Mein zweites Training in Jörgs Dojo als Mitglied! Leider ging es mir nicht besonders...kurz hatte ich erwogen, das Training abzusagen, da ich doch auch an den beiden Folgetagen eine stramme Wanderung durch den Teutoburger Wald vor mir hatte! Aber dann raffte ich mich doch auf und fuhr mit dem Rad in die City. Was sah ich da? Obgleich es gar nicht regnete, bog sich ein prachtvoller Regenbogen quer über der Altstadt, unter seinem Mittelpunkt lag nichts anderes als das Budo-Sportcenter! Das musste ein gutes Omen sein!
Im Dojo traf ich dann meine Kampfgefährten. Andreas Ranninger aus dem Stadtdojo war diesmal auch dabei, auch Tim und wieder Antonio, Anja und Daniel. Daniel berichtete, er habe gelesen, dass ich jetzt auch öfter herkäme. Wo denn das? "In deinem Blog!" Ich scheine ja doch treue Leser zu haben :-) Nach dem Training fragte Daniel, ob ich denn auch jetzt einen Bericht über dieses Training schreiben würde. Eigentlich war nichts Spektakuläres passiert, aber "für Daniel" schreibe ich jetzt trotzdem was:
Jörg stellte als erstes fest, dass einige der Anwesenden etwas lädiert waren und änderte kurzer Hand den Trainingsplan etwas um. Es sollte diesmal etwas schonender zugehen und wir waren wohl alle froh, dies zu hören. Ganz ohne Anstrengung ging es natürlich nicht und hinterher fragte ich mich, wo eigentlich die Schonung lag - immerhin gab es aber nur relativ harmlose Kumite bzw. Bunkai-Übungen.
Zunächst wärmten wir uns mit Karate-Jiutsu auf: mit effektiven Selbstverteidigungstechniken, die wir schon in den vorigen beiden Trainingseinheiten geübt hatten. Obgleich mir diese Übungen generell noch etwas fremd sind, hatte ich besonders eine von ihnen in der letzten Woche häufiger im Geiste durchgespielt. So klappte es diesmal ganz gut und ich erhielt sogar ein Lob vom Trainer ;-) Die anderen Übungen waren dann wieder gewöhnungsbedürftig und ich stieß schnell an meine Grenzen. Werde mir das noch einige Male mental durchspielen diese Woche und gucken, ob ich es nächsten Freitag besser auf dem Schirm habe.
Anschließend gab es Kihon-Kumite: in zwei Reihen mit Partner aufstellen, der Tori greift mit Tsuki Jodan an, der Uke blockt Age Uke. Dann greift der andere an und der Partner blockt. Anschließend Vorgehen, Tsuki Chudan, Block Uchi Uke, dann der Partner. Nun erneut vor mit Ts Chudan, Block Gedan Barai / Partner. Wenn die Bahn durch war, ging es zurück, wobei nun die Rollen "vertauscht" waren, das heißt, jetzt fing der andere Partner jeweils an, anzugreifen. Ich muss zugeben, bei dieser Übung war ich koordinativ schon mal recht überfordert.
Anschließend Kata. Ganz auf mich abgestellt waren die ersten Durchgänge, bei denen ich die Sochin wieder einmal weiter entwickeln konnte. Ich war nicht wirklich zufrieden, aber das lag wohl an meiner suboptimalen Gesamtverfassung!
Dann gingen wir über zur Gangak, die wir einige Male bis zum ersten Kranich-Stand liefen und dann mit Bunkai-Übungen sinn-füllten. Auch hier ging es für mich wieder an die Grenzen der mentalen Belastbarkeit und ich war immer super froh, wenn Trainingspartnerin Anja mich hier unterstützte und geduldig unterwies.
Zum Abschluss gab es 10 klassische Ochi-Tsukis im Kiba Dachi und dann ging es zur letzten Übung des Tages: Dojo-Reinigen! Dies gehört bei Jörg wie selbstverständlich zum Training und wie in Japan ist es fast eine Ehre, hier helfen zu dürfen. Jeder muss nur wenig tun, wenn alle mit anpacken. Es wäre schön, wenn ein wenig von diesem Gemeinschaftsgeist in unser Dojo übernommen werden könnte.
Das Training hat meine Erwartungen mehr als übertroffen! War ich noch etwas niedergeschlagen, schlapp und unwohl fühlend zum Dojo gefahren, so fuhr ich voller Power und gut gelaunt heim. So muss Karate sein: ein Energieschub für den Alltag, der Akku fürs Leben und eine Bereinigung von Ärger und Frust! Oss
Sonntag, 21. Oktober 2007
Sonntag, 7. Oktober 2007
Ein neuer Karate-Weg
Am vergangenen Freitag durfte ich wieder einmal zu Gast sein im Dojo von Jörg Gantert. Das ist für mich jedes Mal eine ganz besondere Herausforderung. - Warum eigentlich? Wir haben schließlich in unserem Dojo auch erstklassige Trainer wie Michael Jarchau, Jörg Greve oder Jürgen Vahle. Aber irgendwie sind es immer wieder die Trainings bei Risto oder eben bei Jörg, die mich karatemäßig ein größeres Stück weiter bringen. Vielleicht liegt es daran, dass bei uns im Dojo die Gruppe generell größer ist. Bei Risto und Jörg heißt es für mich jedenfalls immer "Trainieren, worauf es ankommt". Nun war auch wieder an diesem Freitag vor dem Training das Kribbeln im Bauch nicht zu ignorieren. Aber wie heißt es so schön im Dojo-Kun? - Sei mutig!
Das Training begann bereits mit tollen Aufwärmübungen mit wechselnden Partnern. Dann ging es nahtlos über zum Kumite, bei denen ich unter anderem Uli Nakath als Partner hatte, den anderen "wahren" Ristofan außer mir ;-) Hier merkte ich deutlich, dass Uli von Risto schon weitaus mehr übernommen hat und ich noch viel, viel lernen muss :-(
Kihon als nächstes. Die Kombinationen waren koordinativ und konditionell recht anspruchsvoll. Ungewohnt: zuerst Gyaku-Tsuki, dann Uraken.
