Dienstag, 28. Oktober 2014

Street Combatives - We do bad things to bad people

Vor ein paar Wochen erhielt ich von einem Karate- und Facebook-Freund eine Einladung zu einem eintägigen Selbstverteidigungs-Event in Olpe unter dem Namen "Street Combatives - ein Konzept stellt sich vor". Hinter diesem Konzept steckt ein Selbstverteidigungssystem, das an dem Punkt ansetzt, an dem bereits alle deeskalierenden Maßnahmen gescheitert sind - oder bei dem man lernt, intuitiv auf unverhoffte, unmittelbare Angriffe zu reagieren. Dementsprechend ist es absolut direkt, schnörkellos und verzichtet vollständig auf kunstvolle oder komplizierte Griffe, Tricks und Kniffe. Warum? Nun, weil wir im Ernstfall eine absolute Stresssituation haben, in der wir im Regelfall nicht mehr in der Lage sind, feinmotorisch zu arbeiten. Unser Coach veranschaulichte dies sehr schön an dem Beispiel, dass man in dieser Situation oft nicht mal mehr in der Lage ist, auf dem Handy 110 zu wählen, weil man einfach nicht mehr die (richtigen) Tasten trifft! 

Wir starteten in einer Gruppe von ca. 15 Personen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und -erfahrungen, verschiedenen Alters und unterschiedlichster Statur, ein knappes Drittel davon Frauen. Nach einer kurzen Begrüßung ging es für eine lockere Stunde zum Aufwärmen an die Pratzen. (Details zum Pratzentraining habe ich hier zusammengefasst). Was mich überraschte, war, dass wir immer nur die rechte Seite trainiert hatten - ich kann nicht sagen, ob das zum Konzept gehört, nach dem Motto: Lieber eine Seite ganz stark und die andere dann weglassen, oder ob dieser Aspekt der Tatsache geschuldet war, dass es sich ja nur um einen Vorstellungstag gehandelt hatte. 

Wenn man sich die Pratzen-Übungen näher anschaut, wird zumindest jede/r Karateka schnell feststellen, dass es sich bei diesen Techniken allesamt auch um Stöße und Schläge handelt, die wir auch in unserer Kampfkunst regelmäßig üben - wenn vielleicht auch nicht immer in dieser Konsequenz, Härte und Wiederholungsdichte. Obwohl es ja quasi ein "Straßenkampf-Seminar" war, verzichteten wir zumindest an diesem Tag komplett auf Schwinger oder andere eher karate-untypischen Techniken. Es wurde zudem auch auf dieselben Prinzipien und Schwerpunkte geachtet, wie im Karatetraining: Man schlägt oder stößt mit dem ganzen Körper, der Impuls kommt aus der Hüfte, die Bewegung erfolgt in einer Kettenreaktion durch den Körper. Mir persönlich hat es einen Riesenspaß gemacht, hier mal auf Hochtouren die Sau raus lassen zu können. Für Menschen, die selten an Pratzen trainieren oder dies noch gar nicht oder nicht oft gemacht haben, sei gesagt: Der passive Part (also der, bei dem man nicht schlägt, sondern die Pratze hält) kann durchaus härter sein, als der aktive Part! Mein Trainingspartner ließ mir jedenfalls keine ruhige Minute, wenn ich das kleine Schlagkissen an der Hand hatte! So ging es also etwa eine Stunde lang und uns wurde vom Trainer ein fürchterlicher Muskelkater prophezeit, der sich inzwischen auch eingestellt hat ;-) 

Nach einer kurzen Pause wanderten die Pratzen zunächst an die Seite und wir übten direkt am Partner. Es war abzusehen, dass es beim Sparring nicht zimperlich zur Sache gehen würde. Darum hat mich die Intensität und die Härte, mit der zumindest mein Partner und ich miteinander umgingen nicht überrascht - wenn ich ehrlich bin, mag ich es eine Spur härter ja sogar ganz gerne :-) Wir übten zunächst, wie wir reagieren, wenn jemand frontal auf uns zugelaufen kommt und uns an der Körpermitte umfassen will. Um den Aggressor zu stoppen, schlugen wir mit aller Kraft mit unseren Unterarmen auf die Schulterpartie, führten die Hände hinter dem Nacken zusammen (so dass wir auf die Innenseite unserer Unterarme blicken konnten) und drückten unsere Unterarme eng zusammen, so dass der Kopf des Gegners eingeklemmt wurde, er quasi mit der Nase an unserem Brustkorb stand.  Der Kopf war also ziemlich vertikal, während der Rücken abgewinkelt wurde. Durch diese Stellung befand sich unser Gegner in einer so ungünstigen Position, dass quasi seine Wirbelsäule blockiert war und er auch seitlich schlecht weg konnte. Jetzt hatten wir die Möglichkeit, z. B. den Kopf mit der einen Hand zu halten und den anderen Arm mit dem Ellenbogen zum Kinn zu schlagen. Hier war jetzt wirklich wichtig, ganz "kurz" zu schlagen, also tatsächlich die eigene Hand am eigenen Hals vorbei zu führen, sonst passte die Distanz nicht. Aus diesem Gememge konnten wir dann im Laufe der Trainingseinheit dann eine herrliche Rauferei entwickeln und man musste zuweilen schon ziemlich aufpassen, dass es keine bleibenden Blessuren gab. Ungeachtet der Ankündigung des Ausrichters Carsten Zimmermann hatte nämlich dann letztlich doch keiner oder kaum einer von uns irgendwelche Zahn-, Kopf- oder sonstigen Schützer angelegt. 

