitzenklasse! Geschätzt weit über 1.000 Karateka trainierten vier Tage lang Ablauf, Anwendung oder Grundprinzipien verschiedener Shotokan-Katas in Karlsruhe. Unterrichtet wurden wir in der Gruppe ab 2. Dan von den Senseis Jean-Pierre Fischer, Toribio Osterkamp, Julian Chees, Shinji Akita sowie dem japanischen Instructor Sensei Izumiya Seizo und natürlich auch unserem hochverehrten Chief Instructor Shihan Hideo Ochi, den wir im vergangenen Jahr beim Kata Special als Trainer sehr vermisst hatten! Auf ein Training mit unserem National Coach Sensei Thomas Schulze mussten wir in unserer Trainingsgruppe diesmal leider verzichten, was ich sehr bedauerlich fand.
Donnerstag, Tag 1 des Kata Special Courses 2014: Was für ein Tag mit zwei super Kata-Trainingseinheiten! Wir starteten mit Shihan Ochi, der gleich zu Beginn des Lehrgangs unseren linken Oberschenkel beim ausgiebigen Training der Gojushiho Dai zum Platzen brachte! Im Anschluss forderte uns Sensei Toribio Osterkamp und bewies mit effektiven Bunkai-Sequenzen, dass die Chinte eben doch keine "Mädchen-Kata" ist :-) In der ersten Pause und am Abend gab es die ersten Gelegenheiten, die vielen Karatefreunde zu treffen, die man zum Teil schon seit einigen Monaten nicht mehr gesehen hatte.
Donnerstag, Tag 1 des Kata Special Courses 2014: Was für ein Tag mit zwei super Kata-Trainingseinheiten! Wir starteten mit Shihan Ochi, der gleich zu Beginn des Lehrgangs unseren linken Oberschenkel beim ausgiebigen Training der Gojushiho Dai zum Platzen brachte! Im Anschluss forderte uns Sensei Toribio Osterkamp und bewies mit effektiven Bunkai-Sequenzen, dass die Chinte eben doch keine "Mädchen-Kata" ist :-) In der ersten Pause und am Abend gab es die ersten Gelegenheiten, die vielen Karatefreunde zu treffen, die man zum Teil schon seit einigen Monaten nicht mehr gesehen hatte.
Tag zwei des Kata Special Courses in Karlsruhe hatte für uns ein erstklassiges Training bei Sensei Akita im Gepäck, der rund um die Kata Sochin seine Spezialthemen Innenspannung und fließende Übergänge perfekt zu vermitteln wusste! Am Nachmittag gab sich Sensei Jean-Pierre Fischer die Ehre, der mit uns die Gojushiho Sho "sezierte" und uns hier (nicht nur) ordentlich "Kopfarbeit" bescherte, da wir phasenweise die Stellungswechsel und die Arm- und Bein-Techniken getrennt voneinander ausführen sollten, bevor wir die Kata dann noch einige Male vollständig absolvierten.
Der dritte Trainingstag begann mit einem extrem kurzweiligen Bunkai-Training bei Sensei Juilan Chees: Nach einem zuweilen ungewöhnlichen Aufwärmtraining, bei dem wir unter anderem die Chakren in den Handflächen und andere Nervenpunkte aktivierten, gab es gut eine Stunde lang beherztes Partnertraining mit Sequenzen aus der Nijushiho, bevor wir diese Kata dann noch einige Male komplett und ohne Partner ausführten. Nach dieser ersten Einheit wurden wir gnadenlos vom Sonnenschein verwöhnt, der uns äußerlich bräunte und innerlich entspannte - da kam ein echtes Urlaubsgefühl auf: mit guten Freunden unterhalten und einfach die Seele baumeln lassen! Dieses Urlaubsgefühl wurde dann direkt auch auf den Party-Abend übertragen, bei dem ausgiebig gequatscht, getanzt und gefeiert wurde.
