Samstag, 23. August 2008

Entwurf Leserbrief zu "Verkehrsrowdies"

Leserbrief zum Thema „Verkehrsrowdies“

Es gibt zahlreiche Gründe für zunehmende Verkehrsverstöße: zunehmender Verkehr, Schnelllebigkeit des Alltags, Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit (Handy, Radio etc.) und sicher auch der in der Ellenbogengesellschaft zunehmende Egoismus.

Ein sehr wichtiger Grund ist aber auch die „Über-Regelung“ des Straßenverkehrs. In Münsters Verkehrslandschaft gibt es zu viele Regelungen und von diesen dann wieder Ausnahmen, so dass die Verkehrsteilnehmer einen Ermessensspielraum haben. Viele der Regelungen sind zudem nicht nachvollziehbar. Dies verleitet dazu, in diesen Situationen dann ebenfalls vom eigenen Ermessen Gebrauch zu machen und gegen Vorschriften zu verstoßen. Oder die Regelungen und Ausnahmen werden schlichtweg nicht mehr verstanden – die Verkehrsteilnehmer sind einfach überfordert. Hier ein paar Beispiele:

- Ampeln: Fahren bei Grün, Halten bei Rot. Es sei denn, es ist ein grüner Pfeil für Rechtsabbieger da. Dann hat der Verkehrsteilnehmer wieder Ermessensspielraum. Fahrradfahrer finden hin und wieder das Schild „gilt nicht für Fahrradfahrer“, dürfen also auch bei „Rot“ fahren.
- Einbahnstraßen: Nur in eine Richtung befahrbar. Ausnahmen: Gegenrichtung frei für Radfahrer.
- Rechtsfahrgebot: Einige Radwege gelten für beide Richtungen. Die PKW-Fahrer rechnen nicht mit links fahrenden Radlern – Unfallgefahr.
- Ampeln: Hindenburgplatz statdauswärts: rechts Abbiegen verboten. Aber: Die offiziellen Buslinien fahren rechts ab! Und es ist nicht mal ein Hinweis „außer Busse“ o. ä. angebracht.
- Fahrradstraßen: trügerische Sicherheit für Radfahrer.
- Tempolimits: an einigen Straßen schlichtweg nicht nachvollziehbar.
- Vorfahrtregelungen: An einigen Straßen ist über eine längere Strecke an Kreuzungen die Vorfahrt durch Schilder geregelt, plötzlich kommt eine Kreuzung mit rechts-vor-links!
- Schließlich noch der Kreisverkehr, an dem nach der neuen Planung sind wohl alle Verkehrsteilnehmer überfordert sind.

Insgesamt also viel zu viele (zum Teil nicht nachvollziehbare) Regelungen, von denen es dann wieder zu viele Ausnahmen gibt. Wer blickt denn da noch durch?

Mittwoch, 13. August 2008

Starker Karate-Wochenstart!

Da das Wochenende so gänzlich unsportlich verlief, beschloss ich, am Montag mal wieder ein Kampfsport-Doppelpack hinzulegen. Erst sollte beim Fitness-Kickboxen so richtig geschwitzt werden, bevor es dann beim Karate an die körperlichen Grenzen ging.

Beim Fitness-Kickboxen hatte ich gleich das Vergnügen, mit Sensei Jörg zu üben. Ach, das fällt mir immer noch schwer, da die vielen Unterschiede zum Karate zu beachten! Vor allem auf die Deckung muss mehr Wert gelegt werden (Arme direkt am Körper halten, keinen Age-Uke machen usw.), da man ja tendenziell "näher dran" ist am Partner. Dann noch die Haken und Kicks, die doch anders ausgeführt werden. Aber ehrlich gesagt hab ich hier nicht den Anspruch, es technisch hundertprozentig auszufeilen - 98 % würden mir reichen ;-) Nach der Runde mit Jörg hatte ich dann gleich wieder einen sehr starken Partner, der mich wahrlich nicht schonte! Bei den weiteren Partnern konnte ich dann ein wenig runterkommen.

