Donnerstag, 15. Januar 2009

Karate ist für mich....eine Sucht!


Interview mit Nationalkadermitglied Anika Lapp

Nachdem ich in der Karate-Verbandszeitschrift "JKA-Magazin" bereits von vielen erfolgreichen Turnierteilnahmen Anikas gelesen hatte, stand ich bei meiner JKA-Cup-Premiere 2003 in der ersten Runde Kata-Einzel einmal selber gegen sie im Pool. Der Sieg Anikas war eindeutig und ich um eine Erfahrung reicher. Beim Gasshuku 2008 in Hannover standen wir uns dann plötzlich beim Partnertraining gegenüber und ich war beeindruckt von ihren präzisen und kraftvollen Techniken. Recht überrascht war ich, dass Anika auch den Weg zu Ristos Intensiv-Lehrgang im Januar 2009 fand - schließlich trainiert dort im Grunde genommen seit Jahren eine feste "Karate-Familie". Ich bat Anika um ein Interview und war gespannt, was sie alles zu erzählen hatte:

Name: Anika Lapp
Alter: 30 Jahre
Beruf: Kriminaloberkommissarin

Hobbys außer Karate: Laufen, Lesen, Kochen, Pilates; Anika ist Übungsleiterin für einen Rückenschulkurs, der ihr sehr viel Spaß macht.

Heimdojo: Dojo Tamm
Sensei: Jogi Breitinger, ursprünglich: Giovanni Torzi in Singen

Karate seit: 1993
durch: einen Flyer in der Schule, der auf den Tag der offenen Tür im Dojo Singen hinwies; Anika ging mit einer Freundin hin, sah eine Vorführung des Kata-Teams der Damen und dachte:"Das will ich auch machen!"

Im Nationalkader seit: 1996 (Junioren), 1997 (Senioren); im Jahr 1994 rief Trainer Giovanni Torzi bei Anika daheim an und fragte, ob sie sich vorstellen könnte, zukünftig häufiger zu trainieren. Giovanni gab Anika regelmäßig Einzelunterricht, phasenweise trainierte sie morgens und abends.

Erste Turniersiege: 1995 als Violettgurt Disziplin Kata beim JKA-Cup
Größte Erfolge: Vize Weltmeisterschaft Kata-Team in Japan 2004, Vize Europameisterschaft Kata-Einzel in Litauen, 3. Platz Kumite-Einzel bei der WKC-EM in Österreich

Stärken: ehrgeizig, offen, kontaktfreudig

Daran arbeitet Anika noch: Geduld mit sich selbst, etwas Ruhe ins Leben bringen

Wie Anika zu dem Risto-Lehrgang kam: Karatefreund Raphael, der regelmäßig bei Risto trainiert, hatte sie auf den Intensiv-Lehrgang aufmerksam gemacht - eine Woche intensives Karatetraining, das klang toll! Sie fragte Risto per Mail, ob sie mittrainieren konnte und freute sich über die Zusage. Seit drei bis vier Jahren trainiert Anika sehr gerne bei Risto. "Als Grüngurt war das anders", so Anika, "ich habe sein Karate nicht verstanden. Als Braungurt änderte sich das und seit dem letzten Gasshuku in Hannover 2008 bin ich total begeistert!"

Karate ist für Anika: eine Sucht; eine "Religion"; "Karate hat mich geformt; ohne Karate wäre ich nicht die, die ich bin; Karate hat mir durch manchen Tiefpunkt im Leben geholfen; Karate macht stark. Mein Verein ist wie eine Familie und als Trainerin bin ich froh, auch mal etwas weitergeben zu können."

Samstag, 10. Januar 2009

Der Letzte zieht ab!

Januar-Intensiv-Lehrgang bei Risto Kiiskilä - das Dojo platzt aus allen Nähten!

