Sonntag, 27. Februar 2011
"Die Erkenntnis, weiterzukommen, macht stark."
Heute zum Frühstück die FASZ gelesen. Wie durch Zufall als erstes auf Seite 22 gelandet - ein Interview mit Extremsportler Marc Sluszny. Mit knapp 50 Jahren ist er aktuell Olympia-Bobpilot für Belgien geworden. Daneben taucht er mit Haien, hat gefochten, liebt Bungeejumping, schwimmt durch den Ärmelkanal und macht viele weitere extreme und/oder ungewöhnliche Sachen. Das halte ihn jung, behauptet er im Interview. Der Reporter fragt verständnislos zurück, wie einen denn Aktionen, die so viel Kraft kosten, jung halten könnten - im Allgemeinen würde extreme Belastung doch eher das Altern fördern. Als ich die Antwort Slusznys las, musste ich grinsen - denn genau so empfinde auch ich meine (naja, zugegeben nicht ganz so extremen ;-) Kraftaufwendungen im Karate oder Triathlon:"Ja, anfangs kostet der Sport viel Kraft. Aber das, was ich tue, gibt mir mehr Kraft zurück. Die Erkenntnis, Schritt für Schritt weiterzukommen, macht stark - nicht ein Titel allein, sondern der Weg dahin. Und deshalb kann auch der zweite oder der vorletzte Platz wichtig sein. Das Bewusstsein, alles gegeben zu haben, ist entscheidend." Morgens in Zeitung direkt so etwas wie Seelenverwandtschaft zu finden, ist ein guter Start in den Tag :-)
Samstag, 26. Februar 2011
Witziges Wischlappentraining bei Volker
Als ich heute die Trainingshalle betrat, wurde mir direkt bedeuet, dass ich mir einen der Wischlappen nehmen und unter den Gi stecken sollte...komisch, was sind das für neue Gewohnheiten? Ganz konnte ich das mit dem Lappen unter der Jacke dann auch nicht aufklären und ich nahm ihn später auch wieder heraus. Aber die Lappen blieben - so ungewöhnlich das klingt - Trainingsschwerpunkt.
Wir starteten zu zweit mit gegenseitigen Chudan-Gyaku-Tsukis, später Maegeris. Ich hatte Renate als Partnerin und wir langten ganz schön zu! Weiter gings mit Makiwara-, Sandsack- bzw. Pratzentraining: Die Schwarzgurte sollten an die Makiwaras gehen und auch noch den Schutz abmachen, so dass als Trefferfläche nur das blanke Holz diente. Oha, Makiwara habe ich ehrlich gesagt noch nicht so oft in meinem Trainingsprogramm gehabt und dann gleich ohne Polster? Aber wir sollten diesmal nicht unsere Fäuste durch Dagegenschlagen abhärten - nein, wir sollten Maegeris dagegentreten. 30, 20, 10, 5, jeweils rechts und links. Hierbei sollten wir das Knie nach dem Kick hochhalten und den Fuß nicht absetzen. Irgendwie konnte ich mich dabei nicht so wirklich auf einen festen Tritt konzentrieren. Es war mehr eine konditionelle Herausforderung. Anschließend durften wir die Polster wieder draufziehen und es gab Gyaku-Tsukis. Hier konnte ich mich jetzt auf die Technik und die Intensität konzentrieren.
Nun kamen wieder die Lappen zum Einsatz: Wir waren wieder zu zweit und einer von beiden sollte den Lappen, zu einer Wurst gerollt, senkrecht in die Luft halten, etwa Brusthöhe. Der andere sollte nun zunächst Kizami-Tsuki oder Gyaku-Tsuki dagegen schlagen. Hier ging es in erster Linie um die Trefferfläche aber auch um Kondition, denn die Oberstufe sollte sich dabei möglichst frei bewegen. In der nächsten Runde sollte der Lappenhalter dem anderen die Techniken vorgeben. Schließlich sollten wir den Lappen so halten, dass er beinahe wie eine Boxbirne in Jodan-Höhe hing. Jetzt waren alle Techniken frei, auch Geris waren erlaubt, Heito- und Shuto-Uchis, Uraken etc.
Zur "Entspannung" bat Volker uns, die Lappen ausgebreitet vor uns auf den Boden zu legen. Jetzt sollten wir versuchen, die Dinger durch das Einrollen unserer Zehen an uns heran zu ziehen. Das machten wir so ca. dreimal. He, ist sicher eine tolle Thrombosegymnastik ;-) Dann gab es nochwas für die Stärkung der Körperspannung: Wir gingen in den Liegestütz, die Hände auf dem Lappen, und sollten jetzt selbigen mit den Händen nach vorne schieben, so weit es grade ging, ohne auf dem Boden zu liegen. Dann durch Anspannend weiterer Muskeln den Lappen und die Hände wieder zurückziehen. Puh, das war echt gut anstrengend!
Der Blick auf die Uhr verriet uns. dass das Training bald vorbei sein sollte. Eigentlich war noch Kata angekündigt. Und so liefen wir die Heiankatas sowie Tekki 1. Auch hier ließ es sich Volker nicht nehmen, aus speziellen Kata-Sequenzen wahre Muskelfolterübungen zu machen. Besonders hart war das bei der Tekki, die wir in Zeitlupe laufen sollten - da platzt einem schon mal der Schenkel! Auch die Manji-Ukes in der Heian Godan, die wir sicher drei oder vier Minuten unter voller Anspannung der Schultermuskulatur halten sollten, brachten mich an die Grenze meiner Belastbarkeit.
Nach den Katas gab es dann die Kurzmeditation und dann wurden die Lappen endlich ihrem wahren Verwendungszweck zugeführt: dem Wischen :-)
Wir starteten zu zweit mit gegenseitigen Chudan-Gyaku-Tsukis, später Maegeris. Ich hatte Renate als Partnerin und wir langten ganz schön zu! Weiter gings mit Makiwara-, Sandsack- bzw. Pratzentraining: Die Schwarzgurte sollten an die Makiwaras gehen und auch noch den Schutz abmachen, so dass als Trefferfläche nur das blanke Holz diente. Oha, Makiwara habe ich ehrlich gesagt noch nicht so oft in meinem Trainingsprogramm gehabt und dann gleich ohne Polster? Aber wir sollten diesmal nicht unsere Fäuste durch Dagegenschlagen abhärten - nein, wir sollten Maegeris dagegentreten. 30, 20, 10, 5, jeweils rechts und links. Hierbei sollten wir das Knie nach dem Kick hochhalten und den Fuß nicht absetzen. Irgendwie konnte ich mich dabei nicht so wirklich auf einen festen Tritt konzentrieren. Es war mehr eine konditionelle Herausforderung. Anschließend durften wir die Polster wieder draufziehen und es gab Gyaku-Tsukis. Hier konnte ich mich jetzt auf die Technik und die Intensität konzentrieren.
Nun kamen wieder die Lappen zum Einsatz: Wir waren wieder zu zweit und einer von beiden sollte den Lappen, zu einer Wurst gerollt, senkrecht in die Luft halten, etwa Brusthöhe. Der andere sollte nun zunächst Kizami-Tsuki oder Gyaku-Tsuki dagegen schlagen. Hier ging es in erster Linie um die Trefferfläche aber auch um Kondition, denn die Oberstufe sollte sich dabei möglichst frei bewegen. In der nächsten Runde sollte der Lappenhalter dem anderen die Techniken vorgeben. Schließlich sollten wir den Lappen so halten, dass er beinahe wie eine Boxbirne in Jodan-Höhe hing. Jetzt waren alle Techniken frei, auch Geris waren erlaubt, Heito- und Shuto-Uchis, Uraken etc.
