Montag, 6. April 2009

Schwimmtraining

Das Go-Coach-Team hatte es richtig vor mit mir in der vergangenen Woche! 15 km und 5 k Laufen, 20 km Radfahren (aus denen Tour-technisch de facto 30 wurden) und zwei Schwimmeinheiten mit 1,2 bzw. 1,75 km. Das Schwimmen hatte ich mir aus praktischen Gründen (Platz im Bad) wie immer für das Wochenende aufgehoben. War jetzt lange nicht schwimmen, daher fiel es wohl diese Woche am schwersten von allen Disziplinen. Der Go-Coach-Betreuer stellte auch zu Recht fest, dass Radfahren wohl meine stärkste Disziplin sei. Das stimmt, denn danach bin ich kaum erschöpft und auch der Puls ist im moderaten Bereich.

Frank war bei der ersten Einheit mit ins Bad gekommen und hatte es sich im Blubberbecken bequem gemacht. Jetzt plagt ihn ein fürchterlicher Muskelkater im Schulter-Rücken-Bereich ;-) Ich spür zum Glück keinen echten Muskelkater und wenn man von der Erschöpfung nach dem 15-km-Lauf am Donnerstag mal absieht, bin ich richtig gut über die Runden gekommen!

Diese Woche stehen nur 5 und 10 km Laufen auf dem Programm. Muss mal fragen, woran das liegt.

Ich hab mittlerweile echt Schiss vor dem Schwimmen im Kanal....hoffe, dass ich da nicht absaufe... aber mit unseren orange-farbenen Badekappen vom Ausrichter wird man mich dann ja sicher bald finden.... :-(

Samstag, 4. April 2009

Mentaltraining für Kampfsportler

...so heißt nicht nur die Hörbuch-CD von Sensei Jörg. Nein, auch sein Training ist häufig eine echte mentale Herausforderung, wenn nicht Grenzerfahrung. In der letzten Woche hatte ich ja wegen des dojointernen Trainingslagers aussetzen müssen. Jetzt ging es aber wieder freitags in meinen "Zweitverein". Das sommerliche Wetter hatte sich weiterentwickelt und wenn ich mich nicht schon durch zwanzig Jahre Kampfsport ausreichend diszipliniert hätte, hätte ich sicherlich meinen Gi nicht eingepackt, sondern mich stattdessen mit einem kühlen Getränk und einem guten Buch auf die Terrasse gesetzt...Aber weil Karateka sowas ja nicht machen, fanden sich insgesamt rund 10 Trainingswillige ein.

Morgens hatte ich noch darauf gewettet, mich nach dem gestrigen Lauf nie wieder bewegen zu können und ernsthaft daran gezweifelt, ob ich am abendlichen Training teilnehmen könnte. Vielleicht war die "erzwungene" Radtour nach Coerde zu meinem Autohaus (PKW nach Reparatur abholen) für die Regeneration ganz hilfreich. Jedenfalls fühlte ich mich, mit dem Rad unterwegs zum Dojo, dann doch ganz gut. Erst beim Dehnen merkte ich dann wieder, dass die Muskeln doch noch ganz schön erschöpft waren.

Diese Woche war Sensei Jörg recht erkältet, hielt sich aber tapfer. Eigentlich Quatsch, dieses ewige "Durchhalten" und "Gegen die Krankheit angehen" - zumindest aus gesundheitlicher Sicht. Und sicherlich ist das auch nicht besonders sozial, die Viren und Bakterien beim Training mit jedem Tsuki und Atemzug weiter zu verteilen...naja, aber so sind wir eben "groß" geworden und es ist sicher auch eine Art der Charakterschule, nicht bei jeder kleinen Schniefnase das Training oder auch z. B. die Arbeit im Job oder Haushalt einzustellen.

Wir starteten mit Partnertraining, Gyaku-Tsuki. Ich hatte Maicel als Partner. Ich machte einfach meine Techniken und sah plötzlich ein Grinsen in Maicels Gesicht: "Du bist aber schnell heute!" ... Und Sensei Jörg raunte mir anerkennend zu:"Ja, da ist sie, die Risto-Hüfte!" Kurz fragte ich mich, was der arme Risto jetzt ohne seine Hüfte machen würde, da war diese einzige Übung, für die ich in dieser Einheit ein Lob bekommen sollte, auch - leider - schon vorbei!