Für mich sehr wirkungsvoll war folgende Tatsache und Übung: Der Gegner rennt ja nicht zum Spaß auf uns zu und umklammert uns nicht, weil er uns so gern hat, sondern weil er uns letztlich zu Boden bringen will. Kritisch wird es daher für uns als Abwehrende, sobald der Griff an unsere Beine geht. Vielleicht stürzt sich der Gegner auch direkt auf unsere Beine - befindet sich also mit seinem Oberkörper unterhalb unseres Oberkörpers. Jetzt war es unsere Aufgabe (und das hat auch tatsächlich mehrfach supergut funktioniert), diese im Grunde ja überlegene Position auszunutzen, und uns einfach auf den Gegner drauf fallen zu lassen. Am Boden haben wir dann ja weiter "Oberwasser", da der Gegner platt wie eine Flunder unter uns liegt und quasi handlungsunfähig ist. Handlungsunfähigkeit ist ein gutes Stichwort, denn auch was unser Coach hinsichtlich der Konsequenz unseres Handels vermittelte, fand ich absolut überzeugend: Es ginge nicht darum, jemanden schwer oder gar letal zu verletzen - allein das Zufügen von (starken) Schmerzen reiche allerdings auch nicht aus. Vielmehr sei es wichtig, dass wir dem Gegner das Bewusstsein eintrübten oder vollständig nähmen. Wie auch ich es in meinen Kursen vermittele ist es ja so, dass Menschen, die uns angreifen, durch einen erheblich angehobenen Adrenalinspiegel und ggf. noch unter dem Einfluss von Drogen ein stark herabgesetztes Schmerzempfinden haben - selbst nach zum Teil starken Verletzungen lassen sie nicht vom Angriff ab! Die Sicht nehmen, das Bewusstsein - nur so können wir sicher den Ort des Geschehens verlassen. 

Mein Trainingspartner Arthur und ich überlegten schon an dieser Stelle einige Gemeinheiten, wie man den Gegner überwältigen könnte, z. B. wenn man quasi von oben auf dessen Hinterkopf blickt, seitlich über den Kopf ins Gesicht zu greifen, Lippe, Nase und ggf. Auge zu greifen und den Kopf an diesen Fixpunkten umzureißen. Dies wurde dann später auch vom Coach vorgeschlagen. Ebenso schön war hinterher sein Vorschlag, dem Gegner ein Ohr abzureißen, anschließend bei einer Aufwärtsbewegung mit dem Daumen (ohne Ohr ;-) ) ein Auge auszustechen und ihm dann noch mit dem Ellenbogen den Rest zu geben. Leider konnten wir wegen der kleinen Anzahl an Trainingsteilnehmern diese radikale Übung nur andeuten ;-) aber auch so machte es schon einen Heidenspaß! 

Gegen Ende des Nachmittags - ich hatte schon wegen der Zeitumstellung in der Nacht zuvor und auch wegen der Fülle der Trainingseindrücke ein wenig das Zeitgefühl verloren - wurden wir dann zum Partnerwechsel aufgefordert und sollten jetzt locker das Eingeübte im freien Sparring ausprobieren. Ahäm, ich hab dann ja nach so einem Vollgas-Nachmittag immer ein bisschen das Problem, wirklich locker zu werden und zu bleiben. Der Coach spielte jetzt zum Showdown dann auch noch Musik und startete mit Poison (was ich zum Einstimmen auf der Hinfahrt schon im Auto hatte laufen lassen :-) ). Schnell wurde klar, dass es so nichts wird mit dem lockeren Training, denn der Rock ging schnell ins Blut und ich möchte mir nicht ausmalen, wie wir bei noch härteren Beats aufgedreht hätten. Zu unser aller Überraschung gab es dann im nächsten Durchgang Reggae und wir wurden tatsächlich alle ruhiger! Es sei einfach zu gefährlich, eine Trainingseinheit mit harter Musik ausklingen zu lassen - dann habe man keinen positiven Trainingseffekt, sondern viele, viele Verletzungen. Auf diese Weise wechselten wir dann noch einige Male durch, so dass wir eine Vielzahl von Partnerinnen und Partnern kennen lernen konnten. Es war jedes mal ein herzliches und herzhaftes Miteinander und hat super viel Spaß gemacht! 

Zusammenfassend muss ich sagen, dass mich das Konzept vollumfänglich überzeugt hat. Street Combatives ist für mich eine sehr gute Möglichkeit, zu überprüfen, welche Karatetechniken im Ernstfall funktionieren bzw. wie sie bestmöglich ausgeführt werden müssen, damit sie überzeugen.  Es hat mich doch ziemlich beruhigt, dass meine 30 Jahre Karatetraining doch offenbar nicht ganz vergebens waren und ich auch losgelöst vom Shotokan-Training wirkungsvoll zu funktionieren scheine. Ich werde die entsprechenden Veranstaltungstermine auf jeden Fall mal im Auge behalten und sicher noch an dem ein oder anderen vergleichbaren Event teilnehmen. 

Spaß gemacht hat's! Danke, Arthur für die Einladung :-)

Pratzentraining Street Combatives

1. Stoß mit der Hand/dem Handballen grade nach vorne
Pratze auf Schulterhöhe seitlich halten, der Aktive steht im Kamae vor dem Pratzenhalter und zwar so ausgerichtet, dass er frontal zur Pratze steht (nicht frontal zum Halter). Er trifft mit dem Handballen oder mit der ganzen Handfläche, wichtig: Der Im Puls kommt aus dem hinteren Bein, der Hüfte, dem Rumpf. 50 Wdh, dann Partnerwechsel (Seitenwechsel haben wir an dem WE nicht geübt).