Zur "Entspannung" bat Volker uns, die Lappen ausgebreitet vor uns auf den Boden zu legen. Jetzt sollten wir versuchen, die Dinger durch das Einrollen unserer Zehen an uns heran zu ziehen. Das machten wir so ca. dreimal. He, ist sicher eine tolle Thrombosegymnastik ;-) Dann gab es nochwas für die Stärkung der Körperspannung: Wir gingen in den Liegestütz, die Hände auf dem Lappen, und sollten jetzt selbigen mit den Händen nach vorne schieben, so weit es grade ging, ohne auf dem Boden zu liegen. Dann durch Anspannend weiterer Muskeln den Lappen und die Hände wieder zurückziehen. Puh, das war echt gut anstrengend!
Der Blick auf die Uhr verriet uns. dass das Training bald vorbei sein sollte. Eigentlich war noch Kata angekündigt. Und so liefen wir die Heiankatas sowie Tekki 1. Auch hier ließ es sich Volker nicht nehmen, aus speziellen Kata-Sequenzen wahre Muskelfolterübungen zu machen. Besonders hart war das bei der Tekki, die wir in Zeitlupe laufen sollten - da platzt einem schon mal der Schenkel! Auch die Manji-Ukes in der Heian Godan, die wir sicher drei oder vier Minuten unter voller Anspannung der Schultermuskulatur halten sollten, brachten mich an die Grenze meiner Belastbarkeit.
Nach den Katas gab es dann die Kurzmeditation und dann wurden die Lappen endlich ihrem wahren Verwendungszweck zugeführt: dem Wischen :-)
Dienstag, 22. Februar 2011
Kumitetraining - Durchhalten, statt Vollgas....
Letzten Donnerstag spürte ich einen Erkältungsvirus in mir aufkommen, der mich dann Freitag und Samstag vom Training abgehalten hat. Sonntag habe ich mich wieder zu meiner Katatruppe gewagt - drei Männer und ich....man ist überrascht, wieviel die Kerle quatschen, statt zu trainieren! :-) Naja, diesmal wars mir ganz Recht, so konnte ich mich nicht übernehmen. Gestern Kindertraining geben, naja und heute mal wieder selber im Gi antreten und trainieren. Leider kam ich wegen familiärer Verpflichtungen etwas zu spät, so dass ich das Randori verpasste. Dadurch waren die Muskeln nicht gewohnt warm und ich achtete beim Dehnen darauf, nicht zuviel falschen Ehrgeiz an den Tag zu legen. Das hasse ich ja, wenn schon bei Trainingsbeginn alles nicht so fluppt wie sonst! Naja, man ist ja inzwischen einigermaßen vernünftig und hört auf seinen Körper, auch, wenns schwerfällt....
Anschließend gabs noch ein paar Partnerübungen zum Aufwärmen. Irgendwie war ich noch nicht so richtig in meinem Körper angekommen und leider änderte sich das auch nicht im weiteren Verlauf der Einheit. Es schien mir so, als hätte irgendjemand vergessen, die Handbremse bei mir zu lösen...der Puls war ziemlich schnell am Klopfen und die Motivation war auch nicht berauschend. Apropos "rauschen" bzw. Rausch....genau das fehlte irgendwie heute: der Rausch, die Begeisterung, die Leidenschaft. Aber auch das ist ja mal ein Trainingsziel: die Einiheit trotzdem durchzuziehen und sich das Stimmungstief nicht anmerken zu lassen. Draufgänger statt Drückeberger - zumindest äußerlich.
Die Übungen an sich waren eine Wiederholung vom Ende der Einheit der letzten Woche und wirklich nicht schlecht! Mit Partner voreinander, beide gleichzeitig mit dem vorderen Fuß vorsteppen und Gyaku-Tsuki, Tori geht dann einen Schritt vor mit einer Technik seiner Wahl (Oi-Tsuki, Mae-Geri, Mawashi-Geri, Ashi-Barai mit Folgetechnik Oi-Tsuki) und Uke geht einen Schritt zurück, blockt, kontert. Zu Beginn war die zweite Angriffstechnik vorgegeben und wurde wiederholt geübt. Anschießend sollten wir selbst erkennen, welche Technik kommt (ohne Ansage) und entsprechend blocken (oder zumindest schnell genug zurückgehen, was einen Block eventuell unnötig oder nur noch zur Unterstützung erforderlich macht). Das alles mit ständig wechselnden Partnern. Es war echt nicht ohne.
Zum Abschluss gab es für Marc, der sich auf seine nächste Prüfung vorbereitet, noch einmal die Bassai Dai. Ich habe mich auf meine eigene Kata konzentriert, hörte aber hinterher in der Sauna die Kritik des Senseis.
Anschließend gabs noch ein paar Partnerübungen zum Aufwärmen. Irgendwie war ich noch nicht so richtig in meinem Körper angekommen und leider änderte sich das auch nicht im weiteren Verlauf der Einheit. Es schien mir so, als hätte irgendjemand vergessen, die Handbremse bei mir zu lösen...der Puls war ziemlich schnell am Klopfen und die Motivation war auch nicht berauschend. Apropos "rauschen" bzw. Rausch....genau das fehlte irgendwie heute: der Rausch, die Begeisterung, die Leidenschaft. Aber auch das ist ja mal ein Trainingsziel: die Einiheit trotzdem durchzuziehen und sich das Stimmungstief nicht anmerken zu lassen. Draufgänger statt Drückeberger - zumindest äußerlich.
Die Übungen an sich waren eine Wiederholung vom Ende der Einheit der letzten Woche und wirklich nicht schlecht! Mit Partner voreinander, beide gleichzeitig mit dem vorderen Fuß vorsteppen und Gyaku-Tsuki, Tori geht dann einen Schritt vor mit einer Technik seiner Wahl (Oi-Tsuki, Mae-Geri, Mawashi-Geri, Ashi-Barai mit Folgetechnik Oi-Tsuki) und Uke geht einen Schritt zurück, blockt, kontert. Zu Beginn war die zweite Angriffstechnik vorgegeben und wurde wiederholt geübt. Anschießend sollten wir selbst erkennen, welche Technik kommt (ohne Ansage) und entsprechend blocken (oder zumindest schnell genug zurückgehen, was einen Block eventuell unnötig oder nur noch zur Unterstützung erforderlich macht). Das alles mit ständig wechselnden Partnern. Es war echt nicht ohne.
Zum Abschluss gab es für Marc, der sich auf seine nächste Prüfung vorbereitet, noch einmal die Bassai Dai. Ich habe mich auf meine eigene Kata konzentriert, hörte aber hinterher in der Sauna die Kritik des Senseis.
Dienstag, 15. Februar 2011
Kumite, Sandsack, Pratze
He, das war heute wieder Karatetraining ganz nach meinem Geschmack! Es ging wie üblich los mit Randori - heute keine Damenwahl, ich wurde direkt zu Trainer Thorsten Rabeneck gebeten. Thorsten ist immer ein ganz harter Gegner aber heute konnte ich ihm erstaunlich gut Paroli bieten :-) Naja, vermutlich hat er mich auch geschont, aber er hat es sich nicht anmerken lassen ;-) Anschließend ging es, bis Sensei Michael Jarchau eintraf, weiter mit verschiedenen Kumiteformen: Gohon-, Kihon- und Jiju-Ippon-Kumite. Ich hatte Michael Völker als Partner, ein Bär von einem Mann, mindestens eineinhalb Köpfe länger als ich ... das machte natürlich besonders das Gohon-Ippon-Kumite spannend. Aber selbst die unterschiedlichen Schrittlängen machten mir heute keine Probleme und es gab saubere Angriffe, Blocks und Konter.
Inzwischen war Michael Jarchau eingetroffen und er hatte dann für die letzte Dreiviertelstunde ein forderndes Pratzen- und Sandsacktraining für uns vorgesehen: Es gab fünf Stationen, davon zwei ohne Pratze/Sandsack, zwei Pratzen und in der Mitte den Sandsack. Wir übten hieran verschiedene Kombinationen: Zunächst links vor mit Kizami/Gyakutsuki, kurz zurücksteppen und wieder vor mit Tsuki Jodan. Dasselbe dann alle Stationen durch und immer wieder mit steigender Intensität und schließlich dasselbe mit Ausgangsposition rechts vor.