Als ich nach meiner Rückkehr am Sonntagabend meinem Mann von den tollen beiden Trainings mit Izumiya Sensei berichete, den wir am Samstag Nachmittag erstmals kennen lernen sollten, brachte er es (wohlgemerkt: als NICHT-Karateka) auf den Punkt: "Insomnia? Nun das war mit Sicherheit nicht zum Einschlafen." Wie Recht er doch hatte, krönten doch die letzten beiden Einheiten den auch bis dahin schon fantastischen Kata-Lehrgang! In der Gruppe ab 2. Dan legte Izumiya Sensei weniger Wert auf einzelne Techniken in den Katas Unsu und Gankaku - sondern eher auf generelle Bewegungs- und Übungsprinzipien. In der Unsu-Einheit gab es z. B. Happo-Kumite (vier Angreifer im Kreis um einen Abwehrenden in der Mitte), bei dem wir üben sollten, nach einem (Gegen-)Angriff sofort wieder nach hinten oder zur Seite agieren zu können. In der allerletzten Trainingseinheit setzte der Sensei mit der Kata Gankaku dann noch einen glänzenden Schlusspunkt des Lehrgangs: Äußerst anschaulich erläuterte uns der Instructor anhand eines Obi den direkten Weg verschiedener Angriffs-, Block-, Faust- und Fußtechniken.
Später lieh er sich von einer Teilnehmerin ein kleines Handtuch und verdeutlichte anhand der Auswring-Bewegung (Hände hierbei senkrecht übereinander, statt waagerecht nebeneinander) seine Vorstellung von Körperspannung. In diesem Moment kam er mir wie ein Zauberkünstler vor, der uns etwas "aus dem Hut" vorzauberte Es gab viele weitere, sehr anschauliche Erklärungen und Vorgaben - z. B. dass die Techniken nicht durch ausufernde Armbewegungen "groß" werden, sondern durch den korrekten Hüfteinsatz. Gerne wurden die Erklärungen verbildlicht durch Vergleiche aus dem Tierreich (Bewegungen wie bei einer Ente oder wie bei einem Oktopus) oder aus dem Alltag ("Die Kata braucht Würze, vielleicht eine Prise Salz." Oder: "Was ich heute erklärt habe, das ist mein eigenes Süppchen. Es würde mich freuen, wenn es Euch schmeckt.") Auch wenn wohl die meisten von uns die vielen Vorgaben noch gerne weiter durch etliche Wiederholungen vertieft hätten, waren wir uns wohl alle einig: super Training, toller Instructor. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle für die tollen Übersetzungen von Miriam Klink und Marié Niino. Marié Niino leitete in der zweiten Einheit von Sensei Izumiya auch das Aufwärmtraining und bestätigte wieder einmal meine persönliche Ansicht, dass man die Anleitung der Aufwärmphase auf so einem Karate-Event nicht dem Zufall überlassen sollte.
Ergänzung:
Weitere Tipps von Izumiya Sensei: bei der Gankaku im Einbeinstand möglichst locker im Standbein bleiben, das erleichtert das Halten des Gleichgewichts. Den Fuß, den man sich in die Kniekehle klemmt, langsam über den Boden führen, bevor man ihn hoch nimmt (ähnlich des Anfangs in der Heian Yondan). Ist nebenbei auch noch eine ausgezeichnete Kraftübung für das Standbein!
Beim Vorwärtsgehen im ZK nicht "schaukeln"! Zur Überprüfung beim Vorwärtsgehen beide Arme mit gestreckten Händen vor den Körper nehmen - die Hände müssen auf einer Linie geführt werden. Izumiya hat auch die Knie nicht ganz geschlossen (was m. E. der Lehre Akitas entgegen liefe....). Wenn die Hände zu Beginn der Bewegung "wackeln", dann wird das vordere Bein bewegt oder das Gewicht wird zu Beginn nicht richtig über das vordere Bein geführt. Wackeln die Hände am Ende der Bewegung, so wird das hintere Bein nicht richtig benutzt/gestreckt. Sensei Izumiya legte großen Wert auf die richtige Hüftbewegung, auch in "schwierigen" Ständen wie Kokotsu Dachi oder Kiba Dachi. Hier war er ganz auf der Linie Risto Senseis, der hier genau so mit uns arbeitet! Allerdings hatte Izumiya hier zusätzlich noch eine zutreffende Beschreibung: Er wies darauf hin, dass man die Hüfte nicht einsetzen kann, ohne den Stand leicht zu verändern - beim Kokotsu "darf" man z. B. das Gewicht bei eingedrehter Hüfte ein bisschen mehr auf das vordere Bein legen und beim Kiba Dachi entsprechend auch ein Bein mehr in den Boden "schrauben". Den Sochin Dachi erklärte er kurzer Hand zu einem "offenen" Stand (anders, als z. B. Sensei Akita).
Die Koshi Kamae Bewegung (Stapeln der Hände) in der Gankaku sollten wir uns vorstellen wie das Ducken eines Raubtiers kurz vor dem Angriff.
Beim Kakiwake Uke mit geöffneten Händen sollten wir uns genauso bewegen wie bei einem doppelten Uchi Uke.
