Donnerstag, 9. April 2009

Radfahren und Laufen

Jetzt ist der Frühling doch geblieben - obwohl für Ostern ein sch.... Wetter angekündigt war, scheint Petrus es doch gut mit uns zu meinen: alleine heute schon etwas wolkig aber trockene 20 Grad. Das war doch optimal, um mal eine Runde Radeln und anschließend Laufen zu gehen.

Ehrlich gesagt war ich etwas geschockt über den doch recht starken Wind! Bereits auf dem Hinweg, den ich sonst immer locker "wegschnupfe" musste ich ordentlich strampeln! Ich dachte, na, dann geht wenigstens der Rückweg leichter, aber der Wind schien irgendwie von der Seite zu blasen, so dass ich auch auf dem Rückweg trainingstechnisch davon profitierte. Jawoll! Das muss man doch positiv sehen! Wenn man immer problemlos über 30 km/h schafft, wirds am Ende langweilig!

Ich bin wieder über die Sentruper Straße, den Nottulner Landweg bis Bösensell gefahren. Statt jedoch vor dem Ortskern an der Gärtnersiedlung rechts zu fahren und mich durch die Walachei zu wursteln, bin ich bis zum Ortsrand Bösensell gefahren und dann entlang der Hauptstraße auf einem mittelmäßigen Radstreifen rechts bis Stift Tilbeck. Dann wieder Richtung Münster. Diesmal hab ich aber den Radweg genommen. Das ist echt sonst zu gefährlich auf dieser recht schmalen Fahrbahn, auf dem kein Auto 70 fährt! Am Abzweig Bösenseller Straße bin ich dann wieder rechts, um dann wieder links Richtung Roxel zu fahren. Da viel Gegenverkehr war, bin ich nicht direkt wieder links Richtung Mecklenbeck, sondern hab ne schöne Schleife fast bis Albachten gezogen, um dann am Gestüt links abzubiegen (Möselerhook). Dann ging es über vertraute Pfade wieder Richtung Heimat.

Ehrlich gesagt graute mir etwas vor der anschließenden Laufstrecke! Ich wollte ursprünglich zum Aasee und dann den neuen Teil umrunden. Das sind ziemlich genau auf den Punkt 5 km von Haustür zu Haustür. Aber sollten mich die Nachbarn sehen, so kaputt und schleichend? Ich schrieb daheim kurz meine Rad-Daten auf, zog die Radhose aus und die Laufhose an und trank etwas. Dann gings mir eigentlich recht gut und ich beschloss, DOCH zum Aasee zu laufen. Sollen doch alle denken, was sie wollen! Auf dem ersten Stück Richtung Aasee blickte ich, mehr zur Kontrolle, ob die Pulsuhr nicht wieder ihren Geist aufgegeben hatte, auf die Anzeige - und konnte meinen Augen nicht trauen! Tock, tock, tock - mal auf die Uhr geklopft. Das konnte doch nicht sein: 9,9 km/h! Und gen Aasee wurde ich immer fixer - schöne kleine Schritte und ordentlich Tempo! Unglaublich! Der Puls war allerdings jenseits von Gut und Böse - bei 170 Schlägen und ich war ja quasi grade erst losgelaufen. Hier machte sich wohl doch das vorangegangene Radfahren bemerkbar. Aber ich war so schön "im Fluss"! Auf keinen Fall wollte ich langsamer laufen! Ich atmete im Dreier-Rhythmus und konnte die ganze Strecke durchhalten! Mann, war das ein geiles Gefühl, auf dem letzten Stück - innerlich grinsend - an den Nachbarhäusern vorbeizulaufen! Ich hatte dann doch tatsächlich meinen persönlichen Rekord aufgestellt und die 5 km in 28,18 Minuten geschafft! Das war doch echt spitze! Das Beste ist: Ich bin überhaupt nicht k. o.!
So kann es von mir aus weitergehen mit dem Triathlon-Training!

Mittwoch, 8. April 2009

Ein bischen zuviel des Guten...

