Seit einigen Wochen ist das Training in unserem Dojo geprägt von Prüfungs- und Turniervorebereitungen. Trainer Jögl steht kurz vor seiner - längst überfälligen - Prüfung zum dritten Dan und sowohl Madeleine, als auch Alex bereiten sich fleißig auf ihre kommenden Turniere vor. Madeleine war grade wieder einmal Landesmeisterin NRW und Norddeutsche Meisterin im Kumite in ihrer Altersklasse geworden! Dies hat sich ganz sicher nicht zuletzt unserem Dienstags-Trainer Michael Jarchau zu verdanken!
Während wir beim Kata-Training am Donnerstag nun regelmäßig etliche Oberstufenkatas vertiefen, kommen wir dienstags stets in den Genuss eines soliden Kumite-Trainings. Sensei Michael schulte uns gestern relativ einfache Techniken "jenseits von Hollywood", die aber bis ins Detail geübt wurden. So hieß es z. B.: vorderes Bein vor mit Kizami (hinterer Fuß bleibt stehen). Als nächstes: vorderes Bein vor, Gyaku-Tsuki. Dann hinteres Bein ran, vorderes Suri-Ashi mit Kizami und anschließend dasselbe mit Gyaku-Tsuki. Schließlich: aus dem hinteren Bein abdrücken Kizami, vorderes vor, hinteres ran, und vorderes nochmal vor mit Gyaku-Tsuki. Anschließend übten wir diese Schrittfolge als Abwehrender: Zunächst zweimal Block im Stand und Konter. Die dritte und vierte Abwehrtechnik erinnerte mich an das Jiyu-Ippon Kumite Ristos: aus dem vorderen Bein abdrücken und auf das hintere "springen", den hinteren Arm ins Hikite, sobald der vordere Fuß nachrutscht; dabei blocken und anschließend kontern. Bei der letzten Kombination mussten wir uns analog zum Angreifer rückwärts bewegen und kontern. Das war schon fast eine kleine "Kata", weil hier einige unterschiedliche Kombinationen aneinander gehängt wurden und die Ausübung bedurfte -vor allem mit dem Partner- einiger Konzentration. Wir sollten stets darauf achten, dass wir nach den Tsukis wieder zurück in ein enges Kamae (Arme eng am Körper) kamen. Zudem lief hier nichts ohne eine Gewichtsverlagerung. Auch der Hüfteinsatz war wichtig und - last but not least: Abdruck aus dem hinteren Bein. Wichtig hier auch: ständiger Partnerwechsel, denn so muss man sich immer wieder neu orientieren, fällt nicht in einen festen Rhytmus und "schont" sich nicht kameradschaftlich. So trainierte ich erst fleißig mit Madeleine, bis ich dann plötzlich -schluck!- Thorsten gegenüberstand, den ich aber auch "überlebte". Anschließend hatte ich mich noch gegen Karim zu behaupten und dann noch gegen einen Grüngurt, bei dem die Schrittfolge noch nicht so saß.
Aber Michael wäre nicht unser Kumite-Spezialtrainer, wenn er es bei Fausttechniken beließe! So gab es noch Mae-Geri- und Mawashi-Geri-Attacken. Beim Mae-Geri sollten wir darauf achten, dass wir diesen mit Druck nach vorne bringen und gut zurückschnappen. Auch sollen wir unmittelbar eine Fausttechnik folgen lassen. Diese Übung gab es, wie alle anderen auch, zunächst "trocken", d. h. ohne Partner und dann "in Echt". Klappte ganz gut, zumindest nach meinem Gefühl.
Anschließend ging es an den Mawashi-Geri. Diesen sollten wir chudan treten. Michael hatte uns bereits in den voran gegangenen Wochen seinen besonderen Schwerpunkt dieser Technik erklärt: wir sollten möglichst den Oberkörper hinten lassen und nur schnell und peitschenartig mit dem Fuß in die Nierengegend des Partners treten. War diese Ausführung für mich auch zunächst ungewohnt und machte ich auch jetzt wieder einige Fehler (Oberkörper zu weit nach vorne, Fuß nicht richtig zurück geschnappt), so funktionierte der Tritt dann in der finalen Randori-Runde sehr gut! Einige Male konnte ich meine Gegnerin auch effektiv mit Mae-Geri chudan stoppen. Ich persönlich finde es ja schön, wenn zum Aufwärmen -wie immer bei Thorsten am Dienstag- Randori geübt wird. Noch viel wichtiger ist es für mich aber am Ende einer Einheit: Jetzt kann man die Sachen ausprobieren, die man in der Einheit gelernt hat! Jetzt ist man schon richtig warm und auch ein bisschen "heiß" (im Sinne von kampfeslusig) und kommt aus sich heraus. Was war das für eine andere Madeleine, die mir nun, zum Trainingsende gegenüberstand! Sie war ja gar nicht mehr zu stoppen!
Für mich war das auf jeden Fall wieder eine sehr bereichernde Trainingseinheit! Ich hoffe, dass Madeleine und Alex noch viele Turniere bestreiten werden, damit wir weiter so effektives Kumite lernen können.