Als nächstes eine kleine Variante: Kizami-Gyakutsuki, kurz Kamae und wieder Gyakutsuki, auch links und rechts vor. Dann nach den Faustschlägen Mae-Geri, später Mawashi-Geri und kurz vor Ende der Einheit Yoko-Geri. Hey, da merkte man nicht nur, welches seine Schokoladenseite war, sondern, dass auch zum Teil leider nicht besonders viel Kraft hinter den Techniken lag :-( Wie sagt Risto immer so schön? Die Wahrheit liegt im Sandsack! Wie wahr!
Zwischendurch gab es reichlich Kraftübungen wie Kniebeugen mit Mae-Geris zwischendurch, Trizepsdrücken an den Seitenbänken und Liegestützen auf den Fäusten.
Am Ende der Einheit übten wir dann die Kombinationen noch mit Partner: Beide schlugen aus größerer (für eine Trefferwirkung zu große) Distanz zeitgleich Kizami- und Gyakutsuki. Anschließend kam Tori vor - entweder mit Oi-Tsuki, mit Mae- oder Mawashigeri. Auch das klappte weitgehend ganz gut - nur als ich Holger Böing als Partner hatte, war ich entweder schon weg, bevor er mit dem Mae-Geri gestartet war - oder wurde getroffen :-(
Nach dem anstrengenden Training freuten sich meine Muskeln heute wieder einmal besonders auf drei ausgiebige Saunagänge :-)
Inzwischen war Michael Jarchau eingetroffen und er hatte dann für die letzte Dreiviertelstunde ein forderndes Pratzen- und Sandsacktraining für uns vorgesehen: Es gab fünf Stationen, davon zwei ohne Pratze/Sandsack, zwei Pratzen und in der Mitte den Sandsack. Wir übten hieran verschiedene Kombinationen: Zunächst links vor mit Kizami/Gyakutsuki, kurz zurücksteppen und wieder vor mit Tsuki Jodan. Dasselbe dann alle Stationen durch und immer wieder mit steigender Intensität und schließlich dasselbe mit Ausgangsposition rechts vor.
Als nächstes eine kleine Variante: Kizami-Gyakutsuki, kurz Kamae und wieder Gyakutsuki, auch links und rechts vor. Dann nach den Faustschlägen Mae-Geri, später Mawashi-Geri und kurz vor Ende der Einheit Yoko-Geri. Hey, da merkte man nicht nur, welches seine Schokoladenseite war, sondern, dass auch zum Teil leider nicht besonders viel Kraft hinter den Techniken lag :-( Wie sagt Risto immer so schön? Die Wahrheit liegt im Sandsack! Wie wahr!
Zwischendurch gab es reichlich Kraftübungen wie Kniebeugen mit Mae-Geris zwischendurch, Trizepsdrücken an den Seitenbänken und Liegestützen auf den Fäusten.
Am Ende der Einheit übten wir dann die Kombinationen noch mit Partner: Beide schlugen aus größerer (für eine Trefferwirkung zu große) Distanz zeitgleich Kizami- und Gyakutsuki. Anschließend kam Tori vor - entweder mit Oi-Tsuki, mit Mae- oder Mawashigeri. Auch das klappte weitgehend ganz gut - nur als ich Holger Böing als Partner hatte, war ich entweder schon weg, bevor er mit dem Mae-Geri gestartet war - oder wurde getroffen :-(
Nach dem anstrengenden Training freuten sich meine Muskeln heute wieder einmal besonders auf drei ausgiebige Saunagänge :-)
Mittwoch, 9. Februar 2011
Karate in Roxel
Wegen grundlegender Renovierungsarbeiten kann derzeit das Trainingszentrum des SKDM für fünf Tage nicht genuzt werden. Aus diesem Grund lud mein Trainingspartner Torsten mich ein, in seinem Dojo in Roxel mit zu trainieren. Ich hatte bereits zweimal das Vergnügen und wurde diesmal von meinem Vereinskameraden Stephan Schmid begleitet.
Nach einem kurzen Aufwärmen starteten wir mit Kihon à la Risto. Die Übungen erkannte ich sofort wieder und ich glaube, so, wie wir sie ausführen sollten, habe ich sie auch in meinem Technik-Stenogramm beschrieben :-) Ein Haupt-Trainingsziel gestern war dann das Jiju-Ippon-Kumite, bei dem Torsten uns ebenfalls "finnische" Bewegungsmuster anbot. Wir übten hier mit einigen Partnerwechseln und steigender Intensität.
Weiter gings mit Kata, und zwar der Bassai Dai, die wohl die Prüfungskata eines weiteren Trainingsteilnehmers ist. Während er sie zum Abschluss dieses Trainingsteils alleine laufen sollte, bekamen die übrigen Karateka eine Kraftübung in Form von Tsukis im Kiba Dachi.
Zwischendurch gabs eine kleine "Abhärtungsübung" zu zweit: Von der Nähe und Intensität her den Drills vom Bunkailehrgang am Wochenende nicht unähnlich führten wir gleichzeitig Blocktechniken mit Kontakt aus - Age Uke, Soto Uke, Uchi Uke, Nagashi Uke und Gedan Barei. Das gibt sicher einige neue blaue Flecke ;-)
Als nächstes stand Pratzen- und Präzisionstraining auf dem Programm: Entweder sollten verschiedene Fußtechniken kraftvoll gegen die Pratze getreten werden. Ergänzend konnt das präzise Auftreffen des tretenden Fußes auf einem vor den Bauch des Partners gehaltenen Medizinball geübt werden. Beides wohl nicht meine Königsdisziplinen...
Bereits vor Beginn der Einheit hatte Torsten für uns eine Kasten-Matten-Bahn in der Halle aufgebaut. Mit etwas gemischten Gefühlen hatte ich dies zur Kenntnis genommen. Allerdings war das Konstrukt diesmal denkbar "gnädig" für mich: die kleinstmöglichen Kästen wechselten sich ab mit den obligatorischen blauen Turnmatten. Es war mir ganz gut möglich, hier einige Übungen mit zu machen. Bei einigen anderen musste ich dann allerdings wieder passen.
Zum Abschluss gab es noch eine Viertelstunde freies Training, die ich mit Torsten für die Kanku Sho und die Jitte nutzte.
Fazit: Ein abwechslungsreiches und intensives Training mit viel Spaß! Bin gerne wieder mal dabei :-)
Nach einem kurzen Aufwärmen starteten wir mit Kihon à la Risto. Die Übungen erkannte ich sofort wieder und ich glaube, so, wie wir sie ausführen sollten, habe ich sie auch in meinem Technik-Stenogramm beschrieben :-) Ein Haupt-Trainingsziel gestern war dann das Jiju-Ippon-Kumite, bei dem Torsten uns ebenfalls "finnische" Bewegungsmuster anbot. Wir übten hier mit einigen Partnerwechseln und steigender Intensität.
Weiter gings mit Kata, und zwar der Bassai Dai, die wohl die Prüfungskata eines weiteren Trainingsteilnehmers ist. Während er sie zum Abschluss dieses Trainingsteils alleine laufen sollte, bekamen die übrigen Karateka eine Kraftübung in Form von Tsukis im Kiba Dachi.
Zwischendurch gabs eine kleine "Abhärtungsübung" zu zweit: Von der Nähe und Intensität her den Drills vom Bunkailehrgang am Wochenende nicht unähnlich führten wir gleichzeitig Blocktechniken mit Kontakt aus - Age Uke, Soto Uke, Uchi Uke, Nagashi Uke und Gedan Barei. Das gibt sicher einige neue blaue Flecke ;-)
Als nächstes stand Pratzen- und Präzisionstraining auf dem Programm: Entweder sollten verschiedene Fußtechniken kraftvoll gegen die Pratze getreten werden. Ergänzend konnt das präzise Auftreffen des tretenden Fußes auf einem vor den Bauch des Partners gehaltenen Medizinball geübt werden. Beides wohl nicht meine Königsdisziplinen...