Karate dann wieder auf anspruchsvollem Niveau bei Sensei Jörg: Grundschule mit Elementen aus der Unsu und gaaaanz viel Kumite. Ich hatte hier das außerordentliche Vergnügen, mit Jörgs Frau Sylvie trainieren zu dürfen, die mit ihren wunderbar präzisen, kraftvollen und dynamischen Techniken sehr an Annika Lapp erinnert. Ich spürte alle meine Fehler: kein Hüfteinsatz, Fausttechniken geschoben, zu wenig Abdruck aus dem hinteren Bein! Aber Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung und vielleicht wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Als Sylvie nach dem Yame versicherte, das Training mit mir habe ihr viel Spaß gemacht, war dann auch der ein- oder andere Erkenntnis-Frust vergessen :-))

Trotz einiger blauer Flecke vom Montag wurde auch Dienstag nicht pausiert: Um 18 Uhr leitete unser frisch gebackener Jondan Sensei Jürgen Vahle die Einheit mit einem Aufwärmtraining ein, das auch viele Reaktionsübungen enthielt, die mir ja immer so schwer fallen! Zu allem "Übel" hatte ich auch noch Andy Noll als Partner, der sich ja zusammen mit mir auf den Nidan vorbereitet hat - echt ein harter Brocken, der Kerl!

Sensei Michael Jarchau übernahm dann noch vor halb sieben die Einheit und wiederholte zunächst im Wesentlichen die Trainingsinhalte der vergangenen Woche. Irgendwie hatte es letzte Woche besser geklappt....oder ich bin auch hier kritischer geworden. Zum Abschluss des technischen Übungsteils gab es dann wieder die Kombinationen mit Partner und hier hatte ich es dann mit Horst "zu tun", der mich erbarmungslos durch die Halle "prügelte" - und immer wieder auf die blauen Flecken vom Vortag!

Sensei Michael war an diesem Dienstag überhaupt nicht zufrieden mit uns! Mehr als einmal beklagte er unsere mangelhafte Dynamik, einen Mangel an Kampfgeist und die Tatsache, dass wir nicht hundertprozentig auf die Übungen fokussiert waren. Sehr deutlich erklärte er uns den Unterschied zwischen Kampfsport und Kampfkunst, zwischen Karate als "Hobby" oder Zeitvertreib und Karate-Do.

Um seine Ausführungen zu unterstreichen ließ er uns die letzten zehn Minuten noch einmal richtig mit Krafttraining durch. Heute Morgen war dann erst mal eine Portion Magnesium fällig, um den schlimmsten Muskelkater zu besänftigen.

Freitag, 8. August 2008

"1. Dan" im 50-Meter-Becken

Im Sternzeichen Krebs geboren ist es wohl nicht verwunderlich, dass ich mich im Wasser wohl fühle. Wasser ist mein Element, am Liebsten hab ichs blau gekachelt ;-)) Um mich auch mit 40 noch fit zu halten, genieße ich daher die Bahnen im örtlichen Freibad. Es hat 50 Meter Länge und zwei abgetrennte "Sprinterbahnen". War ich früher noch zu langsam für diese Bahnen und für alle anderen ein Hindernis, kann ich dort inzwischen mit den anderen Schwimmern schon ganz gut mithalten.

Eigentlich war ich immer eine "Brust-Schwimmerin". Aber vor einigen Jahren hatte ich ein bischen Stress mit den Knien und wollte mal wieder Kraul ausprobieren. Das hatte ich schließlich in der Schule mal gelernt. Ich glaub, im Sportunterricht der Berufsschule wars. Aber - ich hatte vergessen, wie anstrengend das ist! Puh! Ganz stolz war ich, als ich die erste ganze 50-Meter-Bahn geschafft hatte, ohne abzusaufen! Dann hatte ich mich so auf eine Bahn Kraul, eine Bahn Brust eingependelt und das 1.000 Meter. Irgendwann sah ich dann doch ein, dass sich bei der Anschaffung einer Chlorbrille eine größere Investition lohnt. In meine alte Brille lief andauernd das Wasser und sie beschlug immer wieder. Außerdem war sie schon total verkratzt.