Beim Hiji Ate (Im Shizentai stehen und Fäuste in die Hüften stemmen, dann erst mit dem rechten, dann mit dem linken Ellenbogen blocken) sollten wir unsere Füße so bewegen wie in der Bassai Dai bei der doppelten Tsuki- und Uchi-Uke-Kombination.
Später lieh er sich von einer Teilnehmerin ein kleines Handtuch und verdeutlichte anhand der Auswring-Bewegung (Hände hierbei senkrecht übereinander, statt waagerecht nebeneinander) seine Vorstellung von Körperspannung. In diesem Moment kam er mir wie ein Zauberkünstler vor, der uns etwas "aus dem Hut" vorzauberte Es gab viele weitere, sehr anschauliche Erklärungen und Vorgaben - z. B. dass die Techniken nicht durch ausufernde Armbewegungen "groß" werden, sondern durch den korrekten Hüfteinsatz. Gerne wurden die Erklärungen verbildlicht durch Vergleiche aus dem Tierreich (Bewegungen wie bei einer Ente oder wie bei einem Oktopus) oder aus dem Alltag ("Die Kata braucht Würze, vielleicht eine Prise Salz." Oder: "Was ich heute erklärt habe, das ist mein eigenes Süppchen. Es würde mich freuen, wenn es Euch schmeckt.") Auch wenn wohl die meisten von uns die vielen Vorgaben noch gerne weiter durch etliche Wiederholungen vertieft hätten, waren wir uns wohl alle einig: super Training, toller Instructor. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle für die tollen Übersetzungen von Miriam Klink und Marié Niino. Marié Niino leitete in der zweiten Einheit von Sensei Izumiya auch das Aufwärmtraining und bestätigte wieder einmal meine persönliche Ansicht, dass man die Anleitung der Aufwärmphase auf so einem Karate-Event nicht dem Zufall überlassen sollte.
Ergänzung:
Weitere Tipps von Izumiya Sensei: bei der Gankaku im Einbeinstand möglichst locker im Standbein bleiben, das erleichtert das Halten des Gleichgewichts. Den Fuß, den man sich in die Kniekehle klemmt, langsam über den Boden führen, bevor man ihn hoch nimmt (ähnlich des Anfangs in der Heian Yondan). Ist nebenbei auch noch eine ausgezeichnete Kraftübung für das Standbein!
Beim Vorwärtsgehen im ZK nicht "schaukeln"! Zur Überprüfung beim Vorwärtsgehen beide Arme mit gestreckten Händen vor den Körper nehmen - die Hände müssen auf einer Linie geführt werden. Izumiya hat auch die Knie nicht ganz geschlossen (was m. E. der Lehre Akitas entgegen liefe....). Wenn die Hände zu Beginn der Bewegung "wackeln", dann wird das vordere Bein bewegt oder das Gewicht wird zu Beginn nicht richtig über das vordere Bein geführt. Wackeln die Hände am Ende der Bewegung, so wird das hintere Bein nicht richtig benutzt/gestreckt. Sensei Izumiya legte großen Wert auf die richtige Hüftbewegung, auch in "schwierigen" Ständen wie Kokotsu Dachi oder Kiba Dachi. Hier war er ganz auf der Linie Risto Senseis, der hier genau so mit uns arbeitet! Allerdings hatte Izumiya hier zusätzlich noch eine zutreffende Beschreibung: Er wies darauf hin, dass man die Hüfte nicht einsetzen kann, ohne den Stand leicht zu verändern - beim Kokotsu "darf" man z. B. das Gewicht bei eingedrehter Hüfte ein bisschen mehr auf das vordere Bein legen und beim Kiba Dachi entsprechend auch ein Bein mehr in den Boden "schrauben". Den Sochin Dachi erklärte er kurzer Hand zu einem "offenen" Stand (anders, als z. B. Sensei Akita).
Die Koshi Kamae Bewegung (Stapeln der Hände) in der Gankaku sollten wir uns vorstellen wie das Ducken eines Raubtiers kurz vor dem Angriff.
Beim Kakiwake Uke mit geöffneten Händen sollten wir uns genauso bewegen wie bei einem doppelten Uchi Uke.
Beim Hiji Ate (Im Shizentai stehen und Fäuste in die Hüften stemmen, dann erst mit dem rechten, dann mit dem linken Ellenbogen blocken) sollten wir unsere Füße so bewegen wie in der Bassai Dai bei der doppelten Tsuki- und Uchi-Uke-Kombination.