...habe ich mir wohl gestern zugemutet. Ich wollte so gerne laufen. Es war auch so schönes Wetter! Aber erst standen noch so lästige Arbeiten wie Terrasseschrubben etc. auf dem Programm. So kam ich erst um 15 Uhr los. Das war natürlich für meine geschätzten knappen 10 km recht spät - denn Dienstag ist immer mein Karate-Tag und das Training beginnt bereits um 18 Uhr!

Dennoch bin ich tapfer los. Ich lief die Kastanienalle entlang und dann die Sentruper Straße bis hoch zum Dingbänger Weg. Meine Pulsuhr zeigte bis kurz vor der Gaststätte Lohmann gute drei Kilometer an. Dann habe ich wohl irgendwelche falschen Knöpfe gedrückt und bekam keine Zeit- und Distanzanzeige mehr! Aber der Puls wurde noch angezeigt. Wenigstens etwas. Ich muss unbedingt mal checken, was ich wann wie drücken darf, um mir nicht die ganze Datenauswertung zu versauen.

Jedenfalls bin ich dann weiter Richtung Torminbrücke. Es geht zunächst an der Straße entlang bis zum Segelclub Hansa mit dem Restaurant La Vela. Alternativ hätte ich auch den Mulchweg nehmen können. Vielleicht nächstes Mal, denn die Strecke ist sicher schöner als an der Mecklenbecker Straße entlang! Hier hatte ich allerdings einen irren Speed drauf und zum ersten Mal in "freier Laufbahn" habe ich fünf Minuten lang eine Pulsfrequenz höher trainiert. Seit der Go-Coach-Mann mir versichert hat, mein Maximalpuls läge sicher eher bei 190 denn bei 182 bpm, lasse ich mich von den Pulsuhranzeigen nicht mehr irritieren. Hoffentlich stimmt das auch - sonst brennt mir beim Laufen noch irgendwann mal die Sicherung durch...aber es ist sicher auch ganz gut, wenn man einfach auf den eigenen Körper hört und der fühlte sich selbst bei dem Sprint noch ganz gut. Ich bin dann also bis zum Aasee etwas flotter gelaufen und dann solange langsamer, bis der Puls wieder bei 160 Schlägen war. Kam mir fast vor wie spazierengehen ;-) Die Strecke bis zur Torminbrücke ging es dann wieder flotter zu Wege. Auf der anderen Aaseeseite habe ich dann wieder "getrödelt" bis der Puls runter war und dann habe ich ab dem Aaseeberg/bzw. der kleinen Brücke davor bis nach Hause wieder Gas gegeben. Ich glaub, so schnell war ich noch nie! Um kurz vor vier war ich dann wieder daheim und habe erst mal geduscht. Naja, viel Zeit zum Ausruhen blieb mir dann nicht mehr.

Ich muss wirklich zugeben, ich habe kurz überlegt, ob ich überhaupt zum Karate gehe. Aber dann habe ich gedacht, dass z. B. Thorsten NIE überlegen würde. Oder Jörg Gantert. Oder Michael Jarchau, der jeden Dienstag nach der Arbeit den weiten Weg kommt, um uns zu trainieren! NIE würden die überlegen! Und ich war ja selber Schuld, dass ich mir vorher diesen bescheuerten Lauf "gegönnt" habe. Also gibt es keine Ausreden - es gibt nur Konsequenz! Die Konsequenz bestand dann darin, dass ich quasi auf den letzten Drücker meine Sachen gepackt und mit dem Fahrrad im Gallopp durch die Stadt gerast bin, um nicht zu spät zu kommen. Im Gi dachte ich, ich kann mich gar nicht mehr bewegen - meine Beine waren schwer wie Blei! Naja, dachte ich, eine Runde Gymnastik, dann Randori (vermutlich mit Diana) und dann Partnertraining, wobei es sicher wieder mehr auf den Kopf ankommt als auf die Beweglichkeit.