Kata: Jörg hatte mich im Vorfeld gefragt, was ich gerne trainieren möchte, wenn ich zu ihm ins Dojo käme - welch ein Luxus! Ich hatte mir die Kata Sochin gewünscht aber schon angedeutet, dass ich sie zwar gerne als nächste Prüfungskata nehmen würde, sie aber noch nicht sauber laufen kann. Offenbar war die Kata dann für uns alle eine große Herausforderung: Neben meinen viele kleinen Patzern hat auch Karate-Vorbild Silvie sich an einer Stelle vertan und sogar Jörg "ersparte" uns die letzten zwei Tsukis in einem Durchgang. Da liegt sicher noch ganz viel Arbeit vor mir, aber ich spüre trotzdem, dass diese Kata "meine" wird - irgendwann!
Als nächster wird aber wohl Uli seine Prüfung zum zweiten Dan ablegen. Er hatte sich die Kata Jitte ausgesucht, die wir ja schon einmal bei Jörgs Bunkai-Lehrgang mit Han-Bos geübt hatten. Glücklicher Weise konnte ich hier einigermaßen mithalten - eine Kanku-Sho wäre mir sicher schwerer gefallen!
Zum Schluss gab es noch einige Selbstverteidigungstechniken. Das ist auch immer sehr faszinierend bei Jörg: dieses breite Spektrum, Karate-Techniken einzusezten - jedesmal wieder ein Blick über den Horizont. Risto hat sein "Karate-mit-System" und auch Jörg geht seinen eigenen Karate-Weg. Ich brauche beides derzeit neben dem regelmäßigen Training in meinem Dojo, um mich weiter zu entwickeln. Da ich bei Risto ja nur relativ selten trainieren kann, habe ich mich daher spontan entschlossen, als zweites Karate-Standbein eine Mitgliedschaft in Jörgs Dojo zu vereinbaren. So bin ich nicht immer nur Gast, sondern kann hoffentlich regelmäßig in den Genuss seines Trainings kommen. Vielleicht hilft mir das ja auf meinem Weg zum zweiten Dan.
Das Training begann bereits mit tollen Aufwärmübungen mit wechselnden Partnern. Dann ging es nahtlos über zum Kumite, bei denen ich unter anderem Uli Nakath als Partner hatte, den anderen "wahren" Ristofan außer mir ;-) Hier merkte ich deutlich, dass Uli von Risto schon weitaus mehr übernommen hat und ich noch viel, viel lernen muss :-(
Kihon als nächstes. Die Kombinationen waren koordinativ und konditionell recht anspruchsvoll. Ungewohnt: zuerst Gyaku-Tsuki, dann Uraken.
Kata: Jörg hatte mich im Vorfeld gefragt, was ich gerne trainieren möchte, wenn ich zu ihm ins Dojo käme - welch ein Luxus! Ich hatte mir die Kata Sochin gewünscht aber schon angedeutet, dass ich sie zwar gerne als nächste Prüfungskata nehmen würde, sie aber noch nicht sauber laufen kann. Offenbar war die Kata dann für uns alle eine große Herausforderung: Neben meinen viele kleinen Patzern hat auch Karate-Vorbild Silvie sich an einer Stelle vertan und sogar Jörg "ersparte" uns die letzten zwei Tsukis in einem Durchgang. Da liegt sicher noch ganz viel Arbeit vor mir, aber ich spüre trotzdem, dass diese Kata "meine" wird - irgendwann!
Als nächster wird aber wohl Uli seine Prüfung zum zweiten Dan ablegen. Er hatte sich die Kata Jitte ausgesucht, die wir ja schon einmal bei Jörgs Bunkai-Lehrgang mit Han-Bos geübt hatten. Glücklicher Weise konnte ich hier einigermaßen mithalten - eine Kanku-Sho wäre mir sicher schwerer gefallen!
Zum Schluss gab es noch einige Selbstverteidigungstechniken. Das ist auch immer sehr faszinierend bei Jörg: dieses breite Spektrum, Karate-Techniken einzusezten - jedesmal wieder ein Blick über den Horizont. Risto hat sein "Karate-mit-System" und auch Jörg geht seinen eigenen Karate-Weg. Ich brauche beides derzeit neben dem regelmäßigen Training in meinem Dojo, um mich weiter zu entwickeln. Da ich bei Risto ja nur relativ selten trainieren kann, habe ich mich daher spontan entschlossen, als zweites Karate-Standbein eine Mitgliedschaft in Jörgs Dojo zu vereinbaren. So bin ich nicht immer nur Gast, sondern kann hoffentlich regelmäßig in den Genuss seines Trainings kommen. Vielleicht hilft mir das ja auf meinem Weg zum zweiten Dan.
Samstag, 6. Oktober 2007
Freitag, 28. September 2007
Berlin - wie im Movie-Park!
Herbstferien - sie bieten sich an für einen Urlaub oder für eine Kurz-Städtereise, warum nicht mal nach Berlin?
Darum hatte ich kurzer Hand Bahn-Tickets für meine Kids und mich besorgt (mit BahnCard 75 Euro für alle zusammen, Hin- und Rückfahrt) und einen praktischen Reiseführer.
Berlin liegt ja nicht grade vor den Toren Münsters und darum hieß es am Donnerstag, den 27.09.2007 morgens früh um 04.30 Uhr aufstehen, denn um 05.38 Uhr sollte der Zug losfahren. Glücklicher Weise brachte uns die Oma zum Bahnhof und der Zug wartete schon auf uns, da er erst in Münster startete. Wir konnten uns also in Ruhe Plätze suchen (reserviert hatten wir wegen der frühen Zeit nicht) und uns niederlassen.
Ich hatte müde Kinder erwartet, die die kurze Nachtruhe durch ein Nickerchen im Zug ausgleichen. Daher hatte ich extra Kuschelkissen mitgenommen, die aber mehr auf dem Boden herumflogen, als dass sich jemand sein Köpfchen darauf gebettet hätte - natürlich waren meine Kids hellwach und sorgten dafür, dass alle anderen Reisenden es auch bald waren. Um uns die "gefühlte" Fahrzeit zu verkürzen, begaben wir uns dann hinter Hannover in das Board-Restaurant, um uns einen Kakao bzw. einen Kaffee zu gönnen.