Bereits vor Beginn der Einheit hatte Torsten für uns eine Kasten-Matten-Bahn in der Halle aufgebaut. Mit etwas gemischten Gefühlen hatte ich dies zur Kenntnis genommen. Allerdings war das Konstrukt diesmal denkbar "gnädig" für mich: die kleinstmöglichen Kästen wechselten sich ab mit den obligatorischen blauen Turnmatten. Es war mir ganz gut möglich, hier einige Übungen mit zu machen. Bei einigen anderen musste ich dann allerdings wieder passen.
Zum Abschluss gab es noch eine Viertelstunde freies Training, die ich mit Torsten für die Kanku Sho und die Jitte nutzte.
Fazit: Ein abwechslungsreiches und intensives Training mit viel Spaß! Bin gerne wieder mal dabei :-)
Montag, 31. Januar 2011
Karate-Lehrgang in Münster bei Sensei Julian Chees
(geschrieben von Torsten Uhlemann)
"Das ist doch nur Kata, kein richtiges Karate!“
Seit Monaten klingelt mir dieser Spruch unserer Vorsitzenden hinsichtlich meiner Kata-Leidenschaft in den Ohren! Der gestrige Lehrgang bei Sensei Julian Chees scheint nun, nach monatelanger harter Überzeugungsarbeit in sonntäglichen Kata-Workshops, auch bei „Kumite-Icky“ Wirkung gezeigt zu haben! In zwei über zweistündigen Einheiten „genossen“ die Lehrgangsteilnehmer Kata-Training vom Feinsten!
In der ersten Einheit lag der Schwerpunkt auf den Sentei-Katas. Schon der Beginn der Einheit forderte uns bis aufs Äußerste: „Yoi! Bassai Dai!“ kam es vom Sensei und dann ließ er uns die Kata vier-fünfmal ohne Pause laufen. Erst danach kamen die ersten Erläuterungen zur Eingangstechnik. Von vielen immer wieder falsch gemacht, erklärte uns der Sensei, dass das Hochreißen des Knies und die gleichzeitige Ausholbewegung keine separate Technik seien. Er demonstrierte dann eindrucksvoll, wie man sich nach vorne fallen lassen und sich durch das Hochreißen des Knies abfangen sollte. Das macht die Technik und den Auftakt der Kata bedeutend dynamischer und kraftvoller: „Die Festung stürmen“, die Übersetzung von Bassai, erhält ihre wahre Bedeutung! Anschließend übten wir dies ausführlich. Auch das Überdrehen der Hüfte in Gyaku-Hamni für die Gyaku-Uchi-Uke und Gyaku-Soto-Uke wurden noch einmal besonders betont. „Extra!“ beschrieb der Sensei immer wieder die Details, die er besonders betont haben wollte. „Extra“ waren in diesem Fall die Arbeit der Hüfte.
Abwechslung brachte dann eine Bunkai-Übung, wobei wir einen Mae-Geri mit Uchi-Uke fangen sollten und uns dann in einer eleganten Drehbewegung unter(!) dem Bein des Gegners hindurchdrehen sollten, um dann mit Chudan-Tsukis zu kontern. Sensei Chees demonstrierte sehr eindrucksvoll, dass diese Technik auch bei einem deutlich kleineren Gegner funktionieren kann. Wir mühten uns redlich und auch wenn unsere Trainingspartner freundlicherweise ihr Bein extrem hoch hielten, war bei den meisten von uns von Eleganz nicht mehr viel zu erkennen, wenn es den überhaupt auch nur ansatzweise gelang! Danach gab es wieder die Kata. Besonderes Gewicht legte Julian dann auf die letzten beiden Bewegungen. Er wollte die abgedrehte Shuto-Uke-Haltung vor dem Kiai als „verstecktes Kamae“ interpretiert sehen und deshalb sollten wir die Ausholbewegung für den abschließenden Shuto-Uke erst im letzten Augenblick machen und nicht schon vor oder beim Suri-Ashi. Dieses späte Ausholen und die daraus resultierende Dynamik war wieder ein „Extra“.
Ohne Pause ging es dann weiter mit der Kata Enpi. Auch hier liefen wir die Kata zunächst zwei-dreimal, bevor einige Aspekte herausgegriffen wurden. Als außerordentlich gefährlich erwies es sich hier, hinter Icky zu stehen: Voll Übereifer (gepackt vom Kata-Fieber?) wartete sie das Kommando für den Sprung nicht ab, sondern sprang – und landete beinahe auf mir! Zum Glück konnte ich gerade noch ausweichen, ansonsten wär’s wohl ein Ippon geworden!
Bei der Detailarbeit stand die Startbewegung im Fokus. Das Wegsetzen des linken Beines aus der Anfangshaltung sollte nur schulterbreit erfolgen. Beim „Abknien“ darf das Knie nur ca. eine faustbreit von der Ferse des vorderen Beines entfernt sein. Und das Knie darf nicht aufgesetzt werden, sondern muss knapp über dem Boden „schweben“.
Als nächstes kam das erste „Extra“ der Enpi dran: Hüfteinsatz beim Umsetzen von Zenkutsu-Dachi in Kiba-Dachi, Hüfteinsatz beim Age-Tsuki. Zur Vertiefung gab es Bunkai zur typischsten Technik-Kombination der Enpi: Gedan-Barai gegen Mae-Geri, Age-Tsuki als Block gegen den folgenden Gyaku-Tsuki, dann Soto-Uke gegen einen weiteren Tsuki mit Eintauchen und Gedan-Tsuki. Interessant war dann, dass wir das Zurückschnellen mit dem Gedan-Barai nach hinten quasi als Ashi-Barai ausführten, um unseren Partner zu Fall zu bringen. Der Gedan-Barai diente als Tetsui oberhalb des Knies dazu, den Ashi-Barai zu unterstützen. Auch diese Übung gestaltete sich in der Umsetzung als deutlich schwerer, als sie bei der Demonstration durch Sensei Julian ausgesehen hatte.
Zum Abschluss gab es noch ein paarmal die Kata. Während der Ausführungen wurde uns ein weiteres „Extra“ nahe gebracht: Das kontrollierte Absetzen nach dem ersten Kiai. Wir sollten die Balance halten und den Fuß sanft und kontrolliert, ohne Geräusch aufsetzen. Beeindruckt hat uns der Sensei noch mit Demonstration, wie die Techniken Kokutsu-Dachi/Gedan-Barai und Kiba-Dachi/Bo-Uke aussehen können.
Nach der Enpi stand Kanku Dai auf der Tagesordnung. Diese Kata liefen wir ebenfalls mehrmals, bevor es in die Detailarbeit ging. Als „Extra“ wurde wiederum besonderer Wert auf den Hüfteinsatz gelegt. Als zweites „Extra“ sollten wir den Kokutsu-Dachi mit Gedan-Shuto-Uke nach dem Abtauchen extrem tief und lang machen. Natürlich gab es auch wieder eine Bunkai-Übung zur Kanku Dai: Block eines Mae-Geris mit Nagashi-Uke und Tsuki aufs Knie, dann Jodan-Juji-Uke gegen Tsuki. Den Arm des Gegners fassen, darunterher drehen und ihn über den blockierten Ellenbogen zu Boden bringen.
Abschließend liefen wir die Kata dann noch einige Male. Zum Doppeltritt am Ende gab uns Julian zwei Möglichkeiten: Als Nidan-Geri, also ohne Sprung (für diejenigen unter uns mit Knieproblemen) oder als Mae-Tobi-Geri.
Der ein oder andere unauffällige Blick zur Uhr zeigte: Nur noch wenige Minuten! Und eigentlich waren die Meisten von uns schon auf Yame und Abgrüßen eingstellt, als Julian die Jion ansagte. Wie gehabt liefen die Kata zweimal. Als letztes „Extra“ dieser Einheit wurde uns die Armhaltung bei der „Bogenschuss-Haltung“ am Ende der Kata ans Herz gelegt. Der zurückziehende Arm sollte mit der Faust an der Brust anliegen. Zusätzlich sollte der Daumenknöchel heraus gedrückt werden wie in der Hangetsu. Bunkai machten wir zu dieser Kata keine.