Oss Icky
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Samstag, 27. Oktober 2007
Kontrolle ist die höchste Instanz
Das ist auch wieder so ein ungeschriebenes Gesetz des Karate: "Kontrolle ist die höchste Instanz", erklärte Jörg gestern und untermalte damit die Bedeutung der Bunkai-Übungen aus der Kata Gangak, bei denen wir uns grade hoffnungslos zu verknoten drohten. Ach, das ist aber auch immer schwierig, dieses Fassen und Drehen, bis der andere quiekt! Wie anders ist dies im Vergleich zum "normalen", mir bisher bekannten Karate, bei dem es überwiegend ums Hauen und Treten geht! OK, damit habe ich wohl einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Karate Ristos und zu dem Jörgs erkannt: Ristos Schlüssel zum Karategeheimnis ist die Beweglichkeit und bei Jörg steht die Kontolle des Gegners im Vordergrund. Selbstverständlich weiß auch Risto zu kontrollieren und auch Jörg hat ein hohes Maß an Beweglichkeit beim Kumite. Es ist nur so, dass sie jeweils einen anderen Schwerpunkt setzen.
Das Training bot neben meiner Sochin für mich wieder viele Herausforderungen aus dem Bereich Kihon, Kata und Kumite. Die von Jörg geforderten Kihon-Kombinationen fallen mir jedes Mal etwas leichter, wenn ich sie auch noch nicht spontan fehlerfrei ausführen kann. Einen kleinen, geheimen Blick zum Nachbarmann muss ich meist doch noch riskieren.
Interessant war Jörgs Vorbereitung für unser Kumite-Training: Die Übungen sollten wir zunächst langsam, aber energiereich durchführen, ähnlich der Atemtechniken aus der Hangets. Als wir anschließend "normales" Kihon-Ippon- und Jiyu-Ippon-Kumite trainierten, waren unsere Techniken schön stark und überzeugend. Wir hatten ständig wechselnde Partner und mir fiel wieder auf, dass es beim Kumite doch sehr große Defizite gibt. Dies liegt zum Teil daran, dass meine Abwehr häufig einfach zu schlecht ist. Bei einigen Partnern stellte ich aber auch fest, dass sie bewusst "daneben" zielten - sei es, um mich nicht zu treffen, oder grade, um mich trotz eines Tai-Sabakis noch zu erwischen.
Der Schwerpunkt des Trainings lag dann erneut bei der Kata Gangak. Diese beendeten wir gestern vom Ablauf her (wir hatten in den vorigen Einheiten bis zum ersten Kiai geübt) und Jörg zeigte uns zwei neue Bunkai Sequenzen. Wir begannen mit dem Gedan Juji Uke in Zenkutsu-Dachi rechts vor und der folgenden Drehung um 180 Grad, nach der man in der Kata mit selber Technik links vor steht. Anfangs wendet man dem Partner den Rücken zu und dieser greift mit Mae Geri an. Nun schnell drehen und das Bein des Partners fangen, ihn fegen und am Boden liegend mit einem Fauststoß treffen. Jetzt mit dem linken Bein über den am Boden liegenden Partner steigen und kurz zwischen den Beinen absetzen. Dann noch über sein linkes Bein steigen, so dass man mit dem linken Bein außerhalb des zu Boden geworfenen Körpers steht. Jetzt rechts herum drehen, das rechte Bein übersetzen und tiefer gehen, so dass man das linke Bein des Partners zwangsläufig anwinkelt und quetscht. Jörg wies Sylvie an, mit Anja zu trainieren, so dass mir diesmal Tim gegenüberstand. Es war klar, dass wir uns nicht mit Samthandschuhen anfassen würden - aber grade so macht Bunkai Spaß! Wenn die Übungsfolge einigermaßen "sitzt", einmal richtig Gas geben und ein wenig Hollywood spielen ;-))
Die zweite Bunkai-Übung beschäftigte sich mit der "Kranich"-Stellung und dem folgenden Uraken/Yoko-Geri. Jörg erklärte, dass die Kata Gangak eine sehr alte Kata ist, die ihren Ursprung im Kung Fu hat. Eindrucksvoll führte er vor, wie die Kranich-Stellung beim Kung Fu ausgeführt wird: rechts raus gleiten in eine tiefe Hocke, bei der die Beine überkreuz stehen, Körperrichtung 45 Grad diagonal, dem Partner zugewandt. Der linke Arm blockt Gedan Barai und der rechte Manji-Uke in Schulterhöhe, im rechten Winkel gebeugt. Das sah schon sehr shaolin-like aus - leider war der Stand gar nicht so einfach und ich schwankte immer leicht bei der Ausführung. Um so effektiv zu blocken bedarf es da wohl noch einiger Übung. Anschließend sollte der Partner Gyaku Tsuki kontern, wir mit Gyaku Soto Uke blocken. Die nun folgenden Kombinationen kann ich leider nicht im Einzelnen richtig wiedergeben, da Tim und ich zu spät bemerkten, dass wir hier einiges vertüddelt hatten. Doch auch wenn nicht die komplette Übung so ausgeführt wurde, wie von Jörg erklärt, sah immerhin die finale Sequenz bei uns so aus, dass der Uke den Angreifer am linken Arm sichert und so kontrolliert, dass diesem eine Gegenwehr nicht mehr möglich ist - Kontrolle halt, die höchste Instanz!