Jetzt ging es weiter mit "realen" Kampfsituationen, bei denen unser "Auge" und unsere Reaktionsfähigkeit geschult werden sollten. So sollte einer der Partner einen aggressiven Kampfgefährten "spielen", der den anderen - ohne Techniken - immer weiter zurückdrängt und "Druck" macht. Der andere sollte zunächst zurückweichen und dann plötzlich kontern. Mann, Mann, Mann, das ging ja gar nicht! Ich fühlte mich total unfähig! Aber ich glaube, das ging fast allen so.

Jörg hatte noch einige solcher Übungen im Programm. So sollten wir z. B. einen Angriff Kizami Jodan mit De-Ai-Mae-Geri stoppen, was mir auch überhaupt nicht gelang!

Diese anspruchsvollen Übungen, bei denen ich an die Grenzen meiner Frustrationstoleranzgrenze kam, wurden dann "aufgelockert" von einigen Runden Randori und auch noch Kata-Vorführungen zu zweit á la Turniervorberitung. Ich übe zwar regelmäßig meine Katas (immer montags, während Franzi rudert) und ich bin ja auch, was Turniere angeht, nicht unerfahren - aber als ich da jetzt so stand und etwas vormachen sollte, da bekam ich doch irgendwie weiche Knie. Das sollte man echt öfter üben, so eine Turniersituation!

Alles in allem hatte Jörg uns ein Training geboten, was der Witterung entsprechend physisch nicht ganz so erschöpfend war - dafür hatte es mich aber mental an meine Grenzen gebracht. Bei der Abschlussmeditation fasste er dann auch noch einmal zusammen:"Nur wenn man das Unmögliche trainiert, kann man das Bestmögliche erreichen." Oss, Sensei!

Donnerstag, 2. April 2009

Laufen, laufen, laufen

Boah ey, das war ganz schön hart heute: bei strahlendem Sonnenschein und 17 echten Grad Celsius bin ich gelaufen. Erst gings den Draun entlang zum Aasee, dann unter der Torminbrücke durch bis zur "Goldenen Brücke" (ich wusste jahrzehntelang gar nicht, dass die Brücke einen Namen hat, geschweige so einen idyllischen! Gemeint ist die Brücke über die Aa, kurz vor den Aaseekugeln). Dort unter der Brücke durch Richtung LBS, zum Hindenburgplatz. Da meldete sich meine Verdauung doch glatt wieder und mit Freude nahm ich erstmals bewusst öffentliche Toiletten am Hindenburgplatz wahr! Ob die geöffnet - und: kostenlos - wären? Ich hatte zwar für alle Fälle Tempos dabei, aber kein (Klein-)Geld. Tatsächlich: Tür ging auf. An den Toilettenkabinen befanden sich zwar Schlösser, aber auch diese Türen gingen ohne Geld auf. Man konnte sie vermutlich nur nicht kostenlos schließen - aber ich habs mal unverschlossen riskiert...ist auch keiner reingekommen ;-) Puh, anschließend war ich im wahrsten Sinne des Wortes erleichtert und tatsächlich ging auch die nächste Etappe flotter voran! Ich bin dann auf die Promenade gelaufen und einmal rund um Münsters Stadtkern. Der Entfernungsmesser meiner Pulsuhr veränderte nur brutal langsam seine Anzeige. Ich war schon fast froh, dass er nicht rückwärts zählte!