Traditionell lud JKA-Instructor Risto Kiiskilä auch in diesem Jahr wieder Anfang Januar zu einem fünftägigen Intensiv-Lehrgang in sein Dojo nach Frankfurt ein - und rund 50 Karateka kamen! Dies ist wohl bisheriger Rekord und erforderte so manches organisatorische und logistische Geschick. "Der Letzte zieht ab!", war daher die erste Regel des Lehrgangs. Gemeint waren natürlich die Duschräume. Aber dieser Lehrgang konnte wohl auch nur funktionieren, wenn alle Teilnehmer eigenverantwortlich für Ordnung und Sauberkeit sorgten - schließlich trainierten wir nicht nur mit dieser großen Anzahl von Leuten, die meisten aßen, tranken und schliefen auch im Dojo.

War in dem Gewusel, das all die Karateka veranstalteten, jeder selbst gefragt, für etwas Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, so war im Training Risto gefordert, darauf zu achten, dass unsere Techniken möglichst sauber und ordentlich waren. "Die großen Fehler sind nicht schlimm, die sieht man sofort und kann sie verbessern. Schlimm sind die kleinen Fehler!"

Ist es hin und wieder - besonders bei so intensivem Karatetraining - erforderlich, den Dojoboden zu fegen, so durften bei einem Lehrgang von Risto natürlich auch die Fußfeger nicht fehlen! Wir übten allein und mit Partner und dann auch beim Kata-Training der Hokkyukuko, Ristos Halbfreikampfkata. Und statt den Boden zwecks Reinigung mit dem Mopp zu wischen, wies Risto uns an, bei den Wechselschritten seiner Kata, die übersetzt "Polarlicht" heißt, mit den Füßen leicht über den Boden zu wischen - wobei sein strenges Auge stets darüber wachte, dass wir hier kein Wischi-Waschi machten!

Putzlappen gab es für uns nicht zu sehen, wohl aber "waschechte" Lappen aus Lappland und schließlich auch Nationalkadermitglied Anika Lapp, die zum ersten Mal bei der Risto-Intensivwoche mittrainierte. "Das Training ist sehr anspruchsvoll und ganz anders, als ich es gewohnt bin. Einige Übungen kennt man schon von Lehrgängen oder Gasshukus, bei denen Risto Training gegeben hat. Aber hier ist es ganz schön viel auf einmal. Bei Techniken in Katas, die man schon oft gemacht hat, fragt Risto plötzlich nach der Bedeutung. Und seine Erklärung ist dann ganz logisch."

Sollten einige von uns seit dem letzten Lehrgang eventuell Staub oder Rost angesetzt haben, was das Karate angeht, so wurde beides innerhalb kürzester Zeit rückstandslos entfernt: Bei Ristos Hüft-Powerpack zum Aufwärmen oder Übungen zur Förderung der Beweglichkeit des Rumpfes, glänzten wir bald schwitzend wie frisch poliert! Die vielen Wiederholungen der Risto-typischen Bewegungsabläufe sorgten zudem dafür, dass wir ruckzuck wieder "drin" waren und uns auf neue Trainingsschwerpunkte konzentrieren konnten. Wie beim ökologischen Reinigen ausschließlich natürliche Putzmittel verwendet werden sollen, so sollten auch wir uns stets "natürlich" bewegen. "Wie heißt diese Technik?", wurden wir z. B. von Risto gefragt, wenn wir eine Technik falsch oder mit hochgezogener Schulter ausgeführt hatten. "Wenn eine Technik keinen japanischen Namen hat, dann ist sie falsch.", wurden wir dann aufgeklärt und bekamen die richtige Ausführung gezeigt. Oder:"Es heißt Gegenbewegung und nicht gegen-die-Bewegung.", klärte er uns an anderer Stelle auf.

Hatten wir mal keinen Durchblick mehr, war unser Geist beschlagen wie die Dojofenster, so war Risto stets gerne unser Fensterputzer: In der Einzelkorrektur oder als Demonstrationsobjekt "für alle" erhielten wir unmittelbar wertvolle Hinweise, die wir als Hausaufgabe mit in die heimischen Dojos nahmen.

Je schmutziger die Gis im Laufe der Woche, desto sauberer wurden daher (hoffentlich) unsere Techniken und am Ende der Einheiten hieß es dann auch häufig: Zeit für das Groß-Reinemachen, einmal gegenseitig richtig "abschrubben" beim lockeren Freikampf mit wechselnden Partnern.