Oss, Icky
Das Training bot neben meiner Sochin für mich wieder viele Herausforderungen aus dem Bereich Kihon, Kata und Kumite. Die von Jörg geforderten Kihon-Kombinationen fallen mir jedes Mal etwas leichter, wenn ich sie auch noch nicht spontan fehlerfrei ausführen kann. Einen kleinen, geheimen Blick zum Nachbarmann muss ich meist doch noch riskieren.
Interessant war Jörgs Vorbereitung für unser Kumite-Training: Die Übungen sollten wir zunächst langsam, aber energiereich durchführen, ähnlich der Atemtechniken aus der Hangets. Als wir anschließend "normales" Kihon-Ippon- und Jiyu-Ippon-Kumite trainierten, waren unsere Techniken schön stark und überzeugend. Wir hatten ständig wechselnde Partner und mir fiel wieder auf, dass es beim Kumite doch sehr große Defizite gibt. Dies liegt zum Teil daran, dass meine Abwehr häufig einfach zu schlecht ist. Bei einigen Partnern stellte ich aber auch fest, dass sie bewusst "daneben" zielten - sei es, um mich nicht zu treffen, oder grade, um mich trotz eines Tai-Sabakis noch zu erwischen.
Der Schwerpunkt des Trainings lag dann erneut bei der Kata Gangak. Diese beendeten wir gestern vom Ablauf her (wir hatten in den vorigen Einheiten bis zum ersten Kiai geübt) und Jörg zeigte uns zwei neue Bunkai Sequenzen. Wir begannen mit dem Gedan Juji Uke in Zenkutsu-Dachi rechts vor und der folgenden Drehung um 180 Grad, nach der man in der Kata mit selber Technik links vor steht. Anfangs wendet man dem Partner den Rücken zu und dieser greift mit Mae Geri an. Nun schnell drehen und das Bein des Partners fangen, ihn fegen und am Boden liegend mit einem Fauststoß treffen. Jetzt mit dem linken Bein über den am Boden liegenden Partner steigen und kurz zwischen den Beinen absetzen. Dann noch über sein linkes Bein steigen, so dass man mit dem linken Bein außerhalb des zu Boden geworfenen Körpers steht. Jetzt rechts herum drehen, das rechte Bein übersetzen und tiefer gehen, so dass man das linke Bein des Partners zwangsläufig anwinkelt und quetscht. Jörg wies Sylvie an, mit Anja zu trainieren, so dass mir diesmal Tim gegenüberstand. Es war klar, dass wir uns nicht mit Samthandschuhen anfassen würden - aber grade so macht Bunkai Spaß! Wenn die Übungsfolge einigermaßen "sitzt", einmal richtig Gas geben und ein wenig Hollywood spielen ;-))
Die zweite Bunkai-Übung beschäftigte sich mit der "Kranich"-Stellung und dem folgenden Uraken/Yoko-Geri. Jörg erklärte, dass die Kata Gangak eine sehr alte Kata ist, die ihren Ursprung im Kung Fu hat. Eindrucksvoll führte er vor, wie die Kranich-Stellung beim Kung Fu ausgeführt wird: rechts raus gleiten in eine tiefe Hocke, bei der die Beine überkreuz stehen, Körperrichtung 45 Grad diagonal, dem Partner zugewandt. Der linke Arm blockt Gedan Barai und der rechte Manji-Uke in Schulterhöhe, im rechten Winkel gebeugt. Das sah schon sehr shaolin-like aus - leider war der Stand gar nicht so einfach und ich schwankte immer leicht bei der Ausführung. Um so effektiv zu blocken bedarf es da wohl noch einiger Übung. Anschließend sollte der Partner Gyaku Tsuki kontern, wir mit Gyaku Soto Uke blocken. Die nun folgenden Kombinationen kann ich leider nicht im Einzelnen richtig wiedergeben, da Tim und ich zu spät bemerkten, dass wir hier einiges vertüddelt hatten. Doch auch wenn nicht die komplette Übung so ausgeführt wurde, wie von Jörg erklärt, sah immerhin die finale Sequenz bei uns so aus, dass der Uke den Angreifer am linken Arm sichert und so kontrolliert, dass diesem eine Gegenwehr nicht mehr möglich ist - Kontrolle halt, die höchste Instanz!
Oss, Icky
Freitag, 26. Oktober 2007
Anmeldung zu Ristos Lehrgang - und seine Antwort
Hallo Risto,
vielen Dank für die Info! Bin schon total auf ´Risto-Entzug" und muss es unbedingt irgendwie schaffen, wenigstens den Samstag zu kommen!
Freu mich sehr, Euch alle wieder zu sehen!
Viele Grüße an alle,
Oss Icky
Hei Icky,
es freut mich wieder mal was von dir zu hören.
Bis dann, wenn nicht in Berlin.