2. Stoß mit dem Ellenbogen 
Pratze frontal etwa auf Höhe des Halses halten, ggf. die zweite Hand zur Unterstützung dazu nehmen. Der Aktive steht frontal zur Pratze/zum Halter. Er trifft mit der Spitze des Ellenbogens (nicht mit der seitlichen Fläche des Ellenbogens). Die Distanz soll so nah sein, das der Aktive unmittelbar vor der Pratze steht. So lässt sich ein Empi in der normalen Form nicht ausführen. Er muss kürzer ausgeführt werden, als wir es sonst üben. Hierzu führt man die Hand des Empi seitlich am eigenen Hals vorbei (wenn man mit rechts stößt, also links am Hals vorbei). 50 Wdh, dann Partnerwechsel.

3. Wiederholter Stoß mit der Hand/dem Handballen grade nach vorne
Dreimal vorgehen, ohne Stopp. Nach dem dritten Mal nimmt der Halter die Pratze mit der Schlagfläche zur Brust, als Zeichen, dass der Durchgang vorbei ist. Zurück auf die Position und ca. 30 Wdh, dann Partnerwechsel.

4. Wiederholter Stoß mit dem Ellenbogen
Wie unter 3. beschrieben, nur muss der Halter nicht so weit zurück gehen

5. Kombination aus Hand-/Handballenstoß und Ellenbogenstoß
Es wird insgesamt viermal angegriffen - erst mit der Handfläche (der Halter geht nur wenig zurück), dann zweimal mit dem Ellenbogen und zum Abschluss noch einmal mit der Hand/Handballen (langer Stoß). Der Halter muss die Distanz entsprechend anpassen: zweimal kurz zurück gehen, einmal lang.

6. Hammerschlag
Die Pratze wird waagerecht etwa auf Oberschenkelhöhe gehalten, der Aktive steht (fast) aufrecht, holt mit dem Schlagenden Arm so aus, dass der Ellenbogen des Arms über den eigenen Kopf ragt, die Faust zeigt dabei mit den Knöcheln nach unten. Jetzt erfolgt eine Abwärtsbewegung durch den gesamten Körper, wobei der Impuls an der Hüfte beginnt, über den Rumpf zum Oberkörper gelangt und im letzten Moment die Faust nach unten reißt. Arm und Faust müssen bis zuletzt locker bleiben, im Moment des Auftreffens wird angespannt.

Freitag, 17. Oktober 2014

Aufwärmspiele für Kids

Medizinball-Situps
Einer liegt auf dem Rücken auf dem Boden und hält einen Medizinball zwischen den Händen an ausgestreckten Armen. Der Partner steht an den Füßen des anderen und streckt die Arme nach vorne aus. Der am Boden richtet sich auf und reicht mit gestreckten Armen den Ball dem anderen. Dann legt er sich wieder ab und kommt wieder hoch, nimmt den Ball in Empfang und legt ihnen einmal hinter seinem Kopf ab. Weiter wie vor.

Paarlauf
8 - 30 Kinder
Die Kinder gehen paarweise zusammen, es bleibt eine kleine Gruppe (2-5 Kinder) ohne Partner/in. Die Paare erhalten ein Seil/Gürtel und fassen je an einem Ende an, laufen mit dem straff gespannten Seil/Gürtel durch die Halle, ohne andere Paare zu berühren. Die Einzelnen laufen zu einem Paar und lösen einen der Seil-/Gürtelhalter ab. Ziel ist es, immer neue Partner aufzusuchen und andere Paare zu bilden. Die Seile können auch doppelt gehalten werden, um den Abstand zu verkürzen.
Variation: Nach jedem Wechsel wird die Laufrichtung geändert.

Bingo
8 - 24 Kinder
Benötigt wird pro Team ein Bingospielplan, sowie entsprechende Zahlkarten und Pratzen als Station für die Zahlkarten. Die Kinder bilden Teams mit vier bis sechs Personen. Jedes Team bekommt einen Bingospielplan, bestehend aus fünf Zahlenreihen mit je fünf Ziffern. Hinter jeder Wendemarke (Pratze) liegen für jedes Team die Zahlenkarten (mit der Zahl nach unten) bereit.
Auf das Startsignal hin rennt das erste Kind los, schnappt sich an der Wendemarke eine Zahlenkarte, läuft zurück und legt sie auf das entsprechende Feld des Spielplans. Dann übergibt er per Handschlag an das nächste Kind. Hat ein Team eine Fünfer-Reihe - senkrecht, diagonal oder waagerecht - auf dem Spielplan liegen, ruft es laut "Bingo" und ist Sieger des Spiels.

Daumenspiel
6 - 30 Kinder
Die Kinder bilden Paare, die sich hintereinander aufstellen. Der Trainer/die Trainerin steht im Abstand von drei bis vier Metern vor dem ersten Paar und zeigt mit dem Daumen die Laufrichtung (rechts oder links) an. Je nachdem, in welche Richtung der Daumen zeigt, springen beide Spieler entweder nach rechts oder nach links. Zeigt der Daumen nach rechts, ist das Kind, das rechts steht, das verfolgte Kind und das andere Kind muss versuchen, es zu fangen - bei links entsprechend umgekehrt. Nach Ende des Laufs stehen beide Kinder wieder hinten an.
Variation: Start aus dem Knien, Sitzen, Liegen (Bauch, Rücken)

Foppen und Fangen
4 - 10 Kinder
Die Kinder stellen sich in zwei Gruppen in einer Gasse auf, so dass sich immer zwei Kinder gegenüber stehen. Ein Kind streckt dem anderen einen Arm mit ausgestreckter Handfläche entgegen. Das andere Kind tippt dreimal (antäuschen erlaubt!) auf die Hand. Nach dem dritten Mal läuft das Kind, das geschlagen hat, in Richtung einer festgelegten Ziellinie - verfolgt von dem anderen Kind, das versucht, das weglaufende Kind zu fangen.