Wer nun dachte, nach der Jion sei die Einheit beendet, hatte sich geschnitten. Als Abschluss ließ uns der Sensei noch seine spezielle Übung zum Trainingsende absolvieren: Suri-Ashi vorsteppen mit Kizami-Tsuki. Einmal, zweimal, dreimal, dann Mawate und zurück. Die letzten zwei Bahnen mit Kiai bei jeder Technik. Dann endlich Yame!
Erschöpft ging es zum Duschen, die leider kein warmes Wasser mehr versprühten. Die viel zu lange Pause (3 Stunden) zwischen den Einheiten nutzten Connie, Icky, Holger, Andy und ich, um uns im Café Pablo ein wenig zu stärken und aufzuwärmen.
Vor der zweiten Einheit machte ein Gerücht die Runde: Die Oberstufe würde die Kata Unsu machen! Eine meiner Lieblingskatas und eine große Herausforderung. Ich hatte bereits das Vergnügen, diese Kata auf zwei Lehrgängen im letzten Herbst ausführlicher zu trainieren. Doch fehlten immer noch ein paar „Kleinigkeiten“ und von einem Unsu-Training bei Sensei Julian Chees „träume“ ich seit Jahren!
Nun, in der Trainingseinheit verschwendeten wir keine Zeit mit einem Aufwärmprogramm. Es ging sofort mit den „ersten“ Techniken der Kata los. Das waren jedoch keine Ippon-Nukite in Neko-Ashi-Dachi, wie viele bei der Unsu erwartet hätten. Also doch nicht die Unsu? Tja, wer Lehrgänge bei Julian kennt, weiß, dass er gerne mit dem Ende der Kata beginnt und später wieder darauf zurück kommt. Wir begannen also mit Mawashi-Ukes, Age-Uke und Gyaku-Tsuki den vier letzten Techniken der Unsu! Die Mawashi-Ukes übten wir dann zu dritt partnerweise: blocken, übernehmen, weiterführen und dann mit Teisho kontern.
Danach ging es Schritt für Schritt oder vielmehr Technik für Technik mit der Kata weiter. Die ersten „Extras“ waren die Ausführung des Ippon-Nukite senkrecht nach unten und die Fuß-und Hüftbewegung beim Vorgehen im Neko-Ashi-Dachi. Es folgten weitere, wie eine spezielle Fußhaltung des am Boden „liegenden Fußes“ bei den Mawashi-Geris oder auch wiederum die Idee des „versteckten Kamae“ bei den Keito-Uke/Teisho-Uke mit Wechselschritt. Durch die zahlreichen „Extras“ und seine grandiosen Demonstrationen, vermittelte uns Sensei Julian die Komplexität dieser außergewöhnlichen Kata. Als wir schließlich zum Höhepunkt der Kata kamen, dem Sprung, hatten wir schon viel Material zum Nachdenken und Üben aus dem Training mitgenommen. Zunächst ließ uns Julian den Mikazuki-Geri in zwei Möglichkeiten trainieren. Als erstes sollten wir den Mikazuki-Geri treten und uns dann um 360 Grad drehen, um dann abzutauchen und tief abzusetzen. Die zweite Variante sah vor, zunächst um 180 Grad zu drehen, dann den Mikazuki-Geri zu treten und weiterzudrehen. Für den Sprung an sich gab der Sensei dann aber nur den knappen Hinweis, dass man das rechte Bein, also das Schwungbein hochreißen solle und dann im Sprung das andere Bein ebenfalls hochschlagen solle. Er machte es vor und es sah mal wieder spielerisch einfach aus und gelang ihm auch mit tramwandlerischer Sicherheit. Über die meisten unserer Versuche, decken wir lieber den Mantel des Schweigens. Es wartet noch viel Arbeit auf uns!
Belebt und angereichert wurde das Training durch mehrere Bunkai-Einlagen. Zunächst nahmen wir die Neko-Ashi-Dachi/Ippon-Nukite Sequenz vom Anfang der Kata vor. Julian verlangte hier von uns, nach dem Keito-Uke den geblockten Arm des Gegners, ähnlich wie bei den Mawashi-Ukes, mit den anderen Arm herunterzuführen, um dann den Weg frei zu haben für den Konter mit Ippon-Nukite zum Kehlkopf. Mit Icky habe ich dann noch den Ashi-Barai versucht, um den Partner aus dem Gleichgewicht zu bringen, den Konter noch effektiver zu machen und noch näher an der Kata zu bleiben.
Eigentlich sollte es das dann schon gewesen sein, so dachte zumindest der Sensei kurzfristig, bis er auf die Uhr gesehen hatte und feststellte, dass er noch gut eine halbe Stunde Trainingszeit zu füllen hatte. Also ging es flugs an die nächste Bunkai-Kombination. Diesmal sollten wir die Sequenz unmittelbar vor dem ersten Kiai mit Partner trainieren. Ein Tsuki-Angriff wurde aus der Wendung mit Tate-Shuto-Uke geblockt. Dann folgte der Mae-Geri-Kekomi, Gyaku-Tsuki und im Ansetzen Oi-Tsuki. Für das Absetzen hatte sich julian aber noch etwas ganz besonders perfides ausgedacht: Wir sollten unseren rechten Fuß unmittelbar hinter der Ferse des vorderen Beins des Partners absetzen und ihn durch das Vorschieben des Knies und Unterschenkel zu Fall bringen. Der seitliche Druck auf den Unterschenkel des Partners hebelte ihn dann aus. Als durchaus schwierig gestaltete sich die Fixierung und der korrekte Ansatz für den Hebel. Aber an sich, erwies sich diese kleine, unscheinbare Bewegung als äußerst effektive Technik.
Um ein Gefühl für die Techniken zu bekommen, ließ uns Julian als Nächstes den Sprung am Partner trainieren. Mikazuki-Geri und anschließend Ushiro-Geri mit ständigem Bodenkontakt erwiesen sich als durchaus machbar. Eingesprungen sah es da schon ganz anders, obwohl wir im Prinzip nur die Hälfte der Rotation aus der Kata absolvieren mussten. Nach einigen zaghaften Versuchen gelang dann doch der ein oder andere eingesprungene Geri ganz passabel. Kontrolle, Zielgenauigkeit und technisch korrekte Ausführung bieten jedoch jedes für sich noch ein weites Feld für Verbesserungen!
Als letzte Bunkai-Übung beschäftigten wir uns wieder mit den Mawashi-Ukes und dem Ende der Kata. Der Verteidiger sollte mit Mawashi-Uke blocken, Teisho kontern, dann einen weiteren Angriff mit Age-Uke blocken und Gyaku-Tsuki kontern, bevor ein abschließender Mae-Geri mit Ryu-Yoko-Gedan-Barai beim Zurückgehen in die Yame-Position abgewehrt werden sollte. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten gelang uns auch diese Anwendung durch eine kleine Variation nahezu perfekt.
Abschließend liefen noch zweimal die Kata. Beim zweiten Mal ohne Kommando, getrennt nach Schwarzgurten und Farbgurten.
Wie zuvor in der ersten Einheit hatte Sensei Julian aber noch ein „Schmankerl“ zum Schluss: Aus einem hohen Kiba-Dachi sollten wir zunächst einmal einen Sprung rechtsherum um 90 Grad absolvieren, dann linksherum. Anschließend das Ganze jeweils um 180 Grad. Vermeintlicher Höhepunkt war dann der Sprung um 360 Grad je einmal links- und rechtsherum. Doch die Krone setzte dem Ganzen erst die letzte Forderung unseres Senseis auf: Im Sprung eine Drehung um 360 Grad und vor dem Aufsetzen auf dem Boden einen Rentsuki ausführen! Eigentlich ganz einfach, wenn man vom Springen, Drehen und Schlagen einmal absieht!