Dann die "Sausebahn" (Unterführung unter der Straße Mauritztor) und ich war schon bald wieder am Aasee. Mensch, da hatte ich grad mal die Hälfte meiner angepeilten 15 Kilometer geschafft! Aber endlich gabs Rückenwind! Und Sonne! Es lief wie geschmiert! Ich erkannte mich fast nicht wieder und hatte einen schönen, flotten Laufrhythmus. Bald aber merkte ich, dass ich für meine gewohnten 4-4 Atemzüge zu schnell (oder zu schlapp) war und ich wechselte auf 3-3. Bei dem Active Lauf ist mir aufgefallen, dass meine Mitläuferin auch nicht im 4er-Rhythmus geatmet hat. Also - egal! Lieber schnell sein ;-)

Nach der kleinen Aa-/Aaseebrücke ging es dann wieder im Schatten weiter. Das war echt angenehm und der Wind war immer noch auf meiner Seite. An der Reithalle vorbei und dann die sich sonst scheinbar ewig langziehende Strecke bis zur Sentruper Straße - die war irgendwie diesmal gar nicht mehr so lang. Entweder lag das an der Tatsache, dass ich "andersrum" gelaufen bin als sonst oder daran, dass das Stück im Vergleich zu der Gesamtstrecke jetzt kürzer war als sonst ;-) Wie auch immer - als ich auf der anderen Straße in den Wald kam, hatte ich grade mal 12 Kilometer geschafft. Wären es wohl bis nach Hause wirklich die geforderten 15? Über ländliche Feld und Flur ging es weiter bis in den letzten Wald, der dann auch wieder zur "Kasti" führt. Hier kam dann die "Marterstrecke": sumpfiger, unebener Waldboden - eine echte Herausforderung für meine müden Beine und Gelenke! Hier verlor ich deutlich Tempo, aber dafür war es eine echte Koordinationsprüfung ;-)

Auf der Kasti angekommen merkte ich, dass ich wohl eher bei 14, statt bei 15 km daheim ankommen würde. Also hinterm "Grützebach" noch einen Schlenker nach links genommen. Vielleicht würde ich ja meinen Sohn Felix bei seinem "Lager" antreffen? Hier vertreibt der Schlingel sich nämlich mit der übrigen männlichen "Draun-Jugend" seit ein paar Wochen (oder Monaten?) seine Freizeit (mit Bandenkriegen und allem, was dazugehört! Die Oma ist häufig genug "schockiert", wenn sie von der Ferne "zufällig" davon etwas mitbekommt!). Das Fahrrad stand auch ordentlich am Rand, vom Sohn aber keine Spur! Naja, zurück in die Wohnsiedlung - aber es fehlte immer noch ein knapper Kilometer! Will die Strecke denn gar nicht schmelzen? Darum noch eine Ehrenrunde über die Redigerstraße. Eine Doppelkopf-Freundin grüßte verwundert - sie hat mich wohl noch nie so fertig gesehen - und die klassische Laufstrecke ist es dort ja auch nicht grade. Auch am Draun angekommen war immer noch die 14 vorne. Also noch einmal den Draun runter bis zu Klimkes und hinter den Gärten zurück - endlich: kurz vor unserem Garten war ich dann am Ziel! Puh, jetzt wars auch gut gewesen! Zum Abschluss noch artig gründlich gedehnt und gleich hab ich mir meinen "Weiberabend" mit meiner Freundin Birgit dann wohl redlich verdient! Morgen dann mal wieder Karate im Budosportcenter und am Wochenende steht zweimal ein straffes Schwimmprogramm auf dem Stundenplan....

Rennrad nach dem Infekt

Sonne lacht - Blende acht! Nein, nein, fotoreif war die Vorstellung, die ich gestern beim Radfahren gegeben habe, sicher nicht. Aber immerhin hab ich mich bei strahlendem Sonnenschein mutig mit Pulsmesser im T-Shirt auf meinen neuen Drahtesel gesetzt und bin losgedüst - bloß um nach wenigen Metern resigniert umzukehren und eine Jacke zu holen. So schön, wie es aussah, war das Wetter dann doch nicht - es war windig und auch ganz schön frisch! Mit Jacke dann also los, am Zoo entlang, Richtung Roxel, Albachten Bösensell und wieder die Runde bei Stift Tilbeck zurück Richtung Roxel. Ich dachte ja, ich bin mal schlau und fahre diesmal an der Hauptstraße nicht auf dem kurvigen Radweg, sondern nehme die grade verlaufende Straßenfläche. Das war, wie sich herausstellte, ganz schön mutig! Ich war zudem erschrocken über Deutschlands schlechten Straßenzustand: Die Schlaglöcher waren ja fast schlimmer als auf dem Aschenweg neben unserem Haus! Dann wollte ich ja nicht wieder durch den Ortskern von Roxel fahren, sondern dachte, ich könnte einen besser geeigneten Abzweig nehmen. Der entpuppte sich leider als Feldweg, war allerdings nach ca. 750 Metern Gott sei Dank wieder zuende. An dieser Stelle war ich zudem recht froh darüber, eine "Ausrede" für einen achtsamen und langsamen Fahrstil zu haben - die Strecke von Tilbeck nach Roxel war windmäßig der Hammer! Ich kam sogar unter 20 km/h und dachte, gleich kipp ich um!