Risto mit seinem OSS
vielen Dank für die Info! Bin schon total auf ´Risto-Entzug" und muss es unbedingt irgendwie schaffen, wenigstens den Samstag zu kommen!
Freu mich sehr, Euch alle wieder zu sehen!
Viele Grüße an alle,
Oss Icky
Hei Icky,
es freut mich wieder mal was von dir zu hören.
Bis dann, wenn nicht in Berlin.
Risto mit seinem OSS
Mittwoch, 24. Oktober 2007
Dies ist ein freies Land...
Heute hab ich Training gegeben. Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich gleich zwei Einheiten hintereinander im Dojo auf der Shomen-Seite stand....
Zuerst hab ich meine Anfänger unterrichtet. Das machte super viel Spaß, da diese Truppe von heute 13 Leuten ungemein motiviert ist, lustig und wissbegierig. So haben wir zunächst unter großem Jauchzen und wildem Gebrüll eine Viertelstunde Gürtelhockey gespielt. Anschließend ein wenig Grundschule (Prüfungsprogramm) mit einigen Korrekturen. Ich war voll des Lobes! Natürlich kann man hier keine Perfektion erwarten! Viele der Teilnehmer sind aber tatsächlich sportlich und haben schnell gelernt. Besonders freut mich aber, wenn grade diejenigen, die sich vielleicht etwas schwer tun, sich sehr bemühen und Fortschritte machen. Das ist, denke ich, die wahre Herausforderung für den Trainer. Vermutlich freuen sich Jörg und Risto deshalb immer so, wenn ich in ihr Training komme ;-)
Zum Abschluss gab es dann noch Partnertraining, welches wir erstmals auch so übten, wie in der Prüfung verlangt. Ganz ehrlich - es war noch ein heilloses Chaos! Aber egal, wir haben ja noch einen Monat, respektive 8 Trainingseinheiten Zeit.
Inzwischen kamen die Teilnehmer der Hobbygruppe in das Dojo. Nach dem Anfängertraining tummelten sich fünf Hobbylinge mit mir in der Halle. Es ist ja das zweite Mal, dass ich Matthes in diesem Jahr vertrete. Er hatte wohl niemand anderes gefunden. Petra, die kurz zuvor auch erschienen war, meldete sich krankheitsbedingt ab, für den Fall, dass ich das Training übernehmen könnte. Na gut, dann, was solls. Die Hobbygruppe ist jeweils ein recht überschaubarer "Haufen" netter Leute, die sich moderat quälen lassen möchten. Die Teilnehmer von heute kannte ich alle mehr oder weniger gut. Einer aus der Truppe hatte sich in meiner letzten Vertretungsstunde gegen Ende der Einheit mokiert "Diese Übung erschließt sich mir jetzt nicht". Er schien damals recht unzufrieden. Ich hatte aber mein Konzept und mir ja auch im Vorfeld Gedanken zum Aufbau der Stunde gemacht. So passte die Übung m. E. ganz gut. Auch die anderen Teilnehmer waren nicht irritiert oder verweigerten die Übung. Allen -bis auf jenem Menschen- war klar, worauf ich hinaus wollte.
Nun meine Hobbygruppe heute. Ich wollte mit Gürtelhockey anfangen. Zum einen, weil es eine schöne Aufwärmübung ist, weil es den Kampfgeist weckt und "Lust" darauf macht, seine Aggressionen heraus zu lassen. Zum anderen, weil ich es mir ehrlich gesagt auch etwas bequem machen wollte: die Gürtel und den Handschuh, den wir als Pukk benutzen, hatte ich eh noch in der Halle. Alle waren auch einverstanden. Nur der zuvor erwähnte Mann schüttelt den Kopf, bindet aber dennoch seinen Gürtel ab und faltet ihn vierfach. Als die anderen vier sich dann auf den Pukk stürzen (viele hatten noch nie Gürtelhockey gespielt, das muss man sich mal vorstellen....), steht der andere Mann teilnahmslos im Dojo. Nach ca. einer halben Minute dreht er sich um und verlässt die Halle. Ich war irritiert. Das war mir echt noch nie passiert! Ich meine, ich bin ja auch nicht aus Lust und Laune abends um halb 9 im Dojo, weil ich sonst nix besseres vorhabe oder weil ich dem Rest der Menschheit mein Karate aufzwingen möchte oder so. Ich hab mich bereit erklärt, diese Einheit zu leiten, bevor sie ausfällt. Und dann dreht der Kerl sich um und geht! Als ich ihn durch die halboffene Dojotür noch fragte, ob alles in Ordnung sei, raunte er mir nur zu: "Das ist nix für mich, auf sowas hab ich keinen Bock." Einen kurzen Moment war ich echt erschüttert! Dann dachte ich mir fast "ristolike": Leute kommen und Leute gehen. Man kann sie nicht halten. Und um meine Kinder zu zitieren schloss ich Frieden mit mir und dachte nur:"Dies ist ein freies Land!"