Diese „nette“ Übung setzte den Schlusspunkt unter einen denkwürdigen Lehrgang. Vielen Dank an Sensei Julian Chees, der uns durch seine freundliche und charismatische Art die Welt der Kata näher gebracht hat. Für die einen gab es viel Neues zu lernen und zu erfahren, für andere zahlreiche Details, mal größere, mal kleinere, an denen noch zu arbeiten ist. Auch unsere „Kumite-Icky“ ließ sich während des Lehrgangs dazu hinreißen, ihre Faszination für die Demonstrationen des Senseis zum Ausdruck zu bringen. Sie war von der Eleganz und Ästethik schier hin und weg! Und dass, wo sie mir doch immer wieder vorhält, dass Karate nur effektiv sein müsse und nicht gut aussehen! Aber effektiv war der Lehrgang ja auch: Er erwies sich als besonders nachhaltig. Zweimal zwei Stunden intensives Training zeigten ihre Wirkung. Abends auf dem Sofa war ich kaum noch in der Lage, auch nur einen Finger zu rühren. Und ich weiß, dass es nicht nur mir so ging!
Aber, es war ja „nur Kata, kein richtiges Karate“!
"Das ist doch nur Kata, kein richtiges Karate!“
Seit Monaten klingelt mir dieser Spruch unserer Vorsitzenden hinsichtlich meiner Kata-Leidenschaft in den Ohren! Der gestrige Lehrgang bei Sensei Julian Chees scheint nun, nach monatelanger harter Überzeugungsarbeit in sonntäglichen Kata-Workshops, auch bei „Kumite-Icky“ Wirkung gezeigt zu haben! In zwei über zweistündigen Einheiten „genossen“ die Lehrgangsteilnehmer Kata-Training vom Feinsten!
In der ersten Einheit lag der Schwerpunkt auf den Sentei-Katas. Schon der Beginn der Einheit forderte uns bis aufs Äußerste: „Yoi! Bassai Dai!“ kam es vom Sensei und dann ließ er uns die Kata vier-fünfmal ohne Pause laufen. Erst danach kamen die ersten Erläuterungen zur Eingangstechnik. Von vielen immer wieder falsch gemacht, erklärte uns der Sensei, dass das Hochreißen des Knies und die gleichzeitige Ausholbewegung keine separate Technik seien. Er demonstrierte dann eindrucksvoll, wie man sich nach vorne fallen lassen und sich durch das Hochreißen des Knies abfangen sollte. Das macht die Technik und den Auftakt der Kata bedeutend dynamischer und kraftvoller: „Die Festung stürmen“, die Übersetzung von Bassai, erhält ihre wahre Bedeutung! Anschließend übten wir dies ausführlich. Auch das Überdrehen der Hüfte in Gyaku-Hamni für die Gyaku-Uchi-Uke und Gyaku-Soto-Uke wurden noch einmal besonders betont. „Extra!“ beschrieb der Sensei immer wieder die Details, die er besonders betont haben wollte. „Extra“ waren in diesem Fall die Arbeit der Hüfte.
Abwechslung brachte dann eine Bunkai-Übung, wobei wir einen Mae-Geri mit Uchi-Uke fangen sollten und uns dann in einer eleganten Drehbewegung unter(!) dem Bein des Gegners hindurchdrehen sollten, um dann mit Chudan-Tsukis zu kontern. Sensei Chees demonstrierte sehr eindrucksvoll, dass diese Technik auch bei einem deutlich kleineren Gegner funktionieren kann. Wir mühten uns redlich und auch wenn unsere Trainingspartner freundlicherweise ihr Bein extrem hoch hielten, war bei den meisten von uns von Eleganz nicht mehr viel zu erkennen, wenn es den überhaupt auch nur ansatzweise gelang! Danach gab es wieder die Kata. Besonderes Gewicht legte Julian dann auf die letzten beiden Bewegungen. Er wollte die abgedrehte Shuto-Uke-Haltung vor dem Kiai als „verstecktes Kamae“ interpretiert sehen und deshalb sollten wir die Ausholbewegung für den abschließenden Shuto-Uke erst im letzten Augenblick machen und nicht schon vor oder beim Suri-Ashi. Dieses späte Ausholen und die daraus resultierende Dynamik war wieder ein „Extra“.
Ohne Pause ging es dann weiter mit der Kata Enpi. Auch hier liefen wir die Kata zunächst zwei-dreimal, bevor einige Aspekte herausgegriffen wurden. Als außerordentlich gefährlich erwies es sich hier, hinter Icky zu stehen: Voll Übereifer (gepackt vom Kata-Fieber?) wartete sie das Kommando für den Sprung nicht ab, sondern sprang – und landete beinahe auf mir! Zum Glück konnte ich gerade noch ausweichen, ansonsten wär’s wohl ein Ippon geworden!
Bei der Detailarbeit stand die Startbewegung im Fokus. Das Wegsetzen des linken Beines aus der Anfangshaltung sollte nur schulterbreit erfolgen. Beim „Abknien“ darf das Knie nur ca. eine faustbreit von der Ferse des vorderen Beines entfernt sein. Und das Knie darf nicht aufgesetzt werden, sondern muss knapp über dem Boden „schweben“.
Als nächstes kam das erste „Extra“ der Enpi dran: Hüfteinsatz beim Umsetzen von Zenkutsu-Dachi in Kiba-Dachi, Hüfteinsatz beim Age-Tsuki. Zur Vertiefung gab es Bunkai zur typischsten Technik-Kombination der Enpi: Gedan-Barai gegen Mae-Geri, Age-Tsuki als Block gegen den folgenden Gyaku-Tsuki, dann Soto-Uke gegen einen weiteren Tsuki mit Eintauchen und Gedan-Tsuki. Interessant war dann, dass wir das Zurückschnellen mit dem Gedan-Barai nach hinten quasi als Ashi-Barai ausführten, um unseren Partner zu Fall zu bringen. Der Gedan-Barai diente als Tetsui oberhalb des Knies dazu, den Ashi-Barai zu unterstützen. Auch diese Übung gestaltete sich in der Umsetzung als deutlich schwerer, als sie bei der Demonstration durch Sensei Julian ausgesehen hatte.
Zum Abschluss gab es noch ein paarmal die Kata. Während der Ausführungen wurde uns ein weiteres „Extra“ nahe gebracht: Das kontrollierte Absetzen nach dem ersten Kiai. Wir sollten die Balance halten und den Fuß sanft und kontrolliert, ohne Geräusch aufsetzen. Beeindruckt hat uns der Sensei noch mit Demonstration, wie die Techniken Kokutsu-Dachi/Gedan-Barai und Kiba-Dachi/Bo-Uke aussehen können.
Nach der Enpi stand Kanku Dai auf der Tagesordnung. Diese Kata liefen wir ebenfalls mehrmals, bevor es in die Detailarbeit ging. Als „Extra“ wurde wiederum besonderer Wert auf den Hüfteinsatz gelegt. Als zweites „Extra“ sollten wir den Kokutsu-Dachi mit Gedan-Shuto-Uke nach dem Abtauchen extrem tief und lang machen. Natürlich gab es auch wieder eine Bunkai-Übung zur Kanku Dai: Block eines Mae-Geris mit Nagashi-Uke und Tsuki aufs Knie, dann Jodan-Juji-Uke gegen Tsuki. Den Arm des Gegners fassen, darunterher drehen und ihn über den blockierten Ellenbogen zu Boden bringen.
Abschließend liefen wir die Kata dann noch einige Male. Zum Doppeltritt am Ende gab uns Julian zwei Möglichkeiten: Als Nidan-Geri, also ohne Sprung (für diejenigen unter uns mit Knieproblemen) oder als Mae-Tobi-Geri.
Der ein oder andere unauffällige Blick zur Uhr zeigte: Nur noch wenige Minuten! Und eigentlich waren die Meisten von uns schon auf Yame und Abgrüßen eingstellt, als Julian die Jion ansagte. Wie gehabt liefen die Kata zweimal. Als letztes „Extra“ dieser Einheit wurde uns die Armhaltung bei der „Bogenschuss-Haltung“ am Ende der Kata ans Herz gelegt. Der zurückziehende Arm sollte mit der Faust an der Brust anliegen. Zusätzlich sollte der Daumenknöchel heraus gedrückt werden wie in der Hangetsu. Bunkai machten wir zu dieser Kata keine.