Wechseljagd
8 - 30 Kinder
Die Kinder gehen paarweise zusammen und legen sich mit dem Bauch auf den Boden. Zwei Kinder bleiben stehen und ein Kind jagd das andere. Das gejagte Kind kann sich retten, indem es sich neben ein anderes Paar auf den Boden legt. das Kind an der Außenseite dieses neuen "Trios" muss jetzt aufstehen und ist der neue Fänger. Der bisherige Fänger ist jetzt der Gejagte!

Popcorn
5 - 30 Kinder
Es sollte mit Pratzen ein kleines Spielfeld markiert werden. Ein Teil der Gruppe (etwa ein Viertel der Kinder) wird zu Fängern. Die Fänger klemmen sich einen Medizinball zwischen di eBeine. Sie bewegen sic mit beidbeinigen Sprüngen (Schlusssprünge) vorwärts, um die Kinder ohne Ball zu fangen. Wird ein Kind abgeschlagen, bekommt es den Medizinball und wird selbst zum Fänger. Verliert ein Kind den Ball, darf es solange nicht fangen, bis es den Ball wieder zwischen die Knie geklemmt hat.
Die Fänger können miteinander kooperieren, um möglichst erfolgreich zu sein.

Schildball
5 - 30 Kinder
Es werden mehrere Softbälle und Medizinbälle benötigt.
Die Gruppe teilt sich in Hasen und Jäger auf. Die Jäger erhalten jeweils einen Softball. Aufgabe der Jäger ist es, mit dem Softball möglichst schnell alle Hasen abzuwerfen. Damit das gelingt, können sich die Jäger absprechen und sich die Softbälle z. B. gegenseitig zuspielen. Die Hasen hingegen tragen als Schutzschild einen Medizinball. Wenn ein Jäger den Medizinball trifft, statt den Hasen selbst, so gilt das als Fehlschuss. Wird ein Hase getroffen, legt er den Medizinball am Rand des Spielfeldes ab und wird selbst zum Jäger. Ziel des Spiels ist es, alle Hasen in Jäger zu verwandeln.
Variation: Die Treffer werden gezählt und die Hasen bleiben Hasen.

Sitzball
5 - 30 Kinder
In einem abgegrenzten Spielfeld werden Medizinbälle und z. B. auch große Pratzen ausgelegt. Auf Kommando versuchen die Kinder in einer bestimmten Zeit, sich auf möglichst viele verschiedene Bälle / Pratzen zu setzen. Es ist nicht erlaubt, immer zwischen zwei Bällen oder Pratzen hin und her zu laufen.
Variation: Es können verschiedene Laufarten vorgegeben werden (z. B. Hopserlauf, Hüpfen auf einem Bein....).

1, 2 oder 3
8 - 30 Kinder
Die Kinder stehen in einer Reihe und werden von 1 - 3 "durchnumeriert". Sie sollen sich ihre Zahl merken. Dann laufen alle Kinder durch die Halle. Der Trainer/die Trainerin ruft eine Zahl von 1 - 3 und die Kinder mit der jeweiligen Zahl sinken langsam zu Boden. Die anderen Kinder können die Kinder am Boden durch Berühren an der Hand befreien.

Brückenwächter
10 - 30 Kinder
Es wird die ganze Halle genutzt, an einer Stelle am Rand wird eine "Brücke" abgesteckt, indem vier Pratzen in einem Quradrat ausgelegt werden. Die "Brücke" soll etwa 6 m breit sein. Ein Kind wird zum Brückenwächter und steht zwischen zwei Pratzen. Die anderen Kinder laufen eine Hallenrunde. Wenn sie an die Brücke kommen, müssen sie versuchen, durch die Pratzen hindurch zu laufen. Der Brückenwächter versucht, die Kinder abzuschlagen. Das dritte abgeschlagene Kind wird zum neuen Brückenwächter. Die Wächter dürfen sich nur in der markierten Zone bewegen.
Variation: Die Brücke wird verbreitert und mit zwei Brückenwächtern besetzt.

Mittwoch, 24. September 2014

Krafttraining

Rücken:

Auf den Bauch legen, li Arm und re Bein anheben, 1 sec halten, dann re Arm, li Bein - und dann je 20 Mal wiederholen - drei Sätze

Oder: auf dem Bauch liegen und "schwimmen"

Oder: Auf dem Bauch liegen, Beine rechwinkling anwinkeln, zur Decke wippen

Hackepeter

Bauch:

Situps

seitlich: Medizinball ablegen

zu zweit: Situps mit Tsukis

Rückenlage, Beine strecken, hoch und Gesäß hoch

Rückenlage, Beine zur Decke und wippen


Seitstütz

Unterarmstütz

rückwärtiger Unterarmstütz


Kniebeugen
Kniebeugen mit Partner, an einer Hand fassen beim Runtergehen, beim Hochkommen Hände wechseln

Hampelmann zu zweit

Liegestütz mit seitlichem Rollen

Burpees


abwechselnd
Liegestütz und rudern - 10,9,8,7...