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Sonntag, 4. Mai 2014
Samurai Spirit in Siegen
Anfang Mai 2014 lud das Bushido Dojo Siegen zu einem Karate-Event mit dem vielversprechenden Namen Samurai Spirit Seminar nach Siegen ein. Torsten und ich folgten der Einladung gerne, auch wenn ich selber leider wegen des Trainings in der eigenen Karateschule nur an zwei Einheiten des Seminars teilnehmen konnte.
Bei den Trainern, die uns den Geist der Samurai näher bringen sollten, handelte es sich um keine geringeren, als unseren Bundestrainer Sensei Thomas Schulze (5. Dan) und seinen langjährigen Ausbilder, den aus Johannesburg stammenden Shihan Malcolm Dorfman (8. Dan).
Bereits am Freitagabend freuten sich die Ausrichter über eine gut gefüllte Halle - mit rund 90 Teilnehmern verschiedener Graduierungen deutete sich schon in der ersten Einheit an, das das Seminar ein echter Trainingsmagnet werden würde.
Ich war zunächst davon ausgegangen, dass ich ausschließlich die Einheit am Freitag würde besuchen können, da am Samstag zahlreiche kleine Pandas, Füchse und Tiger in der eigenen Karateschule darauf warten sollten, von mir unterrichtet zu werden. Umso größer war daher meine Freude darüber, dass wir bereits am Freitagabend das Vergnügen hatten, von beiden Senseis unterrichtet zu werden.
Malcolm Shihan hat eine unglaublich motivierende und sympathische Art, seine Karatelehre zu vermitteln. Er hielt uns am Freitagabend zunächst einen kleinen Vortrag über verschiedene Karateverbände, -stile und Trainingsmethoden und darüber, dass sie letztlich alle dasselbe Ziel hätten: Den eigenen Körper zu einer wirkungsvollen Waffe auszubilden. Der südafrikanische Großmeister wies darauf hin, dass er sich und seinen Karate-Do nicht über alles stellen wollte, was wir bisher gehört haben. Er wolle uns nur einen Stück von seinem Karate-Weg anbieten und würde sich freuen, wenn uns das etwas weiter bringt.
Viele der Schwarzgurte, die sich bei dem Seminar mit uns inspirieren ließen, hatten auch wie wir schon unzählige Lehrgänge besucht und zahlreichen Meistern gelauscht. Für mich ist ein Karatelehrgang immer dann besonders wirkungsvoll, wenn mir neue Feinheiten vermittelt werden, die sich mit meinem bisherigen Karateweg zu einer Einheit verbinden. Meine wichtigsten Einflüsse hatte ich ganz unbestritten in den letzten Jahren von Sensei Risto Kiiskilä erhalten und daher war es für mich und auch wohl für Torsten sehr interessant und inspirierend, dass auch die Karatelegende vom Südzipfel der Welt ganz ähnlich erklärte, wie unser Meister aus dem hohen Norden!
Wie oft hatten wir schon gehört, dass das hintere Bein durch eine extreme Gewichtsverlagerung zum "Sitzbein" wird? Die Hüfte liegt auch bei Shihan Malcolm "im Oberschenkel" - auch wenn er das etwas anders beschrieben hat. "Compression and expansion" sind das südafrikanische Äquivalent für "Belasten und Benutzen" (Dank an Torsten für diese Ergänzung ;-) ). Auch viele trainingsphilosophische Inhalte hatten wir so oder ganz ähnlich schon gehört!
Nun war es aber kein Risto-Lehrgang, sondern ein Lehrgang mit Malcolm Shihan und Sensei Thomas Schulze. Und so blieb es uns allen auch nicht erspart, trotz vieler Trainingsaspekte, die einige von uns vielleicht auch beinahe "im Schlaf" hätten ausführen können, an den Feinheiten zu arbeiten. Malcolm und Thomas gaben uns spezielle Bewegungsmuster vor, die uns doch dann in der Umsetzung ein großes Maß an Konzentration abverlangten. So wurde nach einer Technik am Partner nicht zunächst das vordere Bein wieder heran gezogen, um in eine erneute Kamae-Haltung zu gehen, sondern immer zuerst das hintere Bein. Die Absicht, die dahinter steckte, passte zu der unabdingbaren Konsequenz und Fokussierung, die uns Malcolm Shihan vermitteln wollte: Nach dem Angriff sollten wir uns auf keinen Fall darauf verlassen, dass der Gegner ausgeschaltet sei - auch bei größter Anstrengung sei es ja möglich, jederzeit von einem Gegenangriff überrascht zu werden. Daher sollten wir durch das weitere Vorgleiten nach dem Angriff den Gegner unter Kontrolle halten und erst anschließend - sozusagen nach Sichergehen des K.O. - in die Kamae-Haltung wechseln.