Der neue Hauptbahnhof Berlin beeindruckte vor allem wieder mal Felix, der versuchte, seine Begeisterung auf Johanna zu übertragen. Für die kleine Maus war alles aber wohl "unfassbar" groß und gewaltig und sie konnte darum gar nicht nachvollziehen, was denn jetzt genau so toll an diesem Bauwerk sein sollte.
Um halb 10 morgens sollte doch wohl noch keine so lange Schlange vor dem Eingangsbereich des Reichstagsgebäude sein, oder? Oh doch! Und so erwogen wir kurz, den Insider-Tipp mit der linken Tür ("für Gruppen oder Vorstellungen") zu nutzen. Die Schlange war aber genau so lang und wir entschlossen uns daher, an der "richtigen" Schlange anzustehen. Ein Mann mit Informationsprospekten zum Reichstag sprach mich an, wie alt denn Johanna sei. "7", war die Antwort. "Na, für Familien mit Kindern bis 6 Jahre ist der Eingang rechts vorgesehen, damit die nicht so lange anstehen müssen", sagte er und zwinkerte mir vielsagend zu. "Sagen sie einfach, dass ich sie geschickt habe und dann dürfen Sie da auch durch." Na, das nenn ich Service im Sinne des Bürgers - und so zogen wir ohne Wartezeit an der langen Schlange vorbei in das geschichtsträchtige Gebäude. Mit dem Aufzug ging es hinauf in die Kuppel. Dort gab es allerhand Informatives rund um die Geschichte des Reichstages zu sehen. Über den spiralförmigen Aufgang ging es dann zum Kuppeldach. Felix war ganz fasziniert davon, dass dieses oben offen ist und dass es quasi hineinregnen kann. "Das Loch ist für die Abluft aus dem Plenarsaal", klärte uns ein Angestellter auf. Und man weiß ja, wie viel "heiße Luft" Politiker fabrizieren können ;-) "Manchmal regnet es tatsächlich bis unten hinein und die oberen Sitze sind nass." Johanna musste plötzlich Pipi und Felix lief mit ihr ganz unbedarft (und ohne zu Fragen) in das angrenzende Nobel-Café Käfer. Den ausdrücklichen Hinweis an der Eingangstür "Toilettennutzung nur für Gäste des Cafès" hatten sie wohl übersehen. Beim Café Käfer hatte Franziska ihren ganz persönlichen kleinen Triumph - hatte ich doch aus irgendeinem Grund mit ihr gewettet, dass wir allerhand zu sehen bekommen werden "bloß keinen Marienkäfer" - und hier war nun Café Käfer mit vielen Marienkäfern auf den Servietten und sonstigen Deko-Utensilien!
Anschließend wollten wir zum nahe gelegenen Brandenburger Tor laufen. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich jedoch Hinweisschilder zum Jüdischen Denkmal, welches sich unweit des Stadttores befinden sollte. Also erstmal dorthin. Die unterschiedlich hohen grauen Stelen luden natürlich Johanna geradezu dazu ein, zwischen ihnen Verstecken zu spielen! Der Besuch des zum Denkmal gehörenden Museums hätte eine Wartezeit von 30 Minuten zur Folge gehabt, auf die wir gerne verzichteten. Also kein Jüdisches Museum, sondern stattdessen ab zum Alexanderplatz, genauer genommen zum Fernsehturm. Der Weg dorthin zog sich ganz schön hin, obwohl wir den "Telespargel" schon von weitem sehen konnten. Die relativ langweilige Umgebung auf der Parallelstraße zu "Unter den Linden" förderte dann natürlich das Quengeln der Kids, vor allem bei Johanna. Aber endlich war der Turm - pünktlich zur Mittagspause - erreicht. Im Vergleich zu den Frankfurter Main-Towers war der Turm zumindest designtechnisch eine herbe Enttäuschung: vermutlich erbaut in den 1960er Jahren strahlte das Innere im Spießerdesign mit Resopal-Wandverkleidung, grünem Teppich im Aufzug und ziemlich hässlichen Butzenglasscheiben. Da es leicht diesig war, konnten wir die tolle Aussicht von der Panoramaetage nur bedingt genießen. Immerhin wiesen uns aber Hinweisschilder auf die von oben zu sehenden Gebäude bzw. Stadtbezirke hin. Da konnte man sogar den Ost-Bahnhof und den Stadtteil Marzahn sehen (kann das wirklich sein???)! Wie gerne hätte ich jetzt dem dortigen Karate-Dojo einen Besuch abgestattet! Die wahre Attraktion war allerdings nicht nur die atemberaubende Aussicht, sondern das sich auf einer Drehplattform befindliche Restaurant. Hier waren die Kinder nicht mehr zu bändigen und tobten aufgeregt herum. Einem Herrn am Nachbartisch platzte daraufhin der Kragen und er rief sie zur Raison. Ich fragte mich nur wieder einmal, warum andere Kinder still und artig mit ihren Eltern am Tisch sitzen und essen, während meine so lebhaft herumquietschten. Temperament? Schlechte Erziehung? Seufz!
Nachdem wir in luftigen Höhen jeder ein Getränk genossen und die Kids mal von meiner Berliner Weiße mit Waldmeister-Schuss gekostet hatten, zogen wir weiter, erst einmal beim gegenüberliegenden Nordsee-Restaurant etwas essen (ungleich preiswerter als im Fernsehturm-Restaurant!).