Liegestütz auf den Fäusten

Seitlenlage und Oberkörper hoch (Matte unterlegen, partnerweise, der eine hält die Füße)


Samstag, 6. September 2014

Leid und Freud im Kindertraining

Jede/r, der regelmäßig eine feste Trainingsgruppe betreut, kennt die Tiefen und Höhen des Trainer/innen-Alltags: Es gibt Tage, da hat man sich super vorbereitet, strotzt nur so vor toller Ideen und hat sich schon gut überlegt, wie man sie an den Mann oder die Frau bringen kann - und dann steht statt der erwarteten Gruppe ausgerechnet an diesem Tag eine ganz andere Zusammensetzung im Dojo! Oder man hat überlegt, bestimmte Leute auf eine Prüfung oder einen Wettkampf vorzubereiten - und dann kommen ausgerechnet diese Leute einfach - ohne sich abzumelden - nicht zum Training! Im Kindertraining empfinde ich das noch extremer: Ein talentiertes Kind verkündet plötzlich und unerwartet, dass es keine Lust mehr auf Karate hat oder es flattert für dieses Kind schlichtweg die Abmeldung ins Haus. Oder Kinder eines Wettkampfteams (speziell: Kata Team) kommen nicht zur Vorbereitung. Oder die Kinder sind einfach nach einem langen Schultag oder kurz vor den Ferien so aufgekratzt, dass man das ursprünglich geplante Programm spontan umwerfen muss, um überhaupt noch etwas trainingsähnliches auf die Reihe zu kriegen.

Aber dann gibt es Tage wie heute, an denen alles stimmt! Die kleinen Pandas sind sehr diszipliniert und machen gut mit. Bei den Füchsen sticht ein erst sechs Jahre altes Mädchen mit ihren akkuraten Techniken und ihrem eisernen Willen hervor und in der Tigergruppe haben mit viel Freude neue Kinder angefangen.

Das besondere Highlight war dann aber heute unsere kleine Gruppe in der Wettkampf- und Prüfungsvorbereitung: Leider hatte uns zwar unser kleiner "interner A-Kader" hängen lassen - wie schon weiter oben beschrieben hat ein Junge aus der recht erfolgreichen Wettkampfgruppe uns grade aus Unlust verlassen, ein weiterer verkündete schon letzte Woche, dass er am Turniertag verhindert ist und schließlich kam ein Mädchen, das in einer Woche ihr Wettkampfdebut haben möchte, heute gar nicht zum Training und sagte auch nicht ab. Aber ich hatte ja ein Highlight versprochen und im Grunde waren es für mich persönlich sogar drei Highlights - alle drei Karate-Kids, die ich trainieren durfte waren in den letzten Wochen und Monaten so überdurchschnittlich über sich hinaus gewachsen, dass es mir als Trainerin richtig warm ums Herz wurde!

Wenn man Bewegungstalente unterrichten darf, dann ist das ein ein Geschenk und man fragt sich insgeheim vielleicht, wie man das verdient hat. Aber wenn Kinder, bei denen man anfangs nicht sicher war, ob sie die ersten sechs Monate durchhalten und sie dann plötzlich aus eigenem Antrieb mit eisernem Willen an sich arbeiten und die Gesichter im Training nicht nur vor Anstrengung, sondern auch vor Freude glühen, dann verbuche ich das auf meiner Haben-Seite nicht nur als Geschenk, sondern als einen Verdienst, auf den ich ein kleines bisschen stolz bin.

Drei Karatekinder, die sich aus eigenem Antrieb aus ihrem Anfänger-Kokon geschält haben - das waren heute meine besonderen Sterne am Karatehimmel und dergleichen wünsche ich auch allen anderen Trainer/innen von Herzen!

Montag, 14. Juli 2014

Vom redlichen Bemühen

Vom redlichen Bemühen 
(frei nach "Natur und Kunst" von Johann Wolfgang von Goethe)


Kata und Kumite, sie scheinen so verschieden
Und haben sich, eh man es denkt, gefunden.
Der Widerwille ist auch mir verschwunden 
Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.

Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen! 
Und wenn wir erst, in trainingsreichen Stunden
Mit Geist und Fleiß uns an die Kata-Kunst gebunden
Mag (Frei)Kampf auch in uns’ren Herzen glühen. 

So ist’s mit unserer Kampfkunst generell beschaffen: 
Vergebens werden ungebundne Geister
Nach der Vollendung des Karate streben. 

Wer Großes will, muss sich zusammenraffen. 
Und in der Vielfalt zeigt sich erst der Meister. 
Was wir gelernt haben könn' wir dann weitergeben. 
 
    
(und für Kulturbanausen hier das Original ;-) )

Natur und Kunst
von Johann Wolfgang von Goethe 

Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
       Und haben sich, eh’ man es denkt, gefunden;
       Der Widerwille ist auch mir verschwunden,
       Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.

    Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
       Und wenn wir erst, in abgemessnen Stunden,
       Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,
       Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.

    So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen.
       Vergebens werden ungebundne Geister
       Nach der Vollendung reiner Höhe streben.

    Wer Großes will, muss sich zusammenraffen.
       In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,
       Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.



 

Mittwoch, 2. Juli 2014

Czech Gasshuku

Tag 1
1. Einheit - Kata Training
Klasse Trainingsstart beim Czech Gasshuku! Heute früh um 08.00 Uhr ging es los mit Katatraining bei einem tschechischen Shihan Karel, der uns mit Impressionen zur Gankaku in den Tag begleitete. Er verwies an einigen Stellen auf das Training bei Izumiya Sensei beim Kata Special Course und rief einige dieser Trainingsansätze wieder ins Gedächtnis. Zwei Stellen in der Kata fanden meine Karatefreunde und ich dann in der Pause allerdings durchaus diskussionswürdig - es ging um Drehungen (die erste Drehung zu Beginn der Kata, bei der man vom Kokotsu Dachi um 180 Grad in den Kiba Dachi dreht, möglichst ohne das Gewicht vorher zu verlagern. Karel Shihan bestand darauf, dass wir hier auf der Ferse drehen sollten (wie es ja meist bei Karatewendungen gefordert wird). In unserem kleinen Karatesgrüppchen drehten wir allerdings alle automatisch und ohne Nachteile erkennen zu können, hier auf dem Ballen. Zweite Stelle war die Position nach den drei Manji Ukes, bei der man die Ellenbogen zur Seite rausstellt und erst rechts, dann links die Hüfte dreht und so mit den Ellenbogen blocken kann. Auch hier macht m. E. eine Drehung auf beiden Fersen keinen Sinn - ich würde es hier eher wie in der Bassai Dai bei der Tsuki-Uchi-Uke-Kombination machen und je mit einem Fuß auf der Ferse, mit dem anderen auf dem Ballen drehen. Insgesamt hat mir die Einheit, die auch etliche Bunkai-Sequenzen beinhaltete, sehr gut gefallen.