Da mich das Training der beiden Senseis dermaßen begeistert hatte, beschloss ich kurzer Hand, auch am Samstag noch für eine nur einstündige Einheit den weiten Weg nach Siegen auf mich zu nehmen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zwar war auch diese Einheit wieder eine für alle Graduierungen, Malcolm Shihan gab uns aber direkt anspruchsvolle Kumite-Kombinationen vor, die sogar zahlreiche der Schwarzgurte auch mental ins Schwitzen brachten. Der Grundgedanke war, mit Tai Sabaki auszuweichen: Nach links oder rechts oder auch diagonal dem Angriff entgegen und knapp am Partner vorbei. Dies noch in Verbindung mit den am Vortag gelernten und zum Teil immer noch ungewohnten Bewegungsmustern (speziell: nach dem Angriff zunächst nicht das vordere, sondern das hintere Bein heranzuziehen und den Druck nach vorne zu halten), machten diese eine Trainingsstunde zu einer besonders kniffligen Lektion! Es war sehr beeindruckend, was Malcolm Dorfman in diesen knapp 60 Minuten aus uns herauskitzeln konnte! Drei verschiedene Abläufe, die dann noch mit verschiedenen Fußfeger-Optionen oder Tritten in die Kniegelenke der Gegner ausgebaut wurden - in Verbindung mit höchster Konsequenz beim Konter bis hin zur vollkommenen Kontrolle am Boden. Unsere Arbeit wurde aufgelockert durch Unterweisungssequenzen des Shihan mit seinen Trainingsassistenten Marco und Lars, die zuweilen nicht nur sehr anschaulich, sondern auch unterhaltsam waren, speziell, wenn es um Anspielungen auf die Körperfülle beider Assistenten ging, die beide recht stattlich sind und über reichlich Hara verfügen :-)
Leider hatte ich das Training von Sensei Thomas Schulze am Samstag verpasst. Aber Torsten berichtete mir, dass es auch hier reichlich "Kopfarbeit" gab bei verschiedenen Kumite-Kombinationen. Ich hoffe, dass ich diese Trainingsinhalte im November bei seinem Lehrgang in Münster oder vielleicht schon vorher auf einem anderen Karate-Event zu "spüren" bekomme und nachholen kann.
Unabdingbare Konsequenz unter dem Aspekt des Ikken Hissatsu, des Töten-Wollen-mit einer einzigen Technik - das ist, so kam es für mich über, der Geist des Samurai! Vermutlich muss man im rauen Umfeld von Johannesburg wohnen, um diesen Geist so intensiv in sich aufzunehmen und vielleicht werden wir anderen, die im wohl behüteten Umfeld deutscher (Groß)Städte aufwachsen, ihn nie wirklich nachempfinden können, aber für die Dauer der Trainingseinheiten in Siegen war der Geist wirklich spürbar und Torsten und ich werden versuchen, dieses Gefühl in unserer Karateschule weiter zu geben.
Bei den Trainern, die uns den Geist der Samurai näher bringen sollten, handelte es sich um keine geringeren, als unseren Bundestrainer Sensei Thomas Schulze (5. Dan) und seinen langjährigen Ausbilder, den aus Johannesburg stammenden Shihan Malcolm Dorfman (8. Dan).
Bereits am Freitagabend freuten sich die Ausrichter über eine gut gefüllte Halle - mit rund 90 Teilnehmern verschiedener Graduierungen deutete sich schon in der ersten Einheit an, das das Seminar ein echter Trainingsmagnet werden würde.
Ich war zunächst davon ausgegangen, dass ich ausschließlich die Einheit am Freitag würde besuchen können, da am Samstag zahlreiche kleine Pandas, Füchse und Tiger in der eigenen Karateschule darauf warten sollten, von mir unterrichtet zu werden. Umso größer war daher meine Freude darüber, dass wir bereits am Freitagabend das Vergnügen hatten, von beiden Senseis unterrichtet zu werden.