Nun hieß es, langsam den Rückweg antreten, denn um 15.30 Uhr wollten wir auf Johannas ausdrücklichen Wunsch hin mit einem Ausflugsboot noch einmal professionelles Sightseeing genießen! Für den Rückweg nutzten wir die Prachtallee Unter den Linden. Felix war beeindruckt ob der vielen historischen Gebäude. "Sieht aus wie im Movie Park, Mama!", meinte er (dort war er kürzlich gewesen und fand es witzig, dass die Kulisse aus nachgebauten Weltstädten bestand). Unterwegs kamen wir an der Museumsinsel vorbei. Hier lockte uns das Historische Deutsche Museum und wir machten eine kleine Stippvisite bei Karl dem Großen, Martin Luther und co. Leider drängte die Zeit und wir mussten schon nach einer Dreiviertelstunde weiter. Jetzt aber flott Richtung Brandenburger Tor! Wir mussten wirklich rennen und bald versagten Johanna die kleinen Füßchen! Also nahm ich sie auf die Schultern und rannte mit ihr weiter. Ganz knapp erreichten wir das Boot und als wir endlich saßen und Luft holten, froh, das Boot noch erwischt zu haben, kam Johannas Kommentar: "Boh - ist das hier langweilig!" Also, manchmal könnte man sie ja......! Ich fand die Fahrt dann aber sehr schön, denn über Lautsprecher wurden interessante Details zu den an uns vorbeiziehenden Sehenswürdigkeiten mitgeteilt. Wir fuhren zunächst zurück Richtung Unter den Linden. Dort am Palast der Republik vorbei, "Erichs Lampenladen", der wegen Asbestverseuchung derzeit abgerissen wird. Interessant auch Details zu den verschiedenen Brücken, unter denen wir her fuhren. Leider fuhren wir nicht durch die Schleuse, sondern drehten kurz vorher um, um wieder zurück zu fahren. Wir fuhren dann am Startpunkt (dem Hauptbahnhof gegenüber) vorbei durch das Regierungsviertel. Dort erfuhren wir z. B., dass ein aufwändiges, eigens für Regierungsangestellte errichtetes Wohngebäude nur zum Teil von diesen bewohnt wird und nun auch an Externe vermietet wird. Im "Garten" des Kanzleramts konnte man ein ca. 10 Meter hohes, graues Metallgebilde sehen: ein Glockenturm, und zwar der höchste freistehende Glockenturm Europas. Dieser wurde Berlin zur 750 Jahrfeier geschenkt und zwar von der Firma Daimler Chrysler. Im Volksmund wird das Glockenspiel daher "Big Benz" genannt.
Nach einer Stunde war die Bootsfahrt beendet und wir stiegen im leichten Nieselregen aus. Wir hatten noch knapp 90 Minuten Zeit, bis der Zug ging und nutzten diese, um zum dritten Mal an diesem Tag zum Brandenburger Tor zu laufen. Dort machten wir ein paar typische Touristenfotos und bewunderten die Wechselskulptur auf dem Vorplatz des Tores. Anschließend ging es noch in den -recht günstigen- Souvenir-Shop, wo sich jeder ein Andenken aussuchen durfte und ich mir ein Buch über die Berliner Mauer zulegte.
Nun wieder im Pendlerstrom Richtung Bahnhof, schnell noch ein Eis auf die Hand und ab zum Gleis 13. Ganz schön naiv hatte ich erwartet, nun müde, ruhige Kinder bei mir zu haben - aber sie waren durch das Erlebte nun so überdreht, dass sie echt anstrengend waren. Als ich es satt war, sie zur Ruhe zu rufen und mich aufzuregen, weil sie nicht hörten, flüchtete ich irgendwann einfach in das Zugrestaurant, genoss dort einen Kaffee und mein neues Buch und versuchte, die abwechselnd in verschiedenen Richtungen an mir vorbei fliegenden Kinder zu ignorieren!
Der Zug hatte eine kleine Verspätung. Der Fahrkartenkontrolleur teilte uns aber mit, dass unser Anschlusszug in Hamm auf uns warten würde, dies sei soeben per sms bestätigt worden. Auf dem Bahnsteig in Hamm fragten wir noch schnell das dortige Bahnpersonal nach dem richtigen Gleis. "Gleis 4, aber sie müssen sich beeilen, sie haben noch genau 30 Sekunden!" Interessant, was die Bahn unter dem Begriff "warten" versteht! Nun also im gestreckten Galopp von Gleis 10 zu Gleis 4. Felix und Franziska rannten vor und ich mit der armen kleinen Johanna am Ärmel hinterher. Die Treppe hoch hörten wir schon den Pfiff für die Abfahrt! Felix hatte glücklicher Weise schon fast die Lok erreicht und der Schaffner stand noch davor und wies uns an, schnell zu ihm zu kommen! Wie die Blöden starteten wir zum Endspurt und - erreichten in letzter Sekunde die Tür! Mit zum Platzen geweiteten Lungen sanken wir japsend aber glücklich auf die Sitze!
In Münster holte uns dann Frank vom Bahnhof ab. Daheim erst mal ein Pott Nudeln gekocht und vom Erlebten erzählt. Gegen 23 Uhr fielen die Kids dann komatös in ihre Bettchen und konnten am nächsten Tag zum Glück ausschlafen!
Darum hatte ich kurzer Hand Bahn-Tickets für meine Kids und mich besorgt (mit BahnCard 75 Euro für alle zusammen, Hin- und Rückfahrt) und einen praktischen Reiseführer.
Berlin liegt ja nicht grade vor den Toren Münsters und darum hieß es am Donnerstag, den 27.09.2007 morgens früh um 04.30 Uhr aufstehen, denn um 05.38 Uhr sollte der Zug losfahren. Glücklicher Weise brachte uns die Oma zum Bahnhof und der Zug wartete schon auf uns, da er erst in Münster startete. Wir konnten uns also in Ruhe Plätze suchen (reserviert hatten wir wegen der frühen Zeit nicht) und uns niederlassen.
Ich hatte müde Kinder erwartet, die die kurze Nachtruhe durch ein Nickerchen im Zug ausgleichen. Daher hatte ich extra Kuschelkissen mitgenommen, die aber mehr auf dem Boden herumflogen, als dass sich jemand sein Köpfchen darauf gebettet hätte - natürlich waren meine Kids hellwach und sorgten dafür, dass alle anderen Reisenden es auch bald waren. Um uns die "gefühlte" Fahrzeit zu verkürzen, begaben wir uns dann hinter Hannover in das Board-Restaurant, um uns einen Kakao bzw. einen Kaffee zu gönnen.
Der neue Hauptbahnhof Berlin beeindruckte vor allem wieder mal Felix, der versuchte, seine Begeisterung auf Johanna zu übertragen. Für die kleine Maus war alles aber wohl "unfassbar" groß und gewaltig und sie konnte darum gar nicht nachvollziehen, was denn jetzt genau so toll an diesem Bauwerk sein sollte.