Natürlich kam es anders! Randori mit Kathi - da kam ich schon bald konditionell an meine Grenzen. Anschließend kam das Kihon Shodan-Prüfungsprogramm. Dann Tritttechniken gegen den Bauch des Partners: Mae-Geri, Mawashi-Geri, Ushiro-Geri, Yoko-Geri. Nach jeder Sequenz liefen wir dann die Heian Shodan mit dem entsprechenden Geri statt Oi-Tsuki. Wow - das kostete Überwindung! Irgendwie schaffte ich es aber doch, die Techniken möglichst schnell und stark zu machen. Diana lachte sich hinterher kaputt: ich hätte ja echt die Risto-Atmung übernommen. Freitag Risto-Hüfte, gestern Risto-Atmung - Mensch, Risto, eigentlich kannst Du mal stolz auf mich sein ;-)

Zum Abschluss gab es dann wieder Jiju-Ippon-Kumite mit Geris als Konter: eine Runde nur Mae-Geri, eine Runde nur Yoko-Geri, dann Ushiro-Geri und Mawashi-Geri. In der letzten Runde war der Tritt dann frei zu wählen und dann nochmal alles staaaaaark!

Es hat wieder total Spaß gemacht - aber auf dem Rad nach Hause dachte ich bei mir, dass ich diese Kombination aus schnellem 10-km-Lauf und direkt anschließendem Training wohl nicht öfter so brauche!

Heute ist wohl mal besser trainingsfrei....obwohl....die Sonne scheint grad so schön, eigentlich könnte man schnell noch ne Runde Radfahren....

Montag, 6. April 2009

Schwimmtraining

Das Go-Coach-Team hatte es richtig vor mit mir in der vergangenen Woche! 15 km und 5 k Laufen, 20 km Radfahren (aus denen Tour-technisch de facto 30 wurden) und zwei Schwimmeinheiten mit 1,2 bzw. 1,75 km. Das Schwimmen hatte ich mir aus praktischen Gründen (Platz im Bad) wie immer für das Wochenende aufgehoben. War jetzt lange nicht schwimmen, daher fiel es wohl diese Woche am schwersten von allen Disziplinen. Der Go-Coach-Betreuer stellte auch zu Recht fest, dass Radfahren wohl meine stärkste Disziplin sei. Das stimmt, denn danach bin ich kaum erschöpft und auch der Puls ist im moderaten Bereich.

Frank war bei der ersten Einheit mit ins Bad gekommen und hatte es sich im Blubberbecken bequem gemacht. Jetzt plagt ihn ein fürchterlicher Muskelkater im Schulter-Rücken-Bereich ;-) Ich spür zum Glück keinen echten Muskelkater und wenn man von der Erschöpfung nach dem 15-km-Lauf am Donnerstag mal absieht, bin ich richtig gut über die Runden gekommen!

Diese Woche stehen nur 5 und 10 km Laufen auf dem Programm. Muss mal fragen, woran das liegt.

Ich hab mittlerweile echt Schiss vor dem Schwimmen im Kanal....hoffe, dass ich da nicht absaufe... aber mit unseren orange-farbenen Badekappen vom Ausrichter wird man mich dann ja sicher bald finden.... :-(

Samstag, 4. April 2009

Mentaltraining für Kampfsportler

...so heißt nicht nur die Hörbuch-CD von Sensei Jörg. Nein, auch sein Training ist häufig eine echte mentale Herausforderung, wenn nicht Grenzerfahrung. In der letzten Woche hatte ich ja wegen des dojointernen Trainingslagers aussetzen müssen. Jetzt ging es aber wieder freitags in meinen "Zweitverein". Das sommerliche Wetter hatte sich weiterentwickelt und wenn ich mich nicht schon durch zwanzig Jahre Kampfsport ausreichend diszipliniert hätte, hätte ich sicherlich meinen Gi nicht eingepackt, sondern mich stattdessen mit einem kühlen Getränk und einem guten Buch auf die Terrasse gesetzt...Aber weil Karateka sowas ja nicht machen, fanden sich insgesamt rund 10 Trainingswillige ein.

Morgens hatte ich noch darauf gewettet, mich nach dem gestrigen Lauf nie wieder bewegen zu können und ernsthaft daran gezweifelt, ob ich am abendlichen Training teilnehmen könnte. Vielleicht war die "erzwungene" Radtour nach Coerde zu meinem Autohaus (PKW nach Reparatur abholen) für die Regeneration ganz hilfreich. Jedenfalls fühlte ich mich, mit dem Rad unterwegs zum Dojo, dann doch ganz gut. Erst beim Dehnen merkte ich dann wieder, dass die Muskeln doch noch ganz schön erschöpft waren.