Manchmal komme ich mir vor wie ein Leinentuch, dass mehrfach unter das Bügeleisen muss, bevor es richtig glatt ist: Viele Erklärungen Ristos kann ich erst beim dritten oder vierten Mal umsetzen und es geht wohl mir nicht alleine so. Auch Anika Lapp, die so freundlich war, mir für unsere Vereinszeitung ein kleines Interview zu geben, bekannte:"Als Grüngurt hab ich Risto gehasst. Ich hab sein Karate einfach nicht verstanden. Als Braungurt lernte ich ihn schätzen und seit dem letzten Gasshuku bin ich richtig begeistert."

Nach der letzten Einheit hieß es Freitag Mittag für die meisten von uns Abschied nehmen von Frankfurt und von dem Dojo, in dem der Intensiv-Lehrgang wegen des Umzug in ein anderes Gebäude wohl zum letzten Mal stattfand. Vor der Abfahrt halfen viele von uns noch beim Aufräumen. Auch wenn wir wohl alle froh über eine kleine Trainingspause waren, fiel uns der Abschied wohl allen schwer. Aber irgendwann zog dann auch der Letzte ab....

Auf dem Rist-Do, Stenogramm, V. und letzter Teil

5. Trainingstag, Freitag, 09.01.2009

Letzte Einheit. Fühl mich gut, hab mich aber morgens beim Blick in den Spiegel kaum erkannt - sehe doch ganz schön fertig aus, Wangen eingefallen, Ringe unter den Augen und so weiter....Auch noch etwas Magen-Darm....na, das kann ja heiter werden...

Zum Aufwärmen Mäusefüßchen mit Mirko als Partner.

Dann Mäusefüßchen-Eisenbahn in zwei Reihen rund um das Dojo. Dann sind alle warm!

Kihon: Age-Uke mit Suri-Ashi, Gyts rückwärts Suri Ashi im Soto Uke Jodan, aus dem hinteren Bein abstoßen, Gyts, Tsuki

Kokotsu-Dachi Sto-Uke vor, auf der Stelle wenden mit Suri Ashi rückwärts, ausholender Arm ist oben and er Schulter, Drehung hintenrum mit Neko-Ashi-Dachi, Bein grade nach hinten schieben, Hüfte, erst im letzten Moment drehen. Selbe Übung hinterher mit nachfolgendem Ushiro-Geri.

Mae-Geri, hinten absetzen, vorderes Bein ranziehen, nochmal hinteres Bein Maegeri, Wechselsprung, nochmal dasselbe Bein Mae-Geri. "Wieso könnt ihr das nicht? Das machen wir schon seit fünf Jahren!" Falsch! Mindestens seit sechs Jahren, siehe Post "My first Risto" aus 2002!!!

Dann Variation: Mae-Geri, hinten absetzen, vorderes Bein ran, hinteres Bein Mawashi Geri, Wechselsprung, Ushiro Geri. Ushiro wieder mit Partner geübt. Jetzt mit Treffer am Bauch!

Schließlich: Mit Partner, beide li vor, mit li Fuß zweimal links im Kreis Suri Ashi, dann plötzlich Hüfte nach rechts drehen ("Risto-Hüftschwung" aus Hokkyokuko) auf der Stelle, Gewicht auf hinteres Bein, wieder zum Partner schauen, Partner dreht automatisch mit und dann Ushiro-Geri.

Dann noch die Dojomatten ausgeräumt, umgedreht und beschriftet und in umgekehrter Reihenfolge wieder ausgelegt - leider nicht der Ursprungszustand....das Muster war anders als vorher. Der Spanplattenuntergrund wurde entfernt. Zum Schluss noch gefegt. Mal sehen, wie das neue Dojo wird...

Risto-Rante, und nochn Stenogramm....Teil IV

4. Tag, Donnerstag, der 08.01.2009

Gut ausgeschlafen, ausgeruht! Je mehr Training, desto fitter werde ich offenbar ;-)

Erst mal Reijo telefonisch zum Geburtstag gratuliert!

Erste Einheit:
Aufwärmen mit Partner: Beide stehen sich gegenüber und fassen das rechte Bein des Gegenübers. Jetzt hüpfen bis zum Hallenende und zurück.

Dann miteinander Schubkarre vorwärts bis zur Hallenwand und rückwärts bis zur Ausgangsposition.