Um halb 10 morgens sollte doch wohl noch keine so lange Schlange vor dem Eingangsbereich des Reichstagsgebäude sein, oder? Oh doch! Und so erwogen wir kurz, den Insider-Tipp mit der linken Tür ("für Gruppen oder Vorstellungen") zu nutzen. Die Schlange war aber genau so lang und wir entschlossen uns daher, an der "richtigen" Schlange anzustehen. Ein Mann mit Informationsprospekten zum Reichstag sprach mich an, wie alt denn Johanna sei. "7", war die Antwort. "Na, für Familien mit Kindern bis 6 Jahre ist der Eingang rechts vorgesehen, damit die nicht so lange anstehen müssen", sagte er und zwinkerte mir vielsagend zu. "Sagen sie einfach, dass ich sie geschickt habe und dann dürfen Sie da auch durch." Na, das nenn ich Service im Sinne des Bürgers - und so zogen wir ohne Wartezeit an der langen Schlange vorbei in das geschichtsträchtige Gebäude. Mit dem Aufzug ging es hinauf in die Kuppel. Dort gab es allerhand Informatives rund um die Geschichte des Reichstages zu sehen. Über den spiralförmigen Aufgang ging es dann zum Kuppeldach. Felix war ganz fasziniert davon, dass dieses oben offen ist und dass es quasi hineinregnen kann. "Das Loch ist für die Abluft aus dem Plenarsaal", klärte uns ein Angestellter auf. Und man weiß ja, wie viel "heiße Luft" Politiker fabrizieren können ;-) "Manchmal regnet es tatsächlich bis unten hinein und die oberen Sitze sind nass." Johanna musste plötzlich Pipi und Felix lief mit ihr ganz unbedarft (und ohne zu Fragen) in das angrenzende Nobel-Café Käfer. Den ausdrücklichen Hinweis an der Eingangstür "Toilettennutzung nur für Gäste des Cafès" hatten sie wohl übersehen. Beim Café Käfer hatte Franziska ihren ganz persönlichen kleinen Triumph - hatte ich doch aus irgendeinem Grund mit ihr gewettet, dass wir allerhand zu sehen bekommen werden "bloß keinen Marienkäfer" - und hier war nun Café Käfer mit vielen Marienkäfern auf den Servietten und sonstigen Deko-Utensilien!
Anschließend wollten wir zum nahe gelegenen Brandenburger Tor laufen. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich jedoch Hinweisschilder zum Jüdischen Denkmal, welches sich unweit des Stadttores befinden sollte. Also erstmal dorthin. Die unterschiedlich hohen grauen Stelen luden natürlich Johanna geradezu dazu ein, zwischen ihnen Verstecken zu spielen! Der Besuch des zum Denkmal gehörenden Museums hätte eine Wartezeit von 30 Minuten zur Folge gehabt, auf die wir gerne verzichteten. Also kein Jüdisches Museum, sondern stattdessen ab zum Alexanderplatz, genauer genommen zum Fernsehturm. Der Weg dorthin zog sich ganz schön hin, obwohl wir den "Telespargel" schon von weitem sehen konnten. Die relativ langweilige Umgebung auf der Parallelstraße zu "Unter den Linden" förderte dann natürlich das Quengeln der Kids, vor allem bei Johanna. Aber endlich war der Turm - pünktlich zur Mittagspause - erreicht. Im Vergleich zu den Frankfurter Main-Towers war der Turm zumindest designtechnisch eine herbe Enttäuschung: vermutlich erbaut in den 1960er Jahren strahlte das Innere im Spießerdesign mit Resopal-Wandverkleidung, grünem Teppich im Aufzug und ziemlich hässlichen Butzenglasscheiben. Da es leicht diesig war, konnten wir die tolle Aussicht von der Panoramaetage nur bedingt genießen. Immerhin wiesen uns aber Hinweisschilder auf die von oben zu sehenden Gebäude bzw. Stadtbezirke hin. Da konnte man sogar den Ost-Bahnhof und den Stadtteil Marzahn sehen (kann das wirklich sein???)! Wie gerne hätte ich jetzt dem dortigen Karate-Dojo einen Besuch abgestattet! Die wahre Attraktion war allerdings nicht nur die atemberaubende Aussicht, sondern das sich auf einer Drehplattform befindliche Restaurant. Hier waren die Kinder nicht mehr zu bändigen und tobten aufgeregt herum. Einem Herrn am Nachbartisch platzte daraufhin der Kragen und er rief sie zur Raison. Ich fragte mich nur wieder einmal, warum andere Kinder still und artig mit ihren Eltern am Tisch sitzen und essen, während meine so lebhaft herumquietschten. Temperament? Schlechte Erziehung? Seufz!
Nachdem wir in luftigen Höhen jeder ein Getränk genossen und die Kids mal von meiner Berliner Weiße mit Waldmeister-Schuss gekostet hatten, zogen wir weiter, erst einmal beim gegenüberliegenden Nordsee-Restaurant etwas essen (ungleich preiswerter als im Fernsehturm-Restaurant!).