Wer nun dachte, nach der Jion sei die Einheit beendet, hatte sich geschnitten. Als Abschluss ließ uns der Sensei noch seine spezielle Übung zum Trainingsende absolvieren: Suri-Ashi vorsteppen mit Kizami-Tsuki. Einmal, zweimal, dreimal, dann Mawate und zurück. Die letzten zwei Bahnen mit Kiai bei jeder Technik. Dann endlich Yame!
Erschöpft ging es zum Duschen, die leider kein warmes Wasser mehr versprühten. Die viel zu lange Pause (3 Stunden) zwischen den Einheiten nutzten Connie, Icky, Holger, Andy und ich, um uns im Café Pablo ein wenig zu stärken und aufzuwärmen.
Vor der zweiten Einheit machte ein Gerücht die Runde: Die Oberstufe würde die Kata Unsu machen! Eine meiner Lieblingskatas und eine große Herausforderung. Ich hatte bereits das Vergnügen, diese Kata auf zwei Lehrgängen im letzten Herbst ausführlicher zu trainieren. Doch fehlten immer noch ein paar „Kleinigkeiten“ und von einem Unsu-Training bei Sensei Julian Chees „träume“ ich seit Jahren!
Nun, in der Trainingseinheit verschwendeten wir keine Zeit mit einem Aufwärmprogramm. Es ging sofort mit den „ersten“ Techniken der Kata los. Das waren jedoch keine Ippon-Nukite in Neko-Ashi-Dachi, wie viele bei der Unsu erwartet hätten. Also doch nicht die Unsu? Tja, wer Lehrgänge bei Julian kennt, weiß, dass er gerne mit dem Ende der Kata beginnt und später wieder darauf zurück kommt. Wir begannen also mit Mawashi-Ukes, Age-Uke und Gyaku-Tsuki den vier letzten Techniken der Unsu! Die Mawashi-Ukes übten wir dann zu dritt partnerweise: blocken, übernehmen, weiterführen und dann mit Teisho kontern.
Danach ging es Schritt für Schritt oder vielmehr Technik für Technik mit der Kata weiter. Die ersten „Extras“ waren die Ausführung des Ippon-Nukite senkrecht nach unten und die Fuß-und Hüftbewegung beim Vorgehen im Neko-Ashi-Dachi. Es folgten weitere, wie eine spezielle Fußhaltung des am Boden „liegenden Fußes“ bei den Mawashi-Geris oder auch wiederum die Idee des „versteckten Kamae“ bei den Keito-Uke/Teisho-Uke mit Wechselschritt. Durch die zahlreichen „Extras“ und seine grandiosen Demonstrationen, vermittelte uns Sensei Julian die Komplexität dieser außergewöhnlichen Kata. Als wir schließlich zum Höhepunkt der Kata kamen, dem Sprung, hatten wir schon viel Material zum Nachdenken und Üben aus dem Training mitgenommen. Zunächst ließ uns Julian den Mikazuki-Geri in zwei Möglichkeiten trainieren. Als erstes sollten wir den Mikazuki-Geri treten und uns dann um 360 Grad drehen, um dann abzutauchen und tief abzusetzen. Die zweite Variante sah vor, zunächst um 180 Grad zu drehen, dann den Mikazuki-Geri zu treten und weiterzudrehen. Für den Sprung an sich gab der Sensei dann aber nur den knappen Hinweis, dass man das rechte Bein, also das Schwungbein hochreißen solle und dann im Sprung das andere Bein ebenfalls hochschlagen solle. Er machte es vor und es sah mal wieder spielerisch einfach aus und gelang ihm auch mit tramwandlerischer Sicherheit. Über die meisten unserer Versuche, decken wir lieber den Mantel des Schweigens. Es wartet noch viel Arbeit auf uns!
Belebt und angereichert wurde das Training durch mehrere Bunkai-Einlagen. Zunächst nahmen wir die Neko-Ashi-Dachi/Ippon-Nukite Sequenz vom Anfang der Kata vor. Julian verlangte hier von uns, nach dem Keito-Uke den geblockten Arm des Gegners, ähnlich wie bei den Mawashi-Ukes, mit den anderen Arm herunterzuführen, um dann den Weg frei zu haben für den Konter mit Ippon-Nukite zum Kehlkopf. Mit Icky habe ich dann noch den Ashi-Barai versucht, um den Partner aus dem Gleichgewicht zu bringen, den Konter noch effektiver zu machen und noch näher an der Kata zu bleiben.
Eigentlich sollte es das dann schon gewesen sein, so dachte zumindest der Sensei kurzfristig, bis er auf die Uhr gesehen hatte und feststellte, dass er noch gut eine halbe Stunde Trainingszeit zu füllen hatte. Also ging es flugs an die nächste Bunkai-Kombination. Diesmal sollten wir die Sequenz unmittelbar vor dem ersten Kiai mit Partner trainieren. Ein Tsuki-Angriff wurde aus der Wendung mit Tate-Shuto-Uke geblockt. Dann folgte der Mae-Geri-Kekomi, Gyaku-Tsuki und im Ansetzen Oi-Tsuki. Für das Absetzen hatte sich julian aber noch etwas ganz besonders perfides ausgedacht: Wir sollten unseren rechten Fuß unmittelbar hinter der Ferse des vorderen Beins des Partners absetzen und ihn durch das Vorschieben des Knies und Unterschenkel zu Fall bringen. Der seitliche Druck auf den Unterschenkel des Partners hebelte ihn dann aus. Als durchaus schwierig gestaltete sich die Fixierung und der korrekte Ansatz für den Hebel. Aber an sich, erwies sich diese kleine, unscheinbare Bewegung als äußerst effektive Technik.
Um ein Gefühl für die Techniken zu bekommen, ließ uns Julian als Nächstes den Sprung am Partner trainieren. Mikazuki-Geri und anschließend Ushiro-Geri mit ständigem Bodenkontakt erwiesen sich als durchaus machbar. Eingesprungen sah es da schon ganz anders, obwohl wir im Prinzip nur die Hälfte der Rotation aus der Kata absolvieren mussten. Nach einigen zaghaften Versuchen gelang dann doch der ein oder andere eingesprungene Geri ganz passabel. Kontrolle, Zielgenauigkeit und technisch korrekte Ausführung bieten jedoch jedes für sich noch ein weites Feld für Verbesserungen!
Als letzte Bunkai-Übung beschäftigten wir uns wieder mit den Mawashi-Ukes und dem Ende der Kata. Der Verteidiger sollte mit Mawashi-Uke blocken, Teisho kontern, dann einen weiteren Angriff mit Age-Uke blocken und Gyaku-Tsuki kontern, bevor ein abschließender Mae-Geri mit Ryu-Yoko-Gedan-Barai beim Zurückgehen in die Yame-Position abgewehrt werden sollte. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten gelang uns auch diese Anwendung durch eine kleine Variation nahezu perfekt.
Abschließend liefen noch zweimal die Kata. Beim zweiten Mal ohne Kommando, getrennt nach Schwarzgurten und Farbgurten.
Wie zuvor in der ersten Einheit hatte Sensei Julian aber noch ein „Schmankerl“ zum Schluss: Aus einem hohen Kiba-Dachi sollten wir zunächst einmal einen Sprung rechtsherum um 90 Grad absolvieren, dann linksherum. Anschließend das Ganze jeweils um 180 Grad. Vermeintlicher Höhepunkt war dann der Sprung um 360 Grad je einmal links- und rechtsherum. Doch die Krone setzte dem Ganzen erst die letzte Forderung unseres Senseis auf: Im Sprung eine Drehung um 360 Grad und vor dem Aufsetzen auf dem Boden einen Rentsuki ausführen! Eigentlich ganz einfach, wenn man vom Springen, Drehen und Schlagen einmal absieht!