Diese Woche war Sensei Jörg recht erkältet, hielt sich aber tapfer. Eigentlich Quatsch, dieses ewige "Durchhalten" und "Gegen die Krankheit angehen" - zumindest aus gesundheitlicher Sicht. Und sicherlich ist das auch nicht besonders sozial, die Viren und Bakterien beim Training mit jedem Tsuki und Atemzug weiter zu verteilen...naja, aber so sind wir eben "groß" geworden und es ist sicher auch eine Art der Charakterschule, nicht bei jeder kleinen Schniefnase das Training oder auch z. B. die Arbeit im Job oder Haushalt einzustellen.

Wir starteten mit Partnertraining, Gyaku-Tsuki. Ich hatte Maicel als Partner. Ich machte einfach meine Techniken und sah plötzlich ein Grinsen in Maicels Gesicht: "Du bist aber schnell heute!" ... Und Sensei Jörg raunte mir anerkennend zu:"Ja, da ist sie, die Risto-Hüfte!" Kurz fragte ich mich, was der arme Risto jetzt ohne seine Hüfte machen würde, da war diese einzige Übung, für die ich in dieser Einheit ein Lob bekommen sollte, auch - leider - schon vorbei!

Jetzt ging es weiter mit "realen" Kampfsituationen, bei denen unser "Auge" und unsere Reaktionsfähigkeit geschult werden sollten. So sollte einer der Partner einen aggressiven Kampfgefährten "spielen", der den anderen - ohne Techniken - immer weiter zurückdrängt und "Druck" macht. Der andere sollte zunächst zurückweichen und dann plötzlich kontern. Mann, Mann, Mann, das ging ja gar nicht! Ich fühlte mich total unfähig! Aber ich glaube, das ging fast allen so.

Jörg hatte noch einige solcher Übungen im Programm. So sollten wir z. B. einen Angriff Kizami Jodan mit De-Ai-Mae-Geri stoppen, was mir auch überhaupt nicht gelang!

Diese anspruchsvollen Übungen, bei denen ich an die Grenzen meiner Frustrationstoleranzgrenze kam, wurden dann "aufgelockert" von einigen Runden Randori und auch noch Kata-Vorführungen zu zweit á la Turniervorberitung. Ich übe zwar regelmäßig meine Katas (immer montags, während Franzi rudert) und ich bin ja auch, was Turniere angeht, nicht unerfahren - aber als ich da jetzt so stand und etwas vormachen sollte, da bekam ich doch irgendwie weiche Knie. Das sollte man echt öfter üben, so eine Turniersituation!

Alles in allem hatte Jörg uns ein Training geboten, was der Witterung entsprechend physisch nicht ganz so erschöpfend war - dafür hatte es mich aber mental an meine Grenzen gebracht. Bei der Abschlussmeditation fasste er dann auch noch einmal zusammen:"Nur wenn man das Unmögliche trainiert, kann man das Bestmögliche erreichen." Oss, Sensei!

Donnerstag, 2. April 2009

Laufen, laufen, laufen

Boah ey, das war ganz schön hart heute: bei strahlendem Sonnenschein und 17 echten Grad Celsius bin ich gelaufen. Erst gings den Draun entlang zum Aasee, dann unter der Torminbrücke durch bis zur "Goldenen Brücke" (ich wusste jahrzehntelang gar nicht, dass die Brücke einen Namen hat, geschweige so einen idyllischen! Gemeint ist die Brücke über die Aa, kurz vor den Aaseekugeln). Dort unter der Brücke durch Richtung LBS, zum Hindenburgplatz. Da meldete sich meine Verdauung doch glatt wieder und mit Freude nahm ich erstmals bewusst öffentliche Toiletten am Hindenburgplatz wahr! Ob die geöffnet - und: kostenlos - wären? Ich hatte zwar für alle Fälle Tempos dabei, aber kein (Klein-)Geld. Tatsächlich: Tür ging auf. An den Toilettenkabinen befanden sich zwar Schlösser, aber auch diese Türen gingen ohne Geld auf. Man konnte sie vermutlich nur nicht kostenlos schließen - aber ich habs mal unverschlossen riskiert...ist auch keiner reingekommen ;-) Puh, anschließend war ich im wahrsten Sinne des Wortes erleichtert und tatsächlich ging auch die nächste Etappe flotter voran! Ich bin dann auf die Promenade gelaufen und einmal rund um Münsters Stadtkern. Der Entfernungsmesser meiner Pulsuhr veränderte nur brutal langsam seine Anzeige. Ich war schon fast froh, dass er nicht rückwärts zählte!