Malcolm Shihan hat eine unglaublich motivierende und sympathische Art, seine Karatelehre zu vermitteln. Er hielt uns am Freitagabend zunächst einen kleinen Vortrag über verschiedene Karateverbände, -stile und Trainingsmethoden und darüber, dass sie letztlich alle dasselbe Ziel hätten: Den eigenen Körper zu einer wirkungsvollen Waffe auszubilden. Der südafrikanische Großmeister wies darauf hin, dass er sich und seinen Karate-Do nicht über alles stellen wollte, was wir bisher gehört haben. Er wolle uns nur einen Stück von seinem Karate-Weg anbieten und würde sich freuen, wenn uns das etwas weiter bringt.
Viele der Schwarzgurte, die sich bei dem Seminar mit uns inspirieren ließen, hatten auch wie wir schon unzählige Lehrgänge besucht und zahlreichen Meistern gelauscht. Für mich ist ein Karatelehrgang immer dann besonders wirkungsvoll, wenn mir neue Feinheiten vermittelt werden, die sich mit meinem bisherigen Karateweg zu einer Einheit verbinden. Meine wichtigsten Einflüsse hatte ich ganz unbestritten in den letzten Jahren von Sensei Risto Kiiskilä erhalten und daher war es für mich und auch wohl für Torsten sehr interessant und inspirierend, dass auch die Karatelegende vom Südzipfel der Welt ganz ähnlich erklärte, wie unser Meister aus dem hohen Norden!
Wie oft hatten wir schon gehört, dass das hintere Bein durch eine extreme Gewichtsverlagerung zum "Sitzbein" wird? Die Hüfte liegt auch bei Shihan Malcolm "im Oberschenkel" - auch wenn er das etwas anders beschrieben hat. "Compression and expansion" sind das südafrikanische Äquivalent für "Belasten und Benutzen" (Dank an Torsten für diese Ergänzung ;-) ). Auch viele trainingsphilosophische Inhalte hatten wir so oder ganz ähnlich schon gehört!
Nun war es aber kein Risto-Lehrgang, sondern ein Lehrgang mit Malcolm Shihan und Sensei Thomas Schulze. Und so blieb es uns allen auch nicht erspart, trotz vieler Trainingsaspekte, die einige von uns vielleicht auch beinahe "im Schlaf" hätten ausführen können, an den Feinheiten zu arbeiten. Malcolm und Thomas gaben uns spezielle Bewegungsmuster vor, die uns doch dann in der Umsetzung ein großes Maß an Konzentration abverlangten. So wurde nach einer Technik am Partner nicht zunächst das vordere Bein wieder heran gezogen, um in eine erneute Kamae-Haltung zu gehen, sondern immer zuerst das hintere Bein. Die Absicht, die dahinter steckte, passte zu der unabdingbaren Konsequenz und Fokussierung, die uns Malcolm Shihan vermitteln wollte: Nach dem Angriff sollten wir uns auf keinen Fall darauf verlassen, dass der Gegner ausgeschaltet sei - auch bei größter Anstrengung sei es ja möglich, jederzeit von einem Gegenangriff überrascht zu werden. Daher sollten wir durch das weitere Vorgleiten nach dem Angriff den Gegner unter Kontrolle halten und erst anschließend - sozusagen nach Sichergehen des K.O. - in die Kamae-Haltung wechseln.
Da mich das Training der beiden Senseis dermaßen begeistert hatte, beschloss ich kurzer Hand, auch am Samstag noch für eine nur einstündige Einheit den weiten Weg nach Siegen auf mich zu nehmen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zwar war auch diese Einheit wieder eine für alle Graduierungen, Malcolm Shihan gab uns aber direkt anspruchsvolle Kumite-Kombinationen vor, die sogar zahlreiche der Schwarzgurte auch mental ins Schwitzen brachten. Der Grundgedanke war, mit Tai Sabaki auszuweichen: Nach links oder rechts oder auch diagonal dem Angriff entgegen und knapp am Partner vorbei. Dies noch in Verbindung mit den am Vortag gelernten und zum Teil immer noch ungewohnten Bewegungsmustern (speziell: nach dem Angriff zunächst nicht das vordere, sondern das hintere Bein heranzuziehen und den Druck nach vorne zu halten), machten diese eine Trainingsstunde zu einer besonders kniffligen Lektion! Es war sehr beeindruckend, was Malcolm Dorfman in diesen knapp 60 Minuten aus uns herauskitzeln konnte! Drei verschiedene Abläufe, die dann noch mit verschiedenen Fußfeger-Optionen oder Tritten in die Kniegelenke der Gegner ausgebaut wurden - in Verbindung mit höchster Konsequenz beim Konter bis hin zur vollkommenen Kontrolle am Boden. Unsere Arbeit wurde aufgelockert durch Unterweisungssequenzen des Shihan mit seinen Trainingsassistenten Marco und Lars, die zuweilen nicht nur sehr anschaulich, sondern auch unterhaltsam waren, speziell, wenn es um Anspielungen auf die Körperfülle beider Assistenten ging, die beide recht stattlich sind und über reichlich Hara verfügen :-)
Leider hatte ich das Training von Sensei Thomas Schulze am Samstag verpasst. Aber Torsten berichtete mir, dass es auch hier reichlich "Kopfarbeit" gab bei verschiedenen Kumite-Kombinationen. Ich hoffe, dass ich diese Trainingsinhalte im November bei seinem Lehrgang in Münster oder vielleicht schon vorher auf einem anderen Karate-Event zu "spüren" bekomme und nachholen kann.