Nun hieß es, langsam den Rückweg antreten, denn um 15.30 Uhr wollten wir auf Johannas ausdrücklichen Wunsch hin mit einem Ausflugsboot noch einmal professionelles Sightseeing genießen! Für den Rückweg nutzten wir die Prachtallee Unter den Linden. Felix war beeindruckt ob der vielen historischen Gebäude. "Sieht aus wie im Movie Park, Mama!", meinte er (dort war er kürzlich gewesen und fand es witzig, dass die Kulisse aus nachgebauten Weltstädten bestand). Unterwegs kamen wir an der Museumsinsel vorbei. Hier lockte uns das Historische Deutsche Museum und wir machten eine kleine Stippvisite bei Karl dem Großen, Martin Luther und co. Leider drängte die Zeit und wir mussten schon nach einer Dreiviertelstunde weiter. Jetzt aber flott Richtung Brandenburger Tor! Wir mussten wirklich rennen und bald versagten Johanna die kleinen Füßchen! Also nahm ich sie auf die Schultern und rannte mit ihr weiter. Ganz knapp erreichten wir das Boot und als wir endlich saßen und Luft holten, froh, das Boot noch erwischt zu haben, kam Johannas Kommentar: "Boh - ist das hier langweilig!" Also, manchmal könnte man sie ja......! Ich fand die Fahrt dann aber sehr schön, denn über Lautsprecher wurden interessante Details zu den an uns vorbeiziehenden Sehenswürdigkeiten mitgeteilt. Wir fuhren zunächst zurück Richtung Unter den Linden. Dort am Palast der Republik vorbei, "Erichs Lampenladen", der wegen Asbestverseuchung derzeit abgerissen wird. Interessant auch Details zu den verschiedenen Brücken, unter denen wir her fuhren. Leider fuhren wir nicht durch die Schleuse, sondern drehten kurz vorher um, um wieder zurück zu fahren. Wir fuhren dann am Startpunkt (dem Hauptbahnhof gegenüber) vorbei durch das Regierungsviertel. Dort erfuhren wir z. B., dass ein aufwändiges, eigens für Regierungsangestellte errichtetes Wohngebäude nur zum Teil von diesen bewohnt wird und nun auch an Externe vermietet wird. Im "Garten" des Kanzleramts konnte man ein ca. 10 Meter hohes, graues Metallgebilde sehen: ein Glockenturm, und zwar der höchste freistehende Glockenturm Europas. Dieser wurde Berlin zur 750 Jahrfeier geschenkt und zwar von der Firma Daimler Chrysler. Im Volksmund wird das Glockenspiel daher "Big Benz" genannt.
Nach einer Stunde war die Bootsfahrt beendet und wir stiegen im leichten Nieselregen aus. Wir hatten noch knapp 90 Minuten Zeit, bis der Zug ging und nutzten diese, um zum dritten Mal an diesem Tag zum Brandenburger Tor zu laufen. Dort machten wir ein paar typische Touristenfotos und bewunderten die Wechselskulptur auf dem Vorplatz des Tores. Anschließend ging es noch in den -recht günstigen- Souvenir-Shop, wo sich jeder ein Andenken aussuchen durfte und ich mir ein Buch über die Berliner Mauer zulegte.
Nun wieder im Pendlerstrom Richtung Bahnhof, schnell noch ein Eis auf die Hand und ab zum Gleis 13. Ganz schön naiv hatte ich erwartet, nun müde, ruhige Kinder bei mir zu haben - aber sie waren durch das Erlebte nun so überdreht, dass sie echt anstrengend waren. Als ich es satt war, sie zur Ruhe zu rufen und mich aufzuregen, weil sie nicht hörten, flüchtete ich irgendwann einfach in das Zugrestaurant, genoss dort einen Kaffee und mein neues Buch und versuchte, die abwechselnd in verschiedenen Richtungen an mir vorbei fliegenden Kinder zu ignorieren!
Der Zug hatte eine kleine Verspätung. Der Fahrkartenkontrolleur teilte uns aber mit, dass unser Anschlusszug in Hamm auf uns warten würde, dies sei soeben per sms bestätigt worden. Auf dem Bahnsteig in Hamm fragten wir noch schnell das dortige Bahnpersonal nach dem richtigen Gleis. "Gleis 4, aber sie müssen sich beeilen, sie haben noch genau 30 Sekunden!" Interessant, was die Bahn unter dem Begriff "warten" versteht! Nun also im gestreckten Galopp von Gleis 10 zu Gleis 4. Felix und Franziska rannten vor und ich mit der armen kleinen Johanna am Ärmel hinterher. Die Treppe hoch hörten wir schon den Pfiff für die Abfahrt! Felix hatte glücklicher Weise schon fast die Lok erreicht und der Schaffner stand noch davor und wies uns an, schnell zu ihm zu kommen! Wie die Blöden starteten wir zum Endspurt und - erreichten in letzter Sekunde die Tür! Mit zum Platzen geweiteten Lungen sanken wir japsend aber glücklich auf die Sitze!
In Münster holte uns dann Frank vom Bahnhof ab. Daheim erst mal ein Pott Nudeln gekocht und vom Erlebten erzählt. Gegen 23 Uhr fielen die Kids dann komatös in ihre Bettchen und konnten am nächsten Tag zum Glück ausschlafen!
Dienstag, 25. September 2007
Montag, 24. September 2007
Selbstverteidigung mit aktuellem Hintergrund
Auf ausdrücklichen Wunsch einer Teilnehmerin des vorigen Karate-Anfängerkurses führten Thorsten Rabeneck (4. Dan Shotokan Karate) und ich einen Kurs zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren durch. Dieser fand an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden je samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr statt. "Unglücklicher Weise" sollte ausgerechnet an diesen Tagen der in diesem Jahr sehnsüchtig vermisste Sommer ein bombastisches Gastspiel geben. Die Teilnehmerzahl bewegte sich zwischen 17 und 12 Personen. Bei schlechterem Wetter wären sicher einige mehr erschienen, zumal der Kurs ja für Vereinsmitglieder kostenlos war. Immerhin nahmen aber sieben Frauen und Mädchen teil, die zuvor noch nichts mit Kampfsport zu tun hatten.
Zu Beginn des Kurses wurden Schlagübungen an der Pratze durchgeführt, damit besonders die kampfsportunerfahrenen Frauen ein Gefühl der eigenen Kraft bekamen und lernten, die Hemmschwelle zu überwinden, feste irgendwo gegen zu schlagen. Diese Übungen wurden dann auch in jeder Einheit zum Aufwärmen wiederholt. Allmählich wurden die einfachen Basisschläge zu Schlag-Tritt-Kombinationen ausgebaut, bei denen die Kursteilnehmerinnen auch dazu angehalten wurden, die eigene Körperdeckung nicht zu vernachlässigen.
Als Tritttechniken lernten die Teilnehmerinnen seitliche Low-Kicks in das Kniegelenk des Angreifers und Frontal-Kicks oder Kniestöße in die Genitalien. Auch diese Tritte wurden ausgiebig an Pratzen geübt.