Dann die "Sausebahn" (Unterführung unter der Straße Mauritztor) und ich war schon bald wieder am Aasee. Mensch, da hatte ich grad mal die Hälfte meiner angepeilten 15 Kilometer geschafft! Aber endlich gabs Rückenwind! Und Sonne! Es lief wie geschmiert! Ich erkannte mich fast nicht wieder und hatte einen schönen, flotten Laufrhythmus. Bald aber merkte ich, dass ich für meine gewohnten 4-4 Atemzüge zu schnell (oder zu schlapp) war und ich wechselte auf 3-3. Bei dem Active Lauf ist mir aufgefallen, dass meine Mitläuferin auch nicht im 4er-Rhythmus geatmet hat. Also - egal! Lieber schnell sein ;-)

Nach der kleinen Aa-/Aaseebrücke ging es dann wieder im Schatten weiter. Das war echt angenehm und der Wind war immer noch auf meiner Seite. An der Reithalle vorbei und dann die sich sonst scheinbar ewig langziehende Strecke bis zur Sentruper Straße - die war irgendwie diesmal gar nicht mehr so lang. Entweder lag das an der Tatsache, dass ich "andersrum" gelaufen bin als sonst oder daran, dass das Stück im Vergleich zu der Gesamtstrecke jetzt kürzer war als sonst ;-) Wie auch immer - als ich auf der anderen Straße in den Wald kam, hatte ich grade mal 12 Kilometer geschafft. Wären es wohl bis nach Hause wirklich die geforderten 15? Über ländliche Feld und Flur ging es weiter bis in den letzten Wald, der dann auch wieder zur "Kasti" führt. Hier kam dann die "Marterstrecke": sumpfiger, unebener Waldboden - eine echte Herausforderung für meine müden Beine und Gelenke! Hier verlor ich deutlich Tempo, aber dafür war es eine echte Koordinationsprüfung ;-)

Auf der Kasti angekommen merkte ich, dass ich wohl eher bei 14, statt bei 15 km daheim ankommen würde. Also hinterm "Grützebach" noch einen Schlenker nach links genommen. Vielleicht würde ich ja meinen Sohn Felix bei seinem "Lager" antreffen? Hier vertreibt der Schlingel sich nämlich mit der übrigen männlichen "Draun-Jugend" seit ein paar Wochen (oder Monaten?) seine Freizeit (mit Bandenkriegen und allem, was dazugehört! Die Oma ist häufig genug "schockiert", wenn sie von der Ferne "zufällig" davon etwas mitbekommt!). Das Fahrrad stand auch ordentlich am Rand, vom Sohn aber keine Spur! Naja, zurück in die Wohnsiedlung - aber es fehlte immer noch ein knapper Kilometer! Will die Strecke denn gar nicht schmelzen? Darum noch eine Ehrenrunde über die Redigerstraße. Eine Doppelkopf-Freundin grüßte verwundert - sie hat mich wohl noch nie so fertig gesehen - und die klassische Laufstrecke ist es dort ja auch nicht grade. Auch am Draun angekommen war immer noch die 14 vorne. Also noch einmal den Draun runter bis zu Klimkes und hinter den Gärten zurück - endlich: kurz vor unserem Garten war ich dann am Ziel! Puh, jetzt wars auch gut gewesen! Zum Abschluss noch artig gründlich gedehnt und gleich hab ich mir meinen "Weiberabend" mit meiner Freundin Birgit dann wohl redlich verdient! Morgen dann mal wieder Karate im Budosportcenter und am Wochenende steht zweimal ein straffes Schwimmprogramm auf dem Stundenplan....