Diese „nette“ Übung setzte den Schlusspunkt unter einen denkwürdigen Lehrgang. Vielen Dank an Sensei Julian Chees, der uns durch seine freundliche und charismatische Art die Welt der Kata näher gebracht hat. Für die einen gab es viel Neues zu lernen und zu erfahren, für andere zahlreiche Details, mal größere, mal kleinere, an denen noch zu arbeiten ist. Auch unsere „Kumite-Icky“ ließ sich während des Lehrgangs dazu hinreißen, ihre Faszination für die Demonstrationen des Senseis zum Ausdruck zu bringen. Sie war von der Eleganz und Ästethik schier hin und weg! Und dass, wo sie mir doch immer wieder vorhält, dass Karate nur effektiv sein müsse und nicht gut aussehen! Aber effektiv war der Lehrgang ja auch: Er erwies sich als besonders nachhaltig. Zweimal zwei Stunden intensives Training zeigten ihre Wirkung. Abends auf dem Sofa war ich kaum noch in der Lage, auch nur einen Finger zu rühren. Und ich weiß, dass es nicht nur mir so ging!
Aber, es war ja „nur Kata, kein richtiges Karate“!
Samstag, 22. Januar 2011
Der Kungfu-Panda und das Sprungkrafttraining
Letzte Woche war ich für ein Karatetraining zu Gast im Dojo meines Trainingspartners Torsten. Wir trafen uns zu dritt in der Turnhalle der Marien-Grundschule in Roxel: Torsten, sein Kohai Antonio und ich. Vor dem Training wandelten Antonio und ich die Turnhalle zum Dojo um: Wir befestigten einige Spiegel mit Klettvorrichtung an einer Hallenseite und richteten ein Shomen ein.
Zu Beginn der Einheit wärmten wir uns eigenständig auf. Torsten hatte schon angekündigt, dass er mit mit unbedingt ein Sprungkrafttraining durchführen wollte, damit ich bei den Karate-Sprüngen oder auch den Suri-Ashis nicht mehr immer "etwas ganz Besonderes" bin. Als er dann während unserer Aufwärmphase jedoch begann, eine Kastentreppe, bestehend aus vier Kästen in verschiedenen Größen und Matten dazwischen, aufzubauen, wurde mir doch ganz anders. Nunja, er konnte ja nicht wissen, dass ich seit meiner Grundschulzeit eine Geräteturnphobie habe! Schon damals hing ich immer wie ein nasser Sack am Reck oder stieß mir die Knie an den Kästen. Es war keine Freude und katastrophal wurde es, als meiner Turnlehrerin in der fünften Klasse vor der ganzen Klassengemeinschaft der Satz:"Andrea, du Trampel!" entfuhr! Im Grunde hatte sie ja Recht, aber ich hatte natürlich jetzt einen Stempel aufgedrückt bekommen, den ich bis heute nicht losgeworden bin. Außerhalb des Schulsports vermied ich künftig alle Sportarten, bei denen man sich grazil, leicht und mit Sprüngen bewegen musste. Fünf Jahre Jazztanz und danach Karate (beides Sportarten, bei denen man "trampeln" darf und eben nicht grazil sein muss) ließen mich meine Unsportlichkeit nach und nach vergessen. Bis letzte Woche.
Nach einer schönen und intensiven Einheit mit viel Kihon, Kata und Kumite sowie einigen Pratzenübungen zur Verbesserung meiner Trittkraft, rannten Antonio und Torsten plötzlich wie zwei junge und übermütige Pferde auf die Kästen zu, drauf und drüber. Und dann sollte ich. Und konnte nicht. Ich stand wie blöd vor dem ersten Kästchen und hatte einfach nur Panik! Panik davor, mit dem Kinn gegen den nächsten Kasten zu fallen, Panik davor, mir ungeschickt den Knöchel zu verrenken, Panik vor der Schmach und der Blamage, wenn ich an den Kästen kleben bliebe und nicht drüber käme. Die ersten Punkte traten zum Glück nicht ein. Leider blieb ich aber wirklich bei einem kläglichen Treppenbewältigungsversuch an Kasten Nummer vier, der mir bis auf die Brusthöhe ging, wie ein nasser Sack kleben, strampelte höchst unwürdig mit den Beinen und ließ mich schließlich, ohne dass ich den Kasten hätte bewältigen können, rückwärts, mit dem Hintern zuerst, wieder runter gleiten. Wie peinlich! Und das vor den Augen meines Trainingspartners, der sich so viel Mühe mit mir gegeben hatte!
Ich war echt ziemlich frustriert anschließend. Ich weiß ja, dass ich kein Sprungtalent bin. Naja und Torsten weiß jetzt auch, dass er mit mir ganz klein anfangen muss bei diesem Trainingsteil. Wir haben vereinbart, beim nächsten Mal mit weniger hohen Kästen zu beginnen. Aber wenigstens geb ich nicht auf. Es ist an der Zeit den Stempel der Kindertage loszuwerden......
Zu Beginn der Einheit wärmten wir uns eigenständig auf. Torsten hatte schon angekündigt, dass er mit mit unbedingt ein Sprungkrafttraining durchführen wollte, damit ich bei den Karate-Sprüngen oder auch den Suri-Ashis nicht mehr immer "etwas ganz Besonderes" bin. Als er dann während unserer Aufwärmphase jedoch begann, eine Kastentreppe, bestehend aus vier Kästen in verschiedenen Größen und Matten dazwischen, aufzubauen, wurde mir doch ganz anders. Nunja, er konnte ja nicht wissen, dass ich seit meiner Grundschulzeit eine Geräteturnphobie habe! Schon damals hing ich immer wie ein nasser Sack am Reck oder stieß mir die Knie an den Kästen. Es war keine Freude und katastrophal wurde es, als meiner Turnlehrerin in der fünften Klasse vor der ganzen Klassengemeinschaft der Satz:"Andrea, du Trampel!" entfuhr! Im Grunde hatte sie ja Recht, aber ich hatte natürlich jetzt einen Stempel aufgedrückt bekommen, den ich bis heute nicht losgeworden bin. Außerhalb des Schulsports vermied ich künftig alle Sportarten, bei denen man sich grazil, leicht und mit Sprüngen bewegen musste. Fünf Jahre Jazztanz und danach Karate (beides Sportarten, bei denen man "trampeln" darf und eben nicht grazil sein muss) ließen mich meine Unsportlichkeit nach und nach vergessen. Bis letzte Woche.
Nach einer schönen und intensiven Einheit mit viel Kihon, Kata und Kumite sowie einigen Pratzenübungen zur Verbesserung meiner Trittkraft, rannten Antonio und Torsten plötzlich wie zwei junge und übermütige Pferde auf die Kästen zu, drauf und drüber. Und dann sollte ich. Und konnte nicht. Ich stand wie blöd vor dem ersten Kästchen und hatte einfach nur Panik! Panik davor, mit dem Kinn gegen den nächsten Kasten zu fallen, Panik davor, mir ungeschickt den Knöchel zu verrenken, Panik vor der Schmach und der Blamage, wenn ich an den Kästen kleben bliebe und nicht drüber käme. Die ersten Punkte traten zum Glück nicht ein. Leider blieb ich aber wirklich bei einem kläglichen Treppenbewältigungsversuch an Kasten Nummer vier, der mir bis auf die Brusthöhe ging, wie ein nasser Sack kleben, strampelte höchst unwürdig mit den Beinen und ließ mich schließlich, ohne dass ich den Kasten hätte bewältigen können, rückwärts, mit dem Hintern zuerst, wieder runter gleiten. Wie peinlich! Und das vor den Augen meines Trainingspartners, der sich so viel Mühe mit mir gegeben hatte!
Ich war echt ziemlich frustriert anschließend. Ich weiß ja, dass ich kein Sprungtalent bin. Naja und Torsten weiß jetzt auch, dass er mit mir ganz klein anfangen muss bei diesem Trainingsteil. Wir haben vereinbart, beim nächsten Mal mit weniger hohen Kästen zu beginnen. Aber wenigstens geb ich nicht auf. Es ist an der Zeit den Stempel der Kindertage loszuwerden......
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