Partnertraing mit Skrupi. Suri Ashi hinteres Bein unter den Schwerpunkt, Hüfte dabei vorne hoch, Knie vorschieben (Fuß aber nicht bewegen) und Kizami im Stand. Dann Gyts weit vor und Schritt vor und mit anderer Schulter vor (mit dem Zurückziehen des Gyts-Armes).

Als nächstes li vor stehen, Partner spiegelverkehrt. Aus hinterem Bein abstoßen (hochgehen) und "im Fluss" Kizamitsuki, absetzen und dann erst Hüfte vor und als letztes Gyts. Der Gyts wird von unten hoch geschlagen, ähnlich einem Uratsuki, die Außenseite des kleinen Fingers bleibt möglichst lange vorne. Faust dreht erst im letzten Moment.

Dann Kata:
Tekki Shodan, mit Partner Bunkai geübt: Kiba-Dachi, li Uchi Uke, re Faust an die Hüfte Hikite. Re Faust vor, überkreuz mit dem li Arm, dabei Schultern und Rumpf drehen (Beweglichkeit!) auf eine Zeit, bis re Arm oben ist. Dann wieder vor mit re Faust auf den li Unterarm, der waagerecht vor dem Körper steht.

Rumpfdrehung im Kiba-Dachi geübt.

Bassai Dai Tski/Uchi-Uke-Kombination: Nach Tshuki erst Arm rum und mit der Hüftdrehung Arm in Uchi-Uke

Empi: Bewegungen immer hoch und runter wie der Flug einer Schalbe!

Dreimal Vorgleiten in Kosa-Dachi mit Folgetechnik, aber hier gibt es Unterschiede im Rhythmus:

- wenn Wendung Gedan-Barei und Age-Tsuki: beide Techniken schnell hintereinander
- folgt kein Age-Tsuki, nach dem Gedan-Barai kurze Pause, dann erst Folgetechnik

Bei dem Gedan-Barai nach hinten, eine "natürliche" Körperhaltung bewahren! Als erstes kommt vor der Drehung immer eine Bewegung nach hinten (neigen), dann Drehung und beim Stehen im Gedan-Barai Schulter runter

Jion: Doppel Uchi-Ukes wie bei der Bassai-Dai mit den Uchi-Ukes

Hangets: Beim Ausholen für den Uchi-Uke einatmen, vor Tsuki im Stand einatmen

Bei der Drehung vor dem ersten Kiai: Arm geht etwas nach außen und wird an den Körper leicht rangezogen.

Randori mit Skrupi, Winni und Andi. Skrupi ließ mich leben ;-) Winni ist unglaublich wendig und kampfesmutig! Andi ist ein unglaublicher Kampfzwerg ;-)

Mit Andi dann Hüpfübungen: Partner hält die Hände auf Hüfthöhe, und der andere muss versuchen, mit den Knien auf die Höhe der Hände zu springen. Dann Brusthöhe und schließlich Schulterhöhe - nix für ne dreifache Mutter!!!

Kraftübung: Partner sitzt mit ausgestreckten Beinen, der andere trippelt über die Beine, außen, innen, außen, immer schneller

Dnn über den Bauch trippeln (ohne Belastung)

2. Einheit:

Gar kein Aufwärmtraining, gleich mit Partner, ich mit Sven (örgendwö äussm Östn),
Kizami und Gyakutsuki
Vorgleiten mit Schwerpunktverlagerung, vorderesbein geht mit Unterschenkel vor/mit dem kleinen Zeh vor (die Hüfte zeigen), dabei Kizami (Bewegung geht vorne hoch und rechte -hintere- Schulter tief). Dann vorderen Unterschenkel vorschnappen und vor rutschen (nicht "tappen")und aus dem hinteren Bein abdrücken. Mit einer Runterbewegung den Gyakutsuki ausführen. Faust geht mit dem kleinen Finger vor(hoch) und dann runter. Den Gyts "mit dem Ellenbogen" schlagen, Ellenbogen bis kurz vor Schluss an der Hüfte haben. Hüfte schiebt Ellenbogen dann nach vorne und dann den Unterarm mit der Faust einfach "fallenlassen".