Zuerst hab ich meine Anfänger unterrichtet. Das machte super viel Spaß, da diese Truppe von heute 13 Leuten ungemein motiviert ist, lustig und wissbegierig. So haben wir zunächst unter großem Jauchzen und wildem Gebrüll eine Viertelstunde Gürtelhockey gespielt. Anschließend ein wenig Grundschule (Prüfungsprogramm) mit einigen Korrekturen. Ich war voll des Lobes! Natürlich kann man hier keine Perfektion erwarten! Viele der Teilnehmer sind aber tatsächlich sportlich und haben schnell gelernt. Besonders freut mich aber, wenn grade diejenigen, die sich vielleicht etwas schwer tun, sich sehr bemühen und Fortschritte machen. Das ist, denke ich, die wahre Herausforderung für den Trainer. Vermutlich freuen sich Jörg und Risto deshalb immer so, wenn ich in ihr Training komme ;-)
Zum Abschluss gab es dann noch Partnertraining, welches wir erstmals auch so übten, wie in der Prüfung verlangt. Ganz ehrlich - es war noch ein heilloses Chaos! Aber egal, wir haben ja noch einen Monat, respektive 8 Trainingseinheiten Zeit.
Inzwischen kamen die Teilnehmer der Hobbygruppe in das Dojo. Nach dem Anfängertraining tummelten sich fünf Hobbylinge mit mir in der Halle. Es ist ja das zweite Mal, dass ich Matthes in diesem Jahr vertrete. Er hatte wohl niemand anderes gefunden. Petra, die kurz zuvor auch erschienen war, meldete sich krankheitsbedingt ab, für den Fall, dass ich das Training übernehmen könnte. Na gut, dann, was solls. Die Hobbygruppe ist jeweils ein recht überschaubarer "Haufen" netter Leute, die sich moderat quälen lassen möchten. Die Teilnehmer von heute kannte ich alle mehr oder weniger gut. Einer aus der Truppe hatte sich in meiner letzten Vertretungsstunde gegen Ende der Einheit mokiert "Diese Übung erschließt sich mir jetzt nicht". Er schien damals recht unzufrieden. Ich hatte aber mein Konzept und mir ja auch im Vorfeld Gedanken zum Aufbau der Stunde gemacht. So passte die Übung m. E. ganz gut. Auch die anderen Teilnehmer waren nicht irritiert oder verweigerten die Übung. Allen -bis auf jenem Menschen- war klar, worauf ich hinaus wollte.
Nun meine Hobbygruppe heute. Ich wollte mit Gürtelhockey anfangen. Zum einen, weil es eine schöne Aufwärmübung ist, weil es den Kampfgeist weckt und "Lust" darauf macht, seine Aggressionen heraus zu lassen. Zum anderen, weil ich es mir ehrlich gesagt auch etwas bequem machen wollte: die Gürtel und den Handschuh, den wir als Pukk benutzen, hatte ich eh noch in der Halle. Alle waren auch einverstanden. Nur der zuvor erwähnte Mann schüttelt den Kopf, bindet aber dennoch seinen Gürtel ab und faltet ihn vierfach. Als die anderen vier sich dann auf den Pukk stürzen (viele hatten noch nie Gürtelhockey gespielt, das muss man sich mal vorstellen....), steht der andere Mann teilnahmslos im Dojo. Nach ca. einer halben Minute dreht er sich um und verlässt die Halle. Ich war irritiert. Das war mir echt noch nie passiert! Ich meine, ich bin ja auch nicht aus Lust und Laune abends um halb 9 im Dojo, weil ich sonst nix besseres vorhabe oder weil ich dem Rest der Menschheit mein Karate aufzwingen möchte oder so. Ich hab mich bereit erklärt, diese Einheit zu leiten, bevor sie ausfällt. Und dann dreht der Kerl sich um und geht! Als ich ihn durch die halboffene Dojotür noch fragte, ob alles in Ordnung sei, raunte er mir nur zu: "Das ist nix für mich, auf sowas hab ich keinen Bock." Einen kurzen Moment war ich echt erschüttert! Dann dachte ich mir fast "ristolike": Leute kommen und Leute gehen. Man kann sie nicht halten. Und um meine Kinder zu zitieren schloss ich Frieden mit mir und dachte nur:"Dies ist ein freies Land!"
Sonntag, 21. Oktober 2007
Wir sind dann mal weg - Wandern auf dem Hermannsweg 20. - 21.10.2007
Vom 20. auf den 21.10.2007 durften wir fleißig wandern, um unsere Doppelkopfkasse zu verbraten. Naja, das Wandern hatte eigentlich nichts gekostet - außer viel Muskelkraft und Puste! Das Geld wurden wir trotzdem los: Im Verwöhnhotel Zum Teutoburger Wald in Brochterbeck. Dort ließen wir es uns nach dem ersten Wandertag so richtig gut gehen!
Vorher hatten wir aber eine wahre Tor-Tour auf bzw. neben dem Hermannsweg zu bewältigen! Am ersten Tag liefen wir von Bad Iburg 25 km bis nach Brochterbeck und am zweiten Tag ging es von dort aus ca. 15 km weiter über Ibbenbüren nach Hörstel/Riesenbeck zum "Nassen Dreieck"*.