Diesen Sommer merkte ich plötzlich, dass mir die 1.000 Meter nicht mehr reichten! Also das bisherige Programm und anschließend noch ein paar Bahnen Brust - erst 500 Meter, dann weitere 1.000, war dann also bei insgesamt 2.000 Metern. Boh ey, das hab ich vorher noch nie geschafft! Nach dem Kauf der Chlorbrille stand jetzt die Anschaffung einer Badekappe an - da erntete ich natürlich den Spott daheim: BADEMÜTZE - wie SPIESSIG! Und irgendwie ein Relikt unserer Kindheit! Aber mich nervten meine mir immer in den Mund hängenden Haare, die mich trotz Zopf beim Luftholen behinderten.

In dieser Woche stand mein nächstes Trainingsziel an: 1.000 Meter Kraul. Erst hab ich immer nach 100 Metern eine Pause gemacht. Irgendwie stimmte was mit der Atemtechnik noch nicht - ich schaffte die zwei Bahnen immer "so grade" und japste anschließend ziemlich erbärmlich nach Luft! Dann hatte ich mal einen Tag Pause und als ich anschließend ins Becken sprang, schwamm ich wie selbstvertändlich 1.000 Meter - ohne Pause und ohne Japsen! Heute früh hätte ich dann glatt noch weiterschwimmen können, aber die Arbeit rief leider :-(

Mir kommt es vor, als hätte ich jetzt auch beim Schwimmen ein Trainingsziel erreicht, wie vor vier Jahren beim Karate mit der Prüfung zum 1. Dan: es ist schon was geschafft, aber "eigentlich fängt das Training jetzt erst an." Ich werd mir mal ein weinig die Schwimmtechniken der anderen Sportler abgucken. Was macht die schneller? Es gibt noch viel zu tun....

Mittwoch, 6. August 2008

Die Früchte des Gasshuku

Dienstag Training bei Sensei Michael - Gasshuku Basics

Tsukis im Stand, mit Körpereinsatz, im letzten Moment Faust drehen, "langer Lauf" des Arms

Vor mit ZK und Oi Ts, aus hinterem Bein abstoßen

Vor Oi Ts, Gyaku Ts, lang strecken

Dann vorgehen: Kizami Ts im Stand, dann Schritt vor und Gyaku Ts (selber Arm)
Dann umgekehrt: Gyaku Ts im Stand, vor Kizami Ts

Das dann mit Partner

Samstag, 2. August 2008

Gasshuku 2008



Karate, Klönen, Karaoke


Ein Blick auf meinen Kalendereintrag erinnerte mich daran: "Gasshuku Hannover, 27. Juli - 2. August - Unterkunft sichern und Urlaub nehmen". Leider bekam ich erst ab Mittwoch frei und verpasste die ersten beiden Trainingstage. Eine Fahrgemeinschaft war so auch nicht drin und selbst bei den Wohnungs- bzw. Zimmergemeinschaften war ich etwas spät dran. In der Jugendherberge gab es nur noch ein Bett in einem Vierbettzimmer mit drei mir unbekannten Frauen. Na, ob das gut geht?

Bevor ich am Dienstagabend zum Festzelt ging, um mit alten Karatefreunden zu plaudern und neue kennenzulernen, bezog ich also mein Quartier. Meine "Wohngemeinschaft" kam erst nach Mitternacht in die Jugendherberge und das Kennenlernen musste daher bis zum Mittwochmittag warten. Da waren sie also, meine drei Gefährtinnen: Natalie, zweiter Dan, im heimischen Dojo sehr engagiert, Undine, Gelbgurt, auf ihrem ersten Karatelehrgang überhaupt und schließlich noch Claudia, die „einfach so“ zum Sightseeing in Hannover war und mit Karate bisher nichts zu tun hatte. In einem Zimmer wurde also quasi die gesamte Bandbreite der Gasshuku-Besucher abgedeckt: engagierte Kampfsportler, Freizeitsportler, denen die Namen, Trainingsschwerpunkte und "Besonderheiten" der meisten Instructoren bereitsbekannt waren, Neulinge, die vielleicht zum ersten Mal dieses gigantische Karate-Event erleben durften und Mitgereiste Freunde und Verwandte, die sich als Nicht-Karateka während der Trainingszeiten einen schönen Tag in der Umgebung machten.