Dann mit Daniel geübt.

Was ist der Unterschied zwischen Suri Ashi und Springen? Beim Suri Ashi darf man nicht springen. Jetzt aber doch, da Vorübung! Übung wie vor, aber jetzt zweimal vorspringen. Linke Schulter vor / rechte Schulter vor (Hüfte)

Auch mit Corina geübt und mit Geppi. Geppi erinnerte mich daran: Man muss einen anderen Rhythmus haben als der Partner, dann kommt man schneller weg.

Beim Randori von Sven vernichtet worden ;-) Von Andi auch, aber ihn mit Mawashi auch Jodan sauber getroffen - freu ;-)

Zum Abschließ, am Abschluss: Hokkyokuko

Ristorismo - Stenogramm, Teil III

Dritter Trainingstag, Mittwoch, 07.01.2009

Soviel ist sicher: Mein Tiefpunkt ist vorüber - und die anderen sind alle platt!

Aufwärmen mit Partner: einer in den Liegestütz, der andere greift ein Bein des Liegestützenden. Jetzt "Schubkarre" vor.

Als nächstes: Standbein unter den Körper ziehen, vorderes Bein vor - und wieder zurück (aus dem Powerpack)

Mit Partner: ZK vorstehen; Gewicht/Knie vorwärts schieben (Fuß bleibt stehen), Gyts antäuschen und beim Zurückziehen 45 Grad nach vorne gleiten (Partner hat den Eindruck einer Rückwärtsbewegung, im Grunde kommt man ihm aber entgegen). Dann wieder vor bewegen. Die "Nase" bleibt vorne, der Abstand gleich, auch wenn der Partner zurückgleitet. Partner bewegt sich jetzt instinktiv nach rechts, um wieder dem Gegner gegenüber zu stehen. Angreifer wartet, bis Partner steht, dann Angriff mit Ashibarai und Gyts, oder nur Gyts, Kizami, Mawashi-Geri, Ushiro-Geri o. ä.

Mawashi mit vorderem Bein "tritt man mit dem Außenknöchel", als erstes Oberschenkel nach innen drehen, sofort zurückschnappen, tief bleiben

Auch lange Ushiro-Geri geübt. Zuerst Knie nach vorne schieben, dann Hüfte rumdrehen, so dass man im Neko-Ashi-Dachi steht. Jetzt Knie an Knie und kicken, dabei Oberkörper möglichst grade lassen. Beim Zurückschnappen Oberschenkel wieder an Oberschenkel. Zu Übungszwecken Bein wieder hinten absetzen, ohne umzudrehen. Zu zweit geübt, so dicht hintereinander stehen, Blick in dieselbe Richtung, dass der vordere Fuß des Hintermanns auf Höhe des hinteren Fußes des Vordermannes steht. Jetzt einfach rückwärts kicken ohne Drehung und absetzen, den anderen dabei nicht treffen und nicht treffen lassen - das geht nur, wenn der Oberkörper möglichst grade bleibt.

Krafttraining mit Ushiro-Geri: ca. 1 m von der Wand entfernt mit Blick ins Dojo stellen, Fuß wie beim Ushiro-Geri gegen die Wand stemmen, Oberkörper leicht abgeneigt, Hände auf Kopfhöhe und Ellenbogen abgespreizt. Jetzt den Oberkörper langsam auf- und abwippen.

Anschließend wohlverdienter Saunabsuch (Rhein-Main-Therme). Wieder gab es dieses dusselige Schweigegebot! Wir rächten uns mit einer ordentlichen Knofifahne ;-)

Abends Ristos neues Dojo in Sossenheim besichtigt. Da ist noch viel zu tun!!! Dann forderten wir mit ca. 60 hungrigen Karateka das Organisationsgeschick des sich im Untergeschoss desselben Gebäudes befindliche Restaurant heraus (und gewannen!). Es war ein total witziger Abend! Man saß mal bei anderen Leuten als bei denen, mit denen man sich sonst immer viel unterhält und ich habe echt selten so gelacht! War fast traurig, als ich gegen halb 11 heim musste.

Risto - Lehrgang 2009, Stenogramm II

Zweiter Tag

Erste Einheit

Aufwärmen mit Mäusefüßchen und Powerpack - reicht eigentlich schon!