Wir ließen uns am Samstagvormittag von zweien unserer Männer zum Ausgangsort bringen. Es ging an Lengerich vorbei, wo wir den beeindruckenden Steinbruch der Firma Dyckerhoff bestaunten. Leider waren wir offenbar zu beeindruckt, so dass wir anschließend falsch abbogen und uns fürchterlich verliefen! So verloren wir wertvolle Zeit, die hinterher zu Lasten der Wellnessphase ging :-(
Zudem waren wir vom Hermannsweg abgekommen und folgten nun dem Wanderweg Teutoburger Wald. Ein weiters Mal machten wir einen kleinen Umweg bei Tecklenburg: Statt die schnellere Ortsumgehung zu nehmen, kraxelten wir hinauf ins Dorf, wo wir allerdings mit dem malerischen Anblick der Fachwerkhäuschen belohnt wurden! Dann waren es nur noch ca. drei Kilometer bis zu unserem Hotel in Brochterbeck, welches wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten. Schnell waren die Zimmer be- und die Bademäntel angezogen und es ging in die Saunalandschaft, in der wir unsere mehr oder weniger schmerzenden Gliedmaßen pflegen konnten! Anschließend genossen wir das leckere Essen der Hotelküche, welches von zwei Kellnern mit beeindruckenden Augenaufschlägen serviert wurde. Bei Wein, Bier oder alkoholfreien Getränken ließen wir den Abend ausklingen. Die letzten von uns gingen gegen halb eins auf die Zimmer, während die anderen dort schon erschöpfte Schnarchkonzerte veranstalteten.
Am nächsten Morgen die Enttäuschung: Statt des strahlenden Sonnenscheins vom Vortag, der von fast frostigen Temperaturen begleitet wurde, erwartete uns nun der klassische "Westfälische Landregen" :-( Es war aber recht mild und als wir dann ganz tapfer losliefen, merkten wir, dass es eigentlich nur nieselte und gar nicht so schlimm war. Nach einer Weile erreichten wir die Dörenther Klippen und das Hockende Weib. Wegen des nassen Untergrundes verzichteten wir aber auf eine Kletterpartie. Schnell war der den "Klippen" am nächsten liegende Parkplatz erreicht. Es ging kurz über die Straße und direkt wieder in den nächsten Wald, der sich nun recht urwüchsig darbot. Nun schien auch endlich die Sonne und belohnte unsere Tapferkeit. Sehr beeindruckend auf dieser Etappe: die Kletterwand der Firma Bergsport Sundermann, an der wir eine Rast einlegten. Nun war es auch nicht mehr allzu weit, bis wir in Riesenbeck die "Schöne Aussicht" genießen und schließlich am "Nassen Dreieck"* auf zwei weitere unserer Männer treffen konnten, die uns nach einer kleinen Kaffee-Rast wieder nach Münster brachten. Jetzt fehlte eigentlich nur ein weiterer Aufenthalt in einer schönen Sauna-Landschaft.....Nun, nächstes Jahr wollen wir die "verpasste" Etappe des Hermannsweges nachholen.
* ein Schelm, wer Arges bei diesem Begriff denkt - es handelt sich um die Schnittstelle des Mittelland´- und des Dortmund-Ems-Kanals
Vorher hatten wir aber eine wahre Tor-Tour auf bzw. neben dem Hermannsweg zu bewältigen! Am ersten Tag liefen wir von Bad Iburg 25 km bis nach Brochterbeck und am zweiten Tag ging es von dort aus ca. 15 km weiter über Ibbenbüren nach Hörstel/Riesenbeck zum "Nassen Dreieck"*.
Wir ließen uns am Samstagvormittag von zweien unserer Männer zum Ausgangsort bringen. Es ging an Lengerich vorbei, wo wir den beeindruckenden Steinbruch der Firma Dyckerhoff bestaunten. Leider waren wir offenbar zu beeindruckt, so dass wir anschließend falsch abbogen und uns fürchterlich verliefen! So verloren wir wertvolle Zeit, die hinterher zu Lasten der Wellnessphase ging :-(
Zudem waren wir vom Hermannsweg abgekommen und folgten nun dem Wanderweg Teutoburger Wald. Ein weiters Mal machten wir einen kleinen Umweg bei Tecklenburg: Statt die schnellere Ortsumgehung zu nehmen, kraxelten wir hinauf ins Dorf, wo wir allerdings mit dem malerischen Anblick der Fachwerkhäuschen belohnt wurden! Dann waren es nur noch ca. drei Kilometer bis zu unserem Hotel in Brochterbeck, welches wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten. Schnell waren die Zimmer be- und die Bademäntel angezogen und es ging in die Saunalandschaft, in der wir unsere mehr oder weniger schmerzenden Gliedmaßen pflegen konnten! Anschließend genossen wir das leckere Essen der Hotelküche, welches von zwei Kellnern mit beeindruckenden Augenaufschlägen serviert wurde. Bei Wein, Bier oder alkoholfreien Getränken ließen wir den Abend ausklingen. Die letzten von uns gingen gegen halb eins auf die Zimmer, während die anderen dort schon erschöpfte Schnarchkonzerte veranstalteten.