2. Einheit,
Nach einer kurzen Pause, in der ich für einen Karatefreund aus Stade schnell meinen zweiten Obi aus dem Hotel holte, ging es weiter mit meinem ersten Training bei Sensei Okuma, einem Schüler Naka Senseis. Okuma sprach mich sofort durch seine sympathische und fast hemdsärmelige Art an. Wir starteten sehr zur Freude meines Trainingspartners Torsten mit der Taikyoku Shodan. Diese wurde von Okuma stufenweise ausgebaut - zunächst führten wir sie "normal" aus, dann mit je einem Step nach hinten und dann nach vorne, um die Idee einer Kumite-Bewegung mit einem ganz kurzen Step bei der Rückwärtsbewegung zu erarbeiten. Schließlich wurde die Kata noch mit einigen Keris "gewürzt", so dass hier wohl jeder in der Halle irgendwie auf seine Kosten kam :-) .

Nach einer kurzen Trinkpause ging es weiter mit Gohon-Kumite - Tsuki Jodan, Tsuki Chudan und Mae Geri. Hier fand ich in Frank Köhler meinen Meister und habe mir fest vorgenommen, diese Kumite-Form, die mir von allen Kumite-Formen irgendwie am wenigsten liegt, mehr zu üben ^^ Mist - beim Mae Geri hat weder Nagashi Uke, noch Gedan Barei beim Training mit Frank richtig funktioniert.

Im Anschluss gab es dann dann Jiyu-Kumite mit ständig wechselnden Partnern. Zunächst sollte Tori mit dreimal mit Tsuki Jodan angreifen, Uke sollte mit Nagashi Uke Jodan (ich hätte jetzt spontan gesagt, dass es ein Soto-Uke mit offener Hand ist, aber vermutlich wird dieser Block dann (gewischt und mit offener Hand) zum Nagashi Uke) geblockt werden, dann Konter. Anschließend sollte Tori den Konter seinerseits wieder blocken und gegenkontern.

Schließlich gab es noch eine Mae-Geri-Übung: Zunächst sollten wir uns partnerweise im Wechsel Mae Geris seitlich Chudan verpassen mit leichtem Kontakt. Dann sollte Uke den Keri seitlich mit Tai Sabaki rausblocken und mit Gyaku Tsuki kontern. Im letzten Durchgang sollte der Konter wiederum ein Mae Geri sein, also zweimal Kick mit demselben Bein - hier kam es besonders auf ein stabiles Standbein an!

Ach, das hat mal wieder richtig Spaß gemacht, schön ne knappe Stunde Kumite und dabei den Kopf frei kriegen! Herrlich! Was hab ich das vermisst! Bei allem Ärger darüber, dass meine besten Karatezeiten wohl hinter mir liegen und es ein harter und langer Weg wird, das mal Gekonnte einigermaßen wieder aufzubauen, überwiegt doch die Dankbarkeit, endlich wieder an intensiven Trainings und Lehrgängen teilnehmen zu können.

3. Einheit
Jetzt hatten wir das Vergnügen mit Naka Sensei! Wir begannen mit einer Übung "zur Koordination von Armen und Beinen", wie Naka Sensei es einige Male betonte: Wir starteten im Kiba Dachi mit der rechten Hand im Tate Shuto Uke - die erste Bewegung war, den linken Fuß an den rechten zu ziehen, ohne die Höhe des Standes zu verändern, und gleichzeitig mit der linken Faust einen Tsuki auszuführen, dann das rechte Bein wieder in den KB setzen, und mit rechts Tsuki, Kamae war dann im Stand die linke Hand zum Tate Shuto Uke zu führen, das Ganze wurde dann auch nach links ausgeführt. Die Übung wurde nach und nach ausgebaut: zunächst kam nach dem ersten Tsuki bei der Bewegung nach rechts ein Yoko-Geri Kekomi mit rechts, nach links dann entsprechend anders rum. Hinterher ging es nach dem ersten Tsuki im Heisoku Dachi nach rechts rechts vor in ZK mit Gyaku Tsuki und nachfolgend Yoko Geri mit rechts, andersrum genauso.

Hauptthema der Einheit war Oi Tsuki / Gyaku Tsuki bzw. Kizami Tsuki Gyaku Tsuki, je nachdem, welche Distanz zu überbrücken war.

Wir übten zunächst alleine Oi Tsuki / Gyaku Tsuki. Später wurde daraus folgende Partnerübung: Angreifer kommt vor mit einer großen Bewegungsabfolge Oi Tsuki, Gyaku Tsuki, der Abwehrende geht ohne Block einen Schritt zurück. Dann steppt der Angreifer kurz einen Schritt zurück (es wurde auch gesagt "mit Kiri Kaeshi", was m. E. bedeuten würde, einen Schrittwechsel auf der Stelle auszuführen, aber vorgemacht hat Naka Sensei eigentlich immer "einen Schritt zurück". Hier sollte nicht lange pausiert werden, sondern der Angreifer macht sofort wieder Druck nach vorne, jetzt auf kurzer Distanz Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki. Für mich diese im Grunde nicht wahnsinnig komplizierte Übung nach meiner langen Kumite-Abstinenz ein bisschen wie "wieder laufen lernen": Es lief nicht richtig rund und obwohl mir die Übung theoretisch klar war, war ich absolut nicht zufrieden mit der Ausführung. Allerdings tat sich auch mein Trainingspartner sichtlich schwer mit der Abfolge - vielleicht war uns doch der "Schritt zurück" einfach zu ungewohnt. Eine super Übung, aber sie hatte wirklich ihre Tücken!