Rennrad nach dem Infekt

Sonne lacht - Blende acht! Nein, nein, fotoreif war die Vorstellung, die ich gestern beim Radfahren gegeben habe, sicher nicht. Aber immerhin hab ich mich bei strahlendem Sonnenschein mutig mit Pulsmesser im T-Shirt auf meinen neuen Drahtesel gesetzt und bin losgedüst - bloß um nach wenigen Metern resigniert umzukehren und eine Jacke zu holen. So schön, wie es aussah, war das Wetter dann doch nicht - es war windig und auch ganz schön frisch! Mit Jacke dann also los, am Zoo entlang, Richtung Roxel, Albachten Bösensell und wieder die Runde bei Stift Tilbeck zurück Richtung Roxel. Ich dachte ja, ich bin mal schlau und fahre diesmal an der Hauptstraße nicht auf dem kurvigen Radweg, sondern nehme die grade verlaufende Straßenfläche. Das war, wie sich herausstellte, ganz schön mutig! Ich war zudem erschrocken über Deutschlands schlechten Straßenzustand: Die Schlaglöcher waren ja fast schlimmer als auf dem Aschenweg neben unserem Haus! Dann wollte ich ja nicht wieder durch den Ortskern von Roxel fahren, sondern dachte, ich könnte einen besser geeigneten Abzweig nehmen. Der entpuppte sich leider als Feldweg, war allerdings nach ca. 750 Metern Gott sei Dank wieder zuende. An dieser Stelle war ich zudem recht froh darüber, eine "Ausrede" für einen achtsamen und langsamen Fahrstil zu haben - die Strecke von Tilbeck nach Roxel war windmäßig der Hammer! Ich kam sogar unter 20 km/h und dachte, gleich kipp ich um!

Den Rest der Strecke kam ich dann wieder auf einen von dem Hinweg vertrauten Straßenverlauf (am Roxeler Gewerbegebiet vorbei, Nottulner Landweg bis zum Dingbänger Weg). Die letzte Strecke am Zoo entlang dann wieder fast "im Stehen", weil es so gegenwindig war und dann war ich auch schon daheim. 30 km in 1 Stunde und 8 Minuten. Gar nicht sooo übel, finde ich. Ich brauch für den Triathlon ja nur 10 km mehr. Theoretisch hätte ich sogar gestern noch ein wenig laufen können. Aber die Zeit war schon knapp und da hab ich das auf nächste Woche vertagt. Mindestens um die Kasti lauf ich dann noch. Mein finnischer Bekannter Reijo hatte mir auch empfohlen: nach dem Radeln noch mindestens drei Kilometer Laufen. Naja, es ist ja noch etwas Zeit bis Juni....

Gleich gehts auf die große Laufrunde - 15 km sind heute dran. Allerdings komme ich da mit den Pulsvorgaben nie hin. Ich bin immer weit drüber....hmmmmm

Mittwoch, 1. April 2009

Kicks als Konter

Der Frühling ist da! Ich hatte schon fast nicht mehr dran geglaubt! Und dann steht er plötzlich vor der Tür! Sonne satt und nach einem knackig kalten Morgen ein fast laues Lüftchen am Nachmittag. Da juckte es schon sehr, das Laufen wieder einmal auszuprobieren. Und da ich sowieso eine kleine 5-km-Runde auf meinem Plan hatte, war das ja der ideale Einstieg für das Lauftraining nach dem blöden - ich nenn es jetzt mal - Asthmainfekt. Bis auf zwei kleine Nasenputzerpausen ging es sehr gut, wenn auch langsam, voran. Danach konnte ich nur noch schnell duschen und auch schon los, mit dem Rad zum Dojo.

Trotz des schönen Wetters waren doch 12 Leute in der Oberstufe. Das klingt nicht nach viel, ist aber angesichts der frühen Trainingszeit von 18 Uhr leider fast normal.