Das Trainerangebot dieses Mega-Lehrgangs war wieder einmal gigantisch: Neben den JKA-Instructoren Kiiskilä, Osterkamp und Rotzinger konnten wir uns auch von vielen in Europa tätigen Senseis wie Akita, Geyer, Shirai und Sugimura unterrichten lassen. Besonders beeindruckten vor allem auch die in Japan tätigen Ausbilder wie Shihan Tsuyama. Toribio Osterkamp begrüßte meine Gruppe am Mittwochmorgen mit der Unsu. "Den Ablauf kennt Ihr ja alle, da brauch ich nichts zu erklären", wies er uns gleich auf seine hohen Erwartungen an unser Trainingsniveau hin. Auch seine weiteren Anmerkungen, Hinweise und Korrekturen ließen keine Zweifel daran, dass hier ein Perfektionist in Sachen Kata am Werk war. Gleichermaßen anspruchsvoll startete auch Sensei Akita am Donnerstag den Trainingstag: Die Fülle der Hinweise, die er uns zur Sochin gab, konnte sich wohl kaum jemand vollständig merken. Akita legte sehr viel Wert auf Hikite und allgemein auf Körperspannung. Die Tatsache, dass mir am Folgetag jeder Muskel weh tat, spricht wohl dafür, dass ich hier noch einiges lernen muss! Richtig in Fahrt kam man bei der Einheit von Sensei Chees, der uns bei saunaähnlichen Temperaturen so richtig auf Touren brachte: Hier gab es ein Kihon-Kumite auf höchstem Niveau, mit ständig wechselnden Partnern und reichlich blauen Flecken. Dass ich "meinen" Risto verpasst habe, ließ sich verschmerzen, da ich ja sicher in den nächsten Monaten noch reichlich Gelegenheit haben werde, bei ihm zu trainieren. Zudem hatte der mir bisher unbekannte japanische Instructor Takahashi (der mit dem Kinn-Bärtchen) ähnliche Schwerpunkte und startete das Training mit einer Aufwärmsequenz, die mich sehr an das Hüft-Power-Pack von Risto erinnerte. Auch bei den Erklärungen der übrigen Übungen konnte ich einige Parallelen zum Training des Finnen erkennen. Einen Shihan Shirai hat man wohl nicht alle Tage vor sich und sehr gerne hätte ich ihn und seine charismatischen Schwarzgurtassistenten mitbekommen. Vereinskameradin Silke konnte sich leider nicht über ein Chill-Out in der letzten Trainingseinheit am Freitagnachmittag freuen: Keith Geyer zog einen zünftigen Endspurt vor und ließ die Gruppe des 5. Kyu noch einmal alle Kraftfeserven mobilisieren. Basierten die Trainingsinhalte auch häufig auf bekannten Grundlagen, so wurde speziell in meiner Trainingsgruppe hart an den Details gefeilt. Für mich war dieser Gasshuku der erste in der Gruppe ab 2. Dan und ich war schwer beeindruckt, dass sich ja quasi die gesamte Karate-Prominenz in meiner Einheit tummelte! So konnte ich Erwin Querl in der Reihe vor mir bewundern oder die präzisen Geris von Anika Lapp kassieren - Training auf höchstem Niveau halt, auch wenn ich selber in dieser Gruppe sicher zu den "Anfängern" zählte.