Ein wichtiger Trainingsaspekt war das Lösen von Griffen und aus Umklammerungen. Wichtig hierbei: die Übungen nicht zu komplex werden lassen, so dass jede Teilnehmerin am Kursende in der Lage ist, sich ohne groß zu überlegen, zu befreien. Oder: schnell Alternativen parat zu haben wie z. B. Schläge und Tritte mit freien Armen oder Beinen.
Zum Abschluss der Übungsreihe wurde dann das Befreien aus der Bodenlage geübt. Wenn es soweit kommt, ist die Situation schon sehr verfahren und problematisch. "Einen kühlen Kopf bewahren und nicht in Panik verfallen," riet Kursleiter Thorsten. Einfacher gesagt, als getan, dachte sich wohl die ein oder andere Kursteilnehmerin. Denn grade in der Vorwoche war es unweit des Dojos zu einem Überfall mit Vergewaltigung auf eine Inlineskaterin gekommen. So übten alle umso eifriger und es war wirklich erstaunlich, wie besonders auch die stets wiederholten Schläge und Tritte der Teilnehmerinnen ohne Vorkenntnisse immer bestimmter und kräftiger wurden!
Dass man bzw. frau sich auch ohne viel Kraft selbst verteidigen kann, zeigten die Übungen, bei denen es darum ging, vitale Schmerzpunkte zu treffen und/oder dem Gegner z. B. kurzfristig die Atmung zu unterbrechen. Ansonsten hieß es aber auch: "Nicht zimperlich sein!" So sollte frau sich an die Vorstellung gewöhnen, dem Angreifer ruhig den ein oder anderen Finger zu brechen oder ihm mit den Fingern in die Augen zu greifen.
Selbstverteidigung mit Waffen wurde nicht geübt, aber besprochen. So wies Thorsten Rabeneck darauf hin, dass das Mitführen von Tränengas, Schockgeräten oder Messern auch Nachteile habe, denn diese Waffen könnten entrissen und dann gegen einen selbst verwendet werden. Ungünstig auch, wenn sich z. B. die Spraydose mit dem Tränengas in der Handtasche befindet und nicht schnell parat ist. Eine trügerische Sicherheit!
Neben juristischen Aspekten ("Was passiert, wenn ich -als Kampfsportlerin- den Angreifer ernsthaft verletze?", "Wo hört die Notwehr auf und wird zum Gewaltdelikt?") wurden den Frauen und Mädchen auch ganz einfache und praktische Tipps mit auf den Weg gegeben: Nicht vor lauter Angst daheim bleiben. Aber: "Wenn ihr nachts z. B. mit dem Fahrrad unterwegs seid, fahrt möglichst mindestens zu zweit. Nehmt lieber den Umweg über stärker frequentierte Straßen als die Abkürzung durch den Wald. Und: weg mit mp3-Player und co! Wenn Ihr unterwegs Musik hört, seid Ihr wie taub und blind und jederzeit ein leichtes Opfer!"
So rundum mit handfesten Übungen, juristischem Hintergrund und praktischen Tipps versorgt, ließ man - pardon: frau - den letzten Übungstag noch auf der dojoeigenen Terrasse mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen ausklingen.
Fazit: SV-Kurs haut rein! Und: machen wir mal wieder. Vielleicht nächstes mal einen eintägigen Crash-Kurs und für externe "Wiederholerinnen" zum halben Preis oder so.
Andrea Haeusler
Pressereferentin
Shotokan-Karate-Dojo Münster e. V.
1. Dan
Zu Beginn des Kurses wurden Schlagübungen an der Pratze durchgeführt, damit besonders die kampfsportunerfahrenen Frauen ein Gefühl der eigenen Kraft bekamen und lernten, die Hemmschwelle zu überwinden, feste irgendwo gegen zu schlagen. Diese Übungen wurden dann auch in jeder Einheit zum Aufwärmen wiederholt. Allmählich wurden die einfachen Basisschläge zu Schlag-Tritt-Kombinationen ausgebaut, bei denen die Kursteilnehmerinnen auch dazu angehalten wurden, die eigene Körperdeckung nicht zu vernachlässigen.
Als Tritttechniken lernten die Teilnehmerinnen seitliche Low-Kicks in das Kniegelenk des Angreifers und Frontal-Kicks oder Kniestöße in die Genitalien. Auch diese Tritte wurden ausgiebig an Pratzen geübt.
Ein wichtiger Trainingsaspekt war das Lösen von Griffen und aus Umklammerungen. Wichtig hierbei: die Übungen nicht zu komplex werden lassen, so dass jede Teilnehmerin am Kursende in der Lage ist, sich ohne groß zu überlegen, zu befreien. Oder: schnell Alternativen parat zu haben wie z. B. Schläge und Tritte mit freien Armen oder Beinen.
Zum Abschluss der Übungsreihe wurde dann das Befreien aus der Bodenlage geübt. Wenn es soweit kommt, ist die Situation schon sehr verfahren und problematisch. "Einen kühlen Kopf bewahren und nicht in Panik verfallen," riet Kursleiter Thorsten. Einfacher gesagt, als getan, dachte sich wohl die ein oder andere Kursteilnehmerin. Denn grade in der Vorwoche war es unweit des Dojos zu einem Überfall mit Vergewaltigung auf eine Inlineskaterin gekommen. So übten alle umso eifriger und es war wirklich erstaunlich, wie besonders auch die stets wiederholten Schläge und Tritte der Teilnehmerinnen ohne Vorkenntnisse immer bestimmter und kräftiger wurden!
Dass man bzw. frau sich auch ohne viel Kraft selbst verteidigen kann, zeigten die Übungen, bei denen es darum ging, vitale Schmerzpunkte zu treffen und/oder dem Gegner z. B. kurzfristig die Atmung zu unterbrechen. Ansonsten hieß es aber auch: "Nicht zimperlich sein!" So sollte frau sich an die Vorstellung gewöhnen, dem Angreifer ruhig den ein oder anderen Finger zu brechen oder ihm mit den Fingern in die Augen zu greifen.