Wie immer wärmten wir uns mit Randori auf. Ich hatte die Ehre, Madeleine als Partnerin zu haben. Das 15-jährige Nationalkadermitglied ist echt ein wahres Naturtalent. Aber natürlich sorgen auch ihr unermüdlicher Fleiß und das harte Kadertraining dafür, dass sie immer besser wird. War sie vor einigen Montaten vielleicht noch ein schüchternes junges Mädchen, hab ich als alte Mutti jetzt bald nichts mehr zu lachen, wenn ich ihr gegenüberstehe: Gedrillt auf Treffer und Turniersiege macht sie unglaublichen Eindruck. Ich wollte gerne wieder einige Sachen ausprobieren, die ich im Budosportcenter gelernt hatte. So unter anderem einen Kizaami chudan mit dem vorderen Arm. Total vernachlässigt hatte ich dabei die Kopfdeckung - und wupp, hatte ich Madeleines Faust auf der Nase! Wir haben uns beide sehr erschrocken. Aber es kam kein Blut, blieb keine Schwellung. Vermutlich wäre sie bei einem Turnierkampf disqualifiziert worden. Aber eigentlich war es ein Ippon (also ein Treffer, der punktmäßig schon alleine zum Sieg führt) und schließlich hatte ja ICH nicht aufgepasst! Das gibt zu denken und ich werde jetzt noch mehr an meiner Deckung arbeiten müssen. Ein echter Schwachpunkt!

Nach dem Trainingslager am Wochenende waren dann in der nächsten Trainingsphase alle meine Sensoren so richtig auf ein flexibles Jiju-Ippon-Kumite eingestellt. Ich hatte Heiko als Partner. Gleich die erste Übung hatte es dann auch schon in sich. Es kam mir vor, als habe Sensei Micha genau meinen wunden Punkt getroffen. Wir übten mit Partner (und Kontakt) Ushiro-Geri in den Bauchbereich. Ich wunderte mich über mich selbst - es funktionierte direkt (wenn auch nicht immer!). Selbst der Beinwechsel und das Treten mit der "Schokoladenseite" bereiteten keine größeren Probleme.

Als nächstes stand dann tatsächlich der Halbfreikampf auf dem Programm. Angriff wie immer mit allen erdenklichen Techniken. Block und Konter - nur mit Ushiro-Geri! Das war eine echte Herausforderung. Man hatte sich schon bei dem Block zu überlegen, zu welcher Seite man am Besten rausgeht, damit der Tritt funktioniert und man nicht nur einen Ellebogen oder den Rücken des Partners als Trefferfläche zur Wahl hat.

Als nächstes einige Runden Konter Mae-Geri, was erstaunlich gut funktionierte! Hier gab es jetzt tatsächlich weniger Distanzprobleme als noch vor ein paar Wochen. Der Körper war schon ganz gut darauf programmiert und der Geri saß fast immer sauber.

Dann Yoko-Geri. Das war echt wohl die größte Überraschung! Ich staunte wirklich über mich selbst - was für eine Power dahinter sitzt! Beim Angriff hab ich mich immer noch über meine falsche Fußhaltung geärgert. Aber hier beim Konter, wo man auf einen festen Widerstand traf, fühlte sie sich immer richtig an! Auch bei Heiko klappte der Tritt ganz gut und ich war mir bei uns beiden sicher - hätte man nicht kontrolliert gestoppt, wäre der andere durch die halbe Halle geflogen.

Leider waren wir nicht alle so kontrolliert und so wurde Kathi beim anschließenden Partnerwechsel von einem Violettgurt böse am Rücken im Nierenbereich getroffen. Sie konnte tatsächlich nicht mehr weitertrainieren (und sei es auch nur vor Schreck und dem blöden, demoralisierenden Gefühl, seine Unverwundbarkeit verloren zu haben!). Es war also nicht ohne, was wir da veranstaltet haben und eine gute Körperkontrolle war unerlässlich. Aber ich muss sagen, dass für mich dieses Training eine schöne Überraschung war: Konter nur mit Fußtechniken - und ich habs hinbekommen!