Unabdingbare Konsequenz unter dem Aspekt des Ikken Hissatsu, des Töten-Wollen-mit einer einzigen Technik - das ist, so kam es für mich über, der Geist des Samurai! Vermutlich muss man im rauen Umfeld von Johannesburg wohnen, um diesen Geist so intensiv in sich aufzunehmen und vielleicht werden wir anderen, die im wohl behüteten Umfeld deutscher (Groß)Städte aufwachsen, ihn nie wirklich nachempfinden können, aber für die Dauer der Trainingseinheiten in Siegen war der Geist wirklich spürbar und Torsten und ich werden versuchen, dieses Gefühl in unserer Karateschule weiter zu geben.
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Sonntag, 9. März 2014
Panda-Pratzentraining
Die Karatekinder von 4 bis 6 Jahren heißen in der Karateschule Fuji San Münster "kleine Pandas". Sie werden spielerisch an die Kampfkunst Karate herangeführt. Schwerpunkte bei der "Panda-Dressur" sind überwiegend Kondition, Koordination, kindgerechtes Krafttraining und Selbstbehauptung. Karatetechniken werden noch spielerisch vermittelt.
Gerne werden auch Trainingsutensilien eingesetzt, wie z. B. die Koordinationsleiter. Aber auch Training mit kleinen Schlagkissen ("Pratzen") ist möglich - selbstverständlich spielerisch und kindgerecht!
Hier ein Beispiel einer Trainingsstunde, in der Pratzen zum Einsatz kamen:
- Nach dem Aufwärmspiel wurde den Kindern je eine Pratze zugeteilt. Die kleineren Kinder erhielten eine besondere weiche Kinderpratze und den größeren Kindern wurde eine reguläre Pratze überreicht, mit der Maßgabe, sie nicht zu hoch zu werfen (Lampen, Balken etc. könnten geschädigt werden oder einem anderen Kind könnte die Pratze auf den Kopf fallen).
- Die Kinder sollten zunächst nur mit der Pratze in der Hand durch die Halle laufen.
- Anschließend erhielten sie die Anweisung, die Pratzen hochzuwerfen und aufzufangen.
- Ggf. kann dies ausgebaut werden und den Kindern erlaubt werden, gegen die Pratze zu boxen oder zu treten, wenn sich die Pratze in der Luft befindet (kommt ein bisschen auf die Gruppenstärke und die Zusammensetzung der Gruppe an).
- Im nächsten Durchgang sollten die Kinder auf mein Kommando "tauschen" sich vor einem anderen Kind mit derselben Pratzenfarbe (!) verbeugen und die Pratzen tauschen.
- Die Kinder finden sich im Kreis zusammen und setzen sich auf den Boden, die Pratze - mit der Schlagfläche nach oben- vor sich gelegt. Jetzt kann versucht werden, auf die Pratze zu schlagen. Es ist sinnvoll, wenn die Kinder dabei auf die Knie gehen, damit sie senkrecht von oben auf die Pratze schlagen können. Hierbei ist regelmäßig durch Trainerin oder Trainer die Haltung der Fäuste zu kontrollieren.