Selbstverteidigung mit Waffen wurde nicht geübt, aber besprochen. So wies Thorsten Rabeneck darauf hin, dass das Mitführen von Tränengas, Schockgeräten oder Messern auch Nachteile habe, denn diese Waffen könnten entrissen und dann gegen einen selbst verwendet werden. Ungünstig auch, wenn sich z. B. die Spraydose mit dem Tränengas in der Handtasche befindet und nicht schnell parat ist. Eine trügerische Sicherheit!
Neben juristischen Aspekten ("Was passiert, wenn ich -als Kampfsportlerin- den Angreifer ernsthaft verletze?", "Wo hört die Notwehr auf und wird zum Gewaltdelikt?") wurden den Frauen und Mädchen auch ganz einfache und praktische Tipps mit auf den Weg gegeben: Nicht vor lauter Angst daheim bleiben. Aber: "Wenn ihr nachts z. B. mit dem Fahrrad unterwegs seid, fahrt möglichst mindestens zu zweit. Nehmt lieber den Umweg über stärker frequentierte Straßen als die Abkürzung durch den Wald. Und: weg mit mp3-Player und co! Wenn Ihr unterwegs Musik hört, seid Ihr wie taub und blind und jederzeit ein leichtes Opfer!"
So rundum mit handfesten Übungen, juristischem Hintergrund und praktischen Tipps versorgt, ließ man - pardon: frau - den letzten Übungstag noch auf der dojoeigenen Terrasse mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen ausklingen.
Fazit: SV-Kurs haut rein! Und: machen wir mal wieder. Vielleicht nächstes mal einen eintägigen Crash-Kurs und für externe "Wiederholerinnen" zum halben Preis oder so.
Andrea Haeusler
Pressereferentin
Shotokan-Karate-Dojo Münster e. V.
1. Dan
Freitag, 14. September 2007
Karate als Gesundheitstraining
Karate als Gesundheitstraining –
nicht nur für junge Menschen
War Karate bis vor einigen Jahren als reine Kampfkunst oder als Kampfsport bekannt, so ist der Öffentlichkeit heute meist schon bewusst, dass Karate nicht nur den Körper, sondern auch den Geist trainiert. Das Eine ist hier nicht ohne das Andere denkbar – ein guter Karatekämpfer ist ohne Kampfgeist und ohne gesunden Menschenverstand nicht vorstellbar. Schließlich gilt es doch, seinen Gegner zu respektieren und fair miteinander umzugehen. All dies bedarf natürlich eines kontinuierlichen Trainings und in den wenigen Wochen des Anfängerkurses kann hiervon höchstens ein erster Eindruck vermittelt werden.
Karate kann aber noch mehr bewirken: Wie die meisten Sportarten fördert es die Gesundheit. Dies gilt nicht nur für junge Karateka, sondern erst recht im reifen und fortgeschrittenen Alter.
Karate wirkt sich positiv aus auf
- Beweglichkeit und Gelenkigkeit
- Muskelaufbau
- Verbesserung der Herz- und Kreislauffunktionen
- Koordination und geistige Fitness
- seelische Ausgeglichenheit.
Das Training
- beginnt mit einer Aufwärmphase und –gymnastik
- berücksichtigt die unterschiedlichen Leistungsgrade
- fordert Einsatz des gesamten Körpers
- löst Verspannungen
- enthält Partnerübungen, bei denen miteinander trainiert wird und nicht gegeneinander
- macht Spaß und gibt Selbstbestätigung
Unterstützt wird das Training durch eine passende Atemtechnik. Ist es anfangs noch ungewohnt, sich –ähnlich wie beim Autogenen Training- auf die Atmung zu konzentrieren, so geschieht dies mit zunehmender Trainingshäufigkeit mehr und mehr automatisch. Wird der Kampfschrei „Kiai“ zu Beginn noch etwas „verschämt“ und schüchtern ausgestoßen, so stößt der regelmäßig Trainierende diesen bald schon bei manchen alltäglichen Handlungen unwillkürlich aus.
Für jung und alt, für Frauen und Männer eignet sich Karate gleichermaßen zur Entwicklung und zum Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness.
nicht nur für junge Menschen
War Karate bis vor einigen Jahren als reine Kampfkunst oder als Kampfsport bekannt, so ist der Öffentlichkeit heute meist schon bewusst, dass Karate nicht nur den Körper, sondern auch den Geist trainiert. Das Eine ist hier nicht ohne das Andere denkbar – ein guter Karatekämpfer ist ohne Kampfgeist und ohne gesunden Menschenverstand nicht vorstellbar. Schließlich gilt es doch, seinen Gegner zu respektieren und fair miteinander umzugehen. All dies bedarf natürlich eines kontinuierlichen Trainings und in den wenigen Wochen des Anfängerkurses kann hiervon höchstens ein erster Eindruck vermittelt werden.
Karate kann aber noch mehr bewirken: Wie die meisten Sportarten fördert es die Gesundheit. Dies gilt nicht nur für junge Karateka, sondern erst recht im reifen und fortgeschrittenen Alter.
Karate wirkt sich positiv aus auf
- Beweglichkeit und Gelenkigkeit
- Muskelaufbau
- Verbesserung der Herz- und Kreislauffunktionen
- Koordination und geistige Fitness
- seelische Ausgeglichenheit.
Das Training
- beginnt mit einer Aufwärmphase und –gymnastik
- berücksichtigt die unterschiedlichen Leistungsgrade
- fordert Einsatz des gesamten Körpers
- löst Verspannungen
- enthält Partnerübungen, bei denen miteinander trainiert wird und nicht gegeneinander
- macht Spaß und gibt Selbstbestätigung
Unterstützt wird das Training durch eine passende Atemtechnik. Ist es anfangs noch ungewohnt, sich –ähnlich wie beim Autogenen Training- auf die Atmung zu konzentrieren, so geschieht dies mit zunehmender Trainingshäufigkeit mehr und mehr automatisch. Wird der Kampfschrei „Kiai“ zu Beginn noch etwas „verschämt“ und schüchtern ausgestoßen, so stößt der regelmäßig Trainierende diesen bald schon bei manchen alltäglichen Handlungen unwillkürlich aus.
Für jung und alt, für Frauen und Männer eignet sich Karate gleichermaßen zur Entwicklung und zum Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness.
Abonnieren
Posts (Atom)