Den Rest der Strecke kam ich dann wieder auf einen von dem Hinweg vertrauten Straßenverlauf (am Roxeler Gewerbegebiet vorbei, Nottulner Landweg bis zum Dingbänger Weg). Die letzte Strecke am Zoo entlang dann wieder fast "im Stehen", weil es so gegenwindig war und dann war ich auch schon daheim. 30 km in 1 Stunde und 8 Minuten. Gar nicht sooo übel, finde ich. Ich brauch für den Triathlon ja nur 10 km mehr. Theoretisch hätte ich sogar gestern noch ein wenig laufen können. Aber die Zeit war schon knapp und da hab ich das auf nächste Woche vertagt. Mindestens um die Kasti lauf ich dann noch. Mein finnischer Bekannter Reijo hatte mir auch empfohlen: nach dem Radeln noch mindestens drei Kilometer Laufen. Naja, es ist ja noch etwas Zeit bis Juni....

Gleich gehts auf die große Laufrunde - 15 km sind heute dran. Allerdings komme ich da mit den Pulsvorgaben nie hin. Ich bin immer weit drüber....hmmmmm

Mittwoch, 1. April 2009

Kicks als Konter

Der Frühling ist da! Ich hatte schon fast nicht mehr dran geglaubt! Und dann steht er plötzlich vor der Tür! Sonne satt und nach einem knackig kalten Morgen ein fast laues Lüftchen am Nachmittag. Da juckte es schon sehr, das Laufen wieder einmal auszuprobieren. Und da ich sowieso eine kleine 5-km-Runde auf meinem Plan hatte, war das ja der ideale Einstieg für das Lauftraining nach dem blöden - ich nenn es jetzt mal - Asthmainfekt. Bis auf zwei kleine Nasenputzerpausen ging es sehr gut, wenn auch langsam, voran. Danach konnte ich nur noch schnell duschen und auch schon los, mit dem Rad zum Dojo.

Trotz des schönen Wetters waren doch 12 Leute in der Oberstufe. Das klingt nicht nach viel, ist aber angesichts der frühen Trainingszeit von 18 Uhr leider fast normal.

Wie immer wärmten wir uns mit Randori auf. Ich hatte die Ehre, Madeleine als Partnerin zu haben. Das 15-jährige Nationalkadermitglied ist echt ein wahres Naturtalent. Aber natürlich sorgen auch ihr unermüdlicher Fleiß und das harte Kadertraining dafür, dass sie immer besser wird. War sie vor einigen Montaten vielleicht noch ein schüchternes junges Mädchen, hab ich als alte Mutti jetzt bald nichts mehr zu lachen, wenn ich ihr gegenüberstehe: Gedrillt auf Treffer und Turniersiege macht sie unglaublichen Eindruck. Ich wollte gerne wieder einige Sachen ausprobieren, die ich im Budosportcenter gelernt hatte. So unter anderem einen Kizaami chudan mit dem vorderen Arm. Total vernachlässigt hatte ich dabei die Kopfdeckung - und wupp, hatte ich Madeleines Faust auf der Nase! Wir haben uns beide sehr erschrocken. Aber es kam kein Blut, blieb keine Schwellung. Vermutlich wäre sie bei einem Turnierkampf disqualifiziert worden. Aber eigentlich war es ein Ippon (also ein Treffer, der punktmäßig schon alleine zum Sieg führt) und schließlich hatte ja ICH nicht aufgepasst! Das gibt zu denken und ich werde jetzt noch mehr an meiner Deckung arbeiten müssen. Ein echter Schwachpunkt!