Bei dem Partnertraining wurden wir übrigens richtig schön geschliffen! Hey, das war echt mal wieder Moving Zen! Denn Naka trieb uns zu einem Höchstmaß an Geschwindigkeit an, in dem er bei dieser Übung plötzlich eine Trillerpfeife hervorzauberte, die er bis dahin hübsch unter seinem Gi-Oberteil verborgen hatte :-) Beide Partner hatten ohnehin schon einige Male die Übung ausgeführt, als es plötzlich hieß:"Just 10 more times!" Ohje! Hey, das war mal echt eine konditionelle Herausforderung und machte so richtig schön die Birne frei!

Anschließend übten wir Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki mit Suri Ashi und diese Übung gab es dann in Formationen zu je drei Personen: Der in der Mitte griff einen der Außenstehenden an mit Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki, dann schnelle Drehung und den anderen angreifen. Hier ließ uns Naka Sensei je 10 bzw. 15 Sekunden agieren, bevor der Angreifer wechselte.

Schließlich sollten wir bei der Übung zu dritt mit den Distanzen variieren: Einer der Außenstehenden hatte die Aufgabe, beliebig einen Schritt weiter auf den Angreifer zu zu gehen oder einen Schritt zurück. Der in der Mitte sollte jetzt sofort erkennen: "Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki oder Oi Tsuki / Gyaku Tsuki".

Wow, was hatten mir diese letzten Partnerübungen Spaß gemacht! Das ist für mich die Seele des Karate - Partnertraining mit Biss! So macht es Spaß :-)

Zum Abschluss der Einheit ließ uns Naka Sensei noch einige male die Jion ausführen. Er wies darauf hin, dass die meisten Techniken auch nichts anderes sind als "Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki" und das haben wir ja auch von unserem Trainer und Karatefreund Andreas Klein schon oft gehört! Wir versuchten dann, Naka Senseis Anleitungen zur Jion zu befolgen und freuten uns nach einem Cool Down dann einfach noch auf die Dusche :-)

Tag 2:
Kata (Naka Sensei): Kanku Sho: Neu: nach der Wendung kein Gedan Barei, sondern den Arm kreisförmig absenken.

Okuma Sensei: Patrnertraining Zen (gleichzeitig)
Go no Zen (danach)
Zen (gleichzeitig Block und Konter, wenn der Gegner kommt, Doppelarmtechnik Irikimi?) Sochin: aus Kamae Kiri Kaeshi, mit links Nagashi Uke und statt Uraken mit rechts Tsuki sowie Age Uke, chudan Tsuki (normal und Ura) und anschließend abtauchen und von hinten an die Oberschenkel fassen, gleichzeitig mit der Schulter gegen den Oberkörper drücken und weghebeln
,mit Kiri Kaeshi und Yoko Geri den Angriff abstoppen
Zen no Zen: dem Angriff zuvor kommen, einen Angriff provozieren (Samatag?)

Nachmittags Naka Sensei: Im Stand Kizami Tsuki 45 Grad und Gyaku Tsuki, dann Kizami Tsuki in die andere Richtung 45 Grad
In Bahnen vorwärts: Kizami Tsuki / Gyaku Tsuki , Gyaku Tsuki / Kizami Tsuki, Gyaku Tsuki / Gyaku Tsuki
Anschließend mit Partner
Enpi

Tag 3:
Jitte mit Okuma Sensei ("Last year we did Jitte, this year we do....Jitte." ;-) )
Am Anfang: Hüfte!
Mit Bunkai (2 Sequenzen vom Anfang der Kata)

Nijushiho mit Okuma Sensei
Besonderheit: Am Anfang Empi mit 90 Grad zw Unterarm und Oberarm
In der Anwendung Hasami Uke seitlich links (sonst zu gefährlich, noch getroffen zu werden)
Maki Otoshi und nachfolgendem Teisho Awase Tsuki in einer fließenden Bewegung
Einheit sehr kurzweilig

Dritte Einheit mit Naka Sensei: 
Aufwärmen: Vorwärts laufen (spazierengehen, ganz normal, nicht im ZK oder so) mit Tsuki  und rückwärts zurück
Dann mit Age Uke, Gyaku Tsuki
Dann mit Mae Geri auf jeden dritten Schritt
Im Stand Tsuki auf 1: ein Tsuki, auf 2: zwei Tsuki, auf 3 drei Tsuki
Da wurde man echt gut warm, das hätte als Erwärmung eigentlich gereicht, davor wäre nichts weiter nötig gewesen.

Gravity –Schwerpunkt
1.     nur Kizami (re/li im ZK vor und zurück)
2.     nur Gyaku
3.     Kizami Gyaku
4.     Gyaku Kizami
5.     Dann 3 und 4 aneinanderfügen
6.     Kizami gyaku / gyaku Kizami, gyaku gyaku (drei Schrittwechsel)


Tag 4: 

Sochin mit Richard Sensei, dem Präsidenten des Czech Gasshuku. Karate beginnt und endet mit Respekt und Höflichkeit - umso verwunderlicher ist es, dass einige der deutschen Karateka das Dojo wieder verlassen haben, nachdem feststand, dass kein japanischer Instructor das Training leiten würde. Richard Sensei hat ein tolles Training gegeben und wie wir hinterher erfuhren, ist er vor einigen Wochen bei der EM der Veteranen mit dieser Kata Europameister geworden. 