Am nächsten Morgen die Enttäuschung: Statt des strahlenden Sonnenscheins vom Vortag, der von fast frostigen Temperaturen begleitet wurde, erwartete uns nun der klassische "Westfälische Landregen" :-( Es war aber recht mild und als wir dann ganz tapfer losliefen, merkten wir, dass es eigentlich nur nieselte und gar nicht so schlimm war. Nach einer Weile erreichten wir die Dörenther Klippen und das Hockende Weib. Wegen des nassen Untergrundes verzichteten wir aber auf eine Kletterpartie. Schnell war der den "Klippen" am nächsten liegende Parkplatz erreicht. Es ging kurz über die Straße und direkt wieder in den nächsten Wald, der sich nun recht urwüchsig darbot. Nun schien auch endlich die Sonne und belohnte unsere Tapferkeit. Sehr beeindruckend auf dieser Etappe: die Kletterwand der Firma Bergsport Sundermann, an der wir eine Rast einlegten. Nun war es auch nicht mehr allzu weit, bis wir in Riesenbeck die "Schöne Aussicht" genießen und schließlich am "Nassen Dreieck"* auf zwei weitere unserer Männer treffen konnten, die uns nach einer kleinen Kaffee-Rast wieder nach Münster brachten. Jetzt fehlte eigentlich nur ein weiterer Aufenthalt in einer schönen Sauna-Landschaft.....Nun, nächstes Jahr wollen wir die "verpasste" Etappe des Hermannsweges nachholen.
* ein Schelm, wer Arges bei diesem Begriff denkt - es handelt sich um die Schnittstelle des Mittelland´- und des Dortmund-Ems-Kanals
Ein Post für Daniel ;-)
Mein zweites Training in Jörgs Dojo als Mitglied! Leider ging es mir nicht besonders...kurz hatte ich erwogen, das Training abzusagen, da ich doch auch an den beiden Folgetagen eine stramme Wanderung durch den Teutoburger Wald vor mir hatte! Aber dann raffte ich mich doch auf und fuhr mit dem Rad in die City. Was sah ich da? Obgleich es gar nicht regnete, bog sich ein prachtvoller Regenbogen quer über der Altstadt, unter seinem Mittelpunkt lag nichts anderes als das Budo-Sportcenter! Das musste ein gutes Omen sein!
Im Dojo traf ich dann meine Kampfgefährten. Andreas Ranninger aus dem Stadtdojo war diesmal auch dabei, auch Tim und wieder Antonio, Anja und Daniel. Daniel berichtete, er habe gelesen, dass ich jetzt auch öfter herkäme. Wo denn das? "In deinem Blog!" Ich scheine ja doch treue Leser zu haben :-) Nach dem Training fragte Daniel, ob ich denn auch jetzt einen Bericht über dieses Training schreiben würde. Eigentlich war nichts Spektakuläres passiert, aber "für Daniel" schreibe ich jetzt trotzdem was:
Jörg stellte als erstes fest, dass einige der Anwesenden etwas lädiert waren und änderte kurzer Hand den Trainingsplan etwas um. Es sollte diesmal etwas schonender zugehen und wir waren wohl alle froh, dies zu hören. Ganz ohne Anstrengung ging es natürlich nicht und hinterher fragte ich mich, wo eigentlich die Schonung lag - immerhin gab es aber nur relativ harmlose Kumite bzw. Bunkai-Übungen.
Zunächst wärmten wir uns mit Karate-Jiutsu auf: mit effektiven Selbstverteidigungstechniken, die wir schon in den vorigen beiden Trainingseinheiten geübt hatten. Obgleich mir diese Übungen generell noch etwas fremd sind, hatte ich besonders eine von ihnen in der letzten Woche häufiger im Geiste durchgespielt. So klappte es diesmal ganz gut und ich erhielt sogar ein Lob vom Trainer ;-) Die anderen Übungen waren dann wieder gewöhnungsbedürftig und ich stieß schnell an meine Grenzen. Werde mir das noch einige Male mental durchspielen diese Woche und gucken, ob ich es nächsten Freitag besser auf dem Schirm habe.
Anschließend gab es Kihon-Kumite: in zwei Reihen mit Partner aufstellen, der Tori greift mit Tsuki Jodan an, der Uke blockt Age Uke. Dann greift der andere an und der Partner blockt. Anschließend Vorgehen, Tsuki Chudan, Block Uchi Uke, dann der Partner. Nun erneut vor mit Ts Chudan, Block Gedan Barai / Partner. Wenn die Bahn durch war, ging es zurück, wobei nun die Rollen "vertauscht" waren, das heißt, jetzt fing der andere Partner jeweils an, anzugreifen. Ich muss zugeben, bei dieser Übung war ich koordinativ schon mal recht überfordert.
Anschließend Kata. Ganz auf mich abgestellt waren die ersten Durchgänge, bei denen ich die Sochin wieder einmal weiter entwickeln konnte. Ich war nicht wirklich zufrieden, aber das lag wohl an meiner suboptimalen Gesamtverfassung!