Hokkyokuko mit Bunkai

Block gegen Mae Geri

Ashi Barai ist immer so schnell, wie er abgesetzt wird.

Trainingspartner: Anikas Gefährte aus Tamm. Jung, ehrgeizig und etwas verbissen. Hat sich wohl gefragt, was die alte Frau hier auf dem Lehrgang will.... ;-)


Zweite Einheit

Alles tut weh! Absoluter Trainingstiefpunkt! Auch mental sind alle Systeme unten!

Trainingspartner Mike aus Meck-Pomm ist sehr geduldig und hilft mir über die Runden.

Aufwärmen mit Bocksprüngen (über den Partner springen und dann drunterher krabbeln, jeder zehn Mal) - als ich das seh, denk ich, dass schaff ich NIE! Meine schmerzenden Glieder krieg ich im Leben nie mehr irgendwo drüber. Und es ging dann doch, mit Volker nebenan um die Wette ;-)

Danach, ohne lange zu fackeln, Kumite-Training:
einer greift an, geht Suri Ashi vor, dann weiter vor, in dem das Standbein unter den Körperschwerpunkt gezogen wird, "Nase bleibt hinten". Füße zeigen jetzt 45 Grad nach vorne, so dass beim Vorgleiten der kleine Zeh des vorderen Beins, die Fußaußenkante, nach vorne zeigt.

Jetzt nochmal vor mit Suri Ashi, wobei der Druck aus dem hinteren Bein kommt und einfach der vordere Unterschenkel vorgekickt wird und außen neben dem vorderen Bein des Partners absetzt (fällt). Beim Absetzen entweder Kizami oder Gyakuts oder beides. Wenn beides, dann bereits beim letzten Vorgleiten den Kizami schlagen (antäuschen) und nach/mit dem Absetzen den Gyts. "Stundenlang" geübt!

Dann zu dritt mit Volker, wobei einer die Zielscheibe ist, einer ausführt und der Dritte den Ausführenden "in den Arm" nimm, sich als Gewicht ihm "an den Hals" hängt. So bleibt der Schwerpunkt beim Vorgleiten tief.

Dann Kata: Kanku Sho und Tekki Sandan. Letztere in Gruppen zu viert oder fünft, möglichst synchron.

Zum Schluss Partnersitups ala Rambo: Einer liegt mit angewinkelten Beinen auf dem Boden, der andere nimmt die Knie des Liegenden in den Arm und drückt sie feste runter. Der Liegende kommt zehnmal mit Oberkörper sehr hoch und legt zwischendurch nicht ab. Nach zehnmal gibts Vollgas-Tsukis auf den Bauch des Liegenden! Das Ganze fünf mal wiederholen.

Dienstag, 6. Januar 2009

Kampf statt Krampf - Ein Stenogramm

Intensiv-Lehrgang bei Risto Kiiskilä in Frankfurt vom 05.-09.01.2009

1. Tag: Ankunft nach Bahnverspätung wegen winterlicher Witterung gegen 11 Uhr.

Knapp 50 Karateka v. 4. Kyu bis Dan, aus Oulu, Lahti, Berlin, Kamenz, Rothenburg, Müchen und natürlich Frankfurt anwesend - das Dojo kommt langsam an seine Kapazitätsgrenzen! Trainingspromnienz: Anika Lapp (Tamm).

Herzliches Willkommen von allen Seiten, eine große Karatefamilie!

1. Einheit um 12.00 mittags: Das Risto ABC und Karate-Einmaleins. Viel Input, vor allem für "Erstlinge". Inhalt im Wesentlichen:

- "Wo ist die Hüfte? Im Oberschenkel." (Weil durch das Ein- und Ausdrehen des Oberschenkels die Hüfte bewegt wird; das darüber ist nur der Knochen, der dafür sorgt, dass der Gürtel nicht rutscht.)

- "Weniger als 1 Meter vorkommen ist etwas ganz besonderes."

- "Was ist Kime? Das Anspannen der gesamten Körpermuskulatur? Nein - das ist Krampf! Kime bedeutet das Anpsannen aller Muskeln NUR IM LETZTEN MOMENT VOR DEM AUFTREFFEN!"