In der Pause bis zur nächsten Einheit habe ich das Unterstufentraining von Naka Sensei beobachtet. Es lehrte die Kata Heian Sandan und hatte ein tolles Trainingskonzept mit Kihon aus der Kata und Partnerübungen, die dann das Verständnis für die Kata ermöglichten. Am Ende ließ Naka Sensei die Heian Sandan "am Stück" einige Male ohne Pause hintereinander ausführen - und zwar abwechselnd "normal" und "ura".

In der zweiten Einheit hatten wir wieder eine vollständige Kata Einheit und zwar bei Okuma Sensei. Er lehrte uns Bassai Sho. Die JKA-Version hat einige Elemente, die von der uns bekannten Version abweichen: Die Greifbewegung vor dem ersten Kiai (Kaeshi Dori) war bislang immer anders als bei der Bassai Dai, nämlich so, dass in der Sho das Handgelenk ganz umfasst wird. Heute erklärte Okuma Sensei, dass wir die Technik genauso ausführen sollten, wie bei der Bassai Dai. Die andere Version sei den Kanku-Katas vorbehalten. Außerdem wird nach dem zweiten Manji Uke der linke Fuß nicht mehr unter den Körperschwerpunkt gezogen, sondern es wird direkt mit rechts vor in Kokotsu Dachi mit Shuto Uke vorwärts bewegt. Wir führten die Bassai Sho gegen Ende der Einheit dann in zwei Gruppen je neunmal aus und einmal noch gemeinsam. 

Nachmittags hatten wir wieder das Vergnügen mit Naka Sensei. Der Sensei wärmte uns wieder ähnlich auf, wie gestern. Anschließend sollten wir wieder einige Kizami-Tsuki / Gyaku-Tsuki-Versionen aus dem Shizen Tai ausführen: Kizami, Gyaku, Kizami-Gyaku, Gyaku-Kizami und Gyaku-Gyaku. Das hatte es schon ganz schön in sich und wir führten das dann noch an einem Partner aus, der als "Target" einfach im Shizen Tai stand. 

Dann machten wir eine Art "Tipp-Kick", wie wir es bei uns im Dojo auch machen: durch das Antippen verschiedener Körperstellen (Schulter, Oberschenkel), werden bestimmte Techniken ausgeführt. In diesem Fall stand der "Roboter" im Kamae und der andere tippte auf die Schulter und löste entweder einen Kizami oder einen Gyaku Tsuki aus. Beim Tipp auf den Oberschenkel des hinteren Beins gab es Mae Geri und beim vorderen Mawashi Geri. Es sollten maximal zwei Techniken unmittelbar hintereinander "programmiert" werden. Im Verlauf der Übung sollten die "Roboter" zunehmend stark agieren. 

Dann gab es noch eine Übung zu dritt, die wir so oder ähnlich schon in Berlin gemacht hatten: zu viert zusammen, einer steht in der Mitte, vor diesem steht ein Karateka und re/li neben ihm auch. Die äußeren stehen im Kamae, der in der Mitte steht aufrecht und lässt die Hände li und re neben dem Körper hängen. Der Mittlere streckt dann eine oder beide Fäuste nach vorne oder zur Seite und die Partner müssen schnell reagieren und Kizami oder Gyaku Tsuki jodan oder chudan ausführen. Das dann mit steigender Geschwindigkeit und bis jeder einmal dran war. Im Verlauf konnte der Mittlere noch vor- oder rückwärts laufen und dadurch die Arbeit der anderen erschweren.

Zum Abschluss gab es noch einige Male Gankaku. 

Abends haben wir zunächst mit einem kleinen Kreis von Karatefreunden bei einigen Getränken und/oder Essen zusammen gesessen und zum Teil schon Abschied genommen. Die Lehrgangsparty fand leider ohne Torsten und mich statt, muss aber wieder sehr schön gewesen sein!

Nach einer mal richtig ausgeschlafenen Nacht gab es am letzten Trainingstag noch Gojoshiho Sho mit Naka Sensei. Das Aufwärmtraining übernahm diesmal eine andere Tschechin und ich dachte erst: Hey, sie ist auf dem aktuellen Stand, was das Warm Up angeht - aber leider fing sie gegen Ende des Warm Up dann doch wieder an, statisch zu dehnen.

Naka Sensei ließ uns zunächst die Kata zweimal komplett ausführen. Dann sollten wir uns zu viert zusammen tun - möglichst Danträger mit Farbgurten gemischt - und die Kata in Sequenzen ausführen, die zunächst vom Sensei vorgegeben und dann einige Male in den Gruppen ausgeführt wurden. Es gab einige JKA-Besonderheiten, z. B. die Schlussstellung der Kata im Kosa Dachi, statt im Neko Achi Dachi. Die Schlussbewegung (Morote Tate Uchi, sagt Torsten ;-) ) sollte wellenförmig erfolgen. Das übten wir dann auch am Partner (Partner greift an die Oberarme, wir befreien uns und stoßen den Partner weg), was mir ziemlich schwer fiel. Torsten und ich stellten fest, dass es half, wenn man die erste "Welle" schon beim Abwehren der Greifbewegung ausführte und nicht erst anschließend.

Für uns war dann nach dieser Einheit der Lehrgang zu Ende. Die letzte Einheit opferten wir einer zeitigen Heimkehr nach Münster. Vor der Abfahrt gab es natürlich noch ein großes Abschiednehmen und eine kleine Fotosession mit den Senseis. Schön war's, Sporice! Czech Gasshuku ist absolut zu empfehlen! Oss!