Nach dem Trainingslager am Wochenende waren dann in der nächsten Trainingsphase alle meine Sensoren so richtig auf ein flexibles Jiju-Ippon-Kumite eingestellt. Ich hatte Heiko als Partner. Gleich die erste Übung hatte es dann auch schon in sich. Es kam mir vor, als habe Sensei Micha genau meinen wunden Punkt getroffen. Wir übten mit Partner (und Kontakt) Ushiro-Geri in den Bauchbereich. Ich wunderte mich über mich selbst - es funktionierte direkt (wenn auch nicht immer!). Selbst der Beinwechsel und das Treten mit der "Schokoladenseite" bereiteten keine größeren Probleme.

Als nächstes stand dann tatsächlich der Halbfreikampf auf dem Programm. Angriff wie immer mit allen erdenklichen Techniken. Block und Konter - nur mit Ushiro-Geri! Das war eine echte Herausforderung. Man hatte sich schon bei dem Block zu überlegen, zu welcher Seite man am Besten rausgeht, damit der Tritt funktioniert und man nicht nur einen Ellebogen oder den Rücken des Partners als Trefferfläche zur Wahl hat.

Als nächstes einige Runden Konter Mae-Geri, was erstaunlich gut funktionierte! Hier gab es jetzt tatsächlich weniger Distanzprobleme als noch vor ein paar Wochen. Der Körper war schon ganz gut darauf programmiert und der Geri saß fast immer sauber.

Dann Yoko-Geri. Das war echt wohl die größte Überraschung! Ich staunte wirklich über mich selbst - was für eine Power dahinter sitzt! Beim Angriff hab ich mich immer noch über meine falsche Fußhaltung geärgert. Aber hier beim Konter, wo man auf einen festen Widerstand traf, fühlte sie sich immer richtig an! Auch bei Heiko klappte der Tritt ganz gut und ich war mir bei uns beiden sicher - hätte man nicht kontrolliert gestoppt, wäre der andere durch die halbe Halle geflogen.

Leider waren wir nicht alle so kontrolliert und so wurde Kathi beim anschließenden Partnerwechsel von einem Violettgurt böse am Rücken im Nierenbereich getroffen. Sie konnte tatsächlich nicht mehr weitertrainieren (und sei es auch nur vor Schreck und dem blöden, demoralisierenden Gefühl, seine Unverwundbarkeit verloren zu haben!). Es war also nicht ohne, was wir da veranstaltet haben und eine gute Körperkontrolle war unerlässlich. Aber ich muss sagen, dass für mich dieses Training eine schöne Überraschung war: Konter nur mit Fußtechniken - und ich habs hinbekommen!

Montag, 30. März 2009

COPD?

Radtraining und dann noch im Kalten stundenlang auf dem Send - das war dann nach zweieinhalbwöchiger Familien-Krankenpflege doch zuviel für mein Immunsystem! Am Freitag der vor-vorigen Woche begann der Hals zu kratzen. Beim Training merkte ich schon, dass ich mich kaum konzentrieren konnte. Samstag war ich wegen Fiebers kaum in der Lage, Auto zu fahren und dann ging es soweiter, bis ich am Mittwoch endlich den Medikus aufsuchte. Die Diagnose war ziemlich ernüchternd: Neben dem Infekt sprach die Medizinerin von COPD, einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, die hauptsächlich starke Raucher befällt. Na toll! Allerdings kam die Diagnose so aus der Pistole geschossen, dass ich überlegte, ob die gute Frau vielleicht grade auf einer entsprechenden Fortbildung war. Tatsache ist, dass ich wohl eine gewisse Affinität zu Bronchialgeschichten habe. Ich werde artig therapieren und mal sehen, wie sich die Sache entwickelt. Aber nur keine Panik!

Die Ärztin wollte mich dann gleich bis heute einschließlich krank schreiben. Aber das ging ja gar nicht! Denn am Wochenende fand ja das Trainingslager im Shotokan-Karate-Dojo Münster statt, in dessen Vorbereitung und Planung ich viel Herzblut und Zeit investiert hatte!