Meine Gelbgurt-Zimmergenossin hätte sich bei der ein- oder anderen Trainingseinheit vielleicht das Vertiefen so mancher Übung gewünscht. Dies kann ein Karate-Spektakel wie der Gasshuku natürlich nicht leisten. Ziel ist wohl eher, einen Blick über den Dojo-Tellerrand zu bekommen, eine Ahnung davon zu bekommen, wie vielfältig Karate ist und dass es vielleicht eben nicht nur um Tsukis und Geris geht, nicht nur um Spannung und Entspannung, sondern auch um die richtige Atemtechnik um Ki und richtigen Hüfteinsatz. Es ist zudem immer wieder beeindruckend, zu sehen und zu hören, dass Karate eine echte Lebensaufgabe ist: Shihan Sugimura wies mit einem nachsichtigen Lächeln auf die Veränderungen des "Materials" und die damit verbundenen Trainings-Konsequenzen hin. Karate-Nobody Claudia war schließlich so fasziniert von unserer Kampfkunst, dass sie einigen Trainingseinheit als Zuschauerin beiwohnte, im Plausch mit den erfahrenen Karateka bei dem abendlichen Festzelt-Meetings mit Anmerkungen zum Hüfteinsatz und Bauchatmung überraschte und uns stets lautstark mit einem herzhaften "Oss" zuproste.

Die meisten Trainingshallen lagen in der unmittelbaren Nähe der Jugendherberge und der Übernachtungshalle. Lediglich die Karateka des 4. und 5. Kyu, die sich zum Schwitzen in Halle 3 begeben musste, hatten einen etwas weiteren Weg zu beschreiten. Etwas ungünstig war wohl die Belüftung der Halle 2, in der sich Träger des 1. Kyu und 1. Dan in der Kampfkunst fortbilden ließen. Grund: Der Hausmeister hatte wohl die Lüftung während der Sommerferien abgestellt und war nicht erreichbar.

Organisator Riad Kheirallah hatte alle Hände voll zu tun, um auch für unser außersportliches Wohlbefinden zu sorgen und auch wenn es mittags manchmal zu einem kleinen Engpass an der Nudeltheke kam, war doch für unser leibliches Wohl ausreichend gesorgt. Wichtiger noch bei den hochsommerlichen Temperaturen war natürlich die Flüssigkeitszufuhr, die immer hundertprozentig funktionierte und auch bei den beiden abendlichen Großveranstaltungen am Mittwoch und am Freitagabend nicht zu längeren Wartezeiten führte. Am Mittwochabend nämlich sorgte Schlatt mit seiner Karaokeshow für Furore. Da ich an dem Abend zunächst den fünfzigsten Geburtstag eines Vereinskameraden feiern durfte, kam ich erst nach Beginn der Show zum Festzelt. Während ich mit Freunden noch etwas unentschlossen vor dem Zelt stand, hörten wir plötzlich die Ansage: „Und nun unser Superstar Sensei Akita!" Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen und wir konnten erleben, dass Karate nicht das einzige Talent des Kampfkunstmeisters ist.

Für die Abschlussfete am Freitag hatte Riad eine Rockband ausgesucht, die das gesamte musikalische Repertoire der letzten vierzig Jahre auf dem Kasten hatte. Um einen Eindruck von der Stimmung zu bekommen, die an diesem Abend herrschte, reicht es vielleicht, zu wissen, dass ich zum ersten Mal mitbekam, wie ein Bandleader das Publikum um Gnade bat und eine Pause erflehte - die Partymeute war nicht zu stoppen und der Mit-Gesang war streckenweise (vielleicht durch Schlatts "Karaoke-Trainingseinheit"?) fast ein Selbstläufer!

So ist er denn leider schon wieder Vergangenheit, der Gasshuku in Hannover. Aber nach dem Gasshuku ist vor dem Gasshuku und wer 2009 in Konstanz dabei sein möchte, der kümmere sich am Besten frühzeitig um eine Unterkunft. Ich glaube, ich werde schon mal in der Jugendherberge reservieren. Vielleicht ist ja noch Platz in einem Vierbettzimmer....

Andrea Haeusler
Shotokan-Karate-Dojo Münster e. V.

Dienstag, 29. Juli 2008

Endlich wieder Karate!

Über einen Mangel an Bewegung kann ich mich diesen Sommer ja wahrlich nicht beklagen: der tolle und anspruchsvolle Wanderurlaub, fast jeden Tag im Freibad und bis 2 km Schwimmen - fit wie ein Turnschuh halt!