- Als nächstes kann z. B. auch mal eine Shuto-Hand erklärt werden und versucht werden, mit dieser auf die Pratze zu schlagen. Das Kommando:"Wer es schafft, die Pratze in zwei Teile zu zerschlagen, bekommt von mir ein großes Eis", sorgt hierbei regelmäßig für einen erhöhten Krafteinsatz ;-)
- Zum Abschluss kann man noch schön das Parkplatz-Spiel spielen: Alle Kinder erhalten zunächst die Aufgabe, mit der Pratze durch die Halle zu laufen. Auf ein Kommando hin legen sie die Pratze jeweils an einer ganz beliebigen Stelle in der Halle ab und laufen weiter. Jetzt kommt nach einer Weile das Kommando "Parkplatz" und die Kinder müssen sich schnell eine Pratze suchen und sich mit beiden Beinen darauf stellen. Im weiteren Spielverlauf können dann eine oder mehrere Pratzen entfernt werden, was den Wettbewerbscharakter des Spiels erhöht. Die Kinder, die dann ohne "Parkplatz" sind, können dann eine kleine Extra-Aufgabe erhalten, z. B. fünf Kniebeuge. Einige Kinder versuchen jetzt, sich durch permanentes umkreisen einer Pratze, den Parkplatz zu "sichern". Hier kann der Hinweis gegeben werden, dass man mit einem Auto ja auch nicht immer nur um einen freien Parkplatz kreist, sondern damit durch die Stadt fährt.
- Am Ende der Stunde werden die Pratzen durch die Kinder zurück in die Aufbewahrungsbox gebracht und das Training ist zu Ende.
Gerne werden auch Trainingsutensilien eingesetzt, wie z. B. die Koordinationsleiter. Aber auch Training mit kleinen Schlagkissen ("Pratzen") ist möglich - selbstverständlich spielerisch und kindgerecht!
Hier ein Beispiel einer Trainingsstunde, in der Pratzen zum Einsatz kamen:
- Nach dem Aufwärmspiel wurde den Kindern je eine Pratze zugeteilt. Die kleineren Kinder erhielten eine besondere weiche Kinderpratze und den größeren Kindern wurde eine reguläre Pratze überreicht, mit der Maßgabe, sie nicht zu hoch zu werfen (Lampen, Balken etc. könnten geschädigt werden oder einem anderen Kind könnte die Pratze auf den Kopf fallen).
- Die Kinder sollten zunächst nur mit der Pratze in der Hand durch die Halle laufen.
- Anschließend erhielten sie die Anweisung, die Pratzen hochzuwerfen und aufzufangen.
- Ggf. kann dies ausgebaut werden und den Kindern erlaubt werden, gegen die Pratze zu boxen oder zu treten, wenn sich die Pratze in der Luft befindet (kommt ein bisschen auf die Gruppenstärke und die Zusammensetzung der Gruppe an).
- Im nächsten Durchgang sollten die Kinder auf mein Kommando "tauschen" sich vor einem anderen Kind mit derselben Pratzenfarbe (!) verbeugen und die Pratzen tauschen.
- Die Kinder finden sich im Kreis zusammen und setzen sich auf den Boden, die Pratze - mit der Schlagfläche nach oben- vor sich gelegt. Jetzt kann versucht werden, auf die Pratze zu schlagen. Es ist sinnvoll, wenn die Kinder dabei auf die Knie gehen, damit sie senkrecht von oben auf die Pratze schlagen können. Hierbei ist regelmäßig durch Trainerin oder Trainer die Haltung der Fäuste zu kontrollieren.
- Als nächstes kann z. B. auch mal eine Shuto-Hand erklärt werden und versucht werden, mit dieser auf die Pratze zu schlagen. Das Kommando:"Wer es schafft, die Pratze in zwei Teile zu zerschlagen, bekommt von mir ein großes Eis", sorgt hierbei regelmäßig für einen erhöhten Krafteinsatz ;-)
- Zum Abschluss kann man noch schön das Parkplatz-Spiel spielen: Alle Kinder erhalten zunächst die Aufgabe, mit der Pratze durch die Halle zu laufen. Auf ein Kommando hin legen sie die Pratze jeweils an einer ganz beliebigen Stelle in der Halle ab und laufen weiter. Jetzt kommt nach einer Weile das Kommando "Parkplatz" und die Kinder müssen sich schnell eine Pratze suchen und sich mit beiden Beinen darauf stellen. Im weiteren Spielverlauf können dann eine oder mehrere Pratzen entfernt werden, was den Wettbewerbscharakter des Spiels erhöht. Die Kinder, die dann ohne "Parkplatz" sind, können dann eine kleine Extra-Aufgabe erhalten, z. B. fünf Kniebeuge. Einige Kinder versuchen jetzt, sich durch permanentes umkreisen einer Pratze, den Parkplatz zu "sichern". Hier kann der Hinweis gegeben werden, dass man mit einem Auto ja auch nicht immer nur um einen freien Parkplatz kreist, sondern damit durch die Stadt fährt.
- Am Ende der Stunde werden die Pratzen durch die Kinder zurück in die Aufbewahrungsbox gebracht und das Training ist zu Ende.
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