- "Was ist Geschwindigkeit? Eine Technik wird mit möglichst hoher Geschwindigkeit ausgeführt, wenn sie in der Endphase beschleunigt wird."

und natürlich viele Klassiker wie:

- "Warum bleibt das Knie nach dem Mae-Geri oben? Weil wir Shotokan-Karate machen!"

Aufwärmtraining Risto-like mit Hüft-Powerpack:
-Zenkutsu-Dachi stehen, Hüfte ein und ausdrehen durch Einsatz des Oberschenkels, dabei Hüfte hoch.

- Anschließend Gewicht nach hinten verlagern auf das "Sitzbein" (das vordere ist ja das "Standbein") und Gewicht vor und zurück verlagern, dabei vorne die Hüfte eindrehen, Innenspannung der Oberschenkelmuskulatur. Beim Ausdrehen darauf achten, dass der vordere Oberschenkel nicht nach außen gedrückt wird. Sagen zwar viele, ist aber falsch (Michael Jarchau hatte uns das auch neulich genauso erklärt - Oberschenkel nicht nach aussen drücken, die Spannung bleibt zentriert.

- Als nächstes beim Vorverlagern die Faust mit nehmen und Gyaku-Tsuki ausführen. Beachten: Auf "drei Zeiten", also erst Gewicht verlagern, dann Hüfte eindrehen und zum Schluss Tsuki ausführen.)

Wenn man dann jede Übung 20 mal langsam und korrekt ausführt und danach 20 mal schnell (und auch noch möglichst korrekt), dann ist man wirklich warm.

Dennoch anschließend noch für Rumpfbeweglichkeit gesorgt: in Grätsche stehen, Arme gebeugt auf Kopfhöhe, Rumpf seitlich drehen, im letzten Moment Hüfte dagegen drehen. Zum Schluss Arme zu einer Seite fallen lassen, Hüfte gegengedreht.

Dann gabs Kihon für Fortgeschrittene mit viel Beweglichkeit.
- vor im Suri Ashi mit Kizami, dann Gyakutsuki
- Age-Uke vor mit Shuri Ashi, dann G-Ts
- Soto-Uke, dann Kiba Dachi Empi

Fokus wie immer auf Gewichtsverlagerung, Kraftübertragung, Standbein, Hüfte, Hikite, Atmung - ganz schön viel, auf das man achten soll!

Besonders für mich als Hausaufgabe:
- Wendung mit Neko-Ashi-Dachi, also das vordere Bein am Standbein vorbeiziehen
- Drehung aus der Hüfte, die Hüfte ist zu langsam
- im Kokotsu-Dachi/Stouke nicht die Schulterblätter hinten zusammen, sondern die Schultern runter(eigentlich logisch, oder???)
- immer wieder: Abdruck aus dem hinteren Bein
- Kanku-Sho (schlug Risto vor als meine mögliche nächste Prüfungskata. "Du kannst nicht immer dasselbe machen (Jion, Sochin - beides sehr "erdige", kraftvolle Katas). Du musst Kanku-Sho ein Jahr lang üben. Da kannst Du Dich richtig austoben."
- nicht "hüpfen", sondern tief, tief, tief und dann vor in Kizami, Gyaku-Tsuki
Partner erster Tag: Volker aus Rothenburg, hat richtig Spaß gemacht!

Zweite Einheit:
- hinteres Bein ca. 30 cm nach vorne ziehen unter den Körperschwerpunkt, dabei vorderer Arm Age-Uke, Soto-Uke oder Kizami-Tsuki, anschließend Abdruck aus dem hinteren Bein und Gyaku-Tsuki
- dasselbe dann zeitverkürzt, also quasi auf eine Zeit zum Partner "fliegen", den Kizami nur noch zum Antäuschen.
- Katas Kanku-Dai und Kanku-Sho, hinterher mit "Partner", der zuschaut und korrigiert. Hier wertvolle Tipps vor allem von Volker.

Letzte Trainingsphase nochmal die Übungen vom Beginn der Einheit und dann locker Freikampf, erst mit Raphael, dann mit Geppi und schließlich mit Sabine.







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