Mit Karate haben diese Aktivitäten allerdings nur am Rande zu tun (z. B. was die Ausdauer und einen gewissen Ehrgeiz/Kampfgeist angeht). Der erste Schritt ins Dojo nach dem Urlaub kostete dann doch wieder einiges an Überwindung. Bekam ich den Obi überhaupt noch richtig zugebunden?

Nun denn irgendwann plagte mich dann aber das bekannte schlechte Gewissen und ich fand einfach keine Ausrede mehr, die mich vor dem Dienstags-Training bei Sensei Michael abhalten konnte. Also ab ins Dojo mit dem vertrauten mulmigen Gefühl im Bauch.

Im Aufenthaltsraum sah ich dann meine potenziellen Trainingskollegen: alles Männer und alles Dan-Träger. Na prima, dann geht es ja gleich richtig in die Vollen, dachte ich mir - zumal es dienstags stets Randori zum Aufwärmen gibt. Das "geschickte" Aufstellen und dadurch möglicherweise Beeinflussen der "Partnerwahl" hatte sich als unwirksam erwiesen, da Trainer Thorsten sich mich direkt vorknüpfte. Heute also keine "Damenwahl" :-\ Nach der ersten lockeren Runde Randori bemerkte Thorsten, ich sei recht schnell geworden, aber käme nicht nah genug an meinen Gegner ran. Ja, leider. Mal herausfinden, woran das liegt .....

Da noch einige Karateka nach Trainingsbeginn hinzukamen, ergab sich für mich ein neuer Partner für die zweite und dritte Runde: Gast-Karateka und Nidan-Anwärter Manfred zeigte mir, wo die Glocken hingen! Vor allem die zweite Runde mit ihm (und die dritte insgesamt) schien einfach kein Ende zu nehmen! Allmählich gingen mir die Ideen aus und ich sehnte das "Yame" herbei. Endlich war es dann soweit und es stellte sich heraus, dass die Verlängerung unseres Randori auf die Verletzung eines Karateka zurückzuführen war: er hatte einen Riss an der Schläfe und die Wunde musste schnell im Krankenhaus genäht werden.

Als Sensei Michael das Training anschließend übernahm, ergab sich für mich ein neuer Trainingspartner. Erstmals hatte ich das Vergnügen, mit unserem recht stattlichen norwegischen Karateka Andreas trainieren zu können. Zunächst übte jeder für sich eine Schrittfolge: Abstoßen mit dem hinteren Bein und Vorgleiten mit Suri-Ashi, dann einen ganzen Schritt nach vorne mit Kizami, Oi-Tsuki oder Gyaku-Tsuki, später dann mit Fußtechniken. Anschließend übten wir zunächst diese Kombinationen mit Partner. Am Ende der Einheit gab es dann Jiju-Ippon-Kumite mit speziellen Ausweich- und Blocktechniken. Das machte sehr viel Spaß und hatte einen "Hauch von Hollywood" ;-))

Nach dem recht erschöpfenden und anspruchsvollen Randori zu Beginn der Einheit spürte ich die Energie durch meinen Körper fließen! Zumindest vor meinem inneren Auge war jeder Tsuki tödlich, jeder Geri eine Gefahr für meinen imaginären Gegner! So macht Karate Spaß - mit ein bischen "Musik" und Energie in der Luft!

Anschließend ging es noch zum Relaxen und für ein schönes Gespräch mit Sensei Michael in die Sauna.

Mir war klar, dass ich, um "ganz" anzukommen, auch ein Training bei Sensei Jörg Gantert absolvieren musste! Also begab ich mich am Donnerstag derselben Woche zu ihm ins Dojo. Nach einer herzlichen Begrüßung war es dann aber auch schon vorbei mit den Freundlichkeiten und ich staunte über eine unglaublich schlagkräftige Anja! Nie zuvor hab ich sie so energisch erlebt! Beim Gohon-Ippon-Kumite schenkten wir uns nichts und nur Fenster bzw. Spiegel konnten uns stoppen.