Dann gingen wir über zur Gangak, die wir einige Male bis zum ersten Kranich-Stand liefen und dann mit Bunkai-Übungen sinn-füllten. Auch hier ging es für mich wieder an die Grenzen der mentalen Belastbarkeit und ich war immer super froh, wenn Trainingspartnerin Anja mich hier unterstützte und geduldig unterwies.
Zum Abschluss gab es 10 klassische Ochi-Tsukis im Kiba Dachi und dann ging es zur letzten Übung des Tages: Dojo-Reinigen! Dies gehört bei Jörg wie selbstverständlich zum Training und wie in Japan ist es fast eine Ehre, hier helfen zu dürfen. Jeder muss nur wenig tun, wenn alle mit anpacken. Es wäre schön, wenn ein wenig von diesem Gemeinschaftsgeist in unser Dojo übernommen werden könnte.
Das Training hat meine Erwartungen mehr als übertroffen! War ich noch etwas niedergeschlagen, schlapp und unwohl fühlend zum Dojo gefahren, so fuhr ich voller Power und gut gelaunt heim. So muss Karate sein: ein Energieschub für den Alltag, der Akku fürs Leben und eine Bereinigung von Ärger und Frust! Oss
Im Dojo traf ich dann meine Kampfgefährten. Andreas Ranninger aus dem Stadtdojo war diesmal auch dabei, auch Tim und wieder Antonio, Anja und Daniel. Daniel berichtete, er habe gelesen, dass ich jetzt auch öfter herkäme. Wo denn das? "In deinem Blog!" Ich scheine ja doch treue Leser zu haben :-) Nach dem Training fragte Daniel, ob ich denn auch jetzt einen Bericht über dieses Training schreiben würde. Eigentlich war nichts Spektakuläres passiert, aber "für Daniel" schreibe ich jetzt trotzdem was:
Jörg stellte als erstes fest, dass einige der Anwesenden etwas lädiert waren und änderte kurzer Hand den Trainingsplan etwas um. Es sollte diesmal etwas schonender zugehen und wir waren wohl alle froh, dies zu hören. Ganz ohne Anstrengung ging es natürlich nicht und hinterher fragte ich mich, wo eigentlich die Schonung lag - immerhin gab es aber nur relativ harmlose Kumite bzw. Bunkai-Übungen.
Zunächst wärmten wir uns mit Karate-Jiutsu auf: mit effektiven Selbstverteidigungstechniken, die wir schon in den vorigen beiden Trainingseinheiten geübt hatten. Obgleich mir diese Übungen generell noch etwas fremd sind, hatte ich besonders eine von ihnen in der letzten Woche häufiger im Geiste durchgespielt. So klappte es diesmal ganz gut und ich erhielt sogar ein Lob vom Trainer ;-) Die anderen Übungen waren dann wieder gewöhnungsbedürftig und ich stieß schnell an meine Grenzen. Werde mir das noch einige Male mental durchspielen diese Woche und gucken, ob ich es nächsten Freitag besser auf dem Schirm habe.
Anschließend gab es Kihon-Kumite: in zwei Reihen mit Partner aufstellen, der Tori greift mit Tsuki Jodan an, der Uke blockt Age Uke. Dann greift der andere an und der Partner blockt. Anschließend Vorgehen, Tsuki Chudan, Block Uchi Uke, dann der Partner. Nun erneut vor mit Ts Chudan, Block Gedan Barai / Partner. Wenn die Bahn durch war, ging es zurück, wobei nun die Rollen "vertauscht" waren, das heißt, jetzt fing der andere Partner jeweils an, anzugreifen. Ich muss zugeben, bei dieser Übung war ich koordinativ schon mal recht überfordert.
Anschließend Kata. Ganz auf mich abgestellt waren die ersten Durchgänge, bei denen ich die Sochin wieder einmal weiter entwickeln konnte. Ich war nicht wirklich zufrieden, aber das lag wohl an meiner suboptimalen Gesamtverfassung!
Dann gingen wir über zur Gangak, die wir einige Male bis zum ersten Kranich-Stand liefen und dann mit Bunkai-Übungen sinn-füllten. Auch hier ging es für mich wieder an die Grenzen der mentalen Belastbarkeit und ich war immer super froh, wenn Trainingspartnerin Anja mich hier unterstützte und geduldig unterwies.
Zum Abschluss gab es 10 klassische Ochi-Tsukis im Kiba Dachi und dann ging es zur letzten Übung des Tages: Dojo-Reinigen! Dies gehört bei Jörg wie selbstverständlich zum Training und wie in Japan ist es fast eine Ehre, hier helfen zu dürfen. Jeder muss nur wenig tun, wenn alle mit anpacken. Es wäre schön, wenn ein wenig von diesem Gemeinschaftsgeist in unser Dojo übernommen werden könnte.
Das Training hat meine Erwartungen mehr als übertroffen! War ich noch etwas niedergeschlagen, schlapp und unwohl fühlend zum Dojo gefahren, so fuhr ich voller Power und gut gelaunt heim. So muss Karate sein: ein Energieschub für den Alltag, der Akku fürs Leben und eine Bereinigung von Ärger und Frust! Oss
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