Also konnte ich auf "Donnerstag, einschließlich" runterhandeln und saß Freitag artig und fast gesund wieder am Bürotisch. Freitagabend war ich noch nicht ganz sicher, ob ich mittrainieren könnte - aber es war ja nur eine Stunde an diesem Abend und die schaffte ich tatsächlich, ganz gut sogar! Der Abend war dann sehr nett und schön und am Samstag konnte ich sogar beide Einheiten mitmachen, insgesamt also 3 Stunden Kratate auf hohem Niveau. Zwischendurch dachte ich, es ist doch zuviel, ich bin noch angeschlagen. Aber ein Blick in die Gesichter meiner Trainingspartner gab mir zu verstehen, dass ALLE so erschöpft waren und dies nichts mit meinem Infekt oder COPD oder womit auch immer zu tun hatte.

Das erste Triathlontraining werde ich eventuell heute, vielleicht auch erst morgen wieder starten. Bin nicht sicher, ob ich den Plan diese Woche erfüllen werde - mal langsam angehen lassen. Das neue Schwimmtraining hat es tatsächlich doch ganz schön in sich! Zum Radfahren wird es sicher optimal, denn für die ganze Woche steht der Frühling auf dem Programm - endlich!

Gestern bin ich mit meinem Mann ne Runde gegangen, Kastanienallee und am Aasee entlang. Da juckte es doch schon wieder ganz schön....wäre gern direkt losgelaufen....

Heute ist erstmal Rudertraining von Franzi angesagt. Ich werde da in der Zwischenzeit ein wenig Kata üben. Aber vielleicht ist danach noch die kleine Laufrunde drin. Es ist ja jetzt wieder lange hell!

Freitag, 20. März 2009

Das erste Radtraining

Ich hatte mir ja am vergangenen Samstag megaspontan ein Rennrad zugelegt. 12 Jahre alt, unmodern, zu groß - aber preiswert und zum Trainieren allemale besser als mein Straßenrad. Gestern wollte ich es austesten. Laut Trainingsplan standen fürs Erste 20 km auf dem Programm. Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen im einstelligen Bereich setzte ich mich nun zum (fast) ersten Mal auf meinen neuen Drahtesel. Ich hätte vielleicht vorher mal die technischen Funktionen ausprobieren sollen. Mann, was war die Gangschaltung weit unten! Mit welchem Hebel bedien ich denn jetzt das vordere, mit welchem das hintere Ritzel? Das Rennradfahren war so ungewohnt - ich hatte sogar Probleme, dabei auf die Pulsuhr zu schauen, weil ich dabei ja eine Hand vom Lenker und den Blick von der Straße nehmen musste! Nach reiflichem Überlegen kam ich zu dem Schluss, dass ich wohl seit der ersten Schwangerschaft, also seit rund 14 Jahren, nicht mehr Rennrad gefahren bin...

Meine Strecke verlief hier am Draun entlang Richtung Mühlenhof, dann rechts, am Zoo vorbei zum Dingbänger Weg. Dann den alten Nottulner Landweg, bei Orschel und dem Ponyhof vorbei Richtung Roxel, weiter Richtung Bösensell, an der Gärtnersiedlung vorbei, in der Robby mal gewohnt hat. Nach einem Stück dann rechts ab Richtung Baumberge. Hier hatte ich schon 12 recht entspannte Kilometer auf dem "Buckel". Es lief total gut und wenn die Anzeige auf dem Tacho stimmte, war ich unglaublich fix. Jetzt war es an der Zeit, wieder heimzufahren. Ich bog ab, um in die heimatliche Richtung zu gelangen - und blieb fast auf der Stelle stehen! GEGENWIND! Der Rückweg gestaltete sich dann erheblich anstrengender und ich fragte mich, wie ich anschließend noch laufen können sollte. Jetzt verstand ich auch den Tipp meines finnischen Bekannten, der vorschlug, nach jedem Radtraining noch eine Viertelstunde zu laufen....naja, ein andermal vielleicht. An diesem Tag ging es um einen Anfang und eine Streckenfindung und außerdem warteten meine Mädchen, damit ich mit ihnen auf den Send ginge....

Ergebnis: Laut Tacho 28 km in rund einer Stunde....nicht schlecht für den Anfang - auf jeden Fall viel besser, als ich gedacht hätte.