Als Kata hatte Sensei Jörg sich die Unsu ausgesucht - ein anspruchsvolles Stückchen Karate, und DAS ausgerechnet nach einer dreiwöchigen Pause! Kein Katatraining bei Jörg ohne Bunkai und diesmal hatte er ausgerechnet MICH als Sparringspartnerin ausgesucht - mir blieb auch wirklich NICHTS erspart! Die erste Kombination konnte ich erstaunlich gut bewältigen. Die verstärke Übung von Bunkai-Kombinationen läßt mich doch allmählich etwas "verständiger" werden, was diesen Trainingsbereich angeht. Block von Kizami mit der linken Hand, dann greifen und verdrehen des Partnerarms. Anschließend Hiza-Geri und Mae-Geri auf den Oberschenkels des Partners, um schließlich mit einem Ren-Tsuki zu enden. Das klappte recht gut, obgleich ich im Zweikampf mit dem Sensei allen Mut und Kampfgeist zusammennehmen musste! Die zweite Bunkaiübung fiel mir dann wesentlich schwerer, obwohl sie koordinativ gar nicht so komplex war: In einer Art Liegestütz auf dem Boden warten, bis der Gegner mit Tsuki zum Kopf angreift, dann mit dem linken Arm blocken und mit dem rechten von unten kommen und den Arm des Gegners fassen und zur Seite bewegen - zweiter Angriff durch Tori und Vorbewegung mit gleichzeitiger Blockbewegung. Es fällt mir schon schwer, diese Bewegung zu beschreiben - die Ausführung gelang mir noch schlechter! Selbst der Sensei verlor einen kurzen Augenblick lang seinen konzentrierten Gesichtsausdruck und konnte sich ein Schmergeln bei dem Anblick meiner ungeschickten Techniken nicht verkneifen. Ich zwang mich aber, nicht bei der schlechten, vergangenen Technik zu verweilen und nicht zu verzweifeln, sondern positiv denkend den nächsten Versuch zu wagen und es dann vielleicht besser zu machen.

Am nächsten Tag bekam ich spontan noch Besuch von Jörg und wir philosophierten in meiner Mittagspause noch ausgiebig über Karate und das Leben. Diese Momente lassen mich dann jeden eventuellen Trainingsfrust vergessen :-)

Heute Nachmittag setze ich mich in den Zug nach Hannover zum Gasshuku, wo ich meine Vereinskameraden und andere Karatefreunde treffe, um eine schöne Rest-Karate-Woche zu haben....

Dienstag, 8. Juli 2008

Großarl 2008

Samstag Ankunft

Sonntag Frank und Zissi Felix Fahrt nach Neukirch, Zissi und ich Aigenalm

Montag Wanderung mit den Kindern zur Filzmoos, Losbühel, Weiß- und Ellmaualm

Dienstag F und A: Kreuzkogl über Mandelkarscharte, Oma und Kinder Radtour und Grillen Talschluss Kinder klettern und Heuübernachtung

Mittwoch Basketballturnier Nordic Talking, BBP,

Donnerstag Wanderung mit Sepp zur Saukaralm

Freitag Salzburg

Samstag Schuhflicker

Sonntag Aigenalm, Pucherhütte, Schmalzscharte, Frauenkogel, Gamskarkogel, Harbachalm, Toferalm, Hüttschlag, von Sepp abholen lassen

Montag Eisriesenwelt

Dienstag Aualm (vom Tal, A allein), Mit F und Z Schiedalm, Schiedereitspitz - Schlammschlacht und echtes Sauwetter! Arme Franzi!

Mittwoch Geburtstag! Prosecco und Torte zum Frühstück! St Johann. Mittags Aufstieg zur Moar-Gut-Alm (ca. 2 h), Rest vom Hotel ist mit dem Auto rauf. Dort Grillen mit Ständchen und so. Dann zu Fuß zurück. Abends Schwimmen im Hotel und nett an der Bar gesessen. Besuch von Ex-Koch Alex mit Frau!

Donnerstag Wanderung mit Sepp über Filzmoosalm und -sattel zum -hörndel und zur Bichelalm. Frank trinkt dort zwei Weizen - Auto bleibt über Nacht am Parkplatz Grund.

Freitag - Relaxtag! Packen, Baden, Sauna, Ausklang.

Samstag Rückfahrt mit kurzem Stopp in Frankfurt.